Politisches
(Symbolbild)
Gestern abend, 20.12 Uhr. Der Fahrgast springt von der Kneipe ins Taxi:
“Mensch, jetzt hab ich mich völlig verquasselt. Ich wollte doch den Dutschke-Film sehen. Bring mich schnell nach Hause!”
“Kein Thema, in den ersten fünf Minuten passiert bestimmt eh nichts!”
20.17 Uhr, Ankunft vor seiner Haustür und Geldübergabe. Eigentlich hätte er jetzt wunderbar seinen Film gucken können. Aber da er mich schon unterwegs über ganz, ganz viele politische Zusammenhänge aufgeklärt hat, konnte er ja jetzt nicht einfach so aufhören zu reden.
In den nächsten Minuten erfuhr ich viele Dinge. Dinge, die ich nicht wissen wollte. Dinge, die ich nicht glauben konnte. Dinge, die ich schon wusste.
Es ging um die Entwicklung der Demokratie. Finanzhilfen für Griechenland. Griechische Philosophen der letzten paar tausend Jahre und ihre Meinung zu den unterschiedlichsten Staatsformen. Und warum Gregor Gysi und Oskar Lafontaine eigentlich total tolle, schlaue und nette Leute sind…
Ausgestiegen ist er dann, als ich ihm klar mitteilte, daß ich niemals eine Partei ernstnehmen oder gar wählen könnte, die solche Witzfiguren als Vorsitzende beschäftigt.
Geht doch!
Aber irgendwie schon blöd, daß er damit die einzige Viertelstunde verquatscht hat, in der es an den Kasernen ein bißchen lief… Macht mir die Linken auch nicht wirklich sympathischer!
Das andere Ende der demokratischen Parteien ist übrigens auch nicht soo viel besser. Als unsere Bundesmerkel letztens in Paderborn war, durfte ich anschließend von einem ihrer Anhänger den Spruch hören:
“Die CDU hat schon die Wahl gewonnen. Die Wähler sind ja auch zu blöd, die gehen gar nicht erst wählen!”
Wenn es sowas wie Gerechtigkeit gibt, wird dieser Spruch mit der Abwahl am 9. Mai bestraft!
Andererseits fällt mir seit Jahren auch nichts anderes als “Protest” ein, wenn ich den Wahlzettel sehe. Zur Auswahl stehen irgendwie immer nur Arschlöcher oder Parteien, die eh auf lange Sicht keine Regierungsbeteiligung erreichen werden. Mist.

28. April 2010 um 10:05 Marcel(Quote)
Ich habe die Piraten gewählt und ich würde immer wieder die Piraten wählen. Auf lange Sicht werden die vermutlich schon Erfolg haben. Und wenn die mich dann enttäuschen sollten, wähl ich halt wieder eine andere Partei. Hauptsache nichts aus den bekannten Reihen
28. April 2010 um 10:08 Torsten Bentrup(Quote)
Ich komme grade vom wählen. Und rate mal, welche Partei für mich das kleinste Übel war?
28. April 2010 um 10:10 oxy(Quote)
“Kleine” Parteien wählen die zwar nicht unbedingt ins Parlament kommen macht durchaus Sinn.
Einerseits bekommen Parteien für jede Wählerstimme Wahlkampferstattung (deshalb sollte man auch nicht aus Protest die NPD wählen, weil sonst unterstützt man die braunen Klappspaten finanziell).
Andererseits lenkt es die Aufmerksamkeit der Volksparteien/Regierung ggf bei Erfolg der Kleinparteien dann auf die Partei. Bei Ein-Themenparteien (was die kleinen Parteien meistens sind) kann damit dann unter Umständen schon eine relativ klare Botschaft verbunden sein, die unter Umständen auch gehört wird. Aktuelles Beispiel bei der letzten Bundestagswahl war da z.B. die Piratenpartei.
Aber bevor ich so Wurstparteien wie CDU, SPD oder FDP unterstütze würde ich persönlich lieber das Wählen sein lassen.
28. April 2010 um 10:21 AlexK(Quote)
Letzter Absatz:
Hm, eine solche Ausdrucksweise und Verallgemeinerung bin ich von dir nicht gewöhnt und finde ich schade.
LG, Alex
28. April 2010 um 10:30 Torsten Bentrup(Quote)
Nenn es Politikverdrossenheit.
Oder schau Dir an, wie man heutzutage Berufspolitiker wird: Wer nicht aggressiv alle Konkurrenten wegschubst, notfalls mit unlauteren Mitteln, kommt nie in verantwortliche Positionen. Kompetenz ist eher hinderlich, kann man ganz wunderbar sehen, wenn mal wieder die Ministerposten umverteilt werden.
Ja, mich kotzen inzwischen unsere Politikdarsteller dermaßen an, daß ich keine anderen Worte mehr verwenden möchte. Und das haben alle Parteien mit Regierungsbeteiligung in den letzten 20 Jahren zusammen geschafft, die Unterschiede sind nur noch minimal.
28. April 2010 um 10:47 Thomas(Quote)
“Ausgestiegen ist er dann, als ich ihm klar mitteilte, daß ich niemals eine Partei ernstnehmen oder gar wählen könnte, die solche Witzfiguren als Vorsitzende beschäftigt.”
