That’s it!

Seit dieser Nacht gibt es drei Orte, an denen ich keine “Winker” mehr aufnehmen werde. Nicht mehr am Mango, nicht am Triangle und erst recht nicht mehr an der Barker-Kaserne. An allen drei Stellen ist die Idiotenquote in den letzten Monaten massiv angestiegen. Agressives Verhalten bei jeder dritten Fahrt, die anderen beiden “nur” nervend. Wer wenigstens noch genug Rest-IQ hat, um selbständig sein Telefon zu bedienen, darf auch weiterhin auf ein Taxi hoffen. Aber wenn jemand vor der Tür steht, fahre ich kaltlächelnd vorbei. Friert Euch meinetwegen den Arsch ab, Bastards.

Jahrelang hab ich die britischen Soldaten, gerne auch hier im Blog, verteidigt. Sind halt dumme Jungs, die zwischen den Kriegseinsätzen mal über die Stränge schlagen.

Nach zwei Faustschlägen ins Gesicht bin ich da nicht mehr so nachsichtig. Hätte ich nicht schon bei laufendem Motor den Fuß auf dem Gaspedal gehabt, als er die Fahrertür aufriss, hätte ich jetzt wohl einen gebrochenen Kiefer oder Nase. So bleibt es bei ein paar Prellungen und der obenstehenden Erkenntnis.

Generell hab ich die letzten Monate auffällig viel Glück mit “verhaltensauffälligen” Fahrgästen. Selten ausreichend, um damit ins Blog zu kommen. In der Summe und mehrfach jede Schicht aber ausreichend, um ernsthaft über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken.

Fehlt nur noch das passende Angebot. Falls jemand von Euch zufällig einen Industriekaufmann, Radio- und Fernsehtechniker und Berufskraftfahrer mit Kenntnissen in Social Media und gutem Schreibstil brauchen kann. Ich wäre interessiert! Ja, ist mein Ernst.

30 Antworten zu “That’s it!”

  1. Sash sagt:

    Oh Mann, das klingt ja echt bitter :(
    Und da sagen die Leute, Berlin sei ein hartes Pflaster …
    Das ist ja wirklich widerlich, ich würde es ja kaum glauben, würde es nicht von Dir kommen. Wobei, gut, Soldaten hab ich in der Gruppe auch eher ungerne im Auto. Davon haben wir halt prozentual etliche weniger hier.
    Was immer jetzt deine Überlegungen sind: ich hoffe, Du triffst die richtigen Entscheidungen. Aber hey, auf einen Blog kann man hoffentlich auch im Falle eines Berufswechsels hoffen, oder?

  2. Holzy (A.R.) sagt:

    @sash
    die pflegefälle von letzte woche am ostbahnhof (ich glaube polnische hartrocker) waren aber auch nicht einfach.
    gut das die nur für 5,- glatt und passent und ich kein wort polnisch verstehend, gefahren sind.
    nach nachbereitung (reinigung) habe ich dann rasch am OBF, beim nachrücken erledigt.

  3. Sash sagt:

    @Holzy (A.R.):
    Also meine Metaller wollten nur spielen. Im Laufe des Morgens gibt es noch eine abgeschossene Tour bei mir im Blog nachzulesen, aber ich war froh, dass ich beide Male bis zum Blackland gekommen bin :)

  4. Holzy (A.R.) sagt:

    na von der tour her … ok
    wenn meine fehlgeleiteten dort hin gewollt hätten.
    dann hätte ich ( wie zuvor min. 5 andere taxifahrer) garnicht gewusst wohin.
    aber selbst wenn, dann wäre mein taxe bis dahin völlig voll dönner pizza gewesen.
    das ding zauberte er mit einmal aus seiner tasche und drückte sein kopf in das in silberpapier gewickelte etwas.
    und ich glaube er hatt sein kopf darin gewühlt.
    es schmatze und schlürfte so schlimm, das es selbst seiner begleitung auffiel.
    da es nur zur köpenicker, zum hostel ging.
    sah ich auf der kürze der strecke, keine möglichkeit und kein sinn einzugreifen.

    aber das ist die kundschaft, bei der man(n) ernsthaft darüber nachdenkt, was mach ich eigentlich hier und für wem?

  5. Wolfy sagt:

    OMG Torsten! O.O

    Da weiß man gar nicht, was man schreiben soll… :/ Ich hoffe aber, du triffst für dich die richtige Entscheidung. Und drücke dir dafür auch alle Pfötchen.

  6. Sash sagt:

    @Holzy (A.R.):
    OK, die scheinen wirklich schlimmer gewesen zu sein als meine :)

  7. Der Maskierte sagt:

    Ich bin fassungslos.

  8. Benny sagt:

    Ziemlich genau das was ich von PB und seinen englischen Soldaten erwarte. Tut mir echt leid das zu lesen… Den Wunsch nach beruflicher Neuorientierung verstehe ich angesichts dessen aber nur zu gut. Mir reicht es nachts durch die Stadt zu fahren. Mit den Leuten zu arbeiten die ich da gelegentlich zu Gesicht bekomme kann ich mir nicht einmal vorstellen.

