Ein absoluter Alptraum

Achtung: Die folgende Erzählung ist nicht wirklich passiert, nicht mal ansatzweise. Es handelt sich um einen Alptraum, der mich grade heimgesucht hat, kein Erlebnisbericht! Ich bin grade schlaftrunken zum Rechner gestolpert, um diesen Alptraum für Euch niederzuschreiben. Die Veröffentlichung erfolgt erst, nachdem ich den Restschlaf nachgeholt und die Geschichte nochmal Korrektur gelesen habe…

(Es beginnt mit einem Klick und wird ziemlich lang)

Im Traum befinde ich mich an einem Ort, an dem es zwei Taxiunternehmen in heftiger Konkurrenzsituation gibt. Ich arbeite für “die Guten”. Die anderen versuchen mehrfach mit übelsten Mitteln, unsere Arbeit zu sabotieren. Komischerweise haben beide Firmen die Zentralen im gleichen, sehr abgewrackten und offensichtlich verlassenen Fabrikgebäude. Es kommt zu Einbrüchen bei uns, Diebstählen, Vandalismus… Beweise gibt es keine, aber allen ist klar: es waren “die Bösen”.

Im weitern Verlauf des Traums komme ich zufällig (ohne eigenes Fahrzeug) in eine Kneipe oder Imbiss-Bude. Dort sitzt auch ein Fahrer der “Bösen”. In einem Anflug von Versöhnungswillen und “Lass uns doch lieber miteinander statt gegeneinander arbeiten”-Vorstellung bitte ich den Fahrer, mich nach Hause zu bringen. Er willigt ein und die Fahrt beginnt. Nach zwei oder drei Kilometern werfe ich einen Blick aufs Taxameter: 26 Euro!

“Was soll das denn sein?”

“Hmm, ist wohl nicht ganz billig, Pech gehabt…”

“Sofort anhalten!”

“Kein Problem, zahlen musst Du trotzdem!”

Während der Wagen ausrollt, hole ich mein Telefon raus und will die Polizei rufen. Mein Fahrer macht das gleiche. Sekunden später hat er die 110 gewählt und erklärt dem Beamten bereits, daß er einen Zechpreller im Auto hat und einen Streifenwagen benötigt.

Derweil kämpfe ich noch mit den Tücken des Telefons. Es ist nicht meins… Aber es ähnelt verdächtig dem Handy, das ein dämlicher T-Mobile-Verkäufer meiner Mutter als “besonders einfach bedienbar” verkauft hat. Ich kann es nicht bedienen, meine Mutter ist fast 66. Und ich hasse jeden “Supporteinsatz” bei ihr.

An diesem Punkt wache ich schweißgebadet auf…

Interessanterweise ist mir trotzdem ohne nachzudenken völlig klar, wie der Traum weitergegangen wäre.

Nachdem ich mein Telefon endlich überreden kann, mich mit der Polizei zu verbinden, bitte ich ebenfalls um einen Streifenwagen. Wenige Minuten später sind die Beamten vor Ort.

Es entwickelt sich folgender Dialog zwischen den Beamten, dem Kollegen und mir:

“Guten Tag, der Herr ist mit mir kreuz und quer durch die Gegend gefahren und will jetzt den Taxipreis nicht zahlen.”

Daraufhin bitte ich einen der Beamten um ein Gespräch unter “vier Ohren”, wir gehen ein Stück zur Seite.

“Das stimmt nicht. Wir sind erst 2-3 Minuten vor seinem Anruf bei Ihnen an der $Gaststätte losgefahren. Ich habe die Fahrt hier gestoppt, als ich den völlig überhöhten Fahrpreis sah.

Nachdem er bei Ihnen angerufen hat, hat er auch gleich in $Gaststätte angerufen und die dort anwesenden Personen bedrängt, seine Version zu bestätigen. Bitte fordern Sie von seiner Telefongesellschaft die Anrufliste zu seiner Handynummer an und vergleichen Sie diese mit dem Anrufzeitpunkt seines “Notrufes”. Damit dürfte sich eine eventuelle Falschaussage schnell erkennen lassen.

