Sexarbeiterinnen

Natürlich gibt es auch Taxistammkundinnen aus den umliegenden Bordellen.

Komischerweise sind mir ausgerechnet diese Damen bisher häufig durch das Verlangen nach Sonderkonditionen aufgefallen. Kaum eine zahlte freiwillig den vollen Fahrpreis.

So wars dann auch diesmal. Bereits beim Einsteigen machte sie mir klar: “Nach $DreiOrteWeiter, ich zahl 22,–!”.

Okay, warum nicht. Ist ne gute Fahrt und der reguläre Preis würde wohl auch nur so um die 25,– liegen. Absolut im Rahmen also. Ab dafür.

Am Ziel angekommen zeigte die Uhr dann auch EUR 24,80 an. Sie drückte mir zwei Zehner und einen Fünfer mit den Worten in die Hand: “22,– fürs Taxi, 3,– für Dich!”.

Das nenne ich doch mal einen vernünftigen Festpreis. :D

So ein Verhalten ist ungefähr so selten wie… also, naja, nen 4er im Lotto. Festpreis und Trinkgeld passt für die allermeisten Kunden einfach nicht zusammen.

Herzlichen Dank dafür! Zur Nachahmung empfohlen. ;)

17 Antworten zu “Sexarbeiterinnen”

  1. Emma sagt:

    Sieht man mal wieder, das es anständige Menschen gibt. Das diese aus dem ach so schrecklich "unanständigen Millieu" kommen, sollte manch einem zum Nachdenken bringen ;-)

  2. Stefan sagt:

    Die ganz dreisten unter diesen Kundinnen muss man einfach mal fragen, ob man als Taxifahrer bei denen auch Rabatte bekommt …
    Aber wie du schon geschrieben hast, es gibt solche und solche.

  3. Shantyman sagt:

    Ich habe schon öfter eine Dame am Westerntor aufgegabelt, die in die Örtlichkeit in Mönkeloh fahren wollte. Da gab es auch immer eine Kleinigkeit (nein, keinen Lolli! ;-) )
    Da die Damen auch viel von Trinkgeld leben, wissen sie auch, wie sich andere darüber freuen…

  4. Werner sagt:

    Ich weiss nicht, aber ich denke aber die Unterscheidet wirklich zwischen

    a) Arbeit resp. was sie denkt, was diese Dienstleistung wohl wert ist und
    b) Sympathy

  5. Torsten Bentrup sagt:

    @Stefan: Irgendwie bin ich da zu sehr "Romantiker" und zu sehr informiert, wie es in dem Gewerbe abgeht… Den Rabatt würde ich wohl nie einlösen. Ist irgendwie nicht mein Ding.

    @Shantyman: Wenn das mal nicht dieselbe war… ;)

    @Werner: Das ist auch die Deutung, die mir eindeutig am besten gefällt. Übrigens: Du bist hier in Paderborn, nicht Berlin. Meinjanur, wg. Deiner Blogroll. :D

  6. Olaf sagt:

    Tröstet ein halbwegs gutes Trinkgeld einen Taxifahrer auch über eine absolut kurze Kurzstrecke hinweg?
    Kam mir selber ein wenig blöd vor, als ich mich vom Bahnhof hab nach Hause (weniger als fünf Minuten Fußweg) kutschieren lassen.

  7. Torsten Bentrup sagt:

    @Olaf: Echte Profis sollten zwar nicht getröstet werden müssen, d.h. ich lasse meinen Kunden sicher nicht spüren, daß es "nur" eine Kurzfahrt ist. Der Fahrgast fährt ja nicht aus Böswilligkeit so eine kurze Strecke und ich kann sicherlich nicht erwarten, daß er aus reiner Freundlichkeit noch ein paarmal um den Block cruisen will… ;)

    Aber um Deine Frage zu beantworten: Sicherlich. Der einzige Nachteil an Kurzstrecken ist ja der (je nach Firma unterschiedlich hohe) finanzielle "Verlust" nach manchmal elend langer Warterei.

