Appsurde Idee oder appsoluter Hammer?

Drüber auf der Blog-Fanseite auf Facebook wollte Anton neulich wissen:

“Hallo Torsten,
Was sagst du eigentlich zur App “MyTaxi”?
Oder besser – dein Chef? :)

Die Idee ist genial – aber ob das im normalen Taxi-Betrieb überhaupt Sinn macht?

(Disclaimer: habe mit dem Ding nichts zu tun – bin nur neugierig :) )”

Würde ich auf Provisionsbasis bezahlt und an einer Gemeinschaftszentrale hängen, würde ich es ausprobieren.

Für Paderborn ergibt es noch keinen Sinn. Von 20 Taxiunternehmen hier haben grade mal zwei oder drei eine rund um die Uhr besetzte Zentrale (die dann eventuell ein Smartphone für diese Bestellungen rumliegen haben könnte). Aber dieses Smartphone würde dann ja auch wieder nur am Standort der Zentrale rumliegen. Der zentrale Vorteil dieser Apps, die Info über freie Taxen in der Nähe (!) wäre futsch und zudem wäre es nur ein weiterer, die Ankunft des Wagens verzögernder Arbeitsschritt.

Bei nicht besetzter Zentrale werden die Anrufe auf das Handy eines Fahrers umgeleitet. Auch das ist keine gute Bedingung, um neben dem telefonieren und der Personenbeförderung noch auf eine App zu achten.

Nächster Punkt ist die Finanzierung. Jede angenommene Fahrt kostet den Fahrer oder Unternehmer ein paar Cent. Das rechnet sich schnell, wenn der Fahrer mit 40-50% (je nach Firma, je nach Stadt, je nach Verhandlungsgeschick) am Umsatz beteiligt ist. Hier in Paderborn existieren meines Wissens solche Quoten schon lange nicht mehr. Üblicherweise gibt es ein festes Gehalt oder einen Stundenlohn mit teilweise kleinen Motivationszückerchen im Bereich von maximal 10%, gerne gekoppelt an Mindestumsätze.

Da wird die 5€-Tour schnell zum appsoluten Minusgeschäft (jaja, das war das letzte Wortspiel! Appologise my! ;) ).

Und dann gibt es noch ein “Luxusproblem”, daß auch hauptsächlich in einer Stadt ohne Gemeinschaftszentrale aufkommt. Wir haben jedes Wochenende und zu Großveranstaltungen noch verschärft einige Stunden soviele Telefonaufträge, daß es mit den vorhandenen Fahrern zeitweise kaum möglich ist, diese zu erledigen. Wenn jetzt Fahrer unserer Firma in der Zeit auch noch “externe” Aufträge annehmen, wird es heikel. Keine Planbarkeit für die Zentrale, unverhältnismäßig weite Anfahrten für die “Funkfahrer” und elende Wartezeiten für die Kunden sind die Folge.

Kurz: Ein Standplatzfahrer wie Sash (der die eigentlich im Auto nutzbare Gemeinschaftszentrale generell nicht bedient) mit rein prozentualer Bezahlung wird durch MyTaxi und Co. sicherlich einige zusätliche Fahrten machen können. In einer Stadt wie Paderborn ist es einfach nutzlos, schlimmstenfalls sogar schädlich für die Unternehmen. Unser größtes Kapital sind die zufriedenen und treuen Stammkunden. Und die würden wir damit auf lange Sicht verärgern.

Aber wer weiß, wie die Lage in ein paar Jahren aussieht?

22 Antworten zu “Appsurde Idee oder appsoluter Hammer?”

  1. Drakoon sagt:

    Also ich nutze die APP in Darmstadt (noch als einer von wenigen) und sowohl die Kundenreaktionen als auch die recht gute Bedienbarkeit des Prog lassen mich eher auf “Gute Idee” tippen.
    Ausserdem weis der Fahrgast wer kommt, und wartet auf SEIN Taxi, das freundlich vorbeifahrende Taxi wird nicht abgewunken.

    Seit Anfang des Monats ca. 40 Kunden über MyTaxi, da ich nachts der einzige damit bin, ist es noch etwas schwer mich “frei” via App zu erreichen :-) , aber einige Kollegen sind auf dem Sprung.

