Das Geständnis
Ich habe es ja letztens schon angekündigt… Auch ich habe eine dunkle Vergangenheit.
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“Hallo, ich bin der Torsten und ich war ein Raser.”
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(Lange Geschichte, deshalb nur per Klick auf “weiterlesen”)
Die krasseste Geschichte, an die ich mich erinnere, ist so ungefähr 8-9 Jahre her.
Es war Samstag Nacht, im Nachbarort war Feuerwehrfest. Neben dem Schützenfest DAS Ereignis dort. An der Zufahrt zur Halle standen jede Menge verzweifelte potenzielle Fahrgäste. Hinfahren, einladen, wegfahren. Und das natürlich ziemlich schnell.
Die Landstraße zum Ziel der Fahrt war in der ersten Hälfte bis Tempo 100 freigegeben, der Rest war Tempo 70. Kurz nach Beginn der Geschwindigkeitsbeschränkung stand ein Starenkasten.
Mit meinen vier Fahrgästen an Board bin ich damals so schnell gefahren, wie es der alte 200er Diesel hergegeben hat. Also runde 140-150. Meine damals übliche Vorgehensweise am Starenkasten: Ausweichen auf die Gegenfahrbahn und mit Vollgas vorbei…
Diesmal war es anders. Trotz der späten Stunde kam Gegenverkehr. Mist, also runterbremsen auf 70, vorbei und wieder Vollgas.
Kurz nach dem Ortseingang war ich dann auch noch mit über 100 km/h unterwegs und ließ langsam ausrollen.
Als die Scheinwerfer hinter mir aufblenden, denke ich noch: “Och, ein Kollege, der es auch eilig hat…”
Denkste, der Streifenwagen schießt an mir vorbei, die rote Schrift fordert mich zum Anhalten auf.
Scheißescheißescheiße… Jetzt bloß nicht verplappern. Augenblicksversagen, nur nicht den Eindruck erwecken, ich wäre absichtlich so gerast!
“Guten Morgen! Sie wissen, warum wir Sie anhalten?”
“Ähem, ich bin wohl ein wenig zu schnell unterwegs gewesen. Ich hab mich mit meinen Fahrgästen unterhalten und nicht drauf geachtet…”
“Nunja, wir sind schon eine Weile hinter Ihnen. Am Starenkasten haben Sie auf jeden Fall drauf geachtet! Es war gar nicht so einfach, Sie überhaupt einzuholen.”
“Ähem…”
In meinem Kopf lief schon der entsprechende Film ab: Führerschein weg, Riesenbußgeld, Job weg…
“Also, ich erkläre Ihnen das nochmal. Wenn am Straßenrand runde Schilder stehen, weiß und mit rotem Rand und mit einer Zahl darin… Dann sehen Sie gefälligst zu, daß die der Zeiger im Tacho auf die selbe Zahl zeigt! Haben wir uns verstanden?!”
“Äh, ja, sicher…”
“Dann noch einen schönen Tag!”
Stieg ein und verschwand.
Ich konnte es kaum glauben. Eine kostenlose, mündliche Verwarnung? Wie geil!
Mein Fahrverhalten änderte sich wirklich ab dieser Nacht. Ich schaute häufiger in den Rückspiegel. Die Raserei habe ich damals nicht abgelegt…
Vom “Saulus” zum “Paulus” wurde ich erst zwei oder drei Jahre später. An diesem Freitag habe ich mir Urlaub genommen, weil ich mit einem Freund eine Kneipentour machen wollte. Keine Ahnung warum, aber irgendwie haben wir uns bei mir verquatscht und sind nicht mehr rausgegangen.
In den frühen Morgenstunden klingelte das Telefon, mein damaliger Chef war dran:
“Torsten, es ist was passiert. Detlef hatte einen Unfall. Ich weiß noch nichts genaues, aber es sieht scheiße aus, es gab wohl Tote.”
Wie sich in den nächsten Stunden herausstellte, ist mein Kollege und guter Freund Detlef mit vier Teenager im Taxi rechts auf die Bankette gekommen.
