Versagt

Die deutsche Sprache ist komisch. Eigentlich könnte die Überschrift auch “Versprochen” heißen, aber irgendwie mag ich die Doppeldeutigkeit meiner Überschrift… :)

Und irgendwie darf jetzt auch mal wieder was positives hier stehen. Auch gerne als direkter Kontrast zur “Enttäuschung…” letztens, als ich mich verhört habe.

Am Wochenende wurde auf einem Gutshof nähe Wewer eine Hochzeit gefeiert. In den frühen Morgenstunden wollte dann eine Gruppe von dort abgeholt werden.

“Zur Widukindstraße bitte! In der Nähe der Kirche.”

Kein Problem, eine schöne Fahrt zurück nach Paderborn in die Südstadt. Über den Kirchenzusatz hab ich mir keine Gedanken gemacht, in PB liegt alles in der Nähe der Kirche, auch von der Widukindstraße sind es nur wenige Meter zu einer am Querweg…

Ich informierte laut und deutlich den Zentralisten:

“Der 8 zur Widukindstraße!”

Kaum kommen wir über die Bahnhofstraße in Paderborn rein, wurde mein Beifahrer mißtrauisch:

“Äh, wir fahren doch nach Wewer, oder?”

“Hmm, dann haben wir ein Problem. In Wewer gibt es meines Wissens nach keine Widukindstraße, wohl aber hier in Paderborn!”

“Aber ich hab doch gesagt, in der Nähe der Kirche!”

“Nun, der Hinweis auf Wewer hätte mich deutlich schneller stutzig gemacht… Wir müssen also zur Kirche in Wewer?”

“Ja. Die Fahrt kam mir eben auch schon viel länger vor als die Hinfahrt!”

Am Ende der Fahrt war der Fahrpreis dann doppelt so hoch wie auf dem kürzesten Wege. Ich hab langwierige Diskussionen erwartet und bekam stattdessen ein herzliches Dankeschön und ein gutes Trinkgeld. Sehr selten, daß Menschen einfach so akzeptieren, daß der Fehler auf ihrer Seite lag. Herzlichen Dank, sehr angenehm!

Die gesuchte Straße hieß übrigens “Wienekenweg”. Ähnlich, zumindest irgendwie… Aber die kleine Gasse hab ich vorher noch nie gehört oder gar befahren. Nun, wieder eine Wissenslücke gefüllt, vergessen werde ich den Namen sicher nicht mehr. ;)

9 Antworten zu “Versagt”

  1. LeJupp sagt:

    Wäre denn “versprochen” nicht genauso doppeldeutig wie “versagt”?

  2. Tiger sagt:

    Also irgendwie haben die alle da bei der Kirche gewohnt die wollten da alle hin aber ich konnte das wenigstens noch gut verstehen ;) Ach so wollte dir da auch keine Fahrgäste wegnehmen nur der Vito war halt auch besser für die sechs Gäste

    Grüße Tiger

  3. Torsten Bentrup sagt:

    @LeJupp: Doppeldeutig schon, aber dann wären beide Bedeutungen nicht mehr auf das Ereignis zu münzen. Okay, geht auch so nur mit der Brechstange.

    @Tiger: Das war doch nach der ersten Verwirrung (vier bestellte Wagen von zwei verschiedenen Firmen und keiner wusste Bescheid) schon klar. Wir sind ja alle besetzt worden, alles ist gut! :D

  4. guggug sagt:

    wie mein onkel immer sagte ( er war Taxifahrer in Berlin )

    Umwege erweitern die Ortskenntnis!

  5. DeserTStorM sagt:

    Na wenigstens war er einsichtig :-)

    Wenn du aber auch nie weißt, welche Kirche gemeint ist!

  6. Klaus sagt:

    @guggug
    :-) Den muss ich mir merken. :D

  7. Nietnagel sagt:

    Warum sagst du eigentlich “der 8″? Also entweder “Der Torsten fährt…” oder “Die 8 fährt…”. Deins klingt total daneben find ich.

  8. Torsten Bentrup sagt:

    @Nietnagel: Kurzform für “Der Wagen 8″. Meist (wenn nicht soviel los ist und ich nicht an den Grenzen des Funkbereichs bin) kürze ich das auch noch mit “Ich fahre” ab. Wir sind mit maximal 10 Fahrzeugen unterwegs, da erkennt man normalerweise schon an der Stimme, wer da grade funkt.

    “Die 8″ klingt für mich und die meisten meiner Kollegen irgendwie falsch. Genaugenommen haben wir das dem einzigen “Die-Sager” grade abgewöhnt.

    Und “Der Torsten”? Öhm, ich sprech unheimlich selten in der dritten Person von mir. Eigentlich nie. DAS klingt für mich erst richtig daneben! :)

  9. Anapäst sagt:

    ich kenns auch nur mit “die” oder eben ganz ohne artikel. allerdings sind in berlin die nummern auch höher, und “der 13 42″ klingt tatsache noch ne spur dämlicher als “der acht”.

    aber im endeffekt liegts mit absoluter gewissheit mal wieder am dialekt.

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