Blaulichtfahrer
Nach meinem gestrigen Erlebnis und unter erhöhtem Adrenalinspiegel hab ich mal wieder das Wort “Blaulichtfahrer” verwendet. Das Wort ist erstmal so neutral gemeint, wie es geschrieben steht. Also einfach eine Zusammenfassung aller Berufsgruppen, die ihr Leben riskieren, um im Zweifel meins oder Deins zu retten und dafür mit Blaulicht und Sirene Wegerechte einfordern müssen.
Da dieses Wort aber im negativen Kontext steht, möchte ich mal die eigenen und erzählt bekommenen Erfahrungen der letzten Monate (seit Karfreitag 2009 achte ich naturgemäß mehr darauf und wir reden auch unter Kollegen über jede Beobachtung) berichten.
Feuerwehr und Rettungsdienste verhalten sich hier in Paderborn (soweit beobachtet) ausschließlich vorbildlich. Wie nach Lehrbuch. Sichere Einfahrt in Kreuzungsbereiche, verantwortungsbewusste Geschwindigkeitswahl. Einfach toll und ein Riesenlob wert!
Und soweit mir bekannt, ist es seitdem auch zu keinen ernsthaften Unfällen mehr gekommen. Im Gegenteil, vor einigen Monaten konnte ich live beobachten, wie ein Notarzteinsatzfahrzeug durch seine Vorsicht aktiv einen Unfall vermieden hat.
Ich stand an zweiter Stelle an der Ampelkreuzung Diebesweg/Detmolder und wollte rechts Richtung Innenstadt. An erster Stelle mit Fahrtrichtung gradeaus stand ein Privatfahrzeug.
Wer die Stelle kennt (GoogleMapsLink): Die Sicht nach rechts ist rund einen Kilometer weit völlig frei einsehbar. Nicht die geringste Sichtbehinderung.
Und von dort kam der Notarzt. Durchgängig mit Blaulicht und einige hundert Meter vor dem Kreuzungsbereich auch mit Martinshorn. Eigentlich war es schlicht unmöglich, ihn zu übersehen.
Unsere Ampel schaltete auf Grün als der Einsatzwagen noch etwa 50 Meter entfernt war. Und der Vollpenner im Privatwagen fährt in aller Seelenruhe los, Kollisionskurs.
Aber trotz der perfekten Sichtverhältnisse konnte der Fahrer des NEF problemlos runterbremsen, ausweichen und die Fahrt zum Einsatzort fortsetzen. An der Stelle hätte ich nicht einmal ein ersthaftes Argument bringen können, warum man dort nicht mit Vollgas (bei Blaulicht und Sirene) fahren sollte. Ausser natürlich, daß man immer mit der Bräsigkeit und Dummheit anderer Verkehrsteilnehmer rechnen muß.
Bei der Polizei ist das anders. Die fallen immer wieder mit grenzwertigen Fahrmanövern auf. Da wird ohne jede Signalisierung über rote Ampeln gefahren, entgegen Einbahnstraßen oder es wird völlig unvorhersehbar die Richtung oder Spur gewechselt. Es vergeht kaum eine Woche und definitiv kein Monat, in dem ich ein solches Verhalten nicht beobachte.
Dafür mag es im Einzelfall gute Gründe geben. Die Polizei ist ja nicht ausschließlich zu Unfällen unterwegs sondern kümmert sich auch um Verbrechen. Und während Unfallopfer selten flüchten, kommt das bei Kriminellen schon häufiger vor. Verfolgungsjagden oder Anfahrten an die Orte der Verbrechen sind natürlich am besten unauffällig und zügig zu erledigen.
Aber, und das ist ein großes ABER: Geschwindigkeit tötet. Wenn ich unauffällig, also ohne Sondersignale irgendwohin will, darf die Geschwindigkeit nicht so hoch sein, daß dabei Menschen (sowohl im Streifenwagen als auch bei unbeteiligten Verkehrsteilnehmern) ernsthaft zu schaden kommen können. Eine Einschätzung, die sowohl der Gesetzgeber als auch die meisten Richter bestätigen.
Und das vergessen offensichtlich immer wieder einzelne Polizisten.
Genau das Gleiche würde ich allerdings auch gerne ein paar meiner “Kollegen” mit den schwarz-gelben Dachleuchten sagen. Raserei, um ein paar Euro pro Schicht mehr zu machen ist noch um Längen dämlicher. Und jeder Taxifahrer mit Hirn weiß das und verhält sich danach. Ärgerlich, daß es auch noch die “anderen” gibt.