    Der Vorteil ist meiner Meinung nach, daß jeder der Kunden nach der Fahrt meine Duchwahl ins Taxi hat! Über die Hälfte der MyTaxi-Kunden haben inzwischen ein- oder mehrmals direkt angerufen.
    (Ev. natürlich auch weil sie mich via MyTaxi nicht bekommen haben!)

    Von solch einer Kundenbindunsquote träumt man sonst!

    Viele Kunden verwenden die App wohl auch sonst in diversen Großstädten mit Erfolg und zeigen sich überglücklich das es jetzt auch in “kleineren” Städten Fahrer damit gibt.
    Die Fahrtenlänge war bis jetzt wechselnd von 5€-50€, im Schnitt 12€.

    Also von mir aus :-) Top

  2. Drakoon sagt:

    und nochmal:

    Die Wartezeiten für MyTaxi Kunden sind direkt einsehbar bei Bestellung und für Zentralekunden bin ich immer verfügbar bis ich entweder “Einsteiger”, “Telefonkunden” oder eben “MyTaxikunden” habe.

    Das war vorher auch schon so.

    Die Länge der Anfahrt via MyTaxi kann ich durch die Rufentfernung einstellen, und via Telefon kann ich eh mit dem Kunden reden, ob “ja” oder “Nein”.

    Sobald ich besetzt bin, gibt es ausschließlich Vorbestellungen via Telefon!

    Also meiner Meinung nach werden die Wartezeiten nicht länger, nur vielleicht anders verteilt.
    Es gibt ja wegen der APP auch nicht mehr Kunden!

  3. Korbinian sagt:

    Ich glaube du hast das Prinzip der App noch nicht ganz verstanden: Nicht in der Zentrale läge dann ein Smartphone, sondern jeder Fahrer müsste die App auf seinem eigenen Telefon installieren. Nur so ist gewährleistet dass der einzelne Kunde sieht wo genau sein Taxi ist. (Größter Vorteil der App für mich als Kunde gegenüber der telefonischen Bestellung!)
    Sprich die App umgeht die Zentralen komplett (Deswegen laufen ja auch einige Zentralen dagegen Sturm)

  4. Torsten Bentrup sagt:

    Hmm, ich dachte, ich hätte es ausführlich genug erklärt…

    Aaalso: Es gibt zwei verschiedene Zentralenarten. Die Gemeinschaftszentralen in “echten” Großstädten. Das sind externe Dienstleister, haben üblicherweise keine eigenen Fahrzeuge sondern stellen als Hauptdienstleistung die Fahrtenvermittlung zur Verfügung. Die laufen Sturm, weil deren Geschäftsmodell auf der Kippe steht.

    Und dann gibt es Unternehmen wie z.B. meinen Arbeitgeber. Oder nahezu jedes Taxiunternehmen abseits der großen Städte. Eigene Telefonnummer, eigene Zentralisten, eigene Autos und eigene Fahrer. Da ist der Nutzen von MyTaxi und Co. minimal und der Aufwand maximal. Also sinnlos.

    Übrigens hab ich vor etlichen Monaten mal die App testen wollen. Anmeldung dort als Fahrer erfolgt per Mail (MAIL? Echt? Wow?). Ich bekam nie eine Antwort, geschweige denn Zugangsdaten. War mir schon völlig entfallen, weil ich es damals schon unter “Nette Idee, könnte man ja an schwachen Wochentagen mal mitlaufen lassen.” im Hirn gespeichert hatte. Und nicht als “Will ich haben!”.

  5. Gusteau sagt:

    Zumindest hier in Stuttgart bestellen auch Hotels die Taxis über die App, da kommt dann doch eine relative Menge an Fahrten zusammen

  6. PowerMike sagt:

    Und dann gibt es Unternehmen wie z.B. meinen Arbeitgeber. Oder nahezu jedes Taxiunternehmen abseits der großen Städte. Eigene Telefonnummer, eigene Zentralisten, eigene Autos und eigene Fahrer. Da ist der Nutzen von MyTaxi und Co. minimal und der Aufwand maximal. Also sinnlos.

