Kollegenreaktionen

Den Taxifahrer in den anderen Firmen ist es natürlich auch nicht verborgen gegangen, daß ich gewechselt habe. Da bleiben entsprechende Gespräche am Taxistand nicht aus.

Am häufigsten war die Frage:

“Hattest Du Stress mit Deinem Ex-Chef?”

Ihr wisst es, hatte ich nicht. Ich war einfach die systembedingten Nachteile einer kleinen Firma leid.

Richtig gut tat der “Anschiß” eines selbstfahrenden Unternehmers:

“So geht das aber nicht. Wenn Du das nächste Mal wechseln willst, sagst Du mir gefälligst vorher Bescheid!”

So langsam bekomme ich das Gefühl, daß ich niemals arbeitslos werden könnte. Alle wollen mich! :D

Und so richtig erstaunt war ich über mehrere Kollegen, die es natürlich immer schon wussten:

“Hab ich nie verstanden, warum Du für den gefahren bist!”

“In so einer Scheißkarre hätte ich mich geschämt.”

oder auch in der niedlichen Version:

“Die neuen Autos stehen Dir viel besser!”

Nonverbal gehts auch, Ein Kollege, der eigentlich nicht wirklich gut mit meinem jetztigem Arbeitgeber (und den meisten anderen Taxiunternehmen in PB) klarkommt, zeigte mir im Vorbeifahren den erhobenen Daumen. Grade von ihm hätte ich eher kritische Worte erwartet. Da muß ich doch nochmal nachhaken, wenn ich ihn mal am Stand treffe.

Hmm, eigentlich sollte ich gleich mal wieder kündigen und woanders anfangen. Nur, um mal zu erfahren, was die Kollegen jetzt im Moment von meinem Arbeitgeber halten. :)

11 Antworten zu “Kollegenreaktionen”

  1. jo sagt:

    Alle wollen mich!

    Naja, für mich wäre das nichts. Die schnelle Nummer in der regenkalten Nacht Paderborns, irgendwo zwischen Kofferraum und Motorhaube am Taxistand. Aber ok, musst du wissen …

    “In so einer Scheißkarre hätte ich mich geschämt.”

    Pff. So sche*sse war der in Würde gealterte Daimler ja nun auch nicht. Zudem ist es ja nicht das Auto allein, es ist die Persönlichkeit des Fahrers, die zählt! Oder, wie meine Oma – Gott habe sie selig – sagen würde: du kannst jedes Auto tragen.

  2. Nikki sagt:

    “Wenn der kleine Mann zu Fuß zur Arbeit geht, spart er zwei Mark für die Straßenbahn. Die Besserverdienenden sparen 30 Mark fürs Taxi! Mein Gott, was ist die Welt so ungerecht!”
    – Peter Hohl, (*1941), deutscher Journalist und Verleger -

    …ja, ja, erst mancher Wechsel bringt das wahre Gesicht des “Arbeitgebers” ans Licht…nicht nur in der Taxi-Branche…

    :-)

  3. erst sagt:

    Was macht denn dein ehemaliger Arbeitgeber jetzt ?

  4. DayLight sagt:

    Schon selstam, wie sich die Kollegialität plötzlich ändert….nur weil du jetzt n Wagen mit nem anderen Aufkleber fährst

  5. Nightflow27 sagt:

    :-) :-) :-) Ich finds süß – “die neuen Autos stehen dir viel besser” find ich goldig!! :-)

    Freut mich, dass ihr Kollegen euch untereinander so gut versteht!!

    Und hey, nicht wieder kündigen… ;-)

    Beste virtuelle Grüße an deinen Ex-Chef und deinen aktuellen Chef – und an dich ganz herzliche Grüße :-)

    Night

  6. Torsten Bentrup sagt:

    @jo: Danke für den schnellen Lachquicky vor Dienstbeginn!

    @erst: Weitermachen mit reduzierter Mannschaft, zur Zeit sind sie noch zu zweit. Blöderweise ist die Karre heut nacht wohl schon wieder liegengeblieben. Meine Entscheidung war also wohl die absolut richtige.

    @DayLight: Es gibt da schon gravierende Unterschiede im Kollegenkreis. Besonders krass war es bei mir ganz am Anfang meiner Karriere. Nach meinem ersten Wechsel war ich krass erstaunt, wie oft ich plötzlich gegrüßt wurde. Damals kannte man mich allerdings auch nicht, nach fast 15 Jahren sind die Unterschiede natürlich nicht so heftig.

    Aber spürbar ist sogar eine leichte Stimmungsänderung bei den direkten Kollegen (mit denen ich als “Externer” ja schon über 3 Jahre gut zusammengearbeitet habe). Ich merke erst jetzt, daß es manche Themen gab, von denen ich jetzt das erste Mal höre.

    @Nightflow27: Momentan bin ich jeden Tag heilfroh über meine Entscheidung. Die Arbeitszeiten sind zwar schlechter geworden aber alles andere hat sich deutlich verbessert.

    Zu den Kollegen allgemein: Mit vielen langjährigen Kollegen hat man schonmal in der gleichen Firma gearbeitet und die Kontakte bleiben natürlich auch nach diversen Firmenwechseln bestehen. Damit wird die aktuelle Firmenzugehörigkeit natürlich für die persönlichen Kontakte untereinander immer unwichtiger. Am Ende entscheidet die Sympathie und nicht der Gehaltszahler der Kollegen.

  7. OPUIEX sagt:

    wenn ich dein ehemaliger arbeitgeber wär, würde mich der artikel ziemlich fertig machen.

  8. Tobias sagt:

    dann wärest du aber ein recht labiler Arbeitgeber

  9. Ecki sagt:

    Hallo Torsten,

    da wir uns letztens vor “deiner neuen” Zentrale nur kurz gesehen haben und ich erstmal völlig erstaunt war, sage ich es jetzt hier:

    Herzlich Willkommen in der neuen Firma auf dem alten Funk!!!! ;-)

  10. Tom (Purzelpfund.de) sagt:

    Na ich hoffe, es gibt einfachere Wege das Standing des neuen Chefs zu erfahren als wieder zu kündigen *gg*

  11. tshalina sagt:

    Interessant ist, dass die meisten Leute immer die Klappe halten, wenn es um den jetzigen Arbeitgeber geht. Kaum hat man gekündigt, oder ist sogar schon weg, dann kommen plötzlich Sprüche wie “Ich wäre da auch nicht zum Arbeiten hin!” oder “Wie hast du es da bloß ausgehalten?” Naja, ausgehalten habe ich es der Konditionen wegen. Und hingewollt hab ich eigentlich auch nie. Schon mal bemerkt? Das Bett ist morgens viel kuscheliger als abends… :)

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