19. Mai 2010 um 07:38 Norbert(Quote)
Schöner Beitrag
Aber irgendwie haben wir beide nicht miteinander gesprochen (ist das schon so lange her? *g*) Denn ich kann leider 2,3 Vorkommnisse mit Feuerwehr oder Rettungsdienst aufzählen, wo man sich eher auf sein Glück als auf seinen Menschenverstand verlassen hat.
Übrigens eine weitere Stelle mit “grandiosen” Aussichten ist die Wollmarktstr./Borchener Str.!
19. Mai 2010 um 07:41 Norbert(Quote)
Sorry:
Was jetzt nicht heißen soll, das alle böse sind. Ansonsten kann ich mich dem restlichen Beitrag nur anschließen.
Ich finde im Bezug auf Raser unter Kollegen und anderen LKW-, PKW- oder sonstigen Fahrern war die “Blitz”-Aktion von vor 2 oder 3 Wochen Samstagsnacht um 3 Uhr ganz praktisch
19. Mai 2010 um 08:08 Torsten Bentrup(Quote)
Stimmt, unsere Schichten sind irgendwie nie gleichzeitig. Man sieht sich höchstens mal persönlich beim Schichtwechsel. Die Vorkommnisse darfst Du mir aber auch gerne über die bekannten Kommunikationskanäle schildern.
An der Wollmarkt/Borchener hat man ja noch den Vorteil, daß die Einsatzkräfte üblicherweise von oben (Wache Süd) kommen. Um denen aus der Wollmarktstraße kommend in die Quere zu kommen, muß man erstmal eine Fahrspur überqueren. Aber für einen gehörigen Schreck reichts aus (war bei mir gestern ja straßentechnisch genauso. Wäre der Streifenwagen Richtung Marienplatz gefahren, wäre es schlimm ausgegangen).
Ich hätte auch noch ein paar üble Stellen.
Mit nächtlicher Ampelabschaltung massiv gefährlich ist es, aus folgenden Straßen zu fahren:
Kasseler Straße oder Hathumarstraße auf den Inneren Ring
Ich mag es ja, wenn es wenig Ampeln gibt. Aber während irgendwelche albernen Fußgängerampeln in Wohngebieten rund um die Uhr in Betrieb bleiben ist es an diesen Stellen schlicht lebensgefährlich. Wenn ein Fahrzeug auf dem Ring die zulässigen 50km/h überschreitet, hat man kaum eine Chance, ihn rechtzeitig aus den Kurven kommen zu sehen.
Eine Kollegin sah mich neulich an der Hathumarstraße und fragte über Funk:
“Hospitalismus?”
Muß ein bißchen dämlich ausgesehen haben. Ich nach vorn übers Lenkrad gebeugt und mit dem Kopf mehrfach rechts und links pendelnd. Ist aber die einzige Möglichkeit, um dort rauszufahren ohne jemand im Querverkehr auf dem Heierswall (maps.google: http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_...) zu übersehen (überhöhte Geschwindigkeit ist dort nachts keine Ausnahme, eher üblich).
Das auf der Detmolder alle paar Tage gelasert wird ist zwar ganz nett. Aber das ist in meinen Augen kein Gefahrenschwerpunkt. Paderwall/Heierswall wäre Nachts meine Empfehlung.
19. Mai 2010 um 08:21 MichiK(Quote)
Ich weiß nicht, ob es Statistiken zu dem Thema gibt, aber ich denke mir, zu einem guten Teil hängt das auch mit der Gewöhnung bzw. Erfahrung der jeweiligen Fahrer ab. Ich sehe häufig Rettungswagen/Notarztfahrzeuge mit Blaulicht – das ist beim Rettungswagen häufig, beim Notarzt eigentlich immer die normale Art, sich zum Einsatzort zu bewegen, d.h. die Fahrer sind hier jeden Tag regelmäßig mit Sonderrechten unterwegs.
Streifenwagen hingegen cruisen in aller Regel gemütlich durch die Stadt und das Blaulicht wird längst nicht bei jeder Fahrt benötigt. Der einzelne Polizist fährt also längst nicht jeden Tag mit Sonderrechten und entsprechend groß ist die Gefahr, dass er dann in den “Jetzt hab ichs aber mal eilig, also lasst mich hier durch!”-Modus umschaltet und die Blaulichtfahrt so richtig auskostet.
