Das alte Rein-Raus-Spiel
Zugegeben, der Fahrgast war schon deutlich über den Zustand “betrunken” hinaus, nur einen Hauch von “Koma” entfernt. Aber er konnte noch sein Fahrziel nenne und eigenständig einsteigen, daran sind andere schon gescheitert.
Es sollte also zu einer der Stadtkasernen gehen. Während er auf der Rückbank eine gute Schlafposition für die 5-Minuten-Fahrt suchte, fuhr ich so vor mich hin.
Bis zur ersten roten Ampel, verblüffenderweise erwischte uns die erst an der zweiten Kreuzung. Das können Paderborner Ampeln eigentlich besser…
Während ich so auf der Linksabbiegerspur vor mich hin warte, höre ich, wie er versucht, die Tür zu öffnen.
“Hey, what’s up?”
Nix, meint er. Nur will er jetzt lieber aussteigen. Meinen Hinweis auf seine Zahlungspflicht hat er dann auch sofort verstanden und brav bezahlt. Die Hinweise auf die unzureichende Bekleidung bei -10°C und die zwei Kilometer bis zur Kaserne verstand er nicht so richtig…
Blöd, jetzt hatte ich ein Problem. Laufen lassen ging nicht, er wäre nie heile angekommen. Zurück ins Taxi zwingen kann ich ihn auch nicht. Aber im Zweifel muß ich ihn halt im Auge behalten, bis polizeiliche Hilfe eintrifft.
Die Tür fällt zu, ich nehm mein Telefon und wähle langsam die 110. Währenddessen strunkelt er am Heck vorbei (immerhin, richtige Richtung!) und…
…öffnet die Tür auf der anderen Fahrzeugseite, steigt ein und lallt:
“Hi mate, Barker-Barracks please…”
Problem gelöst! Ich durfte ihn dann doch noch bei den Guards abliefern (und ich konnte mit ein bischen Mühe tatsächlich widerstehen, nochmal den vollen Fahrpreis zu verlangen
).
15. Februar 2009 um 09:51 Sabine(Quote)
haha, so ähnlich wie “Und täglich grüßt (die Taxitür) das Murmeltier”
15. Februar 2009 um 10:28 Stefan(Quote)
Genial
Also wenn betrunkene friedlich sind, dann kommen da echt lustige sachen bei raus ^^
15. Februar 2009 um 12:41 jemand(Quote)
Und hat er beide male Trinkgeld gegeben?
15. Februar 2009 um 13:35 Torsten Bentrup(Quote)
@Sabine: DAS wäre eine geile Überschrift gewesen. Meine Anspielung auf “Clockwork Orange” versteht wieder keiner…
@Stefan: Jupp, bei sowas amüsiere ich mich auch immer köstlich.
@jemand: 90% unserer britischen Fahrgäste sind “Mannschaftsdienstgrade”, die geben nahezu grundsätzlich null Trinkgeld. Die wenigen aus den gehobenen Laufbahnen sind netterweise das genaue Gegenteil, die geben auch mal Scheine und entschuldigen sich für den doofen Teil der Army.
15. Februar 2009 um 13:44 Physioblogger(Quote)
Ist ja geil!
Zur einen Tür raus und zur anderen wieder rein.
Ein Glück hattest du noch nicht die Nummer gewählt!
Darfst du eigentlich die Fahrgäste nicht einfach so aussteigen lassen? Bist du dann auch noch für die Verantwrotlich? wie ist denn das??
Musst du die dann solange beobachten bis die Polizei eintrifft?
Kläre mich doch mal auf.
Danke!
Gruß:
Physioblogger
15. Februar 2009 um 14:01 j0nas(Quote)
wenn er ihn laufen gelassen hätte wär das wohl “unterlassene hilfeleistung”, es gab doch vorn paar monate mal einen fall wo polizisten einen total betrunken jugendlichen mitten auf ner landstrasse aus dem auto geschmissen haben.
Der junge hat sich sturzbetrunken auf die fahrbahn gesetzt und wurde überfahren oder is erfroren…
15. Februar 2009 um 14:03 Ulli F. aus L.(Quote)
Na, endlich mal wieder eine Geschichte mit einem Briten in der Hauptrolle. Ich dachte schon, die arbeiten im Winter nicht oder sind alle in den Irak abgereist.
Oder du haettest ein Schild: “Out of bounds” an deinem Taxi anbringen lassen
“Meine Anspielung auf “Clockwork Orange” versteht wieder keiner… ”
Falsch, nur war ich leider nicht schnell genug.
Kubrick hatte in “Uhrwerk Orange” von Burgess wieder einmal eine ideale Vorlage gefunden, um sich als Regisseur austoben zu duerfen. Damit man allerdings den Film richtig einschaetzen kann, sollte man vorher das Buch gelesen haben.
PS: Keine Moloko fuer Gonzo 2
15. Februar 2009 um 14:34 Torsten Bentrup(Quote)
Ich hatte grad neulich einen anderen Fall sehr ähnlicher Art: http://www.taxi-blog.de/wordpress/fahrgaste/1...
