Funkrufnamen

Wenn, ja wenn am Funk ordentliche “Funkdisziplin” herrscht, gibt es auch Funkrufnamen. Viele Taxiunternehmen sind da ganz pragmatisch, es wird einfach der Firmenname gefolgt von einer Nummer oder dem Wort “Zentrale” genutzt.

Ich kenne da nur wenige Ausnahmen. Genaugenommen fällt mir grad nur eines ein: ein im Stadtteil “Stadtheide” beheimates Unternehmen hat sich da auf “Heide” festgelegt.

Aber auch, bzw. grade beim Behördenfunk muß es solche Rufnamen geben. Eine ausführliche Auflistung gibts hier: www.funkfrequenzen01.de/bos002.htm (gefunden bei http://zethher.blogspot.com…)

Von Langweilig bis Skuril ist alles dabei. In Aachen ruft man sich mit “Printe 1″, in Dresden funkt man nach “Zwinger 2″ oder “Wespe 3″ in Wesel. “Bacchus” für die Verkehrspolizeidirektion von Konz/Trier ist auch schön, Alkoholkontrollen machen da doppelt Spaß. Der Düsseldorfer Flughafenzoll nennt sich “Fortuna”, da waren wohl Fußballfans am Werke.

Im Paderborner Land gibts viel Langweiliges. Da nimmt man ein “Berthold” für Büren, ein “Dora” für Delbrück. Also einfach den Anfangsbuchstaben des Bezirks. Oder man orientiert sich an den umliegenden Gewässern, “Alme” für Neuhaus und “Talle” für Bad Lippspringe.

“Imad” für die Kreispolizeibehörde ist da schon deutlich schwerer zu entschlüsseln. Bis eben kannte ich nur die Imadstraße, ganz in der Nähe war früher mal die Hauptwache in Paderborn. Google klärte mich dann auf. Imad war ein Paderborner Bischof und Heiliger, der vor fast 1000 Jahren lebte. Sein Name bedeut “das allumfassend Edle” (althochdeutsch, Quelle: heiligenlexikon.de). Ein hoher Anspruch…

Richtig originell ist dann aber die Namensgebung der Polizeiwache am Flughafen: “Adlerhorst”!

Witze mit schwulen Raubvögeln bitte in die Kommentare… :D

40 Antworten zu “Funkrufnamen”

  1. Moonwish sagt:

    Wohin fliegt der schwule Adler?

    Zu seinem Horst!

    (Ich wollte ja eigendlich nicht, aber du hast es so gewollt!)

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Eigentlich hatte ich nur Angst, daß mir das jemand als Beamtenbeleidigung ankreidet. Aber jetzt hast Du ja den Schwarzen Peter! :D

  3. Taximan224 sagt:

    Hier in Wuppertal heissen die von der Grün-Weissen-Rennleitung “ALEX”.
    Ein Bekannter dieser Gattung musste vor Jahren mal mit seiner Einheit nach Berlin zum Sondereinsatz. Bei der Einfahrt zum Treffpunkt der Einheiten, spielten sie dann über Aussenlautsprecher “Hier kommt Alex” von den Ärzten(?) ab. War wohl das Highlight des Tages dort. Ich fands witzig…

  4. Taximan224 sagt:

    Ach ja, Taxifunk Wuppertal heisst “ELBA”.
    Obs nun von der gleichnahmigen Firma die hier war abstammt oder nur die Hauptstadtteile ELberfeld und BArmen gemeint waren, hat mich eigentlich nie interressiert.

  5. genevainformation sagt:

    Is’ ja mit digitalem Behördenfunk dann auch vorbei, das entspannende “der Polizeifunk zum Abend”.

  6. Armin sagt:

    Ich darf nicht nach Detmold ziehen ;-)

  7. Gerhard sagt:

    *psssssst*

    [klugscheiß]
    Beamtenbeleidigung gibt es nicht.
    [/klugscheiß]

  8. Markus sagt:

    “von den Ärzten(?) ”

    *hüstel* von den Hosen

    Markus

  9. Kurt sagt:

    @ Gerhard:

    Selbstverständlich gibt es Beamtenbeleidigung. Nur weil das Wort so nicht ausdrücklich im Gesetz steht, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.

