34

Schon beim Weg zum Taxi kämpfte sie mit den Tränen, im Wagen konnte sie dann nicht mehr.

Nach ein paar Minuten hatte sie sich dann gefangen und fing an zu erzählen.

Von der Freundin, die sie grad wahrscheinlich zum letzten Mal gesehen hat. Die heute nach England reist um dort ihre letzten Tage oder bestenfalls noch Wochen zu verbringen. In die Heimat, um dort zu sterben. Krebs im Endstadium. Mit 34.

Life is a bitch!

10 Antworten zu “34”

  1. Alwaysbelaxly sagt:

    Was soll man sagen… eigentlich paßt ein Wort sehr gut:
    SCHEIßE!!!!!

  2. Stefan sagt:

    Das erinnert mich an meine beste Freundin, sie starb mit 19 an Krebs.

    Sowas zeigt aber wieder, ein Jahr inner Droschke macht vier Semester Psychologie wett …

  3. Alex sagt:

    Sowas macht mich auch immer richtig fertig. Aber da sieht man auch mal, welche Qualifikationen ein Taxifahrer haben muss (@Torsten: Kannste ja mal nen eigenes Thema zu aufmachen ;-) ):
    Fahrer – (Kinder-)Betreuer – Psychologe – Sozialarbeiter – Seelsorger – Fremdenführer – (Nachhilfe-)Lehrer – Kofferträger …

  4. Klaus Hintze sagt:

    Das wäre kein Job für mich – so etwas nimmt mich immer arg mit.
    Wie gehst Du damit um? Ignore oder läuft Dir das tagelang nach?

  5. Erik sagt:

    @Alex: die hohe Qualfikationsstufe der Taxifahrer erklärt natürlich auch die Preise B-)

  6. hugo sagt:

    @ Alex: Um mich selbst zu zitieren: “Ich bin Taxi gefahren, mir ist nichts menschliches mehr fremd.”

  7. Alex sagt:

    Es ist auch immer wieder interessant, wie schnell die Passagiere einem die persönlichsten Gefühle offenbaren. Viele sind einfach froh, es jemandem zu erzählen, den sie vielleicht nie wiedersehen, einfach nur, dass es von der Seele ist.
    Ich hatte einmal eine schwangere Frau vom Frauenarzt abgeholt. Hier die Kurzform des Gesprächs: Ich: “Glückwunsch!” – Sie: “Zwillinge.” – “Noch besser…” – “Mein Mann hat mich letzte Woche verlassen” – “…” – “Er weiß noch nicht, dass es Zwillinge sind; er wollte, dass ich das Kind (!) abtreibe.” – “!!!” – “Er hat das gemeinsame Haus, was auf seinen Namen lief, verkauft. Er hat das gemeinsame Auto, was auf ihn angemeldet war, verkauft. Nun muss ich mit den 2 schon vorhandenen Kindern binnen eines Monats aus dem Haus ausziehen.” – “Auch nicht schlecht. Zahlt er wenigstens?” – “Von wegen. Das muss ich noch einklagen…”.
    Wir sind dann bei dem Mann vorbeigefahren (er wohnte wieder bei Muttern), haben ihm das Ultraschallphoto und den Befund seiner 2 Nachkömmlinge in den Briefkasten geworfen und ich habe sie dann zu einer Freundin gebracht – erst mal nen Kaffee trinken.
    Die Frau habe ich nie wieder gesehen…

  8. fritz sagt:

    JA, life is a bitch , und es gibt hin und wieder Tage an denen ICH mich frage warum ich Taxi fahre ! Mir geht es so das ich manche Dinge nicht abstreifen kann, pünklich zum feierabend um sechs ! Manchmal hilft ein wenig Zynismus so wie ein Schild, das dicke Fell das man sich halt wachsen lassen muss, und manchmal braucht es ein freihes Wochenende um zu vergessen . . . . . . .

  9. Stembär sagt:

    Ich hab echt schlucken müssen… für solche Sachen bin ich einfach nicht dickfellig genug… das Leben ist ungerecht und es trifft immer die Falschen…

  10. Torsten Bentrup sagt:

    @Klaus Hintze: Ich komm da eigentlich ziemlich gut mit zurecht. Im Verdrängen bin ich große Klasse…

    @Alex: Das ist sicher der wichtigste Punkt, der die Zunge lockert: Man sieht den Fahrer eher selten wieder. Dazu ist natürlich auch oft Alkohol als “Quasselwasser” mit im Spiel.

    @fritz: Zynismus, Sarkasmus, dickes Fell… Spielt alles eine Rolle. Ohne kann man meiner Meinung nach heute kaum noch durchs Leben gehen. Das Elend lauert ja für Leute mit offenen Augen inzwischen an jeder Straßenecke in der einen oder anderen Form.

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