Besorgungsfahrt, extra heftig

Ich hab ja wirklich gedacht, ich hätte schon so ziemlich alle Varianten der Besorgungsfahrten zumindest gehört, wenn nicht sogar selbst erlebt.

Und dann sehe ich einen Kollegen, wie er in den frühen Morgenstunden an der Tankstelle zwei heiße Milchkaffee mit den Worten “Mit Quittung bitte, ist ne Besorgungsfahrt” kauft. Darauf angesprochen berichtete er mir von der wirklich mit Abstand absurdesten Besorgungstour:

Der Anrufer bestellte eine “Kleinigkeit” zu essen: 50 halbe Hähnchen! Lieferbar an eine kleine Stadtteilkneipe.

Nun gut, wir Taxifahrer tun ja fast immer unser Bestes. Es war gegen 20.30, der Kollege also los zum Hähnchenbrater auf dem Südring-Parkplatz. Immerhin, 41 halbe gab es noch. Alle wurden natürlich einzeln in die bekannten Kotztüten Hähnchentüten verpackt.

Nur: Wie bekommt man 41 Tüten unfallfrei ins Taxi und danach in die Gaststätte. Die Lösung war ein großer, natürlich fabrikfrischer Müllbeutel.

In der Kneipe angekommen blickte der Kunde tief in den Beutel, atmete kurz ein und beorderte die ganze Ladung in den Mülleimer. Kann passieren, plötzlich hatte er doch keinen Appetit mehr… :D

Es waren übrigens nur noch eine Handvoll anderer Gäste im Lokal. Wir rätseln immer noch, was die ganze Aktion sollte… Eine Wette?

Auf jeden Fall hat er brav bezahlt und war mit der Dienstleistung zufrieden. Ist doch auch schonmal was!

24 Antworten zu “Besorgungsfahrt, extra heftig”

  1. eco sagt:

    Tja, es scheint hier wirklich ein Überangebot an Lebensmitteln zu geben. Schade, dass das nicht überall so ist….

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Auch wenn Du prinzipiell natürlich recht hast, in diesem Fall springst Du zu kurz.

    Die Hähnchen wären um 20.30 eh unverkäuflich und damit für den Müll gewesen.

  3. ker0zene sagt:

    Wie sichert man sich als Taxifahrer in solch einem Fall eigentlich ab, damit man nicht Opfer eines Telefonscherzes wird? Rückruf durch die Zentrale, Aufzeichnung der Order? Oder gibt es diesen Service ausschließlich für Stammkunden?

    Mit 41 lauwarmen halben Hähnchen irgendwo in der Pampa zu stehen und dann möglicherweise auf den Kosten sitzen zu bleiben – wäre nicht so prickelnd.

  4. Erik sagt:

    Warum waren die um 20:30 unverkäuflich gewesen? Ist mein Ironiedetektor schon wieder kaputt?

  5. Daniel sagt:

    Äh, ömmm… Also… öh… was zur Hölle? Die spinnen doch, die Paderborner :)

  6. Torsten Bentrup sagt:

    @kerOzene: Hmm, ich würde vorher das voraussichtlich zu bezahlende Geld abholen (ab Schmerzgrenze). Zumindest dann, wenn die Sachen dann nicht von mir wieder zu Geld oder erhöhte Lebensqualität zu überführen sind. Eine Kiste Bier würde ich notfalls beim nächsten Fußballspiel mitbringen… ;)

    Aber ich werd den Kollegen nachher mal fragen, was er im konkreten Fall getan hat.

    @Erik: Der Verkaufswagen ist am Südring-Einkaufszentrum stationiert (unteres Parkdeck). Die räumen also kurz nach Ladenschluß ihre Sachen zusammen und machen Feierabend. Daß die Hendl am nächsten Tag nicht mehr auf den Grill kommen, setze ich mal gutgläubig voraus.

    Also: Ironiedetektor in Ordnung, Nachdenkmodul sollte mal ein Update bekommen. :D

  7. eco sagt:

    @Torsten: Klar, wenn das Zeug eh weg muss, ist es Wurst. Aber irgendwie ist das trotzdem bitter wenn man daheim den Fernseher anmacht und die Bilder aus Afrika oder sonst wo sieht.

