Trinkgeld?

Im Beitrag “Die schlimmste Nachtschicht des Jahres!” kam mal wieder die Frage nach dem angemessenen Trinkgeld auf…

Eine ziemlich schwer zu beantwortende Frage. Ich versuchs trotzdem mal.

Grundsätzlich ist Trinkgeld eine finanzielle Form der Anerkennung und des Lobes für überdurchschnittliche Arbeit in wenigen Berufen. Für viele Taxifahrer (und natürlich auch viele andere) sind Trinkgelder auch ein wichtiger Bestandteil ihres Einkommens. In diesen Branchen ist der vom Chef gezahlte Lohn oft zu gering, um damit tatsächlich angemessen über die Runden zu kommen.

Trotzdem ist TG niemals Pflicht. Klar kein Trinkgeld sollte man geben, wenn der Service schlecht war.

Auch wenn der Kunde selbst so wenig Geld zur Verfügung hat, daß er sich TG nicht leisten kann oder möchte, ist ein nettes Lob und Dankeschön völlig ausreichend. Bitte nicht dafür entschuldigen, ist nicht nötig. Erfahrungsgemäß gibt es ja auch einige Kunden, die ein fürstliches Trinkgeld geben und damit die “Bilanz” wieder ausgleichen. ;)

Zur Höhe des Trinkgeldes nur ein paar unverbindliche Empfehlungen:

-beim Aufrunden finde ich persönlich Summen die nicht auf 50 Cent oder volle Euro enden leicht komisch

-bei überdurchschnittlich gutem Service würde ich auf volle Euro aufrunden und dann je nach Höhe der “Rechnung” noch ein bis x Euro drauflegen. Also z.B. bei 4,20 auf 5,–, bei 8,90 auf 10,– oder auch bei 13,20 auf 15,– ist üblich.

“Naturalien” wie die berühmte Cola, während man noch in Ruhe sein Bier in der Kneipe austrinkt, würde ich übrigens nicht als Trinkgeld anrechnen. Zum einen, weil in den meisten Gaststätten sowieso die Dienst-Cola oder der Dienst-Kaffee für Taxifahrer kostenlos ist. Aber auch, weil es eigentlich eine nette “Bestechung” ist, die verhindert, daß der “Zähler” bereits gestartet wird. ;)

Und bevor ich mir jetzt die Kommentare um die Ohren hauen lasse nochmal der wichtige Hinweis: Trinkgeld ist freiwillig. Dieser Eintrag steht hier nur, weil so oft danach gefragt wird.

32 Antworten zu “Trinkgeld?”

  1. Alex sagt:

    Ich habe gestern mal versucht, nachzuvollziehen, ob es nun mehr Trinkgeld als zu DM-Zeiten gibt.
    Früher erhöhte man von 4,20 DM auf 5,00 DM, das sind 80 Pfennig.
    Heute schon mal von 4,20 EUR auf 5,00 EUR, das sind 80 Cent, oder auch 1,60 DM, also das doppelte. Denn bei nur 30 Cent Trinkgelt (auf 4,50 EUR, immerhin noch 60 Pfennig) fühlen sich viele Kunden unsicher, “weil es nicht so viel ist”, aber ich bedanke mich genauso herzlich wie für 5 EUR (bei Geschäftsleuten schon vorgekommen).
    Ein anderer Punkt des Trinkgelds ist die Honorierung von Sonderleistungen: Wenn der Koffer/ Einkaufskorb bis in den 4. Stock/ auf den Bahnsteig getragen wurde, sollte Trinkgeld Pflicht sein. Ich hasse nichts mehr als solche Zeitgenossen, die 3 Meter um den Block fahren, auf Euro und Cent genau bezahlen und mich dann noch mit “Könnten sie noch eben…” eine Viertelstunde in Beschlag nehmen (Ich habe nix dagegen, wenn das “noch eben” nur 1-2 Minuten dauert.)

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Oh ja, das hab ich ganz vergessen. Die Veränderungen seit Euro-Zeiten.

    Ich denke, daß sich das inzwischen die Waage hält. Es ist zumindest seit einiger Zeit durchaus üblich geworden, auf “halbe Währungseinheiten” aufrunden zu lassen. Und die Leute, die instinktiv mehr als gewollt geben werden von den Leuten, die aus Unsicherheit gar kein Trinkgeld geben aufgehoben. Wenn ich ganz angestrengt nachdenke und vergleiche (wann hab ich früher gedacht: “Geiler Trinkgeldtag” und wann denke ich das heute) komme ich umgerechnet auch auf ähnliche Summen.

