Ein echter Held

Er kam grad aus dem Kriegseinsatz in Afghanistan zurück, der britische Jüngling. Und erzählte mir nicht ohne Stolz, daß ein echter, amtlicher Held ist.

Frisch ausgezeichnet. Mit Orden. Weil er im Einsatz einem Kumpel das Leben gerettet hat. Der wurde angeschossen und dabei lebensbedrohlich verletzt. Und mein Fahrgast hat ihn aus dem Kugelhagel gezogen und persönlich kilometerweit zurück ins Camp getragen.

Vermutlich war das nichtmal übertrieben. Momentan kommen die Soldaten schubweise von dort zurück. Und viele von ihnen waren dort in Kämpfe verwickelt. Zehn “Paderborner” haben den Krieg nicht überlebt, etliche werden den Rest ihres Lebens mit schweren Behinderungen kämpfen. Und fast alle werden wohl psychisch nicht mehr die sein, die sie noch vor ein paar Monaten waren.

Alles bekannt und auch schon mehrfach hier Thema gewesen.

Bemerkenswert war allerdings der Anlass für seine Erzählung…

Er weigerte sich mit eben dieser Begründung beharrlich, sich anzuschnallen. Wer erlebt hat, was er erlebt hat, hat offensichtlich keine Angst mehr vor Straßenverkehr in Paderborn.

Oder ist unsterblich. Mindestens.

14 Antworten zu “Ein echter Held”

  1. Frau N aus P sagt:

    Die haben ja gestern in Gütersloh schon alle ihre Medals bekommen. Und die Paderborner nächste Woche wenn alle zurück gekommen sind.
    Seltsam der Gedanke, daß einer der Jungs (19 Jahre alt) mich im letzten Sommer im Limericks noch leidenschaftlich geknutscht hat (einfach mal so) und dann der erste war, der auf dieser “Tour” draufging. Einfach so.
    Krieg is eben kein Sandkastenspiel. Besser wärs, keine ginge hin.

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Jupp, das wäre echt besser. Wird aber wohl nicht so schnell passieren…

  3. CCA sagt:

    Schwierig. Einseits haben die Amis und Briten keine Wehrpflicht, man kann also davon ausgehen dass die Jungs sich bewusst für den Militärdienst und die damit verbundenen Risiken entschieden haben. Andererseits sind viele auch nur dort weil sie keinen anderen Broterwerb gefunden haben, nicht weil sie gerne Krieg spielen wollten.

  4. Frau N aus P sagt:

    Weil man ja auch mit 16 noch nich weiß was da auf einen zukommt.. Die sehen da ja nur: 23 Jahre sicherer Job, 24H Bezahlung rund um die Uhr, umsonst im Ausland leben können, Training in Canada und an anderen coolen Orten usw. Is doch verständlich.

  5. Nik sagt:

    Erst gurten, dann spurten!

    Wäre doch echt dämlich, den Krieg in Afghanisten zu überleben und dann bei einem kleinem Autounfall zu sterben, weil man nicht angeschnallt war.

  6. Wolfy sagt:

    Andererseits hat er vielleicht darauf spekuliert, bei einem Krach zu überleben aber so verletzt zu sein, dass er nicht mehr ins Krisengebiet geschickt wird?

  7. Westfalica sagt:

    Muss wohl n ziemlicher Idiot sein. Erst in nem sinnlosen Krieg mitspielen und dann im Taxi draufgehen wollen…

    Naja, Darwin und so…

  8. Christopher sagt:

    Naja…
    Also ich hab im weiteren Bekanntenkreis auch jemanden, der von der Bundeswehr ins Ausland geschickt wurde und sich seitdem nicht mehr anschnallt.
    Allerdings mit der Begründung, dass er dort bei einem “Angriff” im Fahrzeug beschossen wurde und einige seiner Kameraden nicht wirklich zügig aus dem Fahrzeug raus konnten.
    Und dieser Gedanke versetzt Ihn in Panik, daher verzichtet er lieber auf den Gurt.

  9. Too much information - Papierkorb - Nachtgeschichten vom 4. Mai 2012 sagt:

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  10. Otto sagt:

    @Christopher: Die Argumentation kann ich durchaus nachvollziehen. Allerding dachte ich, dass die sich Kriegsgebiet ohnehin nicht anschnallen um eben schnell genug aus dem Fahrzeig raus zu kommen (und auch im Fahrzeug handlungsfähig zu bleiben).

  11. Rückkehrer sagt:

    @ Otto:

    Ich war selber 2x in AFG.
    Je nach Auftrag und Fahrzeug haben wir uns nicht angeschnallt weil es das Material schlicht nicht ermöglicht.
    Kommt immer drauf an wo man ist und was man tut.

    Man konnte argumentieren das sich nicht angeschnallt wird weil man sonst nicht schnell rauskommt.

    Ich war in der Regel Kommandant auf meinem Fahrzeug, d.h. ich sagte was Phase war.

    Je nach Tour habe ich volle Kampfbeladung befohlen, da war nix mehr mit Anschnallen weils auch einfach nicht ging.
    Wir hatten allerdings auch touren wo ich befohlen hab nur in Weste zu fahren um sich anschnallen zu können und den rest der Ausrüstung eben Griffbereit zu haben.

  12. Stefan sagt:

    @Rückkehrer
    Du scheint ja richtig geil aufs Befehlen zu sein.

    Kriegsspieler sollten erwachsen werden. Ihr verteidigt nicht mehr die Freiheit des Westens sondern lässt Euch für Privatinteressen ausnutzen.

  13. Rückkehrer sagt:

    :)
    Es war klar das ich mich für meine Entscheidung damals zur Bundeswehr gegangen zu sein rechtfertigen muss.

    Aber nett deine Ansicht zu lesen, warum du mich allerdings persönlich angreifen musst und mich als Kind darstellst erschließt sich mir nicht.

    Ich habe auch keinen Fetisch fürs Befehlen, sondern habe Verantwortung für mehrere junge leben tragen dürfen.

    Ich bin vor 10Jahren zu den Streitkräften gegangen und war mir der Konsequenzen durchaus bewusst.

    Als Kriegsspieler muss ich mich allerdings nicht bezeichnen lassen… also Troll dich bitte.

  14. Too much information - Papierkorb - Nachtgeschichten vom 4. Mai 2012 sagt:

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