Wie wird man eigentlich Taxifahrer?

Am Anfang steht bei den meisten zukünftigen Taxifahrern der Blick in die Geldbörse… ;-)

Wenn man neben dem Hauptjob am Wochenende noch ein paar Euro dazuverdienen möchte, hat ja auch nicht soviele Möglichkeiten. Taxifahren ist da ideal, grade am Wochenende ist Hochkonjunktur.

Grundsätzliche Voraussetzung für den Job ist natürlich der normale Führerschein (Klasse B), ein Mindestalter von 21 Jahren und der Nachweis über zwei Jahre Fahrpraxis. Dann kanns losgehen: Ab zum Straßenverkehrsamt und sich zur Prüfung anmelden! Dort wird dann auch gleich ein “Kontoauszug” aus Flensburg angefordert.

Dann zum Einwohnermeldeamt, es wird noch ein polizeiliches Führungszeugnis gebraucht. Dort kann man auch gleich angeben, daß dieses Führungszeugnis direkt zum Straßenverkehrsamt geschickt wird. Spart Wege und Zeit!

Kleiner Tipp: Drogen- und Gewaltdelikte machen sich darin ganz schlecht!

Ein angehender Taxifahrer muß dann noch folgende ärztliche Untersuchungen bestehen:

Arbeitsmediziner: körperliche und geistige Eignung (10 Stunden im Auto kann ganz schön auf die Knochen gehen)
Augenarzt: ein Gutachten über das Sehvermögen (räumliches Sehen, Gesichtsfeld, Farbsehen)

Bei Erstausstellung des Personenbeförderungsscheins und bei Verlängerung bei Fahrern ab 60 Jahren muß zusätzlich noch auf Stressresistenz und Belastbarkeit untersucht werden.

Wenn alle Atteste, Gutachten und Bescheinigungen beisammen sind, wird man zum nächstmöglichen Prüfungstermin aufs Straßenverkehrsamt eingeladen. Dort wird sowohl das Fachwissen (naja, halt sowas wie “Was muß auf einer Quittung unbedingt stehen” oder “Welche Angaben gehören auf das Unternehmerschild im Innenraum”) und die Ortskunde geprüft.

Für diese Prüfungen existieren in der Regel Fragenkataloge, die bei den Taxiunternehmen bekannt sind. Niemand erwartet, daß man jede Straße kennt. Fragen sind dann z.B. in dem Schema: “Nennen Sie alle Straßen, die sie für eine Fahrt vom Flughafen Ahden zum Hotel Arosa befahren in der richtigen Reihenfolge” oder “Benennen Sie auf einer weißen Landkarte des Kreises die einzelnen Ortschaften, die Grenzen der Orte sind eingezeichnet”.

Wer noch nicht den Plastik-Führerschein hat, darf den Lappen noch kostenpflichtig umtauschen. Begründung: Weil das so ist. Der Taxischein kommt dann trotzdem auf labrigem Papier…

Und tata! Nach ein paar Tagen darf man dann offiziell und gewerblich Personen durch die Gegend fahren. Wer das macht, ohne einen Personenbeförderungsschein gemacht zu haben, riskiert eine Menge: Sowohl Fahrer als auch der Halter des Taxis werden mit je 3 Punkten in Flensburg und 75 Euro Geldbuße bestraft!

(Diese Angaben gelten für Paderborn, NRW. In “echten Großstädten” gibt es z.B. Taxischulen, die auf die Prüfung vorbereiten. Die Prüfungsbedingungen sind dort sicher ganz andere. Am besten mal im sympathischten Taxiunternehmen vor Ort nachfragen!)

21 Antworten zu “Wie wird man eigentlich Taxifahrer?”

  1. Erik sagt:

    Taxifahren, ein sicherlich interessanter Beruf. Danke für diesen Einblick in die inneren Dinge des Werdens.

  2. Henningways.de - taxiblog.de - Taxifahren in Paderborn sagt:

    [...] Bei meinem weiteren Streifzug durch die weiten der Bloggingwelt habe ich das Taxi-Blog von Torsten Bentrup entdeckt. Sehr unterhaltsam erzählt er von seinen nunmehr zwölf Jahren Fahrpraxis als Taxifahrer in Paderborn, geht auf unterhaltsame Fahrgäste ein und erzählt auch, wie man eigentlich Taxifahrer wird. [...]

