Und noch ein Unfall…

“I’ve seen him crashing! Twice!”

Na, wer erkennt das leicht modifizierte Songzitat? Spreeblicks Johnny darf nicht mitraten, der kennt bestimmt jedes Lied auswendig… ;)

Aber eigentlich wollte ich ja keinen Quiz veranstalten, sondern euch davon berichten:

Schepper!

Während ich so gemütlich zu Dienstbeginn von Wewer über die B1 nach Paderborn rolle, kommt der abgebildete BMW von der B64 aus Richtung Höxter. Am Ende der Abfahrt rutscht ihm das Heck weg und er schleudert mit der Front in die Leitplanken. Danach noch ein Dreher und mit dem Heck in die Planke…

Glücklicherweise wurde der Fahrer nicht verletzt, andere Verkehrsteilnehmer waren auch nicht im Weg. Der BMW hat allerdings derartig viel abbekommen, daß es mit Sicherheit ein Totalschaden ist.

Tja, blöd gelaufen. Passiert täglich dutzendfach auf Deutschlands Straßen.

Aber wir sind ja hier im Taxi-Blog, da darf der Bildungsauftrag nicht zu kurz kommen!

(jetzt wirds länger, deshalb auf “weiterlesen” klicken!)

Wie kam es also zum Unfall?

1. Die Fahrbahn war feucht und rutschig. Der Asphalt ist dort wirklich scheiße, speziell bei Nässe. Deshalb ist dort auch max. Tempo 60 erlaubt, teilweise (eventuell nur bei Abfahrt Richtung Salzkotten, ich schau demnächst mal nach und ergänze es dann hier) mit Zusatz “bei Nässe 40 km/h”.

Auch im Interesse des Geldbeutels sollte man sich dort an die Geschwindigkeitsregeln halten. Die Polizei lasert dort regelmäßig und man überlegt (ob des großen “Erfolgs”) gerüchteweise die Aufstellung eines stationären Blitzers.

2. Die Reifen auf der Hinterachse des BMW waren, ähem, nicht optimal. Vorne noch gutes Profil, hinten war wohl so grade noch die gesetzliche Mindesttiefe vorhanden. Gebraucht gekauft, weil der Wagen eh bald weg sollte. Krasser Fehler.

Bei JEDEM Auto gehören die besseren Reifen nach hinten. Wenn die vordere Achse die Haftung zum Asphalt verliert, geht es schlimmstenfalls geradeaus. Kurz anbremsen und der Wagen ist wieder lenkfähig. Im schlimmsten Fall rauscht man mit der Front in ein Hindernis und alle Sicherheitseinrichtungen kommen optimal zum Einsatz. Knautschzone, Gurte und Airbags verhindern dann in der Regel schwere Verletzungen und schlimmeres.

Wenn die hintere Achse keine Haftung mehr aufbauen kann, ist kein Wagen mehr auf der Straße zu halten. Ein unkontrollierbares Schleudern ist zwangsläufig, der Aufprall erfolgt dann meist an einer schlechter geschützten Stelle. Seitlich gegen den Brückenpfeiler ist ganz, ganz böse…

Wer es nicht glaubt, kann es ausprobieren:

Nimm ein Matchbox-Auto und pappe einen Klebestreifen so an die Hinterräder, daß diese sich nicht mehr drehen können. Nun mit Schwung über eine glatte Fläche schieben und die Schleuderei beobachten. Das gleiche mit abgeklebten Vorderrädern und der Wagen bleibt in der Spur.

Ich höre schon das Gegenargument: “Aber bei Regen müssen die Vorderreifen mehr Wasser verdrängen, der Hinterreifen fährt doch in der schon freigeräumten Spur…”.

Nö, nur bei absoluter Gradeausfahrt wäre das so. Und dann ist Aquaplaning eh ungefährlich, einfach auskuppeln. Kritisch wirds erst beim Lenkeinschlag und dann sind die Hinterreifen eben nicht mehr in der Spur!

3. Der Fahrer hat am Ausgang der Kurve in den zweiten Gang runtergeschaltet. Dabei ist der Wagen mit dem Heck ausgebrochen.