Dann musst Du Dich ja bei den anderen Parteien wohl vor Lachkrämpfen schütteln und Wahlen generell boykottieren.
Gibt es eigentlich eine Steigerung für Witzfiguren? Mit dem Begriff möchte ich Leute wie Westerwelle, Merkel und den Wendehals Gabriel garnicht adeln. Für mich sind das ganz traurige Gestalten, die außer durch Inkompetenz durch nichts glänzen.
Da lobe ich mir doch Witzfiguren, die wenigstens etwas volkswirtschaftlichen Verstand und Kenntniss des Völkerrechts und der Menschenrechte beweisen und für die der Begriff soziale Gerechtigkeit mehr Inhalt hat als die Worthülse, die uns von den drei oben genannten präsentiert wird.
28. April 2010 um 11:10 Nick(Quote)
Hallo Thomas,
wenn du mir erklärst was es mit volkswirtschaftlichem Verstand zutun hat, Steuern für Unternehmen und Millionäre erhöhen zu wollen und einen flächendeckenden Mindestlohn für das richtige Mittel gegen eine Wirtschaftskrise zu halten, dann schreibe ich gerne die volkswirtschaftliche Grundliteratur für dich um.
Herr Gysi und Herr Lafontaine sind mediengeile Fähnchen im Wind, die keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben.
Und wenn es eine RTLII Partei gäbe und man sich dort medienwirksam profilieren könnte, wären die beiden innerhalb von Sekunden Parteivorsitzende.
28. April 2010 um 12:59 WhiteWolf(Quote)
Das Problem in unserer Form der Demokratie liegt doch einfach darin, dass wir Parteien wählen…
Um erfolgreicher Politiker zu sein muss man sich bei seiner Partei einschleimen, den richtigen Leuten der Partei in den Arsch kriechen und prinzipiell den Dampfer “Die Partei hat immer recht” fahren, sonst ist man ganz schnell Hinterbänkler oder gar nicht erst aufgestellt. Und ja, ich weiß wo der Slogan herkommt, aber das gilt flächendeckend für alle etablierten großen Parteien in Deutschland.
Da jeder Politiker jahrelang keinen Grund hat sich um die Leute zu sorgen und zu kümmern die ihn letztendlich wählen müssen, weil er bis zu den Schultern im Allerwertesten der Partei steckt, müssen wir uns nicht wundern, dass jede Regierung nichts wirkliches für die Menschen, sondern nur für den eigenen Machterhalt tut.
Das ist das Kernproblem unserer in Deutschland ausgeübten Demokratie. Wir müssten umdenken, und entweder unser demokratisches Modell umschichten (Schweiz, USA anyone?), oder wenigstens die Direktwahl unserer Abgeordneten einführen, damit endlich mal wieder Leute da sitzen die wirklich vom VOLK gewählt wurde.
28. April 2010 um 13:20 Michael(Quote)
Vielleicht solltest Du Dir mal folgendes Video von Herrn Gysi anschauen und dann Deine Meinung über Ihn nochmals überdenken: http://www.youtube.com/watch?v=zNHEBpH1am0
28. April 2010 um 14:34 Andi(Quote)
Kleiner Tipp an alle Nichtwähler oder Leute, die ihr Kreuz nur noch aus Pflichtbewusstsein machen.
Geht trotzdem zur Wahlurne. Und gebt dort eine ungültige Stimme ab. Kreuz über den ganzen Wahlschein oder zuviel Kreuze z.B. Für jede abgegebene Stimme bekommen die Parteien nämlich Wahlkostenerstattung. Gleiches gilt dann aber auch für alle Nichtwähler. Die werden in die Parteienergebnisse mit eingerechnet.
Einzige Möglichkeit, dass zu unterbinden. Eine ungültige Stimme. Dann bekommen die Parteien gar nichts. Ist zwar nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Aber zumindest beruhigt es das eigene Gewissen.
28. April 2010 um 15:42 Charlie(Quote)
Weshalb Gysi und Lafontaine “Witzfiguren” sein sollen, erschließt sich mir nicht – insbesondere dann, wenn man sie neben die Parteispitzen der übrigen schwarz-gelb-rot-grünen Bande stellt. Es scheint, als seist auch Du der neoliberalen Propaganda auf den Leim gegangen – eine umfassende und vor allem faire Berichterstattung über die Linkspartei gibt es in der deutschen Massenmedienlandschaft nämlich nicht.
Dabei dürfte doch jedem, der Dein Blog liest, klar sein, dass Du ein zutiefst sozialdemokratisches Herz hast. Dass nun ausgerechnet Du (wie so viele andere Sozialdemokraten auch) ausgerechnet die einzige Partei ablehnst, die sozialdemokratische Ziele nicht nur rhetorisch propagiert, sondern sie auch verwirklichen will, ist wohl der geballten (Konzern-)Medienmacht zu verdanken. Oder kannst Du argumentativ belegen, dass Gysi und Lafontaine in Deinen Augen “Witzfiguren” sind? Und wie kommst Du zu der Schlussfolgerung: “Der Vorsitzende ist eine Witzfigur, daher ist die Partei als Ganzes ein Witz bzw. nicht wählbar”? Mit einer solchen infantilen Argumentationskette könnte man so ziemlich jede Partei oder Organisation diskreditieren, ohne sich inhaltlich mit ihr auseinandergesetzt zu haben.
