Werbung? Nein Danke!
Momentan häufen sich wieder bei mir und vielen anderen seriösen Taxifahrern die Beschwerden…
“Häh, wieso hab ich denn letztes Mal x Euro mehr bezahlt?”
Am liebsten würde ich antworten:
“Weil Du doof bist!”
Kann ich natürlich nicht. Wäre auch Blödsinn. Niemand ist doof, weil er das bezahlt, was der Dienstleister als Preis ansagt. Und wenn man blöderweise bei seiner ersten Taxifahrt an einen Betrüger gerät, nimmt man die Preise einfach als “gegeben” hin.
Deshalb der dringende Rat: Schaut Euch die Fahrtstrecke bei irgendeiner “Navi-Seite” vorher an. http://maps.google.de/ wäre eine davon. Rechnet die angegebenen Kilometer mal 1,6 (Montags bis Samstags von 6-22 Uhr mal 1,5) und addiert 2,70 Euro (2,50 Euro zu den eben angegebenen Zeiten) dazu. Obendrauf noch bei Stadtfahrten einen Euro für die Ampelwartezeiten. Das ist dann der maximale Betrag, der auf dem Taxameter stehen darf.
Wenn gravierend mehr verlangt wird (Fastfoodeinkäufe oder Tankstellenstopps erhöhen natürlich den Preis!) ist es Betrug. Merkt Euch das Kennzeichen. Merkt Euch die Ordnungsnummer auf der Heckscheibe. Zeigt die Arschlöcher an!
Sowas ist kein Kavaliersdelikt. Das hat bei einem Unternehmen in Paderborn System. Und nur, wenn genügend Menschen Ihre Erfahrungen zur Anzeige bringen, werden diese Abzocker aus dem Verkehr gezogen. Machen! Dringend!
Der Bezug zur Überschrift: Nur dieses Unternehmen macht massiv Werbung, um immer neue abzuzockende Kunden zu gewinnen. Weil natürlich jeder irgendwann mal in ein seriös arbeitendes Taxi einsteigt und danach nie wieder bei denen anruft oder einsteigt.
In diesem Fall gilt: Wer massiv werben muß, hat keine Stammkunden.
Aus Gründen.
3. Mai 2012 um 05:58 Taxi_Niederkassel(Quote)
Tja, ich fahre (Nachtschicht) in einer Stadt mit ca 40000 Einwohnern. Wir haben leider nur ein Taxi aber noch 3 Mietwagen (leider bekommen wir hier im Moment keine weiteren Taxikonzessionen!). Die beiden Mitbewerber fahren in der Woche entweder gar nicht (einer) oder es sind auch bei dem anderen auch solche Fahrer am Start, die uns in die Hände spielen.
Aber auch ich bekomme immer wieder mit, wie schonmal über die Mitbewerber gemeckert wird. Ich versuche dann immer, den Fahrgästen unsere Nummer zukommen zu lassen, ohne die Mitbewerber (und den Taxiruf!) in Misskredit zu bringen. Denn es gibt auch Abende, wo wir gar nicht alles fahren können, was anruft (oder nur mit extremen Wartezeiten).
3. Mai 2012 um 06:09 Torsten Bentrup(Quote)
Rein geschäftlich ist besagtes Unternehmen ein echter Segen für uns. Unser Unternehmen gibt es jetzt seit 64 Jahren, unsere Stammkunden wissen einfach, was sie an uns haben. Und was Du am Ende sagst trifft auch auf uns zu, wir können in Spitzenzeiten den Ansturm nicht annähernd bewältigen.
Und das ist auch das Topargument, warum ich mich traue, solche Beiträge zu veröffentlichen. Es geht nicht darum, missliebige Konkurrenz zu dissen. Ich gebe gerne auch die Nummern oder Namen der 18 anderen seriösen Unternehmen raus und rate dazu, dort anzurufen, wenn bei uns mal wieder dauerbesetzt ist (weil wir einfach nicht mehr können als mit maximal erlaubter Geschwindigkeit von Kunde zu Kunde zu fegen).
Aber besagtes Unternehmen beleidigt einfach meine Taxifahrer-Ehre. Kein Tag, ohne daß sich jemand bei mir über seine Erfahrungen mit denen ausheult. Und die Behörden tun nichts dagegen… Da bleibt nur die Warnung und die Hoffnung, daß die Unwissenden irgendwann zu Wissenden werden. Oder die Behörden endlich aufwachen.
3. Mai 2012 um 06:33 Ingmar(Quote)
Das blöde ist auch, dass es wirklich ewig lang dauert, bis so ein Laden von selbst pleite geht. Das Beste, was Du machen kannst ist Beweise und zeugen zu sammeln und dann eine Klage zu starten (bzw. dein Chef).
