Du kommst WO her?
(Ein Gastbeitrag von Dingsda!
Herzlichen Dank, Herr Kollege!)
Der Samstag begann eigentlich recht ruhig. Da in unserer Kleinstadt vor 22 Uhr sowieso nichts los ist, fangen die meisten Fahrer bei erst dann an. Bis kurz vor Mitternacht war immer noch alles ruhig, gesamt nicht mal ne handvoll Touren, von denen ich eine abbekommen hatte.
Ich stand noch mit einem Kollegen am Bahnhof. Der letzte Zug war vor knapp 20 Minuten angekommen, danach ist hier keiner mehr. Wir wollten gerade in die Innenstadt als ein älterer Herr zu uns kam und uns ansprach.
“Wollt ihr hier rumstehen oder was verdienen?”
Die Antwort war klar, natürlich wollten wir was verdienen! Also ihn bei mir eingeladen und nach seinem Ziel gefragt.
“Berlin! Navi kannste ausmachen, ich kenn den Weg!”
Erster Gedanke: Berliner Straße.
Problem: Gibt’s bei uns nicht.
Zweiter Gedanke: Verhört.
Also nachfragen.
Ich hatte mich nicht verhört, er wollte wirklich in unsere Landeshauptstadt. Kürzeste Strecke knappe 350km von uns entfernt. Er drückt mir auch gleich einen ordentlichen Batzen Scheine in die Hand, also kanns los gehen.
Schnell noch das Firmenhandy dem Kollegen in die Hand gedrückt. Ich hatte die Nacht eh keine Lust auf Zentrale… ![]()
Von den übrigen Kollegen kam über Funk nichtmal ein Kommentar. Erst als ich wirklich länger weg war, wurden die ungeduldig und ahnten, dass mein “Ich fahr nach Berlin” kein Scherz war.
Mit meinem Fahrgast hab ich mich zu Anfang noch recht normal unterhalten. Oder eher ihn erzählen lassen. Wo er alles war und was er schon alles gemacht hatte. Ganz normal also. Er hätte auch jahrelang in Berlin gewohnt und wolle jetzt mal wieder hin.
Nur die Frage, ob ich die Lämpchen hinten ausmachen könnte, war etwas seltsam. Zur Erklärung: Mercedes hat die Fondbeleuchtung im Dachhimmel in der Mitte. Und diese Beleuchtung kann man mit kleinen Schaltern anmachen. Und diese Schalter sind beleuchtet, damit man sie auch im Dunkeln finden kann. Und diese Schalterbeleuchtung sollte ich ausmachen. Geht natürlich nicht.
Wir fuhren übrigens nicht die kürzeste Strecke, aber der Kunde sagt die Strecke an, also wird auch so gefahren.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich auch noch, ich setz den Kunden irgendwo in Berlin ab, guck dann mal, ob ich Sash irgendwo finden kann und braus dann wieder zurück.
Allerdings rief mich irgendwann ein Kollege an, er hätte eine Vermutung, wer da in meinem Wagen sitzt.
Er hat wohl vor den Fahrer der anderen Unternehmen geprahlt und die haben ihm dann erzählt, dass es da einen gibt, der sowas öfter macht. Genauer gesagt sich nicht nach Berlin oder sonstwo hin fahren lässt, sondern eigentlich nur eine Rundreise machen will.
Und so kam es dann auch. Wir haben uns Berlin angeguckt. Er wusste viel zu berichten und hat mir einige Sehenswürdigkeiten gezeigt. Allerdings war es dunkel und ich musste mich auf den Verkehr konzentrieren.
Wirklich viel gesehen hab ich also nicht. Schade eigentlich.
Irgendwann hab ich ihn denn gefragt, wo die Reise nun enden soll.
Seine Antwort:
“Hier noch kurz rum und dann können wir zurückfahren.”
Halt, vorher noch tanken. Ich hab ihm zwar wiederholt gesagt, dass der Diesel im Fahrpreis enthalten ist, er wollte trotzdem zahlen. Wenn ich das vom Fahrpreis abziehen soll, brauch ich die Quittung. Die wollte er mir aber nicht geben. Ok, dann eben nicht, meinen Chef wirds freuen.
