Libori in Zahlen und Fakten

Bekloppte:

Jede Menge. Besonders hervorheben möchte ich die “Parkplatzsucher”, die jede Menge Staus verursachten und dabei mindestens zwei Auffahrunfälle verursachten

Freie Parkplätze in bis zu 100 Metern Entfernung zum Liboriberg:

Null. Ungefähr.

Frikadellen:

Eine. Bei der Abholung der Wirtin mit zwei Gästen in der Kneipe sah ich erstmals, daß dort “Hausgemachte” angeboten wurden. Ein Fahrgast hatte auch eine zum Mitnehmen gekauft. Unterwegs erkundigte ich mich bei der Cheffin neugierig danach, sie erzählte es Minuten nach dem Aussteigen auf der Kirmes dem Käufer. Er lief tatsächlich zurück und überreichte mir das Päckchen noch als zusätzliches Trinkgeld. War sehr lecker!

Amokfahrende A-Klassen:

Eine. Münchener Kennzeichen, silbergrau. Über Stunden irrte die Karre durch die Stadt, mißachtete dabei jede einzelne Regel der StVO.

Hup-Gelegenheiten:

Vierunddreißig, mindestens. Es ist unglaublich, wie viele Verkehrsteilnehmer keine Pfeile im Ampellicht deuten können. Ganz schlimm wars am Detmolder Tor. Die Rechtsabbiegerampel hat nur Rot und Gelb, wenn beide aus sind kann vorsichtig gefahren werden. Nicht jeder konnte…

Schäden an meinem Taxi:

Einer. Der Fahrgast schlug die hintere Tür auf der Beifahrerseite so heftig zu, daß a) der Aschenbecher über die Rückbank flog und b) das Türschloßteil an der Karosserie etwa einen halben Zentimeter reingedrückt wurde. Danach brauchte man die Kraft tatsächlich zum zuschlagen… Keiner hats den Rest der Nacht im ersten Anlauf geschafft. Wurde natürlich nach Schichtende sofort von Cheffe gerichtet.

Schäden am Taxi der Firma, die dem Namen nach nur Mercedes fahren darf:

Unbekannt, vermutlich vierstellig. Schon extrem dämlich, mit locker über 100 Sachen die Warburger Straße runterzukacheln. Aber dann sollte man es schon vermeiden, über den Bürgersteig zu schroten… Dem Geräusch nach, dürfte so einiges zu Bruch gegangen sein.

Vollbremsungen von mir in den letzten 12 Monaten:

Eine. Ich fahre gemütlich Richtung Kaffee-Pause, als diese lebensmüde Dummbrot ohne irgendwas in meine Richtung sehen zu können mir die Vorfahrt nimmt. Ohne die Vollbremsung hätte ich die Dame wohl getötet, mit 50 in die Fahrertür eines Corsa dürfte da reichen. Ihr dümmliches Grinsen werd ich so schnell nicht vergessen.

Absperrungen mit “Taxen frei” in der Marienstraße:

Drei. Und trotzdem fuhren ständig Privatwagen auf Parkplatzsuche in diese Sackgasse und mußten dann inmitten der Menschenmenge am Marienplatz drehen. Siehe auch unter “Bekloppte”.

Anzahl der Taxiunternehmen, deren Taxen zur Stresszeit lange Kaffeepause gemacht haben:

Eine. War übrigens die Firma, die keine Umsatzprovision zahlt. :)

Grade noch runtergeschluckte Wutanfälle rund ums Kassler Tor:

Unendlich. Die extrem dämlich geschalteten Ampeln dort sind für die Busse optimiert, d.h. tendenziell verkehrsfeindlich. Normalerweise sind diese zwischen 2-6 Uhr nachts abgeschaltet, dann fährt dort eh kein Bus mehr (bzw. gibt es keinen Verkehr, der die Busse stören könnte). Nicht zu Libori. Und das sogar an der Kreuzung, die wg. Kirmes zu einer normalen Straße ohne Abbiegemöglichkeit geworden ist.

Wutschnaubende ASP-Mini-Reinungsfahrzeug-Fahrer:

Einer. Aber der hat sich auch fürchterlich erschreckt, weil er nicht damit gerechnet hat, daß morgens noch jemand vorsichtig und ordnungsgemäß an ihm vorbeifährt. Hätte er halt mal gucken sollen, bevor er versucht zu wenden. Die Kollegin hatte jedenfalls keine Schuld an der Situation.

Von der Polizei verwarnte Taxifahrer:

Einer, soweit bekannt. Ihm wurde eine Geschwindigkeit über 100 km/h innerorts vorgeworfen. Blöderweise ist eben dieser Kollege definitiv kein Raser, bewiesen konnte auch nichts werden (wie auch, wenn nichts war). Die Verwarnung blieb also mündlich.

Taxen, die sich noch an Funkfahrten beteiligten, als die Menschenmassen zu den Taxiständen stürmten:

Knapp die Hälfte. Höchstens.

