“Yippie, endlich mal in die Berge!” (mit Nachtrag)

Okay, der Fahrgast hat mich ein bischen blöd angeschaut, nachdem er diesen Ausruf von mir hörte. Dabei wollte er nur nach Altenbeken. Berge sind anders, aber 100 Höhenmeter Unterschied waren letzte Nacht der Unterschied zwischen feuchten Straßen und zugeschneiten Wegen.

Ich mag ja Schnee. Wenn man die Geschwindigkeit entsprechend anpasst und gut ausgerüstet ist, kann man damit auch bestens umgehen. Und ich war ideal unterwegs: nagelneue Winterreifen und ESP in der E-Klasse-Limousine (deutlich weniger hecklastig als die Kombis) ließen nicht die geringste Unsicherheit aufkommen.

Meine Spuren im Sand, äh, Schnee!

Das Foto entstand übrigens in Altenbeken, sind auch meine eigenen Spuren. Sehr schönes Muster, oder?

Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich noch Taxiunternehmen, die mit Sommerreifen unterwegs sind. Grade bei Fahrzeugen, die jährlich 100.000 Kilometer und mehr abspulen eine echte Dummheit. Es gehen eh 2-3 Sätze Reifen im Jahr drauf, da kosten die Winterreifen nicht mal ernsthaft mehr. Zumal ja seit einiger Zeit sogar die StVO eine wintergerechte Ausrüstung bei entsprechenden Wetterbedingungen fordert…

Die absolute Krönung fährt momentan am Flughafen rum. Heckgetriebenes Fahrzeug mit neuen Winterreifen vorne und alten Sommerreifen hinten. Geniale Kombination, da ist der Abflug eigentlich schon vorprogrammiert. Flughafen, passt ja auch wieder.

Und für den Erziehungauftrag hab ich noch eine alte Geschichte für Euch. Damals, so knappe 15 Jahre ist es her, durfte ich das erste Mal ein Dienstfahrzeug mit ABS fahren. Genau in der Nacht kam dann auch der erste große Schneefall und natürlich verschlug es mich in Richtung Etteln, da gibt es auch ein paar schöne Berge.

Einen besonders steilen davon wollte ich dann auch forsch runterfahren. Beim Bremsen kam die Panik. Die Karre wurde immer schneller und die geparkten Wagen kamen bedrohlich näher. Ich kam mit 50 Zentimetern Abstand zum stehen, weil mir in letzter Sekunde ein “Trick” wieder eingefallen ist: Zündschlüssel zurückdrehen. Nicht zuweit, nur eine Raste. Es geht nur darum, daß ABS lahmzulegen, dann klappt auch wieder das Bremsen auf losem Untergrund.

Der Grund ist ganz einfach. Mit ABS wird die Bremse immer wieder gelöst, wenn die Räder blockieren. Ohne ABS bleiben die Räder stehen und schieben so einen Schneehaufen vor sich auf, an dem man dann ruckartig aufgehalten wird. Mit ABS kann dieser “Bremskeil” nie entstehen.

Probiert das ruhig mal nach Feierabend auf einem Parkplatz aus, der Unterschied in der Bremswirkung ist echt heftig. Aber behaltet im Kopf, daß sowas wie Bremskraftverstärker oder Servolenkung auch nicht funktionieren ohne Zündung.

NACHTRAG

Nach einigen Kommentaren, die die hier beschriebene Vorgehensweise für gefährlich halten, noch ein paar Zusatzbemerkungen.

Die “Deaktivierung” des ABS ist natürlich nur dann nötig, wenn das Fahrzeug nicht schon mit “ABS plus” ausgerüstet ist. Dieses System wird nach Wikipedia seit 2006 bei Volkswagen verbaut und erkennt selbsttätig Fahrsituationen, in denen eine teilweise Deaktivierung sinnvoll ist.

Ich wusste bisher nicht, daß es da tatsächlich schon eine technische Lösung gibt. Hoffentlich setzt sich die Technik schnell in allen Fahrzeugklassen durch.

Mit “normalem” ABS finde ich meine Notlösung nach wie vor sinnvoll. Nützlich ist es natürlich nur, wenn absolut keine andere Möglichkeit besteht und die Geschwindigkeit niedrig genug ist. Bei Tempo 100 ist man ja auch genug mit anderen Dingen beschäftigt. Allerdings hat man sich bei der Geschwindigkeit auf Schnee einen Unfall auch redlich verdient.