Und dann gings zurück. Ab auf die Bahn und gib ihm. Fast jedenfalls, denn meinem Fahrgast gings zu schnell. Ich sollte auf 80km/h abbremsen. Kurzzeitig gemacht und dann wieder langsam bis 120 beschleunigt…
Aber schon kam der nächste Klopper. Gleich komme eine größere Stadt, da hätte er auch mal gewohnt und da kenne er ein Hotel.
Da wollte er mir ein Zimmer bezahlen und wenn ich ausgeschlafen habe, sollte es weiter gehen. Wohin, würde er mir dann schon sagen.
Das war mir dann schon ein bisschen suspekt. Und eigentlich hatte ich den Sonntag auch noch was vor. Ihn also abgelenkt und schwups waren wir an der Ausfahrt vorbei, ohne dass er etwas gemerkt hat.
Mein Kollege hatte sich inzwischen auch wieder per Handy bei mir gemeldet um zu gucken, wie es mir geht. Fand ich sehr gut von ihm.
Kurz vor dem Ziel kam dann von hinten:
“Fahr mal bei *Große Stadt bei uns in der Nähe* ab.”
Klar, mach ich. Aber nur, wenn die Reise da zu Ende ist. Noch eine Stadtbesichtigung mach ich nicht mit!
Es sollte aber doch eine Rundfahrt werden und ich hab mich schlicht geweigert. Habe ihm dafür angeboten, ihn dort an ein anderes Taxi weiter zu reichen. Wollte er nicht. Also bin ich stur weiter Richtung Heimat gefahren.
Jetzt wurde es aber richtig komisch. Er erzählte mir, dass es jetzt überhaupt nicht gut für mich wäre, wieder in meine Heimatstadt zu fahren. Da sei im Moment ganz schlechtes Wetter und überhaupt würde mir das gar nicht guttun, jetzt da zu sein und ich sollte ihn doch noch unbedingt weiter fahren nach *Ort*.
Um nach *Ort* zu kommen, müsste ich an meiner Heimat vorbeischießen und noch gute 100km weiter fahren. Das Ganze wiederholte er mehrfach.
Mittlerweile hatte ich über 7 Stunden und knappe 700km (Ja, viel Autobahn, die um die Uhrzeit leer ist) am Stück hinter mir. Ich konnte einfach nicht mehr.
Ich hab ihm dann sehr bestimmt erklärt, dass ich jetzt nach Hause fahren würde. Wenn er vorher raus will, soll er das sagen.
Erst als ich wirklich von der Bahn runter bin und Richtung Heimat wollte, hat er dann doch eingesehen, dass ich nicht mehr weiter fahre. In der nächsten Kleinstadt also angehalten, mir den Restfahrpreis geben lassen und ihm ein Taxi von vor Ort gerufen.
Halt, erst nochmal tanken. Wieder auf seine Kosten.
Die Kollegin war erst etwas Misstrauisch. Ich hab ihr dann versichert, dass ich verstehen würde, wenn sie ihn nicht fahren will und würde dann eine andere Lösung suchen. Aber die 100km Tour wollte sie dann doch machen. War auch eine sehr resolute Dame, so dass ich keine Bedenken hatte, ihn da mitfahren zu lassen. Was für eine Type sie sich einlädt, hab ich ihr vorher erzählt.
Als ich dann, nach knapp 9 Stunden wieder zu Hause war hab ich mich natürlich über Funk gemeldet. (Womit wir auch wieder bei der Überschrift wären
)
Chefin: “Wo kommst du denn jetzt her?”
Ich kurz: “aus Berlin.”
Chefin, nach kurzer Pause: “Du kommst WO her?”
Fazit: Eigentlich ne schlechte Nacht, nur 2 Touren…
Ok, über 800km gefahren und einen vierstelligen Betrag eingenommen. Das ist nicht nur mein persönlicher Rekord, das ist auch absoluter Firmenrekord
16. April 2012 um 05:30 Sash(Quote)
Also ich bin nun echt nicht der neidische Typ. Aber dir ist wohl noch mehr als mir bewusst, dass das der einzige Kunde seit der Erfindung des Taxis ist, der so einen Quatsch macht. Das war es dann wohl für die nächsten 150 Jahre mit Glück…
Im Ernst: FETTE Sache!
