Wirtschaftsinformatiker…

Ich glaube, ich sollte dringend mal neue Kategorien einführen. “Studenten” wäre sicher eine gute Ergänzung. ;)

Mein Beifahrer an diesem Abend (sie waren zu viert unterwegs) erwähnte beim Small-Talk auch mal kurz, was er so beruflich macht:

“Student, Wirtschaftsinformatik. Drittes Semester und ich muß sagen: Läuft ganz gut!”.

Dann gings ans Bezahlen. Sieben Euro und dreißig Cent wollte ich gern haben.

Also haben alle ihre Taschen geleert und Kleingeld nach vorne zum Wirtschaftsinformatiker gereicht. Er zählt… und nach einer kurzen Pause verkündet er: “Ich hab jetzt 6,80. Hat noch einer was. Da fehlt noch was…”.

Pause.

Man hörte regelrecht sein Hirn arbeiten, um rauszufinden, wieviel da noch fehlte. Aber er kam nicht drauf.

Ich hab ihm dann leise “Noch 50 Cent…” zugeflüstert. Nach ebenso leisem “Danke” drehte er sich um und verkündete: “Wir brauchen noch 50 Cent!”

Sicherlich spielte Alkohol eine wichtige Rolle bei dieser amüsanten Geschichte. Aber das so ein Blackout ausgerechnet einem Studenten passiert, der mit Zahlen und Geld umgehen können soll… :D

27 Antworten zu “Wirtschaftsinformatiker…”

  1. someone sagt:

    Du kannst doch von einem Wirtschaftsinformatiker nicht verlangen, dass der rechnen kann. tss… wie kannst du nur. Die sind doch zu höherem Managment berufen!!

  2. Torsten Bentrup sagt:

    Manchmal bin ich aber auch einfach zu naiv… ;)

  3. Hoeller sagt:

    He, he, das kenne ich nur zu gut. Ähnlich geht es so manchem Kunden an der Tankstelle, an der ich so manche Nachtschicht schiebe. Bin übrigens auch Student, aber mit Mathe hab´ ich nix am Hut.
    PS: Sehr genialer Blog, bin früher selbst mal ne Zeit Taxi gefahren und habe schon eine ganze Odyssee von verschiedenen Jobs durch. Ich kann da vieles Nachempfinden. Vielleicht sollte ich da auch nochmal meine Lieblingsgeschichte veröffentlichen bei mir….
    Gruß Hoeller

  4. Mario sagt:

    Naja, Wirtschaftsinformatiker: Da hat es weder für Informatik, noch für BWL gereicht.

  5. Jean Pierre sagt:

    Bei der Wirtschaftsinformatik beschränkt sich die Statistik und Mathematik (zum Glück *g*) auf ein Minimum, ich würde sagen, vermutlich genauso viel wie das auch ein “normaler” BWLer, VWLer etc. pauken muss — man studiert ja (meist absichtlich!) nicht Mathe.
    Als Rechenknechte haben wir die Mathematiker und zum Geld durch die Gegend schieben die BWLer — oder wie mein Professor mal sagte: “Als Wirtschaftsinformatiker können Sie von allem ein bisschen, aber nichts richtig.”

    Die WI-Ausbildung ist zu vielseitig, um alle Studenten über einen Kamm zu scheren, die unterschiedlichsten Vertiefungsrichtungen (ERP-Systeme [SAP], Programmierung, IT-Sicherheit etc.) können z.B. dazu führen, dass auch ein Absolvent immer noch kaum Ahnung vom Programmieren hat (der wird dann einfach SAP-Consultant).

    Aber hoffen wir dennoch mal, dass die mangelhafte Lösung dieser beispielhaften Rechenaufgabe dem in ausreichender Menge konsumierten Alkohol zuzuschreiben ist, das wäre nämlich sonst schon ZIEMLICH peinlich für den Herrn :-)

  6. Ben sagt:

    Kumpel von mir ist Dpl.Mathematiker. Der kann nicht sonderlich gut rechnen. Braucht er aber auch nicht, er hatte eigentlich nur mit 1, 2, pi und e zu tun. Die “Drecksarbeit” tun die Fachinformatiker ;-)

  7. Night-Walker sagt:

    Was glausbte warume s Wirtschaftsinformatiker heisst?
    Die Rechenarbeit lässt man den Computer machen ;)

  8. Erik sagt:

    Siehe dazu einen Eintrag im netdigest (http://tinyurl.com/9uboh):

    Das hat weniger was mit Unkenntnis der SI-Einheiten zu tun, sondern vielmehr mit dem sehr weit verbreiteten Irrglauben, Mathematiker könnten rechnen. Mathematiker können _Mathematik_. _Rechnen_ können Kaufleute.