  8. Highwayman sagt:

    Wer den ganzen Tag (hmm, die ganze Nacht) mit seinen "Kunden" um Preise und Sonderleistungen feilschen muss kann das wohl nicht so einfach ablegen.

  9. Jason sagt:

    Als es draussen -8° und so waren, hatte ich reichlich Touren mit wenigen Kilometern bis zu 500m runter. Letzteres kost’ trotzdem 3,- und meistens bekommt man ‘nen fünfer. Lohnt sich also, viel Wartezeit war auch nicht drin. Liest sich nur komisch im Fahrbericht, wenn da aneinander angrenzende Strassen stehen.

    Jason

  10. Erik sagt:

    Fahrbericht? Cool. Sowas gibt es? Lieber Torsten, erzähl doch mal was darüber. Wie sieht sowas aus? Muß man das machen?

  11. Torsten Bentrup sagt:

    @Jason: An Tagen, an denen die Zentrale nur so mit Fahrten um sich schmeißt oder an jeder Ecke Fahrgäste stehen, freue ich mich tatsächlich auch mehr über kurze Fahrten. Keine langen Rückwege und die Trinkgelder sind prozentual zum Umsatz wesentlich höher. Wenn nur jede Stunde mal eine Fahrt anzutreten ist, nehme ich auch gerne mal die eine oder andere lange Fahrt. Sieht ja doof aus, wenn keine Fahrt im zweistelligen Bereich auf dem Zettel steht.

    @Erik: Auch wenn ich schon wieder so ein vibrieren verspüre… Des Ironiedetektors natürlich!

    Ich bring Dir mal einen mit. Bei uns nennt man die Dinger allerdings "Fahrtenzettel". Unser hat 20 Zeilen für die Eintragung von Abfahrtort, Zielort, Betrag Bar, Betrag Rechnung. In so einer Zeile steht dann z.B. "Bahn – Gütersloh 60,– 4,30". Also vom Bahnhof nach Gütersloh für den Festpreis von 60,–, auf der Uhr waren aber 64,30, deshalb der Fehlbetrag in die "Rechnungspalte".

    Dazu gibts noch ein paar organisatorische Dinge: Fahrername, Taxi-Kennzeichen, Datum, Ausfahrtzeit, Endzeit, Pausenzeiten.

  12. Jason sagt:

    Ok, das ist wieder der Punkt an dem ich als Wochenendefahrer verwöhnt bin.

    Zusätzlich stehe ich üblicherweise auf einem Taxistand in der Innenstadt, die meisten Frierenden waren Laufkundschaft und auch ziemlich schneller reihenfolge.

  13. jan sagt:

    Du hattest natürlich die Uhr an :-o
    Würde bei uns kein Kutscher machen.

  14. Torsten Bentrup sagt:

    @Jan: Aber hallo, Sitzkontakte mit automatischer Uhreinschaltung…

  15. Kai sagt:

    Hallo Torsten,

    ich habe da mal eine Frage: Wenn das Taxameter 24,80 anzeigt und du kassierst 22 Euro für die Fahrt, wie rechnest Du das dann ab?
    Ich meine: wird der Wert des Taxameters nicht gespeichert? Oder wie oder was…

    Ich versteh das halt grad nicht und dachte ich frage mal direkt nach.

    LG

    Kai

  16. Kai sagt:

    Oh .. ups … ich war blind. Sorry: Da stand es schon:

    "In so einer Zeile steht dann z.B. "Bahn – Gütersloh 60,– 4,30". Also vom Bahnhof nach Gütersloh für den Festpreis von 60,–, auf der Uhr waren aber 64,30, deshalb der Fehlbetrag in die "Rechnungspalte"."

  17. Wolle sagt:

    Gibt es eigentlich ein general Rezept wie man einen Taxifahrer ansprechen muss damit er sich auf einen Festpreis einläßt? Und was wäre ein akzeptabler Festpreis vom Delbrücker AM Fussballstadion (früher Laumeskamp) in die Innernstadt von PB.

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