    Tendenziell liege ich persönlich heute eher drüber, aber meine Arbeitsumstände haben sich auch geändert. Und durch mehr, dafür kürzere Fahrten geht die Tendenz halt nach oben.

  3. Starkiller sagt:

    Ich fahre seit vielen Jahren täglich mit einem Taxi (als Kunde) und ich habe noch nie das Trinkgeld komplett weggelassen, obwohl ich auch schon so manchen eher seltsamen Fahrer hatte. Ich persönlich halte mich gerne an die alte 10% Regel als Mindestwert und bei einer besonders guten Fahrt gerne aber auch mehr!

  4. Torsten Bentrup sagt:

    @Starkiller: Prinzipiell muß natürlich jeder seine “Grenzen des Erwartenswerten” selbst festlegen.

    Wenn der Fahrer allerdings versucht, mich ganz dreist zu betrügen (sollen wir über Straße x oder y fahren? (x ist doppelt so weit wie y)) und dabei auch noch so mürrisch ist, daß selbst Fragen nach dem dortigen Tarifsystem (Berg- und Tal-Tarif in Frankfurt) nur mit Knurren beantwortet wird, gibts von mir nix.

    So passiert vor ein paar Jahren in Frankfurt, Wochenende Nachtschicht). Und das, obwohl ich mich (wie fast immer) schon beim Einsteigen als Kollege geoutet habe. :(

  5. Erik sagt:

    Vielleicht war er wegen des Outings so mürrisch? Er dachte vielleicht, du wolltest ihn testen?!

  6. Arno sagt:

    Ich gebe immer minimum 5 Prozent Trinkgeld. Egal ob im Taxi, im Restaurant oder in der Kneipe. Und wenn ich mit dem Service mehr als zufrieden bin, mehr. Bis zu 10 Prozent. Bis jetzt hat sich noch nie jemand beschwert. :-)

  7. Packetblogger sagt:

    Also ich hab jetzt die 3 Tage in Berlin immer Trinkgeld gegeben. Immer 2-3 Euro pro Fahrt…. und wir sind wirklich sehr viel Taxi gefahren :-)

  8. Packetblogger sagt:

    Ach ja und zum Taxi bestellen wollt ich ja auch noch was sagen:

    Also in Berlin hab ich auch 2x versucht ein Taxi per Telefon an einen bestimmten Ort zu bekommen… jedesmal mindestens ne halbe Stunde gewartet…

    Wir haben dann nur noch vorbeifahrende Taxis mit leuchtendem Schild angehalten und so hatten wir immer nach spätestens 5 Minuten ein Taxi…

  9. Tina sagt:

    Mmh, heute habe ich bei einemBetrag von 19,20€ genau 2,30€ gegeben, weil die Bedienung wahnsinnig aufmerksam war und mir Zigaretten gebracht hat. Das waren sogar mehr als 10% aber ich fand die junge Dame so nett.
    Meistens versuche ich schon 10% zu geben. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich in meiner Freizeit oft kellnere und dann gerne das gleiche erwarte ;-) Auch bei Taxis übrigens!

  10. taxiblog.de » Blog Archive » Wunsch = Befehl = FAQ sagt:

    [...] Trinkgeld: Wie, warum, wieviel? [...]

  11. Büb sagt:

    hier bei uns findet zur zeit eines der größten volksfeste in deutschland statt.
    was sich hier in sachen tg so abspielt ist eine absolute frechheit.
    hier kann man schon glücklich sein wenn man bei einem fahrpreis von 8,70 9,- bekommt.teilweise,und das ist erschreckend, gibt es rein garnichts.
    ich hatte letzte nacht 30 fahrten und genau 10,70 tg.wobei ein sehr guter kunde alleine schon 3,- gab.
    ich bin immer freundlich und hilfsbereit,und was ja auch gut kommt sehr ortskundig(10 jahre nachtschicht).
    ich verliere hier die lust.
    das war übrigens keine ausnahme,und manche werden auch noch frech wenn der preis ihrer meinung nach zu hoch war.