Interessant ist es dann auch noch, die Feuerwehr zu beobachten, zumindest bei uns auf dem Dorf. Die fährt nur alle paar Wochen überhaupt mal raus und wenn sie es eilig hat, dann auch dauerhaft mit Musik, auch nachts um 3. Die sind sich der Gefahr vielleicht noch eher bewusst und gehen dementsprechend auf Nummer sicher und sorgen dafür, dass man sie auf keinen Fall übersehen/überhören kann.
Wobei wie bereits weiter oben schon genannt, bei Rettungsdienst und Feuerwehr ja der Fall eher selten ist, dass man sich “unauffällig” anschleichen will, um Einbrecher o.ä. nicht zu warnen. Eher im Gegenteil ist hier möglichst viel Geräusch, das auf weite Strecken hörbar ist, für die Hilfsbedürftigen gut, denn die wissen so, dass Hilfe bereits auf dem Weg ist.
19. Mai 2010 um 08:32 Torsten Bentrup(Quote)
Danke MichiK, eine sehr einleuchtende Erklärung für weitere Aspekte in den Unterschieden zwischen den Berufsgruppen. Das spielt auf jeden Fall eine Rolle.
19. Mai 2010 um 08:57 j4r(Quote)
sag doch mal steel bescheid, vielleicht kann er ja über die polizeiinternen wege etwas anstoßen
19. Mai 2010 um 09:24 Norbert(Quote)
Ja ich meld mich mal nachher oder so bei dir:D aber ich fahr schon die letzten 4 Wochen auch Nachtschicht, nur du machst immer frei:P
Zur Wollmarktstr: Deine Idee trügt. Gerade weil sie von oben kommen und du aus der Wollmartstr. kommst, kann es gefährlich knallen, weil der Verkehr auf der Borchener ja rot hat, sodass der “Blaulichtfahrer” (um deine Überschrift zu klauen) in den Gegenverkehr kommt und dich somit ungehindert rammen kann.
Zum Thema Detmolder und Laser: Das war schon gemein, nachts um halb 3 an nem Samstag haben se sich direkt hinter der Baustelle (in der ja nur 30km/h erlaubt sind) aufgestellt. Ich glaube ein Busfahrer (von dem hab ich gehört) und etliche Kollegen waren darüber sehr traurig.
Aber wie gesagt, wir reden hier (zum Glück!!) noch von der goldenen Ausnahme der Regel
19. Mai 2010 um 12:56 l0mEx(Quote)
Also ich bin auch bei der Feuerwehr. Allerdings in Osnabrück.
Bei uns gibt es das nicht. Nachts sind die Trötten auf geraden Strecken aus um die Anwohner nicht zu verschrecken, werden bei roten Ampeln aber IMMER angemacht.
Für genervte Anwohner ist folgender Text übrigends ganz nett:
http://www.lghachen.de/zum-nachdenken/zum-nac...
Zudem fahren wir, selbst bei gut einzusehenden Kreuzungen, fast mit Schritttempo rein, sofern die Ampel rot ist.
Ich kann allerdings die Beobachtungen der Polizei entsprechend voll unterstreichen. Das ist hier in Osna nicht anders.
19. Mai 2010 um 15:12 F.(Quote)
Ich war hier seit einem halben Jahr nicht mehr. Schön, dass es dir anscheinend wieder besser geht
19. Mai 2010 um 15:19 Taxi224(Quote)
Die “anderen” kurbeln damit aber auch die Wirtschaft an, denn sie brauchen regelmäßig neue Autos. Der Kunde ist doch nicht so wichtig
19. Mai 2010 um 15:28 dokmok(Quote)
Eine Hommage an die “Blauen”… Es gibt einige Einsatzlagen, die eine stille aber dennoch zügige Anfahrt erfordern…
Ok, das war das halb herzige Suchen nach einem Grund… Sonst möchte ich einmal festhalten: Auch wo Polizei draufsteht muss sich an die StVo halten (in dem Rahmen)… Es sollte nur einmal mehr darauf hingewiesen werden.
19. Mai 2010 um 19:52 hook(Quote)
Es ist ein Irrglaube, dass “man” zum Überfahren von roten Ampeln, fahren entgegen der Fahrtrichtung, Geschwindigkeitsübertretungen etc. pp. zwingend “Blaulicht” und “Horn” braucht.
