Kotzgeschichten I

Sodele, der Rechner läuft wieder so einigermaßen. Samstag kommt noch das Feintuning, dann sollte alles besser als je zuvor laufen (zumindest stell ich mir das so vor…). Drückt mir die Daumen!

Wie versprochen gehts auch direkt weiter!

Eine der häufigsten Fragen an den Taxifahrer ist: “Hat Dir schonmal einer ins Auto gekotzt?”

Einmal? Das wär schön… In zwölf Jahren durfte ich schon mehrfach dafür sorgen, daß mein Taxi wieder sauber wird. Ja, in der Regel bleibt der Job an uns hängen…

Mein “schönstes” Kotzerlebniss ist schon ewig her. Damals gab es noch den Irish Pub an der Detmolder Straße. Ein Fahrgast steigt ein und möchte Richtung Savoy. Bis zum Maspernplatz schafft er es, sich zu beherrschen. Dann kommt ihm a) was hoch und b) eine Idee! Einfach aus dem Fenster speien!

Blöd an der Sache: Er hat vergessen, daß das Fenster nicht geöffnet ist.

So landet sein Mageninhalt erst an der Scheibe, rutscht dann langsam die Tür runter und sammelt sich in der Lücke zwischen Sitz und Tür… Er mußte mir übrigens nicht erzählen, was er den Abend über zu sich genommen hat: Ouzo und Pizza Hawaii sind auch rückwärts gegessen noch sehr gut zu identifizieren, örks.

Geld, um für die Reinigung zu zahlen oder auch nur den Fahrpreis zu löhnen, hatte er leider nicht. Ich war noch jung und doof, wollte auch einfach nur zügig das Auto wieder in Ordnung bringen. Also ließ ich ihn davonstrunkeln. Tja, damals war ich noch ein (zu) nettes Kerlchen.

Die nächste Stunde hab ich dann gemeinsam mit unserem Zentralisten damit verbracht, die Sauerei zu entfernen. Mit dem Zollstock die Bröckchen neben dem Sitz rausangeln, jede Menge Papiertücher und natürlich kam einiges an Desinfektionsmittel zum Einsatz.

Plötzlich verschwand der Zentralist und kam kurz danach freudestrahlend wieder: “Hier Torsten! Raumspray!”. Großzügig verteilte er den Inhalt der Dose im Innenraum…

Irgendwann bemerkte ich, daß der Geruch des Sprays nicht so recht zu den Raumsprays passte, die ich bisher kannte… “Zeig mal her… Argh! Das ist gegen Insekten!”

Ich hab dann doch lieber Feierabend gemacht und den Wagen mit geöffneten Türen und Schiebedach auslüften lassen.

Gottseidank sind solche Knaller sehr selten. Alle 1-2 Jahre passiert mal was, meist gehts glimpflicher aus. Fußmatten z.B. lassen sich da recht einfach reinigen. Der (noch nicht erlebte) Super-GAU wäre eine zielsichere Ladung an die Frontscheibe. Da fließt dann alles schön in die Lüftungsschlitze… Ohne Werkstattaufenthalt geht da nix mehr. Mit Ersatzwagen kommen da schon gute vierstellige Beträge auf den Verursacher zu. Also: Aufpassen!

12 Antworten zu “Kotzgeschichten I”

  1. Erik sagt:

    Würg… Bitte nicht(!) mehr davon. DANKE. B-)

  2. Torsten sagt:

    Och, warum denn? Eigentlich wollte ich ne Serie daraus machen! Hmmm, mal schaun, ob http://www.kotzgeschichten.de noch frei ist…

  3. Erik sagt:

    Die Domain ist noch frei… Willst du sie haben?

  4. Torsten sagt:

    Hmmm, ich denk mal drüber nach… Aber eigentlich sind meine Hosting-Kosten eh zu hoch, grins.

  5. taxiblog.de » Kotzgeschichten II sagt:

    [...] Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn (siehe Kotzgeschichten I) hier gleich nochmal die nächste Kotzgeschichte. [...]