Den Einwand mit der Eisdecke unter dem Schnee kann ich leider auch nicht so recht akzeptieren. Eine Lenkbarkeit auf Eis ist mit oder ohne ABS nicht gegeben. Es sei denn, man fährt sehr langsam. Und wenn man sehr langsam fährt, hat man auch genug Zeit, um ohne ABS (durch einfaches Lösen der Bremse) wieder zu lenken.

Und bitte auch den Hinweis auf die Übungsrunden nicht überlesen. Wer sein Fahrzeug nicht auch mal ohne Panik in Extremsituationen erlebt, kann sowieso nur schwer die dann auftretenden physikalischen Effekte wieder in den Griff bekommen. Üben!

Das mit dem Üben auf leeren Parkplätzen ist übrigens auch generell eine gute Idee. Das mach ich bei den ersten Schneefällen in den ruhigen Zeiten auch. Einfach, um ein Gefühl für das Fahrzeug auf rutschigem Untergrund wiederzubekommen. Die Grenzen der Physik gefahrlos “erfahren”. Und Spaß machts auch noch! :D

Eine Sache am Schnee finde ich allerdings auch doof:

Schneehaube

Menno!

34 Antworten zu ““Yippie, endlich mal in die Berge!” (mit Nachtrag)”

  1. krisz sagt:

    Das mit dem ABS ist ein klasse Tipp. Vielen Dank.
    Mit einem schweren VW-Bus werde ich das aber nicht ausprobieren wollen. Ohne Bremskraftverstärker ist das Bremsen mit blockierenden Reifen nahezu unmöglich.

  2. Dieter sagt:

    Ein guter Tip, evtl. die letzte Rettung, aber ungefährlicher ist es das ABS über die Taste zu deaktivieren. Gruß Dieter

  3. Torsten Bentrup sagt:

    @krisz: Das könnte man ja schon beim Probeschleudern austesten. Niedrige Geschwindigkeit und genügend Auslaufzone vorausgesetzt.

    @Kieter: ABS per Taste deaktivieren? Sowas hab ich zuletzt in einem Audi gesehen, als die noch kein A in den Typbezeichnungen hatten. Und nur dort. Gabs das sonst noch irgendwo?

    Damals hieß es durch die Blume, der Autofahrer wäre zu blöd und würde es zu oft abschalten und sich damit selbst gefährden. Es ist ja unbestritten, daß ABS hier im Flachland an 350 Tagen im Jahr sehr sinnvoll ist, beim Fahren auf Schnee, Schotter, Sand aber nunmal nicht.

    Fände ich trotzdem toll. Als Taster, nach dem nächsten Motorstart ist ABS wieder aktiv und muß bei Bedarf dann manuell ausgeschaltet werden. ESP kann man dagegen fast überall ausschalten, obwohl ich da höchstens alle 3 Jahre mal Bedarf habe (wenn ich mich festgefahren habe und verzweifelt versuche, mich “rauszuwühlen”).

  4. Isa sagt:

    Wir wohnen nicht in den “Bergen”, haben hier (Bremen) aber auch ganz viel Schnee. Normalerweise bleiben nur 5cm liegen, wenn es mal schneien sollte. Jetzt liegen hier aber noch gute 20cm. Ich muss ja schon sagen, dass mir noch ein bisschen mulmig ist, da ich heute nachmittag noch fahren muss und wir die Winterreifen vergessen haben. Aber früher hab ich es auch geschafft. Am besten war wirklich, als ich an der Ampel nicht loskam, da die Reifen nicht greifen konnten, im 2. Gang liefs dann endlich;)

  5. Jens N. sagt:

    So, mein erster Kommentar hier..hallo Torsten, hallo Leute,

    hab deinen Blog vor wenigen Monaten entdeckt und seitdem den ganzen Blog durchgelesen ;)
    Tut mir leid, dass ich dich gleich mit meinem ersten Kommentar kritisiere, aber ich denke, dass der Durchschnittsautofahrer mit Schnee sowieso schon überfordert ist.. da kann ihn dein Tipp mit dem Zündung ausschalten in Teufels Küche bringen. Spielen wir mal beide Szenarien durch:

    a) Zündung aus beim Bremsen: Funktioniert bei frisch gefallenen “trockenen” Schnee wunderbar, wie von dir beschrieben – aber nehmen wir an, es ist schwerer nasser Schnee (Schneeregen) oder unter dem Schnee ist die Straße gefroren: dann rutscht der Wagen mit blockierter Bremse unkontrolliert weiter.

