wg. Bahnhof

Wer schon ins Westfalenblatt geschaut hat, kennt die Problematik. Der Taxistand am Bahnhof soll weichen, 50 Meter stadtauswärts aufs Gelände des Busbahnhofs.

Eigentlich kein großes Drama. Bisher gehörte Paderborns Bahnhof (zumindest äusserlich) zu den übelsten Bahnhöfen Deutschlands, mindestens Top 10. Die Standplatzverlegung soll im Rahmen einer Umgestaltung vonstatten gehen, das wäre ja schonmal ein guter Zweck.

Es sollte halt bloß möglich sein, vom neuen Standort den Bahnhofseingang zu sehen und auch von dort gesehen zu werden.

Jetzt gibt es aber in Paderborn rund 15 Taxiunternehmen, die sich am Bahnhof bereithalten dürfen. Einige sind dort seltener, die haben ein stabiles Stammkundennetz und genügend telefonische Bestellungen. Und dann gibt es Firmen, die fast nur am Bahnhof stehen.

Letztere wittern eine Verschlechterung der Umsätze und sind jetzt an die Presse gegangen. Kann ich nicht so recht nachvollziehen, wer ein Taxi benötigt wird wegen 50 Metern nicht zum Fußgänger oder Busfahrer. Aber ich bin eh kein typischer Bahnhofsteher.

Auf die Beschwerden reagierte der Verantwortliche der Stadt Paderborn sinngemäß mit:

“Was regt Ihr Euch so auf, wir haben das doch alles mit $GroßesTaxiunternehmen durchgesprochen!”

Nun ist dieses Unternehmen nicht ohne Grund so groß, die haben auch einfach einen guten Kundenstamm und sind somit auf den Bahnhof kaum angewiesen. Und ausgerechnet dieses Unternehmen wird als Einziges von 15 Unternehmen befragt?

Was für eine dämliche Arroganz.

14 Antworten zu “wg. Bahnhof”

  1. Michael sagt:

    Da hilft nur eine Unterschriftensammlung mit dem Ziel, einen kundenorientierten Taxiplatz einzurichten.
    50 m ist zu weit weg, wer schleppt denn die Koffer so weit, und Spontankunden fallen teilweise auch weg.
    Das sind die, die im Supermarkt an der Kasse Schokoriegel mitnehmen.
    Da hat sich bestimmt ein Architekt verewigt, es wird schwer….

    Viele Erfolg
    Michael

  2. Stefan sagt:

    Nun, in meiner alten Heimat war es so, dass bei solchen Maßnahmen immer nur die Unternehemen berücksichtigt wurden, deren Chefs in der richtigen Partei sind …
    Ist hier vielleicht auch der Fall.

  3. Guggug sagt:

    @Stefan

    in Paderborn in jedem FALL!!!!!!
    Vllt kennt/kannte ja noch jemand das HappyHours neben dem deutschen Haus. Super Laden, nur leider keine Lobby.. musste wegen einer älteren Anwohnerin bzgl. Ruhestörung dichtgemacht werden. Deutsche Haus ( selbe entfernung zur älteren Dame ) hat nie irgendwelche Auflagen bekommen, weil es einfach eine Lobby hat, die in den richtigen Ämtern sitzt.

    Die übliche Hinterzimmerpolitik der hier vorherschenden Partei…

  4. Hugelgupf sagt:

    CDU nech…

    Btw, ich glaub ich hab Torsten am Sonntag Abend (~18:35) sogar am Bahnhof gesehen… haben polnische Austauschschüler abgeholt.

  5. Doc Cooper sagt:

    Hallo in Deutschland! Alles eine Frage des Freundeskreises!

  6. Forscherin sagt:

    Oh Gott. Nie wieder wähle ich SPD.

  7. medic sagt:

    @Guggug
    ist nicht ganz richtig. Ne ältere Dame wars nicht, sondern ein junges Ehepaar mit kleinem Kind, direkt neben dem Happy Hours. Von dieser Wohnung zum Deutschen Haus ist es auch etwas weiter. Dort ist das ehemalige Cafe Klatsch, später so nen HotDog Laden und jetzt wieder ein Cafe. Das Happy Hours hatte leider sehr schlecht gedämmte Wände und genau neben dem großen Raum liegt das Kinderzimmer dieser Familie. Weiß das zufällig aus erster Hand, da diese Familie meine Bekannten sind, was nicht heißen soll, das ich so wie sie gehandelt hätte. War immer gern im Happy Hours. Zumindest zum Vorglühen! :) Auf jeden Fall hatte das nichts mit Lobby zu tun. Das Deutsche Haus gibt es auch schon ewig in Paderborn, vor dem Happy Hours war dort ne sehr ruhige Kneipe, nämlich die Brasserie Floh.
    Trotzdem ist es in Paderborn nicht schlecht, gute Bekannte in der Stadtverwaltung zu haben. Bestes Beispiel wäre hier die Vergabe von Ständen auf Libori/Herbstlibori/usw. Standvergabe heißt hier für die meisten Gaststätten nämlich Gewinnverdopplung.