Für die Haftung an der Hinterachse bei heckangetriebenen Fahrzeugen ist es relativ uninteressant, ob man mit quitschenden Reifen anfährt oder bei zu hoher Geschwindigkeit einen kleinen Gang einlegt. Die Physik ist da gnadenlos. Prof. Dr. Matthias Risch hat dazu ein sehr ausführliches PDF erstellt: Der Kamm’sche Kreis

Kurz erklärt: Man denke sich einen Kreis und male vom Mittelpunkt vier Pfeile.

Nach unten für die Bremskraft, nach oben für die Beschleunigung und nach rechts und links für die Lenkkräfte.

Die Länge des Pfeiles ist von der aufgewendeten Kraft abhängig. Wenn ich also grade soviel Gas gebe, daß die Räder so eben nicht durchdrehen, geht der Pfeil nach oben bis zur Kreislinie. Wenn die Räder quitschend durchdrehen, geht der Pfeil darüber hinaus, die Haftung zur Straße ist ausserhalb des Kreises reduziert (siehe Burnout bei Motorrädern, null Vortrieb!). Gleiches gilt für alle anderen Pfeile, mit 180 durch enge Kurven bedeutet auch da haftverlust, ebenso eine Blockierbremsung. Alle ausserhalb des Kreises und damit eine stark reduzierte Haftung an der Straße.

In diesem Fall ist durch den schlechten Asphalt der Kreis kleiner als gewöhnlich. Durch die Kurvenfahrt war auch der Pfeil in Richtung “rechts” ziemlich groß. Deshalb reichte das runterschalten (Pfeil nach unten ohne Eingreifmöglichkeit für das ABS) aus, um das Schleudern einzuleiten.

4. Jetzt kommt mein Fehler… Bei der Absicherung der Unfallstelle habe ich Mist gebaut.

Für die B1 war mein Taxi mit geöffneter Klappe (geniale Idee von Mercedes, das Warndreieck so zu verstauen!) natürlich zur Sicherung ausreichend. Während der BMW-Fahrer mit der Polizei telefonierte, habe ich mit seinem Dreieck die Abfahrt der B64 gesichert. Dazu hätte ich meine Warnweste anziehen müssen, Eigensicherung ist an einer solchen Stelle oberstes Gebot… Leider fiel mir das erst ein, als ich wieder auf dem Rückweg zur Unfallstelle war.

Ab dann war ich allerdings vorschriftsmäßig mit dem da bekleidet (“one size fits all” ist eine Lüge!):

Waaaaaaaaaarnweste!

So eine Weste kostet übrigens keine fünf Euro (auch schon gesehen für 1,99) und sollten in keinem Fahrzeug fehlen.

Bei mir im Taxi liegen drei davon. Eine gehört mir und zwei gehören für Cheffe zur Grundausrüstung des Fahrzeugs. Genauso wie ich vorher kein Taxi mit Weste gesehen habe, hat er wohl noch nie einen Fahrer gehabt, der sich sein Exemplar mitgebracht hat… :D

Auf jeden Fall ist jeder, der beruflich mit einem Fahrzeug unterwegs ist, verpflichtet eine Warnweste mitzuführen! Jeder! Und das mir keiner weint, wenn die Berufsgenossenschaft Schwierigkeiten macht, wenn er ohne über den Haufen gefahren wird!

Und als Belohnung dafür, daß Du so lange durchgehalten hast gibt es jetzt die Lösung fürs Eingangsrätsel.

Die Originalzeile lautet: “I’ve seen her naked! Twice!” und kommt im Lied “Good Weekend” auf dem Album “Bang Bang Rock and Roll” von Art Brut vor. Absoluter Hörtipp, geniale Scheibe!

Und noch eine Empfehlung: Sicherheitstraining!

Alle “Weisheiten” von oben habe ich bei zwei ADAC-Kursen “erfahren”. Die beiden Tage waren so prägend, daß ich mich nach über 15 Jahren immer noch an die “Basics” erinnere. Die Kursgebühren haben sich wahrscheinlich schon mehrfach bezahlt gemacht, gönnt Euch das auch mal. Es lohnt sich!