    b) Benutzung von ABS: ABS verkürzt unter normalen Bedingungen den Bremsweg – wie’s in solchen Spezialfällen aussieht, kann ich nicht sicher sagen, doch den größten Vorteil des ABS kann man auch auf schnee- und eisglattem oder sonstigem unbefestigten Grund noch ausnutzen: der Wagen bleibt lenkbar und man kann dem Hindernis ausweichen.
    Wenn man merkt, dass es trotzdem nicht reicht und Ausweichen nicht geht, würde ich persönlich lieber in einen Schneehaufen reinbremsen; da macht man im Allgemeinen nicht soooo viel kaputt.

    Ich möchte mich nicht gleich am Anfang als Moralapostel verschreien lassen, aber wenn über Fahren bei winterlichen Bedingungen gesprochen wird, ist das für mich eine sehr heikle Thematik. Ich wohne in schneereichem Mittelgebirge und bin auch schon in ähnlichen Situationen gewesen (bevor der Vorwurf kommt, ich weiß nicht, wovon ich rede;).

    Im Übrigen halte ich es auch für gut, dass man ABS nicht ausschalten kann. Auch ESP hilft in schätzungsweise 98% aller Fälle. Abgesehen davon, dass ich (leider) keins habe, schalte ich’s bei anderen Autos nur aus, wenn es versucht, die Traktion zu verbessern und die Räder dabei soweit runterbremst, dass der Motor zu würgen beginnt ;)

    Und jetzt hör ich besser auf, sonst wird der Kommentar so lang, dass ihn überhaupt keiner mehr liest.

    Viele Grüße,
    Jens

    P.S. Weil ich gerade noch den Kommentar von Isa gesehen hab:
    @ Isa: Nimm bitte heute nachmittag ein Taxi!;)

  6. jo sagt:

    Heckgetriebenes Fahrzeug mit neuen Winterreifen vorne und alten Sommerreifen hinten.

    Wie bekloppt ist das denn bitte? Hatten wir das nicht irgendwann im Sommer schonmal diskutiert? Ah, hier: http://www.taxi-blog.de/wordpress/verkehrt/77...

  7. BRV-Christian sagt:

    Nix da für Schnee muss man in die Berge!
    Hier im flachen Norden der Republik hats die letzte Nacht ganz gut geschneit.
    Und ich hatte das “Glück” unseren Bus fahren zu “dürfen”.
    Ein älterer Sprinter, Heckantrieb und kein Gewicht auf der Hinterachse. War ein schönes Fahren, mehr als 40 bis 50 kmh waren einfach nicht drinne.

  8. Daniel sagt:

    Sogar bei uns 142m ü.d.M. im milden Oberrheintal liegt seit heute morgen Schnee *freu* – und alle Jahre wieder ist nicht der Schnee die größte Gefahr, sondern die große Zahl derer, die beim Anblick einer Flocke die Panik bekommen und kollektiv nicht mehr fahren können ;)

  9. Taximan224 sagt:

    Hat sich der Schnee auf DEINEM Auto wenigstens zum EIS gewandelt? Da macht das kratzen wenn man schön müde ist doppelt spass ;-)

  10. Christian sagt:

    Den Tipp mit dem ABS halte ich auch für etwas fahrlässig – das will sehr, sehr gut ausprobiert sein, bevor man sich an so was rantraut. Die ABS-Systeme sind ja mittlerweile auch sehr viel besser geworden, was solche Systeme angeht.

    Man sollte auch noch bedenken: Ohne ABS/ESP ist die Lenkfähigkeit deutlich geringer, was einem jegliche Ausweichmöglichkeit nimmt.

  11. Markus sagt:

    Den ABS-Trick geht besser wenn man die Sicherung fürs ABS ganz einfach raus nimmt, aber vorher unbedingt im Betriebshandbuch nach sehen welche das ist. Wenn man als Grobmotoriker den Schlüssel zu weit zurück dreht rastet u.U. das Lenkradschloss ein…

    Wenn man keinen Plan davon hat bzw. ein Auto Bj. nach 1995 -> FINGER WEG!!!

    Was aber gefahrlos geht beim Anfahrenden ohne ESP und sonstige Helferlein geht um durchdrehende Räder zu vermeiden: Handbremse leicht (!!!) anziehen und sanft anfahren, wenn man dann rollt die Handbremse wieder lösen!!! Wirkt wie eine (nicht vorhandene) Sperre.

