Mein Lieblingszentralist
ist durchaus mein Juniorchef. Also derjenige, der für die für mich relevante Nachtschicht zuständig ist. Aber auch davon abgesehen, daß es sich dabei um denjenigen handelt, der auch meine Kündigung erreichen könnte: Der Mann hat einfach einen Humor, der mir sehr entgegenkommt. Schräg, skurill, fies zuweilen. Aber wenn man $Zentralist kennt, kann man selbst die komisch-geschmacklosen Sprüche sehr geil finden.
Ein typischer $Zentralist-Spruch kam vor einer Woche.
Ich wurde von ihm nach $ZweiOrteWeiter geschickt. Bei solchen Fahrten wird vorsichtshalber gerne “Fahr mal nach $Ort und meld Dich am Ortseingang” durchgefunkt. Es gibt leider immer noch Arschlöcher, die den Funk abhören und die Fahrten gerne klauen würden.
Und in diesem Fall hat $Zentralist schon die Adresse, aber noch nicht den Namen des Kunden im Mehrfamilienhaus genannt.
Kurz vorm Ziel hab ich also wie üblich am Funk gefragt:
“Hast Du in $ZweiOrteWeiter ‘nen Namen?”
Klare Ansage, ich will den Namen auf dem Klingelschild wissen.
Seine Antwort:
“Klar, $NameDesJuniorchefs. Wie in Paderborn auch. Aber meinetwegen darfst Du auch Big Boss zu mir sagen!”
Hmmm, das Leben könnte so einfach sein. Meine typische Antwort auf solche Verarschungen ist:
“Och Menno, $Zentralist, manchmal (und jetzt ist grade so ein Moment) bin ich sooooo müde!”
(mit freundlicher Referenz an Hella von Sinnen, die diesen Spruch gerne Hugo Egon Balder entgegengeschleudert hat, wenn er zu unterirdisch schlechte Witze versucht hat)
Ein anderes Beispiel:
Wir haben hier mit Wincor-Nixdorf einen sehr guten Kunden, der regelmäßig Taxen zu den umliegenden Hotels oder im besten Fall zum Flughafen bestellt. Die verschiedenen Eingänge des Industriekomplexes sind mit Abkürzungen bezeichnet, am liebsten hört man am Funk die Bezeichnung “E61″, das ist der Haupteingang. Dieses Kürzel geht täglich mehrfach über den Funk, jeder Fahrer weiß dann, was er zu tun hat.
Und was macht unser Juniorchef/Zentralist, während ich neben ihm stehe und auf ein Fahrzeug der Tagschicht warte, um endlich zu starten:
“$Wagennummer. Fahr mal “D62″!”
Ich hab sehr sparsam geguckt, über eine Fahrt hätte ich mich auch sehr gefreut. Muß ja nicht sein, daß die Tagschicht noch nach Feierabend eine potenziell gute Fahrt bekommt. Menno!
Bis ich dann auf den Trichter gekommen bin…
“D62″ war einfach nur die neue Abkürzung für “Damaschkestraße 62″. Und das ist die Adresse unserer Firma und der Funkspruch bedeutete nichts anderes als: Komm zur Zentrale und mach Feierabend.
Man kann echt niemand mehr trauen heutzutage. Blöd!
7. August 2009 um 08:31 Badratgeber(Quote)
Sag mal ist denn dann wenigstens dein Kollege in der Tagschicht zum falschen Ort gefahren oder hat er den Funkspruch sofort verstanden gehabt? xD
7. August 2009 um 15:30 Flo(Quote)
Ich bin soooo Müde stammt doch eigentlich von Majestix wenn seine Schildträger ihn unsanft zu Boden gehen lassen?!
8. August 2009 um 02:22 topas(Quote)
Wegen Fahrtklauern: Wenn das so ein Problem ist – wieso schlagt ihr die Id##### nicht mit ihren eigenen Waffen? Einfach zu Dienstbeginn mal ne Liste von 20-30 Fake-Adressen (bestimmte Adressen aus umliegenden Dörfern von denen eh kein Kunde kommt) unter den Mitarbeitern verteilen – und wenn die über’n Funk kommen dann einfach die Ansage ignorieren (und hoffen dass der Fahrtdieb vergeblich hinfährt). Ist kaum aufwand für euch ($Zentralist muss mal 15 ruhige Minuten nutzen um die Liste zu erstellen, $Fahrer kurz in der Liste schauen) und dürfte doch in deine Richtung Humor gehen