Mindestlohn
Eigentlich, und da haben einige Kommentatoren im letzten Beitrag völlig recht, müsste ich ein Anhänger der Linkspartei sein.
Klar gesagt: Der Stundenlohn im Taxigewerbe ist erbärmlich. Bei mir gibt es immerhin einen festen Stundenlohn. In unserer Firma bekomme ich sogar Zulagen für Nachtarbeit, Sonntags- und Feiertagsschichten und Spesen, wenn ich keine Chance auf eine Pause zuhause habe. Die oft genannte Summe von 7,50 Euro erreiche ich trotzdem im Schnitt nur dadurch, daß ich die Trinkgelder mit einrechne.
Und damit bin ich eine der wenigen, verhältnismäßig gut bezahlten Ausnahmen in unserer Branche.
In “richtigen” Großstädten fahren Taxifahrer oft auf reiner Umsatzbeteiligung. 30-45 Prozent vom eingefahrenen Umsatz ist deren Bruttolohn. Und welche Nettosummen pro Stunde dabei rumkommen, wenn unter der Woche kaum 100 Euro Umsatz in zwölf Stunden zusammenkommen, ist wohl jedem klar. Es ist erbärmlich, mit Glück über Sozialhilfe-Niveau (Hartz 4 ist für mich ein so ein Haßbegriff, den will ich nicht benutzen!)
Momentan fahre ich rund 60 Stunden pro Woche. Okay, Pausen sind eingerechnet. Also 5 x 10 Stunden plus jeweils 2 Stunden Pause. Die Reha war in mehrerlei Hinsicht teuer, eine extreme Nachforderung unseres Stromanbieters will bezahlt werden und letztendlich will ich auch mal ein paar Euro als Reserve auf dem Konto haben.
In 1-2 Monaten werd ich auf eine Viertagewoche umschwenken und mir ist dabei durchaus bewusst, daß das in unserer Branche absoluter Luxus ist. Ein Luxus, den ich mir nur leisten kann, weil ich die Lebenshaltungskosten extrem niedrig halten kann: kein Auto, kein teures Hobby und die Wohnung mit allen Nebenkosten kostet 350 Euro. In meiner Lebensitution geht das.
Und was, wenn ich Frau und Kinder hätte? Will ich drüber nachdenken? Nein, da hoffe ich momentan einfach darauf, daß meine zukünftige Lebenspartnerin mithelfen kann. Sonst wird es eng. So eng, daß ich mich entscheiden muß zwischen “Leben zu zweit (oder mehr)” und “Leben am Rande des Existenzminimums”. Will ich das? Scheiße, nein! Ich arbeite, mache mehr Stunden als 90% der arbeitenden Bevölkerung und kann nichtmal meine Familie ernähren? Wie erbärmlich ist das denn?
Und weil ich naturgemäß recht genau weiß, was mein Chef an mir verdient, kann ich sagen: Er kann einfach nicht mehr zahlen. Weil es einfach nicht möglich ist, selbst für einen “Kapitalisten”, mehr Geld rauszuhauen, als er selber einnimmt (nach Abzug der Kosten). Geht einfach nicht, selbst für Anhänger der Linkspartei besteht einfache Mathematik darin, daß fünf minus sechs eine negative Zahl ergibt. Und mit negativen Betriebsergebnissen ist kein Betrieb aufrecht zu erhalten. Isso.
Deshalb bin ich für einen vernüftigen Mindestlohn. Aber was ist vernünftig?
Donalbain schrieb vor ein paar Tagen in seinem Kommentar:
“[…]Ach so, zu der ganzen Geschichte noch eins: “Unser” aktueller Landtagskandidat der CDU hier in Paderborn – seinen Namen nenne ich jetzt mal besser nicht, ich verrate nur, dass er (bezeichnenderweise?) Bankkaufmann ist – hat sich auch gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen, “verlangt aber als Vertreter der sozialen Marktwirtschaft einen würdevollen Lohn höher als drei!!! Euro die Stunde.” Jepp, 3€, ich habe mich weder vertippt, noch mache ich einen Scherz. Aber da weiß man doch wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll.”
Nun, gemeint war wohl Daniel Sieveke. Ein paar Tage später kam eine Mail hier an:
“Sehr geehrter Herr Bentrup,
verehrter Taxi-Blogger,im Auftrag von Herrn Sieveke, CDU-Landtagskandidat für die Stadt Paderborn, sende ich Ihnen seine aktuelle Stellungnahme zur Frage von Mindestlöhnen:
Die bestehenden gesetzlichen Regelungen zum Mindestlohn werden derzeit im Bund überprüft. Dabei muss hinterfragt werden, ob Mindestlöhne Beschäftigung gefährden können. Weiterhin muss der Schutz der Arbeitnehmer und die Wettbewerbsfähigkeit eventuell betroffener Branchen berücksichtigt werden. Einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn lehne ich jedoch ab.”
Okay. Positiv zu vermerken ist die freundliche Ansprache und kein Wort von “Löschung des Kommentars”.
Aber wenn man schon antwortet, warum dann nur mit typischem Politikergeschwurbel? Gibt es irgendjemand, der von solchen Worthülsen nicht angewidert ist? Wäre es nicht ein echter Grund für die Wahlentscheidung, wenn “da oben” mal ein einziger wäre, der klare Aussagen macht?
“[…]hinterfragt werden, ob Mindestlöhne Beschäftigung gefährden können.[…]“
Beschäftigung? BESCHÄFTIGUNG? Ich kann mich stundenlang mit irgendwelchen Dingen beschäftigen!
Aber ich will, egal welchen Beruf oder Job ich ausführe, mit 40 Stunden pro Woche ein menschenwürdiges Leben führen können.
Und wenn die Schwarz-Gelben so gerne betonen, daß “der Markt” schon alles regelt: Wieso ist es möglich, daß Unternehmer minimal bezahlen und sich die Arbeitnehmer für gute, vollzeitige Arbeit einen Zuschuß vom Staat holen müssen, um überleben zu können. Wie kann es in einem “Markt” passieren, daß “Aufstocker” existieren? Und wie kann man es in Ordnung finden, daß die Arbeitgeber in diesen Beschäftigungsverhältnissen sich die Taschen voll machen?
Ach ja, der “Markt” hat momentan ein Überangebot an Arbeitslosen. Das drückt natürlich die Preise! Ist ja beim Media-Markt genauso. Verdammt! Wir reden hier von Menschen!
Meine Meinung: Das kann nur dann okay sein, wenn der Fokus ausschließlich auf den Interessen der Arbeitgeber liegt. Die Stammklientel der Schwarz-Gelben. Die Parteispender! Die “Koffer-Abgeber”! CDU und FDP geht es nur offensichtlich nur darum, daß die Reichen immer reicher werden. Arbeitnehmer sollen bitte auf China-Niveau entlohnt werden.
Und auch wenn es im “Mittelstand” ebenfalls viele Abzocker gibt: Gemeint ist mit meinen Angriffen eher die Großindustrie. Diejenigen, die mit der Drohung “Dann gehen wir eben ins Ausland!” Steuervergünstigungen in Millionen-/Milliardenhöhe erpressen. Oder einfach dafür bezahlen, daß die Gesetzeslage so ist, wie sie ist.
Ich hab dann mal zurückgeschrieben und ein paar konkrete Fragen formuliert:
“[…]Es würde mich sehr freuen, wenn Herr Sieveke noch die folgenden Fragen beantworten würde und diese auch zur Veröffentlichung freigeben würde.
In den Kommentaren zu “Politisches” kam eine Aussage des Lesers “Donalbain”:
(oben nachzulesen)
Hat es diese Aussage, speziell die Nennung eines derart niedrigen Mindestlohnes gegeben? Wenn ja, zu welchem Anlaß? Steht Herr Sieveke zu dieser Aussage?
Falls nein, hat Herr Sieveke eine Meinung, ab welchem Stundenlohn ein Vollzeitarbeitnehmer zumindest so bezahlt wird, daß er davon leben kann ohne sich durch staatliche Leistungen (Hartz4-Aufstockung) abhängig zu machen? Wäre ein gesetzlicher Mindestlohn, der wenigstens dieses Niveau für Vollzeitarbeitnehmer garantiert, nicht sinnvoll, um den Mißbrauch skrupellose Unternehmer (“Wir zahlen xy, den Rest holen sie sich einfach von der Arge!”) einzudämmen? Würden nicht alle Steuerzahler davon profitieren?
Über eine Stellungnahme würde ich mich sehr freuen!”
Mit ein paar Tagen Verzögerung (Landtagswahl, you know!) kam die Antwort:
“[…]Zu den weiteren Detailfragen Ihrer Leser zum Thema Mindestlohn weisen Sie in Ihrem Blog bitte auf den folgenden Link hin:
http://www.abgeordnetenwatch.de/daniel_sieveke-144-38660.html
Herr Sieveke beantwortet Fragen, die sicherlich für viele Bürger interessant sind, gern zentral über Abgeordnetenwatch.de, was bisher recht gut funktioniert. Sie und Ihre Leser finden dort auch die anderen Paderborner Kandidaten und deren Antworten.[…]“
Thema verfehlt, zum Mindestlohn steht dort noch nichts und ich vermute mal, bis morgen wird es auch keine Antworten geben.
Allein schon deshalb:
“Ihre Frage an Daniel Sieveke
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.”
Gut möglich, daß ich falsch liege. Aber wenn auf konkrete Nachfragen keine klaren Antworten kommen sondern lediglich auf eine nicht mehr existierende Frage-Option verwiesen wird, schellen bei mir alle Alarmglocken. Politiker haben bei mir keinen Vertrauensvorschuß mehr, den haben sie in den letzten Jahren mit ganzer Kraft gegen die Wand gefahren.
Ich muß also davon ausgehen, daß Daniel Sieveke, Landtagskandidat der CDU für Paderborn tatsächlich der Meinung ist, daß ein Mindestlohn allerhöchstens in einem Stundenlohn von 3 (in Worten: drei!) Euro bestehen kann.
Und das, lieber Herr Sieveke, ist einfach nur erbärmlich und menschenverachtend!
Und egal, wie das Wahlergebnis ausfällt: Hoffentlich wird die CDU und die FDP dort keine Rolle mehr spielen. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob eine andere Koalition wirklich besser sein wird. Wie gesagt: Berufpolitiker in Deutschland haben es in den letzten Jahren geschafft, jede Sympathie meinerseits komplett zu verspielen. Mir fällt einfach kein Name ein, dem ich den Amtseid abkaufen würde:
“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”
Den religösen Nachsatz mal weggelassen: Welcher Politiker im Amt kann wirklich mit ruhigem Gewissen in den Spiegel schauen und hat dem Eid auch befolgt? Keiner! Nicht ein Einziger!
Meine beiden Stimmen sind schon bei den Piraten. Das ist keine Partei, die ich momentan gerne in der Regierungsverantwortung sehen möchte. Aber zumindest stehen sie für die für mich sehr wichtigen Punkte Freiheit und Datenschutz. Es ist eine Protestwahl für mich gewesen (Vergangenheit, weil ich die Briefwahl genutzt habe) und da gab es nicht so viele Alternativen, wenn man weder extrem rechts noch extrem links haben möchte.
Wie auch immer ihr nachher wählt: Geht wählen und wählt gut!
PS: Ein gesetzlicher Mindestlohn von 5-6 Euro würde meiner Meinung nach ausschließich positive Ergebnisse bringen. Abzocke eindämmen, niemand mit echtem Geschäftsmodell schädigen. Nur mal so, um den Titel des Eintrags auch zu rechtfertigen!
8. Mai 2010 um 23:38 Peter(Quote)
Warum meint eigentlich jeder, dass er Ahnung von allem hätte?
Wieso geben Sportler, Sänger, Künsltler und Taxiblogger ihre Meinungen über Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zum besten, anstatt sich um das zu Kümmern, wovon sie etwas verstehen?
8. Mai 2010 um 23:49 Matthias(Quote)
…weil sie Teil von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sind. Weil wir in einer Demokratie leben, in der man glücklicherweise seine Meinung sagen darf. Weil ich, als Wähler, mir ein Bild der Politiker und ihrer Entscheidungen mache und dazu eine Meinung habe. und noch 1000 Gründe mehr…
9. Mai 2010 um 00:02 Torsten Bentrup(Quote)
Wieso denkst Du, daß ich der Meinung bin, Ahnung davon zu haben?
Ich hab fast 39 Jahre Lebenserfahrung, gehe mit offenen Augen durch das Leben und gehöre einer Berufsgruppe an, die vom Mindestlohn direkt betroffen ist.
Wieso denkst Du, daß ich dazu keine Meinung haben darf und diese auch öffentlich kundtuen könnte?
BTW: Wieso haben wir Politiker, die definitiv keine Ahnung davon haben, was sie zu verantworten haben? Arbeit und Soziales? Von der Leyen! Finanzen? Wolfgang Schäuble! Verteidigung? Guttenberg?
Hallo? Unsere gesamte Regierung besteht aus Dilletanten ohne Fachkenntnis und Du wirfst mir als einfachen Blogger eine Meinungsäußerung zum aktuell erbärmlichen Zustand der Politik vor?
Hallo? Setz doch mal die Schwarz-Gelbe Brille ab und schau Dir den Zustand der Bundesrepublik an!
9. Mai 2010 um 00:07 Torsten Bentrup(Quote)
Was genau macht eigentlich ein http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesminister_f... ?
9. Mai 2010 um 00:15 ednong(Quote)
Lieber Torsten,
du sprichst mir so aus der Seele, das glaubst du gar nicht. Ich kann deinem Post in vollem Umfang zustimmen.
Es ist einfach erbärmlichste Heuchelei der Politiker, überhaupt irgendetwas an dieser Gesamtsitutation ändern zu wollen. Das ist zumindestens mein Eindruck. Die würden eher — und ich vermute mal, so in dieser Form wird es auch noch kommen — das Lebensminimum absenken, um anschließend behaupten zu können, auch mit 3 EUR Mindestlohn kann man noch ausreichend verdienen. Es ist einfach ein Schande. In meinen Augen haben die Politiker allesamt jegliche Bodenhaftung verloren. Und zwar jeder Coleur.
Klar, es ist nicht nur ein deutsches Problem, sondern ein globales. Globalisierung sorgt eben auch dafür, dass solcherlei Probleme sich — wenn überhaupt — wohl eher mit globalen Ansätzen lösen lassen.