Im Übrigen gilt aber für alle Bürger: Geht unbedingt wählen! Eine “ungültig gemachte” Stimme juckt die etablierten Schlipsträger nicht im geringsten, darüber lachen sie nur – ebenso wie über eine sinkende Wahlbeteiligung. Das einzige, was diese schwarze-gelb-rot-grüne Bande fürchtet, sind gültige Wählerstimmen für andere Parteien. Und dass diese Protestkreuzchen nicht im rechten Spektrum gesetzt werden sollten, dürfte für denkende Menschen eigentlich selbstverständlich sein.
28. April 2010 um 15:54 Thomas(Quote)
@ Nick: Lies weiter Deine Bild-Zeitung
Und… ja, die derzeit neoliberal geprägte volkswirtschaftliche Grundliteratur a la Friedman und Co. muß wirklich umgeschrieben werden
28. April 2010 um 15:59 Beatrix(Quote)
Ich schließe mich WhiteWolf an. Wir haben eine Parteienherrschaft und keine Volksherrschaft…
Sonst würde das Wählen wohl mehr Leuten Spaß machen…
28. April 2010 um 16:47 Donalbain(Quote)
@Nick: Klar, das ist jetzt das neueste Argument, dass Mindestlöhne in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht zu machen und schädlich wären. Interessant finde ich nur, dass die selben Leute auch schon gegen Mindestlöhne waren, als noch keine Wirtschaftskrise herrschte, die Wirtschaftskrise wird also nur vorgeschoben.
Merkwürdig ist auch, dass viele Länder, die viel ungezügelter als wir hier der freien Marktwirtschaft fröhnen, Mindestlöhne haben, es diese in Deutschland , das sich ja immer schön mit dem Prädikat “Soziale Marktwirtschaft” schmückt, aber nicht gibt. Würde mich schon mal interessieren, vielleicht kannst du es mir ja mal mit der “Volkswirtschaftlichen Grundliteratur” erklären….obwohl, angesichts der momentanen Ereignisse muss die sowieso umgeschrieben werden.
Ach so, zu der ganzen Geschichte noch eins: “Unser” aktueller Landtagskandidat der CDU hier in Paderborn – seinen Namen nenne ich jetzt mal besser nicht, ich verrate nur, dass er (bezeichnenderweise?) Bankkaufmann ist – hat sich auch gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen, “verlangt aber als Vertreter der sozialen Marktwirtschaft einen würdevollen Lohn höher als drei!!! Euro die Stunde.” Jepp, 3€, ich habe mich weder vertippt, noch mache ich einen Scherz. Aber da weiß man doch wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll.
28. April 2010 um 17:06 Kreuzfahrtinspektor(Quote)
Wenn die Parteien weniger ideologisch – in Reihe geschaltet – agieren würden, als pragmatisch wäre schonmal viel gewonnen. Ansonsten misst man der Politik wohl zuviel Gestaltungsmöglichkeiten zu: eigentlich wechseln die Parteien doch regelmäßig, und jeder, der mal dran war, wird dann wieder abgewählt, und das Spiel geht von vorne los.
Einfach das geringste/geringere Übel zu wählen oder anhand konkreter Entscheidungen abzustimmen oder eben ungültig wählen, ist schonmal besser als garnicht zu wählen.
28. April 2010 um 17:36 anonym(Quote)
Daß jemand die ganzen Parteien und Politiker satt hat, kann ich bestens verstehen. Auch ich gehe schon ein gutes Jahrzehnt nicht mehr wählen. Dennoch, bei aller Ablehnung würde es m. E. nicht schaden, wenn man an manchen Stellen etwas differenzierter Kritik übt.
Ich persönlich schätze den wirtschaftspolitischen Sachverstand von Lafontaine (und Gysi) doch um einiges höher ein als den von beispielsweise Westerwelle oder ähnlichen Personen (abgesehen von der Frage, von welchen Dingen Westerwelle überhaupt etwas versteht). Man mag sehr vielen Politiker nicht trauen; dennoch halte ich es für eine Mär, daß sich alle diese Leute in Kompetenz/Inkompetenz und dgl. überhaupt nicht unterscheiden.
Die neoliberalen Einflüsse der letzten Jahre (die z. B. auch vom “Spiegel” transportiert wurden) haben doch offenbar Teile der Gesellschaft nicht unerheblich beeinflußt. Wenn man nur einmal bedenkt, mit welchen Halbwahrheiten ein H. W. Sinn sich seit etlichen Jahren ständig in den Medien äußern darf.
28. April 2010 um 17:48 anonym(Quote)
Es wird ja seit Jahren behauptet, wer nicht an den Wahlen teilnimmt, sollte besser doch hingehen und einen ungültigen Zettel abgeben. Ich kann dem wenig Geschmack abgewinnen, zumal das Ergebnis letztlich, unter praktischen Gesichtspunkten, dasselbe ist.
