Exorzismus in Paderborn
Zwar schon über ein Jahr alt, aber zu schade zum löschen. Sorry, ich hab den alten Postingentwurf grad wiedergefunden (Therapieerfolg #32: Endlich mal WordPress aufräumen!
).
Aber zum Thema:
“[…] Überraschend hat jetzt auch das Erzbistum Paderborn eingeräumt, mehrere Teufelsaustreibungen genehmigt zu haben.
“In den vergangenen acht bis zehn Jahren hatten wir 18 ernst zu nehmende Anfragen. Zwischen 2000 und 2003 hat es dreimal eine Beauftragung gegeben, nach strengen Kriterien”, sagte Pressesprecher Ägidius Engel dieser Zeitung. […]“
(Quelle: nw-news.de/Neue Westfälische, online leider nicht mehr verfügbar)
Natürlich “nur” nach dem neuen Ritus von 1999, mit ärztlichen Gutachten und so… Und geholfen hat es auch, es gibt immerhin zwei “Heilungsbestätigungen” von den drei “genehmigten” Exorzismen. Zwei Paderborner Pastoren sollen aber schon nicht genehmigte Teufelsaustreibungen zugegeben haben.
“[…] Bei den Symptomen, unter denen die Betroffenen litten, handele es sich üblicherweise um Phänomene aus dem Bereich der Parapsychologie: “Hautausschlag, an Wänden hochgehen oder in fremden Sprachen und Dialekten sprechen können, obwohl die Person es nicht gelernt hat”, sagt Engel. “Diese Menschen leiden tiefste Not, da kann nur noch der liebe Gott helfen.” […]“
(Quelle: dito)
Erschreckend, was für eine Parallelgesellschaft wir hier haben. Mir fehlen echt die Worte. Das ist mal Okkultismus in Reinkultur!
Weiterer Artikel:
1. Februar 2010 um 17:27 Samuel Hahnemann(Quote)
Beim Sprechen in fremden Sprachen und Dialekten ist eine Teufelsaustreibung Unfug; vielmehr ist – im Einklang mit neuesten, wenn auch von der Pharmaindustrie unterdrückten wissenschaftlichen Erkenntnissen – ein Lexikon im Mixer unter reichlicher Wasserzugabe zu zerquirlen, die Mischung im Verhältnis eins zu einer Billion zu verdünnen und dem Patienten zu verabreichen. Hilft sofort!
1. Februar 2010 um 17:44 ickedette(Quote)
watt bin ick froh aus diesem ……….ORT!!!! bald rauszukommen…
1. Februar 2010 um 20:07 TaxiIngo(Quote)
Und geholfen hat es auch, es gibt immerhin zwei “Heilungsbestätigungen” von den drei “genehmigten” Exorzismen.
Und die dritte Person ist Chef vom anderen Taxiunternehmen , oder ?
1. Februar 2010 um 20:08 Simon(Quote)
Ich finde… erlaubt ist, was hilft. Und letztendlich muss jeder selbst damit glücklich werden.
Beim Einen mögen es Nadeln sein, die nach zeremoniell anmutendem Ausmessen in den Körper gepiekt werden.
Der Nächste schluckt Milchzuckerkügelchen, in denen nach wissenschaftlichen Maßstäben keinerlei Wirkstoff mehr nachweisbar ist.
Und wenn bei jemandem ein Exorzismus hilft… nun denn. Natürlich muss die Kirche hier aufpassen, dass das nicht aus dem Ruder läuft. Aber soweit ich weiss, sind die Kriterien recht streng.
1. Februar 2010 um 21:02 Blogolade(Quote)
psst, Simon, die sind nicht aus Milchzucker
Irgendwie erschreckend dass es sowas immer noch gibt aber solange da nicht so übertrieben wird, wie es schonmal der Fall war, dass die “Besessenen” am Ende Schwerverletzt oder gar tot waren wegen Übereifers des Exorzisten, finde ich das ok. Erlaubt ist, was hilft (solange derjenige auch zum Exorzismus zugestimmt hat)
1. Februar 2010 um 22:17 Dominik(Quote)
Der Witz an der ganzen Sache ist das es in der christlichen Kirche durchaus eine Art “Spiritutalität” gibt wobei “Zungenreden” durchaus vorkommt und oftmals als eine stärkere Nähe zu Gott gesehen wird.
Ausschnitt aus Wikipedia:
Zungenrede[...] sind unverständliche Lautäußerungen, die sich anhören wie eine unbekannte Sprache. Ich finde da ist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem oben beschriebenen Anzeichen für eine Bessenheit.
Dieses Zungenreden ist übrigens mehrfach in der Bibel erwähnt.
Die Kirche treibt aus was sie selbst predigt? Respekt…
2. Februar 2010 um 07:31 medizynicus(Quote)
…also ich hätte auch son paar Patienten, die ich dem Herrn gerne zum exorzieren vorbeischicken würde.
Bislang dachte ich, es die litten an Demenz, Durchgangssyndrom, hirnorganischem Psychosyndrom oder Schizophrenie. Aber vielleicht sind sie ja auch nur vom Teufel besessen. Auf einen Versuch käme es an.
Das Kochrezept… ähem, ich meine die Anleitung für diese Prozedur hast Du nicht zufällig parat???
2. Februar 2010 um
[...] taxi-blog.de » Blog Archive » Exorzismus in Paderborn [...]
2. Februar 2010 um 11:25 DeserTStorM(Quote)
Cool…. konnten die auch den Kopf um 360 Grad drehen?
Ich würde ja auch mal so ein Rituale Romanum durchführen. Das macht doch bestimmt spaß
2. Februar 2010 um 11:58 Christian(Quote)
Ähm, der Pressesprecher der Kirche heißt tatsächlich Engel?
Tja, was hätte er mit dem namen auch anderes machen können als zur Kirche zu gehen…
2. Februar 2010 um 14:21 Nik(Quote)
Mein Religionslehrer hieß Teufel. Und sein Lateinunterricht war auch teuflisch.
3. Februar 2010 um 14:19 Tichondrius(Quote)
Die Wände hochgehen klingt gut, wenn man das wortwörtlich macht, kann man damit bestimmt eine Menge Eindruck schinden.
5. Februar 2010 um 16:36 nc(Quote)
@Christian: Er heisst sogar Aegidius Engel, das ist sie Steigerung
Und das mit dem Exorzismus in Paderborn wundert mich irgendwie garnicht… Gut, dass ich schon lange aus OWL weg bin, das war mir immer schon suspekt und es wird wieder mehr
5. Februar 2010 um 17:10 Torsten Bentrup(Quote)
@ickedette @ nc: Aber immerhin gibt es hier einen ziemlich netten Taxiblogger! Es ist ja auch nicht alles schlecht in Paderborn!
6. Februar 2010 um 00:13 nc(Quote)
ich sprach ja auch eher von der dunk-, aeh, kirchlichen Seite der Domstadt… Wir haben ja sogar in ‘ausreichender’ Entfernung noch die Auswirkungen von dort spueren duerfen
Ok, vorletztes Jahr war ich in Paddelporn zu ‘ner Schulung, aber lassen wir das
[morgens rein, lag zum Glueck noch *vor* dem Stadtzentrum
, fruehabends wieder raus] – sorry, ist nicht meine Welt, daran koennen auch nette Leute nix aendern…….