  9. Christian sagt:

    War [b]das[/b] eine Absicht?

    “Also haben alle ihre Taschen [b]gelernt[/b] und Kleingeld nach vorne zum Wirtschaftsinformatiker gereicht.”

    Studenten gelernt geleert ;)

    Passt irgendwie… ;)

  10. Christian sagt:

    Irgendwie hat das oben nicht geklappt mit dem BB-Code, und dadurch hat sich noch eine neue Aussage gebildet. :D

    Eigentlich sollte es Studenten [Doppelpfeil] gelernt [Doppelfpeil] geleert heißen. ;)

  11. Alphager sagt:

    Wirtschaftinformatiker können wirklich _nix_ richtig.
    Weder BWL (da bekommen sie genausoviel Wissen eingetrichtet wie wir normalen Informatiker), noch Informatik an sich.

  12. Torsten Bentrup sagt:

    @Christian: Nee, leider keine Absicht. Danke für den Hinweis, ich habs korrigiert.

  13. Dany sagt:

    das ist total unfair von euch! ich bin WI-lerin im 3. Semester!!! Wirtschaftsinformatik hat sehr viel mit BWL/VWL zu tun, auch sehr viel mit Mathe, und in der Informatik benötigt man auch sehr oft Mathe!!! Das immer alle denken müssen das WI nichts halbes und nicht ganzes ist. Stimmt gar nicht. Das man nicht Informatik sowie BWL/VWL nicht so intensiv in diesem Studiengang macht ist klar. Aber ich selber muss sagen wir haben sehr viel Informatik, sogar mehr als ein Kumpel von mir der reine Informatik studiert hat (der hatte z.B. nicht so viele Semester Programmierung, und SAP hatte er auch nicht. Und im BWL/VWL Bereich muss man sich auch viel selbst erarbeiten. Trotzdem ist es intensiv. Ich war 3 Jahre auf einem Wirtschaftsgymnasium, hatte also dort schon bvwl und bis jetzt habe ich in 1 1/2 jahre auch den ganzen stoff durchgenommen wie in der Schule (na ja bis auf Geldpolitik ;) )

  14. Budenzauberin sagt:

    Da passt ja ein bißchen auch diese meine Geschichte hin:
    http://budenzauberin.twoday.net/stories/14067...

  15. Jean Pierre sagt:

    @Dany: WI ist die Kerndisziplin zwischen Wirtschaft (BWL, VWL) und Informatik. Ich habe selber WI studiert, von daher würde ich mir ja mit meinem Kommentar nicht ins eigene Fleisch schneiden ;-)

    Natürlich umfasst auch das WI-Studium viel Mathe (und ich hoffe wirklich inständig, dass der obige taxifahrerende Kollege solch eine Rechenaufgabe im “Normalzustand” hinbekommt), aber da WI ein interdisziplinärer Studiengang ist, sitzt man halt überall ein wenig zwischen den Stühlen… Im Vergleich zu Mathestudenten macht man zu wenig Mathe, gegenüber BWLern und “reinen” Informatikern verfügt man auch nicht über das entsprechend vertiefte Fachwissen.

    Die Ausrichtung des Studiums ist von Hochschule zu Hochschule stark unterschiedlich, manche orientieren sich sehr an der Informatik, andere eben mehr an BWL. Ich persönlich habe mich im Hauptstudium so weit wie möglich von BWL verabschiedet, verfüge daher in diesem Bereich “nur” über die Grundkenntnisse und habe mich stattdessen auf Spezialgebiete innerhalb der Informatik spezialisiert — und bis jetzt bin ich (beruflich) damit sehr gut gefahren.

    Ein Wirtschaftsinformatiker soll die Anwender verstehen und Probleme aus der Praxis in ein Computersystem überführen und damit lösen können — ich denke, dafür sind wir auch gut geeignet. Die Berechnung von optimalen Stückmengen und Produktions-Auslastungen können dann die BWLer machen und die Informatiker programmieren den Algorithmus, der das dann passend im System verwurstet :)

  16. Claudia sagt:

    >>Als Wirtschaftsinformatiker können Sie von allem ein bisschen, aber nichts richtig.

