Taxis aus aller Welt
Ja, ich war auch überrascht…
Aber das war nur der humorige Einstieg. Nach dem Weiterklick gibt es ganz viele Bilder und ein paar nette Geschichten. Quasi das, was vom Urlaub übrig blieb (incl. Rotlichterfahrungen!).
Besser spät als nie, gelle?
Nee, ist natürlich Blödsinn. Ich war allerdings wirklich überrascht über die Taxen am Sonnenstrand. Sicherlich, ein Daimler war weit und breit nicht zu sehen. Aber eigentlich die komplette Palette an Fahrzeugen zwischen Kleinwagen und Mittelklasse von meist europäischen Herstellern. Und kaum ein Wagen sah aus, als wäre er älter als 2-3 Jahre, in manch deutschen Städten ist das Durchschnittsalter deutlich höher.
Einen Kollegen hab ich allerdings wirklich bedauert. So ein indischer “Tata” ist irgendwie doch ein bißchen albern.
Richtig nervig ist es übrigens, wenn man die dort an jeder Straßenecke stehenden Taxen nicht benutzen will. Stellt Euch vor, Ihr lauft an einer Reihe von zehn Wagen vorbei und aus neun geöffneten Fahrerfenstern schallt Euch “Need a taxi?” entgegen!
Himmel, ich bin erwachsen. Wenn ich ein Taxi brauche, geh ich zum Wagen meiner Wahl und steige ein! Boah, in Deutschland ist das “Anlocken” von Fahrgästen zum Glück verboten!
Ein einziges Mal hab ich in der Woche tatsächlich mal ein Taxi genutzt. Da war der “Lockruf” allerdings etwas anders… Der Vectra hielt neben mir an, erster Abend und ich versuchte leicht orientierungslos mein Hotel zu finden. Das hintere Fenster fuhr runter und eine weibliche Stimme fragte:
“Fucking? 100 Leva, half hour!?”
Nein, wollte ich nicht. Konnte ich in dem Zustand sicher nichtmal.
Aber ich habe tapfer gehandelt und durfte für 10% des ausgerufenen Preises mitfahren und direkt vorm Hotel ungevögelt aussteigen. Gutes Geschäft, vermutlich für alle Beteiligten (ausser der netten Dame auf der Rückbank).
Ein weiteres Mal brauchte ich diesen Service dann nicht. Die Disco “Lazur” und deren Lage zu meinem Hotel war recht leicht zu merken. Und am Sonnenstrand gibt es einen supergenialen Service:
Diese Straßenmarkierungen gab es quasi an jeder Straßenecke und wenn man das “Lazur” gefunden hat, findet man auch mit Leichtigkeit das “Baikal”. Einfach vom Eingang der Disco immer gradeaus und an der Ecke mit den beiden Bars und dem Pancake-Stand rechts ab. Nach 100 Metern kommt dann der Hintereingang des Hotels vorbei, bzw. umgekehrt.
So, Thema Taxi ist damit abgehakt, jetzt gehts mal chronologisch voran.
Man weiß ja: “Urlaub fängt zuhause an!”. Und damit gabs dann auch gleich den ersten Schnappschuß hier am Flughafen, der Flughafenmitarbeiter im Feinrippunterhemd hat sich wahrscheinlich genau diesen Spruch zu Herzen genommen:
Die nächste Überraschung lauerte dann im Flieger. Auch wenn ein A320 mit 180 Sitzplätzen sicherlich nicht grade Business-Class-Komfort bietet: Ich konnte nicht nur einigermaßen bequem sitzen, sogar der Standard-Gurt passte. Meine größte Befürchtung beim Einstieg war damit vom Tisch.
Und kaum waren wir in der Luft für den knapp über zweistündigen Flug wurde auch schon das Essen serviert. Hatte ich nicht mit gerechnet, aber die Bulgaren sind halt gastfreundlich!
Zugegeben, Essen im Sinne von “lecker” war es nicht grade, die Butter (in der Kaffeetasse versteckt) hat nichtmal gereicht, um alle Beläge anzukleben. Und das war auch schon die erste Begegnung mit bulgarischem Käse, hier in der Variante “gelb”. Der Formschinken und die bulgarische Salamivariation waren auch nicht besser. Aber der gute Wille zählt! Ach ja, der Keks war recht lecker!