Die vielen Nichtwähler sprechen doch jetzt schon eine deutliche Sprache. Wer also Augen hat und sie benutzt …
Wenn es konkret um die Wahlen geht, wird ja die Presse plötzlich staatstragend; noch vor zehn bis fünfzehn Jahren durfte man in der Zeitung (seriöses Blatt) im Kommentar lesen, wer nicht zur Wahl geht, ist eben zu dumm, zu faul oder hat keinerlei Ahnung. Wenn viel mehr Leute ungültige Wahlzettel abgäben, dann würde die Journaille vmtl. schreiben, ein Drittel der Deutschen ist zu blöd, die Wahlzettel korrekt auszufüllen. Wie sie es eben gerade brauchen.
28. April 2010 um 19:21 Markus(Quote)
Nicht das ich gegen die kleinen Parteien bin, aber ein richtiges Programm hat die Piratenpartei momentan noch nicht
klar, freie Netze aber darauf kann man kein Land aufbauen bzw. stabil halten
und Kreuzfahrtinspektor hat schon das Richtige erwähnt, die Parteien folgen halt ihrem Programm und nicht, was dem Volk gut tut
man schaut das man Gesetz X durchbekommt, weil Chef A das gesagt hat
frag mich dann immer, wieviele der Politiker wirklich hinter der Sache stehen?
jeder denkt nur für sich und macht die andere Partei schlecht, aber statt zusammen zu arbeiten immer quer stellen, egal ob CDU, SPD, Grüne usw… das kann nicht im Sinne des Volkes sein, aber das nennt man dann Demokratie
28. April 2010 um 20:05 F_A(Quote)
Es ging doch wohl nicht darum, in eine ernsthafte Diskussion einzusteigen, sondern eine Nervensäge loszuwerden. Da kann ich so drastische Worte gut verstehen und was anderes hilft auch sicher nicht.
28. April 2010 um 20:13 Markus(Quote)
aber interessanter wird es, wenn man es immer weiter pusht und am Ende komplett vom “Ursprung” wegkommt
28. April 2010 um 23:38 michiausp(Quote)
Kumpel von mir macht immer folgendes: Wahlzettel, ab in die Kabine, großflächig draufschreiben: “Ihr könnt mich ALLE am Arsch lecken ” …und ab in die Urne.
29. April 2010 um 00:19 MichiK(Quote)
Zum Thema Mindestlohn fällt mir eigentlich immer nur eines ein: Wer gegen einen Mindestlohn ist, der findet es gut, dass Leute für einen Lohn arbeiten gehen müssen, der nicht fürs Überleben reicht.
Wie soll man denn z.B. Hartz-IV-Empfänger motivieren, sich Arbeit zu suchen, wenn sie dann am Ende möglicherweise als “Aufstocker” enden und zwar den ganzen Tag arbeiten müssen, aber am Monatsende ohne einen Cent mehr dastehen?
Um der FDP mal gekonnt das Wort im Mund umzudrehen: Arbeit muss sich wieder lohnen! Und damit arbeiten gehen sich lohnt, müssen die Löhne auch ein gewisses Mindestniveau überschreiten!
29. April 2010 um 06:32 Andi(Quote)
Sollte bei denen eigentlich ja auch heissen: Arbeit muss sich wieder (für unsere Klientel) lohnen. Von daher kann man es ihnen nicht vorwerfen.
29. April 2010 um 09:18 Marcel(Quote)
Mindestlohn ist ne tolle Sache, ich befürchte nur, dass die Grundpreise an die Grundgehälter angepasst werden.
“Der Kunde verdient doch den Mindestlohn, also kann man Produkt X ruhig teurer machen”.
29. April 2010 um 09:58 Kurt(Quote)
@ Andi:
Wahlen in Deutschland brauchen keine Mindestbeteiligung. Ungültige Stimmen beeinflussen deshalb das Wahlergebnis nicht. Weder bei der prozentualen Berechnung der Stimmanteile der Parteien noch bei der Kostenerstattung. Die Zahl der ungültigen Stimmen wird als Fußnote genannt und entsprechend wenig beachtet.
29. April 2010 um 10:15 Thomas(Quote)
@ MichiK: Der Spruch der FDP besagt doch folgendes: Arbeit (der Arbeitnehmer) muß sich wieder (für den Arbeitgeber) Lohnen. Schade daß damals (im Wahlkampf) so wenig Leut zwischen den Worten hören wolten
29. April 2010 um 10:25 FlyingT(Quote)
Aber die Linken erzählen doch immer alle HartzIVler wollen so gerne arbeiten… jetzt bin ich verwirrt. Ich dachte “einen Job” zu haben wäre die Motivation, weil HartzIVler sozial ausgegrenzt sind und man mit dem Geld nicht leben kann? Wie stellen die Leute sich das denn vor aus dem strudel der Langzeitarbeitlosikeit zu kommen wenn man nicht nach jeden Strohhalm greift und versucht sich von unten hoch zuarbeiten ? Warten bis nach 5 Jahren ALG2 der Traumjob mit bomben bezahlung kommt ? Als Motivation könnte auch das gute Vorbild für die Kinder herhalten, wobei den ganzen tag zuhause sitzen zeigt den Kindern auch wie man es machen kann.
Traurig traurig das wir in einem Land leben wo die Leute lieber anderen auf der Tasche liegen statt fürs selbe Geld zu arbeiten. Achne ALG2 Bezüge wachsen ja auf Bäumen…
Und zum Thema warum Lafo ne Witzfigur ist reicht mir ein Blick auf die Duelle Merz gegen Lafontaine
29. April 2010 um 10:56 Alf(Quote)
Beim Thema Wahl gehen wohl die meisten Meinungen außeinander.