  3. Torsten sagt:

    @Erik: Erkenne ich da etwa Deinen subtilen Sinn für Humor? That’s Infotainment! Die Leser mit Kotzgeschichten ködern und gleich noch das Nachwuchsproblem an GUTEN Taxlern lösen! :-)

  4. taxiblogger sagt:

    >>(Diese Angaben gelten für Paderborn, NRW. In “echten Großstädten” gibt es z.B. Taxischulen, die auf die Prüfung vorbereiten. Die Prüfungsbedingungen sind dort sicher ganz andere. Am besten mal im sympathischten Taxiunternehmen vor Ort nachfragen!)

  5. taxiblogger sagt:

    hast du deine Zeilen beschränkt, es sollte eigentlich etwas längeres werden :-(

  6. Torsten sagt:

    Nö, hab grad mal als Test einen Riesentext geschrieben… Ging einwandfrei.

    Keine Ahnung, was da im Busch ist. Wie hat sich denn der Fehler gezeigt? Kannst Du “Benutzerfehler” ausschließen (Fokus auf Submit und dann Return gedrückt?)

  7. taxiblogger sagt:

    konnte bis jetzt eigentlich immer unfallfrei ein Formular benutzen. Ich versuchs morgen nochmal, bin jetzt zu müde…

  8. taxiblogger sagt:

    Als Besitzer von einem Dorf- (Darmstadt) sowie zweier Metropolen-Taxischeinen (Berlin und Frankfurt) dem evtl. hoffnungsfrohem Nachwuchs zur Mahnung:

    “Taxischein Berlin für Dummies”
    Ich kannte Berlin zwar von etlichen Besuchen, aber nur als Tourist. Ende Mai 1990 zog ich in die durch den Mauerfall nun für mich äußerst spannend gewordene Metropole. In diesem Jahr war im Juni die Fußball-WM. Ich holte mir die Unterlagen ab und erstarrrte: 9500 Straßen lernen von ca. 13000 (incl. Begrenzungen, bzw. Verlängerungen), neben einer Unzahl von öffentlichen und touristischen Objekten außerdem noch über hundert Zielfahrten (Von A nach B irgendwo in Berlin unter Nennung jeder einzelnen Straße, die man befährt)!
    O.k., die Straßen waren reine Paukerei, doch für die Zielfahrten mußte ich den Stadtplan im Gehirn fotografisch abbilden, wie sollte das gehen? Zunächst beschloß ich, die vorgegebenen Zielfahrten physisch mit dem Auto abzufahren, aber das hätte Wochen gedauert, in denen ich nicht zum Auswendiglernen gekommen wäre, also habe ich nach zwei Tagen abgebrochen.Zusätzlich motivierend waren die Infos aus dem Landeseinwohneramt: Durchfallquote zwei Drittel bei der Ortskenntnisprüfung! Erschwerend kam noch dazu, dass durch den Mauerfall ich zu den ersten gehörte, die nicht mehr nur West-Berlin, sondern gleich zwei Millionenstädte auf einmal lernen mußten!
    Ich machte mir einen knallharten Arbeitsplan: Von morgens acht bis abends um sieben Auswendiglernen … dies tat ich vier Wochen lang, während der gesamten WM, der abendliche Fußballabend war meine einzige Ablenkung.
    Anfang Juli zur Ortskenntnisprüfung – zunächst ein schriftlicher Teil, in dem ein Potpourri aus den 9500 Straßen und Plätzen abegefragt wurde. Wer diesen bestand, kam in die mündliche Prüfung, in welcher 3 Zielfahrten gefragt wurden. Ich beantwortete zwei von dreien richtig, was noch erlaubt war – und hatte bestanden!!
    Am Tag der Prüfung war Präsident Bush (sen.!) in Berlin und schloß in einer großen Feierstunde den Checkpoint Charly, welcher unmittelbar neben dem Landeseinwohneramt lag. Ich badete im von meiner Freundin mitgebrachten Champagner und war selig!
    Noch Tage brauchte ich, um mein verflüssigtes Hirn wieder einigermaßen an Ort und Stelle zu bekommen, meine allererste Fahrt vom Anhalter Bahnhof zum Ku-Damm war ein Desaster …
    Normalerweise braucht man für den Berliner Taxischein ein halbes bis dreiviertel Jahr, sagen die dortigen Ausbildungsstätten. Ich hatte es eilig, mußte ja Geld verdienen und der Umzug und die Wohnung war teuer!