Aber all das sehen Politiker nicht. Warum auch? Das Volk denkt meistens eh nicht soweit — zumindestens wohl ein Großteil derer, die davon betroffen sind. Das oder so ähnlich dürfte die Denkweise der Politiker sein. Außerdem kann man sich mit solcherlei Lösungsansätzen nicht profilieren. Und das ist doch — neben der großen Rente/Pension — für Politiker das A und O.
Keine Ahnung, ob eine andere Partei besser regieren würde. Dem Volke bleibt lediglich das Abstrafen als Mittel zur Demonstration der Unzufriedenheit.
9. Mai 2010 um 00:20 ednong(Quote)
Hinzufügen möchte ich noch:
Auch ich war in einem Bereich tätig, der mehr und mehr mit Mitarbeitern besetzt wird, die einfach nur billig sind. Darauf kommt es meistens an. Qualität scheint nicht zu zählen.
Die Kunden im Gegensatz dazu schätzen Qualität sehr wohl. Viele, auch ich würden für mancherlei Dienstleistung mehr ausgeben wollen. Wenn man es sich denn leisten könnte.
Wenn man genauer hinschaut, kann man — gerade wenn man mit Kunden zu tun hat — sehr viel erkennen. Dinge, die die Oberen schon gar nicht mehr wahrzunehmen in der Lage sind, geblendet ob des ganzen Geldes, was sie scheffeln.
9. Mai 2010 um 00:23 Torsten Bentrup(Quote)
Ein großes Problem ist sicherlich, daß wir hier Parteien und nicht Menschen wählen können. Und die Politiker, die nach der Wahl an die Macht kommen, sind damit eben Günstlinge der Parteien. Und wie wird man sowas? Schleimerei vom übelsten oder noch schlimmer: Arschloch, daß jeden Konkurrenten auf legale, illegale oder ekelhafte Weise wegbeißt.
Das kotzt mich nur noch an!
9. Mai 2010 um
Mindestlohn…
Mindestlohn ist ein Thema, dessen ich schon fast überdrüssig bin. Denn die Argumentation der Politiker ist immer die Gleiche: Mindestlohn macht Arbeit kaputt. In meinen Augen Quatsch, denn ich denke — von mir ausgehend — wenn die Leute mehr Geld habe…
9. Mai 2010 um 00:34 Torsten Bentrup(Quote)
Das ist noch ein anderes Problem: Momentan kriegt man in vielen Branchen nur noch Schrott für Pennys oder Qualität für exorbitante Preise. Es existiert kein Angebot mehr für Leute, die gute Qualität für einen bezahlbaren Preis haben möchten. Geiz-Markt oder Manufaktotum?
Vielleicht liege ich falsch, aber ich sehe da eine Riesenmarktlücke in jedem Segment für gute Qualtität zu Preisen von “Billiganbieter” mal 2-3. Ich will kein T-Shirt für 3 Euro. Ich will ein gutes Shirt für 10-20 Euro. Da muß nichtmal Ed Hardy drauf gekotzt haben.
Wieso hab ich nur die Wahl zwischen Billig-Ausbeutung-Ware und Überteuert-mit-Markenname?
9. Mai 2010 um 00:43 Nicolai Hähnle(Quote)
Nach deinem Einleitungssatz stellt sich mir die Frage: Erklärst du irgendwo, warum du kein Anhänger der Linkspartei bist?
9. Mai 2010 um 00:49 Tiffy(Quote)
Gegen ein Mindestlohn spricht nur die Geldgier jener Unternehmer, die problemlos mehr zahlen könnten, beispielsweise in Veronas Modediscount. Und vernebelt wird der Sachverhalt mit einen großzügigen Begriff von Arbeit, nämlich dergestalt, dass nur die Beschäftigung von Bedeutung ist, nicht, dass man von der Entlohnung auch leben kann. Wenn ein Unternehmen unter Mindestlohn arbeiten lasst und der Staat bis zum Hartz4-Niveau dazu zahlt, dann ist das eine verdeckte Subvention, dann werden also die Ideen Ludwig Erhards mit den Füßen getreten. Da könnte man auch eine Fabrikation mechanischer Schreibmaschinen fördern: Für €1 lässt sich so etwas sicher noch verkaufen und den Rest subventioniert der Staat.
9. Mai 2010 um 00:56 Torsten Bentrup(Quote)
Es war ein harter Kampf, den letztendlich Lafontaine und Gysi entschieden haben. Das sind für mich beides Gründe, die Partei nicht zu wählen.
9. Mai 2010 um 01:00 MakMak(Quote)
Hallo Torsten !
Ich kann auch nicht verstehen wie jemand meint,das man mit einem Stundenlohn von 3 Euronen leben könnte. Ich alleine müsste gut 100 Stunden arbeiten um nur meine Miete damit bezahlen zu können. Was die Politker heut zu tage oder die letzten Jahrzehnte angeht kann ich nur kotzen. jeder lügt und betrüg wo er kann und das einzigste wo sie versuchen besser zu sein wie er andere ist im abkassieren von Premien oder sonstigem.
ich wohne nicht mehr in NRW hoffe aber,das ihr dort bei der Wahl den in Berlin einen ordentlichen Denkzettel verpasst und die Schwarz_gelben abwählt ob es mit rot-grün oder gar rot-rot-grün *Zehnägel sich aufrollen* besser wird sei dahin gestellt.Auch wenn unsere grinse Dackeldame Merkel (wenn man sie umdreht grinst sie wirklich mal) und Co meinen das diese Landtagswahl nichts mit der Bundesregierung zu tun hat,sie werden es merken wenn das grösste Bundesland nicht mehr unter ihrer Macht steht.
Also lieber NRW´ler geht wählen
Gruß aus einem Bundesland wo man leider unter drei Buchstaben (CSU) immer leiden muss und man nichts gegen machen kann,da eine Abwahl wohl nie passieren wird bei den Sturköppen hier.
9. Mai 2010 um 01:23 Terröhre(Quote)
Lieber Torsten,
dir ist schon bewusst, um einmal ein aktuelles Thema aufzugreifen, wer (mit)entschieden hat, dass Griechenland der Währungsunion beitreten darf? Obwohl Griechenland satte 4 vor 4 Voraussetzungen nicht (in Worten: nicht) erfüllt hat?
Richtig, das war Russen-Gerhard und seine Rotsocken-Gang feat. die Green-Stonethrower. Die CDU/CSU war vehement (!) gegen einen Beitritt, konnte dies aber dank der von dir hier so mehr oder minder unterschwellig herbei gerufenen rot-grünen Koalition nicht verhindern.
Klar, davon weiß Angie inzwischen nichts mehr und inzwischen macht sie die selbe Scheiße wie Russen-Gerhard. Dein Aufruf bleibt dennoch bezeichnend.
9. Mai 2010 um 03:00 DerSilberneLoeffel(Quote)
€ 3,40 für eine Friseurin. Oder Frisörin? ODer Friseuse? Warum wird mehr über den richtigen Berufsnamen diskutiert, als über das Gehalt?
Der Chef sagt: “Du bekommst doch das Trinkgeld”. Ja, wenn der Kunde noch was geben kann. Wenn der Salon nicht in einer Ecke mit sozialer Brisanz steht.
Die Frau steht gute 50 Stunden in der Woche im Salon. Jawohl: steht! Plus der Umgang mit Chemie und der Gewissheit, für alle Sorgen der Abfalleimer zu sein.
Und dann muss die Frau demnächst “zum Amt”, um ihre zwei Kinder über die Runden zu bringen. Und hat dann trotzdem nur das Existenzminimum.
Egal welche Partei, GRUNDLEGEND läuft in Deutschland was falsch. Liegt vielleicht daran, dass der gesunde Menschenverstand ab einem gewissen Parteiorgansgrad abhanden kommt.
9. Mai 2010 um 04:36 Grünhild(Quote)
@Terröhre: “Rotsocken-Gang feat. die Green-Stonethrower” ist das der aktuelle RCDS/JU-Slang? Whoa, klingt ja richtig rebellisch. Hat Mama Merkel das überhaupt erlaubt?
Aber: Was genau haben Griechenland und Europa mit dem Thema Mindestlohn zu tun? “Armut für alle” als von den Sozis zu verantwortende Weltformel? Ich gebe zu, das klingt kreativ, ist aber keine Ausrede für die menschenverachtende Klientelpolitik der Tigerenten.
@silbernerloeffel: Frisiert man sich in sozialen Brennpunkten nicht ohnehin schwarz bzw. mit der Maschine vom Discounter?
9. Mai 2010 um 04:58 Drakoon(Quote)
Danke Torsten du sprichst mir aus der Seele sowohl beim Mindestlohn als auch bei den Linken.
Allerdings sehe ich auch mit Mindestlohn das Problem, daß die Anzahl der legal angemeldeten Fahrer (In Darmstadt grob geschätzt 30%) dadurch nicht wesentlich zunimmt. Und die “Illegalen” fahren weiter quasi umsonst.
Durch den Mindestlohn werden die jetzt am Limit arbeitenden Legalen Arbeitgeber endgültig außen vor sein. Da man immer ein paar Kollegen dabei hat die ihren Mindestlohn definitiv nicht (nicht immer) wert sind.
(Mag das am mangelnden Ehrgeiz oder Geldbedarf liegen.)
Und ich wünsche mir in dem Unternehmen in dem ich arbeite keine Amerikanische Hire&Fire Mentalität.
9. Mai 2010 um 07:31 Unterdosis(Quote)
@ Terröhre
Natürlich, immer schön auf die Griechen eindreschen, mit Sündenböcken liess sich schon immer prächtig von den eigenen Versäumnissen ablenken. Warum nur bedient sich schwarz-gelb jetzt ähnlicher Bilanztricks, durch Umdeklarierung der Finanzhilfen für die Arbeitsagentur zum Darlehen?
Die Linkspartei vertritt wenigstens in vielen Punkten meine Ansichten: raus aus Afghanistan, Mindestlohn einführen, mehr Regulierung des Finanzsektors, keine Bahnprivatisierung, Atomausstieg usw.
Ob die das nach der Wahl auch durchsetzen? Keine Ahnung, da bin ich aus Erfahrung skeptisch. Aber soll ich jetzt eine Partei wählen, die meine politischen Forderungen von Anfang an ablehnt oder eine, die Sie vertritt?
9. Mai 2010 um 08:08 Andi(Quote)
Noch ein kleiner Einwurf zum Mindestlohn über einen Aspekt, den ich so gut wie nie höre bei irgendwelchen Diskussionen über diesen. Was vielleicht eben auch daran liegt, dass die Entscheidungsträger völlig vom Volk weg sind.
Niedriglöhne/kein Mindestlohn fördert die Schwarzarbeit. Warum?
Der kleine Arbeiter muss mit ansehen, wie die Umverteilung von unten nach oben immer mehr voranschreitet. Er muss mitansehen, wie die Gewinne der grossen Konzerne höher werden. Er muss mitansehen, dass er nicht mehr wie noch vor 20 Jahren als Teil der Firma gesehen wird, sondern nur noch als irgendein Produktionsmittel, welches auch so behandelt wird. Wie sich die Konzerne/Großverdiener immer mehr von dem Prinzip des Sozialstaates verabschiedet haben und nur noch auf sich gucken.
Also sagt er sich irgendwann (mal ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt): Warum soll ich immer ehrlich und gesellschaftlich denken, wenn ich von denen da oben etwas völlig anderes vorgelebt bekomme und verabschiedet sich selbst vom Solidarprinzip, sieht nur noch zu wie er seinen eigenen Arsch an die Wand bekommt und verdient sich sein Geld eben auch am Staat und an der Gemeinschaft vorbei.
Aber so etwas bekommt man dann scheinbar nur mit, wenn man selber mal in den Reihen der Arbeitslosen ist/war.
9. Mai 2010 um 08:55 Sash(Quote)
Wow, heikles Thema!
Danke, dass du es mal ansprichst, Torsten!
Ich hab mir natürlich auch schon oft Gedanken darüber gemacht, was der Mindestlohn bei uns in der Branche bedeuten würde. Das traurige Ergebnis ist aber irgendwie immer: Die Tarife würden steigen.
Wie du schon schreibst: Unsere Chefs haben keinen oder kaum Spielraum. Ich kenne nicht die letzte Kommastelle, aber ich als Fahrer in Berlin habe einen Chef, der aus Überzeugung in der Branche ist, der viel tut, damit wir als Fahrer zufrieden sind, und wahrscheinlich verdient er damit auch etwas mehr als ich. Das finde ich ok, denn für mich macht er die Arbeit, die mir nicht liegt und ich kann mich auf meine Lieblingsarbeit konzentrieren, für die er deswegen keine Zeit mehr hat. Ich will nicht tauschen, ich bin als Arbeiter zufrieden mit meinem Anteil am Unternehmensgewinn und damit liege ich trotz beschissenem Stundenlohn wahrscheinlich jenseits jeder Vorstellungskraft eines sonstwo Angestellten.
Natürlich bin auch ich der Meinung, dass z.B. 7,50 € Stundenlohn eigentlich ein Muss sind. Ich halte mich auch nur über Wasser, weil ich einen niedrigen Lebensstandard habe, der abgesehen von meinem Zigarettenkonsum und ein paar Feierabendbierchen am Wochenende allerorts unter Durchschnittsverdienern Proteste auslösen würde. Alleine eine Familie ernähren? Herzlich willkommen im Schlaraffenland, wäre meine Meinung dazu.
Aber gut, ich bin gar nicht hier, um über mein Leben zu meckern! Mir persönlich geht es verdammt gut, ich habe eine riesige und gute Wohnung, eine super Freundin, allen von mir benötigten Luxus und Spaß an der Arbeit. Abgesehen davon, dass jede Nachzahlungsaufforderung ein Krisengespräch begründet, lebe ich global gesehen in unverschämtem Luxus.
Wenn ich nun einen entsprechenden Mindestlohn bekommen würde, würde das Unternehmen meines Chefs pleite gehen. Ziemlich sicher. Bevor das geschieht, müsste er mich sicher zwingen, bestimmte Zeiten zu arbeiten, was ich auch nicht so super finden würde, das ganze aber beschleunigen müsste, weil ich ohnehin zu den lukrativsten Zeiten arbeite. Folglich könnte man das Dilemma nur lösen, indem ich (und damit der Betrieb) besser finanziert würden. Ergo: Tariferhöhung!
So eine Tariferhöhung bringt aber naturgemäß etwas anderes mit sich: Nicht alle bisherigen Kunden könnten sich das Taxifahren leisten! Klar steigt mit einem Mindestlohn auch der Lohn der anderen Niedrigverdiener, aber gesamtgesellschaftlich (weil eben doch die meisten über dem bisher geforderten Mindestlohn verdienen) sinkt die Anzahl der potenziellen Kunden eher.