Er schaffte es zwar noch, wieder zurück auf die Straße zu gelangen, schoß dann aber auf der linken Straßenseite nahezu ungebremst in einen Baum. Der Fahrer und zwei der Fahrgäste verstarben noch an der Unfallstelle, die Tochter einer unserer Fahrerinnen kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Der vierte Fahrgast hat nur ein paar Schrammen davongetragen…
Ich weiß bis heute nicht, was die Ursache des Unfalls war, die Zeugenaussagen dazu waren wiedersprüchlich.
Detlef fuhr seit über 10 Jahren Taxi, zügig aber immer souverän und sicher. Das Taxi war nagelneu, technischer Defekt fällt auch aus.
Laut Gutachten hatte der Wagen etwa 100-110 km/h drauf, erlaubt waren 60 km/h. Aber auch das war wohl nicht die Ursache. Ich bin die Strecke vorher sicher hundertmal mit einer solchen Geschwindigkeit und weitaus älteren Wagen gefahren.
Sicher ist allerdings: es sind unglaublich viele Sachen zusammengekommen. Mercedes-Fahrzeuge sind ausdrücklich auf maximalen Insassenschutz hin konstruiert. Eine sehr stabile Fahrgastzelle und eine energieabsorbierende Knautschzone ist für einen Frontalaufprall ideal.
In diesem Fall wurde es zum Verhängnis.
Das Taxi traf den Baum seitlich im stumpfen Winkel. Der Wagen blieb also regelrecht mit der A-Säule, dem Beginn der Fahrgastzelle, am Baum “hängen”, schleuderte mit einer ungeheuren Energie rum und zerriess dabei in zwei Teile. Die Opfer verstarben alle an Genickbruch…
Was auch immer der Auslöser für den Crash war: Bei niedrigerer Geschwindigkeit wäre das Ergebnis niemals so dramatisch ausgefallen.
Von diesem Tag an änderte sich für mich alles.
Seitdem bin ich nie wieder mit Fahrgästen gerast. Nie.
20. September 2006 um 09:10 Maniac(Quote)
Ja, schade dass viele immer erst so ein Erlebnis brauchen um “vernünftig” zu werden… ich meine ich fahre auch meine 10-20 km/h drüber. Aber 150 bei 70 erlaubt tut ja nun wirklich nicht Not.
Aber der Trick mit der Gegenfahrbahn beim Starenkasten ist geil, den muss ich mir merken.
20. September 2006 um 09:18 Kittyluka(Quote)
Für seine Fahrgäste, ob nun als Taxifahrer oder als Normalfahrer trägt man immer eine gewisse Verantwortung.
Letzten Somer saß ich auf dem Beifahrersitz eines sehr teuren, sehr schnellen Wagens. Mein Ex hatte nix besseres zu tun als mit 180 bei Regen über die Autobahn zu brettern. Gutes Zureden half nix. Selbstverständlich konnte er nicht mehr bremsen, als da auf einmal ein Wagen vor uns aus der Mittelspur in die Linke Spur brach und an der Leitplanke entlang schepperte.
An die 3 Wochen im Krankenhaus kann ich mich kaum erinnern, ich weiß nur, dass ich halb tot von der Feuerwehr aus dem Auto geholt wurde. Seit dem krieg ich regelrechte Panikattaken, wenn es auf die Autobahn geht, man ist vollkommen dem Fahrer ausgeliefert und daher vermeide ich das wo es nur geht.
Der Fahrer hat übrigens keinen Schaden davon getragen, den er nicht schon vorher hatte.
20. September 2006 um 09:42 Olli G.(Quote)
Ich rase auch nie mit meinem Auto, denn ich schaff es nicht schneller als mit 130 km/h über die Autobahn zu schleichen… Aber mir ist mein und das Leben anderer viel wichtiger als schnell irgendwo anzukommen. Lieber früher losfahren und lebendig ankommen als schnell tod zu sein.
Mein krasses Erlebnis mit einem TAxi Fahrer war einmal, das er auch gut gerast ist, dann schaltete die Ampel von Grün auf rot, er macht ne Vollbremsung und bleibt mitten auf der Kreuzung stehen. Sein Kommentar “Ups, und nun?” Erst habe ich gelacht aber irgendwie hatte man nen komisches Gefühl denn es hätte ja gut Knallen können… Aber dennoch fahr ich gerne Taxi
20. September 2006 um 09:45 chilibean(Quote)
Auch wenn ich mich unbeliebt machen sollte, aber wer mit Fahrgästen im Auto fast das doppelte der erlaubte Geschwindigkeit fährt, dem gehört der Lappen abgenommen! So ein Verhalten ist nicht nur dumm, sondern auch gefährlich und zeugt nicht grad von Verantwortungsbewußtsein.