  12. abira sagt:

    Wie ist das eigentlich bei Fahrten mit Krankentransportschein? Nutze ich (zwangsläufig) selbst häufig und bin immer unschlüssig – denn jedesmal 1 Euro wäre finanziell nicht drin, weniger käme mir reichlich doof vor und nur ab und an auch (zumal ich immer mit dem selben Taxiunternehmen fahre und das sind nur eine Handvoll Fahrer). Aus Sicht des Taxifahrers wäre Trinkgeld natürlich toll – aber wird es irgendwie auch erwartet? Also so wie bei einer normalen Fahrt (dass es nicht muss ist klar) – und wenn ja in welcher Form oder Höhe?

    Im Moment mach ich es so, dass ich eben wenn ich dann mal selbst zahle noch großzügiger Tg gebe, das hatte ich vorher schon immer so gemacht und jetzt einfach etwas “aufgerundet” – aber hauptsächlich fahre ich seit einiger Zeit und wohl auch zukünftig eben über Krankentransportschein – und bin jedesmal aufs Neue verunsichert. Ein herzliches Dankeschön gibt es natürlich sowieso.

    Doch wie ist das für den Taxifahrer?
    abira

  13. Torsten Bentrup sagt:

    Das ist allerdings ein schwieriges Thema. Als ich vor Jahren mal ein paar Wochen Tagschicht gefahren bin, gab es eine liebe Omi, die immer ein Bonbon als Trinkgeld gab. ;) Lieb, aber ausgerechnet die Sorte mochte ich gar nicht…

    Wenn Du variable Zuzahlungen mit krummen Beträgen hast, ist es ja einfach. Einfach auf 50Ct-Abschnitte aufrunden (wenn finanziell möglich)

    Wenn Du über einen längeren Zeitraum Krankenfahrten brauchst, würden sich auch die bekannten Geschenktage anbieten: Weihnachten, Ostern, etc.

    Ansonsten wirds wirklich schwieriger. Ich würde dann wohl tatsächlich alle 2-3 Fahrten ein bischen was geben. Damit würdest Du definitiv nicht negativ auffallen, bei Krankenfahrten ist die Trinkgeldquote generell sehr gering.

    Grade bei chronisch kranken Fahrgästen gibt es auch soviele Menschen, die mit ihrem Geld sehr haushalten müssen. Da gilt dann ein Dankeschön und ein Lächeln als Trinkgeld. ;)

    Und wenn man Dich von Deinen Barfahrten eh kennt, mußt Du Dir meiner Meinung nach absolut keine Gedanken machen.

    Nochmal ganz klar gesagt: Trinkgeld sollte man als Fahrer nicht erwarten, sondern sich freuen, wenn es was gibt. Sorgt für viel bessere Laune. :)

  14. OLO sagt:

    @axel: grins, du zahlst ja auch den doppelten preis, also 4,20 euro = ca 8,40 dm –> 5,00 euro = ca 10,00 dm, dass hätte man früher auch gemacht! trinkgeld sollte bei 6-10% liegen! wobei man sicher bei 50,00 euro nicht 55,00 euro sagen “muss”. bei 3,00 aber auch nicht 3,30…

  15. zozze sagt:

    10% sind 10 %, egal welche währung :-D

  16. Kalle_Dueren sagt:

    mir ist aufgefallen das in immer mehr Gaststätten und Restaurants (besonders in Hessen scheint das üblich zu sein) der Kellern zwar bedienen “darf”. aber Wenn’s um Kassieren geht der/die Chef/Chefin kommt. Bei nachfrage beim Personal ob das Trinkgeld an das personal weiter gegeben würde haben ich von Betretenen Gesichtern, über der Chef hat das seinen eigenen „Verteilschlüssel, bis zum klaren nein alle möglichen Reaktionen bekommen.
    Ich halte das ehrlich gesagt für eine ziemliche Sauerei. Ich möchte das das Trinkgeld “meine” ! Bedienung bekommt und nicht, das die Chef’’s sich das unterm Nagel reißen, Irgendwie grenzt das an Diebstahl.

  17. Diana sagt:

    Ja genauso geht es mir gerade. Ich arbeite in einem recht feinen indischen Restaurant, aber das Trinkgeld darf ich nicht behalten. Entweder kassiert mein Chef, auch wenn ich die ganze Zeit bedient habe, oder ich muss dass Geld abgeben. Weiß jemand wie da die Rechtslage aussieht? Ich finde das nämlich ne absolute Frechheit!!! Wobei ich sowieso schon für den übelsten Hungerlohn arbeite, damit ich mir mein Studium finanzieren kann. Es ist doch zum heulen!!!

  18. Erik sagt:

    Dann kündige doch einfach, wenn der Lohn so niedrig ist.