    Hmm, und irgendwie fällt mir gerade “Baby” von den Ärzten ein…

  8. Michael l sagt:

    @eco:
    Das Problem ist nicht, dass es zu wenig Lebensmittel auf der Welt gibt. Das Problem ist die Verteilung…

  9. dokmok sagt:

    Gibts was was Texifahrer nicht machen? *Grübel*

  10. Erik sagt:

    Da gab es vor kurzem einen Spiegelbericht. Technisch gesehen ist Welt in der Lage 12 Millarden Menschen zu füttern. Das Problem ist der Wille die Lebensmittel auch wirklich herzustellen und diese dann auch zu verteilen. Man könnte quasi auch von Tausendfachem Mord durch unterlassene Hilfeleistung sprechen.

    Für die Lawblog-Leser: Ich weiß, daß unterlassene Hilfeleistung und Mord sich gegenseitig ausschließen. Mit Mord ist eher die Bedeutung gemeint, wie es der Volksmund versteht. So wie in “Soldaten sind Mörder”.

  11. Jason sagt:

    Bei uns wird das über die Zentrale abgesichert, also wir bekommen das Geld von denen wenn was schief geht. Und die wiederum überprüft ob die Festnetztelefonnummer (durch Rückruf), bestellen vom Handy geht also nicht.

    Jason

  12. Jason sagt:

    Achja, ich hatte auch letztens ein kleines Transportproblem:

    http://www.c-peper.de/wordpress/2006/06/25/zi...

    (Nein, kein weiteres Taxiblog, ich fahre auch viel zu selten dafür)

    Jason

  13. Andy sagt:

    Erinnert mich an ein Plakat:

    »Was müsste man tun, um 15.000 Menschen verhungern zu lassen?
    – Nichts.»

  14. Tim sagt:

    Zwar OT aber: Ich hab grad irgendwie eine komische Momentaufnahme gemacht:
    http://img360.imageshack.us/img360/197/taxibl...
    Was war denn da los Torsten?

  15. Joachim sagt:

    Ja ich bin schuld. Nachdem ich gestern ja schon die DB verlegt hatte, habe ich das Blog heute auch auf einene anderen Server gezogen. Im Moment gibt es extrem viele Spam Versuche die zu einer Load > 100 geführt haben.
    Dummerwise gab es beim Restart es Aüpachen ein Problem, wodurch die neu generierte Config nicht geladen wurde.

  16. Budenzauberin sagt:

    Also daß der Typ mit der Hähnchenbestellung ein Rad ab hat, ist klar.
    Mich täte aber wirklich interessieren, was dahintersteckte – läßt sich das nicht noch irgendwie rausbekommen?

  17. Tobias sagt:

    @Erik: Klar können viel mehr Menschen mit den Nahrungsmitteln auf der Welt ernährt werden. Nur zerstören Nahrungsmitteltransporte aus der ersten und zweiten Welt in die dritte Welt die dortige Landwirtschaft, da diese gegen unsere subventionierten (und durch Innovation weiter sinkenden) Preise nichts machen kann. Der Markt wird dort zerstört und demnach keiner richtig glücklich.

  18. Chris sagt:

    Gibbed nicht irgendwo in Paderborn ein Obdachlosenheim?

    Als Rattenfutter sind die Flattermänner IMO zu schade.

    Nur so als Tip, wenn das nächste mal 100 BigTasty Geordert und Entsorgt werden sollen.

  19. Chris sagt:

    aha

    wohl noch am rumtesten

  20. Torsten Bentrup sagt:

    8 Testkommentare gelöscht, sorry an die Feedreader. Nachher kommt eine ausführliche Erklärung für die Ereignisse des gestrigen Abends und der Nacht!

  21. Chris sagt:

    jetzt isses aber gut

  22. Torsten Bentrup sagt:

    Ach komm, war doch gar nicht so schlimm! Dafür ist die Geschwindigkeit und Sicherheit fürs erste wieder im mehr als grünen Bereich!

  23. Chris sagt:

    mein kleiner ogo flimmert bei jeder mail – hab mich jetzt schon so oft erschreckt.
    Willst doch nicht an meinem Herzinfarkt schuld sein, oder? ;)

  24. taxi-blog.de » Blog Archive » Spamangriff sagt:

    [...] Die erste Sofortmaßnahme meines Hosters iquer.net war ein Umzug auf einen anderen Server, dessen Leistung ich mir nur noch mit drei anderen Low-Traffic-Sites teilen muß. Dabei kam es leider zu einem kurzen Ausfall des Taxi-Blogs (mehr in den Kommentaren von Joachim, dem Geschäftsführer von iquer.net). [...]

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