Im Bus vom Flughafen zum Hotel, der übrigens den Warnhinweisen zufolge sein erstes Leben in den Niederlanden gelebt hat, fühlte man sich als Deutscher dann wieder absolut heimisch:
Ich hab zuerst überlegt, ob ich diesen Absatz nicht eher nach dem Motto “Scheiß Fernsehprogramm im Bus, nur Standbild!” gestalte.
Wer meine Hotelbewertung gelesen hat, weiß ja, daß ich den Pool ziemlich gut fand. Schön groß und kaum von den Gästen genutzt. Es gab auch immer freie Liegen direkt am Rand, kein Vergleich mit dem heimischen Freibad!
Zugegeben, der Strand und das Schwarze Meer direkt dahinter waren noch größer. Allerdings auch deutlich windiger. Und da ich irgendwie keine Lust hatte, als “panierter Touri” am Strand zu liegen, hab ich mich mal auf das obligatorische Foto beschränkt:
Bulgarien, also zumindest am Sonnenstrand ist auch ein Eldorado für Fans von Fälschungen. Jede Menge fast echte Zigaretten, Klamotten, Uhren, Aldi-Läden… Aldi-Läden? Jau!
Drinnen gab es nichts, was man in als deutscher Touri im Aldi erwarten würde, dafür aber das typische Ferienortsortiment. Und vermutlich würde auch kein echter Aldi das “L” so komisch zusammenkleben.
Also klar: Fake!
Genauso wie meine neue Uhr. Aus Gründen, die ich gleich noch näher erklären werde, habe ich recht schnell auch mein Telefon fast immer im Hotelsafe geparkt. Und damit auch meine einzige Uhr. Eine Armbanduhr hab ich vor vielen Jahren das letzte Mal besessen. Es musste also Ersatz her, so ganz ohne Zeitgefühl kann ich auch nicht den Tag verbringen.
Was lag also näher, als einen der zahlreichen Uhrenverkäufer zu besuchen. Rolex und Omega waren mir zu protzig, es wurde also eine fast echte, aber zumindest dezente schweizer “Markenuhr”.
Auch wenn man sie besser nicht runterfallen lässt, die Uhrzeit zeigt sie bis heute sehr zuverlässig an! Nach dem Aufschlag auf dem Badezimmerboden sieht sie übrigens so aus:
Ein echtes Kapitel für sich waren übrigens die Geldwechsler. Im Hotel und in allen Crown-Stuben war es bestens, zwischen 1,90 und 1,91 Lewa für einen Euro. Der Unterschied zum offiziellen Kurs von 1,95583 (die Älteren unter uns haben gleich erkannt, Der Lew ist seit langer Zeit an die D-Mark gekoppelt) ist marginal und schlicht die legitime Gewinnspanne der Wechselstube.
Aber es gab auch jede Menge sehr dubioser Buden:
Wow, da gibts tatsächlich sogar einen Kurs, der noch besser als der “offizielle” ist! Gibt es? Nö, “we sell” steht da. Überflüssige Lewa kann ich dort für diese Kurse verkaufen, will nur im Urlaub so gut wie niemand. Der Kaufkurs für die Landeswährung ist nirgendwo zu finden, man kann sich vorstellen, warum das so ist.
Ein erster Warnhinweis wäre übrigens das Schild selbst gewesen. Ein dauerhafter Hinweis “only this week!” ist zumindest sehr verdächtig. Aber nächste Woche ist ja eh wieder “this week”, oder?
Das nächste Thema ist dann kulinarisch. Das Hotel-Buffet war ziemlich gruselig, aber dafür gab es alle paar Meter richtig gute Restaurants. Lecker, sehr angenehme Preisgestaltung und glücklicherweise immer Speisekarten mit Bildern.
Oft genutzt hab ich die Restaurants allerdings nicht. Blöderweise hab ich mir vor 11 Jahren den Magen “zusammentackern” lassen, seitdem bin ich schon mit Kinderportionen überfordert. Und stundenlang an einer Portion im Restaurant rumzuknuspern ist irgendwie doof.
