Jagd auf Illegale

Seit ein paar Monaten werden die “Schwarz-Taxis” immer dreister… Die meist süd- bis ost-europäischen Fahrer kreisen am Wochenende rund um die Paderborner Discos und sprechen ganz dreist die dort stehenden potenziellen Fahrgäste an:

“Brauchst Du Taxi? Ich fahr Dich ganz billig!”

Aufgefallen sind uns die 5-6 Schwarzfahrer natürlich schon häufiger, nur leider fehlten die Beweise. Aber irgendwann macht ja jeder mal Fehler.

Diesmal hat einer von denen auf diese Tour wartende Fahrgäste von uns angequatscht, die Cheffe grade abholen wollte. Und da unsere Kunden zu den aller-allerbesten von allen gehören, haben sie das Angebot dankend abgelehnt und auch gleich beim Einsteigen davon erzählt.

Der Rest war klar: Polizei dabei und Anzeige. Dank der Zeugen gibt es diesmal auch kein rauswinden mehr, der Spaß dürfte reichlich teuer für den “Illegalen” werden. So ein Fall wird eindeutig als “gewerbliche Fahrgastbeförderung” eingestuft und das bedeutet:

-Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis

Gewerbliche Personenbeförderung ohne Personenbeförderungsschein wird wie Fahren ohne Führerschein gehandhabt…

-Fahrzeug ohne entsprechende Zulassung

Eine Nutzung als Taxi oder Mietwagen muß in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein. Damit einher geht z.B. die jährliche TÜV-Prüfung und diverse andere Vorschriften, z.B. der Einbau einer Überfallalarmanlage, etc.

-Versicherungsbetrug

Unsere Dienstwagen sind wesentlich teuerer bei den Versicherungsprämien. Die Versicherung fürs illegale Fahrzeug wird sicher nicht zögern, die Prämien rückwirkend nachzufordern und Anzeige zu erstatten.

-Steuerbetrug

Oder denkt jemand, daß er die Einnahmen versteuert hat?

Sehr fein von den Polizeibeamten: Sie haben ausdrücklich betont, daß sie dankbar für jeden Hinweis diesbezüglich sind. Es werden also sicher noch weitere Anzeigen folgen.

Den Fahrgästen ist das in der Regel natürlich egal. Die meisten möchten einfach möglichst günstig von A nach B kommen.

Aber auch für die ist das Risiko nicht zu unterschätzen… Lass da mal einen Unfall mit Personenschaden passieren. Die Versicherung wird sicher nicht freudig die Kohle rausrücken, sondern sich erstmal darauf besinnen, daß sie von der gewerblichen Personenbeförderung nicht informiert wurden und somit keine gültige Haftpflicht bestand. Ob man von jemand, der sich die Nacht für ein paar 5-Euro-Fahrten um die Ohren schlägt Geld einklagen kann? Unwahrscheinlich…

Für Frauen gibt es noch ein weiteres Risiko. Vor ein paar Jahren wurde hier in Paderborn eine Frau von einem “Taxifahrer” vergewaltigt. Es sollten von allen Taxifahrern DNA-Proben eingesammelt werden. Dann stellte sich heraus, daß der Täter mit einem Privatwagen unterwegs war…

Zugegeben, solche Fälle gab es auch schon mit echten Taxifahrern. Aber da ist die Identifizierung deutlich einfacher: Unternehmerschild auf dem Armaturenbrett und Ordnungsnummer in der Heckscheibe helfen doch sehr. Und wer sein Taxi telefonisch bestellt, wird im Falle eines Falles immer nachvollziehen können, wer am Steuer saß.

23 Antworten zu “Jagd auf Illegale”

  1. dunni sagt:

    ich bin in karlsruhe auch mal taxi gefahren (allerdings war des en richtiges taxi). derjenige hat den taxameter dann nicht eingeschaltet, und am ende hat die fahrt dann auch nur die hälfte gekostet, wie sonst. alles schwarz natürlich. war auch kein deutscher fahrer, und ich musste dem noch den weg erklären, obwohl die straße wo ich hin wollte, eigentlich keine unbekannte sein sollte, vor allem dem straßennamen nach.

  2. Daniel sagt:

    So weit ich weiss geht das heute nicht mehr, da die Sitze Belegungssensoren haben. Da geht das Taximeter einfach an oder so. Aber denke es gibt immer einen Weg und sei es im halb stehen fahren. Noch ein bißchen Beinmuskeltraining, viele bezahlen da im Fitnessstudio mehr. :)

  3. DasM sagt:

    Ist die Gefahr, dass solche Menschen nicht noch mehr kriminelle Energie haben, nicht gross? Ich meine.. diese Energie muss ja irgendwo abgelassen werden und unter Umständen dann sogar an euch, wobei ihr ja eh schon gefährlich lebt.