Danach ist dann eigentlich nur die Frage, ob er fast 20 Kilometer in weniger als drei Minuten gefahren ist und damit seinen Führerschein für lange Zeit verliert oder ob er den Fahrpreis manipuliert hat.”

Weiter habe ich die Geschichte dann weder geträumt noch “vorgeträumt”. Aber ich gehe mal davon aus, daß die alles damit sehr gut für mich ausgegangen wäre.

Träume entstehen ja selten einfach so. Meist werden ja Ängste und Erfahrungen aus dem wachen Leben dort verarbeitet. In diesem Fall spielten wohl zwei frühere, sehr reale Erlebnisse von mir eine Rolle:

Vor vielen Jahren bin ich einmal auf einen Prager Taxifahrer reingefallen. Schicker neuer BMW. Meine Frage, ob er uns zum offiziellen Tarif fahren würde, wurde mit “Ja” beantwortet. Das Taxameter lief während der Fahrt mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Am Ziel erklärte er mir, daß er ein “Hotel-Taxi” führe und meine Weigerung, den vollen Fahrpreis zu zahlen quittierte er mit der sofortigen Polizeialarmierung. Da ich keinen Bock auf Tschechische Polizeireviere hatte, einigten wir uns zügig auf einen grade noch akzeptablen Fahrpreis: “Ich geb Dir alles, was ich noch habe…”.

Die andere Geschichte habe ich mit einem Unternehmen in Paderborn erlebt. Der Fahrer stellte sich über eine halbe Stunde mit seinen Funkmietwagen vor einer Disco bereit. Als ich ihn zur Rede stellt, begann er mich zu beleidigen. Ein Wort gab das andere, plötzlich rief er die Polizei. Als diese ankam, tischte er eine sehr phantasievolle Geschichte auf. Da es Aussage gegen Aussage stand, endete der Polizeieinsatz ergebnislos. Seitdem habe ich netterweise solche illegalen Bereitstellungen dieser Firma auch nicht mehr erlebt, hat sich also schon gelohnt. Trotzdem war ich damals stinksauer.

Die Kombination beider Erlebnisse hat dann wohl zum Alptraum geführt.

(Vorsichtshalber nochmal ausdrücklich! Es handelt sich beim oben beschriebenen (abgesehen von den beiden Erfahrungsberichten am Schluß) um einen Alptraum. Mir ist weder so etwas passiert, noch habe ich jemals davon gehört. Reine Phantasie!)

11 Antworten zu “Ein absoluter Alptraum”

  1. Starkiller sagt:

    träum doch einfach mal von schönen Frauen, so wie alle anderen auch, das ist viel entspannender :-)

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Wird gemacht. Genau… Jetzt!

  3. Marcel sagt:

    Träum doch lieber über die franz. Schauspielerin aus dem Film Taxi http://en.wikipedia.org/wiki/Marion_Cotillard

    Über euren Berufsstand gibt’s wenigstens gute Filme. Ich warte immer noch auf “Programmierer des Todes” oder “Bürofighter 3″ ;)

  4. Daniel Bräutigam sagt:

    Also von einem “absoluten Alptraum” würde ich da noch nicht sprechen, es gibt wahrlich schlimmere Zusammentreffen mit der Polizei.

  5. Kittyluka sagt:

    Hast du ein Glück, dass ich sowas mal in der Schule hatte…

    Also wenn ich das mal für dich analysieren darf.