  8. Stefan B. sagt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Paderborn#Politi...

    Wobei ich dieses Verhalten jetzt ehrlich gesagt nicht arrogant, sondern allzu menschlich finde… oder ist vielleicht arroganz = menschlich?

  9. Lorelei sagt:

    Hm, ich bin ständig am Paderborner Bahnhof. Ich werde eigentlich immer von meinem Schatz abgeholt und muss daher eh nicht über Taxi nachdenken.
    Aber wenn ich nicht abgeholt werde, geh ich zur Bushaltestelle. Die ist direkt gegenüber vom Bahnhof und weiter als bis dahin möchte ich mit schweren Koffern nicht gehen (und ich bin ne Frau, mein Gepäck ist immer schwer).
    Solange ein Taxi nicht unmittelbar vor meiner Nase steht, würd ich eh nicht von allein auf die Idee kommen, dass ich ja ein Taxi nehmen könnte. Ich fahr nunmal nie Taxi, da denkt man dann auch einfach nicht so schnell dran, dass das ja theoretisch auch eine Option ist. Zumal Busfahren deutlich billiger ist, für mich sogar kostenlos.

    Aber unabhängig davon kann ichs sogar verstehen, wenn man die Sache mit dem größten und nicht mit dem kleinsten und unbedeutensten Taxi-Unternehmen durchspricht. Es gibt einfach Punkte, über die man sich nicht groß Gedanken macht und wenn man kein Taxifahrer ist, weiß man doch z.B. nicht, dass das größte Unternehmen den Standort Bahnhof nicht nötig hat. Spricht man dann mit denen und alles scheint wunderbar klar zu gehen, dann find ichs auch verständlich, dass das damit dann erledigt ist. Ich würd doch auch annehmen, dass die anderen Taxi-Unternehmen die gleiche Situation und somit die gleiche Meinung hätten.

  10. Lorelei sagt:

    Nachtrag:
    Ach ja und der Paderborner Bahnhof mag hässlich sein, aber ganz ehrlich – in die Top 10 schafft er es noch lange nicht!

  11. Numanoid sagt:

    Wer einen Teich trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen ;)

  12. Tinchen sagt:

    @Forscherin

    Wen wählst du denn? Doch wohl nicht die Partei, mit dem großen C? Die nennen sich christilich, dabei kann ich davon in dieser Partei nichts wieder finden. Leider haben die in pb die Vorherrschaft. Kein Wunder, fast jeder Paderborner ist drin. Schicken sogar ihre Kinder zur JU. Wundert mich gar nicht, dass die nur ein Taxiunternehmen fragen. Von denen bin ich mehr als enttäuscht, sowohl auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Das beste Beispiel sind die Studiengebühren! Ist es christlich nur den begüteteren Studenten ein Schuldenfreies Studium zu ermöglichen? Aber das ist eine andere Diskussion. . .

  13. Torsten Bentrup sagt:

    @Hugelgupf: Gut möglich, Sonntags ist bei mir immer “Bahntag”. Der einzige Tag, an dem es der beste Stand ist.

    @Stefan B. & Lorelei: Bei 15 konkurrierenden Unternehmen in Paderborn finde ich es schon sehr arrogant, wenn man nur ein Unternehmen befragt. Ja, politische Freundschaften sind hier sehr nützlich…

  14. Roland sagt:

    Daß Verwaltungen zu dämlich und zu faul sind, sich mit mehr als einer Informationsquelle zu befassen, ist parteiunabhängig und bundesland-unabhängig. Ist halt schön einfach, man muß nicht mit widersprüchlichen Meinungen rechnen oder unterschiedliche Situationen berücksichtigen. Aus meiner eigenen Zeit in der Kommunalpolitik weiß ich, daß man da hellhörig werden musste, wenn es irgendwie hieß, man habe die oder die Gruppe gefragt. Das war dann, wenn es z.B. um Senioren ging, die Vorsitzende eines einzelnen Seniorenclubs, die wahrscheinlich nicht mal ihre Mitglieder fragte, und in Bayern gilt halt sowieso: wer nicht in einem Verein organisiert ist, ist uninteressant.

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