Die Stammwähler/Retner oder auch die jenigen die keine Veränderungen wünschen werden wohl immer bei ihrer CDU/SDP bleiben. Leider aufgrund der Alterstruktur wohl der größte Teil.
Die Unternehmen, Reichen und sonst alle die jenigen die keine Probleme im Leben kennen außer das Ihr Monatlicher Flug nach Italien gestrichen wurde, werden immer bei der FDP bleiben. Den nur die kümmern sich auch “ernsthaft” um die “Probleme” eben dieser.
Naja was bleibt da denn noch? Nicht Wählen hat überhaupt keinen Zweck, außer das die Steuern erhöht werden müssen weil die einzelnen PArtein weniger Geld bekommen haben. Dann holen die sich das eben über einen anderen Weg.
Bleibt halt nur noch übrig eine Kleine Partei zu wählen und zu hoffen das sich möglichst viele für diese entscheiden.
29. April 2010 um 11:26 Andi(Quote)
Traurig in einem Land zu leben, in dem es eine immer höhere Umverteilung nach oben geht. Wo Konzerne Gewinne einfahren, ohne auf das Wohl der eigenen Angestellten zu achten. Wo Banken sich verzocken dürfen, damit der Steuerzahler hinterher einspringen muss.
Während der kleine Mann abgestraft wird, wenn er nicht für 5 € die Stunde nebst Gefühl der Frohnarbeit arbeiten will. Sondern sich auch so langsam aus der Solidargemeinschaft verabschiedet und es genauso macht wie die “Oberen” und nur noch zusieht, dass er seinen eigenen Arsch an die Wand bekommt. Egal wie.
DAS finde ich traurig.
29. April 2010 um 11:48 FlyingT(Quote)
Wenn Banken riesige Gewinne machen, dafür Steuern zahlen und ihren Angestellten ein gutes Gehalt zahlen ist alles normal… brauch man ja auch nicht sagen gut gemacht oder ähnliches ist ja eben normal. Machen Banken in einem Jahr Minus und der Staat hilft ihnen, dieses eine Jahr mit Penauts im Vergleich was der Staat durch die Jahre, ach Jahrzehnte, wo die Banken Gewinne gemacht haben eingenommen haben, Ist das geschrei gross wie das nur sein kann.
Ich mein Ok ist wie beim Fussball, sorgt der Trainer für 3 Meisterschaften ist er der gefeierte Held und es kann keinen besseren geben, verliert er 2 Spiele in folge muss er weg weil so nen Vollpfosten wie den hatte man noch nie und selber kann man es eh viel besser.
Den schliesslich bringt man selber ununterbrochen höchstleistung und erlaubt sich nie fehler, warum sollte dann so ein Übermensch wie ein Banker sich einen fehler erlauben dürfen?
29. April 2010 um 11:57 WhiteWolf(Quote)
Ich wollte mich auf diese Stammtischdiskussion über die politischen Ansichten und ob jetzt eine Partei “sozial” ist oder Schmarotzer untersützt eigentlich nicht einlassen.
Aber das Argument mit den Banken rollt mir wirklich die Zehennägel hoch.
Die Banken haben kein Jahr “Minus” gemacht weils ein schlechtes Jahr war, sondern weil sie Misswirtschaft getrieben haben. Misswirtschaft im Sinne einer unregulierten Marktwirtschaft!
Also genau das was FDP und Konsorten doch eigentlich verlangen. Warum also soll der Steuerzahler dafür aufkommen?
Zumal ich die Behauptung aufstelle, dass die HRE zum Beispiel mitnichten über 100 MILLIARDEN Euro an Steuern gezahlt hat.
Und selbst WENN sie das hat, warum sollte sie ein Recht darauf haben die zurückzubekommen, nur weil sie der Meinung war spekulieren zu wollen?
Das wäre wie wenn ein jahrzehntelanger Steuerzahler im Spielcasino auf Pump mehrere Hunderttausende Schulden macht und danach vom Staat die auf einen Schlag, sofort und in voller Höhe übernommen haben will, weil er ja mindestens, wenn nicht sogar mehr, an Steuern bezahlt hat.
Was ihre Abschlussfrage angeht:
Natürlich dürfen Banken Fehler machen, aber wenn sie diese aus Geldgier begehen und nichts anderes waren die letzten Jahre, dann sollten sie auch die Konsequenzen spüren und Pleite gehen, anstatt JETZT um Hilfe zu schreien und vorher immer zu sagen “Staat halt dich raus”…
29. April 2010 um 12:01 anonym(Quote)
Obwohl es um Banken ursprünglich gar nicht ging: Es ist doch jedes Wort richtig, das WhiteWolf hier gerade schrieb.
29. April 2010 um 22:10 Fischblase(Quote)
Sie hätten es von den Bonus-Empfängern zurückholen müssen, ganz einfach, denn wo ein Bonus ist, darf ein Malus nicht fehlen.
Mit dem Geld hätte man Jahrzehnte kostenlose Kitas und Unis anbieten können, da wäre das Geld sicherlich besser aufgehoben gewesen, jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wann die Bombe wieder platzt.