    Und was das Thema Winterreifen angeht: Weshalb gibts die Dinger nicht auch bei den Autovermietern bzw. nur gegen Aufpreis? Hatte die letzten 2 Tage einen ein Jahr alten C180 Automatik-Kombi der dieses Jahr noch ausgesondert wird als Unfallersatzwagen. Gestern musste ich geschäftlich 2x durch den Hunsrück, auf dem Rückweg wurde es schon ziemlich weiss da oben (ca. 600m) und dann mit den Sommerschlubben unterwegs….

  12. Tinchen sagt:

    Naja, im Gegensatz zu euch Paderbornern sind wir in Altenbeken doch schon anderes gewohnt. War immer lustig, wenn ich morgens im Winter zu spät in die Schule kam nach Paderborn und gefragt wurde, warum. “Der Bus kam zu spät, bei uns liegt hoch Schnee!” “Schnee??? Es hat doch gar nicht geschneit.” :-)

  13. Tichondrius sagt:

    Komme was wolle, 50kg Streusalz auf der Heckachse mögen mich behüten vor den Pirouetten (auch wenns hier (PB…) wirklich keinen nennenswerten Schneefall gibt).
    Dann macht der Heckantrieb fast noch ein bisschen mehr Spaß :)

  14. bastelschubla.de » Blog Archiv » ABSolut sichere Schee-Tipps von Torsten sagt:

    [...] Schnee und Eis untwerwegs ist (und wer ist das in diesen Tagen nicht), sollte den Beitrag “Yippie, endlich mal in die Berge!“  dennoch [...]

  15. Netty sagt:

    Hier regnet u. stürmt es im Moment. Ich bin richtig neidisch auf alle Blogger in Deutschland, die vom Schnee berichten.

  16. topas sagt:

    Ich komme heute frisch von den Ir(r)en zurück… beim Flug über die Niederlande dachte ich noch, dass von Canabis auf Koks umgestiegen wurde, aber auch in Weeze sah es nicht anders aus.Kaum mal 3 Tage nicht in D,, und schon so ein Wetterumschwung… Will zurück auf die Insel – ok, ne Stunde Nieselregen am Tag, aber sonst trocken und wärmer:)

    @Jens: Der Vorteil bei Schnee ist (genauso wie auf Matsch), dass sich ohne ABS ein Bremskeil bildet – das hinderliche auf dem Fahrbahnbelag wird schon vor dem blockierenden Reifen weggeschoben, die Reifen können unten greifen auf dem Belag. Bei ABS rollt der Reifen ja kurzzeitig, der Reifen arbeitet sich jedes mal von oben durch den Schnee, und kurz bevor er auf dem Straßenbelag angekommen ist wird das Blockieren unterbrochen

  17. Jens N. sagt:

    Kann ja jeder im Endeffekt machen, wie er will, ich halte es für gefährlich…kann ja unter der Schnee-/Matschdecke auch gefroren sein;)

  18. Torsten Bentrup sagt:

    Vielen Dank für Eure Kommentare und entschuldigt die späte Antwort.

    Ein paar Sachen mußte ich da noch klarstellen und korrigieren, danke für die Denkanstöße!

    Da leider viel zuwenige Leute die Kommentare lesen, hab ich im Text noch einen kursiv geschriebenen Nachtrag eingefügt. Ich hoffe, mit der Version können wir alle leben! ;)

  19. Christian sagt:

    Danke für den Nachtrag :-) . Aus meiner Erfahrung würde ich allerdings sagen: Selbst auf Eisdecke lenkt es sich mit ABS/ESP/TC besser als ohne. Jedenfalls wenn man auf zugefrorenen Seen fährt ;-) .

  20. Torsten Bentrup sagt:

    Ob das nicht an der sanften Bremsung des ESPs liegen könnte? Ich wüsste nicht, was ABS auf spiegelglatter Fahrbahn ausrichten sollte.

    Ich will auch mal auf zugefrorenen Seen fahren! Wo macht man sowas?

  21. Christian sagt:

    Gut, wenn’s spiegelglatt ist, dann hilft nix mehr. Aber es gibt ja unterschiedliche Eissorten.

    Hier z.B.: http://www.bosch-presse.de/TBWebDB/de-DE/Pres...

