Danke und so…

Zuerstmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spender!

Alle Infos dazu und den aktuellen Spendenstand gibts auf der Spendenseite. Ihr seid wirklich genial. Mit einer solchen Resonanz hätte ich nie gerechnet! Sehr schön auch die vielen lieben Worte bei den Verwendungszwecken.

Einen ziemlich bitteren Text über die schlechten Erfahrungen der letzten Wochen verstecke ich mal hinter dem -weiterlesen-.

Die gute Nachricht der letzten Tage: Die Wohnungsauflösung wird wesentlich stressfreier als erwartet. Ursprunglich hatte ich geplant, mit einer Handvoll Freunden einen Termin zu finden und alles in Eigenregie rauszuräumen. Die Probleme beginnen bei der Terminfindung und enden noch lange nicht bei der fehlenden Transportkapazität. Und mit Bulli leihen, Entsorgungskosten, Essen und Trinken für die Helfer, etc. wäre es auch ziemlich teuer geworden. Stattdessen habe ich die Räumung bei my-hammer.de eingestellt und gegen 10 Uhr kommen ein paar Leutchen, die mir die ganze Arbeit für 125,– und das Recht, alles gefundene zu verkaufen abnehmen. Geld und Nerven gespart.

Weniger gut war dagegen die Durchsicht von Mutters Aktenordnern. Während ihrer zweiten Ehe hat sie sich leider dazu hinreißen zu lassen, bei einigen Hausbaukrediten mitzubürgen. Da Ehe und Hausbau grandios schief gelaufen sind, versuchten in den letzten Jahren die Banken immer wieder über Mutter an ihr Geld zu kommen. Schlappe 35.000 Euro, der letzte Brief vom Sommer zeugte immerhin von der Bereitschaft, sich mit 10.500 Euro zufriedenzugeben… Ich werde also nächste Woche losziehen und das Erbe offiziel ablehnen, um diese Schulden nicht übernehmen zu müssen. Naja, der einzige Effekt ist, daß die paar hundert Euro auf ihrem Konto damit wohl auch weg sind. Da muß ich aber noch recherchieren, ob man da die Bestattungskosten gegenrechnen darf.

Die Rechnung für die Bestattung ist inzwischen auch da. Und sie bestätigt alle Vorurteile…

Die Überführung vom Vincenz-Krankenhaus nach Neuhaus (etwa 5-7 Kilometer) kostete eine “Grundgebühr” von EUR 95,– für die “Gestellung Überführungsfahrzeug”. Für die “Überführung” an sich wurden dann nochmal EUR 55,– fällig. Dazu nochmal “Bestattungsgehilfen pauschal” für EUR 95,–. Dann natürlich noch die “Nutzung des Abschiedsraums zur Unterstellung” für EUR 130,–. Nicht zu vergessen die “Bürokostenpauschale” von EUR 110,–.

Jedem Schlüsseldienst würde man solche Wucherpreise um die Ohren hauen! Für EUR 485,– hab ich 20 Minuten “Beratung”, die Überführung (kranker Vergleich, aber ein “ach so teures” Taxi hätte keine 15,– gekostet) und die Aufbahrung in einem garagengroßen Raum bekommen. Das die “Trauermusik” bei meinem Abschied alle paar Minuten ausgesetzt hat… Geschenkt!

Über die EUR 1.200,– für einen Sarg zur Einäscherung (Listenpreis rd. 1.500,–, auf mein Nachfragen direkt runtergegangen) will ich mal nix sagen…

Gibt es eigentlich eine Anlaufstelle, um die Rechnung mal überprüfen zu lassen? Verbraucherschutz?

Und bevor ichs vergesse, inzwischen kam auch der Brief von Adi GmbH, dem “Abrechnungsservice”, dem mein Bestatter jede Rechnung zwecks schneller Bezahlung übergibt…

Überschrieben war er mit “Ratenvereinbarung”.

Textzitate gefällig?

