Ha(a)ren/m

5. November 2013

Überrascht? :D

Ich hab doch immer gesagt: Wenn mal was passiert, was ich nicht schon so ähnlich etliche Male im Blog hatte, bin ich wieder da.

Jetzt ist es soweit!

Vor wenigen Stunden rolle ich so gemächlich an eine der vielen roten Ampeln in Paderborn ran. Zwei junge Männer, der deutschen Sprache leider nicht hundertprozentig mächtig, machen sich bemerkbar. Ich halte daneben und fahre die Scheibe runter.

“Wir müssen nach Ha(a)ren/m. Geht?”

“Kein Problem, immmer rin in die gute Stube!”

Nochmal vergewissert.

“Also ins Harem?”

Ein großes Bordell in Bad Lippspringe, runde 10 km entfernt.

“Ja. Geld bezahlen?”

…und hat die Geldbörse schon in der Hand.

“Äh, das reicht mir am Ende der Fahrt.”

“Meisten Fahrer wollen vorher.”

Erster Punkt, an dem ich im Nachhinein hätte stutzig werden können. Ich hab nur gedacht, daß sie immer an Fahrer geraten sind, die bei Ausländern grundsätzlich nicht einmal für eine 20€-Fahrt Vertrauen haben.

Während ich auf Grün wartete noch kurz der Zentrale Bescheid gesagt:

“Der 4 nach Bad Lippspringe.”

Mein Beifahrer zeigte die oft gehörte Reaktion:

“Was?”

“Das war für die Zentrale, damit die wissen, wo ich stecke.”

Bei den integrierten Funkgeräten gibt es eben kein am Spiegel baumelndes Handmikro mehr, Knopf in der Mittelkonsole drücken und sprechen. Wer das nicht kennt, fühlt sich selbst angesprochen. Wie gesagt, sehr häufig.

Weiter ging es Richtung Detmolder Straße, dann wegen Vollsperrung in Marienloh über die B1 bis zum Puff.

“So, da sind wir!”

“Was das? Puff? Wir sind müde, wollen schlafen!”

Aus dem Fragezeichen über meinem Kopf wurde schnell ein Ausrufezeichen…

“Haaren? Wünnenberg-Haaren? Nicht Harem? Scheiße…”

Wäre sogar die deutlich bessere Fahrt gewesen, 20 Kilometer statt 10. Nur blöderweise in exakt umgekehrter Richtung von Paderborn aus.

Worst Case. Sowas von blöd gelaufen.

Die Beiden taten mir echt leid. Und ich war heilfroh, daß sie es recht emotionslos nahmen.

Man hätte sich aufregen können, den Taxifahrer beschimpfen. Aussteigen ohne zu bezahlen. Alles durchaus im Rahmen der Möglichkeiten. Aber nichts von alledem. Die beiden saßen einfach nur da und warteten darauf, daß jetzt was passiert. Am besten eine Taxifahrt in die richtige Richtung.

Ich drehe, gebe Gas Richtung Haaren und überlege verzweifelt, wie ich das für beide Seiten akzeptabel hinbiege. Wenn ich jetzt die ganze Fahrt bezahlt haben möchte, müsste ich das Doppelte des normalen Fahrpreises kassieren. Geht gar nicht.

Klar, mein Schuldanteil dürfte eher gering ausfallen. Hätten die beiden den offiziellen Ortsnamen “Bad Wünnenberg-Haaren” benutzt. Oder eingegriffen, als ich von der ersten Sekunde an in die falsche Richtung gefahren bin. Oder als ich Bad Lippspringe als Ziel über Funk durchgegeben habe. Oder. Oder. Oder.

Ich hätte aber auch angesichts der Sprachschwierigkeiten mal nachhaken können.

Den Rückweg von Lippspringe nach Paderborn konnte ich ja schonmal ohne schlechtes Gewissen rausrechnen. Den wäre ich ja sowieso gefahren, wenn sie dort ausgestiegen wären. Und mit zwei bis drei zugedrückten Augen…

Mein Angebot war dann Fünfzig Euro statt der 38€ auf direkter Strecke. Oder 68 Euro, wenn ich jeden Meter bezahlt gefahren wäre.

Blöd für die Jungs, aber sie waren ja größtenteils auch selbst schuld.

Cheffe dürfte damit auch zufrieden sein. Ausser Steuern, Sprit und Verschleiß hat er bei Mehrkilometern keine variablen Kosten, ich fahre ja mit festem Stundenlohn. Und 50 Euro an einem Montag innerhalb einer Stunde eingefahren, das ist schon ziemlich gut.