  10. DayLight sagt:

    Naja, Adlerhorst…
    das kommt ja in der dt. Geschichte schonmal vor ,-)

  11. Gerhard sagt:

    Okay:

    Es gibt keinen Tatbestand der Beamtenbeleidigung, es handelt sich um eine normale Beleidigung, die natürlich strafbar; wenn der Beamte im Dienst ist oder der Dienst des Beamten beleidigt wird, kann das ganze aber unter anderem auch durch Antrag des Vorgesetzten verfolgt werden. Und das geschieht in der Regel auch.

    Besser?

  12. Anke W. sagt:

    Danke Markus, mir stellten sich schon die Nackenhaare auf.

  13. Sebastian sagt:

    Hmm.. die haben bestimmt seit einiger Zeit auch viel Spaß ;)
    Sparta
    BGS Grenzschutzabteilung Bad Bergzabern

  14. Kurt sagt:

    @ Gerhard:

    Ja, jetzt kann ich wieder beruhigt schlafen! ;-)

    Der große Unterschied zwischen der Beleidigung eines Normalbürgers und eines “Amtsträgers” ist eben, dass letztere erheblich teurer ist. Darin zeigt sich dann der Rachegedanken des deutschen Strafrechts….

  15. Gerhard sagt:

    Rachegedanken? Na, wenn du das so siehst, dann wander gerne aus…

  16. Bobby sagt:

    @ Kurt:
    Als eigener Tatbestand gibts das aber nicht. So wie es Taxifahrerbeleidigung und Wurstbrötchenfachangestelltenbeleidigung nicht explizit gibt. Die Rechte von Beamten im Bezug auf Beleidigungen werdn an keiner Stelle im Gesetz als mehr oder weniger wichtig eingestuft.

  17. Kein To sagt:

    Das bekannterweise der Straftatbestand nicht existiert hindert weder Beamte daran besonders empfindlich zu sein, noch deutsche Richter den Empfindlichkeiten deutscher Beamter besonders Rechnung zu tragen.

  18. Taximan224 sagt:

    Was habz ihr eigentlich gegen Beamte???

    Die tun doch nix!!!

  19. Kurt sagt:

    @ Gerhard:
    Rache ist Grundlage aller Strafen. Man kann es natürlich anders formulieren, es kommt aber das gleiche dabei raus. Der Staat rächt sich durch die Bestrafung dafür, dass jemand die Regeln nicht eingehalten hat. Man darf es nur nicht verwechseln mit der Rache auf privater Ebene. Und in aufgeklärten Gesellschaften stehen andere Aspekte als der Rachegedanke im Vordergrund. Sie ist dadurch aber nicht ausgeklammert.

    In keinem Gesetzestext wird der Begriff “Beamtenbeleidigung” verwendet. Dies ist nur der alltagssprachliche Begriff als Schlussfolgerung des § 193 Abs. 3. Nachdem nun häufig genug in bestimmter Literatur darüber berichtet wurde, dass es den Straftatbestand der Beamtenbeleidigung nicht gibt, schließen viele Leute darauf die Schlussfolgerung, dass es keinen Unterschied macht, ob ich meinen Nachbarn oder die mich kontrollierenden Polizisten beleidige. Dabei wird allerdings nur die Strafhöhe ins Auge gefasst. Vernachlässigt wird die verfahrensrechtliche Besonderheit bei der Beleidigung eines “Amtsträgers”. Denn nun kann mich eine wildfremde Person anstelle des tatsächlich Beleidigten anzeigen. Mit der Beleidigung eines Beamen hat man somit gleich zwei Parteien gleichzeitig beleidigt. Und allein dies rechtfertigt zu sagen, dass die Beleidigung eines Beamten eine andere Bedeutung hat als die Beleidigung eines Nachbarn. Die Höhe der Strafe spielt keine Rolle.

  20. ToWi sagt:

    Bei uns haben die Taxen auch keine besonderen Funknamen.
    Dafür hören die grün weissen…. äh… silber-blauen auf den schönen Namen Rose.

    @Torsten: Erinnerung! ;-)

  21. torschtl sagt:

    am taxifunk versteh ich sowieso goar nix… aber kann auch am pegel liegen :D

  22. gemmeo sagt:

    @ torschtl
    Wenn´s am Alkoholpegel liegt würd ich mir aber sorgen machen :-) .