Aber es gab mindestens ebensoviele gute Imbissbuden. Eine Pizzaecke oder ein gefüllter Pancake reichte mir völlig aus und kostete grade mal 1-2 Euro. Sowas will ich hier auch haben!
Aaaaaaaaber es gab eine Sache, bei der ich wirklich neidisch wurde:
Grillen ist für den Bulgaren an sich ein Grundbedürfnis. Dementsprechend gab es auch bei allen guten Restaurants eine Grillstelle vor der Tür. Und dort sonnten sich die leckersten Tiere. Es fiel mir sehr schwer, das Angebot nicht anzunehmen. Aber wie ich schon schrub: Stundenlang ein Stück Fleisch verzehren ist irgendwie doof.
Netterweise gab es am Wochenende nach meiner Rückkehr eine “Welcome back”-Feier bei einer lieben Freundin! Naja, genaugenommen ging es nicht um mich, ich war nur zur anlassfreien Grillparty eingeladen.
Und was gab es?
Und wenn man über Stunden hinweg immer mal ein kleines Stück vom Schwein abschnippseln kann, kann ich das Tier auch genießen. Danke!
Für die Tierfreunde unter Euch: Das Schwein hatte eh keine Überlebenschance! So ganz ohne (Hinter-)Beine.
Übrigens ist es beim Spanferkelessen total lustig, den anwesenden Mädels gelegentlich ein langgezogenes “Baaaaaaabe!” ins Ohr zu flüstern.
Für diejenigen unter Euch, die bis hierhin durchgehalten haben: Noch eine Rotlichtgeschichte! Ich weiß doch, was Ihr wollt!
Seismo hat mich schon vorm Urlaub gewarnt und er hat recht gehabt! Es gibt unglaublich viele Huren (ja, das ist der aktuelle PC-Begriff) am Sonnenstrand und sie sind wirklich aufdringlich.
Das würde mich eigentlich nicht stören, wenn sie denn ein “Nein” akzeptieren würden. In den letzten Tagen meines Urlaubs haben sie das auch, mein “Nein” wurde auch sehr aggressiv nach meinem ersten Erlebnis mit den Mädels.
Ich war grade auf dem Heimweg und hatte mich eigentlich schon ganz gut gegen Taschendiebe jeder Art gewappnet. Ich hatte extra eine Geldbörse als “klaubar” dabei, drinnen ein bißchen Kleingeld für das nächste Getränk, aber nie mehr als 20 Lewa. Münzen und 1-2 kleine Scheine, kein Ausweis oder gar eine Bankkarte. Das Restgeld war lose in einer anderen Hosentasche deponiert.
Und dann kamen die Mädels auf mich zugestürmt und boten mir ihre Dienste an. Mein “Nein” wurde minutenlang hinterfragt: “Warum nicht? Super Blowjob! Ganz billig!”.
Nun, ich blieb standhaft und lies mich auf nichts ein. Wie auf ein geheimes Zeichen (das es wahrscheinlich auch gab) verschwanden plötzlich alle.
Ein prüfender Griff von mir zur Börse. Okay, ist noch da. Dann der Griff zum “Depot”. Scheiße, diese Drecksäcke! Die haben es doch tatsächlich geschafft, mir die Scheine aus der Tasche zu ziehen, ohne das ich es gemerkt habe. 40 oder 60 Lewa. Naja, mich machts nicht arm und vielleicht erspart es denen ein paar “Turnübungen”. Zu ändern war es eh nicht mehr, von den Frauen war nichts mehr zu sehen.
Ein paar hundert Meter weiter war noch eine nett aussehende Bar. Auf den Schreck wollte ich jetzt doch noch ein Bier trinken. Während der Barkeeper zapft, hole ich die Börse raus und will einen Schein zücken.
Fuck! Diese Arschlöcher! Die haben es doch tatsächlich geschafft, mir daraus auch noch die Scheine zu klauen. Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß man mir das Portemonnaie aus der Tasche ziehen kann, die Scheine klaut und es dann auch noch wieder unbemerkt zurücksteckt. Unglaublich!
