Job, Berufung, was denn?
Der Christoph war so neugierig und ich wollte eigentlich schon längst mal ein Referat zum Thema halten…
Also, erste Frage: Lohnt es sich Taxifahrer zu werden? Also ganz ehrlich, blickst du auf dein Leben zurück und denkst dir:”gut dass ich Taxifahrer bin…” oder ist es eher ein Job der nur dem Mittel zum Zweck dient? Diese Frage bitte nicht abwertend lesen, es geht darum, dass Ich im Moment in der Ausbildung zum Rettungsassistenten bin, wo man wenn man fest eingestellt ist ein Gehalt von ca. 1200-1400 Euro Netto verdienen kann. Aber es wäre ein Job wo ich sagen kann: Ok, ich bekomme kein Manager-Gehalt, trotzdem macht mir die Arbeit Spaß und ich bin stolz drauf. Ist das als Taxifahrer auch so?
Jobs in so gesellschaftlich wichtigen Bereichen wie retten, schützen, pflegen, lehren, etc. halte ich schon für deutlich befriedigender. Gar keine Frage.
Aber irgendwer muß halt auch verkaufen, reparieren, servieren oder eben fahren.
Vermutlich sind die meisten Menschen in diesen Berufen eher pragmatisch veranlagt, Lebensunterhalt verdienen und dabei möglichst wenig Mühe pro Euro einsetzen. Ein völlig legitimer Ansatz.
Taxifahrer sind dabei ein unglaublich bunter Haufen, den typischen Taxifahrer gibt es nicht. Die meisten hatten sicher nie diesen Berufswunsch. Aber die guten Jobaussichten und der (abgesehen von den wirklich großen Großstädten) einfache und schnelle Zugang zum Beruf bedeuten auch einen leichten Ausweg aus der Arbeitslosigkeit und ähnlich schlechten Situationen.
Deshalb gibt es vom Schulabbrecher bis zum Professor, vom Vollidioten bis zum Hochbegabten, vom unfreundlichem Sonderling bis zum kontaktoffenem Dienstleister aus Leidenschaft so ziemlich jeden Typus in unseren Reihen.
Persönlich habe ich vor 14 Jahren akzeptiert, daß mein erlernter Beruf als Radio- und Fernsehtechniker keine Zukunft hat. Damals kamen die ersten Media-Märkte in die Region, der Preisverfall hochwertiger Geräte war im vollen Gange und meine Fähigkeiten in dem Job waren auch äusserst eingeschränkt.
Ich mußte aber Geld verdienen. Und da erschien der Taxischein als vernünftiger Weg, solange bis ich was Besseres finde, bzw. erstmal weiß, wonach ich eigentlich suche. Bis heute habe ich nichts gefunden.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich meinen Frieden mit dem Beruf gemacht habe. Die erste Zeit in Paderborn war schwierig. Erst als ich hauptsächlich in Büren eingesetzt wurde, änderte sich das (mein damaliger Arbeitgeber war in beiden Taxibezirken vertreten).
Damals bestand der ganze Bezirk mit Flughafen aus ganzen acht Taxilizenzen. Dementsprechend kannten einen die Kunden bald und es entstand endlich das, was für mich heute noch am wichtigsten am Beruf ist: Die persönliche Ebene mit den Fahrgästen. Mehr sein als der anonyme Typ, der halt grad am Steuer sitzt.
Richtig geliebt habe ich die Zeit in Hövelhof. Unsere Stammkunden waren schlicht der Hammer. Wenn ich frei hatte, war garantiert irgendwo eine Party, zu der ich in den Wochen zuvor eingeladen wurde. Es gab Tage, an denen ich auch ohne Bezahlung gefahren wäre, so toll war die Zeit. Freunde um die Ecke bringen, sehr geil.