20. September 2006 um 09:56 topas(Quote)
Normalerweise fahre ich in unbekannten Regionen möglichst halbwegs regelkonform – es kann aber passieren, dass man mal ein Limit übersieht. Deshalb ist immer die zweite Devise: “Wenn du ein einheimisches Taxi überholst, bist du höchstwahrscheinlich zu schnell”. OK, ich werde diese Maxime nochmal überdenken…
Und @Kittyluka: Genau deshalb fahre ich auch lieber Auto. Mache auch quasi eins auf privaten Taxifahrer (nahezu wöchentlich Paderborn-Bielefeld-Berlin und zurück, biete Mitfahrgelegenheiten an). Natürlich könnte ich auch bei jemandem mitfahren, allerdings scheitert das einerseits daran, dass ich etwas weiter als nach Berlin muss, andererseits kann ich mich auch nicht “einem anderen Fahrer ausliefern”. Deshalb lieber jeden Freitag nachmittag A2 gen Osten
20. September 2006 um 10:02 Nitek(Quote)
Nicht nur mit Fahrgästen/Mitfahrern ist das verantwortungslos. Man zieht da ja andere Verkehrsteilnehmer ganz leicht auch noch mit rein…
20. September 2006 um 10:15 Jason(Quote)
@topas: Die Maxime brauchst du nicht überdenken, sie ist ja richtig, nur reicht sie manchmal nicht aus.
Ich selber mache das ähnlich: Wenn ein einheimisches Taxi langsamer fährt ohne sichtbare Ursache, bremse ich auch. Und niemals überholen (es sei denn der Fahrer sucht eine Hausnummer…).
Und ich mag Landstraßen generell nicht. Ich fahre dort selten 100, selbst wenn es erlaubt ist. Man hat nur eine Spur, der Gegenverkehr ist direkt neben einem und der Rand ist meistens bepflanzt/bebaut.
20. September 2006 um 10:54 Starkiller(Quote)
interessant, fast jeder hier hat eine Geschichte die durch erhöhte Geschwindigkeit ungemütlich, oder sogar im Krankenhaus endete. Auch wenn ich das jetzt nicht wiedergebe, aber ich bilde da keine Ausnahme.
Aber das fast jeder so eine Geschichte hat, sollte den Leuten die immer noch meinen das Geschwindigkeitsbegrenzungen für sie nicht gelten da sie ja fahren können und ihr Auto beherschen, ganz schön zu denken geben.
@Kittyluka: Das ist natürlich besonders gemein, wenn man als Unschuldige das Leidwesen hat, aber mit 3 Wochen Krankenhaus und wahrscheinlich ein wenig ReHa hast du bei so einem Unfall noch verdammtes Glück gehabt. (Oder Schutzengel, wenn man an sowas glaubt)
20. September 2006 um 11:20 Dennis(Quote)
Naja bei den meisten Polizei Wagen ist keine Videoüberwachungsanlage eingebaut, von daher müssten die Beamten eine bestimmte Strecke hinter dir herfahren und dann die Geschwindigkeit von ihrem geeichten Tacho ablesen. Von diesem Ablesewert muss dann noch so viel Toleranz bagezogen werden, dass es dann am Ende nichtmehr wirklich lohnt.
Hat der Poliezi Wagen keinen geeichten Tacho geht gar nichts.
Is mir auch schonmal in Fikenwerder passiert.
20. September 2006 um 12:43 Daniel Bräutigam(Quote)
Ich denke genau in der freundlichkeit des Polizisten liegt aber as generelle Problem. Dadurch, dass er überhaupt nicht einmal angedroht hat, etwas wegen des Geschwindigkeitsverstoßes zu unternehmen, hat die mündliche Warnung nicht einmal den Hauch eines Denkanstosses zum Langsamfahren gegeben. Erst ein Unfall bewegt zum Umdenken, das ist leider schon viel zu spät.