    Ansonsten ruf doch einfach mal beim “DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststättenverband eV” http://www.dehoga.de an. Die sollten sich mit der Rechtslage auskennen.

    Im Zweifelsfall (wenn dir das Trinkgeld zusteht), müßtest du deinen Chef verklagen, freiwillig wird er es wohl nicht rausrücken. Spätestens dann bist du deinen Job auch los.

  19. ReifenHeinz sagt:

    Liebe Kollegen,

    anbei ein ganz interessanter Artikel aus der “brandeins” zum thema trinkgeld – darin steht auch: es ist weniger geworden!
    http://www.brandeins.de/ximages/191871_136b10...

    grüße
    heinz

  20. tantegiesela sagt:

    Yo. Ich find ja 10 – 15 % TG auch OK. @büb: manno..30 Fahrten? Das gibts hier in Dortmund nur noch zu Silvester oder ähnlichen Anlässen.. ;-)
    Als Fahrgast hab ich mir angewöhnt, dem Cabbie 10 % + Aufrundung zu geben, es sei denn, er hat seinen Job nicht gut gemacht und hats selbst zu verantworten (Ist kein Anfänger aber startet blöde Diskussionen um die Fahrstrecke “..das Navi sagt aber..” oder erzählt peinliche Witze, zitiert aus den Massenmedien, hört auch nach freundlicher Bitte nicht damit auf, etc.)
    Ansonsten hängt das TG natürlich auch von der Strecke ab. Die kleine Innenstadtrutsche für 4,70 – 5,90EUR muss nun mal auf 6,00 – 7,50EUR aufgerundet werden, damit der Fahrer den Spass am Job behält, oder?

  21. blit sagt:

    es ist wirklich manchmal schwer auf ein gutes TG zukommen,
    wenn man 3/4 aller fahrten nur auf rechnung oder kts fährt.
    aber zum glück gibt es noch die gute alte nachtschicht
    und vorallendingen das wochenende.

    also wer da nicht gutes TG bekommt ist zu doof oder ausserordentlich unfreundlich.
    und in beiden fällen dürfen sich die kollegen dann auch nicht beschweren.

    also immer recht freundlich und auch mal lächeln wenn es nicht so gut läuft
    es kommen auch wieder bessere zeiten (weihnachten-karneval-schützenfest-libori) wo der rubel rollt

  22. butscher sagt:

    ich führe seit 1999 buch über umsätze/tringelder usw. in der regel sind das 10-12% vom bruttoumsatz.da sind aber schon dinge fehlfahrten,überbrücken,oder das kopfgeld von den bars drin.jeder wie er kann,die omi die von4,80 – 5,00 aufrundet behandel ich genauso wie den hotelgast der von 80,00-100,00 aufrundet.
    die kneiper die ihren kellnern den tip abnehmen finde ich echt kriminell.
    ohne das trinkgeld hätte ich nichtmal soviel wie ein hilfsarbeiter,und ich schlage mir die nächte um die ohren.ich nehme an bei bedienungen ist das nicht anders.

  23. PaB sagt:

    @butscher: “das kopfgeld von den bars”

    Meinst` das Schwanzgeld, woll ?!

  24. Tobias sagt:

    ein leidiges Thema wie ich finde.

    Aufrunden ist eine gute Sache, auf volle Euro, also von 13,40 auf 15. Halt in 5er Schritten. Wenn ich 10,30 bezahlen soll, fände ich es schon doof auf irgendeine Summe aufzurunden die unter 15 liegt.
    Allein schon deswegen weil ich gerne sage:

    stimmt so

    und ich Kleingeld hasse und deswegen immer alles restlos in meine “Spardose” stecke.
    So hoffe ich immer dass ich in einem vertretbaren Bereich lande. In der Pommesbude ist die Sache da noch recht einfach. Wenn das Essen 10,30 ergeben würde, bestelle ich mir halt noch ne Dose Cola