  9. Philipp sagt:

    Mein Beileid :(

    Vielleicht wäre ja Lagerleiter bei uns etwas für Dich? http://www.getdigital.de/index/jobs/idB/20
    Keine Ahnung, ob Du irgendwie zu den Anforderungen passt, aber wie immer bei Stellenanzeigen darf man die auch bei uns nicht allzu ernst nehmen.

    Der Job hat zwar direkt nichts mit Bloggen zu tun und Du müsstest nach Kiel umziehen, aber wir sind generell sehr offen für die Bloggerei und ich könnte mir gut vorstellen, dass Du ein paar Stunden pro Woche unser gerade entstehendes getDigital-Blog bereicherst :)

  10. Tiffy sagt:

    Es ist jetzt nicht mehr ausgeschlossen, dass Du doch Fahrlehrer wirst?

  11. nadar sagt:

    Au Backe (im wahrsten Sinne des Wortes)…
    Mein ehrliches Mitgefühl und der Wunsch, dass das dein gesammeltes Pech der kommenden zehn Jahre war und nun also erstmal Ruhe ist.

  12. Ulli F. aus L. sagt:

    Na, mein Lieber, das scheint ja eine einschneidende Erfahrung für dich zu sein. Eine berufliche Veränderung trifft wahrscheinlich jeden von uns mindestens einmal in unserem Berufsleben. Die Kunst dabei ist, keine Affekthandlungen vorzunehmen, andererseits aber auch nicht den richtigen Zeitpunkt für einen Umbruch zu verpassen, sollte er nötig sein.
    Du machst das schon!

  13. Shopaholic25 sagt:

    Toller, interessanter und aufschlussreicher Blog :) Bin durch eine Bloggerin auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Ich selbst schreibe einen Erlebnisse-in-der-S-Bahn-Blog :) Kann man Dich abbonieren?

    Liebe Grüße

  14. Bernd sagt:

    Willkommen im Klub, Torsten! Ich war allerdings dünnhäutiger als du. Mich hat schon mentaler und verbaler Schwachsinn genötigt, nur noch tagsüber zu fahren. Nasenstüber hat´s da keinen mehr gebraucht. Wäre Tagfahrer eine Option?

  15. Andi sagt:

    Handgreiflichkeiten oder gar Überfälle auf mich habe ich selbst nie erlebt. Aber mir reichte das, was ich in den Nachtschichten über Funk und von Kollegen so mitbekommen habe. Teilweise auch als Zeuge bei zu Hilfe kommen für Kollegen. Ansonsten eben die immer mehr zunehmenden Pöbeleien von irgendwelchen besoffenen Schattenhirnen, für die Erziehung scheinbar schon nüchtern ein Fremdwort ist.

    Womit ich mich dann auch irgendwann gefragt habe, ob ich mir das so noch antun muss. Nach reiflicher Überlegung habe ich dann den Nachtschichten Ade gesagt und bin in die Tagschicht gewechselt. Für mich dann auch ein ganz anderes Fahren, weil angenehmere Kundschaft. Und die eigene Lebensqualität hat sich nebenher noch gesteigert.

  16. ednong sagt:

    Uh,
    klingt ja übel. Vielleicht ist das ja auch nur eine temporäre Sache mit diesen Ausfällen. Ich hoffe mal, du findest was du suchst.

  17. bekannter sagt:

    das war die verdiente Gottes Strafe für alle Sünden die du gemacht hast …für alle gelogegen Geschichten die du im Netz verbreitet hast… :) :)

  18. CeKaDo sagt:

    Ich kann leider nur eine Stelle für jemanden mit nachgewiesenen drei Jahren Berufserfahrung im Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen anbieten. Die Stelle wäre wie meine, eine Mischung aus Sozialpädagoge und Verwaltungskraft, hochinteressant, deutlich unterbezahlt und dicht am Kreuz Herne (A 43 und A 42) gelegen.

    Handgreiflichkeiten gibt es bei uns nicht, Taxifahren kommt schon mal vor und vorhanden sein sollte die grundsätzliche Liebe zu Menschen. Öh … deswegen ist die Stelle wohl auch so schwer zu besetzen. :)

  19. Dingsda sagt:

    nachgewiesenen drei Jahren Berufserfahrung im Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen

    Na das sollte für einen Taxifahrer aus der Nachtschicht doch kein Problem sein, oder?

  20. CeKaDo sagt:

    Na das sollte für einen Taxifahrer aus der Nachtschicht doch kein Problem sein, oder?

    Deswegen ja. Aber ob der Taxi-Blogger von PB nach HER pendeln würde, bleibt jetzt spannend. Aber vielleicht kennt ja jemand jemanden, der will. Ab 1.12. ist der Job frei. Stundenlohn *hüstel* und bitte nicht lachen, 12,60 € brutto die Stunde.