Vielleicht sollte man ein festes Gehalt für Taxifahrer einführen, dies würde vielleicht diese Raserei etwas bremsen.
20. September 2006 um 13:06 Deneriel(Quote)
*seufzt*
@Jason: Du bist Städter, oder? Die erkennt man z.b. daran daß sie auf Landstraßen nicht mehr als 80 fahren – teilweise auch kontant 70. Trotz oder gerade wenn 100 erlaubt ist.
Der Unterschied zu den Bauern ist daß die letzteren konstant mit 80 dahintuckern, die Städter bei jeder Begrenzung panisch abbremsen.
Fahr mal Freitags nachmittags auf einer vielbefahrenen Landstraße in Westfalen in Richtung der Niederlande. Das geht gar nicht. Überholen kannste knicken und irgendwo weit vorne bremst jemand mit Ruhrgebietskennzeichen sogar die LKWs aus.
Und das hat in dem Fall nichtmal was mit Verkehrssicherheit zu tun – die Straße ist gut ausgebaut, die Decke wurde vor einigen Jahren erst erneuert und für Fahradfahrer gibt es einen Fahrradweg.
Ist es dann verwunderlich daß jeder Einheimische die Krise bekommt?
@Thorsten:
Selbst das Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzungen hilft oftmals nicht. Die erste und bislang einzigste Karre die ich zerlegt habe ist mir mit 70 aus einer für 100km/h freigegebenen sehr langen Kurve geflogen. Morgens gegen 5:30 auf einer 30km-Strecke die quasi fast jeden Morgen gefahren bin seit ich den Führerschein hatte. Das war zu dem Zeitpunkt aber erst etwa ein halbes Jahr, da war ich also noch klassischer Fahranfänger.
Ursache war übrigens örtlich begrenzte Reifglätte – der Polizist hat sich beim Aussteigen nur noch durch einen beherzten Griff zur Dachreling auf den Beinen halten können.
Ablauf war in etwa wie folgt: Einfahrt in di Kurve und nach ca. einem Drittel ins Schleudern gekommen. Den Wagen noch mehrfach abgefangen, was aber nicht geholfen hat da er dann jeweils zur anderen Seite übersteuert hat. etwa zum Ende des 2. Drittels der Kurve (Gesamtlänge deutlich >500m) hab ich die Kiste dann nicht mehr halten können und das Heck hat uns endgültig überholt bis es durch einen Busch (ziemlich stark) aufgehalten wurde.
Glück im Unglück – weder mir noch meinem Bruder (den ich da mitten in die Pampa zu seiner Ausbildung gebracht hatte) ist was passiert – Mutters Kadett war aber Totalschaden.
Ein Scheiß Gefühl das Lenkrad zu bewegen und zu merken daß der Wagen in eine ganz andere Richtung fährt als man eigentlich will.
Ob mir mehr Erfahrung geholfen hätte den Wagen wieder einzufangen – weiß ich nicht.
Habe ich daraus gelernt? Ja, vor allem daß ich auch ohne eine Pflicht und entgegen der üblichen hiesigen “ach, brauch ich doch nicht”-Meinung die Benutzung von Winterreifen.
20. September 2006 um 13:37 b.(Quote)
jaja, die taxifahrer. bin früher auch des öfteren gefahren, eigentlich alle voll nett und ok. aber dann gab es diesen einen: erzählt von seinen konzentrationsproblemen usw. und rast dabei wie ein blöder, noch kurz zwischen zwei autos durchquetschen usw … brrrrrrrrrr … da wird einem gleich ganz anderst.
20. September 2006 um 13:42 topas(Quote)
@Jason: Ja, muss nur meiner These ein “Der Rückkehrschluss trifft aber nicht zu” hinzufügen (sprich: Wenn du vom einheimischen Taxi überholt wirst, hat das rein gar nichts auf die erlaubte v_max zu tun).
@Deneriel: Denselben Effekt hast du in Brandenburg auch. Sobald man ein Kennzeichen mit “B -” am Anfang hat kann man sich auch von jeder regulären Fahrzeit verabschieden. Auf jeder 2+1-Straße wird auf dem einspurigen Teil max. 80 gefahren, nur um dann auf dem zweispurigen Teil auf 120 zu beschleunigen. Der Grund für dieses Verhalten hat sich mir bis heute noch nicht erschlossen (Straße komplett guter Zustand, 2 Jahre alt). Auch bei ampellose Kreuzungen, auf denen alle Richtungen auf >100m einsehbar sind sind das vorhandene “Vorfahrt gewähren” synonym zum Stopschild.