  25. Reiner sagt:

    Meine Meinung zur Marotte Trinkgeld

    Vorweg nur kurz: Ich habe 49 und ein halbes Jahr bis zu Rente gearbeitet, selbst nie Trinkgeld erhalten aber immer welches gegeben, obwohl ich es nie so richtig einsah. Eigentlich ein Selbstbetrug!?
    Im Grunde ist es doch eine Sauerei, dass verschiedene Berufsgruppen, entweder per Tarif oder auch aus Raffgier der Arbeitgeber unter der Voraussetzung zu niedrig bezahlt werden, weil einfach vorausgesetzt wird, dass dieses Defizit eben durch Trinkgeld auszugleichen ist.
    Wie komme ich eigentlich dazu, für eine Leistung die mir ganz einfach zusteht bzw. für die ich sowieso bezahle, extra zu löhnen?
    Z. B.: „ich gehe in eine Gaststätte und werde von der Bedienung entsprechend des Arbeitsvertrages bedient, indem mir das gebracht wird, was ich bestelle – das ist alles“. Ob man dabei besonders freundlich ist oder nicht spielt zunächst keine Rolle und das Freundlichsein rechtfertigt keine Extrabezahlung in Form von Trinkgeld; denn sollte es letztlich so sein, dass ich nicht zufrieden war, werde ich in Zukunft dieses Haus meiden. Wenn das andere Gäste ebenso sehen, wird man, wenn man weiter bestehen will, bald darüber nachdenken und was ändern müssen. So ließe sich auch die Spreu vom Weizen trennen. Noch brutaler geht es ja auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen zu. Man wirbt mit niedrigen Preisen und an Bord ist es Pflicht, ob man will oder nicht, ein festgelegtes Trinkgeld vom Bordkonto abbuchen zu lassen. Ob man nun hier mit der Leistung zufrieden war oder nicht spielt auch keine Rolle, man hat zu löhnen, das ist eben so. Wo ist hier die Motivation der Diensthabenden? – das Geld stimmt doch sowieso! Für eine Familie die mit jedem Cent rechnen muss, sich einmal im Leben einen Traum erfüllt und eine Kreuzfahrt vom Mund abspart, ist diese versteckte Preiserhöhung (sicherlich nicht die Einzigste) doch ein Schock.

  26. taxi43 sagt:

    wenn diese berufe (bedienung, taxifahrer, friseur) kein trinkgeld bekommen würden, sondern der lohn brutto um 600 euro angehoben werden muss, damit der angestellte überleben kann – dann könnte es sich kaum noch jemand leisten, essen zu gehen, mit dem taxi zu fahren oder sich die haare schneiden zu lassen. denn dann muss (wegen dem arbeitgeberanteil der sozialabgaben) mindestens 900 euro mehr umsatz reingebracht werden. und wer zahlt mehr umsatz? der verbraucher.

    deswegen ist es sinnvoller und auch billiger, 11,30 auf der uhr zu haben und 12 zu geben, als von vornherein 15,30 auf dem taxameter zu haben…

    silvia

  27. Master62 sagt:

    Jaja!Mit dem Tip das ist schon so eine Sache.Habe gerade nach 12 Stunden die Kiste abgestellt,sollte aber ,da ich Festfahrer bin noch ca3Stunden weiterfahren.Wie siehts also mit den Arbeitszeiten wirklich aus?Rechtlich bin ich doch auf der sicheren Seite?.

  28. Torsten Bentrup sagt:

    15 Stunden ist schlicht illegal. Laut Arbeitszeitgesetz http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht... sind in der Regel nur Arbeitszeiten bis zu 8 Stunden plus Pausen zulässig. Ausnahmen gibt es bei “Abfeiermöglichkeit” oder im Rahmen von u.a. Betriebsvereinbarungen. Damit ist die fast übliche 2-Schicht-Auslastung in unserem Gewerbe wohl in den meisten Fällen zu erklären. Ich kenne da hauptsächlich das Modell “10 Stunden plus 2-mal eine Stunde Pause”. Da man als Taxifahrer leider selbst am Wochenende in 12 Stunden kaum auf 8 Stunden Fahrzeit kommt, finde ich diese Regelung auch absolut okay.

  29. Flora 36 sagt:

    Hallo Torsten. Ein echt sehr interessanter Blog. Erstmal Gratulation dazu. Da ich auch Taxifahrer bin, finde ich diese Texte sogar doppelt so amuesant. Gerade was die Thematik des Trinkgeldes angeht :-) Und ich muss sagen, du sprichst mir aus der Seele und genauso laeuft es sehr oft ab.

    Das Beste aber ist: Man ist schon so nett und laesst die Uhr nicht weiterlaufen weil der Fahrgast meint gerade noch irgendwelche Besorgungen zu machen (Doener, Bank etc.). Aber dann am Zielort einen wie ein Auto anschaut und wartet dass man ihm seine 10 Cent raus gibt. Du sagst es, Trinkgeld ist definitiv kein Muss und ich wuerde auch nie darauf bestehen immer etwa 10% zu bekommen. Aber ich bitte Euch: Bei einer Fahrt von 2,90 Euro kann man doch wenigstens einem 3 Euro in die Hand druecken?!