16. April 2012 um 06:22 Schwarzwald-Fahrer(Quote)
Dieses “komische Gefühl” bei so einer Fahrt kann ich bestens nachvollziehen. Hatte öfters ne Kundin die ähnliche Touren gemacht hat, Ziele waren immer Krankenhäuser in verschiedenen Städten mit Rückfahrt. Umsatz immer um die 500,-€/Fahrt. Irgendwann kam dann mal ein Brief vom Betreuer der Dame, wir dürften sie aufgrund ihrer psychischen Situation nicht mehr fahren, ausser es handele sich um Stadtfahrten
16. April 2012 um 09:25 Der Maskierte(Quote)
Das nenne ich mal eine Tour!
16. April 2012 um
[...] taxi-blog.de – Du kommst WO her? [...]
16. April 2012 um 12:44 Mariha(Quote)
@Sash: Nö, hatte ich auch schon, scheint wohl mehr solcher Freaks zu geben oder Dingsda hat sich etwas mit den Kilometern geschummelt und kommt tatsächlich aus meiner Stadt
. Bei uns dürfen wir allerdings die Rückfahrt bis Anfang Pflichtfahrgebiet nicht berechnen, sodass leider kein vierstelliger Betrag rauskommt, dieses wäre als ‘Schmerzensgeld’ durchaus angemessen gewesen.
Dieser Fahrgast macht sowas häufiger, ihm ist egal was das kostet.
16. April 2012 um 13:35 Dingsda(Quote)
@Sash: Mindestens 150 Jahre, wenn nicht sogar mehr
@Mariha: Verrätst du mir, aus welcher Region du kommst?
Die Kilometer stimmen schon.
Ich wäre auch bereit gewesen, einen Festpreis auszumachen. Aber das mach ich normalerweise vor Fahrtantritt. Und er wollte mir ja partout kein definitives Ziel sagen.
Und wann beginnt die Rückfahrt? Zumal die Strecke zurück eine ganz andere als hin und auch länger war, jedenfalls bis es mir zu bunt wurde.
16. April 2012 um 14:24 Smithee(Quote)
Besserwissermodus an: Berlin ist Bundeshauptstadt, nicht Landeshauptstadt!
Besserwissermodus aus…
16. April 2012 um 17:51 nadar(Quote)
@ Schwarzwald-Fahrer: hier hat bei einer Dame eine 40-EUR-Fahrt ins überübernächste Dorf gereicht, um die Betreuerin auf den Plan zu rufen. Ist zwar schön, wenn die sich bisschen kümmert, aber dann ist es schon komisch, beim nächsten Mal die Dame abzulehnen und zu sehen, wie sie mit einem anderen Unternehmen fährt…
@ Dingsda: ich hatte auch schon überlegt, dass deine Tour eigentlich eine Rundfahrt war bzw. festpreisverdächtig. Wenn der Kunde aber nicht vorher sagt was er möchte, kann der Fahrer nichts dafür.
16. April 2012 um 19:07 Maik aus Wilhelmshaven(Quote)
Respekt! Klingt im Nachhinein nach einer fabelhaften Tour.
Kann aber ebenfalls nachvollziehen, das Dir zwischendurch das ganze höchst Suspekt war. Denke mal, für uns ist ein gewisses Mißtrauen auch lebenswichtig.
16. April 2012 um 19:44 Markus(Quote)
Bis zu welchem Betrag kann eigentlich das Taxameter zählen, oder muss man irgendwann anfangen mit “Stückeln”?
16. April 2012 um 21:06 Bernd K.(Quote)
@Smithee: aber ist Berlin als Bundesland nicht auch seine eigene Landeshaupstadt? Was im Text oben nicht passt, ist das “unsere”.
16. April 2012 um 22:39 Malör(Quote)
Meine Vermutung ist, dass dein Kollege da wohl n Bipolaren (Manisch-Depressiv) erwischt hat, der grad wohl seine “gute” Phase (Manisch) hatte.
Anders kann ich es mir kaum vorstellen, außer der Typ hatte viel zu viel Geld und Langeweile. Das passt auch zu der oben beschriebenen Dame mit den Krankenhaus besuchen.