    Schon mal an die potentiellen Kunden gedacht die fremd in der Stadt sind und die Nummern der örtlichen Zentralen nicht kennen?

  7. Jonny sagt:

    @PowerMike

    Nach Paderborn kommen keine Fremden, da gibt es nur Briten und Alteingesessene. :)

    Außerdem, ich denke das mittlerweile jeder 2. ein Smartphone benutzt um nach Taxizentralen vor Ort zu suchen.

  8. Torsten Bentrup sagt:

    Verdammt, Jonny. Das wollte ich doch sagen. Leute, in echten Großstädten mit Großzentralen ist das sicher eine gute Sache. Hier gibt es das nicht. Und auch keine Touristen in nennenswerter Zahl.

    Ich hab übrigens grad mal geschaut. Momentan nicht ein einziges Taxi verfügbar für MyTaxi. Die Kollegen scheinen zur gleichen Schlussfolgerung gekommen zu sein…

    Und noch eine Ergänzung zu meinem Versuch, die App als Fahrer mal zu testen. Ich hab mal den Mailausgang durchsucht und festgestellt, daß ich es sogar nochmal vor einem Monat probiert habe. Also zweimal der Versuch, mitzumachen und beide Male gab es keine Reaktion. Schwach, sehr schwach.

  9. Shiny McShine sagt:

    Wenn es doch nur “ein paar Cent” wären. Lt. deren Website lässt “mytaxi” sich jede erfolgreich vermittelte Fahrt mit 0,79 € entlohnen. Die muss ein Fahrer mit Stundenlohn erst einmal über die Umsatzbeteiligung wieder reinbekommen. Bei 10% würden sich demnach erst Fahrten ab 8,00 € aufwärts lohnen. Blöd nur, dass letzte Schicht ca. 3/4 aller Fahrten unter diesem Betrag lagen.

  10. Bernd sagt:

    @Torsten
    Da muß ich dir entschieden widersprechen: Wir haben in Dresden z.B. nur eine einzige Zentrale für die ganze Stadt, da wäre also erst einmal nicht allzu viel zum Merken für Auswärtige. Außerdem haben wir ebenfalls eine APP, die sinniger weise “DeinTaxi” heißt. Diese bindet sich allerdings nicht an die Fahrer, sondern an die Zentrale. Allerdings schlägt auch diese APP über den Zentralen-Rechner per Funk sofort bis zum Fahrer durch, ohne daß die Zentrale sich damit beschäftigen muß. Dafür zahlt der Fahrer natürlich auch keine Provision.

  11. Torsten Bentrup sagt:

    Wo widersprichst Du mit denn da, Bernd? Ob eigene App oder firmenunabhängiges Programm ist egal.

    Dresden ist Touristenziel, da ergibt sowas natürlich Sinn. Obwohl die Smartphonebesitzer sicher auch google mit “Taxi Dresden” füttern können.

    Ansonsten sind wir einer Meinung. Hier würden, wenn ein Fahrer nicht mehr für seinen Chef sondern für MyTaxi fährt 10% der Kapazität fehlen. Bei Euch sind es 0,x%. Für Euch in Stoßzeiten machbar. Für uns nicht.

  12. Ly sagt:

    Wir haben keine externe Zentrale sondern viele Unternehmer finanzieren eine Zentrale über eine Genossenschaft. Also anders als bei euch, Torsten. Aber da machen mittlerweile lange nicht mehr alle mit, weitere Taxizentralen haben wir nicht, die ersten Kollegen sind mit der App unterwegs. Find das recht interessant.

    Probs seh ich wo sich Kollegen aus unterschiedlichen Pflichtfahrgebieten in die Quere kommen können, Anfahrt kann ich wohl besser keine nehmen wenn ich in Nachbarstadt bin und dort annehme über die App und es dort bleibt. Sind diese Dinge Fahrerapp seitig irgendwie geklärt? Gilt es schlicht als: wurde bestellt? Klar man könnte ablehnen …

  13. Ly sagt:

    Zu dem Ruf per Knopfdruck für Hotels, das gibt es auch bei Digital-Funk-Systemen, bei uns sind diverse Hotels und Autohäuser angeschlossen, sie drücken einen Knopf ( oder den auch zwei mal für zwei Taxen ) und der Fahrauftrag geht automatisch in die automatische Vermittlung. Ab und an muss halt noch angerufen werden über ne 0800er, aber das ist allemal billiger als an die Reception ein Smartphone zu hinterlegen das mit der App umgehen kann.