Mein Angebot wurde von den beiden auch nach kurzer interner Diskussion angenommen und direkt bezahlt. Bei der Verabschiedung bedankten sie sich noch herzlich und mit Handschlag.

Ich würde mal sagen: Alles richtig gemacht! :D

Aufarbeitung

17. August 2013

Da liest der Becks mal eben ein paar Jahre Taxi-Blog und stößt mich im Kommentar auf ein paar offene Enden:

Was ist aus dem §UnternehmendessenNamendunichtnennendarfst geworden? Existiert es noch?

Existiert immer noch. Sind allerdings deutlich ruhiger geworden. Der Geschäftsführer wurde wohl rechtzeitig vor Lizenzverlängerung ausgetauscht. Zudem gibt es wohl inzwischen gerüchteweise Ermittlungen in Richtung Straßenverkehrsamt. Aber alles nicht konkret. Die Hoffnung auf den “Großen Knall” hab ich inzwischen aufgegeben. Sie werden wohl mit all den Dingen der Vergangenheit durchkommen… Aber wenn sie so ruhig bleiben wie aktuell, kann ich damit leben.


Hast du mittlerweile ein Auto gefunden?

Seit einem Jahr fahr ich nen 16 Jahre alten Polo und teil mir den inzwischen noch mit meiner Nachbarin. Null Ausstattung, 60 PS und seitdem exakt 50 Euro Reparaturkosten bei knapp über 6 Litern Verbrauch. Perfekt. Zumindest, wenn er es im Dezember über den TÜV schafft. Mobilität für unter 50€ im Monat!


Hast du nun wieder eine Katze in der Wohnung?

Nee, lässt sich leider nur schwer mit den vielen Reiseplänen verbinden. Den Plan der drei Urlaube im Jahr ziehe ich ja schon noch ne Weile durch. Und so zwei Monate im Jahr das arme Tier weggeben ist doch auch gemein…


Du hast vor 2 Jahren (glaub ich) eine ganz große, tolle Sache angekündigt, die du noch nicht vertiefen wolltest. Die Auflösung ist mir nicht aufgefallen. Was war das?

Gab auch keine Auflösung. Es gab zwei Pläne, bei denen ich mich sehr gefreut hätte. Zum einen wollte ein Kommentator eine Bloggerlesung organisieren. Genaugenommen zwei, einmal Paderborn und einmal Berlin, beide zusammen mit Sash. Ist schlicht im Sand verlaufen und nie zustande gekommen. Das andere war die Idee, die mir nach der AMG-Sause damals gekommen ist. Da wollte ich Mercedes zum Sponsoring einer kleinen Rundreise bewegen. War für die aber nicht überzeugend genug. Vielleicht auch besser so, wenn ich mir die Entwicklung der Autoblogger-Szene ansehe. Damit wäre ich mittendrin gewesen und das hätte mich schon in diverse moralische Zwickmühlen gebracht.


Wie ist die aktuelle Situation mit den Briten? Werden sie abgezogen?

Ja. Vielleicht. Eventuell 2014. Oder 2015. Oder gar nicht. Oder später. Aber eigentlich haben die Briten gar nicht genug Geld, um ganz zu verschwinden. Also, es wird sich noch ziemlich rauszögern und dann werden wohl vier von fünf Standorten in Paderborn aufgegeben. Vermutlich. Man weiß es aber nicht so recht. :D

So, hat noch jemand Fragen? Dann haut sie raus. Dann hab ich wenigstens wieder nen Grund zum bloggen!

Lebt er noch?

16. August 2013

Ja, Macel, irgendwie schon…

Nur mit der Fahrerei war es die letzten Wochen extrem ätzend. Gesundheitliche Probleme seit Anfang Juli, nur unterbrochen durch den eher schmerzhaft-dämlichen Versuch, über Libori das Geschäft mitzunehmen. Und selbst da ist nichts nennenswert verbloggbares passiert.

Mitte nächster Woche hoffe ich dann auf die Gesundschreibung. Und dann wird es sicher auch mal wieder neue Einträge geben. Selten, aber halt immer, wenn was passiert, bei dem ich denke: Wow, das muß ins Blog!