3. Mai 2012 um
[...] Unbedingt mal merken: Torsten erklärt, wie man realistisch seine Taxifahrtkosten berechnet. [...]
3. Mai 2012 um 09:45 Michael Th.(Quote)
tja was soll ich sagen
also krieg der * ist nen schöner film.
aber bevor ich mit besagtem unternehmen fahre gehe ich zu fuß.
3. Mai 2012 um 11:07 Caron(Quote)
Das ist natürlich in Paderborn gefährlich. Gut, dass ich da damals keinen Aufstand geschoben habe, bevor Du mir erklärt hast, dass Navis diese Straße zum CampusLounge-Hotel falsch anzeigen
3. Mai 2012 um 16:06 gnaddrig(Quote)
Wenn einem was komisch vorkommt am Preis, merkt man sich natürlich Ordnungsnummer und Kennzeichen. Außerdem kann man sich auch eine Quittung geben lassen, möglichst detailliert mit Ordnungsnummer, Start- und Zieladresse, Zeit und Preis. Wenn der Fahrer nicht recht will oder vergisst, bestimmte Details aufzuschreiben, deutet das auch darauf hin, das da was faul ist. (Hier gilt für den Fahrer ausnahmsweise wirklich: Wer ehrlich ist, hat nichts zu befürchten. Es gibt keinen Grund, bei einer ehrlichen Fahrt eine detaillierte Quittung auszustellen.) Und wenn er die Quittung ausstellt, hat man ein Beweismittel in der Hand.
3. Mai 2012 um 16:07 gnaddrig(Quote)
Ups, es muss natürlich heißen: “Es gibt keinen Grund, bei einer ehrlichen Fahrt eine detaillierte Quittung zu verweigern.”
3. Mai 2012 um 16:31 KleinerTiger(Quote)
Muss ich dir leider Recht geben!
Es gibt soviele Kunden auch bei uns die meinen es wäre letztes male viel günstiger gewesen und es kommt in 95% der Fälle das besagte Unternehmen zum Vorschein aber wen wunderts ?
Noch haben die die Engländer weil andere ja so oder nie anrufen würde bei denen. Oder warum stehen sie dauernd nur an Kasernen oder am Hauptbahnhof ?
3. Mai 2012 um 16:34 Bronko(Quote)
Was ich mich Frage, wie bekommen die anderen denn den höhren Fahrpreis zusammen?
Fahren die alle Umwege? Haben die irgendwas manipuliert?
Ich fahre öfter Taxi, meistens vom Bahnhof aus, so dass ich auch kein “Stammunternehmen” habe und wundere mich schon manchmal wie man teilweise auf 5-6 EUR Unterschied bei einer 20 EUR fahrt kommt.
Aber lohnt es sich wirklich für den Taxifahrer bei so kleinen Beträgen heimlich Umwege zu fahren?
3. Mai 2012 um 16:36 Bronko(Quote)
KleinerTiger, ich dachte in dem Beitrag geht es um zuviel bezahltes? Nicht darum, das diese einen günstiger Befördern?
3. Mai 2012 um 17:44 nico(Quote)
Gibts den Laden immernoch.. Hatte ja die Hoffnung, dass sich da endlich mal was tut
3. Mai 2012 um 20:28 Wolfy(Quote)
Da fällt mir nur eines ein:
Als Angstgestörte in Paderborn niemals in ein Taxi steigen. Egal in welches. Außer ich erkenne Torsten als Fahrer. Und dann wird notfalls der etwaige, bereits vorhandene Fahrgast gefressen. *hust*
3. Mai 2012 um 23:42 Torsten(Quote)
In PB muss man nur mal mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Taxis, die mit irrsinniger Geschwindigkeit an einem vorbei rasen oder bei “dunkelgelb” über die Kreuzung gehören fast immer zum selben Unternehmen.
Neulich bei Versuch vom Capi nach Hause zu kommen von nem Fahrer eines der (anderen) grösseren Unternehmen aufgegabelt worden, da irgendwie morgends um 4 etwas totales Chaos vor der Tür war. Mein Kommentar “eigentlich hatte ich ja grad bei Czernoch angerufen und nen Taxi bestellt” führte dann zu der Nachfrage “warum denn bei denen?” wo ich mir das “Hauptsache nicht bei *” nicht verkneifen konnte. Der Rest des Weges bestand dann in freundlich angeregtem Philosophieren über defizite besagen Unternehmens…
Wie gesagt, irgendwann spricht sich das bei den Kunden auch rum und sie überzeugen sich auch selbst.
