Linkisches

Puh, monatelang gab es nur ganz sporadisch mal einen Linktipp von Euch. Und die letzten Stunden rappelte es nur so im Maileingang. Zeit also für eine kommentierte Aufstellung!

“Ein Psychater auf Hausbesuch”

Sieht nach einer Printversion eines Taxiblogs aus. ;) Gut so! (Dank an Michael für den Hinweis und sueddeutsche.de für die Veröffentlichung.)

“Unsere größte Konkurrenz ist das Rote Kreuz”

Ein interessantes Interview mit Hans Meißner, ein legendärer “Taxi-Funktionär”, der im Alleingang in den letzten Jahrzehnten Münchens Taxibranche gerettet hat. So ähnlich sieht er sich zumindest. Aber natürlich hat er viel bewegt und erreicht und hat auch viel zu erzählen.

Bei den meisten Dingen gebe ich ihm durchaus auch recht. Das Beispiel in der Überschrift mit dem Roten Kreuz ist so eines. Was die “gemeinnützigen Organisation” an Personenbeförderung machen ist fast immer ausschließlich für sie selbst nützlich. Da könnte man mal einen eigenen Eintrag draus machen. (Dank an einen anderen Michael und stensund für den Hinweis und sz-magazin für die Veröffentlichung.)

“Neue Taktik gegen Angriffe im Taxi”

Naja, so neu sind die Taktiken sicher nicht. So ähnlich verfahre ich von Anfang an mit meinen “Problemfahrgästen” und bekomme da sicher mehr als 99% der Situationen in den Griff. Oft genug sogar so gut, daß man sich hinterher für die angenehme Fahrt bedankt.

Aber es kann sicher nicht schaden, sich nochmal die Hinweise durchzulesen. Und vor allem: Immer ruhig bleiben, viel erklären, auf machbare Wünsche eingehen. Sturheit ist in unserer Branche einfach fehl am Platze. (Dank an Christine für den Link und wz-newsline für die Veröffentlichung.)

“Das schnellste Taxi der Welt”

Ja. Jaaaaaaa! Jaaaaha! Cheffe, ich hätte da einen Wunsch für das nächste Taxi!

Ein Porsche Panamera als Taxamera! War leider nur eine dreitägige Aktion, alle Einnahmen wurden gespendet. In den Links dort gibt es übrigens noch andere aussergewöhnliche Taxen zu entdecken. (Dank an Ralle für den Link und motor-talk.de und autobild.de für die Veröffentlichung und tolle Aktion.)

“VW zeigt elektrischen Taxi-Kleinbus”

Ein wesentlich realistischeres Zukunftsszenario für unser Gewerbe zeigt VW momentan auf der Hannover Messe. Ich sag mal: In zehn Jahren werden Elektrofahrzeuge die Taxistände dominieren. Die Infrastruktur wäre sehr einfach zu installieren, die Strecken sind Stromkompatibel, die Technik existiert und ist Praxistauglich. Ich fänd es gut! (Dank an Carsten für den Link und sueddeutsche.de für die Veröffentlichung.)

17 Antworten zu “Linkisches”

  1. jemand sagt:

    Wie wäre es eigentlich, wenn man dem Taxi eine Art Plexiglaskabine, die ihn vom Passagierraum abtrennt, einbaut? So dass niemand mehr den Fahrer während der Fahrt erreichen kann. Oder ist das eine zu große Barriere für Kommunikation etc.?

  2. Tiffy sagt:

    Im Forum unter dem Taxamera-Video sprechen sie von einem Cayenne-Taxi in Regensburg. Darf man dann als Fahrgast auch Offroad-Fahrten verlangen. Und muss der Taxifahrer auch mit einem Geländewagen immer die kürzeste Strecke nehmen?!

    Der “Franz Josef Strauß unter den Taxifahrern” spricht davon, dass das gute alte Schwarz ist erst 1961 vorgeschrieben worden ist. Ich dachte, das wäre immer schon so gewesen. Jedes Mal wenn ich in Niedersachsen bin, finde ich übrigens, es passt besonders gut zu den Farben des Taxischildes.