    Ok, ich schäme mich schon jetzt für mein Gehalt … :)

  21. Walter sagt:

    Also ich bewundere dich sowiso das du es seit Jahren schon in der Nachtschicht aushältst ! Das ist ganz und garnicht mehr mein Ding;
    bin seit nun zehn Jahren in der Tagschicht, das war meine Bedingung als ich mich Entschloss mit Taxi fahren mein Geld zu verdienen. Die Nacht ist nun wirklich nicht mein Freund egal was ich mache dabei habe ich immer das Gefühl Schlafwandler zu sein und wenn die Schicht vorbei ist kann ich nicht schlafen !
    Schon deshalb waren drei Nächte Allerheiligen Kirmes die HÖLLE !
    Jetzt fahren wieder Rentner, Patienten u.a. mit mir
    und ICH fühl mich wohl !
    Aber war es nicht so das die “Tommies” eh gehen; bis 2020 ???

  22. Volker sagt:

    Zumindest die britischen Soldaten sollten doch in absehbarer Zeit entwichen sein?

    Aber vermutlich sind sie nicht entscheidend für die Entscheidung.

  23. Torsten Bentrup sagt:

    @Sash: Wenn es passt, sehr gerne. Aber das ist eh alles noch unwirklich.

    @Ortswechsel- und Jobvorschläge: Den Eintrag hab ich quasi direkt im Anschluß an den Angriff geschrieben. Inzwischen ist das Adrenalin abgeklungen. So schnell wird sich also nur was ändern, wenn ich das perfekte Angebot bekomme. Und da war bisher nichts dabei.

    @Walter: Hmm, Tagschicht behagt mir so gar nicht. Ist ein komplett anderer Beruf und auch wenn hier 0,1% richtig Scheiße ist (momentan eher im 1%-Bereich) würde mir 10%-Nervigkeit in der Tagschicht auch nicht wirklich weiterhelfen.

    @Fahrlehrer/Sozialpädagoge? Ich fürchte, dazu fehlt mir die Geduld. Und die Nerven…

    Wahrscheinlich werde ich einfach die Augen aufhalten und mich gelegentlich mal auf passende Stellen bewerben.

  24. Sven sagt:

    Es bestätigt meine Entscheidung, dass ich nur noch Tagschicht fahre. Es stand bereits fest, dass ich ab dem nächsten Tag in Tagschicht fahre. Der letzte Fahrgast hat auch versucht mich zu schlagen, aber ich konnte Gas geben und fuhr mit offener Tür davon.

  25. Wolfy sagt:

    @Torsten:

    Dein Kommentar erfreut mich dann doch ein wenig. Sollte ich mal mitten in der Nacht in PB landen, weiß ich wenigstens, wen ich anrufen kann. :D

    Trotzdem – pass auf dich auf, ja? ó.ò

  26. Mel sagt:

    Krass was man da so über sich ergehen lassen “muss” zumal die doch eigentlich nur von a nach bwollen sollen. Bin echt erschüttert.

  27. Bardame sagt:

    Ich weiss genau, was du meinst, Torsten.
    Ich arbeite seit sieben Jahren als Kellnerin (ist im Prinzip das Gleiche wie Psychologin/Kindergärtnerin/Putzfrau/Animateurin/Sklavin, hee hee) und habe auch das Gefühl, dass die Hemmschwelle und das Niveau der Menschen seit einiger Zeit stark absinken.

    Auch ich bin dann letztes Jahr von der Nacht- in die Tagschicht gewechselt… ;)
    Da ist es ein bisschen besser.

    Trotzdem: Serviceindustrie ist zum Kotzen.
    Baldige Neuorientierung erwünscht.
    Wenn nur nicht das Trinkgeld so verlockend wäre… Zauberwort “steuerfrei”! :)

    Wer war das hier mit den zwölf Euro Stundenlohn?
    Ich krieg sechs.
    Mit ohne Kranken-, Renten- Wasauchimmer-Versicherung, Urlaub, Weihnachtsgeld oder Ähnlichem.
    Wer kann drunterbieten?


    Lese Deinen Blog schon ewig und gerne; ist aber mein erster Kommentar, glaube ich.
    Bin gespannt, wie es mit Dir weitergeht.


    P.S.: Ja, zieh doch nach Kiel!
    Auch, wenn ich demnächst nach Niedersachsen umziehe, war ich doch vierzehn Jahre lang hier sehr glücklich! :)

  28. Nanny sagt:

    Oh man, echt gefährlich, Dein Job!!! Vielleicht klappt es ja bald mit einer neuen Arbeitsstelle?! Ich wünsche Dir viel Glück.

  29. Nadine sagt:

    Ich wünsche Dir auf viel Glück! Dein Artikel ist echt sehr nett geschrieben und Du kommst super sympatisch rüber. Aslo, ich drück Dir die Daumen, dass Du bald einen anderen, nicht so gefährlichen Job findest.

  30. Mario sagt:

    “Friert Euch meinetwegen den Arsch ab, Bastards.” :) ))

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