Straight
Neben mir an der Ampel steht ein VW Passat mit britischem Kennzeichen. Er will rechts ab, ich gradeaus. Ich habe eine Ampel vor der Nase, er könnte eigentlich fahren…
Tut er aber nicht, sondern wartet brav, bis die Ampel grün wird.
Erst wollte ich ihm mitteilen, daß die Ampel nicht für ihn gültig ist.
Mein erster Gedanke: “You’re allowed to drive, this traffic lights are only for straight people!” hab ich dann allerdings sehr schnell verworfen.
Man will ja nicht unbedingt Streit heraufbeschwören!
18. April 2006 um 08:57 Required(Quote)
LOOOOOOL
Dummerweise musste ich gerade so laut lachen, dass sich alle zu mir umgedreht haben.
18. April 2006 um 10:14 MichiK(Quote)
Etwas ähnliches hatte ich mal, als ich mitten in der Nacht mit dem Fahrrad unterwegs war. An einer Kreuzung stand mutterseelenallein ein Auto vor einer roten Ampel. Die Ampel gilt nur für die Gradeaus- und Linksabbiegerspur, rechts kann man vor der Ampel abbiegen. Aus der Richtung wird die Ampel über eine Induktionsschleife geschaltet, die natürlich nicht unter der Rechtsabbiegerspur verläuft. Man kann dort also vor der roten Ampel warten, bis einem der Sprit ausgeht – am Arsch der Welt ist nachts ja kein Verkehr.
Ich bin dann neben das Auto gefahren und habe vorsichtig ans Fahrerfenster geklopft. Der Fahrer – Klischee: Opa mit Hut – hat dann erstmal schnell die Tür von innen verriegelt und sich dann schließlich doch überwunden, die Scheibe ein paar Zentimeter runterzukurbeln und zu fragen, was los wäre. Als ich ihn dann darauf hingewiesen habe, dass er ruhig fahren kann, weil die Ampel für ihn nicht gilt, zuckelte er dankbar mit 30-40 km/h über die Landstraße zur Autobahn…
18. April 2006 um 11:27 Emma(Quote)
tztz….dass Engländer aber auch nie richtig "straight" sind. Kein Wunder dass die sogar falsch im Auto sitzen
18. April 2006 um 11:30 Peter(Quote)
Straight ist gut..
18. April 2006 um 11:40 Michael(Quote)
"…for people going straight."
Damit sollte das Gemeinte *halbwegs* anspielungsfrei rueberkommen.
Nebenbei: interessiert dich, wie es bei einer Tax-Kollegin in New York City zugeht? Sie ist schon eine mittlere Beruehmtheit in Amerika, mit Fernsehauftritten und einem Buchvertrag.
Melissa Plauts Text- und Fotoblogg "New York Hack"
http://newyorkhack.blogspot.com/
Sie erlebt aehnliche Krisen wie du, allerdings nimmt sie die weitaus weniger gelassen, sonder mehr mit Haaren auf den Zaehnen und reichlich Kraftausdruecken – eine echte New Yorkerin halt. Sehr lesenswert.
Gruesse aus den USA, drive safely, and keep blogging!
18. April 2006 um 15:31 Christian Nobis(Quote)
Was mich ja immer wieder erschreckt ist, wenn ich neben mit einen Briten fahren sehe und dort scheinbar keiner am Steuer sitzt…. Schock!
Ein Blick auf das Kennzeichen löst den Schockt dann meist ein wenig…
Bis denne denn
Christian
19. April 2006 um 07:47 Werner(Quote)
Ich weiss nicht wie genau das Wort in England gehandhabt wird. Ich hatte mal einen Engländer als Englisch-Lehrer. Der hat uns erklärt, dass "Gay" in England (zumindest vor 30 Jahren. Heute immer noch???) nur "ein wenig verrückt, lustig" bedeutet. Er habe, weil er nie im Ausland war, nur diese Bedeutung des Wortes gekannt.
Dann sei er mal auf einem Austauschjahr in USA gewesen und dort habe er im Lehrerzimmer zu einem seiner Kollegen gesagt: "…our director is very gay…". Innert Sekundenbruchteilen sei es mucksmäuschen still im Raum gewesen und alle hätten ihn ganz gross angeschaut.. Sei da kenne er auch noch die andere Bedeutung des Wortes….
Aber die Ampel wäre sicherlich ein Test gewesen um dies, oder den Britischen Humor zu testen.
19. April 2006 um 15:36 topas(Quote)
@Christian:
Noch besser ist es, als Beifahrer in so einem Auto zu sitzen (war letztens per Leihwagen in Irland unterwegs). Nach dem 10. Griff nach dem Lenkrad (und somit ins Leere) hat man sich dran gewöhnt, die Füße merken auch, dass kein Pedalwiderstand ist (weil da keine Pedale sind). Nur die rechte Hand will gewohnt hin und wieder mal auf dem Schalthebel ruhen, und wird sofort vom Fahrer energisch weggedrückt.
21. April 2006 um 01:26 Ellen(Quote)
Mein Vater wurde einmal von einem englischen Geschäftspartner in London am Flughafen abgeholt. Am Wagen angekommen ging dieser auf die rechte Seite, schloss auf und öffnete die Tür. Mein Vater fand das ausgesprochen höflich, sagte "thank you" und schob sich an ihm vorbei um Platz zu nehmen.
Erst wunderte er sich darüber, dass sein Geschäftspartner die Tür nicht schloss sondern an der Seite stehen blieb. Dann bemerkte er dessen offenen Mund. Während er noch versuchte, sich über das unerklärlich merkwürdige Verhalten klar zu werden, drangen das Lenkrad vor ihm und die Pedale in sein Bewustsein. …..
Die Geschäftsbeziehung verlief trotzdem sehr gedeilich aber noch Jahre später nahm mein Vater einen merkwürdigen Seitenblick, gefolgt von einem Kopfschütteln seines Kollegen wahr.