Meine gesamte verbliebene Barschaft belief sich damit auf 1,5 Lewa, das Bier sollte 2 Lewa kosten…
Vorm ersten Schluck hab ich dem Barkeeper mein Dilemma erklärt. Seine Reaktion war grandios. Er nahm mein Restgeld und gab mir mit einem “Sorry” das Glas. War ihm wohl unangenehm, daß ich in seiner Heimat beklaut wurde. “Albatros” hieß die Bar übrigens. Sollte ich jemals wieder dort hinkommen, werde ich auf jeden Fall dort für Umsatz sorgen!
Was gibt es noch zu berichten? Karaoke! Im “Marina”, einer kleinen, gemütlichen Bar direkt am Strand. Happy Hour die ganze Nacht und ab 22 Uhr wurde gesungen. Zugegeben, bei vielen Liedern konnte ich leider nicht mitgröhlen, kyrillische oder schwedische Liedtexte sind für mich irgendwie nicht nachvollziehbar.
Da mußte ich also ein paar Mal am Abend selbst ran! Und auch wenn ich absolut überzeugt davon bin, daß ich richtig schlecht war: Standing Ovations gab es für mich!
Vermutlich galt einfach der alte Karaoke-Grundsatz:
“If it’s good, it’s good. If it’s bad, it’s better!”
Ich kann zumindest meinen guten Willen beweisen. Die Zettel hab ich leider aus Zeitmangel nicht mehr einlösen können, hätte aber jeden der Titel noch gesungen!
Bei meinem zweiten Besuch dort kam der DJ übrigens gleich auf mich zugestürmt: “Gestern wars leider zu voll, aber hier hab ich auch eine Extraliste für deutsche Lieder!”
Wie ärgerlich (für ihn), daß ich nun überhaupt keine Lust auf Volkslieder oder Andrea Berg hatte. Und den Rest der knapp einseitigen Liste kannte ich größtenteils nichtmal…
Und nachdem ihr jetzt (fast) alle Fotos und Geschichten meines ersten echten Urlaubs kennt, bleibt mir nur noch ein einziges Abschlußfoto!
Mein Heim-Flieger in der Trendfarbe der Saison!
Und diesmal hatte ich sogar einen Platz am Notausgang! Beine ausstrecken, kurzes Nickerchen, etwas holpriger Flug. Aber wie Ihr wisst: heile wieder angekommen!
-Ende-















26. September 2009 um 10:25 Newty(Quote)
Bei Huren(PC inklusiv) “standhaft” bleiben – wer kennt es nicht, bezahlen und dann warum auch immer nen fleischfarbenen Flubber auspacken. YMMD
PS: Diebstahl aus der ausgezogenen Hose ist noch einfacher, als wenn man sie angezogen lässt ^^
26. September 2009 um 11:41 RiO(Quote)
Taxis ? -> Taxen !
26. September 2009 um 11:47 Torsten Bentrup(Quote)
Nö, beides ist möglich mit leichtem Vorteil für “Taxis”: http://de.wikipedia.org/wiki/Taxi (gleich im ersten Satz).
Ausserdem ist die Überschrift natürlich eine Referenz an den Berliner Kollegen http://www.taxiblogger.de/?cat=6
26. September 2009 um 15:56 Moku(Quote)
“Taxis” ist lustigerweise sogar die ältere Version, da Fremdwörter im Deutschen standardmäßig erstmal ein “s” als Pluralendung bekommen. “Taxen” ist die eingedeutschte, jüngere Form. Also ist es sogar traditionsbewusster “Taxis” zu schreiben.
26. September 2009 um 16:15 Daniel(Quote)
Schöner Urlaubsbericht
)
Bis auf die aufdringlichen Huren und Taschendiebe (dagegen hilft es anscheinend ungemein nicht alleine unterwegs zu sein) hat bei mir alles Erinnerungen ausgelöst (inkl. einzige Taxi am ersten Abend vom Lazur zurück
Gut, der Aldi hieß damals noch Valdi und das Spanferkel sah nach Hund aus, Air VIA hatte (vor 5 Jahren) statt 4x A320 noch 4x Tupolev TU-154M, aber ansonsten hat sich seit damals wohl nicht viel geändert
26. September 2009 um 18:28 Tiffy(Quote)
Oh, wenn ich das mit meinen Urlaub am Genfersee vergleiche, scheint Bulgarien etwas völlig anderes zu sein. Es ist so unterschiedlich, dass man fast meinen könnte, ich habe gar keinen Urlaub erlebt.
