Riiiisiko!
Der leicht angeschickerte Fahrgast, gut über 40 Jahre alt, stieg am Taxistand ein und nannte als Fahrtziel einen Vorort, gute 15 Euro entfernt.
Nach ein paar hundert Metern kam dann die Ansage:
“Ich hab aber kein Geld dabei. Mußte 5 Minuten warten, ich hol welches aus dem Haus.”
“Kein Problem. Du hast doch bestimmt ein Handy dabei, daß Du mir als Pfand da lassen kannst, oder?”
“Nö.”
“Geldbörse?”
“Nö.”
“Papiere? Ausweis?”
“Nö.”
“Gar nichts?”
“Nö. Nur den Haustürschlüssel.”
Okay, die meisten Zechpreller klären den Fahrer nicht sofort über die Zahlungsunfähigkeit auf. nach reiflicher Überlegung hab ich mich entschlossen, die Fahrt weiter durchzuführen.
“Ich wohne $Straße, aber Du kannst mich an $AndereStraßeInDerNähe rauslassen. Ich geh dann durch den Fußweg.”
“Ähem, da würde ich dann schon gerne mit zu Dir an die Haustür gehen.”
“Och, ist nicht nötig.”
“Doch, definitiv.”
“Okay. Du bist aber ganz schön mißtrauisch!”
Hmm, jetzt wurde mir dann ein wenig mulmiger. Aber auf halber Strecke war es dann auch egal.
Mein Vertrauen wurde dann auch nicht enttäuscht, er hat brav bezahlt und sich bedankt. Aber zur Nachahmung würde ich sowas keinem Kollegen empfehlen, die Fahrt über war ich doch extrem unentspannt…
16. November 2009 um 09:34 Andi(Quote)
“Einmal zur Kneipe XY bitte.” und drückt mir ihren Perso in die Hand.
*Wtfh* “Zentrale, Fehlfahrt.”
“Fährst Du uns zur Disse XY? Haben aber kein Geld.”
*Piss Dich ver* “Äh, selbstverständlich…… NICHT!”
“Aber wir sind doch hübsch.”
“Nö. Gukki0815Mickischicki-Fließbandware.”
(Wie ich diese Art von, tschuldi, Weiber hasse).
So isses bei uns Beiden denn ja dieses Mal gut ausgegangen mit den Leuten, die kein Geld dabei hatten. Ich zumindest war am WE dann auch mal wieder am grübeln.
Ist doch immer wieder interessant, wie selbstverständlich manch ein Zeitgenosse meint, sich einfach so ins Taxi setzen zu können, obwohl kein Geld dabei.
Hab dann mal selbst überlegt, es der ich-bezahle-mit-meinem-guten-Perso-Dame nachzuahmen und meine täglichen Einkäufe mit irgendwelchen alten Handys oder Ausweisen zu tätigen. Oder erst einzukaufen, um der Kassiererin zu sagen, ich müsse nur noch eben nach Hause, Geld holen. Oder nach dem Friseurbesuch ohne zu bezahlen rauszustürmen und einen arbeitenden Menschen um seinen Verdienst zu bescheissen. Nach kurzer Überlegung inkl. eigener negativer Prognosen werde ich aber lieber weiterhin genügend Geld mitnehmen, um alles vor Ort zahlen zu können.
16. November 2009 um 09:57 Norbert(Quote)
Und hier ein Beispiel wie man es nicht machen sollte:
- Besorgungsfahrt in einen Stadtteil von PB.
- Klingeln, Tür öffnet sich. Begrüßung.
Bis hierhin schön und gut.
Preis genannt, Kunde geht ins Wohnzimmer zu seinen Kollegen (war grad ne Party)
- Kunde tritt auf Boden sitzenden Freund ins Gesicht (warum weiß ich bis heute nicht)
- Kunde zahlt Preis für Flasche und fährt mit mir zur nächsten Sparkasse um den Fahrpreis zu bezahlen (Fahrt mit inbegriffen)
- Kunde geht zur Bank, 10 Minuten, nichts tut sich
- Fahrer sucht Bank auf (2 waren vorhanden, beide leer)
- Fahrer hält Ausschau, Kunden weg, aber warum, Adresse ist doch bekannt
- Fahrer fährt zur Adresse, schildert Vorfall
- Fahrer leicht genervt, nach weiteren 10 Minuten und wildem rumgesuche nach dem Geld erscheint Kunde locker flockig von hinten: “Ich hab dich noch wegfahren sehen, wollte doch nur noch Brötchen holen”
*GNARF*
Die Bäckerei war ca. 100 entfernt. Hätte man das vorher gesagt, hätten wir uns alle viel Stress ersparen können.
Ich hab auch daraus gelernt, ich werd von nun an schön brav hinterher dackeln und den Bank-Gang kontrollieren. Ich werd schließlich auch nicht jünger…
16. November 2009 um 11:08 DeserTStorM(Quote)
Na da haste aber Glück gehabt was
War aber wohl eher die Ausnahme, dass es so gut ausgeht was.
16. November 2009 um 11:31 Drakoon(Quote)
Also wegen Fahrten bis ca. 20€ mach ich mir normalerweise keinen Kopf.
Wenn der Kunde vor Fahrtantritt bescheid sagt das er kein Geld hat, ev. auch auf der Bank nicht, dann gebe ich meine Priv. Bankverbindung raus und er soll überweisen.