43 Antworten zu “Und noch ein Unfall…”

  1. rant machine? sagt:

    Taxifahrer machen Spass [Nachtrag]

    Ja, mehrsinnig. Also, gestern abend bin ich mit Torsten vom Taxi-Blog gefahren und es war sehr nett. Leider nicht die Riesenstrecke, aber dafür haben wir an meinem Zielort dann noch zwei, drei Minütchen gequatscht. Ich kenne jetzt vermutlich sogar sc…

  2. Max sagt:

    Jo, ich habe es schon gesehen, daß du in einen Unfall “verwickelt” warst. Dein Taxi hat scheinbar doch nix abbekommen? Ihr musstet sicherlich lange warten, weil die Polizei irgendwie mit dem “Putzen” an der Bahnhofsstrasse beschäftigt war?! Und du hättest ja nach dem Absichern der Unfallstelle und dem obligatorischen Test, ob alle Insassen des Unfallwagens gesund sind, weiterfahren können.

  3. der_simon sagt:

    Soweit ich weiß sind die Warnwesten doch seit Anfang des Jahres für *alle* Pflicht, oder?

    Danke für die Verkehrsbelehrung, nicht dass du demnächst dem Röhrl Konkurenz machst. ;)

    Der Simon

  4. Torsten Bentrup sagt:

    @Max: Langsam wird mir mein Blog unheimlich. Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, daß ein Leser innerhalb der 45 Minuten ausgerechnet dort vorbeifährt?

    Nein, ich war nicht in den Unfall verwickelt. Der BMW war etwa 100 Meter vor mir als es passierte.

    Ich bin solange geblieben, damit dort nicht noch mehr passiert. Ein Warndreieck für zwei “Zufahrten” ist einfach zu wenig. Der schwarze BMW ohne Beleuchtung bei Dämmerung war mir zu gefährlich.

    Die Polizei hat tatsächlich lange gebraucht. Während wir warteten fuhren zwei Streifenwagen mit Blaulicht auf die B64 Richtung Höxter und die komplett eingesaute Bahnhofsstraße hat wohl die restlichen Einsatzkräfte gebunden. Ich hab mir übrigens Sorgen gemacht, daß ein Taxi unserer Zentrale dafür verantwortlich sein könnte. Die erste Straßensperre sah ich genau an der Zufahrt zur Zentrale… War aber wohl ein Bus, der großflächig seinen Diesel verteilt hat!

    Die Frage: “Geht es Ihnen gut, sind Sie verletzt?” waren übrigens selbstredend meine ersten Worte.

  5. Torsten Bentrup sagt:

    @der_simon: Soweit ich weiß, ist die Pflicht in der Planung, aber wohl noch nicht gültig. Trotzdem sollte einem die Sicherheit die paar Groschen wert sein. Kaufen kann man die Westen in jedem Zubehörgeschäft und an vielen Tankstellen. Machen!

    Zugegeben, wenn es um Sicherheit geht bin ich ein bischen pedantisch (ich hoffe mal, ich kam nicht zu oberlehrerhaft rüber). Bei meinem früheren Arbeitgeber habe ich einen fürchterlichen Unfall erleben müssen. Drei Tote (zwei Teenager und der Fahrer des Taxis) machen sehr schmerzhaft bewußt, wie gefährlich Autofahren sein kann. Das werde ich nie vergessen!

  6. Marc sagt:

    Mich betrifft die Lehrstunde als Motorradfahrer eher nicht, ABER: Ich hatte auch schon 4 BMWs und kann nur sagen, gerade bei diesen Wagen (Heckantrieb, aber Motor nicht auf der angetriebenen Achse) ist die Neigung zum Ausbrechen des Hecks viel stärker, als bei einem Auto mit Heckantrieb, wo der Motor auch hinten sitzt. Ich weiß das weil ich unter anderem auch 2 Käfer gefahren habe.
    Die sind mir nie hinten ausgebrochen… kann natürlich auch an der PS Leistung gelegen haben… ;)

    Glücklicherweise ist dem Fahrer nichts passiert.