Seit drei Jahren fahre ich jetzt wieder in Paderborn und bin dabei zum Glück in einem Kleinbetrieb gelandet, ein Taxi und ein Funkmietwagen. Und da alle Fahrer incl. Cheffe ein ziemlich gutes Händchen im Umgang mit Nachtmenschen haben, hat sich in der Zeit ein recht ansehnlicher Bestand an lieben Stammkunden gebildet. Ich bin also auch heute noch bester Laune, wenn ich zur Arbeit fahre.
Und genau dieses gute Gefühl ist mir deutlich wichtiger als ein höherer Gehaltsscheck. Meine “Anerkennung” bekomme ich durch die positiven Reaktionen meiner Kunden. Und wenn man offen und dienstleistungsbereit auf die Menschen zukommt, passt letzendlich in unserer Branche auch die finanzielle Seite. Trinkgelder sind steuerfrei, allerdings wird das bei Krankheit oder Rente schnell zum Bumerang…
Ich kann nur für mich sprechen, es ist unter den für mich erreichbaren Jobs der mit Abstand Beste!
Die richtige Wahl des Arbeitgebers ist dafür allerdings extrem wichtig. Auch unter den Unternehmern reicht die Qualitätsskala vom blutsaugendem Arschloch bis zum in jeder Hinsicht fairen Menschenfreund. Und wenn die Kollegen auch eher zur Arschloch-Kategorie gehören, wird Taxifahren zur Hölle.
Eine richtige, allgemeingültige Antwort kann es also kaum geben.
Finanziell lohnen? So richtig sicher nur im Vergleich zu Harz4 oder den inzwischen sprichwörtlichen Frisören im Osten der Republik. Die Ernährung einer eigenen Familie dürfte für die meisten Taxler eher schwer werden, als Junggeselle kann man aber gut über die Runden kommen.
Ob die “Befriedigung” auch ohne monetäre Anreize ausreicht, muß jeder für sich selbst rausfinden. Wer gerne mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun hat, auch mit Betrunkenen gut klarkommt und eine spontane Party im Taxi auch ohne Alkohol zu würdigen weiß, sollte es einfach mal probieren.
Letztendlich muß man für unseren Beruf aber wirklich “geboren” sein, viele Neuanfänger geben recht schnell wieder auf.
Zur Motivation der Tagschicht-Fahrer muß mal jemand anderes was sagen. Eine mir völlig fremde Welt, ich würde in der Tagschicht sehr unglücklich werden. Verhaltensgestörte Schulkinder, arrogante Geschäftsleute, schwerstkranke Menschen, verstopfte Straßen, jede Ampel eingeschaltet, Bahnhofssteherei. Nö, das wäre absolut nichts für mich.
PS: Ich verstockliche das Ganze jetzt mal. Wer Bock hat, kann ja mal (hier oder im eigenen Blog) aufschreiben, was ihn in seinem Beruf motiviert.
Warum geht Ihr täglich zur Arbeit?
12. März 2008 um 10:29 David(Quote)
Weil ich nie weiß, was auf mich zukommt. Jeden Tag gibts was neues; finde ich toll. Im Sommer ruft mich die Bundeswehr, irgendwie werd ich mein alten Job missen…
12. März 2008 um 10:42 Sinfin(Quote)
“Freunde um die Ecke bringen, sehr geil.”
Du machst mir Angst… *g*
12. März 2008 um 10:44 @sinfin(Quote)
genau mein gedanke…
12. März 2008 um 10:47 Tom(Quote)
Der Kaffee ist umsonst & die Internetverbindung schön schnell…
12. März 2008 um 10:58 Uwe (required)(Quote)
Um Geld für die Nutten und den Koks heranzuschaffen.
12. März 2008 um 11:03 Tiffy(Quote)
“und meine Fähigkeiten in dem Job waren auch äusserst eingeschränkt.”
Dir ist nicht jede Reparatur gelungen? Wobei ich mir gar nicht vorstellen kann, wie man damit Geld machen kann, äh, konnte, wenn man den Fehler nicht findet, kommt es doch bestimmt schnell zu unbezahlten Überstunden?!