Den ganzen Alltagskram, die ganzen kleinen Geschichten? Da bin ich nach 8 Jahren einfach müde. Die könnt Ihr alle in verschiedenen Varianten schon hier im Archiv finden. Oder natürlich bei den frischeren, jüngeren, aktiveren Taxibloggern. Die sicher in ein paar Jahren auch soweit sind… :D

Der Arbeitsgerät, Teil 3/2

14. Juni 2013

Jahrelang hab ich Fahrzeuge gefahren, die ein fest eingebautes Navi hatten. Teuer, sehr sehr teuer. Und nur dem Umstand geschuldet, daß Cheffes gerne sehr junge Gebrauchte kaufen. Die waren dann ein paar Tausend Kilometer als Werkstattersatzwagen im Einsatz oder als Vorführwagen. Deshalb auch so Verwirrungen wie getönte Scheiben hinten bei zwei unserer Taxen… Man kann es sich halt nicht immer aussuchen.

Und all die Jahre war bei Dienstantritt die erste Handlung: Mein eigenes Navi an die Scheibe pappen! Ein Feature, daß leider sehr selten ist, hab ich am ollen Blaupunkt-Navi geliebt. Es hat mir ohne Adresseingabe jederzeit angezeigt, wo ich grade bin. Nicht nur die Straße, sondern auch einigermaßen zuverlässig, welche Hausnummer jetzt grade rechts und links ist.

Das ist Nachts oft die größte Hürde bei der Suche von Kundenadressen. Unglaublich, wie übel manche Leute die Hausnummer verstecken. Gerne mal in weiß auf weißem Grund oder auch nur zu erkennen, wenn man grad schon im Hauseingang steht.

Aber beim Blaupunkt ist der Akku absolut am Ende, nach 30 Sekunden ohne externen Strom ist Feierabend. Und als dann auch noch das 12-Volt-Kabel die Grätsche machte…

Die alten Festeinbaunavis waren da nur ein schwacher Ersatz. Hausnummern wurden gerne mal in Blöcke zusammengefasst. Und bis ich da mit dem “Dreh-Drück-Wahlschalter” auf der Mittelkonsole Stadt, Straße und Hausnummer eingegeben hatte, vergingen gefühlte Ewigkeiten.

Aber das ist jetzt Geschichte. Das Blaupunkt-Ding ist ausgemustert!

Seht selbst:

(Direktvideo)

Und dann gibt es noch das absolute Killerfeature!

Bluetooth-Audiostreaming!

Die Freisprecheinrichtung ist bei Daimler schon ewig Serie und funktioniert perfekt. Aber jetzt kann ich auch die Musik vom $MobileDevice hören, ohne lästige Strippen ins Handschuhfach (da saß bei den Vorgängern eine 3,5mm-Klinke-Buchse). Herrlich!

Das ist dann tatsächlich auch mein persönlicher Grund, warum ich ausgerechnet diesen Wagen fahren will!

Und auch wenn Cheffe nie “Ja, das ist jetzt Dein Stammwagen” gesagt hat… Es klappt trotzdem. Wenn ich zum Dienst erscheine ist es inzwischen selbstverständlich, daß ich den Wagen bekomme.

Cheffe halt. :D

Der Arbeitsgerät, Teil 2/2

13. Juni 2013

Okay, im letzten Beitrag ging es darum, daß mein Taxi schick aussieht (also, für nen Daimler zumindest). Und um den Becherhalter!!!!1111elf!

Aber es gibt auch richtig gute Argumente. Eines hat bei Cheffe besonders gut gezogen. Wir erinnern uns: Im Firmeninteresse wäre es eher, daß möglichst jeder Fahrer sofort auf der Straße ist. Und nicht in der Zentrale rumsitzt und auf “sein” Auto wartet. Dementsprächend war er meine Bitte gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen…

Der Parkpiepser! Ein Bild erspare ich Euch mal. Vorne unter der Windschutzscheibe und hinten im Dachhimmel sind ein paar LED, die anzeigen, wieviel Platz noch ist. Und dazu gibt es einen Piepston, wenn es eng wird.

Eigentlich kann ich ganz gut einparken. Nicht wirklich selbstverständlich in einem Beruf, in dem man auch legal in zweiter Reihe halten darf und viele unkonventionelle Fahrzeugabstellmöglichkeiten üblicherweise stress- und straffrei ausgehen. Man weiß halt: Taxi, der fährt gleich wieder weg. Und vielleicht muß er grad jemand im Rollstuhl abholen. Also gibt es extrem selten Stress. Obwooohl… Aber die Geschichte mit meinem neuen Nachbarn erzähl ich ein anderes mal! :D

Kurz gesagt: Wir sind Taxifahrer, keine Taxiparker.

Für mich persönlich ist aber nicht das einparken das Problem. Sondern das ausparken. In den letzten fünf Jahren habe ich zwei Haftpflichtschäden verursacht. Und beide beim Rückwärtsfahren. Einmal am Flughafen bei Dunkelheit mit einem Taxi mit getönten Scheiben hinten.