17. April 2012 um 13:15 gismo(Quote)
Ok, über 800km gefahren und einen vierstelligen Betrag eingenommen. Das ist nicht nur mein persönlicher Rekord, das ist auch absoluter Firmenrekord
Ist bei euch der Rückweg nicht umsonst ?
17. April 2012 um 15:05 Tichondrius(Quote)
Welcher Rückweg?
17. April 2012 um 15:18 Mariha(Quote)
@dingsda: Ungefähr 50km südlich von Hamburg, im Speckgürtel
17. April 2012 um 15:36 gismo(Quote)
also ich brauche keinen taschenrechner um zu sehen das dingsda wenn er 800 km mit seinem gast fährt nur 600 euro mit seinem chef abrechnen muss das nenne ich mal ein sattes trinkgeld
hoffentlich kommt der gast irgendwann mal dahinter das man bei taxen den rückweg nicht bezahlen muss da das schon im hinwegpreis mit drin ist
17. April 2012 um 17:43 Bronko(Quote)
Nette Story und sicherlich ein toller Umsatz
Aber wie jetzt, der Rückweg darf nicht berechnet werden?
Das mag wohl gelten, wenn ohne Fahrgast zurückgefahren wird. Aber ihr wollt mir doch nciht erzählen, dass wenn ich mich von einem Taxi irgendwo hinbringen lasse, der Taxifahrer verpflichtet ist mich kostenlos wieder zurückzubringen?
Was wäre denn das für ein Schmarn? Ist das euer Ernst?
17. April 2012 um 19:34 Dingsda(Quote)
@Mariha:
Die ungefähre Richtung stimmt, aber doch ne ganz andere Ecke.
@Tichondrius:
Du hast es erkannt. Denn wie ich schon schrieb: Wo beginnt bei einer Rundreise der Rückweg?
Rückfahrt inklusive gibts bei uns auch. Allerdings will ich auch da vorher eine definitive Ansage wie “Einmal zum Puff in Nachbarort, dort warten und dann wieder zurück”. Dann wird Hinfahrt und Wartezeit berechnet. Und die Rückfahrt erfolgt auf dem gleichen, kürzesten Weg und nicht mit Umwegen.
17. April 2012 um 19:52 Schwarzwald-Fahrer(Quote)
Rundreise gibt es übrigens nicht in allen Tarifordnungen, in manchen Städten ist die Rückfahrt nicht inklusive.
Außerdem gilt bei uns der Rundreise-Tarif nur, wenn zum Fahrtantritt schon gesagt wird dass die Fahrt zum Ausgangspunkt zurückkehrt, dann kann man einen Tarif mit halbem Kilometerpreis einschalten, also ist die Rückfahrt umsonst und beginnt theoretisch genau bei der Hälfte der Strecke.
17. April 2012 um 22:45 Mariha(Quote)
Der Gedanke ist, dass ich als Fahrer sowieso zurück muss, ich darf ja außerhalb des Pflichtfahrgebietes keine Fahrgäste aufnehmen. Dass mir damit meine Freizeit genommen wird, ich nicht mal unterwegs pinkeln und essen gehen kann wie ich will, nicht laut Musik hörend oder in der Nase bohrend einfach nach Hause fahren kann und dafür nichtmal bezahlt werde findet niemand bescheidener als ich, besonders wenn man einen nervigen Fahrgast dabei hat. Ich kann mich in diesem Fall leider auch nicht auf eventuelle Fahraufträge der Zentrale in meiner Nähe freuen, weil ich ja noch einen Gast im Wagen habe, den ich kostenlos durch die Gegend kutschieren muss. Ich weiß auch nicht ob diese Regelung durch das Personenbeförderungsgesetz oder die jeweilige Taxiordnung vorgegeben ist, also würde ich mich mit bösen Anschuldigungen mal zurückhalten. Außerdem gilt diese Rückfahrregelung natürlich nur, wenn der Fahrer den Rückweg bestimmt, wäre ja noch schöner. Ich kann nicht mit meinem Fahrgast einen Festpreis zum Flughafen ausmachen und er will 10km Umweg durch den Tunnel machen und dann noch bei Bäcker Leckerbrot einen Kaffee trinken, dann hätte ich nämlich diesen kalkulierten Festpreis nicht einhalten können.