    Ach.. wo ist nur meine Courage hin?

  4. Der mit dem Arcor Anschluß sagt:

    Ja Thorsten dann sind ja schon 2 Schwarzfahrer angezeigt worden,denn von unserer Firma hat auch ein Fahrer einen Schwarzfahrer angezeigt.Vielleicht sollten mehrere Fahrer von verschiedenen Firmen zusammen tun und gegen diese Leute vorgehen denn ich glaube nicht unbedingt das die von einer Anzeige abgeschreckt sind. Ich habe noch keinen erwischt, nur sollte ich mal einen sehen dnn kann er sich warm anziehen.

  5. Kurt sagt:

    Andererseits:
    Der Typ hat sich nicht als Taxi ausgegeben. Wenn es hart auf hart kommt, war es eine Gefälligkeit, und die Bezahlung war nur eine Beteiligung an den Benzinkosten. Anders sieht es wohl nur aus, wenn er dies jeden Abend macht und man Leute findet, die es bezeugen können.

  6. Senderin sagt:

    Es gibt in Taxis Belegungssensoren? Muss aber komisch aussehen, wenn man während der Fahrt überm Sitz schweben muss. *g*
    Ich finde es jedenfalls eine Sauereri, was die Schwarzfahrer da machen und drück die Daumen, dass die alle schnell geschnappt werden. Bei der heutigen Geiz-ist-geil-Mentalität haben die bestimmt jede Menge Zulauf und welcher Fahrgast macht sich schon Gedanken um Versicherung etc. wenn er ein Schnäppchen geboten bekommt…

  7. hugo sagt:

    Guter Text, daraus ein kleines Flugblatt entwickeln und für die Fahrgäste bereithalten. Ausdrücklich betonen, daß diese Aktion im Interesse der Fahrgäste ist. Würde mich wundern, wenn da nicht noch mehr zusammenkommt.

  8. Uwe sagt:

    @ Daniel:
    Diese Sitzkontakte sind nicht bundesweit vorgeschrieben, hier in Berlin z.B. gibt es sowas nicht, wär hier wohl auch nicht durchsetzbar.

    @Hugo:
    Prima Idee, das mit dem Flugblatt.

  9. Nietnagel sagt:

    Also ich muß zugeben, daß ich das auch schon gemacht habe, obwohl ich selbst Mietwagenfahrer bin.
    Einmal weigerte sich der örtliche Taxiunternehmer freitags nachts zu fahren, weil es angeblich so glatt war. Das stimmt zwar, aber für einen geübten Fahrer mit geringem Tempo war es kein Problem.
    Da klingelte mich ein Kumpel von der Silberhochzeit seiner Eltern aus dem Bett und fragte ob ich die Gäste der Hochzeit nach Hause bringen könnte. Das hab ich dann mit meinem Privatauto gemacht und obwohl ich nie was von Bezahlung gesagt habe, habe ich fast immer pro Paar ein Zehner bekommen. Am Ende hatte ich einen dreistelligen “Umsatz” für 200 km, die ich gefahren bin.
    Ein anderes Mal war Disconeueröffnung, ich kam samstags nachts von meiner Freundin zurück und sah schon von weitem die winkenden Menschenmasssen. Da hab ich dann gezielt angehalten und nach Leuten in meine Richtung gefragt. Drei Mädels wohnten quasi zwei Strassen weiter als ich und die hab ich dann mitgenommen. Am Ende der Fahrt fragte eine ob ich was dafür bekommen würde. Ich antwortete sinngemäß, daß wenn Sie das für richtig hielt, könne sie mir was geben, wenn nicht ist das auch nicht schlimm und würd ihnen dann noch einen schöne Nacht wünschen. Da hat mir dann jedes Mädel einen Fünfer gegeben.

  10. Erklärbär sagt:

    >> Aber auch für die ist das Risiko nicht zu unterschätzen… Lass da mal einen Unfall mit Personenschaden passieren. Die Versicherung wird sicher nicht freudig die Kohle rausrücken, sondern sich erstmal darauf besinnen, daß sie von der gewerblichen Personenbeförderung nicht informiert wurden und somit keine gültige Haftpflicht bestand. Ob man von jemand, der sich die Nacht für ein paar 5-Euro-Fahrten um die Ohren schlägt Geld einklagen kann? Unwahrscheinlich…

  11. Erklärbär sagt:

    Ähm und wieso ist mein Beitrag jetzt abgeschnitten? Das finde ich nicht gut.

  12. aushilfsbär sagt:

    Die Haftpflichtversicherung zahlt an den Geschädigten immer! Muss sie! Zahlungspflicht! Punkt.