“Sie haben um eine individuelle Zahlungsvereinbarung gebeten. Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass, sollten Sie sich nicht an diesen Zahlungsvereinbarung halten, der jeweilige Restbetrag sowie eine dann von uns in Rechnung gestellte Bearbeitungsgebühr zur sofortigen Zahlung fällig werden. [...] Sollte uns die Einzugsermächtigung bis zu diesem Termin (Anm. d. Bloggers: 7 Tage nach Briefausdruck!) nicht vorliegen, gilt unser Ratenangebot als gegenstandslos (Anm. d. Bloggers: Ja, es war auch im Brief fettgedruckt!) und das Zahlungsziel von 21 Tagen als verbindlich.”

Kein Wort des Beileids, nichtmal geheuchelte Anteilnahme. 5 1/4 Zeilen mit Drohungen und eine Tabelle der Zahlungstermine… Den ganzen Brieftext habe ich um genau einen Satz gekürzt, der die Zeitdauer bis zur Beantwortung betraf. Und ja, die wussten genau, daß es um eine Bestattung geht.

Zur Zeit bin ich einfach nur angewiedert von allen Menschen und Firmen, die mit der Bestattung meiner Mutter zu tun haben und hatten. Ich würde wirklich gerne wissen, ob die beteiligten Personen wenigstens gut auf ihren Geldsäcken schlafen können. Wieder ein Teil meines Glaubens an das Gute im Menschen gestorben. Passt eigentlich…

33 Antworten zu “Danke und so…”

  1. Daniel sagt:

    Dem link zu “anjadirkes.de” auf der Spenderseite fehlt ein “http://”.

    Ansonsten kann ich Dir nur mein Mitgefühl aussprechen. Dein Ärger ist zu verstehen. Echt übel, was da noch alles mit dran hängt.

  2. Louffi sagt:

    Schau mal bei http://www.puetz-roth.de

    Aktuell hilft das jetzt nicht mehr, weil deine Mutter nun beerdigt ist. Aber Fritz Roth ist ein Trauerbegleiter und zugleich ein Bestattungsunternehmer, der versucht, genau diese Ausbeuter- und Abzockemanier in Deutschland abzustellen. Und du kannst ihn sicher fragen, ob er mal über die Rechnung drüberschaut, er ist wirklich ein ganz lieber Mensch.

    Als mein Vater starb, waren wir in der gleichen Situation wie du. “Läuten der Trauerglocke 5,-” Na toll. Zynischer gehts kaum noch – und bei Bekannten wurde die Mutter exhumiert, weil der Verdacht bestand, dass sie im Altersheim durch einen Pfleger zu Tode gekommen war. Da waren dann im Sarg die teuer berechneten Kissen und das Totenhemd gar nicht drin. Sie war nackt und bloß beerdigt. Nee, geh mir weg mit Bestattungsunternehmern.

    Ich fühle mit dir!

    (((Torsten)))

  3. Erik sagt:

    Krass. Für einen Sarg 1200 EURO zu nehmen… Von den restlichen Preisen will ich mal lieber nicht anfangen.

  4. Smou sagt:

    Bestattungen waren noch nie billig. Ein Sarg für 1200 € ist ja noch billig. Überführung kostet ne Menge Geld. Das ist bei Krankentransporten genauso. Da ist es auch egal ob 5 Kilometer dazwischen liegen oder 50. Ist leider so. Warum konnte mir auch nie jemand richtig sagen. Das bei einer Beerdigung schnell mal zwei bis dreitausend Euro zusammenkommen können ist leider auch vollkommen normal. Allerdings darf dann auch nichts schief laufen. Das die Musik immer wieder gestoppt hat: darf nicht passieren sowas. Bestattungsunternehmen gibt es solche und solche. Die einen machen alles richtig wie es sich gehört und bei den andern geht es eher um Geld als Begleitung und Beistand.
    Was ich um einiges schlimmer finde als die Kosten ist die fehlende Anteilnahme im Brief. Sowas gehört sich einfach nicht.

