Die lieben Kollegen
Viele Mails an mich haben irgendwo den Satz stehen:
“Was sagst Du dazu?”
Und dazu die Schilderung einer Taxifahrt, bei der der Fahrer irgendwas angestellt hat. Ob Verkehrsverstöße, rüpelhaftes Benehmen den Fahrgästen gegenüber, überteuerte Fahrpreise und so weiter. Manchmal bekomme ich auch Links zu Zeitungsberichten mitgeschickt.
Das Problem: Was soll ich dazu sagen? Ich war nicht dabei.
Mir ist schon klar, daß da draußen auch ein paar Taxifahrer völlig neben der Spur sind, es solche Arschlöcher gibt. Aber ich kenne auch die wildesten Schilderungen diverser Fahrgäste, die dem korrekten Taxifahrer eine “reinwürgen” wollen. Alkohol trübt oft noch zusätzlich den Blick.
Meine Abneigung gegen Raser und Abzocker kennt Ihr ja hoffentlich. Und damit hat es sich auch schon… Ob sich überhaupt etwas zu Verurteilendes abgespielt hat, kann ich nicht beurteilen. Sorry.
Wenn Ihr dann aber doch mal an einen Arschlochfahrer geratet, versucht ruhig auch aktiv zu deeskalieren. Wenn ihr es ertragen wollt, einfach für den Rest der Fahrt den Mund halten, mit Quittung aber ohne Trinkgeld bezahlen. Kurz checken, ob der Firmenname auf der Quittung auch mit dem Namen auf dem Unternehmerschild übereinstimmt. Ordnungsnummer in der Heckscheibe merken.
Je nach Schwere der Verfehlung kann man sich dann beim Taxiunternehmen oder direkt beim Straßenverkehrsamt beschweren. So ein Faß sollte man aber wirklich nur aufmachen, wenn der Vorwurf wirklich sicher und gravierend ist. Tempo 60 innerorts oder eine Preisdifferenz zur letzten Fahrt von ein paar Cent sind da mal nicht ausreichend.
Das ist allemal effizienter als eine heftige Diskussion im Taxi (oder auch eine Mail an mich
)
Wenn der Kollege sich gar zu dämlich benimmt, kann man die Fahrt natürlich auch vorzeitig abbrechen. Bitte wieder mit Quittung ohne Diskussion und Drohungen zahlen und entsprechende Schritte einleiten.
Um dann doch noch ans Ziel zu kommen, würde ich die gleiche Taxizentrale nochmal anrufen (Telefonnummer steht auch auf der Quittung) und nach kurzer Schilderung ein “vernünftiges Ersatztaxi” bestellen. Wäre ich der “Ausputzer”, würde ich in so einem Fall auch von mir aus auf die Grundgebühr verzichten, damit der Ärger den Kunden nicht auch noch Geld kostet.
2. April 2008 um 09:13 Volker(Quote)
Gestern stand ein vollbesetztes Taxi vor mir an der Ampel. Da schmeißt doch der Taxifahrer direkt vor meinen Augen ne brennende Kippe aus dem Fenster!!!
Was sagst Du dazu?
2. April 2008 um 09:57 Jemand(Quote)
stimmt. du bist ja nicht die allgemeine beschwerdestelle.
2. April 2008 um 10:13 Thommy(Quote)
Ich kenn auch nur einen Taxifahrer der nett ist und der schreibt ins Internet. Auf die zweite Grundgebühr verzichten … nicht in Wuppertal … hier wird abgezockt ohne Ende … Geht ja aber auch super, denn die Stadt scheint bei der Schaltung der Ampeln grade auf Betriebsausflug gewesen zu sein. Na ja … Aber im großen und ganzen bin ich sau froh, dass es euch Taxifahrer gibt. Ohne Euch hätte ich schon manche Nacht in irgendeiner Gasse gelegen. Danke dafür.
2. April 2008 um 10:20 Torky(Quote)
Stimmt, viel dazu sagen kannst du nicht
Aber bestimmt Tipps (neue deutsche Rechtschreibung .. urks) dazu geben wie man am besten damit umgeht wenn der Taxifahrer offensichtlich wie Sau fährt (nachts rote Ampeln nach gefühlten 5km/h abbremsen überfahren), oder man verdacht hat dass man abgezogen wird (wenn man weiß oder vermutet dass der Fahrer einen ziemlichen Umweg fährt).