    Achso: Und einem Freund von mir ist das im Hönnetal (im schönen Sauerland) schonmal genau dasselbe passiert. Übrigens auch ein BMW. Brauche ich ja nicht zu erwähnen.
    Die sind gefährlich die Dinger. :-)

  7. dergerd sagt:

    Habe mit 18 auch ein Fahrtraining bei BMW ;-) gemacht. Das ist wirklich was fürs Leben, sollte jeder mal erlebt haben, wie es ist, wenn ein Wagen ausbricht ohne aber gleich in ein Hinderniss einzuschlagen. Oder Vollbremsung ohne ABS – auch geil, besser als Kirmes ;-)

  8. Malte sagt:

    Guter Artikel!

  9. Eddi sagt:

    Das war spannend. Ich bin noch ganz fasziniert von diesem fesselnden Bericht.

    Und morgen erzählst du uns, wie du mal einen komplizierten Fehler bei einem Fernsehgerät gefunden hast. Bütte, bütte….

  10. daniel sagt:

    wow, das nenne ich wirklich mal Bildungsauftrag erfüllt ;-)
    Seeeeehr intressant zu lesen. zumal ich auch immer mit abgefahrenen Reifen unterwegs bin und die “guten” reifen auch immer vorn habe. *ähem (allerdings kommt mein auto auch nicht über tempo 120 raus und ist ein fronttriebler)

    war da nicht auch mal was mit breiten reifen? bei denen die bodenhaftung bei nässe im vergleich zu schmalen reifen dramatisch einbricht?

  11. Starkiller sagt:

    Das war wirklich sehr schön zu lesen. Meinen statistischen Totalschaden hab ich auch schon hinter mir, bin in diesem Falle aber beeindruckt das sich ein Auto bis zum Totalschaden zerlegen kann, dem Fahrer aber nichts passiert.

    Noch was, du wirst jetzt sagen das es selbstverständlich ist, aber trotzdem Hut ab dafür das du nicht einfach weiter gefahren bist, ich kann mir ziemlich gut vorstellen was einem in so einem Moment durch den Kopf geht.

  12. Kittyluka sagt:

    Also der Artikel gehört auf jeden Fall in die Rubrik “Gutes von Gestern”. Wirklich klasse und sehr informativ, werde mir zu Hause auch erstmal meine Hinterreifen beaugapfeln…

    Ansonsten muss ich sagen großen Respekt an dich. Als ich einen Unfall hatte, hat keiner angehalten, bzw. erst nach ca. 10 Minuten. Was viel zu lange ist, wenn man sich kaum bewegen kann. Ebenso auch, dass du so lange da warst. Beruhigend, dass es auch noch diese Art von Menschen gibt. Du bekommst einen Keks :)

  13. torschtl sagt:

    Kittyluka… wenn man nicht stehen bleibt bekommste von 6 Monaten auf Bewährung bis zu 2 Jahren alles… ich als Mitglied des BRKs sogar bis zu 5 Jahre… also IMMER stehen bleiben, nichts ist wichtiger als Menschenleben

  14. Dennis sagt:

    Och Mensch, da wollte ich grade das Rätsel mit “I’ve seen her naked, twice!” (sofort erkannt) auflösen und ganz am Ende wird schon aufgelöst… ;-(

  15. Nik sagt:

    So eine mobile gelbe Blinkleuchte macht sich auch noch ganz gut zur zusätzlichen Absicherung. In gewissen Situationen kann man nicht auffällig genug sein.

  16. hamburger sagt:

    Zum Thema Sicherheit kann sich die Hamburger Polizei an Dir noch ein Beispiel nehmen!
    So wird zwar in jeder Taxikontrolle darauf geachtet das die Warnweste vorhanden ist, aber die Polizisten selbst tragen sie bei der Unfallsicherung in den wenigsten Fällen.
    Da sie jetzt noch dunkel Blaue, fast Schwarze Uniformen tragen kann man sie Nachts schon mal gut übersehen…
    Aber was solls sie fahren ja auch ohne Blaulicht und Martinshorn über rote Ampeln…(erst am Wochenende wieder gesehen!)
    Da wundert man sich das soviele Unfälle passieren!