  5. Smou sagt:

    Nachtrag: ein Sarg muss eben bestimmte Anforderungen erfüllen. Das geht los mit Massivholz und hört damit auf dass keine Holzschutzmittel etc pp verwendet werden dürfen. Das alles treibt den Preis hoch. Ich denke mal nicht das MDF-Platten erlaubt sind, und wenn: würde man das wollen?

  6. Marc sagt:

    Kenn ich von der Beerdigung meines Opas. Drei Minuten vor Beginn der Trauerfeier wurde mein Vater nochmals zur Seite genommen “Wir kriegen noch 50EUR für die Sargträger”, die den Sarg zu zweit mit einem Elektrowagen rein und rausgefahren haben

  7. Jörg Weisner sagt:

    Torsten,
    ich kann Deinen Ärger gut verstehen. Bei dem, was Du erlebt hast, wäre mir auch die Galle hochgekommen.
    Ich hoffe die Friedhofskosten werden bei Dir nicht so zuschlagen.
    Als meine Mutter vor zwei Jahren starb, durften wir für das Grab auch noch ne ganze Stange Geld hinlegen. Da ist die Grabfläche teurer als das beste Bauland.
    Ich glaube eines der Probleme liegt darin, dass alles was mit Tod zusammen hängt, bei uns noch immer mit einem Tabu belegt ist.
    Und über den Preis eines Sarges feilscht man doch nicht, das wäre doch pietätlos – oder ???
    Schon aus diesem Grunde leistet Du mit Deinen Berichten hier auf Deinem Blog ein guten Dienst, diese Dinge aus der Tabuzone rauszubekommen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Nerven und keine weiteren negativen Überraschungen.

  8. homocarnula sagt:

    ach du gott

    (((thorsten)))

    wir hatten zum glück nicht die probleme bei der beerdigung meiner tante. hängt vielleicht mit dem bestatter zusammen der den namen “Göttlich” trägt. Alles perfekt, die urne sogar mit Pferdekopf, die Musik hat geklappt etc. Sind zwar auch so 3000 € zusammengekommen, aber wir hatten auch ne überführung von 350km.

    danke für den tip mit myhammer. das kommt grad irgendwie sehr passend, da wir auch vor dem problem stehen.

    ich würde gerne noch was tröstendes, aufbauendes sagen :) aber aus der erfahrung der letzten tage weiss ich (oder geh ich zumindest davon aus), dass nichts wirklich hilft. ich bin in gedanken bei dir.

  9. Torsten Bentrup sagt:

    @Daniel: Danke, habs korrigiert!

    @Jörg Weisner: Meine Mutter war da die letzten Jahre schon sehr pragmatisch und realistisch: “Feuerbestattung und anonymes Grab, alles andere kostet nur unnütz Geld.”. Sie wusste ja, das ich als einziger Angehöriger keinen Ort zum trauern brauche. Der Platz für die Urne kostet übrigens nochmal rd. 700,–.

    Tabu und Pietät: Grade weil man bei der Beauftragung eines Bestatters in einer emotionalen Ausnahmesituation ist, erwarte ich, daß dieser Zustand nicht ausgenutzt wird. Ich hoffe, jemand hat noch einen Tipp bzgl. Rechnungsprüfung. Wenn da wirklich Wucher zutage kommt und sich das Bestattungsinstitut dann nicht mit mir einigen will, werde ich Google noch den Namen mitsamt Tatsachenbericht vorwerfen…

    Grade habe ich die “Entrümpler” reingelassen. Das verpricht wenigstens völlig problemlos zu werden, die beiden machen einen hervorragenden Eindruck. Eine Sorge weniger.

  10. Leo sagt:

    Ach du dickes Ei… WIE teuer is das?

    Woher kommen denn diese Wucherpreise? Weil da niemand drüber redet?

