Silvesternachlese IV
Und dann gab es auch noch eine leicht dramatische Fahrt, zugleich auch die noch die weiteste und die mit dem besten Umsatz pro Minute.
Ich werde im Ükern frei und schaue am Cube nach transportwilligen Personen. Hmm, die Leute vor der Tür wollen wohl noch weiterfeiern, keine Reaktion aufs Taxi. Fast vorbei seh ich im Augenwinkel einen Arm hochgehen und bremse.
“Können Sie uns nach $Fast50KilometerWeitWeg fahren?”
“Klar, ich bin käuflich!”
“Gottseidank, endlich einer, der sich nicht weigert. Geld spielt keine Rolle, ist ein medizinischer Notfall.”
Der junge Mann hatte Probleme mit seiner Diabetes-Erkrankung, die Medikamente lagen zuhause. Meinen Vorschlag, doch einfach hier ins Krankenhaus zu fahren lehnte er vehement ab, dramatisch würde es erst in einer Stunde. Nun, auch seine Begleiterin bestätigte das und los gings. Wir kamen natürlich auch wohlbehalten an, mir fiel ein Stein vom Herzen.
Von 46 Kilometern waren locker 40 über menschenleere Autobahnen. Keine Dreiviertelstunde hin und zurück für fast 70 Euro Umsatz, das würde ich gerne mal den ganzen Abend machen!
Und ich hab keine Ahnung, warum die Kollegen die Fahrt abgelehnt haben. Schön blöd.
7. Januar 2009 um 02:16 Sash(Quote)
Tja, sowas lobt man sich doch. Eigentlich ist es ja fast schon schön, dass die Kollegen derartige Ängst haben…
7. Januar 2009 um 02:34 Matze(Quote)
@Sash: F1H8 ??
7. Januar 2009 um 03:55 Torsten Bentrup(Quote)
@Sash: Wahrscheinlich hatten die hauptsächlich die alte Regel im Kopf: “Wenn überall Fahrgäste rumstehen, sind kleine Fahrten am lukrativsten!”
Lange Autobahnstrecken sind die Ausnahme von der Regel.
@Matze: Häh, meinst Du vielleicht H*N*?
7. Januar 2009 um 03:57 derber Herbert(Quote)
vielleicht dachten die Kollegen sie müssten leer 50 km zurückfahren.
7. Januar 2009 um 07:20 Andi(Quote)
Hatte ich auch dabei, so eine Tour. 70 Euro für einmal direkt rauf und wieder direkt runter von der Autobahn ohne grosse Fahrt durch die Stadt. Mehr fährt man in der Stadt in einer 3/4 Std. auch nicht ein.
Wär die Fahrt über Landstrassen und Dörfer gegangen, hätte ich sie abgelehnt, aber bei freier Fahrt auf der Autobahn kann man so etwas auch an Sylvester ruhig annehmen. Da stimmt dann nämlich doch wieder die oben zitierte Regel.
7. Januar 2009 um 10:33 Seismo(Quote)
Wie funktioniert denn das bei euch bei Überlandfahrten? Muss da nicht der Retourweg für das Taxi auch bezahlt werden? Bei uns ist das ganz normal da ja diese Fahrt zwanglsäufig einen Verlust darstellen würde. Und was mich auch interessieren würde: wieviel kostet bei euch der Überlandkilometer? Bei uns schwankt das zwischen 2 uns 2,2 Euro pro km je nach Verhandlungsgeschick und Verhalten (freundlich/unfreundlich) des Fahrgasts. Richtsatz wäre dabei eigentlich 2,2 Euro, der Fahrer hat da aber einen gewissen Spielraum.
7. Januar 2009 um 11:42 Sash(Quote)
@Matze:
F1H8? Ich steh irgendwie auf dem Schlauch…
@Torsten:
Danke fürs korrigieren!
Ansonsten: Das wäre natürlich eine Erklärung. Bisher hab ich bei Kollegen, die Fahrten ablehnen, immer nur den Grundsatz “Was nicht schnell Geld bringt, nehme ich nicht an” gesehen. Vielleicht hätte ich doch an Silvester fahren sollen…
@Seismo:
Also mein Chef hat mir als Faustregel 1,6 €/km Überlandfahrt genannt. Dagegen ist es bei euch ja echt lukrativ… aber Berlin scheint in einigem eine Ausnahme zu sein…
7. Januar 2009 um 12:30 guggug(Quote)
F1H8 .. meinst du die Klassenbezeichnungen der Siemensausbildung?
zumindest kommt mir das bekannt vor.. ich war F2H1 ..
7. Januar 2009 um 12:35 Chris(Quote)
dachte eigentlich auch dass man den retourweg mit einberechnet, war da nich mal was?
so größere strecken fahr ich eigentlich nicht mit dem taxi
7. Januar 2009 um 13:00 Seismo(Quote)
ja die 1,6 hatten wir auch mal. Das war so vor 7 bis 8 Jahren. Gott sei dank ist das angestiegen.