Was bleibt: Ich verdiene weniger, bzw. Cheffe macht pleite!
Das soll jetzt gar kein Argument gegen bestimmte Lohnhöhen sein. Es soll eigentlich nur verständlich machen, warum ich glaube, dass das System – hier an einem einfachen Beispiel aufgehangen – nicht einmal reformfähig ist! Hier muss sich was grundlegend ändern! Das Taxigewerbe ist ein Beispiel für eine Dienstleistung, die (und wenn auch nur gelegentlich) nötig ist und selbst mit einem Mindestlohn nicht so weit zu bringen wäre, dass die dort Beschäftigten am allgemeinen Wohlstand teilhaben können.
Ich bin (auch deswegen) ebenfalls kein Anhänger der Linkspartei. Aber umso mehr bin ich der Meinung, dass hier schleunigst was passieren muss – so gut es mir selbst auch gerade geht! Ich bin kein Jesus, ich kann dazu keine realistischen Vorschläge machen. Sorry. Aber ich meine es ernst:
Viva, viva la revolut…
Sorry Torsten,
wollte deinen Blog nicht für linke Propaganda missbrauchen
9. Mai 2010 um 09:51 Andi(Quote)
Viva, viva la revolut…
Sorry Torsten,
wollte deinen Blog nicht für linke Propaganda missbrauchen
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Dass das keine linke Propaganda mehr ist, kann man feststellen, wenn man mit Freunden/Bekannten/Fremden über das Thema spricht. Es gärt gewaltig.
9. Mai 2010 um 09:56 Nicolai Hähnle(Quote)
Diesen Grund höre ich immer wieder in persönlichen Gesprächen, und ich kann ihn ehrlich gesagt immer nocht nicht nachvollziehen. Was ist an den beiden denn eigentlich so schlimm? Mal davon abgesehen, dass es anscheinend Common Knowledge ist, dass beide so schlimm sind. Die Botschaft, dass die beiden so schlimm sind, wird auch von den Medien immer wieder gerne verbreitet, natürlich praktischerweise nie mit einer echten Begründung – man plappert sich einfach nach, was die anderen sagen, und niemand stellt unangenehme Fragen. Eine moderne Version des Kaisers neue Kleider.
Für die anderen großen Parteien ist die Situation sehr praktisch, denn durch dieses Einschießen auf Personalien müssen sie sich nicht inhaltlich mit den Linken auseinandersetzen.
Also, was ist an den beiden denn tatsächlich so schlimm? Und insbesondere, was ist an den beiden schlimmer als an den Politikern der anderen großen Parteien?
9. Mai 2010 um 10:34 Torsten Bentrup(Quote)
@Sash: Keine Angst, wir sind uns da sehr ähnlich. Ich bin allerdings inzwischen der Meinung, daß wir durchaus (bisher haben wir in Paderborn zwei Tarife, ab 22 bis 6 Uhr und Sonn- und Feiertags ganztägig kostet der Kilometer 10 Cent mehr, der Grundpreis ist 20 Cent teurer) eine dritte Tarifstufe brauchen könnten: Freitag, Samstag und vor Feiertagen dürfte Taxifahren auch gerne 20-40 Cent pro Kilometer teuerer werden. Die Durchschnittsfahrt würde 1-2 Euro mehr kosten, das würden die Leute problemlos zahlen können. Schwierig wird da nur die Kommunikation. Preiserhöhungen sind immer doof. Aber andererseits: Taxifahren war immer schon “zu teuer”. Oder hörst Du das nicht auch ständig?
@Andi: Die Gärung sehe ich auch ständig. Aber ich kann nicht sagen, ob das derzeitige menschenverachtende und asoziale System noch 3 oder 30 Jahre bestehen wird. Ich bin da wohl typisch für die Menschen hierzulande: Solange es noch irgendwie geht, ertrag ich die Scheiße….
@Nicolai Hähnle: Schlimmer als an den anderen Polikern? Nichts. Aber ich (und da bin ich einfach mal subjektiv) glaube einem Saarlandfürst und einem SED-Nachfolger einfach nicht, daß sie in der Verantwortung gute Arbeit abliefern. Merkel und Westerwelle sind da durchaus schon einen Schritt weiter, die haben schon bewiesen, daß sie entweder nichts können oder korrupt sind. Choose one.
9. Mai 2010 um 10:37 Andre(Quote)
Ich möchte lösen: Der macht was Besonderes. Dass zum Thema Mindestlohn sich Leute äußern, die in ihrem Leben noch nie von so wenig Geld (über)leben mussten, finde ich schon bezeichnend. Aufgefallen ist ja Westerwelle mit dem “anstrangungslosen Wohlstand”. Wobei ich mal davon ausgehe, dass der Sohn von Rechtsanwälten in seinem Leben nie einer abhängigen Beschäftigung nachgegangen ist, geschweige denn, mal ernsthaft in der Nähe des Existenzminimums bezahlt wurde. Aber ich schweife ab.
Alle NRWler: Geht gefälligst wählen (wenn ihr nicht schon längst gewählt habt)!
9. Mai 2010 um 11:16 Unterdosis(Quote)
Vorweg: ich lese hie gerne und finde Dich eigentlich sympathisch, deswegen fühl dich jetzt bitte nicht angegriffen. Aber SED-Nachfolger das schlimmste ist, was Dir zu Gysi einfällt, dann brauchts echt wenig Dich vom Wählen abzuhalten. Wobei die Piraten zugegeben auch für mich eine Alternative wären.
Anyway, alte Ostblockpfeifen haben wir auch woanders genug; ich erinnere nur mal daran, dass unsere Bundeskanzlerin bis heute jegliche Fragen zu ihren Stasiverknüpfungen ignoriert und Berichte unterdrückt. (http://tinyurl.com/3a7c2kq)
Lustigerweise hat der SED-Nachfolger Gysi den betroffenen Systemkritiker, den Angela Merkel angeblich mitbespitzelt hat, dann später verteidigt.
Tja, und Lafo ist ein “Saarlandfürst”. Was bedeutet das denn, und was genau ist daran negativ? Lafontaine hat Schröders Agenda 2010 damals wenigstens nicht mittragen wollen und ist zurückgetreten. Wie viele Politiker gibts, die eine mit Geld und Macht verbundene Position freiwillig räumen? Normalerweise muss man die doch zu zweit mit ‘ner Brechstange ausm Sitz hebeln, während ein dritter mit der Rosenschere die Wurzeln durchschneidet.
9. Mai 2010 um 11:28 puddingglubbel(Quote)
In den meisten europäischen Ländern gibt es Mindestlohn und Taxis.
Warum nicht in Deutschland ?
9. Mai 2010 um 11:38 Torsten Bentrup(Quote)
Beide haben sich bei mir als “Verpisser” eingebrannt. Wenns schwierig wurde, sind sie zurückgetreten statt aktiv zu werden. Saarlandfürst: Korrupt, lässt sich von Rotlichtgrößen “einladen”. Wie gesagt: subjektiv.
SED-Nachfolger ist halt eine verkürzte Darstellung, ich kann das schon mit sehr vielen Worten konkreter erklären. Letztendlich bleibt aber: Ich vertrau dem Typen nicht. Und bei jemand, dem ich eine Regierungsbeteiligung wünschen würde, wäre das schon eine Grundvoraussetzung. Wären die Linken bei 5%, würden sie eher meine Stimme bekommen. Aber ich will nicht mitschuldig sein, wenn die an die Regierung kommen. Einfach deshalb, weil ich nicht weiß, was dann passiert. Möglich, daß es funktioniert. Aber vermutlich wird es eher in einer Katastrophe enden.
9. Mai 2010 um 13:04 jemand(Quote)
Naja, der Herr Schäuble, so sehr ich ihn auch verachte, ist immerhin mal Finanzbeamter gewesen und hat auch etwas in die Richtung studiert. Außerdem ist er Schwabe. Von daher versteht er schon was von Finanzen. Beim Rest gebe ich dir vollkommen recht.
9. Mai 2010 um 13:11 sarc(Quote)
Herrlicher Kommentar. Bei einigen Punkten magst du da völlig Recht haben, aber die oft gehörte Aussage, man dürfe bei der Politik nicht mitreden, ärgert mich regelmäßig maßlos.
Ich dachte bis jetzt immer, dass wir noch eine Demokratie haben. Meinem Verständnis nach ist hier der Wille des Volkes ausschlaggebend. Politik soll also dem entsprechen, was das Volk gerne möchte. Wie kann es dann sein, dass dabei eine Politik herauskommt, die der gewöhnliche Bürger nicht verstehen kann?
9. Mai 2010 um 13:39 Stefan(Quote)
“Warum meint eigentlich jeder, dass er Ahnung von allem hätte?
Wieso geben Sportler, Sänger, Künsltler und Taxiblogger ihre Meinungen über Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zum besten, anstatt sich um das zu Kümmern, wovon sie etwas verstehen?”
Und warum meinen Politiker, ihren Senf zum alltäglichen Überleben der Bevölkerung abgeben zu müssen? Etwas, wovon sie keine Ahnung haben, weil sie in ihren goldenen Luftschlössern nur anderes, finanzkräftigeres Publikum empfangen?
Wer glaubt denn der Wirtschaft noch, dass durch einen Mindestlohn großartig Arbeit verloren ginge? Die Bereiche, in denen ein Mindestlohn zu spürbaren Änderungen in der Lohnstruktur führen würde sind doch eh Standort gebunden. Oder lassen wir uns zukünftig in Russland die Haare schneiden? Werden unsere Büros zukünftig in China geputzt? Müssen wir unsere Taxen in Slowenien bestellen?
Und, ist es nicht so, dass bereits genug Staaten gezeigt haben, dass der gesetzliche Mindestlohn funktioniert?
9. Mai 2010 um 13:55 justinterest(Quote)
Ja, warum wohl? Weil schon im alten Griechenland als ein “Idiot” der bezeichnet wurde, der ein unpolitischer Mensch ist? Wie sich die Zeiten doch ändern können….
Nein, ich tue es, weil ich nicht einfach nur das Stimmvieh sein will, das alle 4-5 Jahre mal sein Votum in die Urne gibt, sondern vorher drüber entscheide, wer das noch am ehesten verdient.
Ich kann Thorsten in Sachen Tarifänderung zur Finanzierung von Mindestlohn nur zustimmen, sooooooo viel teurer würde es nicht. Insgesamt wird durch Mindestlöhne sicherlich die Schwarzarbeit nicht gefördert, das geschieht eher durch Arbeitslosigkeit oder Hartz IV. Wer unter solchen finanziellen Bedingungen leben muss und in der Lage ist, brutto für netto Leistungen anbieten zu können, wird das tun und mit dem Risiko, erwischt zu werden, eben leben.
Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Kommunen bestellt ist, aber bei uns haben die Taxistände mind. alle 6 Wochen Besuch vom Zoll zur Prüfung der Papiere, so dass ein Fahrer unangemeldet nun nicht wirklich lange fahren kann, ohne erwischt zu werden.
9. Mai 2010 um 14:46 Nick(Quote)
Lieber Torsten,
ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, wollte aber nur kurz zwei Punkte in deinem Beitrag ansprechen.
Gründsätzlich ist das Problem, dass du deine Argumentation im ersten Teil mit dem letzten Satz komplett über den Haufen wirfts.
Dein Chef KANN nicht mehr bezahlen. Wenn es jetzt einen Mindestlohn gibt, dann KANN dein Chef diesen Lohn nicht bezahlen.
Ergo wird entweder das komplette Unternehmen Insolvent gehen, oder du bzw. Kollegen werden entlassen um Löhne einzusparen.
(Die Möglichkeit der Tariferhöhung lasse ich erstmal, wie du in deinem Ausgangspost, außen vor)
Zweiter Punkt ist das Überangebot von Arbeitslosen.
Das Überangebot von Arbeitslosen ist gar nicht so groß wie man denken mag.
Die Unternehmen können in bestimmten Branchen einfach keine Arbeitnehmer finden und dadurch entgehen ihnen eine Großzahl an Aufträgen.
Du musst nur mal Mittags RTL oder wasauchimmer anschalten, da gibt es eine Sendung, da bewerben sich 3 Jugendliche auf einen Ausbildungsplatz.
Wenn du einmal gesehen hast, wie inkompetent und Arbeitsunwillig eine Großzahl der Schulabgänger heutzutage ist, bekommst du als Arbeitgeber das kalte Kotzen.
Das sind natürlich nicht alle, aber ich sage es mal mit den Worten meines Arztes, der lange eine Sprechstundenhilfe gesucht hat:
‘Ich bin froh, wenn sie überhaupt annähernd fehlerfrei schreiben können’
Wie schon gesagt, das Problem ist da und auch nicht einfach wegzureden, aber die hier angesprochene Herangehensweise ist wirtschaftlich nicht tragbar.
Ich wünsche mir ja fast, dass irgendwann mal ein Politiker der Linken einen Ministerpräsidentenposten innehaben wird.
Dann merken die Menschen vielleicht spätestens nach der Herunterwirtschaftung des betreffenden Bundeslandes, dass auch mit der Linken keine Schokoladenflüsse durch Deutschland fließen werden.
9. Mai 2010 um 14:48 Nick(Quote)
Zusätzlich muss ich noch sagen, dass ich gut finde, dass du trotz Politikverdrossenheit zur Wahl gehst, und die Partei wählst, die am ehesten deine Wünsche und Forderungen vertreten würde.
Denn wählen ist wie Zähneputzen, wenn man’s nicht macht, wird’s braun.
9. Mai 2010 um 14:54 alltagimrettung(Quote)
Ich muss diesen Post leider genauso anfangen wie meinen letzten. Ich stimme dir vollkommen zu Torsten.
Natürlich gibt es auch Nachteile für einen Mindestlohn, egal in welcher Branche. Das wir schon seit Jahren Lohndumping in fast jeder Branche haben, ist nicht zu übersehen. Das Problem ist, das wir uns als Bevölkerung fast alles gefallen lassen, mal abgesehen von den jährlichen Demos zu bestimmten Anlässen. Was die grieschiche Bevölkerung gerade macht, nämlich auf die Straße zu gehen, das würde ich mir für Deutschland auch wünschen, wobei ich aber nicht die Gewalt meine.
Wie sagte mal Roger Willemsen in einem Radiointerview: “er wundert sich, das es noch keine sozialen Unruhen in Deutschland gibt”. Recht hat er. Natürlich geht es uns im Gegegnsatz zu anderen Ländern immer noch gut, aber wenn wir nicht wirklich aufpassen wird es uns selbst bald noch schlechter gehen. Wir müssen selbst mitbestimmen und uns gegen gewisse Dinge einfach wehren.