    Sollte ich mal in solch eine Situation kommen, werde ich mir den Link von Louffi merken…

  11. pizzablogg sagt:

    Lieber Taxiblogger,

    Den Brief mit den Formulierungen drin, würde ich dem Bestatter um die Ohren hauen. Ich glaube es hackt wohl.

    Bei dem Preis allerdings, hast Du denke ich wenig Chancen. Leider befand ich mich vor ziemlich genau 2 Jahren in exakt der gleichen Situation wie Du. Einziger Verwandter/Schulden der Mutter/ Beerdigungskosten.

    Ich war damals immerhin so geistesgegenwärtig mir einen Bestattungsunternehmer empfehlen zu lassen. Und auch die Beerdigung war ähnlich: Beratung, Überführung aus dem Krankenhaus, Einäscherung, Urnenbestattung auf dem Friedhof.

    Die Trauerfeier war bescheiden (keine Musik oder Priester) aber nicht aus Geiz, sondern weil ich genau wusste, dass meine Mum die Kirche ganz ausdrücklich abgelehnt hatte und ihr auch der ganze scheinheilige Bohei der Trauerfeier zuwider gewesen ist.

    Ich musste lediglich das Grab, indem meine Großmutter lag, neu mieten, da meine Mutter entweder nicht mehr die Geldmittel hatte, das Grab für weitere 20 jahre zu mieten oder es vergessen hatte. Aber da ich ja ganz genau wusste, dass sie da liegen wollte und das Grab noch frei war – das musste einfach sein.

    Aber auch bei mir kam ein ähnlicher Betrag zusammen. Ich weiß daher nicht, ob Du da Wucher vorwerfen kannst.

    Allerdings hatte ich im Gegensatz zu Dir eine wirklich gute Beratung. Der Bestatter hat mir z.B. auseinandergesetzt, warum der Sarg für die Einäscherung so teuer ist. Er ist mit mir alles durchgegangen und ich hatte den Eindruck, er hat sich bemüht, im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten das beste rauszuholen. D.h. ich wusste vorher ziemlich genau, wie teuer da ganze wird und vor allem warum. Und er hat mit mir vorher, die Zahlungsmodalitäten vereinbart.

    Das ganze lief total freundlich und sehr angenehm ab (wenn man in dem Zusammenhang überhaupt davon sprechen kann). Das macht schon unheimlich viel aus.

    Im übrigen hast Du Dir mit der Räumung der Wohnung einiges erspart. Es ist schon ziemlich bitter, durch die Hinterlassenschaften eines Menschen zu gehen. Andererseits kamen auch Erinnerungsstücke zum Vorschein, für die ich ganz dankbar bin.

  12. Torsten Bentrup sagt:

    Die “Durchsuchung” der Wohnung habe ich mir schon angetan. Fotoalben, Briefe und einige andere Dinge wollte ich nicht entsorgen lassen, klar.

    Zum Preis: Mir war ja schon klar, in welchem Preisrahmen das Ganze ungefähr liegt. Bestatter ist auch ein Beruf, der durchaus gut bezahlt werden sollte. Ein schwerer Job (psychisch, aber sicher oft auch physisch), Bereitschaft rund um die Uhr, der Umgang mit Toten und der entsprechenden Tabuisierung in unserer Gesellschaft. Gutes Geld für gute Arbeit, auf jeden Fall.

    Aufgeregt habe ich mich über die detailierte Aufstellung mit mMn völlig überzogenen Pauschalpreisen, die in jeder anderen Branche den Firmen um die Ohren gehauen würden. Da werden keine Kosten oder Arbeitsleistungen abgerechnet, sondern man lässt sich z.B. das Büro oder das Auto über die Jahre -zigmal bezahlen. Ich sehe Pauschalen gerne, um dem Kunden einen kalkulierbaren Preis anzusagen, obwohl man vorher nicht genau kalkulieren kann. Bei leichten Fällen hat man Betrag X verdient, bei schweren Fällen zahlt man schonmal drauf. Wieso die Bürokosten nicht in den sonstigen Preisen einkalkuliert werden, ist mir ein Rätsel. Ich muß im Supermarkt ja auch keine anteilige Ladenmiete als Eintrittsgeld zahlen…

    Ab vom Thema: Überführungskosten bei Neuwagen ist auch so ein Ding, über das ich mich stundenlang aufregen kann.