    Nochmal zu App, einige Denkanstöße zur Begeisterung:

    einerseits tolle Idee für alle, die ausserhalb der Zentralen fahren wollen. Der Hype wird sich aber legen denk ich wenns alle haben. Als Kunde kann ich auch anders an ein Taxi kommen, auch wenn das Gimmick das Taxi anfahren zu sehen einen bei Laune hält-

    Wenn mir ein Fahrer gut gefällt kann ich seine Handynummer auch so zupfen, dafür braucht es die App nicht. Aktuell ist das Hip über die App.. aber es wird sich ausschleifen wieder, da bin ich recht sicher.
    Bin auch sicher das es weiterhin Leute geben wird die dann halt über die App ein Taxi ordern.. aber Taxi Susi war dann halt doch schneller.
    Gesetzmäßigkeiten brauchen ihre Zeit, wenn das Argument in 10 Jahren noch gilt, ok.

    Wie sieht es eigentlich Zentrale-Seitig aus:

    Alle Kunden können es nicht sein die die App lieben lernten.
    Oma Erna und Tante Elise mögen vieleicht ebenso den Zentrale-Kontakt wegen der Pflege und weil man sie da vieleicht kennt
    ( und wenn es nur die Software ist die ihren Namen anzeigt wenn die Rufnummer übermittelt wird…..)

    und was ist mit Mama Hilde wenn sie ihre Kinder per Taxi in die Schule fahren lassen will, die ruft doch nicht “irgendwen?”
    ( mir ist klar über die app kommt nicht “irgendwer” und über die Zentrale kommt auch nicht die Frau am Telefon.. )

    Und was ist eigentlich mit den ganzen Krankenfahren, also Dialyse, Bestrahlung, etc, das ist so dermaßen umfangreich wie Kassen abrechnen und abrechnen können, da ist fachlich gute Beratung durch eine Zentrale wichtig, bei der Zentrale macht das ja auch meist nicht jeder, sondern zb bei uns ist es die kaufmännische Fachkraft ausm Büro die sich auch mit den ganzen Abrechnungen nach den Fahrten rumschlägt, welche die Kenntnisreichste ist.

    Hand aufs Herz, welche Unternehmer geschweige den Fahrer haben das extakt im Griff. Oder sollen jetzt alle Krankenfahrten-Kunden auf Vorkasse gehen? Auja! So agieren viele Alleinfahrer, also Einzelunternehmen ohne einer Zentrale angeschlossen zu sein. Weils kaum anders geht. Zu dicht und groß der Dschungel der Kassen.

    Und diese speziellen Kunden will die sich jeder als Stammkunde auf die Backe binden mit festen Terminen zu teils doch kleinen Fahrten, häufig zeitaufwändig?

    Dann das ganze Abrechnen mit den einzelnen Kassen. Das ist schon ein Arbeitsplatz für sich.

    Oder verbindliche Preisvereinbarungen für ne größere Truppe für 6 km nach Ausserhalb. Oder schnell ausgetüftelt wieiviele Autos welcher Art für 19 Personen gebraucht werden, was ist davon überhaupt machbar, mind ein Fahrer sollte bitte Französisch kennen?
    Wie war das mit der Stadtrundfahrt? Ach was solls, wofür brauchts noch Spezialisten, kann doch jeder so richtig gut und spannend, auf Englisch mind versteht sich.