  23. newton sagt:

    @Kurt:
    Und wo steht da was von teurer? Ich dachte immer der einzige Unterschied wäre, dass die Beleidigung auch der Vorgesetzte des Beamten anzeigen kann…

  24. masvema sagt:

    netter blog hier :)

    glg,heike

  25. CeKaDo sagt:

    In Hamburg war man modern und nannte die Streifenwagen mit Funkrufnamen “Peter” wie Polizei. Das sprach sich herum und in ganz Deutschland (vermutlich außer in Bayern) hießen die Polizeiwagen lange Zeit eben “Peterwagen”.

    Hannover war mit “Hanno” etwas einfallslos, blieb aber so lange geheim, bis ein bekanntes Brauereipferd als Maskottchen den Namen “Hanno” bekam. Und die hannoverschen Brauereipferde sind bekannt für ihre Gemütigkeit, Behäbigkeit, Größe und ihren unglaublich dicken Hintern…..

    Im Übrigen fallen die Funkrufnamen des B.O.S.-Funks (also der Behörden und Organisationen mit Sicherungsaufgaben) unter das Fernmeldegeheimnis. Was aber der Freude an doofen Assoziationen keinerlei Abbruch tun sollte. :)

  26. sternburg sagt:

    Auch nett:
    Bambi – Polizeidirektion ZAD Diensthundeführer

  27. Ly sagt:

    bei uns wars mal als Taxifunkname “Schängel”, aus unserer lokalgeschichte, dem Schängel, ein Lausbub, dens auch als Brunnen gibt, unser Wahrzeichen, und wenn die Touris nicht achtgeben vor dem Brunnen, spuckt der Schängel ihnen auf den Kopf.

    Jeder geborene Koblenzer darf sich Schängel nennen, ist halt so eine feststehende Sache. Ursprünglich kam der Name Schängel für Lausejunge aus der Zeit der französischen Besatzung von 1794 bis 1814.
    In dieser Zeit wurden Kinder geboren, gezeugt von französchischen Soldaten mit eingeborenen Koblenzerinnen, und die Kinder waren dann die “Jean’s”. Als solche wurden sie beschimpft und gemieden, nur waren die Koblenzer nicht in der Lage diesen französischen Namen richtig auszusprechen, es kam nur “Schäng” heraus, woraus sich letztlich dann der Schängel entwickelte, welche heute deutlich besser bewertet wird, Koblenzer sind stolz ein Schängel zu sein heutzutage ;-)

    Die Taxen bei uns benutzen den Ruf aber nicht. Wir rufen uns nur mit der Ordnungsnummer, und noch nicht mal mit der ganzen, die vorangestellte 1 zb vor 113 wird unterschlagen. Wir sind ja auch allein auf unserer Frequenz.

    Aus früherer Zentralezeit in den 80ern weiß ich noch, das es als Notruf-Signal galt, benutzte jemand den Funknamen. Wer sich so meldete am Funk hatte Probleme. Zumindest wurde ich als Zentralist so drauf hingewiesen. Ob das heute in GPS-Zeiten noch Gültigkeit hat wage ich zu bezweifeln. Ich schätze sehr vielen sagt der Funkname, so wie ich ihn mal lernte, nix mehr. Muss da mal nachfragen, interessante Anregung dein Beitrag.

    liebe grüße übrigens :-D

  28. Ly sagt:

    hm, oder wars “Fuchs” als Taxi-funkname und Schängel nur als Notruf-Signal ? Da war doch noch was ? Mist, 20 Jahre ist ne lange zeit, und vor 20 Jahren hab ichs mal vernommen…

    ich weiß es wirklich nicht, asche auf mein Haupt, aber wie gesagt wir benutzen den Namen nicht.. ;-)

  29. heutemalanonym sagt:

    @taximan224

    das mit ALEX kenn ich nur zu gut ;) wenn aber die bepo lsa mal zum einsatz nach brandenburg muss, wird pünktlich ab der landesgrenze DIESER song über den funk gespielt^^

    http://www.youtube.com/watch?v=AzOTMXroAr0

    aber pssssssssssst

  30. Maik sagt:

    Funkdisziplin? Dann gehe mal im CB – Funk auf Kanal 9. Manchmal interessant, oft aber auch nur nervend.

    Da wird Hunden und Ziegen nachgeäfft, Musik abgespielt oder irgendwelches dummes Zeug gelabbert.

    Aber Du wolltest Witze mit schwulen (Raub)vögeln – äh ja:

    Auf einem Hühnerhof: Der Hahn ist schon alt, daher beschließt der Bauer einen jungen Hahn zu holen, der für Küken sorgen soll. Der junge Hahn wird in das Gehege gesetzt.

