Peinlich…

Da stehe ich nichtsahnend als fünfter oder sechster am Libori-Stand Westerntor.

Ein Paar kommt an mein Auto, er spricht mich an:

“Wir brauchen einen Wagen.”

“Kein Problem, sind ja genug zur Auswahl. Der Kollege vorne wartet schon am längsten.”

“Rufen Sie mir doch bitte trotzdem einen.”

“??”

In dem Moment schaltet sich seine Frau ein:

“Wir sind übrigens Czernochs.”

Argh, ich fahre seit fast eineinhalb Jahren quasi “für” diese Zentrale. Mein eigener Chef heißt zwar anders, aber wir sind dort fast gleichberechtigt mit am Funk. Kein Wunder, daß die beiden gerne mit einem Taxi der eigenen Firma fahren wollten. Und das sollte ich mal per Funk herbeordern.

Zu meiner Entschuldigung: Herrn Czernoch habe ich in den letzten Monaten genau einmal gesehen. Und da hat er versucht, mir die Vorfahrt zu nehmen. Ich hatte damals genug damit zu tun, ihm auszuweichen… ;) War aber auch eine sehr unübersichtliche Ecke.

Die Fahrgäste damals waren übrigens zwei seiner Tagschichtfahrer. Das anschließende Gezeter im Taxi war podcastwürdig. :D

8 Antworten zu “Peinlich…”

  1. Erik sagt:

    Mmmh… dich haben sie auch nicht erkannt, sonst hätten sie ja mit dir fahren können. Oder ist mir da jetzt was entgangen? Oder ging das nicht, weil du in der Schlange standest?

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Mich, bzw. mein Auto hat er natürlich erkannt. Sonst hätte er ja nicht gewußt, daß ich auf “seiner” Funkfrequenz bin.

    Und mein Dienstwagen ist ja eben keiner von seinen. Wenn er mit mir fährt, zahlt er ja den Fahrpreis an jemand anderen (meinen Chef) und nicht in die eigene Kasse.

  3. Sai sagt:

    Da komm ich auch nicht hinterher :) Was gehört dem Mann denn jetzt? Also ist er quasi dein Konkurrent? Ich bitte um ein Taxiunternehmen-Soziogramm :lol:

  4. Nietnagel sagt:

    Ich verstehe und deute das so:

    Der Herr Czernoch besitzt Taxen und hat eine eigene Funkfrequenz. Thorstens Chef besitzt auch Taxen und benutzt dieselbe Funkfrequenz. Dafür zahlt er wahrscheinlich was, bekommt dadurch aber Aufträge über die Telefonnummer, die Herr Czernoch für seine Kunden schaltet. Rechtlich sind aber beide selbständig. Wenn der Herr C. also mit seinem eigenen Taxi fährt, unterstützt er seinen Fahrer und seine Firma, nichtsdestotrotz kann Thorsten von seinem Taxi aus aber Taxis des Herrn. C. rufen, weil gleiche Funkfrequenz. So richtig wiedergegeben?

  5. Torsten Bentrup sagt:

    Nietnagel hat es fast vollständig richtig beschrieben. Allerdings: soweit ich weiß, zahlt mein Chef nichts für die Zusammenarbeit, sondern hat seinen eigenen Kundenstamm mit eingebracht, indem seine alte, bekannte Telefonnummer zu Czernochs umgeleitet wird. An deren Zentrale kommen also jetzt Anrufe zweier Firmen an.

    Für einen “unwissenden” Kunden gehören wir also alle der selben Truppe an. Quasi eine Mini-Gemeinschaftszentrale. In allen rechtlichen Belangen sind aber beide Firmen selbständig.

  6. http://studentenblog.blog.de/ sagt:

    Das hab ich so oder so ähnlich schon mal als Taxiwitz gehört. Vielleicht wollten die nur lustig sein? Immerhin ist auch ein schlechter Witz immer noch ein Witz, das vergisst man ja manchmal…

    http://studentenblog.blog.de/

  7. Andi sagt:

    Weia, das ist ja kompliziert bei euch. Da fühlt man sich ja richtig wohl, wenn man weiß, daß wir bei uns hier in der Stadt Bremerhaven 2 Taxi-Zentralen haben (eine große/eine kleinere), bei denen alle Taxi-Unternehmer sowas wie Franchise-Nehmer sind. Die beiden Zentralen stellen halt die Vermittlung an die Taxen zur Verfügung und bekommen dafür ihren monatlichen Obulus von den Haltern.

  8. Torsten Bentrup sagt:

    @studentenblog: Ich bin tief in mich gegangen, habe aber eine ähnliche Geschichte noch nicht in Witzform gehört…

    @Andi: Da ist Paderborn einfach gestraft. Es gibt tatsächlich (meines Wissens) nur ein einziges Mal dieses “Zentralen-Sharing”. Eine Gemeinschaftszentrale wird es hier wohl wegen der “Erbfeindschaften” einiger großer Unternehmen untereinander nie geben…

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