Wenn mir jemand nachweisen kann, daß ich die Situation richtig hätte einschätzen müssen, bin ich dran wenn was passiert. Die Geschichte mit den Polizeibeamten und dem Teenager geht in die gleiche Richtung. Wenn jemand offensichtlich hilflos ist, muß man dafür sorgen, daß nichts passiert. Moralisch irgendwie immer, juristisch auf jeden Fall mit verschärften Kriterien bei Menschen, die beruflich in hohem Maße mit solchen Situationen rechnen müssen und deshalb auch eher in die Pflicht zur Hilfeleistung genommen werden. Ein Taxifahrer, der ständig Betrunke befördert, weiß ganz genau, zu was für Dummheiten und Fehleinschätzungen betrunkene Menschen in der Lage sind und wird daran auch vor Gericht gemessen. Und das ist auch gut so.
Festhalten darf ich niemand, das macht dann im Zweifel die Polizei. Bis die da ist, muß ich dann im eigenen Interesse aufpassen, daß der Kandidat nicht abhanden kommt.
@Ulli F.: Die allermeisten sind wirklich im Moment in Afghanistan, dem Irak oder in irgendwelchen Trainingslagern. In Paderborn dürften momentan nur geschätzte 20% der Vollbelegung rumlaufen. Merkt man ziemlich stark, spätestens morgens bei der Abrechnung oder wenn man am frühen Samstagabend über eine Stunde als erster an der Kaserne versauert.
“Clockwork Orange”: Das Buch hab ich schon im Teenyalter verschlungen, den Film durfte ich erst Jahre später sehen. Allein schon aus Jugendschutzgründen… War auch wohl ganz gut so.
PS Moloko: Warum nochmal nicht, irgendwie kommt mir die Warnung bekannt vor. Jetzt muß ich dringend ins Bett, später kann ichs mir bestimmt auch selber googeln.
15. Februar 2009 um 18:47 Tobias(Quote)
Musste schon laut auflachen, als ich gelesen hab, dass er gleich wieder eingestiegen ist.
Es ist doch immer wieder interessant, wie sehr sich manche Menschen abschiessen können und dann doch noch ein Quentchen Konzentration innehaben, um noch auf die Toilette zu kommen.
Oder ins Taxi. Erneut.
15. Februar 2009 um 19:11 ker0zene(Quote)
Pah, der wollte nur ins Blog!
(… wundert mich, das das noch niemandem aufgefallen ist
)
15. Februar 2009 um 20:12 Fiona(Quote)
irschendwie wird das auch nie langweilig bei dir torsten *gg*
15. Februar 2009 um 20:27 Ulli F. aus L.(Quote)
PS: Moloko
Viele Katzen vetragen keine Milch, da ihnen das Enzym Lactase zur Verstoffwechselung der Laktose fehlt. So gelangt die Laktose unverdaut in den Darm und kann zu Durchfaellen fuehren. Kuhmilch gehoert nicht zur natuerlichen Nahrung der Katze und sollte auf keinen Fall als Fluessigkeitsersatz gegeben werden, dafuer gibt es Wasser.
In “Clockwork Orange” handelte es sich bei “Moloko” zudem um ein Milchgetraenk, dem futuristische Drogen zugesetzt waren.
16. Februar 2009 um 04:07 Sash(Quote)
Sehr geile Geschichte!
Die meisten Betrunkenen sind ja wirklich nicht schlimm, sondern eher erheiternd…
16. Februar 2009 um
[...] sich wohl auch dieser Fahrgast und stieg gleich zwei mal beim Taxiblogger [...]
16. Februar 2009 um 12:56 Dave(Quote)
Zu geil die Story
Du kannst aber auch wirklich viel aus dem Leben erzählen
16. Februar 2009 um 18:12 Ly(Quote)
Moloko für Katzen:
Milch mit Katzenminze, oder, als zweitmöglicher Coctail, Milch mit Baldrian
Ob Gonzo 2.0 Milch verträgt lässt sich wohl nur ausprobieren. Gibts Dünnschiss kann man ja alternativ als leckerchen ab und an Katzenmilch aus dem Fachmarkt oder sonstige Laktosefreie Milch geben.
Meine beiden, wie auch andre Katzen die ich kannte, haben Milch gut vertragen. und so einmal die Woche gabs das als Leckerli, sie waren total panne darauf. So sehr, das auch schon mal ne Milchtüte, wenn ich nicht achtgab, vom Tisch fiel..
25. Februar 2009 um
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2. März 2009 um 02:02 freakcommander(Quote)
Das andere Taxi war wohl besser…
3. März 2009 um 07:45 TaxiIngo(Quote)
Da das Taxi stand hat der Tommi das aussteigen besser gemacht als der Fahrgast (Idiot?) hier.
http://www.sol.de/news/A-620-Taxi-Autobahn-Me...
20. April 2009 um 18:53 Gamer(Quote)
Have a Great Time Playing!