    PS: Und für 110,– Euro pro Kunde sollte wenigstens eine Putzhilfe drin sein… Ich bin wirklich kein “Pingel”, aber der Staub auf diversen Dingen im Büro war schon kaum noch zu übersehen…

  13. matthias sagt:

    hmm ich will ja keine neuen probleme heraufbeschwoeren…. aber gehoert der wohnungsinhalt eigentlich zum erbe?
    wuerd mich echt mal interessieren in wie weit die angehoerigen da noch was nehmen duerfen wenn sie das erbe ablehnen.
    keine kritik ^^ ich will bloss wissen wie es gesetzlich geregelt ist.

    ansonsten noch alle gute!

  14. jonas sagt:

    ja ja die bestattungs lobby…
    hab mal einen bericht über särge aus pappe gesehn, die sind nur zum einäschern und kostet fast nichts. Der kerl der die entwickelt hat hat richtige drohungen von der bestatter-lobby bekommen die wollten sich nur nicht ihr geschäft ruinieren lassen. Also da stimmt ganz sicher was nicht. aber wie gesagt wenn es um den tot geht fangen die wenigstens an um den preis zu feilschen und das wissen die sicher auch.

  15. Nobby sagt:

    Schau dir mal die Serie “Six Feet Under” an, die ist diesbezüglich sehr passend.

  16. Omo sagt:

    [...] Im Taxiblog ist gerade ein Trauerfall eingetreten. Zum Jahresanfang ist seine Mutter gestorben (an dieser Stelle auch mein Beileid) und nun sieht er sich mit der ganzen Prozedur der Beerdigung konfrontiert. Da ich mich bisher noch nie mit diesem Thema auseinander setzen musste ist es für mich sehr interessant zu lesen wie der Ablauf ist und was für Kosten entstehen. Ich bin schon ein wenig geschockt was da so aufläuft. [...]

  17. Wasabi sagt:

    Naja… wenn man mal (ich kenn mich relativ in der Materie aus) bedenkt, dass so ein Sarg im einkauf ca. 1/10-2/10 des VK-Preises kostet, bzw. die Herstellung noch günstiger ist, da es sich meist um Importware aus den östlich angrenzenden Ländern zu Deutschland, teilweise sogar um Ware aus Übersee handelt, wird einem direkt schlecht, wenn man dann die Preise sieht, zu denen man sich das Zeugs andrehen lassen muss. Leider kann man den Sarg nicht irgendwo anders “günstig” erstehen und damit dann zum Bestatter gehen (“ich hab hier schon was vorbereitet….”).

    In diesem Sinne
    CU @all
    Wasabi

  18. Stonegribber sagt:

    “Naja, der einzige Effekt ist, daß die paar hundert Euro auf ihrem Konto damit wohl auch weg sind. Da muß ich aber noch recherchieren, ob man da die Bestattungskosten gegenrechnen darf.”

    Geh mit der Rechnung zur Bank, vom Guthaben was vorhanden ist kann man Bestattungskosten begleichen. Es ist egal ob man das Erbe annimmt oder nicht, bzw. ob Vollmachten oder ähnliches vorhanden ist.