    Wenn ich daran denke das in der Nachtschicht 80% der Fahrgaeste auch noch einen ueblen Geruch im Auto hinterlassen, sollten diese Leute einen Aufschlag zahlen.

    Was noch super genial ist: Wenn Leute im Taxi ueber Auslaender/Asylanten ablaestern, obwohl auf meiner Fahrerkarte mein Name ganz fett gedruckt steht. Und nein, ich heisse nicht Schneider. ;-)

    LG
    Flora 36

  30. Daniel sagt:

    Hm, ich fahre gemischt Taxi/Bus und dabei zu selten Taxi, um eine allgemeine Aussage zu treffen – aber ein paar Cent TG geben die meisten Kunden, sofern es eine Fahrt ist, die bar bezahlt wird.

    Im Bus geben so 40-50% der Gruppen Trinkgeld, das dann aber in aller Regel deutlich höher ist als ein Taxi-Trinkgeld (typisch sind in unserer Gegend derzeit 5-10 Euro für einen zwei- bis dreistündigen Flughafentransfer, Tagesfahrten geben je nach Laune und Gruppengröße auch mal Trinkgelder, die sich den 50 Euro nähern – und dabei haben wir nur mittelgroße Busse mit 24 bis 35 Passagierplätzen).

    Was mir aber sowohl im Taxi als auch im Bus auffällt, ist, dass sich das Trinkgeld oft umgekehrt zum Aufwand verhält, den man für den Kunden betreibt. Will sagen, Fahrten, die einfach wie geplant durchgeführt werden, werfen gutes Trinkgeld ab, während oft die “könntest Du bitte noch dies, das und hier mal kurz”-Gruppen oder Gruppen, die einen mit dem Bus ein paar Stunden über die vereinbarte Zeit warten lassen, es überhaupt nicht für notwendig erachten, dem Fahrer irgendwas zu hinterlassen (den Haufen Müll im Bus mal ausgenommen ;) ). Oder auch im Taxi/Pkw, wo jede 08/15-Fahrt ein paar Cent gibt, aber ein Manager einer größeren Firma, der es von seinem Arbeitgeber bezahlt bekommt, dass ich ihn in seinem Dienstwagen eine halbe Stunde zu einem Restaurant chauffiere, dort fünf Stunden warte und dann wieder die ganzen dreißig Minuten zurück, noch nicht mal “danke” sagen kann.

    Torsten, ich stimme Dir absolut zu, dass man ein TG nie erwarten oder voraussetzen sollte – dennoch bin ich der Ansicht, dass es in mancher Situation angebrachter ist als in einer anderen. Bin ich selbst Kunde/Gast in einem Bereich, wo Trinkgelder nicht grundsätzlich verpönt bin, versuche ich mich ja auch, so zu verhalten.

  31. M-Punkt sagt:

    Einfachste Faustregel laut Knigge: 5-10% von Umsatz. Scheinen manche Leute trotzdem nicht zu verstehen.

    Ich kellnere und da hat man dann oft solche Flitzpfeifen, die den kompletten Tisch bezahlen, beispielsweise 82,70.
    Als Bedienung denkst du dir nur:
    “Hmm, wenn er den Knigge kennt würde er sagen: 90, stimmt so. Wenn er den Knigge nicht kennt, sagt er wenigstens hoffentlich 85.”
    Und was sagt der Gast: “83.” Wow, ganze 30cent Trinkgeld!!! Will der mich verarschen? Bin ich so eine schlechte Bedienung? NEIN!

    Bei uns in dder Branche ist es außerdem üblich, das man einen festen Betrag vom Umsatz abgibt an Küche/Tresen/Putzfrau, in dem Restaurant wo ich arbeite sind das 1%.
    Sprich: Wenn ich eine Rechnung von oben genanntem Betrag (82,70) kassiere, muss ich automatisch 82,7cent abgeben, egal wieviel Trinkgeld ich an dem Tisch gemacht habe!
    Sollte also jemand dann Tatsächlich 30Cent geben, muss ich von meinem anderen Trinkgeld noch draufzahlen!!!

  32. FIFA15-Coin.com sagt:

    You are so cute.

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