9. Mai 2010 um 15:31 Unterdosis(Quote)
@ Nick: “…dass auch mit der Linken keine Schokoladenflüsse durch Deutschland fließen werden.”
Die Schokoladenflüsse im Wahlprogramm muss ich wohl übersehen haben, mir gings eher darum von meiner Arbeit ohne Beihilfen leben zu können. Aber hauptsache mal wieder gegen die träumerischen Linken gewettert, ne?
Mal ehrlich, ich diskutiere ja gerne sachlich bestimmte Inhalte. Aber ausser “Lafo hat sich verpisst”, “Gysi trau ich nicht” und “die sind eh alle doof” kommt irgendwie nichts rüber. Gähn.
9. Mai 2010 um 15:35 xy(Quote)
Mindestlohn hin oder her.
Letztendlich ist aus meiner Sicht der Mindestlohn keine wirklich Lösung der Ursache, sondern der Probleme!
Ein Mindestlohn, wie er häufig diskutiert wird, ist vllt für die nächsten zwei oder drei Jahre gut. Danach ist der Warenkorb den man mit diesem Mindestlohn kaufen kann, längst geschrumpft. Ergo das Geld verliert seinen Wert (=Inflation).
Wer wirklich einen Mindestlohn fordert, der sollte gefälligst auch einen relativen Mindestlohn fordern. Sowohl im Verhältnis zum Gesamteinkommen als auch im Verhältnis zur Inflation.
Das ist aus der Sicht eines Arbeitgebers allerdings total stressig umzusetzen, da überhaupt nicht kalkuliert werden kann, da sich der Mindestlohn ständig anpasst.
Ergo würde ich mich gegen einen Mindestlohn aussprechen. Nichts desto trotz sollte man sich mit dem Lohndumping auseinander setzen.
Und zwar so, dass man nicht noch mehr 400 Euro/1-Euro Jobs oder durch die Arbeitsagentur bezuschussten Stellen fördert.
Sonst wird es bald eine Schicht geben, die mit dem Hartz IV Satz auskommen muss, auch wenn sie Vollzeit arbeitet, und eine Schicht, die diese Personen beschäftigt…
9. Mai 2010 um 15:52 Nick(Quote)
@Unterdosis:
Für mich ist das das Äquivalent zu Schokoladenflüssen und weit weg von ‘von Arbeit ohne Beihilfen leben zu können’:
http://fendi911.files.wordpress.com/2009/09/l...
9. Mai 2010 um 15:55 FlyingT(Quote)
“Made in Germany” hat leider keine Chance gegen “Geiz ist geil”
Wer braucht schon einen Mindestlohn für z.b. den Einzelhandel wenn ich mir eh alles bei ebay oder amazon bestelle? Wer braucht einen Mindestlohn fürs Handwerk wenn ich bei MyHammer die leute sich selber unterbieten lassen ?
Wer braucht gute Gehälter in der Automobil Branche? die Rumänen von Dacia sind doch viel billiger.
9. Mai 2010 um 16:03 A.(Quote)
“Warum meint eigentlich jeder, dass er Ahnung von allem hätte?
Wieso geben Sportler, Sänger, Künsltler und Taxiblogger ihre Meinungen über Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zum besten, anstatt sich um das zu Kümmern, wovon sie etwas verstehen?”
Warum meinst du eigentlich, dass man nur seine Meinung dazu äußern darf, wenn man “vom Fach” ist? Man darf also keine Meinung zu einem Film haben, weil man kein Filmkritiker ist, kein Buch gut oder schlecht finden, weil man nicht für die FAZ schreibt und man darf kein Essen lecker finden, weil man kein Sternekoch ist.
Du scheinst von der Welt nichts zu verstehen, denn deine Aussage ist voll daneben.
9. Mai 2010 um 16:20 Nick(Quote)
Ich habe täglich mit hunderten von Chinesen und Russen zutun, die da völlig anderer Meinung sind.
Und auch in anderen Branchen ist die deutsche Wertarbeit noch hoch angesehen.
Nur, der Fachhandel (den du vermutlich ansprichst) ist schon lange nicht mehr das, was er früher war.
Schlechte Beratung bekomme ich auch im Internet.
9. Mai 2010 um 16:46 puddingglubbel(Quote)
Politiker haben keine Ahnung und führen nur die Anweisungen ihrer Geldgeber aus.
So beantwortete Dr.Silvana Koch-Mehrin, immerhin Vizepräsidentin des europäischen Parlaments am Mittwochabend in der ARD die Frage um wieviel die deutsche Staatsverschuldung wohl während der 75 Minuten dauernden Sendung angestiegen sei mit 6’000 Euro.Tasächlich sind es aber rund 20 Millionen gewesen. “…denn sie wissen nicht was sie tun” wäre ein passender Titel für dieses Drama.
http://gffstream-5.vo.llnwd.net/c1/m/12732219...
9. Mai 2010 um 16:48 Ly(Quote)
ich arbeite für nen fünfer die std, teilzeit, bin aufstocker. mit vollzeit wäre ich auch noch aufstocker. für eine taxifahrerin arbeite ich wenig, aber es ist eben gesundheitlich bedingt so.
unsere chefin kann nicht mehr zahlen, ich seh ja die umsätze. wenn ich die betrachte wird mir eh anders, ob wir überleben werden mit der firma, es gibt eine gut etablierte konkurenz direkt am ort.
trotzdem bin ich für eine mindestlohn von 7,- euro. wir könnten eine tariferhöhung verkraften, mit 1,30 den km sind wir eh die billigsten im umkreis. und in naher großstadt wäre nach meinem erachten das auch zu schaffen.
D ist im vergleich zu anderen ländern der EU schon ein Billiglohnland zu nennen. Hier schreit dann die welle die kein tsunami war, arbeit müsse sich lohnen. recht hat er, arbeit lohnt sich grad so immer noch. grad so reicht aber nicht. wenn da die rede von lohnabstandsniveau ist, dann bitte löhne heben.
9. Mai 2010 um 17:30 Sash(Quote)
@Torsten Bentrup:
Auch darüber hab ich schon nachgedacht. Manchmal finde ich die Idee mit einer dritten (oder vielleicht sogar einer vierten, Nacht und WE getrennt?) Tarifstufe ziemlich gut. Und natürlich höre ich auch ständig, wie teuer Taxifahren ist.
Allerdings sind das dennoch Randerscheinungen. Touris würden jeden Preis zahlen und gut informierte Ortsansässige loben das übersichtliche Tarifsystem. Meistens zumindest. Ein bisschen Spielraum wäre sicher, ich hab allerdings die Befürchtung, dass es ziemlich an der Kundenzufriedenheit (so sie denn da ist) rüttelt. Vielen ist nicht klarzumachen, warum die Rückfahrt 2 € mehr kostet als die Hinfahrt. Somit hab auch oft in die andere Richtung überlegt, ob man nicht solche Spielereien wie bei uns die Kurzstrecke doch wieder abschafft, damit es nur einen Preis gibt, und man vielleicht sogar Festpreise für beliebte Ziele benennt.
Noch dazu muss man sich überlegen, inwiefern das nicht wieder nur bestimmten Fahrern (Nacht, WE) zugute kommt. Sprich: Heißt das eine zwingende Abkehr von umsatzabhängiger Bezahlung. Denn zugegeben: Ich mag das Modell, bei aller damit verbundenen Unsicherheit.
Es ist einfach ein schwieriges Gewerbe für das Thema Mindestlohn.
9. Mai 2010 um 18:02 oli(Quote)
Vielleicht auch ein kleiner Gedanke an FDP’ler.
Wenn die gesellschaftlichen Gruppierungen weiter auseinander driften, wird es mehr Kriminalität geben. Ich denke das mir da kaum jemand widersprechen wird.
Private Sicherheitsarmeen kosten mehr Geld als eine Polizei, die von der Allgemeinheit bezahlt wird. Wer’s nicht glaubt.
Wie wärs mit einem Besuch in SaoPaulo, generell Süd-/Mittelamerika…
Gitter vor den Fenstern, selbst in den Slums. Ein Argentinischer Kollege war völlig begeistert, dass es in PB einfach so mal Nachts Sterne gucken und in die Stadt gehen konnte. Das hat er, abgesehen von Chile, nie zuvor erlebt.
Wollen wir das hier auch?
Vielleicht nochmal eine kleine Nachhilfe: Auch die BWL hat ein paar Grundregeln, auch wenn sie gerne ausgeblendet werden.
1) Actio = Reactio
2) und darauf bauend: Nichts ist unendlich, weder Rohstoffe noch Menschen, noch Sicherheit, noch die Freiheit auf Kosten anderer zu leben.
Bezug zum Taxi: Nimm nur registrierte Taxen in diesen Ländern, bei den Anderen wisst du nicht ob du heile ankommst…
9. Mai 2010 um 18:55 oli(Quote)
So, zumindest die Chance ist jetzt wieder da, das Menschen im Mittelpunkt stehen
9. Mai 2010 um 20:57 Wex Stallion(Quote)
Bei allem Verständnis, aber ihr Taxler solltet vielleicht auch mal bedenken, was ihr alles noch habt: Ihr habt verbindliche Taxitarife, ihr habt Konzessionen wodurch sich nicht jeder ein Taxi kaufen und mitfahren darf.
Das hatte der Güterverkehr bis 1992 auch und es ging allen gut, mittlerweile ist die Branche total im Eimer.
Dank jeden Tag beim Aufstehen wem auch immer, daß ihr sowas noch habt. Und das ihr keine Maut habt, die mal eben die Betriebskosten um 20% nach oben ballert, von denen man im günstigsten Fall 7% vom Verlader wiederbekommt, weil jemand mit dem gleichen Auto und anderem Nummernschild steht schon hinter dir und fährt für 20% drunter.
Grütze
Wex
9. Mai 2010 um 21:37 puddingglubbel(Quote)
Schon 1989 wurde die Abrißbirne gegen den Sozialstaat in Stellung gebracht.
2011 wird es noch besser. Dann dürfen polnische Firmen hier völlig frei agieren.
10. Mai 2010 um 01:17 maik(Quote)
So schaut es aus. Im Osten unserer Republik verdienen Fernfahrer teilweise nur noch 1 400 Euro brutto und das bei teilweise mehrwöchigen Touren und täglichen Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden.
Nur hilft da auch kein Mindestlohn, da in dieser Branche fast nur noch Festlohn gezahlt wird. Die Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden.
10. Mai 2010 um 05:38 Wolfram(Quote)
Wie man sieht, hat Herr Sieveke wohl nun eher andere Probleme.
Schön – Überheblichkeit wird nicht immer so schnell bestraft.
10. Mai 2010 um 08:04 Sash(Quote)
@maik & Wex Stellington:
Bei allem Verständnis… müssten die Arbeitsbedingungen in einer wirtschaftlich globalisierten Welt für ganz Deutschland etwas näher an Bangladesh ranrücken.
Was hilft es hier, Äpfel mit Birnen zu vergleichen?
Keine Frage, bei dem was ihr schreibt, geht es den Fernfahrern noch schlechter. Das ist traurig und nicht hinnehmbar! Aber deswegen kann man sich dennoch als Taxler genauso über seine Arbeitsbedingungen beschweren.
Auch wenn das vielleicht ein relativ neues Phänomen ist, so kann man doch heute wohl schlicht und ergreifend erwarten, dass man ein den Umständen entsprechend (finanziell) sorgenfreies Leben haben sollte. Zumal wenn man Vollzeit arbeitet.
Wir können hier (denke ich mal) gerne darüber streiten, ob ein Mindestlohn ein sinniger Weg dahin ist. Einfach nur zu sagen: “Seid doch froh!” halte ich für unsinnig!
10. Mai 2010 um 08:26 Sash(Quote)
Sorry für meinen Fauxpas! Ich meine Wex Stallion!
Was immer mir da auch im Kopf rumging
10. Mai 2010 um 09:44 toll(Quote)
vollste zustimmung zum artikel
10. Mai 2010 um 10:08 Kreuzfahrtinspektor(Quote)
Auf jeden Fall ist sicher das ein gesetzl. Mindestlohn nicht die (ideologisch motiviert propagierte) Arbeitsmarkt-Apokalypse wäre.
10. Mai 2010 um 11:42 Alf(Quote)
Ein Mindestlohn wär für alle Branchen sehr wichtig. Aber leider sind wir noch sehr hiervon entfernt, das liegt zum einen an der wirtschaftlichen Situation und zum anderen am Verständnis der Politiker für das “normale Leben”.
Es ist schlimm genug das es Jobs gibt mir niedrigerem Lohn als es bei der AG II Leistung gibt. Aber noch viel schlimmer ist dann die Situation mit der man umgehen muss, die einen halten einen für dumm wenn man 40 Stunden die Woche arbeiten geht und weniger Verdient als ein Hartz IV Empfänger. Die anderen halten es wiederrum für Sozial Ununtragbar wenn man die Leistungen der Argentur in anspruch nimmt und nicht Arbeiten geht nur weil man sonst weniger verdienen würde.
10. Mai 2010 um 12:35 Nicolai Hähnle(Quote)
Dummerweise ist eine Lohnnebenkostensenkung de facto immer eine Lohnsenkung. Betrachte das Ganze global: Wenn der Arbeitgeber weniger Geld zahlt, zahlt er weniger Geld. Und wenn tatsächlich ein Arbeitgeber die eingesparten Lohnnebenkosten an den Arbeitnehmer weiterreicht (haha, selten so gelacht!), hilft es trotzdem nichts.
Auch hier ist wieder die globale Perspektive notwendig: die Lohnnebenkosten verschwinden ja nicht in einem schwarzen Loch, sondern gehen in soziale Sicherungssysteme. Wenn die Lohnnebenkosten gesenkt werden, müssen sich diese Systeme also entweder anderweitig finanzieren (z.B. Erhöhung der Krankenkassenbeiträge) oder Leistungen reduzieren. Am Ende verdient man dann zwar vielleicht etwas mehr als Arbeitnehmer, dafür muss man auch mehr Geld in Krankenversicherung zahlen, oder man zahlt mehr Steuern.
Am Ende des Tages ist Lohnkostensenkung einfach nur Augenwischerei.