  19. ToWi sagt:

    @Wasabi

    Das stimmt. Viel materiell kann man nicht vorbereiten. Was man allerdings machen kann, ist sich jetzt, wo man noch lebt ein wenig Zeit zu nehmen, und bei Bestattern ganz gezielt nach den günstigsten Angeboten zu “bohren” und die Ergebnisse ziemlich als konkrete Vorgaben im Testament nieder zu schreiben. Hat mein Onkel gemacht, das war meinen Eltern eine echte Hilfe, da sie dem Bestatter einfach nur sagen mußten, “hier sind die Vorgaben – machen Sie mal!”. Da konnte er seine guten Angebote für die edlen Särge mit Edelmetall-Griffamaturen und die gigantische Aufbahrung gleich wieder einstecken… :-)
    Denn das sind die Sachen wo das Geld gemacht wird. Sarg, Armaturen und Aufbahrung.

  20. Bettina von Mottenburg sagt:

    Hallo Torsten,

    der Verlust eines nahen Angehörigen ist immer schmerzvoll und versetzt einem in eine Art Ausnahmezustand. Geschäftstüchtige Bestatter nutzen das aus.

    Pietät steht heute bei einem Trauerfall nicht mehr so hoch im Kurs, hauptsächlich dann nicht, wenn es um Geld geht. Mit 3000,- Euro “all inclusiv” und “Leichenschmaus” ist man heute immer dabei, wenn man eine würdevolle Beerdigung wünscht und der oder die Verstorbene nicht einfach irgendwo anonym begraben werden soll.

    Aber auch im Bestattungswesen macht, “wir können auch billiger,” nicht halt. http://www.billiger-bestatten.de/Paketangebot...

    Solltest du Fragen haben ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist, bei der Bestattung deiner Mutter, wende dich doch mal an die zuständige Handwerkskammer.

  21. schuehsch sagt:

    Ohgottohgott. Das ist ja fast schon gruselig. Mein Beileid, auch wegen dieser Schnderei jetzt noch. Kann doch echt nicht wahr sein -_-

  22. pizzablog sagt:

    @Matthias: Bei uns war das so, dass theoretisch der Wohnungsinhalt zu Erbe gehörte. Nur haben sowohl die Bank als auch die anderen Schuldner abgewunken: Zuviel Aufwand, und es kommt zu wenig bei rum.

    Also haben wir halt die Wohnung enträumt. Hätte natürlich jemand Ansprüche erhoben, hätte er das Recht gehabt, den Wohungsinhalt nach Verwertbarem abzusuchen.

  23. Torsten Bentrup sagt:

    @Stonegribber: Herzlichen Dank für die Info, das wäre ja super!

    @pizzablog: Danke für die Info. Das lässt mich hoffen, daß Matthias’ Befürchtungen keine Probleme bereiten… Hoffentlich, jetzt isses zu spät.

  24. SunFire sagt:

    hmmm, fand die Kosten für den Sarg auch ein wenig überzogen. Als ich meinen Vater im November verloren habe, haben der Sarg und die Urne 650Euro bzw. 90 Euro gekostet. Allerdings gab es da auch Einäscherung-”Modelle” für 1200 Euro. Aber 1500 sind da echt schon happig.

  25. -thh sagt:

    @matthias: Natürlich, der gesamte persönliche Besitz des Verstorbenen gehört zum Erbe; wenn man das ausschlägt, erwirbt man auch kein Eigentum an Erinnerungsstücken und darf sie ohne Zustimmung des Berechtigten (das wird bei hoher Überschuldung idR der Fiskus werden, weil dann niemand das Erbe annimmt) nicht entfernen, alles andere ist in rechtlicher Hinsicht Diebstahl oder – vermutlich eher – Unterschlagung.