Ich steh vor dem Schaufenster zur Gepäckausgabe. Sehe, daß da noch nichts los ist und denke mir: Hm, wird mein Kunde wohl noch ne Weile brauchen, fahr ich mal auf den Abholerparkplatz. Blick in die Spiegel, alles okay. Rückwärtsgang rein und: Bääm! Der schwarze Renault, der sich da direkt hinter meine Stoßstange platziert hat, hatte danach eine kleine Beule.

Die beim Unfall am Bahnhof erwähnte Anzeige mit Punkten hab ich kassiert, als ich zu Libori am Kamp in der Taxireihe stand und eine Zentralfahrt machen wollte. Rundumblick, alles frei. Also rückwärts aus der engen Parklücke raus. Die Konzentration lag im rechten Aussenspiegel. Dem Kollegen hinter mir wollte ich keine Macke ins Auto fahren. Das hab ich dafür beim Skoda gemacht, der während meiner Rangiererei in zweiter Reihe gehalten hat. Für die Polizei ein klarer Fall von “Unfall beim Rückwärtsfahren im fließenden Verkehr”. Mit dem Wissen von heute ein Fall für meinen Anwalt.

Kurz gesagt: Ich brauch wirklich das einzige Auto im Fuhrpark mit Parksensoren, Cheffe!

Seine Antwort: Wir hatten schonmal einen Wagen mit Parkpiepser. Und der Fahrer hat’s kaputtbekommen. Ist irgendwo gegen gefahren…

So isser, immer ein Gegenargument im Ärmel. :D

Kommen wir zum schon erwähnten (also, in den Kommentaren zum Bahnhofsunfall zumindest) völlig neuen Automatikwahltaster.

So sieht er aus:

Vorteil: Die Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen hat unglaublich viel Platz dafür bekommen. Zum Beispiel, um einen Becherhalter unterzubringen!

Aber auch die Ablage zwischen den Sitzen reicht jetzt endlich aus, um dort mehr als zwei Pakete Taschentücher unterzubringen. Und hat nen Deckel. Und ist an die Klimaautomatik angeschlossen. Was im Winter bedeutet, daß es dort ziemlich warm wird, im Sommer bleibt es dort dafür schön kühl.

Letztendlich einfach dem Zeitgeist geschuldet. Und bei aller Kritik: Ich werde mich dran gewöhnen und irgendwann bediene ich auch die Automatik so intuitiv wie in allen vorherigen Modellen.

Nachteil: In den Vorgängermodellen gab es einen “Automatikwahlhebel”. Jetzt hat man einen “Automatikwähltaster”. In der Praxis bedeutet das: Ich habe im Stillstand keine Ahnung, welche Fahrstufe grade eingelegt ist. D, R, N, P? Mit Blick auf den Hebel kann ich das nicht erkennen. Auch nicht mit Griff dorthin.

Ich muß aufs Display schauen, da steht es. Aber in einer unübersichtlichen Situation wie letztens am Bahnhof mal schnell den Hebel nach vorne drücken und zu wissen, da ist der Rückwärtsgang. No way.

Klar, wenn ich oft genug anch oben taste, bin ich letztendlich im Rückwärtsgang. Aber wenn der Griff zum Hebel schon klar dessen Position anzeigen würde, wäre mir das allemal lieber.

Und ob ich den “Vier” jetzt wirklich als Festwagen bekommen habe, verrate ich Euch in Teil 3 der zweiteiligen Serie.

PS: War keine Absicht. Hab mich hier verquatscht und ausserdem gemerkt, daß ein Video vom nächsten Killerfeature ziemlich cool wäre. Ausserdem ist es eine Hommage an Douglas Adams. Dem Erfinder des “Fünften Bandes eine vierteiligen Trilogie”. Also: Don’t panic!

Der Arbeitsgerät, Teil 1/2

12. Juni 2013

In den letzten Einträgen hab ich ja schon ein paarmal erwähnt, daß ich jetzt zum ersten Mal in den fünf Jahren bei Taxi Czernoch einen Stammwagen habe. Grob geschätzt haben hier in der Stadt rund die Hälfte der Fahrer ein “eigenes Auto”, fahren immer das selbe Taxi. Die anderen, bis Februar gehörte ich auch dazu, nehmen aus praktischen Gründen einfach den ersten verfügbaren Wagen, der auf den Hof kommt.