10. Mai 2010 um 12:44 Nicolai Hähnle(Quote)
@Torsten: Ich lese dein Blog gerne und deine Schreibe gibt mir den Eindruck, dass du wirklich ein grundvernünftiger Mensch bist. Aber in Sachen Linke scheinst du dir selbst zu widersprechen. Einerseits willst du sie wegen bestimmten Personen nicht wählen, andererseits gestehst du zu, dass diese Personen auch nicht schlimmer sind als andere Politiker.
Ich bin nicht auf Konfrontation aus (und die Wahl ist ja eh vorbei, mit interessanten Resultaten *g*), aber auf mich wirkt das, als wäre da kognitive Dissonanz im Spiel. Vielleicht kannst du die bis zur nächsten Wahl ja irgendwie auflösen.
(Hmm, vielleicht ist deine Auflösung ja auch, dass du gar keinen etablierten Politikern vertraust und deswegen die Piraten wählst. Ich habe nur das Gefühl, dass sich eine ganze Menge Piraten als auch nicht besser herausstellen würden, wenn sie denn an die Macht kämen. Zugegeben, das ist Spekulation, aber ich bin bezüglich der menschlichen Natur in der Hinsicht eher Pessimist.)
10. Mai 2010 um 13:44 maik(Quote)
@Sash:
Ja klar und das sollt Ihr ja auch. Schlieslich ist das hier ein Taxiblog
Dem ist nichts hinzuzufügen.
10. Mai 2010 um 14:02 Turtle(Quote)
Wenn der Arbeitsmarkt ein “Markt” im Sinne der Marktwirtschaft waere, wuerde es ja vllt. noch gehen (obwohl ich auch dann einen Mindestlohn fuer unausweichlich halte, immerhin geht’s um Menschen und nicht um Autos). Aber der Arbeitsmarkt ist nun mal kein Markt, da der arbeitnehmende Teil (Freiberufler usw. die auf eigene Rechnung arbeiten zaehlen dazu) haben im Zweifel naemlich nicht die Wahl ob sie einen unwuerdig bezahlten Job annehmen oder nicht. Tun sie’s nicht, ist das ALG weg. Das sollte die neoliberalen Marktradikalen auch mal erwaehnen.
Hinzu kommt, dass Flexibilitaet (Zeitarbeit) oft schlechter bezahlt wird als fester Vertrag. In einem Markt muesste umgekehrt ein Schuh draus werden. Dafuer dass der Zeitarbeiter keine Sicherheit hat, seinen Job demnaechst noch zu haben, muesste er eigentlich was extra bekommen und schlechte Zeiten zu ueberbruecken.
Last but not least verhindert ein Mindestlohn die weitere Auspluenderung des Sozialsystems, weil dann naemlich nicht der Staat einen Teil der Lohnkosten uebernehmen muss (Stichwort Aufstocker). Es gibt imho keine vernuenftigen und wirklich haltbaren Argumente gegen den Mindestlohn. Selbst in den USA gibt’s das, das Kapitalismusvorzeigeland.
Jetzt muss das nur noch die CDU begreifen.
10. Mai 2010 um 19:18 Ly(Quote)
@ Turtel
aus anderen Ländern, zb Frankreich, ist mir bekannt, das Zeitarbeit besser entlohnt wird als hierzulande.
1.: wegen dem Risiko, schnell wieder auf der Straße zu stehen wenn der Auftraggeber abspringt
2.: wegen der hohen Flexibiliät, die von dir als Mitarbeiter erwartet wird.
ich habe einmal, gar nicht schlecht entlohnt, für Zeitarbeit gearbeitet. Der Lohn war 9,50 Euro. Gar nicht schlecht. Aber eine Ausnahme. Ich war Teilzeitler und Springer als Empfangskraft. Bei der Zeitarbeitsfirma gabs so eine art Spesenumlage (Fahrtkostenzuschuss, Futtter). Aufgrund der geringen Std, zb nur 2 am Tag hier und da, stand die mir nicht zu, diese Zulage, also wurde mir der Std-Lohn erhöht von 7,50 auf 9,50. Das war fair. Aber nicht üblich.
Aber was red ich da… 7,50 als gepflegte Fachkraft am Emfang von Industriebetrieben, und 4,00 Spesenumlage tgl. gute PC Kenntnisse, hohe kommunikative Fähigkeiten, Englisch, Telefonzentrale, Mulitasking. Die Kolleginnen die das seit Jahren als Vollzeitler machen haben alle noch einen zweiten Job. In der Gastronomie, oder Sonnenbänke wischen. Und jederzeit kann man den Job verlieren. Ich wurde insgesamt drei mal aquiriert. Ein Auftraggeber sprang ganz ab, das wars dann.
Hier warben dazumal die Zeitarbeitsfirmen so:
sie bekommen von uns Einsätze, sie arbeiten Flexibel, das ist hochspannend, wenn sie keinen Einsatz haben bleiben sie bei uns angestellt, bekommen weiter Ihren Lohn bis zum nächsten Auftrag.
WAS für eine Augenwischerei, Lüge, das ist keine Realität. Auftraggeber weg, und du gehst stempeln, bis sie wieder was haben.
Und die Kollegen in der Produktion? Ohne Zeitarbeit kommt man nicht mehr rein in die Betriebe, geht für 7,50 Akkord kloppen an hochtechnisierten Anlagen. Wir haben hier 2 große Fabriken allein als Autozulieferer, Bremsen und Stoßdämpfer, Abwrackprämie sei dank. So mancher in der Firma direkt angestellte zittert schon lange das er gehen kann und über Zeitarbeit als gut ausgebildete Fachkraft wiederkommen darf.
Manche kommen über Zeitarbeit, werden dann übernommen für ein halbes Jahr direkt in der Firma, verdienen gut, um dann danach über Zeitarbeit wieder ihr dasein zu fristen bis die Firma meint, wieder direkt einstellen zu können. Ohne Zeitarbeit kommt man in unsere großen Werke gar nicht mehr erst rein. Alles auch nur noch mit einschlägiger Ausbildung und Zusatzausbildung. Ungelernt geht gar nicht mehr, Quereinsteiger auch nicht. Am Empfang habe ich auch Post gemacht. Und Bewerbungen gesehen. Eine fiel voll auf, ein Herr Prof Physiker, wollte in die Produktion. DAS ist nun schon 5 Jahre her.
Das deutsche Zeitarbeitsmodell ist obermies.
Apropo 3,- Euro die Std. Ich bin ja nun mal aus Aufstocker auch beim Amt. Mit ganz gutem Verhältnis muss ich sagen, keine Schwierigkeiten.
Vor ein paar Monaten sagte mir meine Sachbearbeiterin, das mein Lohn fast schon hoch sei, sie habe Kunden, die sie nicht abhalten könne (!) für zwei bis drei Euro die Std arbeiten zu gehen. Das sind Leute die um jeden Preis arbeiten wollen, es nicht aushalten zu hause. Zwei bis drei Euro die Std. Das ist O-Ton. Kein Hörensagen.
10. Mai 2010 um 19:22 Ly(Quote)
will sagen mit letztem Absatz, es ist nicht gleich das ALG weg.
Ein früherer SB den ich mal hatte sagte mir, er fördere ( mit Geldern ) nur Arbeitsplätze ab 7,- Euro die Std. Meine jetzige SB erzählte eben was von abhalten wollen für zwei bis drei Euro arbeiten zu gehen. Die Sachbearbeiter haben einen gewissen Ermessenspielraum. Ich denke umso größer die Stadt umso härter “das spiel”.
10. Mai 2010 um 20:24 Peter(Quote)
Eine Stewardess fliegt den ganzen Tag, trotzdem würde ich sie nicht fragen, wenn es darum geht, aerodynamische Eigenschaften von Flugzeugen zu berechnen.
Du darfst deine Meinung jederzeit äußern, aber Du musst es nicht. Du hast Ahnung davon, wie man Fahrgäste von A nach B bringt, wie man Leute identifiziert, die gleich auf die Sitze kotzen, weißt, wo man zu welcher Tageszeit vermutlich am ehesten ‘ne lohnende Tour bekommt, wie man aggressive Fahrgäste beschwichtigt und welches der kürzeste Weg von A nach B ist. Und vermutlich noch vieles mehr, was zu deiner Profession gehört. Du hast eine fremdgebildete Meinung über so ziemlich alles andere, weil Du Zeitung liest, Radio hörst und TV schaust und da erzählt wird, was in der Welt wie warum ist. Dann redest Du mit Freunden und bekannten darüber, die sich auch eine Meinung haben bilden lassen. Du hast dich doch, vermute ich einfach mal dreist, ohne dich zu kennen, nicht die letzten sechs Monate durch arbeitsmarkttheoretische Abhandlungen gequält, zum Mindestlohn und den Auswirkungen von Taxipreisen auf Nutzungszahlen beschäftigt, oder?
Du hast also eine Meinung, und sie ist leider nicht fundiert. Bzw, natürlich ist sie das, aber eben eher balancierend auf einem dünnen Stab, nicht auf einer soliden Konstruktion, denn Du hast das Thema nur oberflächlich betrachtet. Natürlich ist das dein gutes Recht, und ich will Dir gar nicht den Mund verbieten. Ich frage nur: warum musst Du dich dazu äußern? Warum fragt man Boris Becker, wie man die Ölpest im Golf von Mexiko bekämpfen soll? Der Mann ist ein Profi darin, wie man Bälle über ein Netz in eine markierte Fläche kloppt, zu anderen Themen fragt man andere Leute.
Wie gesagt: Du darfst dich äußern zu allem, wozu Du dich äußern willst, immer. Aber vielleicht sollten wir uns alle auf Dinge beschränken, von denen wir was verstehen. Dann wirkt’s auch nicht immer wie ein Stammtisch von Leuten, die vor’m Plattitüdenspucken kurz einen Wikipediaartikel gekaut haben.
Weil das Volk sie will.
10. Mai 2010 um 22:07 Ly(Quote)
warum richten wir uns nicht nur nach der meinung von modezar lagerfeld was die farbe lila angeht. er findet sie furchtbar depressiv.
ich finde sie total lebendig. warum ist meinung meinung? weil sie meinung ist, aus keinem anderen grund. ich hoch auf lila!
10. Mai 2010 um 22:07 Ly(Quote)
ersetze letzter satz “ich” durch “ein”!
10. Mai 2010 um 22:15 Ly(Quote)
by the way @ peter:
bei deiner argumentation dürfte vieleicht 97 % der Mitmenschen nicht wählen gehen, weil deren Meinung nicht fundiert genug ist, sie mittels Wahlzettel zu äussern. Damit mein ich jetzt nicht die die dazumal Herrn Kohl wegen seiner “hübschen Augen” wählten, ja das gabs auch.
Die restlichen 3% sind widerum fundiert durch studium und xyz-Bücher und 50 jährige Erfahrung, aber kommen auf keinen Konsens, weil sie, fundiert und jeweils ausgezeichnet rethorisch begründet, alle unterschiedlicher Meinung sind, und sie streiten sich wie die Kesselflicker mittels politisch beliebter Polemik.
ich mein ja nur
10. Mai 2010 um 22:25 Ly(Quote)
wie sagte letzt ein Fahrgast, Dr Dipl Inch, zu mir?
Man müsste die heutigen Studenten zwingen, für Kleingeld, wie er früher auch, nebenbei malochen zu gehen, um ihr Studium zu finanzieren. Er nannte das: “Realitätsprüfung für Jedermann”
und wech *winkewink* gutgelaunte Grüße
( mir jetzt nen maulkorb verpasse, et war grad so schön )
10. Mai 2010 um 22:40 Wex Stallion(Quote)
Die Stewardess soll das Flugzeug ja auch nicht warten, instandsetzen oder gar die nachfolgende Generation entwickeln.
Diese ganze Auftstockerei ist schlicht und einfach unehrlich und dient nur dazu irgendwelchen Statistiken bessere Frisuren zu verpassen, damit irgendwelche Theoriegebilde schön aussehen.
Entweder ich bin in der Lage eine/n Arbeiter/in Vollzeit zu beschäftigen und mindestens soweit zu entlohnen, dass er/sie über ALG2 liegt (und sei es nur ein Euro) oder es ist keine vollwertige Stelle. Feddich.
Es wäre ehrlicher zu sagen: “Sorry, ich krieg nicht genug Umsatz um dich zu beschäftigen, du musst gehen.” Das wäre scheisse, aber ehrlich. Verarscherei ist es zu sagen “Du kannst bleiben, machst das selbe wie vorher, kriegst aber 40% weniger, dafür darfste einmal im Monat einen halben Tag freimachen um deine ARGE-Anträge abzugeben.”
Dieses Globalisierungsgelaber ist oftmals Bullenpipi. Wenn Fabrikdirektor sagt “Ich zahl für den Wachmann nur 3,50 Euro die Stunde” dann soll er halt selber um seinen Schuppen rumrennen. Wo ist das Problem? Oder er nimmt seinen Privatjet und fliegt das Wachpersonal aus Ganzweitweg im Schichtbetrieb ein oder aus, soll er machen, wenn er Spaß dran hat.
Ich habe es selber erlebt, dass fünf recht gut bezahlte Kräfte (mittleres vierstelliges Monatsgehalt in Euro) vier Stunden debattiert haben, ob sich denn die Anschaffung einer Software für einmalige 2.000 Mark rechnet. Ich habe selber erlebt, dass ein Kfz-Meister mit dem Firmenbully 800 Kilometer fahren sollte um einem liegengebliebenen LKW einen Ersatzreifen zu bringen. Grund: Damit konnten 200 Euro für den Vergölst-Service “gespart” werden.
Um den Schwachsinn zu durchschauen brauch ich kein Studium. Da reichen mir locker die Grundrechenarten für.
10. Mai 2010 um 22:52 Peter(Quote)
siehst du einen zusammenhang?
10. Mai 2010 um 23:02 Ly(Quote)
@ Wex Stallion
das mit der Aufstockerei ist generell eine Niedriglohnfalle, da geb ich dir völlig recht. Im Taxigewerbe wird eh nicht gut gezahlt, und wer auf Umsatz fährt kann froh sein wenn er gute WEs hat als Rausreisser.
Wenn wir aber in dem Betrieb nicht für 5 Euro arbeiten würden, würde gar kein Umsatz generiert, so einfach ist das. Die chefin hat den Laden vor nem halben jahr übernommen und wir versuchen den hochzubekommen.
Allerdings ist das mit dem Aufstocken nicht so einfach wie du es darstellst.
Aufstocken kann jeder bis zu einem Brutto-Gehalt von etwa 1150,- Euro was alleinlebende angeht.
DAS ist ein Gehalt, das über dem Hartz-Satz liegt wenn du gar nicht arbeitst, wären im meinem Fall etwa 670,- Euro.
