Zweiter und dritter Akt
Der Unfall hatte gestern Abend zu Schichtbeginn noch ein komödiantisches Nachspiel. Morgens hab ich meinen Chef nicht mehr gesehen und nur telefonisch “gebeichtet”.
Als ich dann um 18 Uhr an der Zentrale ankam, hatte er sich den “Schaden” am Taxi noch nicht einmal angesehen. Während ich so davon erzähle und die noch anwesesenden Tagschichtfahrer mir zuhören, kommt besagtes Taxi vor die Tür gerollt.
Wir Fahrer gehen raus zur Begutachtung, Cheffe hinterher und fragt ganz treudoof die Tagschichtkollegin:
“Wie ist Dir denn das schon wieder passiert?”
“Was denn?”
“Na, der Kotflügel vorne. Deine Kollegen habens sofort gesehen, als Du vorgefahren kamst!”
“Waaaas? Das war ich nicht! Das hätte ich doch gemerkt! Und ich würde Dir das doch sofort erzählen!”
“Ach komm, wer solls denn sonst gewesen sein!”
So ungefähr drei Minuten ging das Spiel, bis ich dann meine Schuld eingestand.
Etwa genausolange hat es dann gedauert, bis sie sich entschieden hatte: Wut oder Erleichterung.
Letzteres hat gesiegt, zum Glück!
Ein Lehrbuchbeispiel für die Verbreitung von Gerüchten hab ich gestern auch erleben dürfen.
Willkommen im dritten Akt!
Normalerweise habe ich meine feste Zeit für die erste Pause an besagter Tankstelle, gelegentlich richten sich nette Kollegen danach und fahren zur selben Zeit dorthin.
Gestern war es blöderweise die ersten Arbeitstunden total mieserabel. Keine fünf Euro Stundenumsatz, ein Fahrgast ohne Geld, eine Anfahrt im Vorort ohne das ein Kunde zu finden war… Pünktlich zur üblichen Pausenzeit begann es dann zu laufen, ich kam also erst eine Stunde später zum Kaffeetrinken.
Aber schon vorher würde ich per Telefon besorgt gefragt:
“Hier sagen alle, Du traust Dich nicht mehr her seit dem Unfall!”
Prust!
30. September 2009 um 07:44 Konstantin(Quote)
Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen…
Ich geh jetzt studieren! Und tschüss
30. September 2009 um 10:27 Drakoon(Quote)
Ev. braucht deine Kollegin mobiles Internet, daß sie immer via Blog zeitnah über deine Schicht informiert wird!
Dann kann sowas nicht passieren.
30. September 2009 um 10:34 DeserTStorM(Quote)
Lol wie geil. So sehr musste dich wegen dem kleinen Rempler nicht schämen
3. Oktober 2009 um 01:22 EckiPB(Quote)
Na ja, lieber Torsten,
da ich vermute, dass du den Rempler mit der “Kaffeebereiterin” der Tanke hattest, ließe sich eine gewisse Angst ja nicht völlig ausschliessen! Ob der Kaffee evtl. vergiftet oder zumindest versalzen sein könnte? Wie gehts dir denn heute???
*lach*
4. Oktober 2009 um 09:50 Torsten Bentrup(Quote)
@Drakoon: Hmm, irgendwie ist die mobile Internetnutzung bei Paderborns Taxifahrern so gut wie unbekannt…
@EckiPB: An der Tanke selbst hab ich da keine Bedenken, eine Kanne für alle Fahrer und Selbstbedienung. Da würde mich Gift oder Salz doch sehr wundern (und die Anzahl der besetzbaren Taxen in den nächsten Tagen recht stark dezimieren).
Aber gelegentlich sieht man sich ja auch privat. Da werd ich auf jeden Fall zukünftig drauf achten, daß jemand anders das gleiche Getränk bekommt!
PS: Der Schaden wurde inzwischen von mir beglichen: 14 Euro (vernünftig aufgerundet natürlich). Ganz klar: Pluskumpels halt!