29. April 2010 um 23:12 Tiffy(Quote)
“Ich komme grade vom wählen. Und rate mal, welche Partei für mich das kleinste Übel war? ”
Bestimmt die Elfenbeinfarbenen.
30. April 2010 um 21:04 derDummkopf(Quote)
Die größte Firma hier am Ort hat über 10 Jahre keine Körperschaftssteuer gezahlt. Wo sie jetzt mal welche gezahlt hat stand es in der Zeitung.
Die Banken haben die meisten Geschäfte ausserhalb der Bilanz in Steuerparadiesen wie Irland gemacht.
Die Deutsche Bank hat das Rettungspaket definiert.
http://www.dr-hankel.de/prof-hankel-uber-die-...
Dem Steinbrück muss man auch alles aufschreiben. Das heisst, er ist ein Idiot und jetzt weich gefallen.
Wer es an die Spitze schafft, ist notwendig machtgeil. Nur deshalb sind sie auch kriegsgeil. Sie wollen unbedingt einen Sitz im Sicherheisrat.
1. Mai 2010 um 06:23 jandives(Quote)
Auf lange Sicht? Was ist denn das?
Zum Glueck beteilige ich mich an dem Wahlzirkus hier aus der Dominikanischen Republik nicht. Bei uns sind alle korrupt und man weiss es. Da muss ich eure korrupten Marionetten nicht waehlen.
3. Mai 2010 um 08:08 Nick(Quote)
@Thomas
Schade, dass du dich mit so einer Aussage selbst disqualifizierst.
Aber, dass Anhänger der Linken nur im polemisieren groß sind und jeglicher ernsthaften Diskussion aus dem Weg gehen, ist ja nicht erst durch die Genossen Gysi und Lafontaine bekannt.
Das liegt wohl leider daran, dass bei Traumlandparteien(anhängern) für Diskussionen das wirtschaftliche Hintergrundwissen fehlt.
3. Mai 2010 um 08:16 Nick(Quote)
@Donalbain:
Nicht ganz richtig. Flächendeckende Mindestlöhne sind auch außerhalb von Zeiten mit Wirtschaftskrise schädlich.
Ich möchte nicht zu weit ausholen, aber ich erkläre es dir mal in einem kurzen Beispiel (auf die Mehrkosten für Unternehmen möchte ich jetzt hier nicht eingehen, das sollte jedem klar sein):
Nimm mal das Lohnniveau von Mecklenburg-Vorpommern und das Lohnniveau von München.
Jetzt setzt du einer Branche einen bestimmten Mindestlohn vor, der dann in beiden Bundesländern umgesetzt wird.
Ist das jetzt sozial gerecht?
Oder schreit dann der Münchner nach noch einem höheren Lohn, weil die Lebenshaltungskosten in München viel höher sind?
Ich habe nie bestritten, dass viele Menschen in Deutschland viel zu wenig verdienen. Allerdings sollte man die richtigen Maßnahmen dagegen ergreifen und nicht wild nach Mindestlöhnen schreien.
3. Mai 2010 um 12:51 anonym(Quote)
Gut, daß die Rechten solche tollen Durchblicker sind, besonders auf die Wirtschaft bezogen! Wenn man an die Namen Merkel, Niebel, Pinkwart, Westerwelle usw. denkt, dann fällt einem auf, daß diese Leute allesamt weder fundiert überlegen noch handeln können bzw. wollen. Spielt ja auch keine Rolle, die Hauptsache ist, man hat sich an die Macht gemogelt, und dann macht man einfach (meistens) das, was die Wirtschaft will. Kompetenz hat aber jedenfalls ein anderes Gesicht als das von Brüderle.
3. Mai 2010 um 16:06 Donalbain(Quote)
@Nick:
die von dir angesprochenen Mehrkosten für die Unternehmen, das ist ja schon so eine Sache. Wenn es danach ginge, dann sind viele Sachen für die Unternehmen lästig: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Bezahlung von Überstunden, Sonn- und Feiertagszuschläge usw., und entsprechend groß ist in einigen Branchen auch die Tendenz, diese Rechte einfach zu verweigern, was ich persönlich ein Unding finde. Aber zurück zu den Mindestlöhnen.
Das die Lebenshaltungskosten in München höher sind als im Mecklenburg-Vorpommern mag ja sein, aber solche regionalen Unterschiede gibt es ja in den meisten Ländern. Auch in Paris oder London ist sind die Lebenshaltungskosten höher als in strukturschwachen Regionen. Das ist nun einmal so, dafür bieten solche Städte aber auch einfach mehr. Und die Löhne sind in München ja auch höher als in Mecklenburg-Vorpommern, so dass da schon irgendwie ein Verhältnis gegeben ist.
Mit dem Thema Mindestlohn hat das aber nichts zu tun. Ein flächendeckender Mindestlohn (von branchenüblichen Mindestlöhnen habe ich ja nicht gesprochen) soll ja nur nach unten absichern, jeder darf – und sollte – mehr verdienen, heißt ja dementsprechend auch nur “Mindest”-lohn. Da kann dann in Bayern von mir aus auch weiterhin mehr verdient werden als in Mecklenburg-Vorpommern, um mal bei deinem Beispiel zu blieben. Aber niemand – egal wo – sollte für seine Arbeit geringfügiger entlohnt werden, als mit einem bestimmten Betrag. Wo genau man den jetzt in €/h festmacht, das ist dann schon wieder eine andere Frage. Aber so 7,50€ bis 8,50€ in der Stunde scheinen mir da schon recht sinnvoll…und ich wüsste doch gerne, welche Arbeit hier in Deutschland diese Entlohnung nicht wert sein sollte.