Wenn ich also Aufstocker also zb 500,- verdiene, behalte ich davon die ersten 100 und von jeden weiteren 100,- 20%, ab 800 bis Rest 10%.
Das ist aufstocken. Und nicht, das der Lohn über Hartz-Niveau liegen soll. Das tut er in den allerallermeisten Fällen.
Punkto LKW: Mein Vater war früher im Fernverkehr, in den 70ern. Der Lohn war nicht prikelnd, was er machte, er sparte sämtliche Spesen weil er sich Brote schmierte oder sonstwie Lebensmittel besorgte und nie Raststätten zum versorgen anfuhr. Nicht dass das der Tip sein sollte, es hatte sich ja mal gebessert. Die niedrigen Löhne ( und die Lenkzeiten) die es wieder gibt sind eine Sauerei.
10. Mai 2010 um 23:04 Ly(Quote)
@ Peter
“siehst du einen zusammenhang?”
ich sehe vor allem, das es keine politikerpersönlichkeiten mehr gibt die man wählen kann. wo sindse denn… ist doch nur noch profilierungscircus.
10. Mai 2010 um 23:14 Peter(Quote)
natürlich. Wie denn auch sonst? Der Wähler bekommt seine Meinung aus der Zeitung, oder, heute, aus’m TV. Wenn der, der gewählt werden will, nun mit was anderem ankommt, was meinst Du, wird passieren? Und wer, meinst Du, wird bei dieser Anordnung gewinnen: der Berufspolitiker oder der Fachmann für irgendein Thema? Jemand, der sagt “ich regel das, weil ich bin gut” oder jemand, der sagt “das ist alles nicht so einfach, aber ich werde mich bemühen”?
the price you pay for living in a democracy is that morons can vote, say anything they want and procreate at will.
und wer ohne nachzuschauen das zitat kennt, beweist zumindest guten geschmack.
11. Mai 2010 um 10:33 Unterdosis(Quote)
Bezeichnend für die meisten neoliberalen Argumentationslinien ist ihre Widersprüchlichkeit zu eigenen Grundsätzen.
Unregulierter Arbeitsmarkt: ja bitte, Vermittlungsgutscheine und Lohnkostenzuschüsse wie Kurzarbeitergeld nehmen wir aber gerne. Wäre unternehmerisch ja auch die pure Dummheit, Möglichkeiten zur Kostenreduktion nicht wahrzunehmen. Ebenso ist es aber unternehmerische Dummheit, jemanden teurer weiterzubeschäftigen, wenn man sich den nächsten Förderungsberechtigten greifen kann.
Mindestlohn nein danke, unsere Arbeitsverträge wollen wir immer noch schön selber aushandeln. Arbeitszwang hingegen finden wir richtig gut, der treibt uns die Bewerber in Heerscharen zu und ermöglicht Lohnpreisdrückerei.
Staatliche Konkurrenz ist Gift für den Markt, wie soll man denn konkurrieren gegen jemanden, der aus Steuermitteln subventioniert wird. Gegen Abwrackprämien, Kohle- und Agrarsubventionen hingegen haben wir nichts einzuwenden. Wäre ja auch unternehmerische Dummheit… usw.
Nein, Argumente gegen den Staat und staatliche Regulierung kommen nur, wenn man die eigenen Pfründe bedroht sieht; unterstützt staatliches Handeln die eigenen Interessen hingegen, na dann wollen wir mal nicht so sein mit unserer Theorie der unregulierten Märkte.
Atomkraftwerke, ja bitte. Aber nur wenn der Staat für die Endlagerung aufkommt, sonst lohnt sich das nicht mehr. Und es geht ewig so weiter…
Ob wir nun Geld an Arbeitslose zahlen oder an Aufstocker ist doch wirklich egal. Die Kassen mögen andere Namen tragen, es kommt aus der selben Tasche. Nur machen wir mit den Vermittlungsgutscheinen, Lohnzuschüssen usw. die Preise für Arbeit kaputt.
Der neoliberale Kapitalismus braucht immer “mehr”. Die Rendite muss steigen, sonst springen die Investoren ab (zumindest in der Theorie). Steigt der Gewinn mal weniger als erwartet, wird eine Gewinnwarnung ausgegeben.
Nur: wo soll das “mehr” herkommen? Kosten des Einen sind Gewinne des Anderen. Werden Kosten gedrückt, muss irgendwer weniger Gewinn machen. Wir drücken die Lohnkosten, der Michel kann weniger kaufen, wir nehmen weniger ein, wir müssen einige Michels entlassen, die Lohnnebenkosten steigen, unser Gewinn sinkt weiter, wir drücken also weiter die Löhne, der Michel…
11. Mai 2010 um 11:54 Jannek(Quote)
Eine sehr interessante “Diskussion”, warum sollte nicht jede/r “moron” seine Meinung sagen dürfen? Auch wenn er/sie “keine Ahnung” hat?? Es wird doch mit der Meinung(smache) gespielt, und wichtig ist doch wer welchen Interessen folgt. Oder nicht? Ein “schlauer” Politiker wird doch niemals zugeben, dass ihm die Hände gebunden sind. Er möchte doch wiedergewählt werden und dann die gesichterte Pension beziehen dürfen. Man nehme als Beisiel das akute Schuldenproblem, keiner der Politiker weiß wirklich, was geschehen wird, man verläßt sich auf “Fachleute”, diese geben den Politikern ihre “Einschätzung der Lage und möglicher Entwicklungen”, danach wrd entschieden. kann gut gehen oder auch nicht. Gerade am Sonntag geschehen. EZB und Griechenlandhilfe, sehr clever das an den Wahlabend zu legen. Es kann sein, dass wenn ausreichend gegen den Euro spekuliert wird, eine irre Inflation eintritt. Weitere Staatspleiten sind nicht auszuschließen.
Und damit bitte keiner denkt, was hat das denn damit zu tun, versuche ich den kreis annähernd zu schließen, es wird mir wohl nicht gelingen. Wer handelt aus welchem Interesse. Wie korumpierbar ist jeder einzelne? Welche Ehtik hat noch Gewicht und wieweit schaue ich in die Zukunft oder ist sie mir egal, es zählt nur der akute Gewinn.
Hatte letztens einen Kunden (bin auch ein Taxifahrer mit gefährlichem Halbwissen), mit ihm sprach ich über Ethik und Moral, ich fragte ihn, wem er noch vertraue,”nur seinen Freunden”. Und ob es normal zu sein scheint, jemanden über den Tisch zu ziehen (im business) ohne ein moralisches Hinterfragen oder eines schlechten Gewissens, er bejahte dies eindeutig. Wer fair ist gilt als naiv. Oder gut “abziehbar”, Dies scheint die gängige Moral zu sein, wer wundert sich dann noch über keinen Mindestlohn, Schwarzarbeit, zunehmende Gewalt und Selbstbedienungsmentalität auf allen Ebenen?? In permanenter Ohnmacht zum Handeln gezwungen. Es erinnert mich an die “Globalisierung” in der alle in ihrer Position ihrem Rad gefangen sind und laufen müssen. Keiner jedoch mehr die Verantwortung für die Gesamtsituation hat, wenn x nicht die Chance wahrnimmt ist y schon in die Bresche gesprungen, überholt x und tritt ihn dabei vom Rad.
Das ist reiner Ökonomischer Sozialdarwinismus, mehr nicht.
Warum soll kein Taxifahrer über das schreiben, was ihn bewegt, weil er deiner meinung nach keine Ahnung hat? Bist du hier die “intelligence police”?? Über was darfst du dich denn äußern ohne dich zu schämen??
11. Mai 2010 um 12:19 Nick(Quote)
@Unterdosis:
Du solltest dich vielleicht erstmal mit betriebswirtschaftlichen Grundbegriffen vertraut machen, bevor du sie im falschen Kontext verwendest.
Ansonsten ein schöner Monolog, der alle anderen Kommentare ausblendet und plötzlich sogar das Thema Atomkraft aufgreift, von dem nie die Rede war.
Wie wäre es noch mit Schmiergeldaffären? Oder generell Parteispenden und Dienstreisen?
Das gehört doch mit in die Gebetsmühle, oder nicht mehr?
Danke an Peter für seine fundierten und vorallem lesbaren Beiträge.
11. Mai 2010 um 15:45 Nicolai Hähnle(Quote)
@Nick: Dann klär uns doch auf, anstatt heiße Luft zu fabrizieren. Objektiv gesehen gibt es an Fundiertheit keinen Unterschied zwischen z.B. Peters und Unterdosis’ Postings.
Ich finde diese Gedankenströmung, man müsse ein Experte sein um irgendwo seine Meinung abzugeben, sehr gefährlich. Demokratie lebt vom Gedankenaustausch. Nur so kann man sich über Problemlösungen austauschen, Neues lernen und somit in einem neuen Gebiet zum Experten werden.
Zudem geht es in der Politik ja um Meinung, und die steht jedem zu. So steht es einem FDPler zu zu meinen, wichtigstes Ziel der Politik sei die Verbesserung gewisser wirtschaftlicher Kennzahlen, genauso wie es einem Linken zusteht zu meinen, wichtigstes Ziel der Politik sei die Verbesserung der Lebensumstände der breiten Mehrheit der Bevölkerung.
Jeder Äußerung eines Experten, und gibt er sich noch so neutral, liegt immer irgendwo versteckt eine Meinung zugrunde. Es ist notwendig, darüber zu reden, gerade auch unter Nicht-Experten. Gleichzeitig müssen die Nicht-Experten aber bereit sein, dem Rat der Experten zu folgen, solange diese ihre zugrundeliegenden Meinungen und Annahmen transparent machen.
Das Wichtige ist, dass niemand versteckte Agendas verschleiert (wie es die neoliberale Garde nur zu gerne tut), und das niemand vorgibt in etwas Experte zu sein, in dem er eigentlich kein Experte ist.
Zum Beispiel: Du versuchst mit deinem herablassenden Schreibstil (“Du solltest dich vielleicht erstmal … vertraut machen”) offenbar den Eindruck zu erwecken, dass du dich in einem bestimmten Gebiet besser auskennst als Unterdosis. Dummerweise kommt das, da du nichts konkret untermauerst, ziemlich unglaubwürdig rüber.
11. Mai 2010 um 16:04 Nick(Quote)
Dann ist das deine Einschätzung, und deine Einschätzung ist für mich im großen und ganzen ziemlich irrelevant.
Ich bin kein Lehrer und muss keinem erklären, dass er Termini, die er benutzt auch kennen sollte.
Nur soviel, das was ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber aufs Konto bekommt ist kein Gewinn.
Das sind nur die kleinen Dinge, die immerwieder zeigen, dass es schwer ist mit Personen über wirtschaftliche Zusammenhänge zu sprechen, die nur die Arbeitnehmerseite sehen und die Unternehmen ja sowieso nur die Gewinne einfahren um den Managerschnöseln (gerne auch Bonzen genannt) noch mehr Boni zu zahlen und den Mitarbeitern noch mehr Gehalt zu kürzen.
Und um beim Schreibstil zu bleiben, ‘neoliberale Garde’ zeugt auch mehr von Polemik als von gutem Stil, daher habe ich mich diesem Stil angepasst.
11. Mai 2010 um 17:27 Unterdosis(Quote)
@ Nick
Ausser formaler Kritik kommt von Dir aber auch nichts. Natürlich überweist man Angestellten keinen Gewinn, sondern Lohn, Gehalt oder meinetwegen Provisionen, Boni und was es da noch so an schicken Etiketten gibt.
Wir können auch gerne stattdessen von Ausgaben und Einnahmen reden. Allerdings wäre ein Beweis gedanklicher Flexibilität deinerseits, wenn Du dennoch versuchst mir zu folgen.
Binsenweisheit voraus: ich kann nur die Mittel ausgeben die mir zur Verfügung stehen. Selbst einen Kredit wird mir die Bank nur einräumen, wenn ich diesen mit den zu erwartenden Einkünften abtragen kann. Sonst gibts halt weniger oder gar nix. Wenn ich gar nix hab, kann ich auch gar nix ausgeben.
Alternativ lasse ich mir gerne von Dir erklären, wie man Wirtschaftswachstum trotz abnehmender Mittel auf Konsumentenseite erreichen kann.
11. Mai 2010 um 17:43 Nicolai Hähnle(Quote)
Hat ja auch niemand behauptet, zumindest Unterdosis nicht.
Und falls du aus Unterdosis’ letztem Absatz herausliest, dass er das behauptet (und nur dort spricht er überhaupt von Gewinnen und Arbeitnehmern im gleichen Satz) dann muss ich ehrlich sagen: So what? Nur weil jemand einzelne Worte vielleicht nicht 100% sauber verwendet wird noch lange nicht der Sinn entstellt. Sprache ist nunmal unsauber, komm klar damit.
Selbst Mathematiker sind in ihrer Sprache nicht immer 100% präzise. Wenn es dann doch auf die Feinheiten ankommt, kann man darüber immer noch reden.
Zwei Dinge:
1. Du hast ja nicht einmal versucht, darüber zu reden. Gut – vielleicht hast du es in anderen Foren versucht und hast die Schnauze voll, aber eben nicht hier, und nur das ist, was zählt. Wenn man keinen Bock mehr auf die Diskussion hat und nichts beitragen will, kann man auch die Klappe halten.
2. Genauso schwierig ist es, mit Leuten zu reden, die nur die Arbeitgeberseite im Blick haben. Gerade im Fall Mindestlohn, um den es hier letztendlich ja geht, ist bezeichnend, wie oft Regierungspolitiker reflexartig vor möglichem Stellenabbau gewarnt haben ohne überhaupt anzuerkennen, dass Lohndumping auch eine Art Sozialstaatmissbrauch ist, gegen den man etwas tun muss.
Im Übrigen ist es ja auch so, dass man einfach mehr Lärm braucht, um politisch etwas für die Arbeitnehmerseite erreichen. Ums polemisch zu sagen kann die Arbeitgeberseite das nämlich auch im Stillen bei der Geburtstagsfeier im Bundeskanzleramt erreichen, während die Arbeitnehmer eher selten mit der Kanzlerin ein Gläschen trinken können.
Ich vermute, dass die meisten derer, die du als so einseitig empfindest durchaus auch die andere Seite sehen können. Aber in einem beschränkten Kanal wie dem Internet setzt man den Schwerpunkt dann eben auf das, was wichtiger ist: nämlich der Arbeitnehmerseite Gewicht zu geben – die Arbeitgeber bekommen auch anders genug Gewicht.