In den letzten ca. 13 Jahen ungefähr 30 Mal gemacht, bis auf Einen haben alle incl. eines netten Trinkgeldes überwiesen.
Einer allerdings erst nach mehr als einem Jahr mit einer netten Entschuldigung.
Bei allen größeren Fahrten gehts zuerst zur Bank, dann kann man immernoch “Nein” sagen.
16. November 2009 um 11:45 Michael(Quote)
Das mit dem Hinterherlaufen kann auch böse ins Auge gehen.
Ist vor ein paar Jahren tatsächlich so passiert:
“Dame” steigt ins Taxi, nennt ein 40,- Euro Ziel, dort steigt sie aus und will erst Geld holen. nach 15 Minuten steigt der Taxifahrer aus und sucht die “Dame”. Die hat inzwischen die Polizei gerufen und erzählt, dass sie verfolgt/belästigt usw wird… Polizei kommt und nimmt das Ganze auf…..
Etwas später wurde eine Frau ermordet, die zuletzt in einem Taxi gesehen wurde. Die Polizei nimmt obigen Taxifahrer fest, weil er ins Täter-Profil passte, er mußte 3 Monate in U-Haft verbringen, bisher er nachweisen konnte, dass er zum Zeitpunkt der Tat in einem Flugzeug gen Süden saß.
Der wahre Täter wurde bis heute nicht gefunden.
War schon eine Riesensauerei und nicht die beste Arbeit der Polizei.
16. November 2009 um 12:12 Norbert(Quote)
@DesertStorm: Also es wäre dann das dritte Mal in meiner Karriere (ich mach das erst nen Jahr) gewesen, das ich kein Geld kriege. Beim ersten Mal wars (wie nennt man das?) Lehrlingsgeld? Blutjung, freut man sich auf ne schöne Bielefeldfahrt, am Ende stellt sich raus, er kann nicht zahlen.
Danach wusste ich das man Vorkasse nimmt.
Ich wäre diesmal wohl auch von Anfang an misstrauischer gewesen, wäre mir die Adresse samt Namen nicht bekannt gewesen.
Schließlich ist es dann für die Polizei ein leichtes Sie ausfindig zu machen;)
Naja, man lernt nie aus:)
16. November 2009 um 12:59 Drakoon(Quote)
@Nobert:
aber mit der Zeit kann man die allermeisten Kunden einschätzen.
Das Lehrgeld bezahlt man
Außerdem kennt man irgendwann seine Pappenheimer, und kann direkt nach Geld fragen, bzw. beim nächsten Mal das Wechselgeld einbehalten um die nicht bezahlte Fahrt zu finanzieren. Gerade zur bzw. meistens von der Kneipe sind es häufig die gleichen Gesichter die kein Geld “mehr” haben.
Bei Fahrten über Landesgrenzen entweder Vorkasse und das Geld bleibt bei einem Kollegen, oder den Chef informieren und das ganze als Rechnungsfahrt angehen
(Dann ist das Risiko woanders)
Gut, ich gebe zu ich bin vielleicht zu optimistisch, aber zumindest hier in DA funktioniert es, und es erspart viel nervige Situationen.
16. November 2009 um 13:25 Norbert(Quote)
Hehe:)
Was hab ich in nem anderen Post gelesen? “Redet mit uns” Ich finde da ist viel wahres dran. Ich hätte ja kein Problem damit gehabt, wenn er gesagt hätte, das er noch frühstück mitnehmen will. Wahrscheinlich wär ich mitgekommen und hätt meins gleich mitbestellt.
Aber wenn man nach 10 Min aussteigt und beide Bankschalter kontrolliert und sieht es steht niemand drin ist man doch schon sehr frustriert für den Augenblick (ich mein die Adresse war nur ca. 100 m Fußweg vonner Bank, da wars nicht ganz so abwegig, das er vielleicht einfach auch nur vergessen hat, das ich da noch stehe) Man kennt das ja Alkohol und Gedächtnis
17. November 2009 um 22:04 driver3367(Quote)
@Norbert,ja das war meinereiner…..Manche leben schon in ihrer eigenen Welt.Mir stieg vor Jahren mal ein stadtbekannter Hirni äh-Kunde ein,schnappt sich MEIN Handy und murmelt:Muss mal telefonieren……!!!!!Jetzt kann ich drüber lachen,aber damals hätt ich ihm das Handy am liebsten dahin geschoben wo kein Licht scheint.Bei genauerer Überlegung hätt ich vorher die Sim-Karte entfernt…hehe
18. November 2009 um 10:32 Donalbain(Quote)
Sehr schön fand ich damals auch den “Wir müssen aber eben noch an $öffentlich-rechtliches-Geldinstitut vorbeifahren!”-Menschen, der sich – als er merkte, dass ihm der Automat nichts mehr ausspuckte – im Vorraum der Bank “verschanzte”.
Schon sehr geil, diese Kleinkind-mäßige Naivität…”Wenn ich mir die Hände vor’s Gesicht halte, dann sieht mich auch keiner mehr!”
Blöderweise hatte ich keine EC-Karte dabei und so habe ich mich dann, angesichts der Tatsache, dass es sich um den “riesigen Betrag” von 4,10€ handelte und Fahrten ohne Ende offen waren, entschlossen, ihn da übernachten zu lassen.
22. November 2009 um 03:42 PHP-Friends(Quote)
Da hätte ich ganz schön Schiss gehabt. Es sollen schon Leute für 15€ umgebracht worden sein oO.