Kann man das “Fucking? 100 Leva, half hour!?”-Erlebnis auch hierzulande haben, ich meine, wäre es dann so eine Art Taxi mit zwei Fahrern?
26. September 2009 um 23:45 Java-Dude(Quote)
Hi Torsten, wahnsinns Artikel! Ich habe sehr gelacht. Ich war mal in China für längere Zeit, da gibts auch einige Stories über wilde Taxifahrten. Ich hab damals ein Blog geschrieben, das müsste ich mal reanimieren und Dir dann nochmal posten.
Schöne Grüße aus Berlin,
Johannes
27. September 2009 um 01:02 Stefan Praß(Quote)
Hi Torsten,
sehr amüsanter Bericht. Besonders bei der Spanferkelgeschichte musste ich laut lachen. Ich handhabe es ähnlich, nur flüstere ich den Damen dann immer “Willst Du meine Mami sein?” ins Ohr…
Gruß
Stefan (ein Kollege aus dem Norden^^)
27. September 2009 um 06:21 Torsten Bentrup(Quote)
@Tiffy: Gerüchteweise gibt es gelegentlich mal Fahrerinnen, die beide Rollen spielen… Aber das sind wahrscheinlich nur fiese Unterstellungen von abgeblitzten Kollegen oder so.
Und ich bin überzeugt davon, daß der Genfersee wirklich eine ganz andere Art von Urlaub ermöglicht. Nicht zwingend schlechter, aber krass anders halt.
@Java-Dude: Mach mal!
27. September 2009 um 14:14 j0nas(Quote)
oh aufdringliche taxi fahrer
da hab ich auch ne gute geschichte aus Panama.
Da fahren die langsam hinter dir und hupen. Wehe dem der sich umdreht um zu gucken was los is (für deutsche ein reflex, hat bissel gedauert bis ich mir das abgewöhnt hab) dann kommen se gleich an und sind mittelmäßig enttäuscht wenn man nich mitfahren will.
Aber fürn paar doller durch ne ganze stadt gefahren zu werden hat auch was.
29. September 2009 um 08:24 Martin(Quote)
Hi,
bin gerade gestern aus Indien zurück und hätte mir gewünscht, das Anwerben von Fahrgästen wäre dort auch verboten! Total nervig die immer abzuwimmeln.
Die “Kollegen” haben auch immer schön versucht zu bescheissen, jedenfalls waren das die “größten Bescheisser, die mich je beschissen haben” (Zitat aus den Simpsons). Als ich mich mit anderen Indern darüber unterhalten habe, fragten die mich, wie das in Deutschland sei. Ich meinte, dass es hier sowas wohl nur sehr selten gäbe – lag ich damit richtig oder wird hier Ortsunkundigen auch mal ein zu hoher Fixpreis/ Umweg genommen? Bei dir natürlich nicht, aber kennst du Fälle, wo das passierte?
Gruß,
Martin
29. September 2009 um 08:43 Torsten Bentrup(Quote)
@Martin: Sowas gibts natürlich auch in Deutschland, aber regional sehr unterschiedlich. Je kleiner die Stadt, desto weniger. Viele Einwohner, eine starke Gemeinschaftszentrale und viele Touristen vertärken die “Verlockung” für die Arschlochkollegen. Kurz gesagt: Je geringer die Chance ist, nochmal den gleichen Taxifahrer zu bekommen, desto gefährdeter ist man.
In Paderborn mit seinen 17 eigenständig um Kunden werbenden Unternehmen würde ich diese Gefahr lediglich bei zwei Unternehmen als “überdurchschnittlich hoch” einschätzen. Aber mit viel Pech kann einem sowas wohl in jedem Unternehmen passieren.