Wenngleich, in euren Betrieb ernähren zwei Autos einen Chef und mehrere Fahrer? Und ich dachte, die Fahrgäste spülen kaum genug für Dich alleine hinein.
12. März 2008 um 11:05 Torsten Bentrup(Quote)
@alle: Schreibt doch ruhig noch den Beruf dazu. Bei einigen kann ichs gar nicht einordnen.
@sinfin: Du glaubst gar nicht, wieviele Leute dort mit den Worten einstiegen: “Bring mich mal grad um die Ecke.” Wo die wohnten, wusste ich meist besser als sie selbst in dem Zustand.
12. März 2008 um 11:23 Taximan224(Quote)
Also mir machts einfach Spass. Allerdings muss ich davon nicht Leben, Taxifahren ist ähnlich wie Rettungsdienst, nur bei mir steigen die Leute jetzt selbst ein
12. März 2008 um 11:51 jemand(Quote)
Und wie ist das mit der Altersvorsorge als Taxifahrer?
Kann man da was privat zurücklegen?
12. März 2008 um 12:04 Andre(Quote)
Hallo
Also ich fahre selber Taxi und kann mich wirklich nur sehr sehr schwer damit Identifizieren.Mir fällt die Soziale isolation schwer.Bin selber auch in der Nachtschicht welche ja nun mal 12std dauert.Nach Feierabend kann ich leider auch nicht sofort ins Bettchen,was bedeutet dass ich bis 6uhr wach bin.Dann schlafe ich bis 14uhr und habe somit noch 2Std am Tag für mich über.Ein großes Problem ist auch das man Freundschaften nicht wirklich pflegen kann.Aber so mies der Job auch ist…..Es gibt auch tolle Erlebnisse.
Bis denn
12. März 2008 um 12:17 Nietnagel(Quote)
Also ich fahre nur am WE nachts und das macht Spaß. 90% aller Fahrten laufen völlig problemlos. Die Leute sind nett und wenns gut lief, bekommste auch noch Trinkgeld. Das Problem ist halt, dass dir die restlichen 10% im Gedächtnis bleiben und du dann irgendwann einfach die Schnauze voll hast. Ich hab da auch schon Fahrer gesehen, die nach ein paar Monaten die Flinte wieder ins Korn geschmissen haben. Ich hab das meistens alles wieder vergessen wenn ich nach einer Schicht geschlafen habe. Für mich ist es dazu ziemlich einträglich, da ich am Umsatz beteiligt werde und mit meinem Stundenlohn meistens (nicht immer!) so zwischen 8 und 10 EUR liege ohne Trinkgeld. Das ist für mich völlig okay. Manchmal finde ich es schade, dass ich selber dann am WE nicht feiern gehen kann, aber das ist auch selten der Fall. Ich ziehe die Befriedigung oft daher, dass ich mittlerweile Orte bei uns in der Nähe kenne, die gleichaltrige Freunde nicht mal auf der Karte finden würden, geschweige denn den kürzesten Weg dahin. Ein Leben lang kann ich mir den Job dann wiederum nicht vorstellen, dafür ist er mir die meiste Zeit zu schlecht bezahlt. Aber ich denke, dass mich der Umgang mit sovielen verschiedenen Menschen in teilweise recht bizarren Situationen schon im Job irgendwann nach vorne bringt.
12. März 2008 um 12:28 Nico(Quote)
Ich bin auch gelernter Rundfunk-/Fernsehtechniker, konnte dann aber zum Glück (?) noch den Absprung in die IT schaffen. Mittlerweile bin ich seit fast 5 Jahren selbstständig. Was mich morgens zum aufsehen motiviert? Öfters mal das klingeln des Telefones. Normal aber einfach die Freiheit mir die Zeit selbst einzuteilen und das wissen das ich auch mal problemlos ne Woche Pause machen kann wenn ich will. Dafür ist man halt nie ohne Handy unterwegs.
