Geld zurück im Puff?

…sowas gibts grundsätzlich nicht. Zumindest habe ich sowas in fast 12 Jahren Taxifahren nicht einmal erlebt oder erzählt bekommen.

Was ich heute nacht allerdings erlebt habe, ist sogar noch eine Nummer heftiger.

Meine Fahrgäste hatten gegen Mitternacht ein “dringendes Bedürfnis” und wollten in ein Bordell einige Kilometer von Paderborn entfernt. Während der Fahrt ging es dann um die Verhandlung des Fahrpreises. Natürlich incl. Rückfahrt nach Hause, damit man vor Ort nicht drauf achten muß, das das Geld noch für den Rückweg reicht… ;)

Wir wurden uns einig, vor der Tür des Etablissements wechselten ein paar Scheine den Besitzer.

“Kommst Du noch mit rein? Wenn keine netten Mädels da sind, fahren wir gleich weiter!”

Gesagt, getan. Im Hauseingang wurden wir von der Thekenbedienung empfangen: “Hmm, ich schau mal, ob die Mädels kommen…”. Fünf Minuten später kam sie zurück und meinte: “Sorry, wir haben ein paar Probleme… Die Frauen streiken, ich kann nichts für Euch tun! Tschüss!”

Sooo einfach wollten meine Fahrgäste sich aber nicht abwimmeln lassen. Sie entfachten eine längere Diskussion (freundlich, aber hartnäckig), die immer wieder in der Frage gipfelte: “Ihr habt immer bis 5 Uhr auf! Wer zahlt denn jetzt das Taxi?”.

Irgendwann verschwand die Bedienung mit den Worten “Moment, ich klär das mal grade. Wartet hier!”. Keine drei Minuten später kam sie mit ein paar Scheinen zurück und zahlte die komplette Hin- und Rücktour!

Ich bin fast zusammengebrochen. Meine Erwartung war ungefähr 0 Euro, eine nette Geste wären vielleicht 20 Euro gewesen…

Aber den vollen Taxipreis? Unglaublich.

Das dürften die ersten Bordellgänger gewesen sein, die Geld zurückbekommen haben, welches sie (dort im Puff) nichtmal bezahlt haben…

12 Antworten zu “Geld zurück im Puff?”

  1. Erik sagt:

    Sehr kulant! Wie hoch war denn Hin- und Rückfahrt gewesen?

  2. Uwe Keim sagt:

    21 Euro ;-)

  3. Torsten sagt:

    Nichtmal warm… War ne gute Nacht! Mehr Details möchte ich mal aus Datenschutzgründen nicht rausrücken…

  4. Stefan sagt:

    Mich schockiert eher, dass es “einige Kilometer von Paderborn” ein Bordell gibt :-)

  5. Torsten sagt:

    Ähem, ich verweise da mal auf mich selbst und den Artikel Domina-Day. Noch erwähnenswert wäre das Eros-Paradiese (gegenüber vom früheren Bienenkorb) und diverse Clubs im Umland wie Sande, Sennelager, Schlangen, Kohlstädt, Bredelar, …

  6. denise sagt:

    stefan du würdest staunen wo es sowas gibt! wir sind hier voll in der pampa aber auch bei uns sind bordell fahrten am wochenende immer wieder dabei, und es gibt nicht nur ein ziel, ich glaube es sind mind. 3 in etwa 45 min bis 1 stunde fahrzeit zu erreichen.

    hätten die kunden die fahrt nicht bezahlt gekriegt wären sie nicht wiedergekommen. dürfte einfach nur der gedanke sein, daß die so trotzdem zufrieden waren und sicher bald wieder vorbei schauen ;)

  7. alix sagt:

    @denise: ” … daß die so trotzdem zufrieden waren …”
    vielleicht zufrieden, aber nicht befriedigt :) ))

  8. Stefan sagt:

    Das ist schon wirklich selten, dass ein Fahrer Geld bekommt, um unliebsame Gäste zu entsorgen kenn ich ja, aber dass “Gäste” Geld bekommen ist mir neu, waren die vielleicht schon negativ bekannt?

  9. Torsten sagt:

    Taxikostenrückerstattung, energisch eingefordert (weil aus “höherer” Gewalt innerhalb der normalen Öffnungszeiten kein “Verkehr” möglich war). Die Gäste waren schon absolut im Rahmen.

  10. Andreas sagt:

    Hmm. Ein Streik im Puff? Das widerspricht aber nun wirklich meinen Vorstellungen von Arbeitswirklichket im Bordell. Warum? Nun, hier steht´s: http://37sechsblog.de/?p=176
    Frohes Neues!

  11. Keksmädchen sagt:

    Da fällt mir nur eins ein: *FEIX*

  12. j :: Geld zum Fenster…., Geld verbrannt….., Geld vernichtet…… - Berlin: Millionen-Investitionen für EDV … :: January :: 2008 sagt:

    [...] schon immer höre. Als wenn das Geld verloren wäre. Nein, ist es nicht. Klar, man hätte ja auch gar keinen Auftrag vergeben müssen. Dann wären die 120 Millionen noch in der Kasse von Land und Bund. [...]

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