Taxiunternehmen mit Bürener/Flughafenkonzession, die illegal in Paderborn gewildert haben:

Alle. Freut Euch auf den Oktobermarkt in Büren. Dann komm ich und revanchiere mich.

Hausverbote für mich:

Eines. Ich verließ das Taxi um in einer Kneipe Fahrgäste abzuholen, ein betrunkener Ladenbesitzer aus Wewer kam zu mir und verlangte, gefahren zu werden. Auf mein: “Keine Chance!” kam zurück: “Dann hast Du bei mir im Laden auch keine Chance mehr.” Nun ja, ich kann damit leben, hab dort bisher mal eher zufällig eine Geburtstagskarte gekauft.

McRib im Taxi:

Einer. Nie wieder. Das Ding kann man einfach nicht ohne Sauerrei verzehren. Beim nächsten Mal lass ich mir lieber einen Cheeseburger ausgeben.

Anzahl der Preisverhandlungsversuche bei der längsten Fahrt:

Einer. Pro Minute. Und es war eine wirklich lange Fahrt. Die Pausen dazwischen nutzte er, um mir zu erzählen, daß er in leitender Position in einem Unternehmen mit Milliarden-Umsätzen arbeitet. Sonderpreise zu Libori geht mal gar nicht!

Mathekünstler:

Drei. Einer erzählte mir, daß er auf der Hinfahrt den supergünstigen Bus genutzt hat. Mit vier Leuten haben die jeder nur 5 Euro zahlen müssen. Die auch so teure Rückfahrt bis zur Haustür hat mit dem Taxi dann sündhafte 22 Euro gekostet. Die anderen beiden sind mit mir zur leicht auswärts gelegenen Disco gefahren, weil das Bier auf Libori so unverschämt teuer ist. Taxipreis hin- und zurück ungefähr 16 Euro, das Gesamtvermögen der beiden betrug etwa 30 Euro.

19 Antworten zu “Libori in Zahlen und Fakten”

  1. Panama Jack sagt:

    Das mit dem McRIb hätte dir auch vorher klar sein können.
    Ich kenne genau 1 (in Worten: EINE) Person, die das Ding unfallfrei essen kann, und auch darüber bin ich jedes Mal wieder erstaunt. Da müssen irgendwo Breitmaulfrösche in der Ahnenlinie sein …
    Und “im Auto/Taxi” läuft ja schon unter “erschwerte Bedingungen” ;)

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Eigentlich weiß ich das ja auch aus Erfahrung. Aber so einmal im Jahr packt mich wieder der Übermut und ich denke: Kann doch nicht so schwer sein. Mit genügend Servietten wirds schon gehen. Und prompt unterschätze ich wieder die Sauce und ihre Schmierkraft…

  3. AlexK sagt:

    Sehr schöne Liste, gut zu lesen. Danke :D

  4. Don Pepone sagt:

    Beeindruckend, ein Leben wie ein Film. Vielleicht sollte ich auch mal nebenberufl. Taxi fahren um endlich mal was erzählen zu können. Arbeiten von zu Hause schränkt das Erlebnisspektrum doch irgendwie ein…

  5. ker0zene.de » Blog Archive » Trinkgeld sagt:

    [...] Über die Kohle spricht man nicht, höchstens hinter vorgehaltener Hand natürlich. Mit der Entlohnung an der Station kann man im großen und ganzen recht zufrieden sein, ist halt ein Nebenerwerb, ich war nicht mehr ganz so jung und brauchte das Geld trotzdem. Einziger Haken an der Sache: Über Trinkgeld braucht man sich nicht zu freuen. Kein »Machense fümmenzwannzich!« wenn EUR 23,80 auf der Rechnung stand, kein »Der Rest für Sie.« wenn der Kunde noch 50 Cent rausbekommt«. Nein, und auch keine Naturalien in Form von ausgegebenen hausgemachten Frikadellen oder McRibs. [...]

  6. butscher sagt:

    whow,klasse.ich liebe solche schichten.der leineweber hat bei uns stark nachgelassen,aber es gibt ja noch sylvester,1.mai und noch einige veranstaltungen.wuerd ich nie verpassen.hab in den letzten 8 j. einmal sylvester ausgelassen.mir war stinklangweilig und ich hab die kollegen beneidet.

  7. Rena sagt:

    Wenn ich mal unverschämt anmerken darf: hier, wo ich wohn, fahren die wenigsten TaxifahrerInnen nach der StVO. Manchmal ist es extrem gefährlich. Bin wirklich froh, wenn ich nicht so oft in der Nähe eines Taxis fahren muss. Vl gibt es Ausnahmen. Hier nicht.
    Zum Thema Münchner Autofahrer: in München muss man die Augen zu machen und durch. Anders geht es nciht. Solange es beim Spurwechsel zum Beispiel nciht kracht, ist es in Ordnung. (Bin erst gestern wieder durch München gefahren)

  8. michiausp sagt:

    Im Gegensatz zu Dir ist kerozene ja echt ein armes Schwein…Du zockst hier das MegaTrinkgeld ab und der TankStellenMensch steht voll im Regen

    Die “Grade noch runtergeschluckte Wutanfälle rund ums Kassler Tor” habe ich täglich, aber noch besser finde ich die “Schaltphasen” auf der Linksabbiegerspur am Westerntor in Richtung Rosentor.