  3. Torsten Bentrup sagt:

    @jemand: Die sogenannte Schwedenhaube, gab es alles schon einmal…

    “Nach einer Anhäufung von Gewalttaten gegen Taxifahrer und einer Zunahme von Taxifahrermorden erließ das Bundesverkehrsministerium unter Verkehrsminister Georg Leber (SPD) am 6. Januar 1966 die so genannte Trennwandverordnung. 1967 trat diese in Kraft und alle Taxis mussten bis zum 1. Januar 1968 mit einer kugelsicheren Trennwand, die im oberen Teil aus Panzerglas war, ausgerüstet werden. Die Luxusausführung war elektrisch versenkbar. Aus dieser Zeit stammt auch die Vorschrift, dass Taxis eine Alarmanlage haben müssen. Durch die Panzerglasscheibe wurden aber sowohl der Fahrerraum, als auch der Fahrgastraum räumlich sehr eingeschränkt. Große Fahrer konnten ihre Sitze nicht weit genug nach hinten schieben und im Sommer gab es zudem klimatische Probleme. Außerdem litt unter der Trennscheibe die Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrgast. Aus diesem Grund beschwerten sich die Taxifahrer heftig. 1969 wurde deshalb die Trennscheibenverordnung wieder aufgehoben. Manche Fahrzeuge waren bis dahin noch nicht umgerüstet. Alle anderen Unternehmen bauten die bis zu 2.000 DM teuren Konstruktionen relativ schnell wieder aus, da deren hohes Gewicht einen erhöhten Kraftstoffverbrauch zur Folge hatte.”

    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Taxi#Gesetzliche... )

    @Tiffy: Der Gedanke mit der kürzesten Strecke ist süß. Aber ich vermute mal, daß sich der Gesetzgeber da schon auf befestigte Straßen beziehen wollte.

    Zur Einführung der schwarzen Taxifarbe weiß ich leider auch nichts. Auf jeden Fall war sie wohl durchaus auch vor 1961 üblich, aber wohl nicht vorgeschreiben.

    Ich mag Hellelfenbein!

  4. Simon sagt:

    Das mit dem Roten Kreuz würde mich interessieren.
    Bei uns gibt es, neben den privaten Anbietern, die Johanniter, die sogenanntes “Medizinisches Transport Management” anbieten, also Liegendtaxis oder korrekt “unqualifizierter Krankentransport”.
    Die Stellen aus mehreren Gründen, zumindest bei uns, keine Konkurrenz zum “normalen” Taxi da.
    Der Hauptgrund: Die Dinger sind als Liegendtransporter gedacht. Wer zum Friseur will kann in der Regel laufen und lässt sich dann nicht so fahren weil der Komfort nicht so irre hoch ist.
    Dazu kommt, dass die Kosten ein ganzen Stücken höher sind. Alleine für den Grundbetrag kann ich mit dem Taxi quer durch die Stadt fahren.
    Die Preise, die die Unternehmen für verordnete Transporte nehmen dürfen, werden übrigends mit den Krakenkassen verhandelt bzw von diesen festgesetzt.

  5. Torsten Bentrup sagt:

    @Simon: Genau das ist das Ding, mir geht es hauptsächlich um die Selbstzahler (z.B. Rollifahrer bei privaten Fahrten). Einerseits wird dort mit Zivis eine ganz normale Transportdienstleistung erbracht, die lediglich der Gewinnmaximierung dient (nichts mit Gemeinnützig und so). Andererseits sind die Preise für Selbstzahler so exorbitant hoch, daß man durchaus den Verdacht “Wucher” in den Raum stellen kann.