Da ist der Gaul mit mir durchgegangen *g*
Es ist nunmal frustrierend, mit anzusehen, wie die diversen Vertreter gerade des INSM in den Medien als neutrale Experten verkauft werden, obwohl sie alles andere als das sind. Oft wird die Verbindung zum INSM nicht einmal erwähnt.
11. Mai 2010 um 18:50 Donalbain(Quote)
@Torsten Bentrup: Nur um das nachzureichen…die Aussage hat Herr Sieveke – wie man u.a. dem Westfälischen Volksblatt entnehmen kann – 2008 als Bewerber für die Bundestagskandidatur gemacht. Nachzulesen ist das unter: http://www.hubertus-struck.de/cdu-altenbeken/... und – als Scan aus dem WV – unter http://www.hubertus-struck.de/cdu-altenbeken/...
Zumindest damals war das seine Position, denn ich habe damals nicht mitbekommen, dass er gesagt hätte, er wäre falsch zitiert bzw. wiedergegeben worden. Merkwürdigerweise hat sich Ende 2008 aber auch niemand über die Äußerung aufgeregt oder es wurde einfach nur kein Leserbrief dazu abgedruckt.
Inwieweit seine damaligen Äußerungen heute noch seiner Position entsprechen, kann ich leider nicht sagen, denn mittlerweile äußerst er sich dazu nicht mehr so offen.
11. Mai 2010 um 19:06 Nick(Quote)
@Unterdosis:
Von mir kommt nichts? Von mir kam schon weiter oben genug, aber anstatt darauf einzugehen, kam von dir nur ein Beitrag zu den Schokoladenflüssen, auf dessen Antwort dann wieder nichts kam.
Wieso sollte ich mich an deinem Monolog beteiligen, wenn sowieso nur Reaktion auf Punkte stattfindet, die dir gefallen, oder gar keine, dafür aber neue Punkte aus den Tiefen der Politik kramst?
Um abnehmende Mittel auf der Konsumentenseite geht es doch gar nicht.
Dafür sehe ich selbst bei arbeitslosen Familien viel zu viele LCD Fernseher und Autos.
Aber das führt alles viel zu weit, denn wenn ich auf deinen Argumentationsstrang mit Lohnzuschüssen und (ein völlig anderes Thema) Agrarsubventionen eingehen soll, dann müssten wir erstmal von Arbeitnehmerschutz und mangel an qualifizierten Kräften sprechen.
Aber dafür, dass dann darauf sowieso nicht eingegangen wird, ist mir meine Zeit zu schade.
@Nicolai:
1. Granted. Ich habe das schon zu oft im Bekanntenkreis durchgearbeitet, deshalb habe ich das ganze hier vermutlich eher kurz gehalten.
Da, wie oben beschrieben, auch generell nicht auf meine Punkte eingegangen wurde.
Auch in einem anderen Beitrag hier im Blog habe ich das ganze schon aufgedröselt. Irgendwann ist man es leid.
2. Das schwierige ist, dass die Arbeitnehmer meist nicht sehen, dass die Arbeitgeberseite auch ihre Seite ist.
Was nützt es mir, 6 Monate lang 10% mehr zu bekommen, wenn ich danach arbeitslos bin?
Arbeitnehmer sehen sich immer gerne auf einer Stufe mit dem Meistverdienenden. Ob der allerdings mehr getan hat um wirklich so viel zu verdienen (also nicht nur zu bekommen) wird gerne ausgeblendet.
Ansonsten habe ich auch schonmal betont, dass unsere Wirtschaft weit ab vom Optimum ist.
Nur sollte man nicht an den falschen Punkten ansetzen.
Und was mir von den Medien (und sog. Medienjournalisten) verkauft wird, glaube ich ohne Hinterfragung schon lange nicht mehr. Und jedem, der sich ‘Experte’ nennt (sehr gerne sehe ich da die ‘Society-Experten’), begegne ich schon von vornherein mit großer Vorsicht.
11. Mai 2010 um 22:59 Christian(Quote)
Lieber Thorsten,
länger.
du sprichst auch mir aus der Seele. Und sage ich obwohl ich Taxenunternehmer bin. In Hamburg läuft das auch nicht anders, das Geschäft ist launisch, zu viele Taxen stehen sich die Reifen eckig. Das ich als Unternehmer keine Rücklagen bilden kann und keine Fahrer beschäftige, weil sich das für keinen der beiden Seiten lohnt, ist politisch gewollt. Der Gewinn am angestellten Fahrer beträgt höchstens 5% des Umsatzes. Das ist ein Witz. Kein Fahrer könnte von gesetzlich erlaubten Lenkzeiten von max. 48 Stunden in der Woche leben. Und wer so ich fünf Tage Woche hat, muss eine Frau oder Freundin haben, die Vollzeit arbeitet.
Guck mal in meinen Taxiblog, ich kritisiere die Zustände in Hamburg schon etwas
Gruß C.L.
11. Mai 2010 um 23:46 Thorben(Quote)
Christian: ist das Problem dann nicht in erster Linie, dass es zuviele Taxifahrer gibt? Ein Mindestlohn würde das, vermute ich, nur in Richtung selbstständige Fahrer verschieben. Wesentlicher wäre da doch eine Marktbereinigung, damit weniger Taxen unterwegs sind.
12. Mai 2010 um 01:12 Wex Stallion(Quote)
Da würde mich ja an der Stelle doch mal was interessieren. Laut Aussage des Taxlers, der mich die Tage mal kutschiert hat liegt der lokale Tarif bei 1,35 den Kilometer, die Jahresfahrleistung seiner Taxen im Schnitt bei 85.000 Kilometer.
Ich hab meinen Laden dichtgemacht, als im im Jahresschnitt auf 1,10 Euro den Kilometer gekommen bin, da hat sich der Laden getragen, nur für mich blieb dann irgendwie nix mehr übrig. Jahresfahrleistung der LKW lag bei etwa 90.000 Kilometer. (Erweiterter Nahverkehr)
Nun frage ich mich, und das ernsthaft!, irgendwas passt doch nicht zusammen. Meine letzte Sattelzugmaschine war ein neuer Actros 1836, Kaufpreis rund 80.000 Euro. Der Auflieger lag um die 25.000 Euro. (Dafür müsste ich doch mindestens zwei E-Klasse-Taxen kriegen. Oder eher drei?). Von den Dingern hatte ich drei (okay, einer war ein Hängerzug, tut sich in der Anschaffung aber nicht viel).
Ich hab den Fahrern gezahlt einen Grundstundenlohn von 11,57. Dazu 11 Euro Spesen (steuerfrei) pro Tag.
Trinkgelder kriegt ein LKW-Fahrer bei Industriekunden eher selten, mit ein bisschen Glück mal einen Kaffee oder mit verdammt viel Glück mal ne Wurst in der Kantine ausgegeben.
70% der Kilometer wurden mit Maut belegt.
Durchschnittsverbrauch: 32 Liter/100 km.
Kleinkram, wie: Persönliche Schutzausrüstung für die Fahrer (Helm, Warnweste, Schutzbrille, Arbeitsschuhe), pro Zugmaschine für ca. 200 Euro Spanngurte, Antirutschmatten usw.
Wechsel mal bei nem kompletten Zug die Reifen.
Was macht die Betriebskosten der Taxen so immens, sag es mir bitte!
12. Mai 2010 um 12:42 Ly(Quote)
@ Wex Stallion
du kannst in meiner Nachbargroßstadt gerade ein zwei drei Taxiunternehmen aufkaufen.
Konzessionspreis, frei handelbar nachdem die Behörde sie einmal ausgab:
40.000 Euro wollens allesamt auf jeden Fall. Ohne Auto. ( nur Berlin und noch eine andre Stadt die mir grad nicht einfällt kann jeder der will eine Konzession durch die Behörde erhalten, ansonsten freier Handel)
Dann finanzierst du also noch ein Auto. Mercedes, wenns denn einer sein soll, mit Taxipaket (Sicherheitssystem, Farbe, Taxameter, Funk etc) knapp 35.000 – 40.000. Es sei denn du machst ein Schnäppchen, kaufst gebraucht, oder kaufst eine andere Marke, Taxipaket ist jedoch immer teurer als Normalausstattung.
Versicherungssummen laufende Kosten Haftpflicht etc liegen weit höher als für Private PKW. Jährliches Uhreneichen kostet Geld, Einfuhrkarten in Stadteile mit Nachtfahrverbot, zb Altstadt, kosten Gebühren, bestimmte Standplätze ( Berlin Flughafen zb) kosten Gebühren.
Bis jetzt hast du noch keinen Euro eingefahren.
Du schließt dich einer Genossenschaft an die eine Zentrale finanziert? Einstandssumme ca 600 oder weit mehr. Mtl dreistellige Gebühren als laufende Kosten, damit du Fahrten über Funk/zentrales Telefon erhälst. Du fährst in einer Stadt mit mehreren Großzentralen? Mtl. Gebühren damit du Fahrten über Zentralen/diverse Rufnummern erhälst, oder du zahlst pro vermittelter Fahrt einen Obulus. Die Gehälter/Büro/Ausstattung der Zentralen müssen auch finanziert sein. Dazu die technische Ausrüstung. Kleinstadt oder Land? Ein Funkgerät und gut ist? Größere Gemeinden? in aller Regel diverse GPS-gestützte Vermittlungssysteme, die du erst mal kaufen/mieten musst. Kann man auch lassen und ohne Zentrale fahren und auf Einstiege und Handy ( werbung schalten) fahren. Oder auch nicht.
Bereitstellungspflicht: ganz ohne angestellte Fahrer geht es nicht. Es reglementiert sich so, das immer einige ganz ohne Fahrer reine Selbstfahrer sind, während andere Unternehmer Fahrer beschäftigen. Grundsätzlich muss in der Gemeinde gewährleistet sind, das rund um die Uhr Personen befördert werden können und jedes Aufkommen bedient werden kann. Verständlicher Weise kann an Sylvester zb nicht alles in 5 min bedient werden. Aber das sind Ausnahmen. Bei oben genannten Kosten müsste eigentlich jedem klar sein das man für 3-4 Spitzenauslastungstage im Jahr nicht extra Taxen bereitstellen kann.
Du hast immer noch keinen Euro verdient.
Der von dir genannte 1,35 Euro ist der Tarif bei Besetztkilometer. Die von dir genannte Jahresfahrleistung ist der Gesamtkilometer.
Da wo ich fahre habe ich in der Schicht mit Glück 85 cent Umsatz auf den gefahren km bei 1,30 als Tarif. Also unter Einbeziehung der Leerkilometer.
In Nachbargroßstadt ( Tarif 1,50) mit anderem Aufkommen WE nachts war ich happy wenn ich mal einen Euro/km schaffte mit viel Glück und günstigen Anschlüssen.
Jetzt bedenke noch dass das Taxi nicht rollt allein weil du das Autochen lieb hast, es braucht also noch Diesel, bei Taxiverkehr nicht subventioniert wie oft die Busse, und pro Fuhre unter 50 km gibst du 7% MwSt ab, über 50 km dann die gängigen 19%.
12. Mai 2010 um 12:50 Kein Geld(Quote)
Brauchen wir Noch Geld?
Was mich am meisten verwundert ist das sich hier alles nur ums Geld dreht.
Mindestlohn, Harz4 usw.
Gebt allen genügend Geld und wir werden festellen das wir Geld nicht mehr brauchen.
Kein Mindestlohn und der ganze Harz 4 Kram werden doch nur so tief gehalten damit die Bevölkerung in Angst lebt und die ” Bonzen” mehr abschöpfen können.
Die Finanzkrise ist nur der Anfang.
12. Mai 2010 um 23:23 Ly(Quote)
der letzte neue aus der Anstalt passt grad so schön
http://bit.ly/8ZqDb4
12. Mai 2010 um 23:45 Wex Stallion(Quote)
–
Konzessionspreis, frei handelbar nachdem die Behörde sie einmal ausgab:
40.000 Euro wollens allesamt auf jeden Fall. Ohne Auto. ( nur Berlin und noch eine andre Stadt die mir grad nicht einfällt kann jeder der will eine Konzession durch die Behörde erhalten, ansonsten freier Handel)
Dann finanzierst du also noch ein Auto. Mercedes, wenns denn einer sein soll, mit Taxipaket (Sicherheitssystem, Farbe, Taxameter, Funk etc) knapp 35.000 – 40.000. Es sei denn du machst ein Schnäppchen, kaufst gebraucht, oder kaufst eine andere Marke, Taxipaket ist jedoch immer teurer als Normalausstattung.
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Gut, haben wir bis jetzt die Sattelzugmaschine.
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Versicherungssummen laufende Kosten Haftpflicht etc liegen weit höher als für Private PKW. Jährliches Uhreneichen kostet Geld, Einfuhrkarten in Stadteile mit Nachtfahrverbot, zb Altstadt, kosten Gebühren, bestimmte Standplätze ( Berlin Flughafen zb) kosten Gebühren.
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So ein 40-Tonner ist im Unterhalt auch ein bisschen teurer als ein Panda. Gut, du zahlst am Flughafen, der LKW die Maut.
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Bis jetzt hast du noch keinen Euro eingefahren.
Du schließt dich einer Genossenschaft an die eine Zentrale finanziert? Einstandssumme ca 600 oder weit mehr. Mtl dreistellige Gebühren als laufende Kosten, damit du Fahrten über Funk/zentrales Telefon erhälst. Du fährst in einer Stadt mit mehreren Großzentralen? Mtl. Gebühren damit du Fahrten über Zentralen/diverse Rufnummern erhälst, oder du zahlst pro vermittelter Fahrt einen Obulus. Die Gehälter/Büro/Ausstattung der Zentralen müssen auch finanziert sein. Dazu die technische Ausrüstung. Kleinstadt oder Land? Ein Funkgerät und gut ist? Größere Gemeinden? in aller Regel diverse GPS-gestützte Vermittlungssysteme, die du erst mal kaufen/mieten musst. Kann man auch lassen und ohne Zentrale fahren und auf Einstiege und Handy ( werbung schalten) fahren. Oder auch nicht.
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Okay, das kann ich natürlich so nicht wirklich beurteilen. Aber das Provisionsding ist normal, wenn ich nicht direkt für den Auftraggeber fahre, sondern ein Vermittler zwischengeschaltet ist. Ob der Vermittler Taxizentrale XY oder Abfertigungsspediteur heißt tut ja nix zur Sache.