    Wegen meiner könnte man alle Tore “wegsprengen”

  9. jo sagt:

    Torsten: Rasende Taxifahrer in Paderborn?

    Das ist überhaupt ein Thema, über das ihr mal beim Nachtkaffee an der Freien reden solltet. Echt jetzt. Naja, die betroffenen Kollegen wird’s wohl nicht interessieren.

    Aber ernsthaft, was sich da einige Fahrer erlauben, geht definitiv nicht mehr. Wundert mich, dass da noch nicht mehr passiert ist.

  10. Torsten Bentrup sagt:

    @jo: Allgemein oder zu Libori?

    Mir ist schon klar, daß es eine Handvoll Idioten gibt. Einer davon lässt als Warnung netterweise immer die Nebelscheinwerfer brennen… Aber soweit ich das beurteilen kann, sind die allermeisten hiesigen Kollegen da schon noch im grünen Bereich, d.h. nicht schlimmer im Schnitt als der Rest der Autofahrer.

    Blöd für die Aussenwahrnehmung ist natürlich, daß wir alle sehr ähnliche Fahrzeuge haben. Während man bei den Zivilisten einen doofen Corsa, 3er BMW und einen Golf bei Verkehrsverstößen beobachtet, sinds bei uns gleich drei auffällige Taxen…

    Mit dem “drüber reden” beim Kaffee wirds übrigens nichts. Die bekannten Dumpfbacken haben sich meist schonmal nen Spruch in der Richtung gefangen und meiden seitdem eher meine Gesellschaft. :D

  11. michiausp sagt:

    uuuuuhhhhhhh…..ich hab Glück !!!

    ich fahrn Mazda6 ( Combi )

    MAZDA
    MeinAutoZerstörtDeutscheArbeitsplätze

  12. Marcus sagt:

    @Torsten B.:

    Gabs die Frikadellen zufällig in der Hathumarstraße?

    (auf Wunsch des Kommentators gekürzt, TB)

    @Rena: Ich war selbst einige Zeit in München, mußte beruflich viel Auto, auch in der Stadt, fahren… was ich am meißten hassen lernte, waren diese Schilder “Bitte einordnen!” auf den inneren beiden Ringen, besonders dem ganz inneren. Diese Schilder nämlich stehen etwa 250 Meter VOR dem nächsten Wegweiser, der einem bein einordnen helfen könnte, leider katastrophal für nicht ortskundige Menschen!

    MfG M.

  13. Ly sagt:

    huh, was ein fahren :-) geilo, ich liebe sowas.

  14. Torsten Bentrup sagt:

    @michiausp: Mazda6… Hatten wir bis vor kurzen zwei von an unserer Zentrale. Mein Beileid, sind leider ziemlich frühzeitig aus dem Verkehr gezogen worden, selbst unsere ältesten E-Klassen schaffen locker die drei- bis vierfachen Kilometerzahlen (von meinem 124er brauchen wir nicht zu reden, der schafft auch noch die 2te und 3te Million). Jetzt fahren wir wieder ausschließlich Daimler-Taxen

    @Marcus: Danke für die Gedächtnisauffrischung. Die Fleischbrocken von Horst sind auch sehr lecker, werd ich bei Gelegenheit mal wieder mitnehmen.

  15. michiausp sagt:

    @torsten: PRIVAT ! Ich muß keine 3 Millionen km mit dem Ding fahren ;-)

  16. Torsten Bentrup sagt:

    Ja, wenn Dir 300.000 bis 400.000 Kilometer reichen… :D

  17. Volker Schepker sagt:

    Die Liste ist geil :D
    Wat hab ich gelacht ;)
    Das mit dem Kerl, der mit 100 am Bürgersteig langgekachelt ist.. aua, dem sollte man echt den Lappen abnehmen, aber wirklich.

  18. jo sagt:

    Torsten: Leider allgemein. In der Woche vor Libori beispielsweise bin ich so gegen 1:00 Uhr den Liboriberg hoch. Bereits in einem Tempo, das man mit Blick auf die Straßenverkehrsordnung als optimistisch beschreiben kann.

    Einer deiner Kollegen war allerdings noch weit optimistischer und überholte mich am Kassler Tor in einer Art und Weise, die bei alten Damen auch schnell zum Herzstillstand führen kann (Wir erinnern uns: Die Linksabiegerspur ins Parkhaus wurde ursprünglich nicht als Ausbremszone für Rechtsabbieger auf den Asphalt gemalt). Keine Chance auch nur irgendwie Anschluß zu halten, anschließend auf der Warburger.

    Ich kann nicht wirklich behaupten, dass das ein Einzelfall war. Ähnliche Erlebnisse hatte ich nun schon öfter.

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