    Sehr guter Bericht Torsten!

  17. sdf sagt:

    ps: jungen menschen (weiss die grenze nicht genau, vermutlich 21 oder 25) bezahlt die krankenkasse oft die adac-sicherheitstrainingskosten. die aok hat mir damals jedenfalls die kosten erstattet.

  18. Nachtfalke sagt:

    eine kleine, nicht ernst gemeinte Frage…:

    Auf der Strecke gilt überall 60, aber du stehst genau vor einem 70-Schild. Wie kann das?

    AUf jeden Fall aber einmal Danke für die Verkehrssicherheitstipps! Sowas sagt einem die Fahrschule nicht (jedenfalls nicht mir). Vielleicht sollte man ein Verkehrssicherheitstraining zur Pflicht für den Führerscheinerwerb machen. Zumindest im Bereich der Berufskraftfahrerei (also bei dir und mir und sovielen hier) macht das Sinn. Man denke an die sog. “Sprinter”unfälle.

  19. Kittyluka sagt:

    So bitteschön… hast es nochma als Bild :)

    http://www.endigma.de/blog/serendipity/index....

  20. Jean Pierre sagt:

    Die Sache mit den Matchbox-Autos hast Du auch im ADAC-Fahrsicherheitstraining gelernt, oder? Die kam mir doch gleich bekannt vor ;)

    Ich kann solch ein Training auch wirklich jedem empfehlen — ich habe mein erstes Training gemacht, da hatte ich schon fünf Jahre den Führerschein und eigentlich das Gefühl, mein Auto im Griff zu haben. Pustekuchen. Nach dem Training wusste ich, dass ich bis jetzt einfach nur Glück in brenzligen Situationen hatte.

    Für Führerscheinneulinge gibt es beim ADAC sogar Rabatt, eine einführende Veranstaltung (ca. 3 Stunden) kostet ungefähr 50 Euro, die sich wirklich lohnen.

  21. Andre Heinrichs sagt:

    Die Sicherheitstipps fand ich gut, davon darf’s auch gerne mehr sein. Wenn ich mal irgendwann ganz viel Zeit hab (also dann, wenn ich meinen Jahresurlaub am Stück nehm), ill ich auch mal ein Sicherheitstraining machen. Das klingt ziemlich interessant, was man da so drüber hört.

  22. PiLLe sagt:

    Habe vor etwa einen Jahr ein Fahrsicherheitstraining gemacht (9 Stunden). Kostenpunkt: Für mich 17 EUR, den Rest hat die BG gezahlt.

    Seither traue ich mir auch zu, auszuweichen, statt nur zu bremsen. Man muss halt wissen, das bei ungeübten Fahrern der Blick aufs Hindernis nahezu zwangsläufig zum Einschlag im Hindernis führt – was man anstarrt, trifft man auch.

    Allerdings (hrhr) haben wir mein Auto auf der Schleuderplatte nicht ins Schleudern bekommen. Es ruckte kurz, dann fuhr die Karre in die neue Richtug schnurgerade weiter. Waren “gerade eingefahrene” (500 km alte) Reifen und nur 33 kW unter der Haube.

    Mein nächstes Auto braucht allerdings zumindest ABS. Da ist man ja auf nasser Gleitfläche wenigstens nicht immer das Negativbeispiel (Kurz: Meine Karre hat auf der Beschleunigungsspur nur 40 draufbekommen. Die Anderen sollten 50 fahren. Trotzdem haben ALLE anderen die Kurven besser geschafft als meiner einer (siehe Kamm’scher Kreis ).

  23. Torsten Bentrup sagt:

    @eddy: Ich habe leider nie einen komplizierten Fehler in einem Fernsehgerät gefunden… Deswegen bin ich ja nicht mehr Radio- und Fernsehtechniker! ;)

    @daniel: Je breiter der Reifen, desto mehr Wasser muß (bei ansonsten gleichen Bedingungen) verdrängt werden, um nicht aufzuschwimmen (Aquaplaning). In diesem Fall wars recht egal, die Straße war nur feucht und glitschig.