    Du schreibst, du befindest dich an einem Ort von dem du lediglich die (aus deiner sich) berufliche Situation kennst. Er wird sicherlich deinem Heimatort geähnelt haben, genau kannst du es aber nicht sagen. Das könnte bedeuten, dass du zuviel arbeitest, dich von deiner Arbeit zu sehr eingenommen fühlst oder lieber mehr Freizeit oder andere Arbeitszeiten hättest. Die Konkurenz der Taxi-Unternehmen im Traum sind vergleichbar mit der in der wirklichen Welt. Da du “der Gute” bist und die anderen auf der Seite der Bösen scheinst du Angst vor Verrat und Intrigen zu haben (klar wer hats nicht) vielleicht solltest du mal gucken ob in deinem nächsten Umfeld jemand zu finden ist, von dem vermutest er würde dein Vertrauen mißbrauchen…

    Du triffst deinen “Feind” an einem öffentlichem, neutralen Ort. Versuchst also die angespannte Situation zu entspannen. Du bist jetzt der “Vernünftige” (bist ja auch einer von den Guten) und gehst auf ihn zu um ihm frieden anzubieten. Zu erst sagt er zu, hintergeht dich allerdings anschließend. Wieder mal angst vor Verrat und Vertrauensmißbrauch, allerdings auch der Mut dem entgegenzutreten. Der Überteuerte Fahrpreis könnte übrigens auch ein Zeichen für die Angst vor Verlust sein.

    Der Kampf mit dem Handy und die Rivalität mit dem Feind, weil er schneller ist als du kann die Angst vorm Versagen sein, aber auch ein Zeichen für eine gutmütige und Ader in dir. Dass du im Traum scheinbar das Handy deiner Mutter dabei hast zeigt übrigens Fürsorge… Bei mir ist es immer meine Oma, die anruft, wenn ihr Handy wieder mal nicht funktioniert ;P

    Die Erlebnise deiner Vergangenheit haben übrigens nicht wirklich etwas damit zu tun, es ist nur ein Rahmen, der deinem Traum von deinem Unterbewusstsein verliehen wurde.

    Ich persönlich glaube nicht an Traumanalysen, alles sehr schwammig und absolut erratbar…

    Übrigens solltest du wirklich lieber von Frauen träumen ;)

  6. Nora sagt:

    @Daniel: Angesichts der Genauigkeit mit der der Traum hier beschrieben wird, kann man schon von einem Alptraum ausgehen. Sonst bliebe das nach dem Aufwachen nicht so im Gedächtnis. Ich kann mir zum Beispiel gar kein Träume merken.

    Allerdings gibt es da wohl Unterschiede bei einzelnen Personen. Zum Beispiel der Traumblogger: http://traumblogger.blogspot.com/

  7. Smick sagt:

    Soso, “Alptraum” ;)

  8. Erik sagt:

    Meine Interpretation: Ein schlechtes Pilzgericht!

  9. rasentraktorblogger sagt:

    Meine Interpretation: Zu viel RTL2 geschaut!

  10. thomas sagt:

    Also ich denke, wenn Du weitergeträumt hättest, wäre die Sache für Dich mit Sicherheit nicht so gut ausgegangen, wie Du Dir das ausgedacht hast.

    Eine der ätzendsten Eigenschaften von Albträumen ist nämlich, daß sie absolut gegen jegliche Realität verstoßen! (Du rennst vor dem Monster weg, kommst aber keinen Meter vorwärts, während Du Dir die Seele aus dem Hals schreist, aber kein Laut Deinen Mund verläßt. Gleichzeitig laufen massenweise Leute an Dir vorbei, aber keiner bemerkt das 5m große Monster mit den Säbelzähnen, das Dir immer näher auf die Pelle rückt…)
    In Deinem Fall hätte das wahrscheinlich bedeutet, daß der Polizist nicht mit Dir hätte reden wollen oder Dich einfach nicht gehört hätte oder Du nur Mist gelabert hättest, geendet wäre der Traum vermutlich in einer Ausnüchterungszelle.

    Was ich damit sagen will:

    Sei froh, daß Du aufgewacht bist! ;)

  11. Kittyluka sagt:

    5 Meter große Monster vor dem du nicht entkommen kannst?

    du solltest sich vielleicht doch lieber einweisen lassen…

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