    *lach* Das kenne ich. Ich habs mal mit Informatik versucht (sogar in Paderborn :-) ) … die Mathematik haben die Mathematiker übernommen, das Programmieren die Programmierer … da fragt man sich manchmal wirklich, wozu die Informatiker noch gut waren *lach*

  17. Andreas Dittes sagt:

    “Drittes Semester” – naja, vielleicht lernen die (Kopf)-Rechnen ja erst ein paar Semester später…
    Bleibt nur die Hoffnung, dass er es mit einem Taschenrechner in der Hand vielleicht geschafft hätte… ;)

  18. Nit sagt:

    Also Winfos haben definitiv nix mit Zahlen und Geld zu tun. Winfos haben was mit Buzz-Words zu tun, und zwar Hauptberuflich.

    Dennoch, gerade der breite Überblick ohne zu große Tiefe ist der Vorteil an diesem Fach. Man weiss einfach ungefähr, was es alles gibt und für konkrete Einsätze liest man sich dann die nötige Tiefe an. Ich muss nicht wissen, wie XSLT und Kostenrechnung im einzelnen funktioniert, ich muss nur wissen, dass beide Dinge existieren … und Google.

    -Nit-

  19. Torsten Bentrup sagt:

    @Dany: Nimms Dir bitte nicht so zu Herzen. Einer meiner Lieblingssprüche ist: “Verallgemeinerungen sind falsch. Immer und alle!”.

    Der Onkel macht nur Spaß und da muß halt gelegentlich mal eine zufällig aufgefallene Gruppe dran glauben. Mal sinds die Höxteraner, mal die Studenten allgemein (oder Primi-Mäuse oder Winfos), mal die Polizei, mal die Kokser, mal die Besorgungsfahrtenbesteller, mal die …

    Letztendlich habe ich vor den meisten Studenten fetten Respekt. Die “guten” sieht man halt seltener nachts im Taxi. ;)

  20. eco sagt:

    Hmm, ich bin ja Studienlos, aber nachdem wir mal nen Informatikstudenten aushilfsweise hatten (war schon recht weit, also kein Studienanfänger)… Das man sich in einem Job einarbeiten muss, ist klar. Aber ich musste ihm wirklich elementare Dinge zeigen. Sowas wie Nutzerrechte usw. Das hat mich schon nachdenklich gestimmt. Aber vielleicht war der die Ausnahme (hoffe ich).

  21. F_A sagt:

    Wir rechnen nicht im Kopf. Wir schreiben … ähm, kaufen uns dafür ein Programm.

  22. Erik sagt:

    Okay, nochmal für eco:
    Studieren = Theorie
    Arbeiten = Praxis
    Den Rest überlasse ich dir.

    Man kann Informatik studieren ohne je am Rechner gesessen zu haben!

  23. *der Verarschte* sagt:

    LOL

  24. connz sagt:

    Um das hier nochmal klarzustellen: Mathematik hat sehr wenig bis gar nichts mit tatsachlichem rechnen zu tun. mein prof hat letztens tatsächlich 10 sekunden lang nachgedacht, ehe er 11 + 3 ausgerechnet hatte :) Dass Mathematiker wie bescheuert mit zahlen jonglieren, ist ein weitverbreiteter irrglaube. also völlig normal, dass der winfo student da nicht direkt die richtige antwort parat hatte, die übung machts :)

  25. Wirtschaftsinformatiker sagt:

    Lach mich tot, bin selber WI-Student – und ja, das passt zu den heutigen Studenten… Aber läuft ja ganz gut ;)

  26. Norbert sagt:

    Naja, wie heißt es so schön: Mathematiker und Informatiker, die das als LK hatten, rechnen 1+1 mit dem Taschenrechner :)

  27. Damian sagt:

    Rechnen wird bereits in der Grundschule gelehrt, nicht erst im WI-Studium. Und ich denke es ist vielen wenn nicht allen schon mal passiert in einem kurzen Blackout die einfachsten Rechenaufgaben nicht lösen zu können. Peinlich und manchmal lustig ist es trotzdem..

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