7. Januar 2009 um 13:15 Physioblogger(Quote)
Sorry, aber warum wenn es denn ein Notfall ist, fährt man nicht in das Krankenhaus??
Da ist irgendwo ein Haken…die haben dich angeflunkert…
Aber egal…das Geld ist deines…
P.S: Haftet man eigentlich falls in so medizinischen Fahrten etwas passieren sollte??
Würd mich über eine Antwort freuen!
Gruß:
Physioblogger
7. Januar 2009 um 14:10 sternburg(Quote)
Vielleicht waren die, welche die Fahrt abgelehnt haben, ja auch gar keine Kollegen?
Klingt mir ja irgendwie wie die Ansprache eines Menschen, der vorher bereits jeden Kraftfahrer, dem er habhaft werden konnte, gefragt hat, und bei dir entweder des Vogels gar nicht gewahr wurde, oder nicht mehr aus der Rolle herauskam.
Warum die nicht einfach in das nächste Krankenhaus/ zur nächsten Nachtapotheke* gefahren sind, bleibt aber wirklich ein Rätsel. Vielleicht irgendjemand mit panischer Angst vor einem Drogentest?
Zumindest in Fernsehkrimis gibt es ja auch immer wieder die Deppen, die – nach einem Banküberfall angeschossen – sich nicht ins Krankenhaus trauen, weil sie wohl noch nie etwas von ärtztlicher Schweigepflicht gehört haben.
*Bonusfrage: Wissen Taxler (oder deren Zentrale) eigentlich, wo die aktuelle ist?
7. Januar 2009 um 15:04 Ly(Quote)
jetzt steh ich aber voll auf dem Schlauch!
@ Seismo und Sash,
wenn ich euch mal direkt ansprechen darf:
Überlandfahrten, nehmt ihr da MEHR als Normaltarif?
Habt ihr Überlandtarife? Ich glaubs ja nicht. Menno.
Bei uns wird, besonders nachts am WE, häufig für Überland gefeilscht bis zum Umfallen, und es geht immer um weniger als auf die Uhr. Die allermeisten Fahrer halten sich dabei an die Faustregel Uhr – 10% maximal (!), weniger an Geld geht einfach nicht, weil man ja sonst schon drauflegt. Da kann man richtig froh sein, wenn einer einsteigt und einfach auf Tarif fährt, ohne groß zu handeln.
Echt bin ich voll gespannt auf eine Antwort.
7. Januar 2009 um 15:23 Gucky(Quote)
Also ich habe auch noch die alte “Regel” im Hinterkopf (weil mir ältere Taxifahrer das als ich anfing zu fahren gesagt haben), daß kurze Fahrten für den Unternehmer am lukrativsten sind. Wenn man eine clevere Zentrale hat, die die Fahrten so verteilt, daß man von Kneipe zu Kneipe jumpt ohne viel Km zu fahren.
(also jetzt für abends und nachts)
Ich bin in einem kleinen Ort gefahren und es war uns nicht erlaubt, Anschlußfahrten zu machen. Also ich fahre von A nach B und kriege dort eine Fahrt nach C (Orte) und so weiter. Höchstens zurück zum Heimatort.
Sonst mußten wir sehen, daß wir schnellstens auch leer wieder zurück kamen. Weil gerade an so Großkampftagen die Kunden im Ort bedient werden sollten und der Wagen nicht die ganze Nacht unplanbar in der Gegend unterwegs war.
Soviel ich weiß, darf man auch garnicht in einer fremden Stadt Fahrgäste aufnehmen ?
Allerdings wurde jede Fahrt angenommen. Auch wenn sie weiter weg ging.
Aber ich muß auch sagen, daß wir kaum Fahrgäste von der Straße aufgenommen haben, sondern meistens nur zu Anrufen gefahren sind.
Natürlich haben wir bei Großveranstaltungen wenn nix mehr los war, dort auf Fahrgäste gewartet.
Übrigens beinhaltet der Fahrpreis die (leere) Rückfahrt schon !
7. Januar 2009 um 16:06 taxi43(Quote)
hier sind die ersten 4km teurer als alle folgenden. grundpreis 2,90, die ersten 4km jeweils 1,70 und jeder weitere kilometer 1,50. tag wie nacht, montags wie sonntags, 2km wie 200km.
klar sind die kurzfahrten für den unternehmer interessanter, weil man durchaus 130 euro umsatz auf 100km schafft. bei auswärtsfahrten hat man 100 euro auf 130km, das auto braucht mehr sprit, hat mehr verschleiss, der unternehmer gibt also mehr aus als auf den kurzstrecken. was dem fahrer (also mir
) egal ist, ich will nur viel umsatz, was der tank kostet oder wann die winterreifen zerschlissen sind, ist MIR doch egal.
7. Januar 2009 um 16:25 j0nas(Quote)
@ sternburg
wenn einer angeschossen ins krankenhaus kommt gibts sowas wie schweigepflicht nicht… ok vllt schon was der patient dem artzt gesagt hat bleibt unter ihnen, aber die polizei wird aufjedenfall gerufen.