    Preisaufkünfte werde auch oft erfragt. Oder, sagen Sie mal wo lag dies und das? Können Sie mir bitte sagen welcher Tag heute ist? ( kein Witz )
    Wer hat die Fahrer per GPS bei stillem Alarm auf dem Schirm?

    es gibt sooo viele Möglichkeiten wo eine Zentrale wichtig ist, wenn nun sich ganz viele Taxler auf die App stürzen und den Zentralen, egal mal wie sie bezahlt werden, ob per Fahrt, oder mtl, oder per Genossenschaft die Geschäftsgrundlage genommen wird zu größeren Teilen,

    Wie sollen die Zentralen in Zukunft noch finanzierbar sein, um 24/7 besetzt zu sein, damit die Mitarbeiter noch was verdienen? Das sind jetzt häufig schon keine Großverdiener, zb 7 Euro brutto aber ohne Trinkgeld?

    Ich kenne beide Seiten, oder besser, drei Seiten, ich kenne fahren ohne Zentrale, mit Zentrale, und ich kenne den Job auf der Zentrale. Bei letzterem laufen so viele Fragen von Kunden und Arbeit für die Unternehmer abseits der Fahrtenvermittlung auf, so etwas ist in dieser App nicht berücksichtigt. Und dafür sollen 79 cent per Fahrt abgedrückt werden, dafür das eine Software funktioniert? Das ist schon happig.

    Als Fahrer würd ich das übrigens nur machen, wenn ich die Kosten 1:1 von meinem Chef erstattet bekomme, oder zumindest mal in dem Anteil wie ich vom Umsatz verdiene falls dies mein alleiniges Einkommensmodell ist.

    Aber die APP ist keine eierlegende Wollmilchsau, es deckt nur einen Teilbereich des Geschäftes ab. Dieser Teilbereich des Geschäftes aber macht die Arbeit der Zentralen oft erst möglich.

    Zusätzlich ist es sicher interessant, und ganz sicher für die vielen Alleinfahrer. Aber vor Begeisterung kann ich mich, mittel bis langfristig gesehen, nicht überschlagen.

    Dazu kommt noch die Frage nach den Pflichtfahrgebieten. Würd ich in dörflicher Nachbargemeinde xy nahe Stadtgrenze Oberzentrum am Wochenende nachts ab 3 nicht mehr viel zu tun haben wüßt ich was zu tun wäre hätte ich die App dann. Das betrifft sicher nicht Berlin oder so, aber alle Städte wo verschieden strukturierte Pflichtfahrgebiete aneinanander stoßen.

    Die Zentralen die da mittlerweile Amok laufen sollten allerdings nicht durchdrehen sondern gucken wo sie ihren Service verbessern können, oder aber transparenter gestalten können, damit die angeschlossenen Fahrer und Unternehmer nicht vergessen was sie noch alles tun.
    Bei manchen Zentralen fängts vieleicht mit der Freundlichkeit den Fahrern gegenüber an.

  14. Bernd sagt:

    @Ly
    Umfassendes Statement und stimmig, alle Achtung!

  15. Torsten Bentrup sagt:

    Ich schließe mich da vollumfänglich dem Bernd an. Hervorragender, umfassender Kommentar, Ly!

    Hast Du Lust, daraus einen Gastbeitrag zu machen? Einmal “schick machen” und ich setzt das hier ins Blog? Wenn Du keine Zeit oder Lust hast, darf ich das machen?

    Und natürlich und der Ausgewogenheit halber: Hat jemand der App-Befürworter Lust einen Pro-Artikel zu schreiben?

    Fänd ich großartig!

  16. Ly sagt:

    Mach du, ich hab keine Lust! Ok?

    Aber ich bin kein reiner Gegner, bin nur der Meinung man sollte der Sache mit Augenmaß begegnen statt mit Euphorie. Was ich da ins Gedächtnis rufe ist eben die andre Seite der Medaille.

    Und jetzt mal ohne den Neidgedanken hochkommen zu lassen, im Gegenteil hab ich zu Anfang da so lachen müssen.. und finde die Idee als Technik-Fan auch spannend, aber da haben sich zwei schlaue Bengels einen echten Geldesel ausgedacht, ich glaube mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen zu können, mehr Potenzial auf Gewinn durch In-App-Käufe gibt es nicht! :-)

  17. Ly sagt:

    in App-Kauf = Vermittlungsgebühr pro Fahrt durch die Fahrer zu leisten, das ganze auf Sicht einer weltweiten Strategie!

