Dreimal

Wissen wir ja alle, die großen und kleinen Katastrophen treten immer im Dreierpack auf.

Nach der zerschmetterten Scheibe kamen dann auch am Samstag die beiden fehlenden “Events” der Kategorie:

“Stress mit dem Auto obwohl das Auto gar nichts dafür kann!”

Seitdem der Spritpreis gerne mal 5-10 Cent innerhalb kurzer Zeit hin- und herspringt, nutze ich manchmal den Reservefreiraum meines Privatwagens bis zum letzten Tropfen aus. Mit geübtem Blick auf den Tageskilometerzähler geht das auch ganz gut.

Und ausserdem hab ich ja noch den Reservekanister im Kofferraum.

Ich war mir sehr sicher, viermal die Strecke zur Arbeit geht auf jeden Fall. Geht immer.

Samstag war erst die Dritte, kurz vor der Autobahnabfahrt kam das verräterische Motorruckeln. Dann starb der Motor ab. Im fünften Gang (der Servolenkung wegen) rollte ich grad noch auf die B1 und dort auf den Standstreifen.

Kurzerhand den Kanister geschnappt. Durch die Rücksitzbank, das Kofferraumschloß öffnet leider grad mal nicht.

Naja, voll war er nicht, so gute zwei Liter würde ich schätzen. Bis zur Tanke reichts!

Denkste. Die Karre sprang nicht mehr an. Bei 20ten Startversuch kam der Motor kurz, holperte mit 300 Umdrehungen vor sich hin. Ich durfte halt nur nicht in die Nähe des Gaspedals kommen, dann war der Motor wieder aus. Vielleicht war es einfach keine gute Idee, seit Jahren die Pfütze durch die Gegend zu schaukeln.

Kurz danach war der ADAC auch schon vor Ort. Normalerweise haben die auch immer einen Kanister Sprit für solche Fälle dabei. Nur mein Engel hatte schon zweimal Sprit gespendet und seine Vorräte waren erschöpft. Super.

Aber zwanzig Minuten später saß ich dann im Dienstwagen und konnte endlich loslegen. Es begann auch ganz gut. Der erste Schützenfest-Samstag und sogar zwei Stück davon.

Kurz nach Mitternacht die ersten Minuten, in denen keine Anrufer warteten. Dann schaut man halt dort ein bischen rum, wo die meisten Fahrgäste zu erwarten sind.

Mein Ziel war die Marienstraße, zwei Discotheken und ein Busbahnhof. Da geht oft was.

Böser Fehler. Kurz vor der Zentralstation hörte ich nur noch ein schabendes Geräusch von vorne rechts und konnte kaum noch lenken.

Der Vorderreifen hatte schlagartig seine Luft verloren.

Okay, Reservereifen montieren dauert 10 Minuten. Theoretisch kein echtes Problem also. Jetzt fahre ich aber leider einen Wagen mit prähistorischer Autogasanlage. Und weil damals Gastanken noch selten waren, besteht der halbe Kofferraum aus Gastank, 130 Liter. Wenn man da noch Koffer einladen will, muß die Reserveradmulde mitgenutzt werden.

Pannenspray? Hab ich versucht, aber hat überhaupt nichts genützt.

Als der Reifen dann eine halbe Ewigkeit später runter kam (Cheffe war diesmal der hellelfenbeinene Engel) wurde auch klar, warum das nicht funktionieren konnte. Ein rund 5 cm langer Schnitt von der Lauffläche bis zur Flanke.

Wenn ich die zusammen rund zwei Stunden Zwangspausen mal abziehe, lief der Rest der Nacht dann doch noch ganz gut. Es beruhigt auch ungemein, daß man die Dreierkatastrophe hinter sich gebracht hat. Echt jetzt.

15 Antworten zu “Dreimal”

  1. Jo sagt:

    Ich glaube, sowas kann man dann getrost unter “Scheißtag” verbuchen. Hoffen wir mal, dass Murphy dich in nächster Zeit verschont ;)

  2. Otto R. sagt:

    Hmm, keine Fotos?
    und auch noch keine Kommentare? ;)

    Der Private war wirklich nur leer, oder wars schlimmeres? Naja, jetzt dürfte die Pannenserie ja endgültig abreißen.

  3. Dreimal « TriJan’s Triathlon Blog sagt:

    [...] unter anderm den Taxi-blog. Und Taxi Torsten hatte auch nicht ein Problem sondern drei. Kann man hier schön nachlesen. Heute morgen brach ich zu einer kleinen Trainingsrunde auf. Ich laufe seit [...]

  4. Ihno sagt:

    Nach dem Motto: “Wenn schon, denn schon!”

  5. Nik sagt:

    Ich hab mal gelernt, daß ein leergelaufener Diesel nicht so einfach wieder anspringt. Da müssen dann die Einspritzleitungen in der Werkstatt entlüftet werden.

    Stimmt das eigentlich noch?

    Ich selbst fahre meinen Benziner manchmal auch mit ‘kondensierten Benziendämpfen’, bin aber noch nie liegengeblieben. Der Kanister im Kofferraum hat mir aber manchmal schon den Weg zur teuen Tanke erspart, weil ich dann nachtanken konnte, bis ich ich wieder vernünftig tanken konnte.

  6. ___________SK__________ sagt:

    Ganz genau das habe ich auch schon erkannt….

  7. Fragebär sagt:

    War da nicht mal was von wegen Bußgeld bei Liegenbleibens wegen Spritmangels?