    Sie wird sich dann nur die Kohle von ihrem Versicherungsnehmer wiederholen oder es versuchen.

  13. Torsten Bentrup sagt:

    Zu den Sitzkontakten verweise ich mal auf: http://www.taxi-blog.de/wordpress/technisches...

    Kurz: Die Dinger sind keine Pflicht, aber aus Unternehmersicht durchaus sinnvoll.

    @ArcorMan: Sehr fein. So muß es weitergehen!

    @DasM: Jupp, die Befürchtung steht tatsächlich im Raum. Aber da müßen wir jetzt durch…

    @Kurt: Die Bezeichnung ist völlig egal, gewerbliche Personenbeförderung ist es auf jeden Fall. Und die fehlenden Beweise/Zeugen haben ja leider dafür gesorgt, daß wir uns das Schauspiel über Monate hinweg nur ansehen konnten.

    @Nietnagel: Bei den beiden Fällen würde ich nichtmal ansatzweise meckern. Würdest Du jeden Freitag/Samstag alle 5 Minuten am Disco-Eingang vorbeirollen in der Hoffnung, daß endlich die Taxen dort verschwinden, sieht die Lage schon anders aus.

    @Erklärbär: Ich vermute mal, daß Du ein “kleiner-als-Zeichen” benutzt hast. Das mag WordPress nicht so… Jupp, find ich auch blöd.

    @aushilfsbär: Zum Glück kenne ich kein Fallbeispiel. Wollen wir also hoffen, daß es im Sinne des potenziell Geschädigten so abläuft.

  14. M.One sagt:

    Letzte Woche war beim Nachbarn gegenüber ein Taxi von “Al*s Tax*”, so prangte zumindest der große Werbeschriftzug darauf. Ist das ein “echter”? ;-)

  15. Torsten Bentrup sagt:

    Jupp, Ali ist sowas von “echt” und auch einer von den Guten.

    Die Grundregel: Kein Taxameter oder Wegstreckenzähler: Finger weg.

  16. Erklärbär sagt:

    @Torsten
    Richtig, hatte ich. Und das wird eben fehlerhaft als HTML-Zeichen interpretiert. :(

    Aber zum Glück hat der Aushilfsbär so ziemlich genau das wiederholt, was ich unleserlich schon geschrieben hatte und dann aus Wut nicht nochmal wiederholen wollte. ;)

  17. michiausp sagt:

    …die kommen bestimmt alle aus Delbrück !

    *schonwiederGANZSCHNELLWEGDUCK* :-)

  18. Holgi (alias aushilfsbär) sagt:

    @Erklärbär: hab ich mir gedacht ;-)

  19. Andi sagt:

    Hm, der ein oder andere Taxi-Fahrer könnte sich ja abends mal vor besagter Disco als Fahrgast ausgeben und mit einem der “Schwarzen” fahren. Schon hat man seinen Zeugen für die Anzeige.

  20. Stephan sagt:

    Also da würd´ ich sofort folgendes machen.
    1) In die Disko gehen
    2) Mit so einem Typen fahren
    3) Quittung verlangen
    4) ==> ANZEIGE !!!

  21. Taxifee sagt:

    weia, Schwarzfahrer davon hab ich noch nicht gehört bisher, gut ich war ein paar jahre weg vom job… aber wir haben 58 Taxen und an die 100 Mietwagen ( diese auf 4 zentralen verteilt), die alle stadtbekannt sind… besonders nachts sieht man die eindeutig erkennbaren Wagen überall, und man kennt sich untereinander im großen und ganzen als Fahrer.

    ich würde mich als so ein schwarzfahrer ungern erwischen lassen. das geht doch rund wie nur was, und dann sind die autos schnell bekannt ?!

    Sitzkontakte haben bei uns manche, mein Chef will sie nicht, er will lieber vertrauen können auf seine Fahrer, lässt aber lieber sein auto stehen kann er das nicht.

    Mir wäre es letztlich egal, aber ich fühl mich besser ohne. Vertrauen ist ne gute Basis.

    Aber die Senderin hat recht. Ich selbst wurde auch schon von Kollegen in die Richtung Heimat mitgenommen mal, und musste den Hintern heben ;-)

  22. Marco sagt:

    Ich wurde vorm Ox auch schonmal angesprochen… wollte 5€ haben aber hatte auch schon ein Taxi bestellt.

    War ein Schwarzer Mercedes E oder C Klasse. In Zukunft werde ich es mir merken.

  23. taxi-blog.de » Blog Archive » Peter ist tot sagt:

    [...] Peter war einer der “Schlaufüchse”, die mit ihren Privatwagen illegal gewerbliche Personenbeförderung [...]

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