  22. Badratgeber sagt:

    Hmmm wie gut das mein auto nocht nicht einmal ABS hat lol …. aber ich finde wenn man so überlegt das ich ein Auto aus dem Jahre 1993 fahre und ich TC besitze bin ich doch recht stolz :D

  23. Jens N. sagt:

    Auch ich danke für den Nachtrag!
    Das mit den Übungsrunden hab ich nicht überlesen, aber die Realität ist halt dann doch noch ein bisschen anders als man es auf dem Parkplatz einüben kann.
    Dass sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit/bei absolut spiegelglatter Fahrbahn wenig bis keine Haftung aufbauen kann, stimmt..aber ABS hilft definitiv, um das Auto wieder in Kontrolle zu bringen.
    Die Funktion von ABS ist, dass die Räder soweit runtergebremst werden, dass das Fahrzeug noch lenkbar ist. Bei Haftungsverlust auf glatter Fahrbahn hilft also ein mehr oder weniger beherzter Tritt auf die Bremse und zarte Lenkbewegungen, um den Wagen wieder in die Spur zu bekommen (ist wirklich so, hatte ich heut mehrmals:P).
    ESP hilft dagegen meist ohne, dass man es mitbekommt, weil es schon beim Ausbrechen mit einem stabilisierenden Bremseingriff an einem oder mehreren Rädern die Situation entschärft.
    Beides funktioniert natürlich nur in den Grenzen, die die Physik festsetzt, auch ein Computer kann nicht zaubern…wer, wie du sagst, mit Tempo 100 über Schnee oder Eis kracht, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen – in beiderlei Sinne…

  24. Sash sagt:

    Juhu! Endlich mal ein anderer Fahrer, der mir bezüglich Schnee, Vernunft und Gefahrensituationen aus der Seele spricht!
    Ich fahr selbst bald Taxi, und hab vier Jahre in Stuttgart Behinderte mit’m Sprinter durch die “Berge” gekarrt. Der kollektive Ausfall beim Physikwissen anderer Autofahrer ist in Stuttgart echt immens. Jedes Jahr: Erster Schnee, die Stadt liegt lahm.
    Auch ich bin immer mal wieder auf dem vereisten Cannstatter Wasen unterwegs gewesen und hab zum Spaß und zum Training “meine” Autos durch die Gegend rutschen lassen. Und immerhin kann ich eines behaupten: Ich hatte noch nie eine Gefahrensituation, in der ich falsch reagiert habe – und ich bilde mir ein, dass das auch daran liegt.
    Wie sich das technisch mit dem ABS verhält, kann ich nicht sagen. Bei mir hat es im Ernstfall immer mit funktioniert. Klingt aber einleuchtend. Wie auch bei so vielen anderen Sachen: Ich hoffe, ich muss es nie ausprobieren!
    PS: Lese das Blog nun schon eine Weile und finde es sehr unterhaltsam. Weiter so!

  25. Ulli F. aus L. sagt:

    @sash
    > …hab vier Jahre in Stuttgart Behinderte mit’m Sprinter durch die “Berge” gekarrt.Ich will auch mal auf zugefrorenen Seen fahren! Wo macht man sowas?<
    Auf Seen, wenn sie zugefroren sind!

  26. Ulli F. aus L. sagt:

    Tschuldigung, da ist wohl vorhin etwas schiefgelaufen.
    So sollte es heissen:

    @sash
    ” …hab vier Jahre in Stuttgart Behinderte mit’m Sprinter durch die “Berge” gekarrt.”
    Hmmh…ich finde deine Wortwahl, ich sage mal-interessant.

    @Torsten Bentrup
    “Ich will auch mal auf zugefrorenen Seen fahren! Wo macht man sowas?”
    Auf Seen, wenn sie zugefroren sind!

  27. Sash sagt:

    @Ulli F.
    Inwiefern “interessant”?
    Ich hab’s einfach mal verkürzt auf den Punkt gebracht. Falls du vermutest, dass ich den Job nicht mochte oder dergleichen: Ich hab das geliebt! Ohne Scheiss! Anführungszeichen würde ich nur bei den Bergen setzen, denn für mich als Südgemüse ist auch Stuttgart nur bedingt bergig – aber sicher mehr als das, was Torsten als “Berge” bezeichnet ;)
    Ich weiss ja leider immer noch nicht so recht, worauf du hinauswolltest – wäre also nett, wenn du das noch einmal erläuterst.
    Ich stehe gerne Rede und Antwort. :)

  28. Torsten Bentrup sagt:

    @Ulli: Flapsig, ja. Aber durchaus normaler Umgangston. Vermutlich würden es die behinderten Fahrgäste genauso formulieren, die sind üblicherweise ganz froh drüber, wenn man sie nicht aus falsch verstandenem PC “in Watte packt”.