    @Starkiller: Ist doch selbstverständlich! ;) Und demnächst erzähl ich die Geschichte, wie ich innerhalb von 14 Tagen dreimal erster am Unfallort war. Das war dann auch zweimal mit Verletzten.

    @Kittyluka: In die Rubrik kommt er morgen! :D Herzlichen Dank für den Keks, den heb ich mir für nachher auf.

    @Torschtl: Auch als Taxifahrer brauchst Du nicht auf mildernde Umstände hoffen, wenn Du wg. unterlassener Hilfeleistung vor Gericht stehts. Es gibt schlicht keinen Grund, nicht zu helfen.

    @Nachtfalke: Geh mal auf http://www.paderborn.de/stadt/stadtplan/stadt... und gib ins Straßensuchfeld “Frankfurt” ein. Dann den ersten Suchtreffer anklicken. Beim roten Kreis war der Unfall, er kam von der Bundesstraße unten rechts und hat die erste Abfahrt genommen. Auf der Abfahrt ist 60 (event. 40 bei Nässe), das Schild gilt erst nach verlassen der B64.

    @Jean Pierre: Stimmt. Das tolle am Sicherheitstraining war, daß man nicht wie in einer Vorlesung alles vorgekaut bekommt, sondern wirklich “erlebt”. Es bleibt einfach viel mehr hängen.

  24. Ben sagt:

    Sollten die “besseren” reifen nicht auf der Angetriebenen Achse sein? ein Fronttriebler nigt hatl nunmal nicht sosehr dazu hinten auszubrechen da er von vorne in seine Spur wieder hineingezogen wird, und klar auch ein Fronttriebler schiebt bei nasser fahrbahn zu schnell in der kurve geradeaus…. ist aber leichter wieder einzufangen.

  25. Ben sagt:

    @Hamburger: Es kann Durchaus sein das die Polizisten bereits Jacken haben die laut Vorschrift zur Verkehrsabsicherung taugen, da ist keine Zusätzliche Warnweste mehr nötig… welche Kriterien das jetzt genau sind weiss ich nciht aber ich denke es war irgendwas mit 2 rundum durchgehenden reflexstreifen in weiss und gelb, aber ganz genau weiss ichs auch nicht.

  26. Matze sagt:

    Moin,

    klasse Erläuterung.

    Ich hasse Taxifahrer mit Ahnung! :)

    Scherz! Nur im besten Sinne gemeint.

    Matze

  27. genevainformation sagt:

    Hah, da gibt es ein wunderbares Buch: “Die obere Hälfte des Motorrades” – das einzige Buch, das ich mir zweimal (wegen neuer Auflage) ganz bewußt gekauft habe: ISBN 3613019957

    Bernt Spiegel schreibt genial und erläutert Dinge wie den Kamm’schen Kreis wirklich gut. Nicht nur für Motorradfahrer :-)

    Ich selber fahre Motorrad und zwei Daimler (aber nie zur selben Zeit), und so richtig Probleme mit ausbrechenden Hinterachsen hatte ich noch nicht – und das, obwohl ich im Alpenvorland wohne und hier wirklich Berge sind. Aber vielleicht liegt das auch daran, daß wir selten dieses “Glitsch”-Wetter haben – meistens friert es dann richtig und dann weiß man in welchen Kurven man aufpassen muß. Was einige (Einheimische..die immer wieder vom plötzlich auftretenden Winter überrascht werden) nicht davon abhält, sich näher mit dem Graben zu beschäftigen.

  28. Tom sagt:

    Stimme den Meinungen zum Fahrsicherheitstraining voll zu. Mein Training hat eine japanische Autofirma gesponsert (Su….). Der Abschluß waren zehn “RennRunden” auf dem Sachsenring! Da ging die Post ab. Aber ernstlich, ich überlege schon einige Zeit, ob ich es nach ca. 5 Jahren nicht wiederhole -trotz oder gerade wegen 38 Jahren unfallfrei gefahren!

  29. PlayStar sagt:

    I’ve seen her naked! Twice! I’ve seen her naked! Twice! …Got myself a brand new girlfriend… *sing*

    *Art Brut wieder rauskram*

  30. Chris sagt:

    Die neuen Polizei-Uniformen haben aber auch mehr Reflektor-Streifen als die alten. Erheblich mehr. Im dunkeln sind die eigentlich (meinem Empfinden nach) gut zu sehen.