    Was den Text der Ratenzahlungsvereinbarung betrifft, dürfte der Dienstleister da mutmaßlich nur ein und denselben Vordruck für alle Fälle benutzen; und da Ehrlichkeit eine eher seltene Tugend geworden ist, halte ich den Versuch, sich möglichst abzusichern (und dazu gehört auch bei Nichterfüllung der Ratenzahlungsverpflichtung die Gesamtfälligstellung), für verständlich. Im Zweifel fressen umfangreiche Auseinandersetzungen und Diskussionen über – immer wieder – verspätete Zahlungen, Stundungsgesuche usw. usf. sonst den Gewinn ganz schnell auf. Unschön nur, daß der Bestatter seine Rechnungen auf diese Weise abwickelt. :-/

  26. matthias sagt:

    ich wollte auch nichts schwarzmalen oder so.

    ich meine… man muesste dir erst mal nachweisen dass du was entfernt hast… (erinnerungsstuecke etc.)
    bloss durch ne komplette raeumung wird es recht offensichtlich…
    aber trotzdem in dubio pro reo :)
    das wird schon werden!

  27. matthias sagt:

    ach nochwas… wenn du das erbe ausschlaegst muesstest du theoretisch die wohnungsmiete bis auszug auch nicht bezahlen vermute ich.

    whatever
    beste wuensche

  28. Omo sagt:

    Sehr interessant ist zu dem Thema Bestattungen ein Podcast das es schon ziemlich lange gibt “Berlin von unten” ( http://www.marschner-bestattungen.de/hoersend... )
    Eine Bestatterin erzählt sehr lebensfroh von ihrem Alltag. Durch diesen Podcast bekommt man vielleicht einen Eindruck von diesem Beruf und und es wird einem die Befangenheit im Umgang mit diesem Thema genommen

  29. Andreas sagt:

    Kommt man um das Bestattungstralala nicht rum? Also jetzt nicht bei jemand anderem, aber ich hab da eher ein schlechtes Gewissen zu sterben wenn ich meinen Nachfahren damit so einen Zirkus aufbürde. Am besten werde ich mir, wenn das Ende naht, vielleicht ein Fässchen Salzsäure oder so kommen lassen. Wobei da dann auch wieder Entsorgungskosten dazukommen.
    Hilft es da, sich der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen? Oder wie war noch der Name von dem Plastinator?
    Nein, ich bin nicht religiös.

  30. Tatjana sagt:

    Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass alle Beteiligten (besonders der Vermieter !!) Dir dankbar sein können, dass Du Dich um die Wohnungsauflösung gekümmert hast obwohl Du dazu in Anbetracht der Nicht-Erben-Stellung rechtlich gar nicht verpflichtet warst. Du hast allen Leuten eine Menge Bürokratie erspart.

    Tröste Dich damit, dass Deine Mutter einen tollen Sohn hat und dass mit Deiner Geschichte auch diverse Menschen aufgerüttelt werden, sich nicht mit allem zufrieden zu geben. Wenn alle Ihre Bestatter nur auf besondere Emfehlung wählen und sich vor Vetragsschluss kundig machen wird der Markt für die durchschnittlich bis schlechten und teuren Unternehmen eng..

  31. Jörg Weisner sagt:

    Wenn ich mir die ganzen Kommentare so ansehe, wird es eigentlich mal Zeit für ein “Bestattungs-Blog” oder “Trauerfall-Blog”, auf dem solche Ideen und Hinweise gesammelt werden.

    Hätte da nicht jemand Lust dazu – könnte sich doch auch für ein Bestattungsunternehmen lohnen – sofern die es dann richtig, d.h. preiswert, ehrlich und seriös, machen.

  32. Alzheimer sagt:

    Ein “Bestattungsblog” gibt es schon:

    Informationen und Gedanken zum Thema
    Sterben, Tod, Trauer und Sepulkralkultur von Stephan Hadraschek
    http://www.sargsplitter.de

  33. Bestattungsblog-PR-Manager sagt:

    @Alzheimer:
    Da gibts sogar noch was besseres, lese da nun schon eine ganze Weile mit und bin begeistert, hier der Blog eines tatsaechlichen Bestatters:
    http://www.bestatterweblog.de/

    Und hier seine Meinung zu diesem Beitrag des Taxi-Bloggers ;-p
    http://www.bestatterweblog.de/kosten/175/

    Gruß

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