17. April 2012 um 23:42 gismo(Quote)
nein mariah der gedanke ist nicht das du sowieso zurück musst sondern alleine der das der gast den rückweg mitbezahlt hat lass dir mal eure tarifordnung so erklären das du es auch verstehst
18. April 2012 um 13:51 MsTaxi(Quote)
Ich hab beim gerade-nochmal-schnell-Querlesen im PBefG nix gefunden in der Hinsicht. Liegt also wohl in der Tarifordnung, die jeweils unterschiedlich ist, begründet. Bei uns wird das so gehandhabt: Will der Fahrgast aus einer Stadt wieder mit zurück genommen werden, aus der wir häufig auch sonst Abholaufträge bekommen, z.B. Gemeinde, die wir mitversorgen, weil dort keine eigene Taxizentrale existiert, die aber nicht zu unserem Tarifgebiet zählt, zahlt der Fahrgast. Trifft dieses Kriterium nicht zu, zahlt er nix.
Ich persönlich hab was gegen die Regelung: 1. erbringe ich ja eine Leistung (s. keine persönliche Lieblingsmucke auf volle Lautstärke, keine Telefonate mit dem Liebsten über die Freisprechanlage etc.), 2. bei Bus/ Bahn etc. muss man als Kunde für die Rückfahrt ja auch löhnen, obwohl z.B. der Zug nur in eine Richtung fährt., 3. stützt mir das zu sehr die Geiz-ist-geil-Mentalität, die sich gerade bei uns ohnehin schon zu sehr breitmacht im Gewerbe.
18. April 2012 um 15:01 Bronko(Quote)
Wie geil ist das denn
Klar muss die Rückfahrt generell mit eingepreist sein. Das Taxi muss ja auch zurück kommen und die Kosten entstehen ja.
Aber daraus einen Anspruch abzuleiten, das ich kostenlos mit zurückgenommen werden muss. Das schaffen auch nur wir Deutschen..
18. April 2012 um 17:42 Dingsda(Quote)
Dann wäre ja auch der Rückweg aus der Disco umsonst, weil man ja schon bei der Hinfahrt die Rückfahrt mit bezahlt hat…
18. April 2012 um 19:37 Schwarzwald-Fahrer(Quote)
Ist er bei uns auch..die Wartezeit bis zur Rückfahrt fällt aber antürlich an, wenn Du die Fahrt dort nicht beendest.
Wie schon gesagt, ist in den Tarifordnungen unterschiedlich geregelt.
Ich hatte z.B. öfters Rundfahrten in ein 50km entferntes Bordell, dort file dann auch grundsätzlich 1 Strecke plus Wartezeit an.
18. April 2012 um 20:21 Gismo(Quote)
Hallo Torsten,
Ich lese Deinen Blog schon seit den ersten Tagen und habe mich immer darüber gefreut wie Du mit Herz und Verstand es geschafft hast auch die schwierigen Situationen in unserem Gewerbe zu meistern.
Natürlich ist es auch völlig normal das nicht jeden Tag etwas außergewöhnliches passiert und auch dafür das Du in diesen Tagen geschwiegen hast fand ich den Blog immer sympathisch.
Wenn ich dann aber Sachen lesen muss wie:
Ich sollte auf 80km/h abbremsen. Kurzzeitig gemacht und dann wieder langsam bis 120 beschleunigt
oder:
Ihn also abgelenkt und schwups waren wir an der Ausfahrt vorbei, ohne dass er etwas gemerkt hat.
dann frage ich mich ernsthaft ob der Kollege zu den vielen Mitarbeitern gehört die in Ihrem Leben noch nicht Begriffen haben, was Dienstleistung bedeutet.
Natürlich wird man bei so einer Fahrt müde und braucht eine Kaffeepause aber das und auch das man keine Zeit für eine Nacht im Hotel hat kann man vernünftig kommunizieren.
