Zentralisten!

Die Situation war eigentlich klar: “Fahr mal in $EnglishWohnsiedlung, Nummer 60, Wohnung 2″

Ein bischen störend… Es schneit grade wie blöde und die Häuser dort sind nur zu Fuß zu erreichen. Im “schlimmsten” Fall rund 100 Meter durch den Schnee. Macht blöderweise ziemlich nasse Klamotten.

Egal! Hin und geklingelt. Der kleine Junge, der die Tür öffnete brüllte irgendwas Richtung Papa, etwas unverständliches kam zurück und die Tür fiel zu. Nach 3 Minuten in der nassen Kälte zurück zum Taxi: “Ähem, stimmt die Adresse wohl. Irgendwie scheinen die nicht so recht auf mich gewartet zu haben…”

“Könnte auch 62 gewesen sein… Der Name war $EnglishIrgendwas”

Wars dann auch. Also nochmal den Weg durch den Schnee und ein Haus weiter.

Ja, natürlich ist es am Telefon nicht einfach, “sixty, two” und “sixty-two” auseinanderzuhalten. Die Angewohnheit der Briten, ihre Wohnungen durchzunummerieren ist zwar generell ziemlich schlau, stößt da aber an seine sprachlichen Grenzen.

Klasse wäre es allerdings, wenn Zentralisten die Infos nicht nur stückchenweise auf Anfrage rausrücken würden.

Hey, Funkgeräte haben grundsätzlich eine Flatrate!

5 Antworten zu “Zentralisten!”

  1. Arno sagt:

    Echt? Das ist ja voll geil. Wir sollten Telefone abschaffen und nur noch funken. ;-)

  2. Shantyman sagt:

    @Arno: Das Problem ist nur: Es können immer alle mithören (evtl. auch die Kollegen der anderen Unternehmen mittels Funkscanner) und es kann immer nur einer sprechen…

    Das schlimme beim Funken ist nur: Wenn man den Zentralisten ruft (auch wenn es dringend ist, weil man mit einem Fahrgast diskutiert…), dann brauche ich immer mindestens 2-3 Anläufe, bis mir Gehör geschenkt wird. "Ausrede": Ich musste telefonieren… (oder vielleicht doch erst die Zigarette am Fenster zuende rauchen?) – aber wehe, wehe, wenn ich mich nicht sofort beim ersten Mal rufen melde (weil ich einem Fahrgast behilflich bin, kurz am Kofferraum war, oder mich angeregt mit dem Fahrgast unterhalten habe): "Ich habe dich schon mehrfach gerufen! Wo läufst du rum?" Probier das mal anders herum ;-) ;-)

  3. Peter sagt:

    @Shantyman:
    Ersteres Problem könnte man durch Verschlüsselung lösen. Ich habe vor ca. 10 Jahren meine CB-Funk-Karriere an den Nagel gehängt, aber meine technischen Basics sagen mir, dass sowas funktioniert.
    Ist zweiteres Problem wirklich ein Problem?? Ich mein, hast du keine Frau???

  4. Torsten Bentrup sagt:

    @Peter: Da musst Du mal den Aufschrei im Gewerbe hören, wenn irgendeine Neuerung eingeführt werden soll. Verschlüsselter Funk würde ja neue Geräte für viel Geld kosten.

    Wir haben bis heute keine verpflichtende, einheitliche Notruffrequenz für den Funk und auch die durchaus existierenden Systeme, bei denen Notrufe per D-Netz weitergeleitet werden, sind nur in verschwindend geringer Anzahl installiert. Daimler-Chrysler hat sein System inzwischen vom Markt genommen, weil nur unter 1% der neu bestellten Taxen dieses Feature eingebaut bekommen haben… Traurig, aber würde ja Geld kosten.

    Eine kleine Statistik, zu der auch die schlechte Kommunikation zwischen Fahrern und Zentrale im Notfall beigetragen hat: http://www.bzp.org/rundumstaxi/rut_stiftung.h... (Tote und Verletzte durch Raubüberfälle)

  5. Peter sagt:

    @Torsten: Ich arbeite in einem großen Betrieb in der EDV und die Benutzer schreien auch bei jeder "unnötigen" Neuerung. Ein halbes Jahr später schicken sie und dann Merci – ihr kleines Dankeschön vorbei.

    Rein technisch sollte das auch kein Problem sein. Eine kleine Hardwarekomponente mehr im Funkgerät, die als Modem dient und für die Verschlüsselung zuständig ist, und die Sache ist geritzt.

Kommentar schreiben