    Jetzt sag ich es mal doch etwas böser ( ohne Neidgedanke ),
    da werden sich zwei Jungs und Mercedes und Telekom und wer noch auf den Gaul aufspringt ne goldene Nase verdienen,

    die Fahrer springen auf, weil Teile der Kunden das verlangen, heißt es, oder weil sie selbst von der Idee angetan sind, was erstmal nachvollziehbar ist,

    und den Zentralen insbesondere in Städten und Gemeinden wo nur eine Person jeweils am Funk und Telefon sitzt, die also NICHT an Personal sparen können, kann das Wasser so abgegraben werden, das der Service den sie bieten ( zu Lasten aller) nicht mehr finanzierbar ist.

    Wenn Fahrer und Unternehmer auf den Dreh kommen das man auch ohne Zentrale quasi ohne eigene Rufnummer “Anruf”-Kunden bedienen kann, machen sie das. Logisch!
    Pro solchermaßen durchgeführte Fahrt zahlens dann 78 cent.
    Auch klar.

    Wenn so, weil die wundersame Kundenvermehrung steht etwas in Frage, über die Zentralen nicht mehr so viele Kunden vermittelt werden, wird der Unternehmer anfangen zu rechnen.

    Sehr mögliches Szenario, wenn auch mal schwarz angemalt:

    Für den fix erhobenen mtl Beitrag an die Zentrale, egal ob extern oder Genossenschaft, werden weniger Fahrten als Gegenquotient vorliegen.

    Ergebnis: die Zentralen werden auf die einzelne Fahrt gesehen zu teuer.
    Dazu wird dem normal denkenden Menschen einfallen das er für die myTaxi Fahrten ja auch zahlt.

    Summa Sumarum wird der Betrag für von anderen vermittelte Fahrten steigen!

    Frage: was wird aus rein unternehmerischen Gründen, sofern der Unternehmer kein reiner Traditionalist ist, abgeschossen?

    Das mal als Planspiel!

    Bau du mal den Beitrag Torsten, danke! :-)

  18. Ly sagt:

    PS:

    vieleicht entwickelt sich über Jahre ja auch eine Art Zusammenarbeit Zentralen und myTaxi. Aber wenn man das ganze mal hochrechnet auf die Zukunft, wo die Akzeptanz solcher Apps eher höher liegt als derzeit noch ( die Alten ohne mobiles Internet sterben ja irgendwann, hey ich geh auch auf die 50), dann gibts vlt die 24/7 Zentralen irgendwann nur noch in den Metropolen, und die haben das Taxigeschäft tatsächlich revolutioniert und für Telefonate und Sonderwünsche und Abrechnungen gibts halt ein Büro das in der Woche tags zuständig ist. Wer weiß…

    Wie mächtig kann so eine Anwendung tatsächlich unser lieb gewonnenes gewohntes Dasein verändern? ;-)

    Bis dann

  19. Ly sagt:

    also ich grad nochmal, so als schwarz angemaltes Fazit:

    wenn man das hochrechnet, die myTaxi verdienen da richtig geld, und wo kommt das Geld her..

    warum investieren mercedes und telekom millionen..

    die Kohle wird dem Taxigewerbe aus der Tasche gezogen.

    Es gibt weder eine wundersame Vermehrung des Geldes durch Schenkkreise,
    noch werden wundersam Taxikunden in signifikanten Umfang vermehrt werden,
    irgendwo muss der erwartete Gewinn für myTaxi doch finanziert werden, das seh ich doch jetzt nicht falsch.

    Wenn also Geld umverteilt wird, so dass die einen mehr haben, werden andre weniger haben, das ist doch auch logisch?

