Abgefuckt

Es gibt so Momente, da hab ich mit “unseren Soldaten” echtes Mitgefühl. Zumindest mit den Netten…

Die werden einfach in ein fremdes Land geschickt (und ich meine da im Moment Deutschland und nicht Irak oder Afghanistan) und sind manchmal ganz schön hilflos.

Für die ganz neuen Kasernenbewohner sind wir Taxifahrer oft die erste Anlaufstation: Wo kann man was trinken (und wird nicht aufgrund seines Berufs und seiner Nationalität gleich wieder rausgejagt), wo kann man gut essen und wo kauft man ein?

Und manchmal gibt es auch andere Bedürfnisse bei jungen Singles…

Es ist schon einige Monate her, ich kenne die Geschichte auch nur über Dritte und weiß leider nicht, wer sich die Aktion geleistet hat.

Jedenfalls stieg dieser Soldat ein und wollte zum örtlichen “Eros-Paradies”. Der Taxifahrer war leider nicht ganz so hilfsbereit, sondern hat dem Fahrgast eine wilde Geschichte erzählt.

Es gäbe da eine Kooperation zwischen den Taxifahrern und den Huren, so aus Sicherheitsgründen. Jeder Besucher bezahlt seine Nummer schon im Taxi, bekommt dafür eine Quittung und kann die dann bei ein Mädels gegen die gewünschte Dienstleistung eintauschen.

Ich muß nicht erklären, daß davon kein Wort wahr war, oder? Aber wenn das Gehirn mangels ausreichender Durchblutung nicht mehr so schnell mitdenkt und man auch noch ein bischen naiv ist (und sowieso nicht so recht weiß, was im fremden Land alles so anders geregelt wird), kann man da schonmal ins Grübeln kommen.

Besagter Soldat ließ sich jedenfalls bequatschen und hat tatsächlich zum Taxipreis die geforderten 50 Euro bezahlt. Die “Quittung” in der Hand stand er dann vor der Tür des “Eros” und sah den seeeehr rasch verschwindenden Rücklichtern des Taxis nach.

Schon eine ziemlich arschige Tour von dem Kollegen, keine Frage. Andererseits gehören zum Betrug auch immer zwei: Ein Betrüger und einer, der sich betrügen lässt. Ich weiß das nur zu gut, in letzter Zeit bin ich leider auch ein paarmal übertölpelt worden.

Interessieren würde mich ja, wie er mit seinem Anliegen bei den Mädels im Eros angekommen ist…

“Ja hallo erstmal, ich hab da so einen Gutschein, bezahlt hab ich schon beim Taxifahrer. Also mach Dich nackig!”

PS: Miese Taxifahrer haben übrigens immer ein paar Blankoquittungen der Konkurrenz in der Tasche. Fragt lieber nicht…

25 Antworten zu “Abgefuckt”

  1. Anke W. sagt:

    hoffentlich hat er den angezeigt. Wenn auch erstmal gegen unbekannt.

  2. Bobo sagt:

    ja ich kenn mich ja im Taxigewerbe gar nicht uas, aber wie kommt man bitteschön an Blankoquittungen der Mitbewerber? Ich hab schon ein Auge auf meinen Quittungsblock, bzw. auf den Stempel. Muss ich mir das so vorstellen, dass die arglos bei Euch im Taxi liegen und man sich beim Kollegen dann einfach so bedient?

  3. Torsten Bentrup sagt:

    @Anke W.: Ich kenne die Geschichte ja leider nur aus der Fahrerperspektive und über drei Ecken. Wie das Opfer jetzt weiter vorgegangen ist, weiß ich nicht.

    @Bobo: Und ich sag noch: “Fragt nicht!”…

    Eine Möglichkeit wäre eine Zusammenkunft aller mieser Fahrer, bei dem reihum getauscht wird.

    Ich hab übrigens tatsächlich mal ein paar Blanko-Blätter der Konkurrenz auf dem Parkplatz unserer Stammtankstelle gefunden (und natürlich nie mißbräuchlich verwendet).

  4. chilibean sagt:

    Was für ein Arschloch.

  5. Torky sagt:

    blöde Frage – was kann man damit jetzt so böses anstellen? Im konkreten Falle jetzt dachte ich daran dass er dem ne andere Quittung gibt, damit er den Täter dann bei der Konkurrenz vermutet. Aber ansonsten?

  6. G30RG sagt:

    Finde ich ja ziemlich heftig von dem Taxifahrer… ich meine einen Fahrgast der evtl. bald wieder sein Fahrgast sein könnte so hinters Ohr zu hauen ist echt riskant…..nungut muss er ja wissen aber ich hätts an seiner stelle nicht gemacht, man weiß ja nie wie diese britischen Soldaten auf diesen “spaß” reagieren. Ich mein wär er stehen geblieben und hätt ihm die 50€ wieder gegeben nachdem er aus dem Bordell wieder rauskam kein Problem…. ;-)

  7. Maik sagt:

    Nun ja, bei einen, der sich so übers Ohr hauen lässt, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

  8. Daniel sagt:

    Was kann ein Taxifahrer mit Blankoquittungen anstellen? *amkopfkratz*

  9. Fincut sagt:

    Wenn man sich Deine sonstigen Geschichten mit den königlichen Soldaten ansieht,sollte man eigentlich annehmen, dass Du Dich vor Freude totgelacht hast, als Du die Stoy gehört hast :D :D Ich finde es großartig!

  10. Nik sagt:

    Als juristisch interessierter Laie kommt mir beim Ausstellungen falscher Quittungen der häßliche Ausdruck “Urkundenfälschung” in den Kopf. Also kein Dummerjungenstreich mehr. Ob sowas den Ärger wert ist?