Diese Befugnisse ergeben sich aus dem nicht anzeigepflichtigen Sonderrecht.
“Blaulicht und Horn” ordnen den anderen Teilnehmern an “[...] sofort freie Bahn [...]” zu schaffen.
Eine Gefährdung darf natürlich nicht stattfinden, erhebliche Eingriffe in den “Verkehrskomfort” schon.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderrechte
http://de.wikipedia.org/wiki/Wegerecht_(Stra%C3%9Fenverkehrsrecht)
19. Mai 2010 um 20:29 münchner(Quote)
möglich, dass man das missachten der StVO nicht anzeigen braucht – aber dadurch andere gefährden darf man sicher auch nicht.
gängig hier im tiefen süden: nachts um 3 gelten rote ampeln für den wagen von der rennleitung nicht mehr…
19. Mai 2010 um 22:31 senf(Quote)
@hook: Sonderrechte bedeuten, dass man die StVo auf eigene Gefahr missachten darf (Geschwindigkeit, Parken, Einbahnstraßen etc. pp.), Wegerechte, dass der restliche Verkehr, wenn möglich, Platz schaffen sollte.
Ein Zitat von deinem Wikilink: “Ohne Sondersignalanlage dürfen Sonderrechte (insbesondere das zu schnelle Fahren oder Abweichen von üblichen Fahrmanövern) aufgrund der möglichen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nur besonders restriktiv wahrgenommen werden.” Ich setze hier mal gleich: “Ohne aktivierte Sondersignalanlage…”. Die Quintessenz dieser ganzen Paragraphen etc. pp. ist ja eigentlich, dass man schneller, aber auch vernünftiger Fahren soll. Ich weiß ja nicht, wie du “Erhebliche Eingriffe in den “Verkehrskomfort”" definierst, allerdings ist es meiner Meinung nach schon ein gefährdender Eingriff, wenn jemand seine Reifen aufs Spiel setzt, weil er mit vollem Tempo auf einen zu hohen Gehsteig ausweicht. Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, ich bin selbst RDler, aber oftmals ist es einfacher, etwas weniger Druck auf die anderen Verkehrsteilnehmer auszuüben. Die Reaktionen sind dann besser und man sorgt nicht für zig Kollateralschäden. Zumal der Zeitgewinn durch solche gefährlichen Maneuver, wie hier von Torsten beschrieben, marginal ist. Einmal abbremsen und beschleunigen weniger – das schont vll die Umwelt, aber keineswegs das Zeitkonto. Es stresst lediglich die Bürger, den Einsatzfahrer und führt zu einem Mehr an Unfällen. Bei uns ist es so: Wenn ein RDler während dem Dienst einen Unfall verursacht bzw. in einen verwickelt ist, ist er für den Rest des Dienstes freigestellt. Nicht weil unser Leiter den Typ nicht mehr mag… sondern weil festgestellt wurde, dass der Schock eines solchen Ereignisses auch routinierten Personen noch ein paar Stunden in den Knochen sitzt. Die Folge davon ist, dass die Unfallgefahr nochmals erhöht ist. Ich würde jetzt mal dreist behaupten, dass auch “Beinahe-Unfälle” ähnliche Folgen haben (hier ist die Frage, ob der Polizist Torsten überhaupt bemerkt hat). All das sorgt dann nur dafür, dass mit diesem ganzen Zirkus eins nicht erreicht wird: Der eigentlichen Auftrag, der Bevölkerung helfen, wird schlechter erledigt. Diese ganze Blaulichtgeilheit (falscher Begriff, ich find das Horn schlimmer ^^) von Personen, die es nicht so oft verwenden (oder zu oft) ist im Endeffekt eine gefährliche Sache. Bei einem wendigen BMW der Polizei mit guten Bremsen mag es sicher noch anders ausschauen als bei unseren Fahrzeugen mit 3,5t aufwärts und dementsprechenden Bremswegen, aber Geschwindigkeit bleibt Geschwindigkeit und: Ich glaube kaum, dass ein Polizist soviel bessere Reaktionszeiten hat wie ein RDl/FWler.