20. September 2006 um 13:44 Erik(Quote)
Interessante Geschichte!
20. September 2006 um 13:59 Deneriel(Quote)
@Topas:
Exakt das isses, vermutlich ist das einfach die Panik vor bepflanzten Grünstreifen.
Wenn die Straße so aussähe wie mein Weg zur Arbeit würd ich es ja verstehen:
Nur Kurven, dazwischen 4 Abschnitte bei denen es mal weiter als 500m Geradeaus geht. Landstraße über Kreisgrenzen hinweg – bis da mal Ausbesserungsarbeiten stattfinden dauert es Äonen und dann beschränken die sich meist darauf etwas lauwarmen Teer auf die schlimmsten Schlaglöcher zu kippen. Dazu noch LKW-Verkehr von der ortsansässigen Molkerei nebst dem hiesigen Schlachthof.
Daß Auswärtige dort 80 fahren verstehe ich ja noch – aber mit 50 bremsen sie sogar die LKWs aus (selbst erlebt). Aber bittesehr auf den Gerade nicht überholen, weil man ja sonst ein Raser ist. Woanders gehts aber nunmal nicht.
Erlaubt ist bis auf eine Stelle übrigens durchgängig 100. Wenn ich in einer der Kurven nicht auf 80 runtergehe fliege ich wegen der Schlaglöcher da raus. Seit ein paar Monaten ist da 50 bei Nässe…
Und nein, diese Straße befindet sich im Westen Deutschlands, kurz vor den Niederlanden.
Dahinter kommt dann ab der nächsten Ortschaft eine mehr oder weniger gut ausgebaute Landstraße – relativ gerade und lange Stücke sind einsehbar. Die Fahrbahndecke hat auch schon bessere Zeiten gesehen und mittlerweile auch Schlaglöcher, aber der Zustand ist noch deutlich besser als der des ersten Teilstückes.
Nun ratet mal die normalen Geschwindigkeiten auf den beiden Teilstücken:
Erstes Stück – fast nur einheimische: 90-110km/h
Zweites Stück – neben einheimischen auch viele Pendler aus dem Nachbarkreis: 70km/h
Es traut sich kaum jemand hinter dem LKW rauszuziehen und zu überholen. Der nachfolgende wartet darauf daß der dem LKW folgende überholt – für einen LKW und eine Autoschlange reicht der Platz dann in der Regel aber doch nicht aus.
Ganz gemein ist es wenn 2 LKWs + PKWs hintereinander die Strecke befahren – da wo man genug Platz hätte um überholen zu können wurde nämlich vor ein paar Monaten just die verfügbare Strecke mittels Überholverbot um 1/3 verkürzt.
die Streckenabschnitte sind gleich lang, für den zweiten brauche ich aber dank Begrenzungen und Überholverboten die doppelte Zeit.
Und morgen kommen wir dann zum nächsten Hasspunkt: Untermotorisierte Kleinwagen auf der Autobahn 8-/
20. September 2006 um 14:09 Deneriel(Quote)
Achso, noch ein Nachtrag:
Was ich vollautomatisch mache und auch bei dem Unfall damals zum Glück gemacht habe: Anschnallen.
Auch Beifahrer haben sich anzuschnallen – die Dinger sind schließlich nicht zum Spaß eingebaut worden. Weiß der Deibel wo ich ohne bei dem Unfall damals gelandet wäre.
Mir schauderts wenn ich mich an meinen alten Herrn erinnere der das nie ernst genommen hat so lange er den Lappen hatte und auch bei uns als Kinder nie drauf geachtet hatte.
20. September 2006 um 14:38 Michael(Quote)
> Seitdem bin ich nie wieder mit Fahrgästen gerast. Nie.
Heißt das, dass du keine Probleme damit hast zu rasen, wenn keine Fahrgäste im Auto sind?