Oder auch schon gehabt, Taxi fährt auf der Busspur an der Schlange vor einer Ampel vorbei, es wird grün, und er fädelt sich AUF der Kreuzung wieder in die normale Spur ein .. sein Kommentar “Busspuren sind ja eigentlich auch für Taxis”. Zur Rede gestellt meinte der Mensch der Nachts über die roten Ampeln fuhr, meinte nur mit süffisantem Grinsen “ach sind wir hier unter Mädchen oder was?”. Irgendwie einsichtig zeigte sich keiner der beiden…
Bei letzterem bin ich dann doch – unter höchst erbosten Blicken seinerseits – lieber ausgestiegen. Zum Glück waren es meine bislang einzigen “Erlebnisse” der Art
2. April 2008 um 11:12 Stefan(Quote)
“würde ich in so einem Fall auch von mir aus auf die Grundgebühr verzichten”
Da würde mich ja jetzt die Umsetzung interessieren …
Und was unseriöse Fahrer angeht, hier in Berlin werden die meisten wohl trotz Taxischulen zu schnell auf die Menschheit losgelassen, wenn sie dann am Bahnhof nach Nennung des Fahrtziel (fast schon debil) grinsend (nicht lächelnd) nicken, als wüssten sie, was sie da machen, und dann zielstrebig genau in die verkehrte Himmelsrichtung starten, um dann nach Hinweisen, wo man denn denn hin will zum Schluss noch eine Ehrenrunde um den Block drehen, um die Strasse zu finden. Und das Fahrtziel wurde mit “direkt neben dem xy-Klinikum” beschrieben.
Aber hier gibt es auch Ausnahmen, aber scheinbar nur nachts und nicht am Bahnhof.
2. April 2008 um 13:28 Deneriel(Quote)
Torky: Das hat Thorsten ja schon korrekt beschrieben – aussteigen, bisherigen Fahrpreis quittieren lassen, neues Taxi bestellen mit Hinweis auf das was da vorgefallen ist.
2. April 2008 um 13:34 Siggi(Quote)
Kann man denn die Grundgebühr einfach rausrechnen oder technisch unterdrücken?
Die letzten Male, die ich Taxi fuhr, waren OK. Der Fahrer fuhr auf der innerstädtischen Ausfallstraße 90, weil wir ja Studenten seien…coole Logik. Aber der Mercedes war ja spursicher…
2. April 2008 um 13:38 Torky(Quote)
@Deneriel:
Wenn ich das jetzt so lese, merke ich dass es nicht ganz so rüberkam wie gedacht. Ja Thorsten gibt ja Tipps, das wollte ich nochmal paraphrasieren und meine Erfahrung mit reinbauen
2. April 2008 um 15:28 Taximan224(Quote)
@ Thommy
Von dir hätte ich gern mal ne Quittung…;-)
2. April 2008 um 15:30 Taximan224(Quote)
@ Thommy
Von dir hätte ich gern mal ne Quittung
Muss da mal was grade rücken…
2. April 2008 um 22:04 Don Pepone(Quote)
Am besten den Vorfall mit dem rüpelhaften Taxifahrer auf Video aufnehmen und wenn die Kamera aus ist, ins Taxi brechen. Anschließend zusätzliches Gedächtnisprotokoll anfertigen und an Wolfgang Schäuble schicken, damit sich ein SEK-Kommando um den Mann kümmern kann – oder wäre das Gedächtnisprotokoll übertrieben?
3. April 2008 um 21:27 Maik(Quote)
Ich “betreibe” seit 10 Jahren eine Webseite zum Thema Lkw. Die eMails die ich in dieser Zeit bekommen habe, könnten ein Buch füllen.
4. April 2008 um 22:39 Torsten Bentrup(Quote)
@Volker: Das ist natürlich eine unglaubliche Pflichtverletzung. Er hätte zumindest warten müssen, bis ein Motorradfahrer mit offenem Helmvisier passend stehen/fahren müssen.
Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht mehr, Taxen mit Aschenbecher sind selten geworden.
@Torky: Bei unpassender Fahrweise hilft notfalls der Hinweis auf die beginnende Übelkeit der Fahrgäste.
Busspuren sind übrigens wirklich oft auch für Taxen freigegeben. Dann muß aber auch ein Zusatzschild “auch Taxi” dranhängen. Hier in PB gibt es das auch. Ist aber sehr tricky, man muß dann auch ggf. die Busampeln beachten.
Zur Uneinsichtigkeit: Leider sind zuwenig Fahrgäste konsequent. Es gibt sogar eine Menge, die von Taxifahrern eine forsche Fahrweise erwarten. Meist männliche, betrunkene Jugendliche.
@Stefan & Siggi: Das ist einfach nur Schreibarbeit für die Buchhaltung. Ich notiere auf meiner Abrechnung, warum und wieviel ich zuwenig in der Kasse habe.
@Don Pepone: Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Handyvideos schon auf Polizeirevieren vorgeführt wurden… Und absichtliches Taxi-Vollkotzen hatten wir hier im Kreis auch schonmal, der Unternehmer hat das Thema recht offensiv öffentlich gemacht.
@Maik: DAS kann ich mir vorstellen. Ich hab auch schon das ein paarmal überlegt, ob ich nicht die Telefonnummer auf der Plane mal für Beschwerden nutze…
Und damit könnte ich wahrscheinlich wirklich was bewirken.
4. April 2008 um 23:31 S.(Quote)
Die Idee mit der Quittung ist sehr gut. Die Sache ist nur diese:
Ich wohne etwa 4km von der Stadt entfernt, daher fahre ich meistens entweder selbst mit dem Auto, oder – wenn ich was getrunken habe – laufe ich heim. Manchmal ist es aber einfach zu kalt, zu naß oder der Abend zu feuchtfröhlich gewesen, dann nehme ich mir ein Taxi und gebe mein Bestes, dem Fahrer keinen all zu großen Stuß zu erzählen.