@Tiffy, ich habe damals in einer recht grossen RF-Werkstatt meine Ausbildung gemacht. Der Job ist nicht immer einfach, an manchen Tagen kriegst du nur die “Standardsachen” die man schon im Schlaf machen kann, an anderen hängst du teilweise Tage am selben Problem. Letzteres bezahlt der Kunde nicht, deswegen wird das normal auf die anderen “umgelegen”. Generell ist der Job aber auch sehr interessant, da man doch immer wieder mit neuen Problemen konfrontiert wird und man manchmal doch etwas kreativ sein muss, wenn Oma Krause ihren 20 Jahre alten Fernseher noch ein paar Jahre behalten will, oder der NEUE Röhrenverstärker des Musik-Professors nicht ganz so perfekt klingt wie er das dachte. aus meiner damaligen Ausbildungsklasse (12 Leute für ganz Sachsen-Anhalt) sind jetzt vlt. noch 3 oder 4 als RFT tätig. Der Beruf passt halt nicht wirklich in unsere Wegwerfgesellschaft, ganz davon abgesehen das er im Digital-Zeitalter immer mehr zum reinen Moduletauscher verkommen ist. Ausser in seltenen Fällen wird die Arbeit vom Kunden auch nicht mehr wirklich gewürdigt, was die Freude am Job auch massiv nimmt.
12. März 2008 um 12:47 Maik(Quote)
Hallo,
warum ich gerne meinen Job mache? Eine Antwort gibt es vielleicht hier:
http://www.truck-net.eu/reportagen/alltag/ind...
12. März 2008 um 13:46 trillian(Quote)
Warum ich meinen Job liebe?
Also: Ich liebe meinen Beruf, aber leider nicht unbedingt meine Arbeitsstelle. Ich bin Geoinformatikerin. Und ich habe einen Hang zu Landkarten und Luftbildern. Ich kann mich stundenlang mit einem alten Autoatlas beschäftigen und nachgucken, welche Straßen heute anders sind. Dazu habe ich noch ein phänomenales Ortsgedächtnis.
Und der einzige Job – außer Taxisfahrer – wo man sowas brauchen kann, ist nunmal die Vermessung.
12. März 2008 um 14:40 Erik(Quote)
Mich reizt an der IT-Branche ganz klar der hohe Anteil an gut aussehenden Frauen.
12. März 2008 um 14:43 Torsten Bentrup(Quote)
@Erik: Und ich mag Deinen sonnigen Humor!
Andererseits… Hey, Du hast die Putzfrau in Eurem Unternehmen geschwängert. Muß also was dran sein!
12. März 2008 um 15:00 Maik(Quote)
>>> Also: Ich liebe meinen Beruf, aber leider nicht unbedingt meine Arbeitsstelle…
Nun ja, das liegt aber nur an Dir selber.
12. März 2008 um 15:53 akbwl(Quote)
Trinkgelder sind eigentlich nicht komplett steuerfrei…
12. März 2008 um 16:26 Torsten Bentrup(Quote)
@akbwl: Wohle! http://www.google.com/search?client=opera...
12. März 2008 um 20:10 David(Quote)
Achja, ich bin Assistent der Geschäftsführung.
12. März 2008 um 21:24 Biertest(Quote)
Also ich bin noch Student und deswegen denke ich gar nicht an Arbeit sondern trinke täglich morgens, mittags, abends mein Bier
Aber wenn die Arbeit mal los geht, möchte ich jeden Morgen aufstehen und mir einfach denken, dass ich was gutes mache und was bewegen kann. Ich m,öchte Dinge anpacken und verändern können. Ich möchte mit Spaß aufstehen und mit Spaß wieder aus der Arbeit hinaus gehen.