    Zu den Seen: Ähem, der Trick dabei ist dann wohl, einen AUSREICHEND gefrorenen See zu finden. Und das geht hier dank milder Winter irgendwie gar nicht.

  29. Hajo sagt:

    Hallo Thorsten,
    es gibt etwas, was nicht am ABS hängt: wenn’s mal eng wird, hilft manchmal auch die Handbremse.

  30. Sash sagt:

    @Torsten Bentrup:
    Danke! Ich hatte nicht ganz verstanden, was Ulli F. “gestört” hat. Du hast Recht, das war einfach flapsig dahergesagt. Gehört wirklich zum normalen Umgangston. Vieler der Kunden wären wahrscheinlich vor Lachen aus dem Rollstuhl gekugelt, wenn ich ihnen gegenüber behauptet hätte, ich würde sie “chauffieren” :)

  31. Ulli F. aus L. sagt:

    @sash und Torsten
    Danke fuer die Aufklaerung. In der Tat hatte mich das “gekarrt” gestoert. Als Aussenstehender weiss ich nicht, welcher Jargon intern gebraucht wird. Mit “flapsig” kann ich gut leben.

  32. topas sagt:

    @Torsten: Wegen deinem Bild zum Beitrag: Standheizung hilft – oder eine Steckdose in der Nähe vom Parkplatz. Mich störte das Kratzen auch immer – nutze den Vorteil aus, dass mein Parkplatz direkt am Souterrain-Schlafzimmerfenster (ja, suboptimale Aussicht, ist ja nur Schlafzimmer) ist. Im Winter einen einfachen Heizlüfter (stabil, sicher, mit ausreichenden Abständen) auf die Mittelkonsole, Verlängerungskabel durchs Schlafzimmerfenster gelegt. Beim ersten Weckerklingeln in die Steckdose stecken, 10min später ist das Auto warm, Scheibe abgetaut :)

  33. Torsten Bentrup sagt:

    Zuhause hab ich eine Garage und am Arbeitsparkplatz keine Steckdose. Ich versuchs mal mit offenem Feuer, hihi.

  34. Florian sagt:

    Auch auf die Gefahr hin, dass es niemand lesen wird ( dein Beitrag ist ja doch schon ein Jahr her) möcht ich eins los werden: diverese Tests auf zugeschneiten/vereisten großen Parkplätzen haben bei mir folgendes Resultat erbracht: Fahrzeug ist ein Suzuki Grand Vitara mit zuschaltbarem Allrad, ABS, keine sonstigen Helferlein
    Ohne Allrad:
    Betriebsbremse: Wie zu erwarten greift das ABS ein, vom Gefühl her bremst das Fahrzeug mäßig bis schlecht. Ich habe keine objektiven Messwerte, aber: Man wird kaum in den Gurt gedrückt und der Bremsweg zieht sich ewig
    Handbremse: Wie zu erwarten greift das ABS nicht ein, je nach Geschwindigkeit etc. riskiert man schöne Heckausbrecher, ist also kaum empfehlenswert (ich bin mir aber leider nicht sicher, ob das Fzg ein Front- oder Hecktriebler ist. Kollegen zufolge soll das einen Unterschied machen. Kann ich leider nicht überprüfen)
    Mit Allrad:
    Betriebsbremse: same as Ohne Allrad
    Handbremse: wider meinem Erwarten hat es mich in den Gurt gedrückt und der Bremsweg war gefühlt halb so lang wie mit der Betriebsbremse. Zudem kein Heckausbrecher. Allerdings war die Lenkbarkeit eingeschränkt

    Ergo: gute Winterreifen sind das A und O, desweiteren sollte man aufjedenfall sein Fahrzeug mal packen und etwas in unkritischen Situationen üben. Es hat mir diesen Winter (ich lebe in Österreich zusammen mit viel Schnee und Eis auf den Straßen gut zusammen) sicher schon 1-2 das Leben gerettet, dass ich die Situation vorher im “Trockenen” geübt habe. Ausserdem geht nix über eine Runde driften mit Allrad(ohne Fremdgefährdung natürlich :) )

    Cheers

    PS: Torsten, echt genialer Blog! Mach weiter so, hast ab heute einen Stammleser mehr!

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