Manche Taxifahrer sehen aber den hohen Alkoholpegel des Fahrgasts als Grund, ihn auszunehmen:
- Beispiel 1 – Hannover auf der CeBIT: Ich war, zugegeben, nach der Standaparty ziemlich betrunken, es gab weit und breit keinen Zigarettenautomaten. Ich als Raucher aber, der vor allem gerne raucht, wenn er was getrunken hat, brauche meine Zigaretten und latsche zum nächsten Taxistand und bitte den Fahrer, mich zur nächsten Tankstelle zu fahren. “Das wird aber teuer”, entgegnete er und ich bitte ihn, mich trotzdem zur Tankstelle zur fahren. Er fährt die UNMÖGLICHSTEN Wege (etwa 20 Minuten Fahrt), ich hole an der Tankstelle kurz meine Zigaretten, er fährt mich zurück, und wollte knapp über 50(!) Euro. Um einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen, zahle ich bereitwillig. Am nächsten Tag – nach dem Ausnüchtern – sehe ich, als ich tanken will, daß die Tankstelle maximal fünf Minuten vom Messegelände waren.
Ehrlichgesagt, ich hätte mir eine Quittung geben lassen, hätte sich nicht kurz vorher der folgende Vorfall ereignet:
. Auf der Heimfahrt schlafe ich im Taxi ein und wache noch rechtzeitig auf, um zu sehen, daß der Taxifahrer den UNMÖGLICHSTEN Umweg nimmt und am Ende knapp dreißig Euro von mir will. Um die Kosten nicht ins unermeßliche zu treiben, bitte ich ihn etwa einen halben Kilometer vor meinem Heim, mich herauszulassen. Er hält an, ich frage nach dem Betrag und bitte gleichzeitig um eine Quittung.
- Heimfahrt von der Stadt nach Hause. Mach ich öfters (siehe oben), das Geld tut mir auch nicht weh. Hätt ich weniger gesoffen, könnte ich billiger selber fahren
“Gibt’s net.” – “Ich möchte aber gerne eine, wieso bekomm ich denn keine?” – “Steig jetzt aus oder ich fahr zur Polizei” – “Ich will doch nur ne Quittung haben?!?” – “Steig aus, oder wir fahren zur Polizei”. Na gut, fahren wir halt zur Polizei, schlage ich ihm vor. Vielleicht gibt er mir ja dann ne Quittung.
Er fährt zumindest in Richtung der Polizei, hält dann auf einem Großparkplatz an, auf dem weitere Taxen stehen, animiert seine Kollegen dazu, mich aus dem Taxi zu ziehen (was sie auch tun, immerhin so gut, daß ich mit der Nase auf dem Boden lande) und fährt weiter.
Ja, ich weiß, es war niemand dabei. Aber es ist die Häufung dieser Einzelfälle, die das Kraut fett machen. In meinem Heimatort ist das leider bei einigen Taxiunternehmen (bis auf zwei bis drei wenige, die ich seitdem immer separat anrufe), die Regel. Das höre ich auch aus dem Bekanntenkreis.
Fährt man nüchtern Taxi (wozu ich normalerweise keine Notwendigkeit habe, da ich einen Führerschein und ein Auto besitze, läuft alles problemlos. Aber wehe, man ist betrunken: Das scheint für viele Taxifahrer leider der Freibrief zu sein, den Fahrgast auszunehmen (vor allem wenn er aussieht, als hätte er Geld) und in dem Falle, daß er das gerne quittiert haben möchte, einfach mit Hilfe von Kollege rauszuwerfen (für den Fall, daß er so aussieht, als könne er keiner Fliege was zuleide tun).
So long,
S.
4. April 2008 um 23:49 Torsten Bentrup(Quote)
@S.: Bei solchen Arschlöchern hilft nur noch eine Anzeige. Kennzeichen oder Ordnungsnummer sollte man dann allerdings parat haben.
Ansonsten bitte die guten Fahrer nach deren Direkt-Order-Möglichkeit fragen und diese unterstützen.
5. April 2008 um 09:04 WELLDONE(Quote)
Hallöchen zusammen!
Ich bin gerade dabei meine Steuererklärung zu “schreiben” und überlege, welche Fixkosten mein Taxibetrieb “verursacht”.
Frage:
Gibt es eine Aufstellung darüber was ein Taxiunternehmen (1 Taxi) an Fixkosten hat?
Speziell meine Wohnungsmiete!
Kann ich also meine Wohnungsmiete auch als Fixkosten deklarieren?
Bis bald…
WELLDONE
5. April 2008 um 21:52 Torsten Bentrup(Quote)
@Welldone: Du bist da leider an der falschen Ecke des Internets gelandet.
Bei sowas solltest Du wirklich einen Steuerberater fragen, der haftet dann auch für seine Aussagen.