4. Mai 2012 um 11:10 Hamburgerin(Quote)
Was gilt denn als “massive Werbung” in deinen Augen? Fernsehwerbung? Plakatwände? Ich frage, weil mir hier in HH noch nie Taxiwerbung aufgefallen ist. Ich weiß allerdings mittlerweile auch, welche Unternehmen ich anruf, wenn ich KEIN nach Rauch stinkendes Auto will :/ zumal die ausschließlich Mercedes haben. Mögen ja angenehm zu fahren sein(ich finde man hat in den Autos keinen Überblick, aber das ist ja meine Sache), aber ich fahr fast nur zum Rückenarzt und bis ich mich mit kaputtem Rücken und zu langen Beinen da rein- und rausgefaltet hab, tut mir alles weh. Und die Sitze sind mir zu weich
4. Mai 2012 um 21:48 Lars(Quote)
@Hamburgerin: Gefühlt alle zwei Monate gibt es von dem Unternehmen Flyer im Briefkasten. Vom allen anderen Unternehmen habe ich so etwas noch nie gesehen.
6. Mai 2012 um 02:02 nadar(Quote)
@gnaddrig: +1
Eine Quittung muss immer ausgestellt werden. Wenn man nur sagt: “XY hat mich von da nach dort gefahren”, kann XY Sagen, dass es gar nicht XY war oder das da und dort eher hierundda war…
Zudem fände ich es abartig, wenn ich zum Beispiel in $Ganzweitweg nach ewig langer Bahnfahrt mit Stress und Verspätungen keinen Bus mehr nehmen kann, sondern ein Taxi nehmen muss – und dann bittesehr vorher noch (ja, wie denn eigentlich) recherchieren soll, wie weit es bis zum Zielort ist und was das nach dem lokalen Taxitarif maximal kosten sollte. (Sorry für den Bandwurmsatz)
Auch heutzutage schleppt nicht jeder ein paar hundert Euro in Form eines klugen™ Schnurlostelefones mit sich herum.
7. Mai 2012 um 11:21 Methadir(Quote)
Noch ne Frage zum Thema “Reaktion auf Fehler des Taxiunternehmens” (diesmal allerdings wohl eher unbeabsichtigte): Ich fahre regelmäßig mit dem Taxi zum Bahnhof (Bad Honnef). Fahrzeit 5-7min. Ich bestelle dann den Wagen mindestens 2h vorher zu (Abfahrtszeit-17min), also min 10min Puffer, und nenne bei der Bestellung auch die Abfahrtzeit des Zuges.
Gestern war dann jedenfalls zur vereinbarten Zeit kein Taxi da. Bei der Rückfrage kam raus: “Auftrag vergessen”. Die Zentrale hat in den Raum gestellt, mich ggf. die 46km zu meinem Anschluss nach Köln zu fahren. Wie würdest Du das werten? Guter Service? Selbstverständlich? Ggf. Pflicht (sprich: direkt selbst geleisteter Schadensersatz für den einseitig nicht-erfüllten Beförderungsvertrag)? Was wäre, wenn ich direkt zu einem Fernzug gewollt hätte?
Unabhängig von Rechten: Was würdest Du als fair ansehen? Ich habe dank Bahncard eine reguläre Fahrkarte und könnte den nächsten Zug nehmen. Dann bin ich aber ne Stunde länger unterwegs (und, angesichts später Fahrt, im Bett) und meine Reservierung verfällt.
In diesem Fall sind wir übrigens gerade noch pünktlich zum kaum weiter entfernten nächsten Bahnhof gekommen und die Zentrale hat durchgeben, mir statt der üblichen 8€ nur 5€ zu berechnen, für den Stress. Ich hab’s dann mit Trinkgeld wieder ausgeglichen, der Fahrer konnte augenscheinlich nichts dafür und hat es ja doch noch irgendwie geschafft.
12. Mai 2012 um 10:14 akbulut(Quote)
Hallo ich bin Taxiunternehmer aus Tübingen
Viele Kollegen.werben soviel das die es nicht.mehr selber im Überblick haben…Mann kann es nie richtig einschätzen.
Wir mit 7 Fahrzeugen erlauben uns nicht mal Grosse werbungen zu machen…genau wie der Kollege schreibt wer massive werbt der kriegt niemals Stammkunden auf die reihe…
20. Juni 2012 um 14:42 Hugo(Quote)
Wird der zu zahlende Preis denn nicht mehr auf dem Taxameter angezeigt? Wie kann man da denn nennenswert betrügen?
20. Juni 2012 um 14:50 Hugo(Quote)
Mir ist selber was eingefallen: Mit ortsfremden könnte ein Fahrer riesige Umwege fahren, um so mehr zu kassieren.
Frage an mitlesende Fahrer: Fändet ihr es sehr unhöflich, wenn ein Fahrgast sein eigenes Handynavi mitlaufen lässt? Damit wären solche Tricks ja schnell entdeckt. Wirkt aber auch misstrauisch.