20. September 2006 um 14:57 Andi(Quote)
Tja, die Taxifahrer. Ich hatte auch einmal das zweifelhafte Vergnügen, mit einem Fahrer der Konkurrenz mit Tempo 80-90 durch eine längere enge schlecht einzusehene Einbahnstraße kutschiert zu werden. Ich bat ihn dann anzuhalten und mich rauszulassen. Auf meine Beschwerde hin, daß ich für so etwas kein Geld bezahle, war er natürlich sauer. Nach meinen Wink mit einer Meldung bei seiner Zentrale/der Polizei fuhr er dann aber mit quietschenden Reifen davon.
Will sagen. Natürlich sind nicht alle Fahrer so. Die meisten fahren zwar zügig, aber vernünftig. Tempo 70 nachts auf einer breiten und leeren Hauptstraße sehe ich als ok. Und da sollte man sich meiner Meinung auch dran halten mit Fahrgästen im Auto. Schließlich will ich als Fahrgast nicht das Gefühl haben, in einem Pistolenlauf zu sein, sondern sicher nach Hause gefahren zu werden. Wie dann der Fahrer fährt, wenn er alleine im Taxi sitzt, soll er dann einerseits selbst entscheiden. Dabei gilt aber auch, wie für jeden anderen Privatfahrer: Man sollte sich stets bewußt sein, daß man nicht alleine auf den Straßen ist.
20. September 2006 um 15:14 Starkiller(Quote)
Abseits aller Überlegungen um Tod und Verstümmelung, noch ein Nachtrag zu raßenden Taxifahrern.
Zum einen kann ich verstehen das der Kunde der sagt, ich zahl ihnen 10€ extra wenn ich in 15Minuten am Flughafen bin, nicht gerade dazu motiviert sich an die Verkehrsregeln zu halten, auf der anderen Seite, wenn man den mal erwischt wird und dann für 2 Monate den Lappen los ist, bedeutet das für den Taxifahrer praktisch 2 Monate keine Einnahmequelle, da doch praktisch jeder nur für einen Mindestlohn, wenn überhaupt, angestellt ist.
Das wär mir einfach viel zu heikel, da würde ich lieber auf die paar € extra verzichten und schone sogar noch mein Leben dabei!
Aber dies ist natürlich nur meine Meinung, jeder hat die Freiheit eine andere zu haben!
20. September 2006 um 15:44 roxic(Quote)
Ja, jetzt wo es bald Winter wird, muss ich auch wieder langsamer fahren. Scheiss Geschwindigkeitsindex V auf den Winterreifen …
20. September 2006 um 19:17 Torsten Bentrup(Quote)
@Kittyluka: Wer gegen den erklärten Willen seiner Mitfahrer das Tempo nicht reduziert, hat wirklich nen Knall. Sowas habe ich tatsächlich nichtmal in meiner schlimmsten Frischlingszeit gemacht.
@chillibean: Du hast hoffentlich zu Ende gelesen und weißt, daß ich Dir heute völlig recht gebe, oder?
@Nitek: Ganz korrekt ausgedrückt hätte ich schreiben müssen: “Wenn anderer Verkehrsteilnehmer in der Nähe oder Fahrgäste an Board sind”. Das gilt auch für Fußgänger.
@Daniel B.: Damals hatte ich ein Fixgehalt ohne Umsatzbeteiligung. Aber ich war Jung und der Meinung, ich hätte alles im Griff am Steuer…
@Michael: Über den Zusatz “mit Fahrgästen” habe ich lange nachgedacht. “Rasen” ist ein ziemlich dehnbarer Begriff… Ich habe es so formuliert, weil ich nicht ausschließen kann, daß ich nachts um 3 auf der B1 statt mit 120 auch mal mit 140 km/h unterwegs bin. Und da gefährde ich wirklich ausschließlich mich selbst.
Ums nochmal klar zu sagen: Auch in solchen Situationen halte ich mich in der Regel an die Vorschriften, kann aber (echtes) Augenblicksversagen nicht konsequent ausschließen.
@Starkiller: Solche Extraprämien sind hier sehr, sehr selten und grade der Flughafen ist a) zügig ohne Geschwindigkeitsübertretung zu erreichen und b) wird der Flughafen-Zubringer recht gut kontrolliert. Bei Terminen (wie Abflug, etc.) muß der Fahrgast halt frühzeitig sein Taxi bestellen.
