Original und Fälschung
In den letzten Jahren hab ich häufiger mal einen der Czernoch-Fahrer nach Visitenkarten gefragt. Wenn ich schon für deren Zentrale fahre, kann ich ja auch Werbung verteilen, kommt mir ja auch zugute.
Es war nicht möglich, keiner hat welche rausgerückt. Entweder hatten sie selbst keine oder zuwenig, um welche abzugeben. Im Laufe der Jahre wurde mir klar: Die Visitenkarten müssen mindestens aus Gold bestehen.
Als ich dann gewechselt habe, bekam ich endlich ein paar Exemplare in die Hand. Und meine Vermutung war nicht ganz falsch. Die Originalkarten sind tatsächlich ziemlich hochwertig und aus dickem Kunststoff. Sowas ist nicht ganz billig und sollte dann auch mit etwas Bedacht “gestreut” werden.
Und deshalb hab ich auch sofort zugesagt, als einer meiner Kollegen nachfragte, ob ich nicht ein “paar Billigkarten” haben wolle:
Okay, der Nachbau hat ein paar kleinere Fehler…
Einen W124-Daimler fahre ich ja nicht mehr. Andererseits hat das W210er-Modell auf den offiziellen Karten auch langsam Seltenheitswert in unserem Fuhrpark. Die letzten drei Exemplare werden wohl die nächsten Monate ausgemustert.
Was ich heute wohl nicht mehr machen würde ist die eigene Handynummer. Einerseits ist es ganz praktisch, allein schon für unsere netten Briten. Es ist schlicht unmöglich, denen ein “Frag einfach nach Torsten!” beizubringen. Mein Name ist einfach zu unbritisch…
Dazu gibt es auch ein paar Leute, die aus irgendwelchen Gründen nicht mit unserer Zentrale, aber sehr wohl mit mir fahren wollen. Ohne direkte Durchwahl fahren sie lieber mit der Konkurrenz.
Aber für die paar Fälle hätte ich die Nummer auch von Hand schreiben können. Also, nächstes Mal nicht mehr.
Inzwischen nehme ich einfach unbekannte Anrufer ausserhalb meiner Dienstzeiten nicht mehr an, hoch lebe die Stummschaltung! Es steht ja immer noch und deutlich größer die Rund-um-die-Uhr-Nummer der Zentrale drauf.
Liest hier eigentlich schon irgendjemand mit, der zufällig die Webadresse auf der Visitenkarte entdeckt hat?

25. November 2008 um 08:52 Andi(Quote)
Wie wäre es einfach mit einen Billig-Prepaid-Handy extra für die Taxi-Schichten. Da kann anrufen wer will und die private Handy-Nr. bleibt das, was sie auch sein sollte.
25. November 2008 um 08:56 Torsten Bentrup(Quote)
Wenns schlimmer wird, ist das durchaus eine Option. Noch hält es sich in Grenzen.
25. November 2008 um 09:45 Badratgeber(Quote)
Warum sind die Visitenkarten so hochwertig wenn sie ja dann doch niemand erhält weil sie zu wertvoll sind?^^ Also ich meine ich wär auch voll und ganz mit deiner Fälschung zufrieden da steht zugar mehr drauf … ob sie nun stabiler das ist auch egal da ich sie ja eh nich einfach nur so in die hosentasche stecken würde.
25. November 2008 um 15:37 Gucky(Quote)
Ich finde das auch lustig, Visitenkarten die ja der Werbung dienen sollen, nicht massenhaft rauszugeben…
25. November 2008 um 17:42 VW(Quote)
Moin Torsten,
> Liest hier eigentlich schon irgendjemand mit, der zufällig die Webadresse auf der Visitenkarte entdeckt hat?
zufällig jedenfalls nicht,aber, da du es gesagt hast, musste ich natürlich mal drauf los suchen … Klasse
Aber hatten wir das Thema Werbung für das Blog im Taxi nicht schonmal? Was war da noch bei rausgekommen?
Grüße aus dem Norden,
VW
25. November 2008 um 19:31 Tiffy(Quote)
Und für Kunden, die über 100mal mit dem Unternehmen gefahren sind, gibt es dann die Visitenkarte mit Blattgoldauflage. (Wieviel Platinkarten wohl schon im Umlauf sind?)
25. November 2008 um 19:42 chris(Quote)
hast du schohn mal an ein prepaid billig dienst handy gedacht?
25. November 2008 um 21:29 Forscherin(Quote)
Iiih die Überschrift vom “Fake” sieht ja böse aus. Das z bei Czernoch geht mal gar nicht. Ansonsten passts aber.
Und zum Handy sind mir schon zwei zuvorgekommen. Prepaidkarten sind heutzutage wie Sand am Meer zu bekommen. Und abgeschaltet werden die Nummern auch erst nach Jahren. Alternativ eben einfach Klarmobil nehmen, das läuft theoretisch ewig ohne jede Kosten.
26. November 2008 um 12:58 gerd(Quote)
stimme andi zu!
26. November 2008 um 15:42 ednong(Quote)
Ja, das “Czernoch” sollte schon richtig stehen – also in der richtigen Schrift. Ist ja schließlich die Marke.
26. November 2008 um 17:16 Witzelchen(Quote)
Wieivele rufen dich denn ca. “ungewollt” an? Wär mir ehrlich zu blöd wo anzurufen, wenn ich doch gar kein Taxi brauch
27. November 2008 um 14:19 Charlie(Quote)
Hm … wieso hat das Auto auf der oberen Karte das Lenkrad eigentlich auf der rechten Seite? Ist das eine “kleine Verbeugung” vor Euren Briten?
28. November 2008 um 17:33 Torsten Bentrup(Quote)
@Badradgeber: Die Originale haben auch noch einen Kalender auf der Rückseite und eignen sich prima zum Eiskratzen. Ein gewisser Zusatznutzen ist also durchaus gegeben-
@Gucky: Das ist wohl auch historisch begründbar. Inzwischen in der dritten Generation hat man immer gut mit der Geschäftslage leben können. Es gab da wenig Ehrgeiz, jetzt partout noch mehr Geld zu verdienen, der Laden lief einfach rund und hat die Familie und die Fahrer gut ernährt. Sehr entspannt halt. Dazu eine geniale Nummer, die in vielen Familien schon an die Nachkommen weitergeflüstert wurde. Wofür also groß Aufwand in Werbung stecken?
Finde ich persönlich eine sehr angenehme Einstellung. Ich kenne zuviele Unternehmer, die immer versuchen, das Maximum rauszuholen, meist auf dem Rücken der Angestellten.
@VW: Ein Firmenwechsel und ständig wechselnde Dienstwagen, da kann ich momentan mit festen Aufklebern nicht viel machen…
@ednong: Die Marke ist eigentlich eher die Telefonnummer…
@Witzelchen: Ungewollt bisher noch keiner.
@Charlie: Wie geil, ist mir noch nicht aufgefallen. Aber Deine Erklärung hat Charme, ist für uns in der Nachtschicht die Hauptzielgruppe.
16. Januar 2010 um 02:21 Alen(Quote)
Die Fälschung sieht ja ekelhaft aus. Erkennt man doch gleich.