  9. Torsten sagt:

    Hammerhart! Mir war schon klar, daß in “echten” Großstädten das Ganze nicht so lax gehandhabt wird, wie hier in Paderborn (~140.000 Einwohner). Aber so heftig hab ich mir das wirklich nicht vorgestellt.

  10. taxiblogger sagt:

    jetzt weiß ich woran es lag: ich hatte spitze Klammern für das Anfangszitat verwendet. Jeder Text, der danach kommt, wird verschluckt.

  11. Tom sagt:

    Heftig, was man in Berlin so alles lernen muss! (Hut ab!!!)
    Kann ich nur sagen, Wir habens richtig gut in Klein Paderborn.
    Ich hab eine Woche für den Taxischein gelernt, muss aber dazu sagen das ich in Paderborn aufgewachsen bin.
    Bin ich echt froh den Taxischein hier gemacht zu haben und nicht in Berlin ;-)

  12. Henningways » Blog Archive » taxiblog.de - Taxifahren in Paderborn sagt:

    [...] Bei meinem weiteren Streifzug durch die weiten der Bloggingwelt habe ich das Taxi-Blog von Torsten Bentrup entdeckt. Sehr unterhaltsam erzählt er von seinen nunmehr zwölf Jahren Fahrpraxis als Taxifahrer in Paderborn, geht auf unterhaltsame Fahrgäste ein und erzählt auch, wie man eigentlich Taxifahrer wird. [...]

  13. taxiblog.de » Blog Archive » Wunsch = Befehl = FAQ sagt:

    [...] Taxifahrer werden? So gehts in der Provinz! In Großstädten ist es etwas komplizierter (Link zu http://www.taxiblogger.de zum Taxischein in Berlin). [...]

  14. Metin sagt:

    hey leute ich möchte gern taxifahrer werden und brauche hilfe wenn hier leute aus hamm sind die mir gern helfen wollen wie man taxifahrer wird würde ich mich sehr freuen meine email gebe ich daher bekannt romantic-boy61@hotmail.de

  15. Erik sagt:

    Ich verkneife mir mal den Kommentar zu Metin. Ich hab’ nämlich gerade keine Smilies hier!

  16. OMB sagt:

    mal ne frage wie sieht es denn aus wenn ich eine unternehmer schein habe. also selber ein taxi unternehmen eröffnet habe und einen taxischein machen möchte. gelten da die gleiche regelungen beim alter oder ändert sich das was….

  17. MachstePauschal sagt:

    @OMB, was soll sich ändern? Ändert sich bei der Handwerkskammer was wenn Du mit ‘ner Gewerbeanmeldung kommst? Oh, Sie haben eine Gewerbeanmeldung, dann brauchen Sie natürlich keine Meisterprüfung!

  18. hans-dieter sagt:

    kann man damit leben ? wie wird man zum unternehmenr ?
    ich hab keine ausbildung , bin 18 und dumm !

  19. Starkiller sagt:

    very funny… :-|

  20. Taxidriver sagt:

    Hallo,

    kann mir hier jemand sagen wieviel eine Taxifahrer Lizenz ungefähr kostet, und wieviel kann man als Txifahr verdienen? Danke!

  21. Ferdi sagt:

    Also, jetzt fehlen ja nur noch Infos zu München, Hamburg, Köln und Stuttgart… :)

    Ich interessiere mich übrigens auch, aus Finanz- und Arbeitsnöten heraus, fürs Taxifahren (und sicherlich auch für die Taxilizenz). Nun bin ich aus unserem schönen Paderborn, hatte aber auch schon mal zwei Jahre in Berlin gelebt. Diese Story von der Ortskundeprüfung in Berlin wirkt schon mal abschreckend auf zart besaitete Taxi-Neulinge.

    Wie ist denn das jetzt mit der Taxilizenz – braucht man da etwa eine Meisterprüfung? (bezogen auf den Kommentar von “MachstePauschal”). Und kann mir mal jemand erklären, was es mit den “Alleinfahrern” auf sich hat? Vor-/Nachteile?
    Außerdem habe ich oft Gebraucht-Taxen im Netz gesehen für