Insgesamt macht der Kollege leider den Eindruck das seine Gäste nur zum melken da sind und das man es irgendwie selber Schuld ist wenn man an Ihn gerät
Sorry wenn ich das falsch sehe
19. April 2012 um 00:06 Taxi-Mike(Quote)
nette Fahrt , schick ihn mal nach PB . grinssss
19. April 2012 um 08:45 Dingsda(Quote)
@Gismo:
Du wärst auch die restlichen 300Km mit 80 über die komplett leere Bahn gefahren?
Und du wärst also mit einem Typen, den du nicht kennst und der immer komischere Kommentare von sich gibt, in irgendein Hotel gefahren und hättest da geschlafen um dir dann nach ein paar Stunden ein neues Fahrziel nennen zu lassen? Respekt!
Ich nicht. Sowas gehört für mich irgendwie nicht mehr zur Dienstleistung Taxifahrt.
Und warst du dabei? Woher willst du wissen, dass ich ihm nicht vernünftig gesagt habe, dass ich nicht ins Hotel fahren werde?
Ich habe ihm das mehrfach in ruhigem Ton gesagt und ihm immer wieder angeboten, ihn dort abzusetzen und ihm sogar ein Taxi von vor Ort zu rufen.
19. April 2012 um 16:52 Mariha(Quote)
Und außerdem gibts da noch so spießige Gesetze die nach Ruhe- und Lenkzeiten schreien. Völlig überbewertet, Kundenfreundlichkeit ist also, wenn mich Gesetze nicht scheren und ich mit Fahrgast an Bord während der Fahrt einschlafe, tolle Einstellung.
20. April 2012 um 06:22 Torsten Bentrup(Quote)
@Gismo & Dingsda: Das Topargument, warum ich nicht mal ansatzweise daran denke, Dingsda als “Kundenmelker” zu sehen (ich hätte den Beitrag auch nicht veröffentlicht, wenn ich da Zweifel gehabt hätte):
Er hat die Fahrt beendet, bevor das Geld des Fahrgastes alle war! Wenn ich den maximalen Profit aus einem solchen Fahrgast rausschlagen möchte, dann frage ich nicht nach und dann fahre ich einfach, solange die Scheine in meine Börse wandern.
Im Gegenteil: Dingsda hat versucht, den Fahrgast von der “Geldverschwendung” abzuhalten. Aus welchen Motiven der Fahrgast diese Megarundreise machen wollte, wissen wir nicht. Aber vernünftig ist sowas nicht. Vernünftig sind Fahrten von A nach B. Oder manchmal holt man in B was ab, bringt was nach B und fährt dann wieder nach A. Bei dieser Fahrt hätte ich auch irgendwann die Notbremse gezogen. Aus Selbstschutz, weil es eben immer unheimlicher wurde (vergl. Stalking) oder auch, um einem Menschen, der aus mir nicht bekannten, aber offensichtlich nicht rationalen Gründen sein Geld verpulvert. So eine Fahrt ergibt einfach keinen Sinn und dann muß man einfach irgendwann eine Grenze ziehen.
Obwohl… Der (höchst ironische) Kommentar meines Cheffes war: “Kein Wunder, daß er anonym bleiben wollte. Ich hätte ihm was erzählt, wenn er so eine Fahrt abgebrochen hätte…!”. In Wirklichkeit hätte er allerdings wohl heftiges Verständnis für diese Entscheidung gehabt.
12. Mai 2012 um 16:51 Thies(Quote)
In der John Belushi-Biographie “Wired” war (soweit ich mich erinnern kann) eine Episode beschrieben in der er nach durchfeierter Nacht einen Taxifahrer oder einen Chauffeur anwies ihn den ganzen Tag über quer durch die Stadt zu fahren (weiss nicht mehr ob es NY oder LA war) weil er in seinem zugekoksten Zustand nicht bereit war zu akzeptieren, dass die Party für diesen Tag vorbei war.
Aber ohne weitere Informationen über den misteriösen Fahrgast bleibt hier das Fazit einfach nur: Sachen gibt’s!
P.S. Stephen King hätte aus der Prämisse sicherlich einen 700 Seiten starken Gruselroman gezaubert.
25. März 2013 um 12:34 blaueralptraum(Quote)
@Markus:
( [...]Bis zu welchem Betrag kann eigentlich das Taxameter zählen[...] )
Bis 9999,90€ – das würde ne laaaaaaaaaange Rundfahrt werden…