Klar wäre es schöner, wenn man auf staatliche Eingriffe verzichten könnte und sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf vernünftige Löhne einigen könnten, aber wenn ich mir die Lohnentwicklung in diesem Land in den letzten Jahren anschaue, dann hat das ganz offensichtlich nicht funktioniert.
3. Mai 2010 um 16:19 anonym(Quote)
Es war und ist nicht zu erwarten, daß jeder von vornherein für einen Mindestlohn in Deutschland ist. Denn ob der Effekt eines Mindestlohns tatsächlich dann so ist, wie man sich das vorher verspricht, ist zumindest etwas fraglich.
Was für Gründe aber oft gegen den Mindestlohn angebracht werden, erschreckt schon. Mit Sachlichkeit oder Ahnung von der Materie hat das meist kaum etwas zu tun. Daß die USA einen Mindestlohn seit den 30ern haben, wird dabei z. B. schlicht ausgeblendet.
3. Mai 2010 um 17:50 Nick(Quote)
@Donalbain:
Die Seite sieht aber leider keiner.
Dass der Unternehmer deutlich mehr als das Gehalt für einen Arbeitnehmer zahlt, der dann auch bei schlechter Arbeit sehr schwer wieder auf die Straße (oder in ein anderes Unternehmen) zu setzen ist (man lobe den Arbeitnehmerschutz in Deutschland, da gibt es Geschichten, die gibt es gar nicht…)
Das Thema Mindestlohn nach unten ist eben auch nicht so einfach. Du kannst den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht allen einfach 8,50€ mindestens zahlen, denn dann müssen die Löhne der Akademiker oder entsprechend besser ausgebildeten auch wieder erhöht werden.
Dazu dann auch noch die Preise, da Unternehmen sonst die Lohnkosten nicht mehr tragen können.
Am Ende bist du dann wieder auf dem gleichen Niveau wie vorher.
Mindestlöhne in anderen Ländern sind schön und gut, aber da gibt es sie eben – wie hier schon geschrieben – deutlich länger.
Ich kann dir nur eins sagen, wenn hier flächendeckende Mindestlöhne im von dir beschriebenen Rahmen eingeführt würden, passiert folgendes:
- Arbeitnehmer, die es betrifft sind glücklich
- Alle anderen beschweren sich lautstark
- Unternehmen werden durch die Mindestlöhne zu Sparmaßnahmen gezwungen
- Arbeitsplätze werden abgebaut
Wie gesagt, ohne Frage, das System im Moment ist weit vom Optimum entfernt, aber die Lösung ist nicht in Mindestlöhnen zu suchen.
Zumindest nicht in Deutschland und nicht jetzt.
3. Mai 2010 um 19:36 Andi(Quote)
- Arbeitnehmer, die es betrifft sind glücklich
Das bezweifle ich. Ich hatte schon einmal die “Ehre” für 7,50 €/Std. arbeiten zu gehen. Glaub mir, ich und auch alle anderen dort waren sicher nicht mit dem Lohn glücklich. Der einzige Vorteil war, dass man wieder etwas zu tun hatte und der Allgemeinheit nicht mehr auf der Tasche liegt. Galt zumindest für mich als Single so. Für jemanden, der von dem Lohn noch jemanden mit durchfüttern muss, mag das dann schon wieder ganz anders aussehen.
- Alle anderen beschweren sich lautstark
Wieso soll sich jemand darüber beschweren, wenn jemand gerade mal eben so viel verdient, dass er sich einen bescheidenen Luxus erlauben kann. Dass jemand endlich so viel Geld verdient, dass der Staat nicht mehr aufstocken muss. Sorry, aber wer so denkt, wie von Dir beschrieben, dem sollte man das Prinzip Sozialstaat noch einmal erklären. Wir reden hier schliesslich nicht von irgendwelchen Topgehältern, sondern von Gehältern wie schon oben beschrieben.
- Unternehmen werden durch die Mindestlöhne zu Sparmaßnahmen gezwungen
Anderes Argument wäre, dass die Leute dann wieder mehr Geld zum Ausgeben hätten, was dann ja wieder den Unternehmen zugute kommt.
- Arbeitsplätze werden abgebaut
s.o.
Achja. Und nicht in jedem Land gibt es den Mindestlohn schon seit 80 Jahren wie in den USA. Da sind auch genügend (europäische) Länder dabei, welche den erst ab 2000 eingeführt haben. Und in Deutschland gibt es auch einen Mindestlohn. Zumindest in einigen Branchen. Macht mich dann doch ein wenig stutzig, dass er dort zu funktionieren scheint, obwohl man da auch vorher den Ruin der jeweiligen Branche heraufbeschworen hat.
3. Mai 2010 um 22:58 Nick(Quote)
@Andi:
- Das bezweifle ich.
Sie sind bestimmt glücklicher als mit 3,50€/Std.
- Wieso soll sich jemand darüber beschweren, [...]