    Was hier passiert, das als These, ist,

    das über die kurzfristige Bedürfnissbefriedigung angehipter technik-begeisterter Kunden

    ( es gibt zentrale deutschlandweite Rufnummern für das nächste Taxi, zb,oder die Auskunft verbindet zur nächsten Zentrale, oder Google hilft)

    sich zum einen Fahrer und Unternehmer einem frei nach güsto nutzbaren halböfffentlichen Bewertungssystem in der App unterwerfen…

    (nicht sonderlich attraktive nicht so symphatische Fahrer, oder Ausländer, bekommen mit Sicherheit weniger auf 5 Sterne bestehende Kunden)

    und zum weiteren wird es Auswirkungen haben wenn nicht gerade wenig umverteilt wird, sehr mutmaßlich auf andere Service-Bereiche die Geld kosten, also die Zentralen. Da könnten sogar Zentralen drüber nachdenken wie deine, Torsten, da wird auch gerechnet, was der Betrieb kostet, mal angenommen die Kundschaft würde irgendwann drauf bestehen mit der App, zb die Studis, etc. weils ja soviel Spass macht.
    Wenn ich die Kundenseitige App starte, da ist mittlerweile alles gelb vor lauter Taxi-Symbolen, es werden immer mehr.

    Damit, Torsten, hab ich meinen Standpunkt gefunden, ich bin gegen die App, so leid es mir tut, sie macht nämlich Spass.

    Jetzt aber ENDE! :-)

  20. Ly sagt:

    Vor dem ENDE ist noch ein Leerzeichen, das passt da noch rein:

    Überlegbar ist natürlich auch das Geld auch hier heraus gezogen wird, nämlich das über die App weil es so einfach ist, Kunden nicht mehr, ob tags oder nachts, die zentralen Taxistände ansteuern sondern sich da abholen lassen wo sie sind.
    Das hieße das Einsteiger wegfallen wos keine Vermittlungsgebühr vorher gab.

    Ne, klar, die hätten ja vorher schon per telefon etc, ne, ABER, das ist was anderes, da ist die Hemmschwelle größer als grad mal über die App tippen.

    Irgendwie werden die Gewinne von myApp ja produziert, die Zeche zahlt das Gewerbe.

    Boah ich bin ein Miesmacher gelle? ;-)

    *wech*

  21. MsTaxi sagt:

    @Ly

    Ich muss mich leider deiner Miesmacherei anschließen.

    Nicht nur, dass hier ein begrenzter Kuchen (= Fahrtenanzahl) mit einem weiteren Messer zerteilt werden soll, wo logischer Weise nur noch kleinere Stücke rauskommen können, bieten alle überregionalen Apps in meinen Augen doch ähnliche Schwachpunkte:

    - klammheimliche Unterwanderung der Tarifgebiete

    Setzen wir den Fall, dass ich als App-Fahrerin eine Tour in die nächste Großstadt 40km weg habe, lade dort meinen Fahrgast aus und als ich die Rückfahrt antreten will, zeigt mir die App einen potentiellen Kunden um die Ecke. Frage: Annehmen, Navi einschalten und ab dafür, obwohl ich nicht laden darf? oder bin ich so regeltreu und und lasse den örtlichen Kollegen den Vortritt? Klar, letzteres, wir würden ja nie in fremden Gebieten laden, oder? *räusper*
    Ich lasse mich korrigieren, aber dass “Fremdtarifler” durch die App vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden, habe ich nirgendwo gelesen.

    Das nimmt dem Kunden aber auch jegliche Chance auf Tariftransparenz, da der aber davon sowieso wenig Ahnung hat, interessiert ihn das wenig, es schadet ihm halt nur.

    - unsere, zugegebenermaßen veraltete und gering bezahlte, örtliche Zentrale ist preiswerter

    wenn der hier im Thread genannte Preis von 78ct pro vermitteltem Auftrag stimmt, arbeitet unsere Zentrale um ca. 40% preiswerter und liefert deutlich mehr Service für unsere Kunden. Ich hab vor unseren Mädels und Jungs ja schon immer Hochachtung gehabt (und möchte deren Job eher ungern machen), aber nun steigen die nochmal in der Achtung.

    - den Preis zahlt natürlich der Unternehmer

    Wer auch sonst? Ich fand Leute, die kaum Leistung kreieren, aber dafür doll kassieren, schon immer bemerkenswert, erinnert mich aber doch sehr an die dot.com-Blase.

    Wir werden sehen, was daraus wird, ich bleib aber skeptisch.

  22. Ben sagt:

    MyTaxi unterstützt Car2go…

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