    Allerdings könnten sie wirklich gerne die Weste anziehen. Vor allem am Tage hilft es doch. DUnkelblau fällt nicht so auf wie Quitschgelb. ;)

  31. Nadine sagt:

    Aber Taxifahrer fahren doch echt meist wie die bekloppten, letztens gesehen wie zwei Taxen ineinander geknallt sind, weil beide wie die Irren gefahren sind.

  32. NewEnergy sagt:

    Ich find’s ja immer wieder klasse, dass man hier so schön für’s Leben lernen kann. Das war mal wieder einer von diesen Beiträgen. Sehr schön! Danke für den physikalischen Exkurs!

    Greetinx; NE

  33. Helmut sagt:

    Ich rate meinen Kunden (angestellt im KfZ.-Handel) auch immer dazu.
    Weniger gute Reifen nach hinten. Denn wenn dich die Hinterachse überholt, ist eh alles zu spät.

  34. brilliantic sagt:

    Auch im Interesse des Geldbeutels sollte man sich dort an die Geschwindigkeitsregeln halten. Die Polizei lasert dort regelmäßig[...].

    Also ich denke eher mal sollte im Interesse des Geldbeutels nicht langsamer fahren, weil die Polizei lasert, sondern weil gerade ein noch so kleine Rumpler an den Bordstein, ein kurzer Ausflug in den Graben oder ein Rumms gegen einen festen Gegenstand ein mehrfaches der Strafe für Geschwindigkeitsübertretung kostet. Gegen die Reparaturkosten und den Wertverlust des Autos sind die Kosten für zu schnelles Fahren ein Klacks.

  35. Balu sagt:

    Danke fuer die Tipps und ich habe schon ewig ein Sicherheitstraining auf meiner TODO-Liste. Ich nehme das mal als Anstoss endlich eins zu machen.

    Bei Autos mit Vorderradantrieb haette ich die “guten Reifen” vorne als besser vermutet, aber das mit dem Schleudern stimmt natuerlich.

    Ein Bekannter hat sich mit seinem einen Monat alten BMW etwas aehnliches beim Auffahren auf die Autobahn geleistet. Leichter Regen, neue Fahrbanmarkierung, Hinterradantrieb und Unterschaetzung der Motorpower haben damals dazu gefuehrt, dass er sich auf dem Beschleunigungsstreifen gedreht hat.

    Nur gut, dass der durch eine Leitplanke vom Rest der Bahn getrennt war – sonst waere er quer ueber die Bahn in die Mittelplanke geschleudert – und es war sehr viel Verkehr.

    Balu

  36. Atanur sagt:

    Hey Balu,

    du meinst gedriftet? Hat gegenlenken nichts geholfen? Na ja, manchmal knall ich auch so in Kurven dass das Gegenlenken schon zum Anschlag ist und der Wagen grad noch abgefangen wird. Aber das sind echt so Situationen wo ich am Folgetag die Reifen austausche, weils Gummis zu hart ist und die nichts mehr taugen.

  37. giallo sagt:

    Noch nie so einen scheiß gelesen!
    wenn man die schlechten Reifen vorne montiert und dann ins rutschen kommt und noch bloderweise in die Eisen geht- dann ist ende der Fahnenstange. Der Kübel rutscht geradeaus!!
    Und erklär mir mal bitte, wenn man M+S Reifen drauf hat und Frontantrieb und dann noch die besseren hinten montiert – wie kommt man dann sicher auf einen tief verschneiten Berg hoch???

    So ein Scheiß

  38. taxi-blog.de » Blog Archive » Horrornacht sagt:

    [...] ist um Haaresbreite genau so ein Unfall (wie hier verlinkt) passiert. Und auch noch fast an der gleichen Stelle und unter sehr ähnlichen [...]