Und zum Thema Pol/RD/FW: Ich denke in jedem Verein gibt es schwarze Schafe. In dem ein oder anderen Verein halt ein paar mehr
Hab noch nie ein Einsatzfahrzeug des RD/FW gesehen, dass zum Spass und ohne Sonder/Wegerechte die StVo einfach so grob missachtet hat. Kann natürlich Betriebsblindheit meinerseits sein. Dagegen ist die Polizei hier bei uns, oder zumindest wenn gewisse Personen Dienst haben, grundsätzlich immer zu schnell unterwegs. Also 70-80km/h statt 50km/h, innerorts. Oder auch mal 140km/h auf der Landstraße, statt wie der Rest 120km/h. Bei letzterem Beispiel war es ein Polizeifahrzeug, das dem Kennzeichen nach einen kleinen Ausflug gemacht hat, es kam aufjedenfall nicht aus der näheren Umgebung. Mich ärgert bei solchen Sachen halt, dass der Normalo-Bürger bei solchen Aktionen zurecht kräftig Blechen darf. Die Polizei hingegen hat da wenig zu befürchten. Ich glaube kaum, dass ein Polizist einem Kollegen eine Strafe wgn überhöhter Geschwindigkeit austeilt. Natürlich kann es auch sein, dass die Herrschaften das ganze berechtigterweise machen/gemacht haben. Dann hab ich nichts gesagt; Ansonsten find ich das ganze etwas unfair
19. Mai 2010 um 22:55 Mad55(Quote)
@senf
Das beweist doch nur wieder: Alle Menschen sind gleich, nur manche sind gleicher als gleich.
Und ich muss auch zugeben, dass ich als Privatmann eigentlich nur mit den Vertretern der Rennleitung in Sachen Blaulicht bundesweit negative Erfahrungen gesammelt habe. Hingegen hatte ich immer den Eindruck, dass sowohl RD/FW/THW etc. immer alle lieber ein wenig defensiver gefahren sind, wenn sie die Disco an hatten.
19. Mai 2010 um 23:02 hook(Quote)
@senf
Jaein!
Du hast den Satz: “Die Sonderrechte werden so insgesamt durch Fahrphysik (und daraus resultierender Rechtsprechung) begrenzt.” sicherlich im Wiki übersehen.
Im Ergebnis stimme ich Dir zu.
Ich denke, dass die gefährlichen Manöver mit dem Gewicht des Fahrzeuges abnehmen. Alleine weil kleinere Fahrzeuge (egal ob NEF, ELW, Streifenwagen etc) den Fahrer eher in einer trügerischen Sicherheit wiegen.
Von den Fahreigenschaften (gerade Beschleunigung) und der höheren Verantwortung den Mitfahrern gegenüber mal abgesehen.
22. Mai 2010 um 08:00 docmok(Quote)
und wenn doch jemand mal erwischt wird: “Dann schreiben wir das zurecht…”
27. Mai 2010 um 13:02 Robart(Quote)
Ich hab meinen schlimmsten Unfall vor ca. 15 Jahren in so einer Situation erlebt, also als “Zeuge”.
Innenstadtkreuzung, rote Ampel, ich erster, hinter mir ein BMW mit lauter (also wirklich lauter) basslastiger Musik. Kurz vor dem Umschalten der Ampel hörte ich Martinshorn, fuhr deshalb nur bis an die Sichtlinie und sah in einiger Entfernung einen Gerätewagen der FW. Dem hinter mir gings zu langsam, er gab heftig Gas und zog mit quietschenden Reifen links an mir über die Gegenspur vorbei… direkt vor den FW-Wagen, der natürlich ungebremst über die Kreuzung wollte (ich stand ja, eigentlich war frei…). Knapp 50m weiter kamen die dann zum stehn, der BMW war halb unter dem LKW. Beifahrer und der Typ hinten waren verletzt, für den Fahrer wars da schon zu spät, den mussten sie rausschneiden.
Gab dann auch ein Gerichtsverfahren, der FWler wurde frei gesprochen. Der Richter war der Ansicht, dass er unter den gegebenen Umständen nicht damit rechnen musste, dass ein weiteres Fahrzeug verkehrswidrig in die Kreuzung einfährt. Die gesammelten Punkte des BMW-Fahrers und meine Zeugenaussage bzg. der Musiklautstärke und des Ablaufs haben ihn wohl noch bestärkt.
1. Dezember 2011 um
[...] zum Vollständigen Artikel: http://www.taxi-blog.de/wordpress/verkehrt/2823/blaulichtfahrer/ [...]