Linkes Ding

Irgendwie tue ich mich ja schon schwer damit, Euch einfach nur Link vorzuwerfen. Aber mit ein paar eigenen Worten gehts sicher und ich krieg endlich mal ein paar Tabs geschlossen, die ich teilweise schon seit Monaten mit mir rumschleppe.

Taxifahrer niedergeschlagen, Handy geklaut (aber Fahrt bezahlt und Geld dagelassen)

(Tagesspiegel, Dank an Johannes)

Da fehlen mir allerdings schon die Worte…

Okay, nächster Versuch:

Taxifahrer sollen bei grenzüberschreitenden Fahrten die Fahrgäste diskriminieren

(TAZ, Dank an Unbekannt)

Rhein-Main-Net zum gleichen Thema

(Frankfurter Neue Presse, Dank an Benedikt)

Über die zugrundeliegende Taxifahrt habe ich damals schon berichtet. Das Thema ist also längst noch nicht vom Tisch. Den Kollegen im Grenzgebiet kann man nur zu umsichtigem Verhalten raten, im Zweifel immer Polizei dazuholen und Ausweise kontrolieren lassen bzw. die Fahrt einfach ablehnen. Kein noch so guter “Stich” kann 50 Tage Knast aufwiegen.

Taxifahrer überfährt einen Angreifer auf der Flucht

(Tagesspiegel, Dank an Unbekannt, war auch schon beim taxiblogger.de)

Bei allen Gefahren, denen wir ausgesetzt sind. Einen bereits flüchtenden Verbrecher (der zuvor einen anderen Kollegen geschlagen hatte) zu überfahren ist absolut indiskutabel. Klarer Grundsatz: Wenn keine akute Gefahr mehr von einem Täter ausgeht, gibt es niemalsnienicht ein Recht auf Notwehr!

Und selbst bei Gefahr für irgendjemanden ist ein Auto als Waffe auch meist ein übertriebenes Mitte. Ein kleiner Trost: Der Amokfahrer wird wohl seinen Taxischein nicht mehr haben und so schnell auch nicht mehr zurückbekommen. Wir sind hier schließlich nicht in Texas, dort geht man für sowas auch mal straffrei aus.

Die besten Taxis gibts zuhause!

(Pressemitteilung.ws, Dank an taxiforen.de)

So zumindest das Resultat einer europaweiten Kundenumfrage von hotels.com. Und wenn man noch die Grafik von spon.de auf Basis einer Allensbach-Servicestudie dazunimmt (der dazugehörige Artikel: www.spiegel.de[...], wirds sogar besonders erfreulich.

Im Vergleich der Untersuchung von 2008 zu der 2002 stieg die Zahl der Befragten, die uns eine gute Dienstleistungserbringung bescheinigen, von schlappen 36% auf 60%! Noch weit entfernt von “perfekt”. Aber für eine derart buntgemischte Truppe, fast ausschließlich Quereinsteiger, für die Taxifahren sicher nicht der Traumberuf war, finde ich den Wert schon richtig gut.

The Ultimate Taxi in Aspen/Colorado

(Dank an mich selbst, den Link hatte ich schon vor vielen Jahren auf meiner zu Recht unbekannt gebliebenen kleinen, statischen Homepage und an spon.de für die Erinnerung daran)

Sollte ich es irgendwann nochmal in seine Nähe schaffen: Den Ride gönne ich mir! Wir reden hier schließlich vom (lt. Website) “The Only Recording Studio, Theater, Nightclub, Planetarium, Toystore, Internet Connected Taxi In The World”.

Und so ganz nebenbei das wohl welterste Taxi mit Internetverbindung, die Taxi-Cam ist bereits seit 1996 online. Eine Zeitreise ist die Website sowieso, das Design hat sich ebenfalls seit über 11 Jahren nicht ernsthaft verändert. Grelle Farben und blinkende Bilder sind da im Preis mit drin. :D

weltweitwort: Taxifahrer

(via Mail von Martin)

Okay Jungs! Wer von Euch war das? :D

11 Antworten zu “Linkes Ding”

  1. sternburg sagt:

    Bevor es eh irgendeiner schreibt (manchmal frage ich mich, ob in Schland eigentlich nur an Jurastudenten Netzanschlüsse vergeben werden):“(…)Grundsatz: Wenn keine akute Gefahr mehr von einem Täter ausgeht, gibt es niemalsnienicht ein Recht auf Notwehr!
    Und selbst bei Gefahr für irgendjemanden ist ein Auto als Waffe auch meist ein übertriebenes Mitte[l].”
    ist eine astreine Zusammenfassung dessen, was für den Laien beim Notwehrrecht von Interesse ist. Gratulation, viele Journalisten werden das nie kapieren.

  2. Matthias B. sagt:

    Zum Thema “Taxifahrer überfährt einen Angreifer auf der Flucht”: Ich halte Dir gut, dass Du aus einer Kleinstadt kommst. Es müssen ja nicht unbedingt texanische Verhältnisse hier herrschen. Mir würde es reichen, wenn Schwerverbrecher und Komaschläger hierzulande nicht noch einen garantierten Ausbildungsplatz und straffreiheit genießen könnten.