  11. Bobo sagt:

    naja mir kommt da auch noch der hässliche Begriff “Betrug” in den Kopf – aber Jurist bin ich auch nicht

  12. Ladenblogger sagt:

    klasse überschrift! ^^

    aber die sache an sich.. unglaublich krass. :/
    wobei die idee an sich ja eigentlich nich übel wäre. wegen der sicherheit.

  13. topas sagt:

    und gerade als Taxifahrer in der Region wäre ich da vorsichtiger, was so eine Aktion angeht… Nur mal unterstellt, derjenige erwischt nochmal den Fahrer bei einer Fahrt (man sieht sich im Leben bekanntlich zweimal), oder konnte seinen Freunden in der Kaserne, die öfters in Taxen gefahren werden, den Fahrer gut beschreiben… ich würde die Grenzen des Zusammengehörigkeitsgefühl der Soldaten nicht unbedingt austesten wollen – ich denke mal drei Briten können denjenigen Taxifahrer sicher überzeugen, die 50EUR plus Trinkgeld wieder rauszurücken (zumal der Fahrer auch sicher nicht zur Polizei gehen wird – die Worte Urkundenfälschung und Betrug sind ja bereits gefallen).

  14. tomasz sagt:

    boah, was für eine miese sau! dem driver gehört die lizenz entzogen. übrigens: ich mag die briten! sind nämlich wie wir. verhalten sich auch im ausland wie wir. und deshalb, vermutlich, mögen die meisten sie nicht.

    mal im ernst: ist doch ein und die selbe kultur! sehe da kaum unterschiede. okay, nüchtern sind die briten höflicher.

  15. krisz sagt:

    Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der leichtgläubige Soldat wieder auf diesen Taxifahrer trifft, und ihn wiedererkennt? Wenn dieser dann auch noch in Begleitung ist und ordentlich getankt hat, würde ich nicht gerne in der Haut des Taxifahrers stecken. Vor allem nach deinen Berichten über manche dieser Soldaten.

  16. FaaB sagt:

    Ich denke, dass der Soldat da trotzdem gute Karten hat, den Schuldigen Taxifahrer zu finden, oder?

    Eure Zentralen “speichern” doch, wann welcher Fahrer von wo nach wo gefahren ist, oder?

    Er kann ja dann einfach Anzeige erstatten und die Polizei klappert die Taxiunternehmen ab und finden so den schuldigen

  17. Anke W. sagt:

    @FaaB: wenn die Fahrt bestellt war, sollte das gehen. Aber wenn er das Taxi rangewunken hat, könnte es schwierig werden.

    Bei der Mietwagenfirma wo ich zu Studienzeiten öfter mit gefahren bin mussten die Fahrer nen Fahrtenbuch führen. Bei denen gab es aber auch nur Zentralfahrten, die durften niemanden aus Eigeninitiative mitnehmen.

  18. Mushroom sagt:

    Mein Mitgefühl mit den Soldaten die “einfach so” in ein fremdes Land geschickt werden hält sich in Grenzen. Erstens verpflichten die sich freiwillig, die wissen, was auf die zukommt. Und zum zweiten gehen viele Soldaten freiwillig ins Ausland (vielleicht nicht unbedingt freiwillig in den Krieg, aber wenn man bei den Briten oder Amerikanern Soldat wird kann man zumindest recht sicher damit rechnen, dass man früher oder später kämpfen muss; Ganz im Gegensatz zur Bundeswehr). Die bekommen richtig viel Kohle für den Auslandseinsatz, die Aufschläge auf den normalen Sold sind enorm. Und mal ganz ehrlich: Für ausländische Soldaten ist Deutschland doch super. Auslandsaufschläge für’s Eier schaukeln (Zumindest so lange man nicht aus Deutschland an die Front gekarrt wird…).

  19. Ulli F. aus L. sagt:

    Okay, ich frage nicht danach, wie die Fremdblankoquittungen von einem Unternehmen zum anderen kommen.
    Aber ich moechte gerne wissen, wie du uebertoelpelt worden bist – incl. aller Details. Hat es auch etwas mit Quittungen, Eros-Center und Maedels zu tun? Erzaehl, erzaehl!

  20. Auyana sagt:

    Armer Typ, der das dem Taxifahrer geglaubt hat. Gerne hätte ich das Gesicht der Dame, die er dann angesprochen hat gesehen :-)

  21. Sam sagt:

    Schon mal nachgedacht, ob das nicht nur eine Legende ist?

    Finde ich nur etwas merkwürdig, wie die Geschichte “bekannt” geworden ist, immerhin wird er wohl kaum mit dieser Story hausieren gegangen sein.

  22. FaaB sagt:

    @Anke W.: Also hier in Bochum ist es so, dass die Taxifahrer immer der Zentrale durchgeben, von wo nach wo sie fahren, auch wenn ich das Taxi nicht per Zentrale bestellt habe sondern “aufgegriffen” wurde

  23. Karli sagt:

    Das erinnert mich an den Comic von Walter Moers, in dem der Führer “1 Fick” als Rezept verschrieben bekommt…

  24. FaaB sagt:

    Habt ihr gestern Abend im Fernsehen die Reportage über die Wiesn gesehen, wo es hieß, dass die Taxi-Fahrer provisionen von den Bordellen erhalten?

    Fand ich recht interessant und auch wenn es dort schlecht gemacht wurde, finde ich nichts verkehrt daran, wenn Taxi-Fahrer fürs Kunden werben geld bekommen ^^ Wird im WEB ja schon ewig gemacht (Kunden-werben-Kunden)

  25. fvfdvg sagt:

    all den juristischen Helden, die von Urkundenfälschung schwafeln: findet erstmal heraus was eine Urkunde ist. Gute Güte…

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