Schauen wir mal
12. März 2008 um 21:48 Timo Beil(Quote)
Warum gehe ich tagein, tagaus zur Arbeit? Nun, weil sie mir grossen Spass macht. Ich habe Kommunikationselektroniker gelernt, und seit der Ausbildung habe ich mich vom einzelnen ISDN-Anschluss über die grosse Telefonanlage inzwischen bis an den Prüfplatz bei einem Teilnehmernetzbetreiber vorgearbeitet. Dort verhelfe ich täglich den Leuten wieder zu einem einwandfrei funktionierenden Telefon- und/oder DSL-Anschluss.
Das ist genau das richtige für mich, denn ich helfe gern- und ich liebe es, an den Anschlüssen herumzukonfigurieren und die Messeinrichtungen zu bedienen, um Probleme einzukreisen und zu beheben.
Wie man so was toll finden kann? Na ja, irgend so ein Virus hat mich schon als Kind infiziert- andere Kinder trieben sich im Bonbonladen oder Spielwarengeschäft herum, für mich stand am Schaufenster zum siebten Himmel “Telefonladen” dran.
12. März 2008 um 22:48 Fincut(Quote)
Ich gehe arbeiten, um essen zu können.
12. März 2008 um
[...] Spannende Frage, und weil ich bei anderen gerne Lesen würde, was sie motiviert nutz ich das mal und versuche aufzuschreiben, was mich motiviert (und warum ich mir das eigentlich mal ausgesucht habe). [...]
12. März 2008 um 23:52 Christian(Quote)
Beruf = Berufung
Respekt vor Taxifahrern – viel Arbeit, teilweise risikoreich und schlecht bezahlt…und man muß sich von Betrunkenen vollpöbeln lassen *g*
13. März 2008 um 01:15 dL(Quote)
Weil ich nicht zur Arbeit gehe, sondern meinen Hobbies nach. Täglich. Traumhaft, danke der Nachfrage.
13. März 2008 um 07:37 Kathi(Quote)
Ich geh eigentlich nur des Geldes wegen arbeiten. Bin im Marketingbereich tätig. Zu häufig stelle ich mir die Frage: Wofür mache ich das? Es gibt doch viel sinnvollere Dinge, die man mit dem ganzen Geld machen kann. Man macht sich jeden Tag Stress Deadlines zu halten und wird fast verrückt dadurch und irgendwo anders stirbt gerade ein Mensch, wegen mangelnden Geldes, Mittel und Ärzte etc. Wir machen Werbung, die keiner sehen will und überall gibt es Menschen, die das Geld, das dort zum Fenster raus geworfen wird, 1000 Mal besser gebrauchen könnten.
Und dann bin ich wieder realistisch und denke mir: Du hast 3 Jahre eine Ausbildung gemacht. Bist jetzt schon mehrere Jahre im Beruf. Die Zeit willst du doch nicht vergeudet haben. Du verdienst zwar nicht die Welt. Aber besser als nichts. Also mach weiter wie bisher.
13. März 2008 um 08:04 Mel(Quote)
Ich gehe arbeiten, weil es sonst keiner für mich tut!
Ich würde nicht weiter arbeiten gehen, egal in welchem Job, wenn ich mind. soviel Geld zur Verfügung hätte wie ich brauche um genauso wie jetzt weiterzuleben.
Ich bin Ass. der GF in einem mittelständischen Betrieb.
13. März 2008 um 14:30 Kay(Quote)
Arbeite in Forschung&Wissenschaft und weiß, das meine Arbeit sinnvoll und wichtig ist. Sie ist sinnvoll, weil sie einen Beitrag liefert zu der Frage, wie unsere Lebensumgebung (= Erde) entstanden ist und wie sie sich entwickelt.
Um es pathetisch-überhöht auszudrücken: Meine Arbeit ist ein klitzekleiner Baustein zu Fragen und Problemen, die die Menschheit betreffen. Hört sich arrogant an, ist aber so.
Ich habe überhaupt keinen Respekt vor Arbeit aus den Branchen Finanzen, Marketing, Werbung etc. Hier fehlt die Sinnhaftigkeit.