  8. Realflo sagt:

    wenn er eine Autogasanlage eingebaut hat, dann kann er kein Deisel haben. Umrüsten lassen sich nur Benziner.

  9. Nik sagt:

    Realflo:

    Wenn ich das richtig verstanden hatte, war Torsten mit seinem privaten Wagen liegengeblieben.

  10. Newty sagt:

    @Fragebär: Richtig, das gilt allerdings nur auf Kraftfahrstraßen und damit auch auf BABs. Wenn die B1 nun eine Kraftfahrstraße ist, dann hätte es 35€ gekostet – afaik. Tatsache ist jedoch, “Wo kein Kläger, da kein Richter” – und so doof, die Polizei anzurufen “Ich steh auffer Kraftfahrstraße ohne Sprit!” ist wohl keiner. Und wenn die zufällig vorbeikommen, dann wird man denen auch nicht das Problem eröftern, sondern ADAC kommt schon und das wars – wenn man ordentlich abgesichert hat :-) Geht natürlich schlecht mitm Kanister in der Hand ^^

  11. Torsten Bentrup sagt:

    @Otto R.: Dem Auto gehts von den üblichen “Kleinigkeiten” mal abgesehen (der letzte Fensterheber ist zerbröselt, hinten links geht die Tür nur noch von innen auf und der Kofferraum ist nur noch durch die umklappbare Rücksitzbank erreichbar) sehr gut.

    Deshalb ja auch die Kategorie: “Stress mit dem Auto obwohl das Auto gar nichts dafür kann!”

    Die Kamera hab ich leider Pfingsten liegengelassen, werd ich wohl am Wochenende wieder dabei haben.

    @Fragebär: Hmm, auf der Autobahn war mir klar, daß das mit Bußgeld geahndet werden kann.

    Auch auf normalen Bundesstraßen? Eher nicht, oder?

    Jedenfalls kam auch ein Streifenwagen des Weges, während ich auf den ADAC gewartet habe. Meine Frage, ob er denn zufällig einen Kanister mit Benzin dabei hätte, wurde dann leider abschlägig beantwortet.

    Entweder ist mein Vergehen also auf Bundesstraßen grad noch so “in Ordnung” oder der Polizist war gnädig.

  12. jo sagt:

    Torsten: Laut § 18 Abs. 8 StVO darf man auf Autobahnen nicht halten. Liegenbleiben wg. Benzinmangel zählt afaik aber nicht als Halten im Sinne der StVO. Interessant ist da eher § 1 Abs. 2 StVO (und ggf. noch § 23, siehe http://is.gd/iU3):

    (2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

    D.h. wer fahrlässig liegenbleibt, weil er seinen Tankinhalt zu optimistisch geschätzt hat, und dabei jemanden gefährdet, bekommt Ärger. Das ist bei liegengebliebenen Fahrzeugen auf Autobahnen natürlich weit wahrscheinlicher, als wenn dir auf einem Feldweg in der Senne der Sprit ausgeht.

  13. ArminF sagt:

    etwas off-topic. aber 2 links zum Thema was einem als taxi-fahrer passieren kann:

    http://www.youtube.com/watch?v=yGD5O4lzahc�...
    http://www.youtube.com/watch?v=mmynUmhG2zw�...

  14. leocat sagt:

    Da sagst du was: Mir geht’s grad ähnlich – Das Auto macht nur Stress und kann nix dafür. Gestern getankt (natürlich für 8 cent mehr als es an der selben Tanke am Abend zuvor kostete), ich hatte es mega-eilig, es war voll: Geh rein zum Bezahlen: “Sie haben den Rüssel nicht richtig aufgehängt – sie müssen nochmal raus.” Ich: “okay – ist mir noch nie passiert – aber naja…” – Geh raus – Rüssel hängt eigentlich ganz normal – ich also nochmal abgehoben und aufgehängt und wieder rein. Ergebnis: Geht immernoch nicht. Diesmal die Angestellte raus, das selbe Spiel: geht nicht (inzwischen waren 10 min um). Dann muss ich das eben per Hand… Hat sie dann, was auch ging – aber sowas passiert immer, wenn mans eilig hat *grrrrrrrrrr*

    Dann heute der Hammer: Ich gucke vom Büro so auf mein Auto vor der Tür und denke: Das sieht aber irgendwie komisch aus. Gehe raus und entdecke: Heckscheibe komplett zersplittert, ein riesen Loch genau mittig. Also ich es morgens da abstellte, war das definitiv noch nicht drin. Und keine Sau kann sich denken, wie es reingekommen ist. Kann eigentlich nur ein Stein von einem vorbeifahrenden Auto gewesen sein – und das auf einer Straße, wo nur 10 Autos am Tag durchfahren und wo zwischen Straße und Parkplatz noch ein Fußweg ist…
    Scheiße. Wieder 150 € Selbstbeteiligung futsch… für NIX! Und wie ich die Scherben aus dem Kofferaum kriegen soll, weiß ich auch noch nicht – und das beste: Werkstatt hat erst Donnerstag nen Termin frei.
    Da tröstet mich nur, dass ich eine Schwester habe, die ihr Auto nicht braucht und das ich jetzt eine Woche fahren darf…

    Manchmal mag einen der Strippenzieher nicht…

  15. taxi-blog.de » Blog Archive » Teurer ADAC sagt:

    [...] die “Pannenhilfe” an sich war kostenlos und für die 5,x Liter Super hab ich den normalen Tankstellenpreis [...]

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