Falls du es noch nicht bemerkt hast, du lebst in Deutschland.
In Deutschland beschwert sich jeder über alles.
Damit war nicht gemeint, dass sich jetzt jemand beschwert, dass ein anderer 7,50€/Std. verdient, sondern vielmehr, dass sich die Leute beschweren, die früher auch schon 7,50€ verdient haben, aber vielleicht 2 Jahre länger zur Schule gegangen sind.
- Anderes Argument wäre, dass die Leute dann wieder mehr Geld zum Ausgeben hätten, was dann ja wieder den Unternehmen zugute kommt.
Wobei das eine Milchmädchenrechnung ist.
Da spielen zu viele Faktoren eine Rolle um das in einem Satz unterbringen zu können.
Die Dampfturbinenindustrie wird davon, dass die Leute dann auch mal Geld in den Einzelhandel bringen, z.B. nicht direkt profitieren.
- Macht mich dann doch ein wenig stutzig, dass er dort zu funktionieren scheint, obwohl man da auch vorher den Ruin der jeweiligen Branche heraufbeschworen hat.
Frag mal die PIN AG, wie gut das funktioniert hat.
Anderes Beispiel wäre die Schweiz, die leben sehr gut ohne Mindestlohn.
4. Mai 2010 um 00:25 Andi(Quote)
Achja, die PIN AG. Ist doch gerade ein schönes Beispiel, dass es mit einem Mindestlohn doch funktioniert. Der Betrieb, welcher sein Erfolgsmodell unter anderem auf niedrige Löhne aufgebaut hat, ist wieder vom Markt.
Meine Post bekomme ich dennoch täglich durch die alte Gelbe Post oder anderen privaten Anbietern, während die Leute die mir die Post bringen nicht mehr für 5 € durch Wind und Wetter müssen. Und, oh Wunder, ich muss dafür nicht einmal Porto-Mehrkosten aufbringen.
4. Mai 2010 um 15:01 Nick(Quote)
Die PIN AG gibt es aber noch. Sie hat allerdings Filialen schließen müssen und Personal abgebaut.
Das heißt, dafür, dass ein paar Mitarbeiter jetzt wieder mehr zum Leben haben, sind andere arbeitslos.
Ist das das Ziel?
Wieso sagen wir dann nicht schon von vornherein, alle ziehen Lose und 50% der Angestellten werden entlassen.
Das dadurch gesparte Geld wird dann auf die anderen umgelegt.
4. Mai 2010 um 18:03 Andi(Quote)
Dann gibt es sie eben (leider) noch. Nur eben nicht mehr in der damaligen Form.
Aber selbst, wenn dort Mitarbeiter durch die Einführung eines Mindestlohn entlassen worden sind, ist das nur zu begrüßen. Auf ein Unternehmen, welches sein Erfolg auf niedrigste Löhne (unter dem Existenzminimum!) aufbaut, keine Betriebsräte zulässt, das Streikrecht verwehrt, kann ich zumindest dankbar verzichten.
Wenn das Deine Lösung ist, um Arbeitsplätze zu erschaffen, dann tut es mir echt leid
Davon ab wurden so die Arbeitsplätze gesichert, bei denen der Arbeitnehmer einen erträglichen Lohn bekommt. Wo sie davon leben können, ohne dass der Staat mal wieder aufstocken muss. Ein weit verbreitetes Übel, welches leider zuviel ausgenutzt wird.
Die wären dann nämlich alsbald entlassen worden. Durften so aber ihren Job behalten.
8. Mai 2010 um 17:20 Nick(Quote)
Du vergisst dabei immer, dass auch Menschen (so schlecht das ist), die unter dem Existenzminimum verdienen und noch Hilfe vom Staat beziehen müssen
1. Nicht die VOLLE Hilfe vom Staat beziehen, was vorallem für den Staat ganz schön ist und
2. Im Arbeitsleben sind.
Die meisten vergessen, dass im Arbeitsleben zu sein die halbe Miete ist.
Wenn ich mich irgendwo bewerbe, wird der Arbeitgeber, wenn er sich zwischen einem Langzeitarbeitslosen und einem Mitarbeiter der PIN AG entscheiden muss, nimmt er bei gleicher Qualifikation immer letzteres.
Zusätzlich wäre es für mich als Arbeitsloser schon viel angenehmer zumindest nicht den ganzen Tag zuhause zu sitzen.
ABER davon abgesehen, heiße ich es auch nicht gut, DASS es soetwas geben muss.
Aber solange man das Problem nicht DURCHDACHT in den Griff bekommt, hilft das Schreien nach Mindestlöhnen nicht!
8. Mai 2010 um
[...] Donalbain schrieb vor ein paar Tagen in seinem Kommentar: “[…]Ach so, zu der ganzen Geschichte noch eins: “Unser” aktueller Landtagskandidat der CDU hier in Paderborn – seinen Namen nenne ich jetzt mal besser nicht, ich verrate nur, dass er (bezeichnenderweise?) Bankkaufmann ist – hat sich auch gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen, “verlangt aber als Vertreter der sozialen Marktwirtschaft einen würdevollen Lohn höher als drei!!! Euro die Stunde.” Jepp, 3€, ich habe mich weder vertippt, noch mache ich einen Scherz. Aber da weiß man doch wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll.” [...]