Ist eigentlich auch die schlauere Variante. Unsere Taxen sind sich eh alle sehr ähnlich, größtenteils E-Klasse in der T-Version. Die anderen kamen für mich in den letzten Monaten eh nicht in Frage, weil die in meinen Schichten schon mit Stammfahrern besetzt sind.

Unterschiede gab es also höchstens in Laufleistung und minimal in der Ausstattung. Einige wenige Fahrzeuge haben z.B. kein Festeinbau-Navi oder keine antike Lade- und Freisprechhalterung für unsere Zentralenhandys. War mir immer egal.

Und dann kam er! Und ich war nach der ersten Schicht verliebt in dieses Auto.

Sieht ja schon sehr stylisch aus, die LED-Tagfahrscheinwerfer!

Und innen wirds noch schöner!

Mercedes nennt es “Ambiente-Beleuchtung”. Ist dimmbar und sieht verblüffend gut aus.

Okay, alles schön und gut. Aber noch lange kein Grund, das erste Mal meinen Cheffe gradezu anzubetteln, mir den Wagen als Stammwagen zuzusprechen.

Aber jetzt kommts!

Taaaadaaaaaaaaaaa!!

Er hat allen ernstes, und das ist ein absolutes Novum in unserer Firma, einen dafür auch gedachten Becherhalter! Groß genug für meinen Halbliter-Thermobecher! Okay, ist natürlich in einem 40.000€-Auto nicht serienmäßig, Daimler lässt sich das gute Stück Formplastik mit 34 Euro bezahlen. Aber hey, ich hab endlich nen echten Becherhalter im Dienstwagen!

Und in den nächsten Tagen reiche ich noch den zweiten Teil nach. Da geht’s dann um die technischen Finessen!

Blau, aber keine Leuchten

11. Juni 2013

So langsam werde ich Stammkunde bei der Polizei. Durchaus zufrieden mit deren Leistungen, aber trotzdem wäre es mir definitiv lieber, wenn das mal langsam wieder aufhört.

Heute war es dann aber kein Unfall (auf den dritten der Reihe warte ich also immer noch…), sondern amoklaufende britische Soldaten.

Genaugenommen war es auch nur einer, die anderen waren bis zum Ende der Fahrt ganz friedlich.

Der eine hatte es dafür aber in sich. Die ersten drei Minuten der Fahrt schlief er noch friedlich.

Dann begann die Brüllerei. Er würde alle killen, insbesondere die “Nigger”. Und ausserdem sollen sich doch alle “geschlechtsverkehren”. Aussteigen wollte er auch mehrmals. Während der Fahrt riss er einige Male die Tür auf.

Kein Wort dazu von mir. Seine Kollegen taten auch alles, um ihn zu beruhigen.

Bis zur Dubelohstraße, die direkte Verbindung zwischen Kernstadt und Sennelager. Kurz vor den Fischteichen erhielt ich einen Schlag in den Nacken…

Nicht sonderlich heftig. Aber in so einem Fall ist die Fahrt definitiv beendet, bevor noch mehr passiert. Die Vollbremsung erfolgte noch im ersten Schreck direkt nach seiner Attacke.

Meine Weigerung, die Fahrt mit diesem Vollhonk weiter durchzuführen wurde dann blöderweise von den anderen Mitfahrern nicht sonderlich entspannt aufgenommen.

Sie entschlossen sich blöderweise, daß dann ja wohl die Fahrt kostenlos wäre. Die Türen wurden mit aller Kraft zugeschmettert und die Soldaten verschwanden im angrenzenden Wald.

Entgegen meiner sonst üblichen Personenbeschreibungsschwäche fiel es mir diesmal recht leicht. Kurze Hose und Beinprothese bei meinem Beifahrer war zumindest schon mal recht einprägsam. Und der sehr amerikanische Akzent des Aggro-Typens dürfte auch eher ungewöhnlich und auffällig sein.

Dementsprechend kam dann auch zwei Stunden später der Anruf der Polizei. Die Täter sind festgenommen, Protokol ist auch soweit geschrieben, man übergebe sie jetzt an die Militärpolizei.

Strike!

Versuchte Körperverletzung wird wohl eher nicht drin sein. Aber Betrug und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (der Beamte hat sich extra nochmal schildern lassen, in welchem zeitlichen Ablauf Vollbremsung und Angriff standen) sind definitiv gegeben.

Und irgendwie hab ich nicht das geringste Fünkchen Mitleid… :D Waren übrigens auch nicht die üblichen jungen Burschen, eher so Mitte Zwanzig bis Mitte Dreißig. Da sollte man wissen, was man tut und was man mit einer solchen Aktion auf’s Spiel setzt.