  3. Hans A. sagt:

    @ Matthias B.:
    Und du denkst, dass das Überfahren von Verbrechern in Großstädten ein probates Mittel zur Lösung unserer Probleme wäre?
    Und ganz nebenbei: Menschen, deren Intellekt vom Stammtisch bis zum Schützenfestzelt reicht, fördern solche Verhältnisse. Das ist wie bei den wild gewordenen texanischen Cowboys, mit dem kleinen Unterschied, dass es da noch die Todesstrafe gibt.
    Ergo: Straffreiheit scheiße, Todesstrafe auch. Das Ergebnis kann also nur lauten, dass wir uns endlich mal mit Ursachen beschäftigen sollten und nicht mit Ergebnissen oder Wirkungen.

  4. Torsten Bentrup sagt:

    2:1 für die Vernunft. Danke!

    @Matthias B.: Ich stimme Dir völlig zu, daß Straftäter aus dem Verkehr gezogen werden müssen, um die restliche Bevölkerung zu schützen.

    Aber diskutieren sollten wir schon auf einem etwas höherem Niveau. Mit Stammtischparolen von “garantierten Ausbildungsplätzen und Straffreiheit” kommen wir da sicher nicht weiter.

  5. Matthias B. sagt:

    Vielleicht solltet ihr euch mal die Stammtischparolen von den “Stammtischparolen” verkneifen. Ein dümmeres Totschlag”argument” gibt es freilich nicht, aber irgendwie ist sich kaum einer zu schade, es zu benutzen.

    Ausbildungsplatz für Komaschläger: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/11...

    Straffreiheit: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/85/0... bzw. im speziellen Fall http://www.express.de/nachrichten/region/koel...

    Bin mal auf eure Stammtischantworten gespannt.

  6. Torsten Bentrup sagt:

    Schweres Thema. Die perfekte Lösung habe ich da leider auch nicht. Sicherlich gibt es einen kleinen Anteil Menschen, die man einfach nur noch wegsperren kann. Grade bei Jugendlichen verschlimmert ein Gefängnisaufenthalt die Situation aber eher.

    Wie Hans A. schon sagte: Man muß das Übel an der Wurzel packen. Dazu gehört natürlich auch, daß die ersten Straftaten eines Jugendlichen nicht mit “dududu, nicht wieder machen und jetzt geh spielen” abtut. Konsequente altersgerechte Bestrafung fehlt oft.

    Beim verlinktem Fall in Köln halte ich das Urteil auch für falsch, keine Frage. Die Staatsanwaltschaft hat ja folgerichtig auch Berufung eingelegt. Wenn nicht mal ansatzweise eine Einsicht des Täters zu erkennen ist, halte ich Resozialisierung auch für sinnlos.

    Zu den Stammtischparolen: Ein griffiges Wort für die “Volksseele”, verzeih mir die Wortwahl. Ich erlebe es viel zu oft, daß grade eine “Sau durch die Boulevardpresse getrieben wird” und in den Gesprächen darüber gleich verallgemeinert wird. Ein türkischer Jugendlicher begeht ein Verbrechen und jeder “weiß” gleich, daß alle Türken gefährlich sind.

    Den Vorwurf mußt Du Dir anhören, weil Dein Kommentar nur sehr am Rande mit dem verlinkten Vorfall zu tun hat. Beim Angriff auf den Taxifahrer (wir wissen nichtmal, ob es ein leichter Klapps auf die Backe oder ein gezielter Faustschlag war) geht es primär um das völlig überzogene Verhalten des anderen Taxifahrers.

    Wenn Du das als Anlass nimmst, über die Fehler der Justiz zu schreiben (und damit implizierst, daß der Amokfahrer zumindest moralisch im Recht war), machst Du den gleichen Fehler wie die sprichwörtlichen Stammtischparolenplärrer.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt unbelehrbare Gewalttäter und die sollten auch angemessen bestraft werden. Aber das hat so gut wie nichts mit dem verlinkten Vorfall zu tun.

  7. jonas sagt:

    Alter Schwede, du schreibst nicht nur schöne blogeinträge, sondern findest selbst auf kritische Nachfragen noch solch wohl formulierte Antwort.
    Bist du von Hause aus so eloquent oder kommt das vom jahrelangen Taxitalk?

  8. Torsten Bentrup sagt:

    Danke! :D

    Ich hab allerdings die halbe Stunde auch vollständig für die Formulierung gebraucht…

  9. Weltenkreuzer » Blog Archive » Tja EU, was denn nu? sagt:

    [...] (Quelle: taz.de; Via: taxi-blog.de) [...]

  10. Hunderte Besucher: Danke an Taxi-Blog! Paypal unberechenbar? | welt|weit|wort - Der Blog. sagt:

    [...] Viele neue Besucher kamen zu welt|weit|wort zum Beispiel über den Blog von Torsten Bentrup, der im Taxi-Blog aus seinem Leben als Taxifahrer in Paderborn berichtet … und dessen Website daher [...]

  11. Elchsocken.com › Taxi-Freuden sagt:

    [...] mein Drucker kaputt war, musste ich den Arbeitsalltag des Taxi-Fahrens [...]

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