  39. Joe sagt:

    Torsten, sowas wie den kammschen Kreis lernt man leider nur im Motorsportumfeld kennen. In der theoretischen Führerscheinausbildung? Völlige Fehlanzeige! Hinzu kommt noch der feste Glaube daran, daß ABS, ASR, ESP und foo die möglichen Kurvengeschwindigkeiten erhöhe. Ergebnis: Kaum ist dann der Grip mal unter 1, dann knallt es.

  40. Marco sagt:

    Aber das mit “die guten Reifen hinten” gilt nur für Hecktriebler, oder? In der Werkstatt wurde mir nämlich gesagt, die guten sollen vorne sein (beim Fronttriebler).

  41. jo sagt:

    giano: Schlechte Reifen sollte man gar nicht montieren. Und was den “Scheiß” betrifft: Vielleicht solltest du dein Halbwissen ein wenig weniger offensiv verbreiten. Das wirkt nämlich eher peinlich.

    Marco: Nein, das gilt auch für Fronttriebler. Bei Yahoo gibt es eine Kurzerklärung:

    Reifen mit ausreichendem Profil unterstützen die Fahreigenschaften ihrer jeweiligen Achsen. Die Vorderachse eines Fahrzeugs ist vor allem für die Übertragung der Lenk- und Bremskräfte auf die Straße zuständig. Die Hinterachse hingegen sorgt für die Spurstabilität des Fahrzeugs, gute Reifen dort können Übersteuern und Schleudern in nassen Kurven oder auf schlechten Straßen verhindern.

    Ausnahme: Reiner Stadtbetrieb. Steht auch bei Yahoo. Wobei, siehe oben. Es bleibt also dabei: neue Reifen gehören nach hinten, schlechte entsorgt.

  42. Enno sagt:

    Das ADAC Sicherheitstraining lohnt nicht nur wegen dem allgemeinen Verhalten von Autos was man beigebracht kriegt, sondern auch, weil man sein Auto einfach besser kennen lernt.

    Ich fahre z.Zt. als einen 12 Jahre alten SEAT Arosa ohne ABS und dergleichen und habe mit dem auch an einem solchen Training teilgenommen und bisher gab es 2 Sitationen wo es mir wirklich geholfen hat keinen Unfall zu bauen.

    Das erste Mal war es sehr früh morgens, ich musste/wollte zum Bahnhof und von dort zum Flughafen. Die Nacht und auch den Morgen hat es geregnet und die Straße war dementsprechend nass und rutschig. Auf dem Weg zum Bahnhof gibt es eine Stelle, bei der man unter den Gleisen herfährt, leider ist diese Unterführung nicht breit genug für zwei Fahrzeuge und wenn man zum Bahnhof will muss man die entgegenkommenden vorlassen.
    Die gesamte Straße ist mit 30 als Höchstgeschwindigkeit deklariert und schneller bin ich auch nicht gefahren, als ich mich der Unterführung nährte und runterbremsen wollte, merkte ich, dass bei leichtester Bremsung die Räder blockierten. Im Normalfall bremse ich runter und fahre dann langsam in die Unterführung, aber durch die blockierenden vorder Räder konnte ich nicht lenken und wäre frontal gegen die Wand der Unterführung gekracht. Dank ADAC wusste ich aber, dass ich die Bremse lösen muss, dann lenken und dann wieder bis zum Stillstand bremsen. Da dort auch ein Feldweg war, habe ich mein Auto dorthin buksiert und bin dann nach einer kurzen Atempause noch vorsichtiger zurück gefahren.

    Die zweite Situation war jetzt im herrlichen Winter, ich bog von einer gut geräumten Straße auf einen Feldweg ein und merkte nur, wie sich mein Heck langsam verabschiedete. Auch hier hat wieder das im Sicherheitstraining gelernte geholfen und ich konnte den Wagen abfangen und konnte weiterfahren.

    Ich weiß auch definitiv, dass ich wenn ich mir einen neuen Wagen kaufen werde, mein Wissen beim Fahrsicherheitstraining auffrischen werde, da es dort einfach sicherer ist, das alles zu lernen.

  43. caminhao usado sagt:

    caminhao usado…

    taxi-blog.de » Blog Archive » Und noch ein Unfall……

Kommentar schreiben