Ich habe hohen Respekt vor sozialen Berufen, die mit hohen persönlichem Einsatz und Hingabe verbunden sind.
Meine Meinung muss nicht jedem gefallen.
13. März 2008 um 21:23 Tiffy(Quote)
“Branchen Finanzen, Marketing, Werbung etc. Hier fehlt die Sinnhaftigkeit.”
Was ist das denn für ein Quatsch. Die Werbung hat doch in unserer Marktwirtschaft eine bedeutende Funktion, wir sind hier doch nicht in der DDR. Und jede Unternehmung hat doch immer zwei Seiten, die andere ist ihre Finanzierung. Ohne diese gäbe es kein Krankenhaus, keine medizinischen Geräte und kein Taxi, also auch kein Taxi-Blog.
14. März 2008 um 13:09 Kermit(Quote)
Moin,
ich bin Ingenieur und habe mir meinen derzeitigen Job ausgesucht, weil ich damit die Gören ernähren kann. Theoritisch ist bei mir Beruf auch Berufung. In der Praxis kann ich vielleicht 20% meiner Zeit damit verbringen technische Probleme zu lösen und das macht richtig Spass. Den Rest der Zeit verbringe ich mit Meetings, Routinearbeiten, Berichten und damit, mich von irgendwelchen Leuten anmaulen zu lassen.
Motivation beziehe ich aus meiner Gehaltsabrechnung, den 20% sinnvoller Arbeit und dem Wissen, dass die ganzen Manager (und davon haben wir viele), Finanzler, Marketeers, Verkäufer etc. für die technische Umsetzung ihrer Projekte auf mich und meine Kollegen angewiesen sind, egal wie viel sie maulen.
Glücklicherweise verstehen sich Ingenieure meist untereinander ganz gut, deshalb hatte ich bisher noch nie Probleme mit direkten Kollegen. Ansonsten würde ich den Arbeitsplatz sofort wechseln.
War die Frage so gemeint, Thorsten?
14. März 2008 um 20:25 Thomas(Quote)
Ich bin Heilerziehungspfleger.
Ich mag meinen Beruf, weil er abwechslungsreich ist und ich das Gefühl habe, Menschen wirklich helfen zu können.
Ich mag ihn immer weniger, weil der Zusammenhang zwischen guter Pflege und Kommerz immer offensichtlicher wird.
Ich muss jede Pflegehandlung minutengenau dokumentieren können, um meinen Arbeitsplatz zu erhalten; wirklich wichtige Dinge, beispielsweise das intensive Gespräch mit einer zu pflegenden Person, um deren Lebenswillen zu stärken kann ich nicht abrechnen.
Das führt dazu, dass solche nicht-abrechenbaren Dinge mehr und mehr nicht getan werden und meine Patienten/Klienten auf emotionaler und psychischer Ebene by design vernachlässigt werden müssen.
Das ist wirklich schade.
19. März 2008 um 20:49 amarana(Quote)
Ich bin in der IT, weil ich gerne Probleme löse und die Abwechslung mag
@Erik und natürlich weil es in dieser Branche so überdurchschnittlich viel gut aussehende Männer gibt *lol*
19. März 2008 um 23:59 TorstenW(Quote)
Also ich bin Taxifahrer aus Leidenschaft, nur bin ich zur Zeit leider “verdonnert”, den Zentralisten zu machen… *gähn* Das macht leider nicht halb so viel Spaß, wie das Fahren!
Dafür muß ich dann nicht 14 Stunden im Auto sitzen, sondern in der Zentrale, wo es ne Kaffeemaschine und nen Fernseher gibt… *g*
Ja, bei uns geht die Nachtschicht von 17 bis 7 Uhr!
Aber es macht trotzdem immer noch Spaß, fast täglich zur Arbeit zu gehen – ich freu mich auf einige Kollegen, auf andere könnt ich verzichten. Aber ansonsten bin ich mit meinem Job sehr zufrieden.