20. September 2006 um 19:37 Olaf(Quote)
Mal was anderes zum (mobilen) Blitzen: Ist denn die Lichthupe für den Gegenverkehr denn so in Vergessenheit geraten? Ich musste mir ja schon vor den Kopf fassen, als ich 5 Sekunden, nachdem ich das nächste Auto gewarnt hatte, im Rückspiegel ein rotes Blitzen sah.
20. September 2006 um 20:38 Starkiller(Quote)
@Torsten
Ich bezog das auf ganz Deutschland, nicht nur auf Pada, hier in Köln ist es auf dem Weg zum Flughafen schon möglich das die Taxen wieder besonmders tief fliegen.
20. September 2006 um 21:52 chilibean(Quote)
@Torsten: Natürlich habe ich bis zum Ende gelesen und hab es auch schon genau so aufgefasst…
20. September 2006 um 23:29 Nit(Quote)
Ha,
da empfehle ich einen Besuch im Kreis Warendorf … hier dürften Auffahrunfälle wesentlich häufiger sein als ausbrechende Wagen. Der Warendorfer ansich fährt gern durchgängig 5-10 km/h unterhalb der erlaubten Geschwindigkeit. Auch, und besonders gerne, in der Stadt, ich persönlich werd da wahnsinnig.
Der Warendorfer ist auch die einzige mir bekannte Spezies, die beim erreichen eines Ortsschilds auf ner Landstraße aus nem 70er Bereich (wo er ja eh nur 60 gefahren is) tatsächlich bremst und nich ausrollen lässt, muss irgendwas mit den Fahrschulen hier zu tun haben. Vielleicht verstellen auch die Werkstätten hier die Tachos. WAF … Weniger Als Fuffzig fluch ich da auch gerne vor mich hin.
Und zur Raserproblematik: Wenn man sich bei trockener Straße einfach an die Flensburg-Regel “nich mehr als 20 zu schnell” hält is man schon ganz gut dabei. Zügig unterwegs und überschaubares Risiko. Bei Regen hilft ein kostengünstiger Auffahrunfall in der Fahranfängerzeit den nötigen Respekt zu bekommen.
-Nit-
21. September 2006 um 01:43 opatios(Quote)
Mein Ausflug als Städter ins Reich der verträumten Alleen hat meinen Blick für angepaßte Geschwindigkeiten auch wieder ein wenig zurecht gerückt: Ich Frankfurter Würstchen war mit meiner Rennsemmel auf Rügen und Usedom unterwegs. Immer wieder Limit 80, und auch wenn die Strasse noch so einladend aussah- ich merkte, dass das jeweilige Limit durchaus nen Grund hat. Einmal, auf der Heimfahrt via Anklam, hätts mich bald in den Gegenverkehr gefeuert: Rechtskurve, darin das Ortsschild und direkt Wechsel auf Kopfsteinpflaster noch in der Kurve. (wobei, nagel mich keiner auf die genaue Reihenfolge fest, es schien alles gleichzeitig zu kommen)
21. September 2006 um 07:18 Panama Jack(Quote)
Hehe, die “Überhole kein Taxi”-Maxime kenn ich aber auch. Meine persönliche Leitlinie als armer Schüler/Student war aber immer “Wer kein Geld hat, um die Knöllchen zu bezahlen, muß sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten”
@Deneriel: also ich hab verständnis dafür, wenn Ortsfremde eher schleichen. Mach ich auch tendentiell, wenn ich wo ortsfremd bin. Also ziemlich strikt nach dem, was auf den runden Schildern mit dem roten Rand steht. Lieber so und hinterher merken, daß man die Kurve doch schneller hätte nehmen können, als am Baum kleben. Daß das natürlich die Einheimischen etwas nervt, weil die z.B. genau wissen, die Kurve geht mit 73 und mit Vatters Wagen sogar mit 78, seh ich aber auch ein.
@Thorsten: ich finde deine Einstellung, die du mittlerweile hast, gut, bzw. für Taxifahrer die einzig richtige.