  6. Mexxwell sagt:

    Also das mit dem SUPERGAU ist schon mal vorgekommen,vor vielen Jahren.
    Der Verursacher durfte damals ca. 3000,- DM für die Reinigung durch eine Spezialfirma blechen.

  7. Helga sagt:

    Was kostes einr "normale" Reinigung nach kotzen im Taxi denn ?Wenn nur was auf dem boden hinten ist..?
    Und übernimmt das die Haftpflichtversicherung des Verursachers?

  8. Torsten Bentrup sagt:

    @Helga: Vielen Dank für Deine Anregung. Du findest die ausführliche Antwort jetzt in der FAQ: http://www.taxi-blog.de/wordpress/sonstwas/53...

  9. Maik sagt:

    Warum lasst Ihr nicht den Verursacher dieser Sauerei das Taxi säubern? Wie lange hält sich dieser Geruch eigentlich im Auto? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Raumspray so viel hilft.

  10. Chris sagt:

    Anstelle von Raumsprays sollte man eine Ozonbehandlung machen. Damit gehen sämtliche Gerüche raus. OK, die Bröckchen muss man immer noch mit dem Sauger entfernen. Ozongeräte sind mitlerweile garnicht mehr so teuer. Teilweise billiger als der Aufenthalt bei einem professionellen Aufbereiter.

  11. ich sagt:

    Als ich vor 2 wochen montag morgen in die frühschicht ging,war alles normal.Bis zu dem Zeitpunkt als ich mal 5 minuten am bahnhof stande und meinen Bus rauskehren wollte.Ich stieg aus,machte die Türe auf klappte den Sitz nach vorne.Dann die Schweinerei!!!!!!!!Meinen Kollegen hatte wohl offentsichtlich in der Nachtschicht jemand in den Bus gekotzt.Und keiner hats natürlich gemerkt.:-( Es war zwar nicht viel aber trotzdem eine mega sauerei.

  12. justinterest sagt:

    Keine Kotzgeschichte, aber dreckig war’s trotzdem…..

    Es begab sich, als ich noch neu in dem Gewerbe war, dass ich einen Fahrgast aufnahm, den ein Kollege an die Zentrale weiter gegeben hatte (Kollege hatte schon nen Fahrgast, als der “Täter” per Handy anrief). Fahrgast betrunken, aber friedlich, nur …. die Plastiktüte hätte mich warnen sollen!!

    Ich setz den Kunden am Fahrtziel ab, er bezahlt, als ich die Innenbeleuchtung ausmachen will und mich deshalb etwas nach vorne beuge, sehe ich – huch, was ist das?! – was Helles im Fußraum des Beifahrersitzes. Eine genauere Inaugennahme ergab: Müsli auf dem Boden, Honig läuft am Sitz entlang — lecker!! Will jemand zum Frühstück kommen?

    Ich dem Kunden hinterher, he, sauber machen, Verdienstausfall, polter, droh, wüt… Einzige Reaktion: Halt’s Maul, du Schl….! Ab ins Hochhaus und ab dafür…

    Von wegen, Zentrale angerufen, Kollege ausfindig gemacht, Handynummer des Anrufers geben lassen, ab zu meiner Scheffin, deren LAG das Taxi bei minus 5 Grad° in der Nacht noch säuberte. Die meinte: Lass’ gut sein, den kriegste nicht gefunden in dem Hochhaus!!

    Von wegen, jung und mit Ehrgeiz gestraft, außerdem klang mir die “SCh…” noch im Ohr, hab ich durch Telefonieren und Rundfragen raus, wo der Typ wohl ungefähr arbeiten könnte. (Hilfskoch in der italienischen Gastronomie, obowhl Pole). Ich also seinen Chef angespitzt wegen Kosten, mit Polizei und Anzeige wegen Beleidigung gedroht (wegern der “Sch..” halt) … und siehe da, es ging, 100,–€ und ne Packung Süßes zur Entschuldigung. Die hab ich an den Freund der Scheffin weiter verschenkt, der sollte auch noch was haben.

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