Man erhöht die Gefahr als Fahrgast übrigens deutlich, wenn man sich direkt im ersten Satz als “unwissend” outet.
Ich hätte übrigens schlicht viel zuviel Angst, erwischt zu werden. Ein Beispiel aus der letzten Nacht: eine Standardstrecke vom Bahnhof zum Hotel Arosa, kostet rund 4,50 Euro. Wenn man die Verkehrsregel beachten will, kann man entweder einmal rund um den Parkplatz vorm Hotel fahren und der Fahrgast wundert sich, warum man nicht direkt vorfährt.
Man darf aber einfach nicht dort abbiegen.
Oder man fährt durch die Alte Torgasse und pirscht sich von der anderen Seite ran. Ist etwas kürzer, aber wenn man etwas geometrisches Denken mitbringt, wundert man sich dann auch und vermutet einen Umweg.
Es hat Jahre gedauert, bis ich mir das illegale Linksabbiegen (spart keine 50 Cent vom Fahrpreis) abgewöhnt habe. Danach hab ich es anfangs den Kunden immer noch erklärt, inzwischen nur noch auf Nachfrage.
Wenn mich Kunden unterwegs sowas fragen, kriegen sie übrigens grundsätzlich eine Visitenkarte von mir in die Hand gedrückt: “Spätestens, wenn Du irgendwann mal zuviel für die Strecke bezahlt hast, wirst Du sie brauchen! Mir sind zufriedene Kunden lieber als ein paar schnell abgezockte Euro.”
Wenn ich das Gefühl habe, der Fahrgast schätzt den Satz nicht als “Bettelei” ein, füge ich auch gerne noch hinzu: “Mir ist es auch lieber, der Kunde gibt mir ein gutes Trinkgeld für gute Arbeit als meinem Chef für Umwege.”
29. September 2009 um 10:12 Flug(Quote)
Hallo Urlauber,
dein Urlaubsbericht war wirklich toll. Ich habe ihn gerne gelesen und du hast deine Erfahrungen toll umschrieben.
Ich selbst war noch nie in Bulgarien. Würdest Du mir empfehlen dort einmal Urlaub zu machen?
Positiv finde ich das von Dir beschriebene Preis-Leistungsverhältnis.
Was mich allerdings nerven würde, wären die Taxifahrer und die aufdringlichen Huren…
29. September 2009 um 14:24 Christian(Quote)
Ne andere Sache ist natürlich, wenn mir jemand nen Festpreis anbietet, der über dem normalen Fahrpreis liegt. Kommt selten vor, aber passiert doch mal mit.
Das wird dann auf der Rückfahrt angemacht, um den Fahrpreis für den Chef zu haben…
Natürlich fahr ich dann die 30€ Strecke für 35€ und lass auch das Taxameter aus
15. November 2009 um 18:59 Deny(Quote)
Das mit der Abzocke ist mir in Deutschland auch schonmal Passiert und zwar in Fürth als ich zum ersten mal ins Hauptqartier der Firma musste und mit dem Zug von der Schweiz her nach Fürth gefahren bin.
Am Bahnhof angekommen bin ich zu dem Taxistand gegangen (ich hatte keine Ahnung von der Umgebung) und hab mich zu meinem Hotel fahren lassen (Astron) nach ca 30 – 40 Minütiger fahrt waren wir dann da und alles war i.O. so wie ich dachte…
Als ich dann 2 Tage später (hatte leider keine Zeit um die Umgebung zu erkunden) hab ich mir dann bei der Abreise im Hotel ein Taxi bestellen lassen um wieder zum Bahnhof zu kommen. Als das Taxi kam und ich dem Fahrer gesagt hatte, wohin die Fahrt gehen sollte hat er mich nur entgeistert angeschaut und gefragt ob ich das ernst meine….. der Bahnhof ist etwa 300 Meter vom Astron entfernt, aber dennoch vom Hotel aus (weil hinter häusern) nicht zu sehen…..
naja war im ersten Augenblick für mich ziemlich peinlich… und der Fahrer hat sich tödlich aufgeregt als ich ihm die geschichte erzählt hatte…. !
Ich habs als lehrgeld abgetan.