Als Beispiel, wie’s gerade beim Taxi nicht laufen soll:Bei uns in Münster stand vor ein paar Jahren eine Geschichte in der Zeitung; ein Brautpaar wollte nach der Feier per Taxi nach Hause. Auf halber Strecke sind sie dann wieder ausgestiegen aufgrund der vom Taxifahrer an den Tag (oder die Nacht) gelegten Geschwindigkeiten, denn der Bräutigam war wohl schon ernsthaft in Sorge, die Hochzeitsnacht im Krankenhaus verbringen zu müssen. Mehrmalige Aufforderungen, doch bitte langsamer zu fahren, hatte der Fahrer ignoriert. Keine gute Publicity …
Übrigens erstaunlich, bei dem Thema scheinen die Kommentare überdurchschnittlich lang zu werden …
21. September 2006 um 08:34 Kittyluka(Quote)
@Torsten
Hinterher ist man immer schlauer
21. September 2006 um 09:45 Erik(Quote)
Bezüglich der Raserprämien (“Bringen sich mit zum Flughafen!”) sollte man nicht vergessen, dass man mit überhöhter Geschwindigkeit eben auch andere gefährden kann.
Besonders in Hollywoodstreifen werden Kinderwagen immer von Verfolgungsjagden anzogen.
21. September 2006 um 09:55 Chris(Quote)
Olaf: Mißbräuchliche Nutzung der Lichthupe… Manchmal ist die Polizei so gemein und stellt dafür extra eine Kontrolle auf und zieht die Leute raus.
21. September 2006 um 14:05 topas(Quote)
@Panama Jack: Ja, natürlich war das zu Studentenzeiten…. äh… ist natürlich noch immer (fast) die Regel… 10Tacho-km/h drüber sind bei einer Tachoabweichung von 5% halt rund 3-?km/h Abzug, also in dem Bereich wo nicht ausgelöst wird. Dafür bin ich aber so ehrlich, dass ich auch bei den bekannten stationären Blitzern so schnell fahre und nicht wie einige Helden durch den ort bretter, dann vor dem Blitzer auch erlaubt minus 20km/h abbremse, nur um dann wieder zu beschleunigen. Und das mit dem Taxi bezog sich natürlich auch auf die Sitzuation, dass ich ein Limit übersehe (passiert halt)
21. September 2006 um 16:30 Deneriel(Quote)
@Panama Jack:
Das meine ich ja: Wenn da 70 steht fahr ich auch ca. 70 und nicht ohne triftigen Grund 50. Die Kurve geht übrigens mit 83
@Olaf & Chris: Naja, wenn mir jemand entgegenkommt und doppelt aufblendet weiß ich Bescheid und seh erstmal zu daß meine Geschwindigkeit der Vorgabe entspricht. Hier in der Gegend wird allerdings eher gelasert als geblitzt.
@Nit: Die Übersetzung für WAF kannte ich noch nicht. Das Verhalten trifft auch auf die Coesfelder und Borkener Bauern zu. Bloß nicht die 50er Linie auf dem Tacho erreichen.
Dazu kommt zumindest in Coesfeld “Stadt” die grüne Welle – die funktioniert bei exakt 65 km/h einwandfrei. Leider hat jemand vergessen die 70-Schilder aufzustellen sodaß es eine rote Welle wird.
Wenn man die Ampeln sauber abpasst schafft man es auch 2-3 mit 50km/h zu nehmen, die erste direkt bei dem Wechsel von Orange auf grün, die 3. beim Wechsel von Grün zu Orange. Leider hat man zu 98% wieder nen Rentner oder Bauern vor sich die meinen: 30-40 reicht doch auch.
@roxic: Verdammt, bald ist ja schon wieder Oktober – dann kommen wieder die H-Schluffen drauf. Schleichen ist angesagt.
21. September 2006 um 17:07 Bensch(Quote)
Die meisten Taxifahrer, die ich erlebt, denken genauso wie du früher! Daher nutze ich nicht gerne Taxis. Diese scheiß Raserei geht mir nämlich furchtbar auf den Sack!
14. April 2009 um
[...] war vor etwa 10 Jahren, ich war damals leider genauso nah dabei, hier hab ich darüber geschrieben: taxi-blog.de/wordpress/verkehrt/790/das-gestandnis/. Schlimm genug, aber weder Delbrück noch 5 [...]