    Der alte Hahn geht auf ihn zu und spricht ihn an: “Ich weiß, in einem Kampf hab ich keine Chance gegen dich. Ich überlasse Dir die Hennen, aber lass mir wenigstens meine Lieblingshenne!”
    “Nein”, antwortet der junge Hahn, “wenn, dann will ich auch alle Hennen.”

    Der alte Hahn macht dann einen Vorschlag: “Wir machen ein Wettrennen. Wenn ich gewinne, lässt du mir meine Lieblingshenne. Wenn du gewinnst, kannst du alle haben. Aber da ich nicht mehr der jüngste bin, lass mir bitte einen Vorsprung.”

    Der junge Hahn ist einverstanden. Der alte Hahn läuft los. Zwei Sekunden später läuft der junge Hahn los, als er den alten Hahn fast eingeholt hat gibt es einen Knall. Der junge Hahn fällt tot um.

    Der Bauer lädt seine Schrotflinte nach und denkt: “Mist, schon der dritte schwule Hahn diese Woche.”

  31. Taximan224 sagt:

    @heutemalanonym

    Da muss wohl was dran sein ;-)

    Endgeil…

  32. tshalina sagt:

    Ich weiss, ist fies….unsere Nachbarin versuchte sich mit ihrer besten Freundin vor einigen Jahren (als es noch keine Festnetz-Flat gab) mit einem Funkgerät. Mein damaliger Lebensgefährte beschloss sein altes Funkgerät aus der Versenkung zum Leben zu erwecken und mal zu lauschen, was die Nachbarn mit einer solch großen Funkantenne im eigenen Garten (störte unseren Ausblick vom Balkon) in die Welt quasselte. Sie selbst nannte sich “Hundenase”. Ihre Freundin betitelte sich liebevoll als “Matratzenmaus”. Die Gespräche waren so sinnlos, wie wahrscheinlich auch 80% der Telefonate von “Frau zu Frau” (frei von Wertung, bin selbst weiblich und quassel eigentlich viel zu viel) ;)

  33. genevainformation sagt:

    Rache als Grundlage der Strafe? Ich glaube Du hast das falsche Buch gelesen. Fang’ mal mit der Bibel an und lies’ dann eine Einführung in das Strafrecht (auch gut: Das Buch von Uwe Wesel als Einführung: Die Geschichte des Rechts). Das sind die besseren Bücher ;-)

  34. Gerhard sagt:

    Sanktion ist das richtigere Wort. Und jeder hat vorher die Möglichkeit, sich über die Grenzen und Folgen zu informieren. Alleine das unterscheided das ganze vom Begriff der Rache. Plus: Der Staat hat das Gewaltmonopol. Kraft Gesetz.

    Was die Anzeige durch Vorgesetzte angeht: Hier liegt das eigentlich Kernproblem im Beamtenrecht und im Aufbau des Staatsapperates. Ob man das nun gutheißen kann oder nicht, bleibt jedem einzelnen überlassen. Fakt ist, dass man sich mit Beleidigungen allgemein und gegenüber Beamten im Speziellen zurückhalten sollte. Denn wer nicht hören will…

  35. ToWi sagt:

    Ich glaube schlicht und erfreifend, das “Kurt” schon entsprechende Erfahrungen gesammelt hat und jetzt selber auf einem Feldzug ist…

  36. michi sagt:

    Adlerhorst war doch eher der Codename des Führerhauptquartier. Aber ich schätze vom Flughafentower gibts es einen ähnlichen Ausblick.

  37. mc sagt:

    die meisten funkrufnamen im bos haben einen regionalen bezug…. die aachener printen sind lecker… mjam.. der dresdner zwinger ist auch weltbekannt (und waere 2003 fast abgesoffen…). Fortuna hat in Duesseldorf noch mehr assoziationen als den fussballclub.. uswusf.

  38. Dresdner sagt:

    @MC es war 2002 und er IST abgesoffen ;-) … Is mir trotz diverser fahrten in gewissen Autos mit einer bestimmten Farbe noch garnicht aufgefallen dass die sich so rufen…

  39. Tom (Purzelpfund.de) sagt:

    Also die Augsburger Grüne Welle nennt sich “Lech” und in München wen isch nix geändert hat “Isar”.

  40. Hugelgupf sagt:

    Wer vergewaltigt denn unseren schönen Orts- und Flussnamen für sowas unbedeutendes wie Schloss Neuhaus o_O

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