    Ich finde, daß bei eindeutig kommerziell ausgerichteten Diensten kein staatlich gesponsortes “gemeinnütziges Unternehmen” die Zulassung bekommen sollte. Steuervorteile, günstige Zivis und die Ausnutzung der Unwissenheit vieler ihrer Kunden. Find ich ätzend, aber wie im Artikel beschrieben ärgert sich jeder nur hinter vorgehaltener Hand darüber. Keiner traut sich dran.

  6. Torsten Bentrup sagt:

    Nachtrag: Hierzulande sind diese Organisationen hauptsächlich mit Rollstuhltransportfahrzeugen im Einsatz. Liegendtransporte sind eher die Ausnahme (auch da gibt es allerdings private Unternehmen, die unter schlechteren finanziellen Bedingungen die gleiche Dienstleistung anbieten).

  7. Kampfschmuser sagt:

    Mich würde das Thema DRK und Co. und die genaue Beleuchtung deren Dienste auch interessieren. Sowas sieht auf den ersten Blick aus wie eine fiese Wettbewerbsverzerrung.

  8. Alf sagt:

    Ich bin auch für die Einführung von Offroad Taxen! So macht das Taxifahren gleich für den Passagier und den Fahrer viel mehr spaß und man muss auch nicht mit ansehen wie das Taxometer an Ampeln schön weiter ins unermessliche steigt xD

  9. justinterest sagt:

    zu “Taktik gegen Angriffe”

    Auf die meisten Tipps war ich schon selber gekommen (o.k., ins Lenkrad hat mir noch keiner zu greifen versucht, aber das mag daran liegen, dass Betrunkene wohl ohnehin auf eine Fahrerin anders reagieren als auf einen Mann hinterm Steuer)

    Aber ansonsten: der Kunde hat recht, im Zweifel den Erklärbär machen, was geht und was halt nicht (“Sorry, aber so hoch wird ihr Fahrpreis leider nicht, dass ich meinen Beruf aufs Spiel setzen kann.”). Und wenn der Kunde einen Umweg gefahren werden will, hat er erst recht recht *grins*

    Mir will ohnehin scheinen, bei uns in der Provinz sind die Kunden irgendwie braver als woanders, wenn ich die Beiträge der Kollegen hier so lese…

  10. Ralf E sagt:

    Dieses Taxi hier dürfte noch ein wenig schneller sein:
    http://www.nextconceptcars.com/worldwide-news...

  11. Simon sagt:

    @Torsten:
    Aber wenn die Preise für Selbstzahler so extrem hoch sind, dass man von Wucher sprechen kann, was hindert deinen Chef dann da dran, ein entsprechend speziell ausgestattetes Fahrzeug zu kaufen und die Leistung zu einem günstigeren Preis anzubieten? Ich denke, das würde dankbar angenommen werden.
    Oder gibts da bei euch eine spezielle Konzession oder andere Auflagen, die da dem Kreuz von staatlicher Seite ein Monopol einräumen würden?

    Dass das Kreuz günstige Zivis dafür einsetzen darf ist natürlich Wettbewerbsverzerrend. Andererseits ist es für den Laden (genau wie für die anderen Hilfsorganisationen mit den MTM und auch Rettungsdienstaufträgen) eine dringend benötigte Einnahmequelle, mit der dann entsprechend die karitativen aber kostenintensiven Einrichtungen querfinanziert werden. Das trägt sich nämlich schon lange nicht mehr durch Spenden.

  12. Tiffy sagt:

    “eine dringend benötigte Einnahmequelle, mit der dann entsprechend die karitativen aber kostenintensiven Einrichtungen querfinanziert werden.”

    Da sind bestimmt die gigantischen vielen Verwaltungsmenschen gemeint, deren Büroschlaf mit der kostenlosen Arbeit der ehrenamtlichen Mitglieder allein nicht finanziert werden kann. Ich möchte die Bilanzen von Caritas & Co. gar nicht erst sehen, die sind sicher abenteuerlicher als ich es mir überhaupt vorstellen kann. Aber da besteht sowieso kein Anlass zur Sorge: die Finanzen bekommt sowieso niemand gezeigt.

