Briten V
Bisher habe ich hier ja eigentlich nur mehr oder weniger positive Erfahrungen mit britischen Fahrgästen ausgeplaudert.
Aber heute Nacht haben es sich gleich zwei davon zur Aufgabe gemacht, die allgemeinen Vorurteile über britische Soldaten zu bestätigen. Schade eigentlich…
Die erste Fahrt ging vom “Auld Triangle” zur Panzerkaserne “Barker” an der Driburger Straße. Der Fahrgast sieht mein festeingebautes Telefon, reißt den Hörer runter und will anfangen zu wählen. Nachdem ich ihm zum dritten Mal erklärt habe, daß er sich nicht in einer Telefonzelle befindet, muß ich ihm tatsächlich den Hörer aus der Hand nehmen, um weitere Spielereien zu vermeiden…
Nützte aber wenig. Als nächster versucht er wie ein Irrer auf dem Taxameter rumzudrücken. Auch hier einige Versuche, ihm klarzumachen, daß das teuer für ihn werden könnte… Keine erkennbare Reaktion. Erst als ich kurz auf die Bremse trete (und seine Nase plötzlich nur noch eine Handbreit von der Windschutzscheibe entfernt ist) begreift er, daß es mir ernst ist.
Den Rest der Fahrt mault er nur noch rum. Die einzig verständlichen Worte waren fuck, fucking, bastard, german, blabla…
Seinen hinten sitzenden Kollegen war das Ganze immerhin peinlich genug, ein ordentliches Trinkgeld auf den Fahrpreis draufzulegen.
Gleich bei der übernächsten Fahrt kams dann noch besser.
Vom Triangle sollte es zum Savoy gehen, eine Dienstag-Standard-Fahrt also. Bereits nach 500m stellte der “Infanterist” fest, daß er nur noch ein paar Groschen in der Tasche hatte. Also auf zur Kaserne “Alanbrooke” an der Elsener Straße. Kurz davor an einer Volksbank meinte er, er müsse an den Geldautomaten. Er steigt aus, täuscht kurz an und läuft Richtung Kaserne. Ich also wieder ins Auto und hinterher. Obwohl ich dem Guard unmißverständlich klar mache, daß das Taxi noch nicht bezahlt ist, lässt er ihn passieren (ohne Kontrolle der ID-Card…).
Also muß ich zum Guard-Room und erkläre mein Problem. 30 Sekunden später stehen 5 verschlafene Uniformierte um mich rum, hören sich die Personbeschreibung an und schwärmen aus, um den Idioten Vollspacken Zugedröhnten Zechpreller Flüchtling zu suchen. Schon 10 Minuten später sind sie wieder da und überreichen mir den Fahrpreis. Vermutlich wird dieser Soldat die nächsten Tage keinen Ausgang mehr bekommen…
Natürlich habe ich mir bei der ganzen Aktion schon die Frage gestellt, ob man nicht einfach die paar Euro abschreibt und gut is… Das Problem dabei: Wenn sich rumspricht, daß man mit Taxifahrern so umgehen kann, wird das nicht die ganz große Ausnahme, sondern der Normalfall werden. Wie so oft gilt auch hier: Wehret den Anfängen.
19. August 2005 um 09:08 chilibean(Quote)
Ich muß grad an den Briten denken, der damals die Xanadu Schaufensterscheibe eingeworfen hat, um uns eine Playstation und diverse Spiele zu klauen…. Dummerweise hat er dabei seinen Ausweis in der Auslage verloren und bei der Spindkontrolle am nächsten Tag, wurde dann das Diebesgut in seinem Spind gefunden. Das war dem grünen Bäumchenblatt sogar einen kleinen Artikel wert.
23. September 2005 um
[...] Heute wars mal ziemlich angenehm. Natürlich war auch wieder einer dabei, der seine Flossen an überall hatte… Telefon, Funk, Fahrermappe. Nix war vor ihm sicher. Aber das kennen wir ja schon. [...]