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Bereitstellungspflicht: ganz ohne angestellte Fahrer geht es nicht. Es reglementiert sich so, das immer einige ganz ohne Fahrer reine Selbstfahrer sind, während andere Unternehmer Fahrer beschäftigen. Grundsätzlich muss in der Gemeinde gewährleistet sind, das rund um die Uhr Personen befördert werden können und jedes Aufkommen bedient werden kann. Verständlicher Weise kann an Sylvester zb nicht alles in 5 min bedient werden. Aber das sind Ausnahmen. Bei oben genannten Kosten müsste eigentlich jedem klar sein das man für 3-4 Spitzenauslastungstage im Jahr nicht extra Taxen bereitstellen kann.
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Gut, das ist im Schwerlastbereich nicht ganz so extrem, da man ja nur laden/abladen kann wenn auch einer da ist. Gleichwohl würd mich da ja wiederum interessieren inwiefern diese “Abdeckung” geregelt ist.
Trotz recht zentraler Wohnlage (der zentrale Taxistand ist ca. 300 Meter von meiner Wohnung entfernt und vom Wohnzimmerfenster aus einsehbar) kommt es recht häufig vor, dass ich mir ein Taxi bestellen muss, wenn ich mal eins brauche. Und das mein ich nicht an Silvester oder so.
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Der von dir genannte 1,35 Euro ist der Tarif bei Besetztkilometer. Die von dir genannte Jahresfahrleistung ist der Gesamtkilometer.
Da wo ich fahre habe ich in der Schicht mit Glück 85 cent Umsatz auf den gefahren km bei 1,30 als Tarif. Also unter Einbeziehung der Leerkilometer.
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Du wirst lachen: Ein Transportunternehmer kriegt die Leerkilometer auch nicht bezahlt.
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Jetzt bedenke noch dass das Taxi nicht rollt allein weil du das Autochen lieb hast, es braucht also noch Diesel, bei Taxiverkehr nicht subventioniert wie oft die Busse, und pro Fuhre unter 50 km gibst du 7% MwSt ab, über 50 km dann die gängigen 19%.
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Bei einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von 32 Liter/100 Kilometer weiß ich schon was die Tanke da so in Rechnung stellt. Ich hab es seltens geschafft eine vierstellige Monatsrechnung zu bekommen.
13. Mai 2010 um 12:57 Ly(Quote)
@ Wex Stallion
“Du wirst lachen: Ein Transportunternehmer kriegt die Leerkilometer auch nicht bezahlt.
”
hab ich, danke
Es ist schwierig die Unternehmungen zu vergleichen. Oder auch wieder nicht. Da wo du mehr Ausgaben hast, bekommst du, so denke ich, auch etwas andre Einnahmen rein, du fährst sicher nicht dein Schüttgut oder ein Stückgut alleine und sonst leer (oder was auch immer) für 4,50 euro.
4.50 ist da wo ich derzeit fahre, also Kleinstadt, eine ganz normale Fuhre.
In benachbartem Oberzentrum sind Fahrten unter 10 Euro auch ganz normal, deren Rausreisser sind die WE-Nächte.
Die Bereitstellungspflicht heißt nicht, dass dein Taxistand 300 m vor deiner Haustüre immer besetzt sein muss, das geht gar nicht, man stelle sich vor, es ist ein Taxistand, der Tags mit Einstiegen gut klappt, zb nahe Einkaufszentrum, aber nachts ist da kein Schwein, ausser das da alle 3 Std mal eine Funkfahrt ankommt als Fahrauftrag von diesem Stand aus.
Oder aber der Taxistand ist gut frequentiert tag oder Nacht auch mit Einstiegen und Funkaufträgen, da gehst du hin und der Wagen fährt vor deiner Nase weg, und der nächste ist noch nicht da..
Nein, Bereitstellungspflicht heißt, das du als Kunde auch auf Anruf bei einer Zentrale innerhalb einer gewissen Spanne dein Taxi bekommst ( ausser Hochlastzeiten wie Stadtfeste, Sylvester, etc ).
13. Mai 2010 um 17:51 Sash(Quote)
@Wex Stallion:
Ich vermute mal, dass der Unterschied bei den gerade angeführten Rechnungen in der Fahrleistung pro Fahrer zustandekommt. Anders kann ich mir die Sache gerade nicht erklären. Du zahlst deinen Fahrern also Pi mal Daumen 11 € die Stunde. Lass es mit allen Nebenkosten 18 sein.
Wieviel fahren die denn pro Stunde so?
Wenn ich jetzt eine vereinfachte Wochentagsschicht im Taxi in Berlin überschlage (ist jetzt nicht unbedingt der Durchschnitt, eher ein bisschen darunter, aber nicht untypisch), dann sieht das etwa so aus:
Arbeitszeit: 8 Stunden
Kilometer: 100
Einnahmen: 100 €
Demnach 1€/km, bzw. 12,50 €/Std. und 12,5 km/Std.
In dem Fall ist das natürlich der Gesamt-Unternehmensgewinn. Mein Anteil als Fahrer liegt dabei bei 45€ brutto für die Schicht, also knapp unter 6 € pro Stunde.
Ich vermute mal, deine Fahrer schaffen einfach mehr Kilometer pro Stunde Arbeitszeit. Das wird der Unterschied sein, dass wir im Taxi schlechter ausgelastet sind.
13. Mai 2010 um 18:05 Tiffy(Quote)
Was ist mit Torsten los, die ganze Woche keinen Eintrag: Fürchtet er sich jetzt vor Neuwahlen?!
15. Mai 2010 um 23:31 torschtl(Quote)
1. Fakt ist, und das ist makroökonomisch bewiesen, dass ein zu hoher Mindestlohn gesamtwirtschaftlich schädlich ist und dadurch Arbeitsplätze verloren gehen.
2. Fakt ist, dass es nicht sein kann, dass jemand der 40-50h pro Woche arbeitet seine Familie nicht ernähren kann.
3. Fakt ist, dass ein Hartz4 Empfänger, der nichts arbeitet, nicht mehr Geld zur Verfügung haben darf, wie jemand der unter Punkt 2 fällt.
Die Gratwanderung, die zu leisten ist, ist mit Sicherheit keine leichte und hinter ihr steckt viel mehr als das plumpe Parolengeplärre, das von der LINKEn kommt. Die Linke will alles Geld verteilen, hat aber keinerlei Ansatz, wie es erwirtschaftet werden soll. Die LINKE setzt, so Leid mir diese Aussage jetzt tut, auf den ungebildeten Teil der Gesellschaft, der noch nie einen Ton von Volkswirtschaft und Dergleichen gehört hat.
Und ich sage es ganz ehrlich. Für circa 8-10 Minuten Fahrt mit dem Taxi zahle ich im Moment bis vor die Haustür 18,60€… meine Schmerzgrenze liegt bei maximal 20-22€… mehr würde ich für eine Taxifahrt nicht ausgeben. Wenn ein gesetzlicher Mindestlohn kommen würde, der die Taxifahrt für diese Strecke auf 25€ heben würde, dann würde ich in Zukunft auf den ersten Bus um 6 Uhr in der Frühe warten und nicht um 4:30 mit dem Taxi fahren. Und so denke mit Sicherheit nicht nur ich.
Alles hat Vor- und Nachteile, aber gerade in Bereichen in denen die Preiselastizität der Nachfrage sehr hoch ist, wirkt ein Mindestlohn im Endeffekt mehr GEGEN als FÜR die Beschäftigten.
16. Mai 2010 um 00:00 Wex Stallion(Quote)
@Sash
–
@Wex Stallion:
Ich vermute mal, dass der Unterschied bei den gerade angeführten Rechnungen in der Fahrleistung pro Fahrer zustandekommt. Anders kann ich mir die Sache gerade nicht erklären. Du zahlst deinen Fahrern also Pi mal Daumen 11 € die Stunde. Lass es mit allen Nebenkosten 18 sein.
Wieviel fahren die denn pro Stunde so?
–
Klar, wenn sie denn mal ans Fahren kommen, dann kommen die meist auch voran.
Nahverkehr ist aber kein Rückfrachtgeschäft, ähnlich wie bei den Taxen. Sicher, wenn er dann geladen und seine Papiere hat fährt er 200 Kilometer zum Kunden. Aber, bis auf wenige Ausnahmen, fährt er dann auch wieder 200 Kilometer leer zurück. Mit ein bisschen Glück kann er noch vorladen, dann war es das, dann kommt er morgens früher weg.
Wenn ich das Sonntags-Fahrverbot gegenrechne, würde ich überschlagsmäßig einfach mal behaupten, dass sich die direkte Kilometerleistung Nahverkehrs-Laster (Nicht Verteilerverkehr) und Taxe nicht viel tut. In der Jahreskilometerbilanz sind die vergleichbar.
Zu den Löhnen: Luft nach unten wäre wohl gewesen, aber dafür war ich nicht Ar***loch genug. Ich hab immer gesagt: Wenn die Autos ihr Geld von morgens um sechs bis abends um sechs nicht eingefahren haben, dann müssen sie es danach auf dem Buckel der Fahrer auch nicht mehr.
Ich hab die Bude zugemacht. Einen Zug hab ich komplett verscherbelt, zwei haben die Fahrer gekauft. Wenn man selber fährt rechnet sich das noch. Denen hab ich die Kontrakte zugeschanzt und für einen fairen Kurs die Karren auf Monatsrate verscherbelt. Win/Win oder wie das heißt
16. Mai 2010 um 07:41 Sash(Quote)
@Wex Stallion:
Was du schreibst, ist mir noch nicht ganz verständlich. Bin wohl etwas konfus gerade
Mir ging es natürlich um ALLE Kilometer. Inklusive Leerfahrten. Und wenn deine Fahrer das doppelt bis dreifache von mir pro Stunde verdient haben, der Umsatz pro Kilometer aber dem im Taxengewerbe entspricht, dann schätze ich einfach, dass sie entsprechend mehr Kilometer gemacht haben in der Zeit. Schließlich wirst du von 12 € Umsatz pro Stunde keine 11 € an die Fahrer gezahlt haben…
Ist übrigens sehr interessant, mal Zahlen aus einer anderen Branche zu hören!
20. Mai 2010 um 10:44 Joe(Quote)
Alter, du bist Taxifahrer! Das hat schon seinen Grund, warum ihr so wenig verdient: Null Ausbildung, null Qualifikation (und jetzt komm mir nicht mit dem Taxischein…). Ist doch klar, dass für einen Job, den fast jeder quasi sofort machen kann, nicht viel Geld gezahlt wird. Angebot und Nachfrage und so. Wenn es dir zu wenig ist, mach eine Ausbildung, geh studieren oder besorg dir anderweitig einen qualifizierten Job, ganz einfach.
20. Mai 2010 um 14:46 justinterest(Quote)
@joe
Niemand erwartet als Taxifahrer das Honorar eines Neurochirurgen zu ernten. Aber auch ungelernte Tätigkeiten müssen den Arbeitenden ohne staatliche Unterstützung menschenwürdig leben lassen können, oder?
Zumal: Als wirklich erfolgreicher Taxifahrer mit Stammkundenbindung brauchst du soft skills, die du halt eher nur schwerlich erlernen kannst. Neben fahrerischem Können solltest du schon über ein Mindestmaß an Konversationsfähigkeit verfügen, auch die Sozialkompetenz haben, mit dir unangenehmen Menschen noch höflich umzugehen, Stresstoleranz nicht zu vergessen, zudem mathematische Grundfähigkeiten auch mitten in der Nacht noch demonstrieren können etc.
Wer das nicht hat/ kann, wird in dem Job oft nicht lange bleiben, die allerorts festzustellende Fluktuation hat nicht nur damit zu tun, dass Geld anderwärts vielleicht leichter verdient werden kann.
21. Mai 2010 um 08:00 Andi(Quote)
Davon ab. Es gibt genügend Fahrer, die sich ins Taxi setzen trotz Ausbildung und Berufserfahrung. Sie sind nur irgendwann arbeitslos geworden. Und dass es zur Zeit nicht immer einfach ist, trotz aller Bemühungen gleich wieder eine Stelle in seinem eigentlichen Berufsfeld zu finden, sollte allgemein bekannt sein. Was macht da also z.B. jemand, der keinen Bock darauf hat, zu Hause zu versauern? Er erinnert sich daran, dass er ja mal einen Taxischein gemacht hat, als er während der Ausbildung nebenher Geld verdienen wollte/musste.
21. Mai 2010 um 12:26 Terpentin(Quote)
Ich fordere:

20 Euro für jede Einsatzstunde eines Taxis!!!
Es gäbe da eine Lösung…
4. Juni 2010 um 01:36 Stefan(Quote)
wieso nimmst du an, dss man von taxifahren eine familie ernähren können muss?
das mag hart klingen, aber ist halt doch realität, die von keinem politiker verändert wird.
auch wenn er es vor wahlen behauptet.
4. Juni 2010 um 07:08 Sash(Quote)
@Joe:
Es liegt mir zwar nicht sonderlich, aggressive Kommentare abzugeben, aber ich hoffe, dass Torsten das in dem Fall verstehen kann…
Es ist mir unbegreiflich, dass Arschlöcher wie du es schaffen, sich gelegentlich aus ihren vermeintlich sicheren Löchern trauen, um derart niveaulosen Müll verbaler Art irgendwo zu hinterlassen. Zwar halte ich deine Argumente noch für irgendwie verständlich, aber ich hoffe für dich, dass deine anscheinend wahnsinnig supertolle Ausbildung es auch nicht mehr nötig macht, Taxi zu fahren.
Denn auch wenn dein exorbitantes Genie dich offensichtlich unfähig macht, diesen Beruf auszuüben (denn da muss man mit Menschen unterschiedlicher Couleur entsprechend umgehen), solltest du dir vielleicht vor Augen halten, dass gerade für deinen verfickten Luxus Leute arbeiten, die nicht die Chancen hatten, die du irgendwann ergriffen hast.
Und bevor du fragst: Ich bin Taxifahrer, und das freiwillig und gerne. Aber Leute wie dich würde ich im vollen Bewusstsein, was ein entsprechendes Gerichtsverfahren mir einbringen könnte, gerne nachts um 4 auf einer einsamen Wiese stehen lassen, auf der du von brünftigen Elchbullen umringt um die Jungfräulichkeit deines Hintertürchens bangst…
(und nocheinmal ein dickes Sorry an dich Torsten, ich hoffe, das war ok!)
@Stefan:
Ein Job muss doch (insbesondere, wenn er vollzeit betrieben wird) wenigstens den Fortbestand der Art sichern können. Und das bedeutet mindestens mal den Arbeitenden und seine Kinder. Oder?