  13. alltagimrettung sagt:

    Ich möchte gerade mal ein bisschen Licht in das Dunkel “Konkurrenz Rotes Kreuz” bringen.

    Jedes Unternehmen, egal ob Rotes Kreuz, Johanniter, ASB oder privates Unternehmen ist auf Geld angewiesen. Dieses Geld lässt sich beschränkt durch den Rettungsdienst verdienen. Deswegen bieten viele dieser Organisationen noch andere Dienste wie nicht qualifizierten Krankentransport, Essen auf Rädern, ambulante Pflege, Hausnotruf und den qualifizierten Krankentransport an. Alle Firmen die nicht Börsen notiert sind, dürfen auch Zivis oder FSJ Kräfte einsetzen. Meines Erachtens können teilweise nur mit diesen Kräften diese Angebote überhaupt angeboten werden. Wenn man teilweise erfährt, zu welchen Preisen diese Anbieter die Leistung anbieten, wundert mich langsam nichts mehr.

    Und die Zeiten, das Hilfsorganisationen im Zeichen der Menschlichkeit irgendwas tun, die sind schon lange vorbei.

  14. Kampfschmuser sagt:

    Und die Zeiten, das Hilfsorganisationen im Zeichen der Menschlichkeit irgendwas tun, die sind schon lange vorbei.

    Und da frage ich mich warum. Ist es die Gier?

  15. Simon sagt:

    Und da frage ich mich warum. Ist es die Gier?

    Ich glaube man kann sich Menschlichkeit, auch als Hilfsorganisation, einfach kaum noch leisten. Die Zeiten, als das Kreuz in ganzen Regionen den Rettungsdienst ohne große Diskussionen stellte “weil es halt so ist, basta” und dabei die Preise mehr oder weniger selbst festlegen konnte sind vorbei.
    Heute werden Rettungsdienstbeauftragungen europaweit ausgeschrieben. Da kann es sich in vielen Regionen der “soziale” Anbieter nicht mehr leisten, auch halbwegs sozial nach Tarifvertrag zu bezahlen. Versucht er es, geht er pleite oder scheitert mit seinen Preisen bei der Ausschreibung. Er hat also die Wahl: Lohndumping mitmachen oder aussteigen aus dem Geschäft.

    In vielen anderen Bereichen ist es ähnlich. Die Krankenkassen und anderen Träger drücken bei den unqualifizierten Transporten und Behindertenfahrdiensten die Kosten gnadenlos. Denen ist es total egal unter welchen Bedingungen das Personal arbeitet und in welchem Zustand die Fahrzeuge sind. Hauptsache die Leistung wird genauso erbracht, wie es grade nötig ist und das möglichst günstig.

  16. alltagimrettung sagt:

    @Kampfschmuser

    Gier oder auch wie Siomon es geschrieben hat. Der Kostendruck gerade im Rettungsdienst ist enorm, sei es weil es weniger Geld von den Krankenkassen gibt, und weil jeder etwas vom Kuchen haben möchte. Da tun sich alle großen Hilfsorganisationen nichts mehr. Und die Personalkosten ist der größte Posten überhaupt. Gehälter zwischen 900 und 1300 Euro sind inzwischen normal.

  17. nc sagt:

    wenn dieser *** wenigstens korrekt klugscheissen wuerde, aber der is’ ja einfach nur peinlich (also wie fast immer):

    — Zitat —
    Warum sind die Taxis in Deutschland überwiegend beige?
    Die sind nicht beige, die sind elfenbeinfarben.
    — Ende Zitat —

    Herr Meissner, die korrekte Bezeichnung der Farbe (nachzulesen u.a. in der BOKraft, die Sie sicher kennen) lautet HELLelfenbein – elfenbein ist dagegen die Farbe, die damals zB. Krankenwagen hatten – schoener Faupax, wuerde ich sagen ;)

    Zum Thema Rotkreuz&Co muss ich leider zustimmen :)

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