Wieso lehnen soviele leute fahrten ab? gabs nich sowas wie beförderunsgpflicht?
glücklicherweise war ich dieses sylvester nich auf ein taxi angewiesen, einige bekannte auf der party auf der ich war schon, nachdem sie 2std gewartet hatten fiel einer ein das sie ja garnix getrunken hat und doch auch fahren könnte
7. Januar 2009 um 17:23 Marc 'Zugschlus' Haber(Quote)
Diabetiker wissen üblicherweise ziemlich genau was mit ihrem Körper los ist. Gerade in der Notaufnahme läuft man da Gefahr, an einen Frischling zu geraten, der mit einem Patienten, der weiß was zu tun ist, nicht so wirklich klar kommt.
Wenn es wirklich nur darum geht das passende Insulin zu beschaffen ist man mit der Fahrt nach Hause wirklich immer am besten bedient, und schneller ist’s auch noch. Aus der Notaufnahme ist man nämlich nicht nach 45 Minuten wieder draußen.
7. Januar 2009 um 20:27 Andi(Quote)
@ j0nas
Die Beförderungspflicht gilt nur im jeweiligem Pflichtfahrgebiet. Für Touren nach ausserhalb dieses Gebiet gilt, dass sie freiwillig sind. Die Pflicht, solche Fahrten anzunehmen entfällt dann.
Deshalb werden solche Touren über Land an solchen Tagen wie Sylvester meistens abgelehnt. Einfache kaufmännische Rechnung. Bei Überlandtouren hat man eine leere Fahrt zurück. In der Stadt springen einem die Fahrgäste quasi vor das Taxi. Man hat also weniger Leerkilometer = mehr Umsatz.
7. Januar 2009 um 20:46 Ly(Quote)
wobei 20 – 30 Euro fahrten zwischendurch über schnellstraße oder autobahn gar nicht übel sind, du bist ja schnell wieder zurück. solche fahrten gibts bei uns häufiger, leider hab ich die silvester nicht gemacht, nein, nicht weil ich das glück nicht hatte, sondern weil ich schön brav am GPS_Funk, also in der Vollautomatik, eingebucht blieb, und bis auf die letzte Fuhre nicht einziges mal an die halteplätze in der Innenstadt kam, wo die Gäste sich gestapelt haben, ich fuhr so gut wie nur zentralefahrten, bekam sie ständig, fast alles stadtfahrten. Das war das letzte mal. echt. würde jeder im funk bleiben würde sich alles schön verteilen an fahrten. und so bin ich teils quer durch die stadt an potenziellen fahrgästen leer vorbei gefahren um leute an privatadressen abzuholen. muss mal meckern
7. Januar 2009 um 22:28 Andi(Quote)
Tja Ly, wenn es mal alle machen würden. Macht aber kaum einer. So wie ich noch vorletztes Sylvester, als ich auch viel Vermittlung übernommen habe. Von denen dann aber gerade mal die Hälfte noch vor Ort war, weil sie schon bei einen der Kollegen ohne Vermittlung eingestiegen waren.
Dieses Sylvester habe ich dann aber auch meine Überzeugung abgelegt und bin ohne GPS-Kasten gefahren.
8. Januar 2009 um 04:48 sternburg(Quote)
@jonas: statt Vieler (Seite 17 a.E.).
8. Januar 2009 um 10:34 Ly(Quote)
@ Andi,
danke für die Bestätigung, das es woanders nicht anders ist also bei uns. Alles Schlawiner, sag ich
angeblich, so sagt man, ist der ja Mensch lernfähig. Spätestens beim nächsten Stadtfest werd ich das System austricksen. Bissel Zentrale, bissel Halteplätze. So wies passt.
8. Januar 2009 um 11:16 Seismo(Quote)
Ly: ja, der Überlandtarif ist geringfügig teurer als der normale Tarif. Das kommt daher dass beim Überlandtarif die Grundgebühr komplett wegfällt und wie gesagt der Retourweg eingerechnet wird. Der Überlandtarif rechnet sich ab so 8 bis 9 Kilometer, und wird verwendet wenn die Fahrt deutlich aus unserem Tarifgebiet (in dem wir an den verordneten Tarif gebunden sind) hinaus geht. Im Grenzbereich (den Nachbargemeinden) ist es eigentlich üblich mit Taxameter zu fahren obwohl laut Betriebsordnung die Verpflichtung dazu nur im Stadtgebiet gegeben ist. Ausserhalb des Stadtgebiets ist freie Preisvereinbarung verordnet von der Landesregierung. Richtwert dabei ist 1,1 €/km (bzw. 2,2 mit Retourweg). Somit rentieren sich bei uns Überlandfahrten schon meistens, ausser in der Stadt herrscht momentan wirklich Hochbetrieb.
8. Januar 2009 um 13:38 Ly(Quote)
hi, Seismo,
danke für die Antwort. Eure Regelung unterscheidet sich doch im prinzipiellen erheblich von unserer. Zwar ist bei uns, wie überall meine ich, bei Fahrten die ausserhalb des Pflichtfahrgebietes gehen freie Preisvereinbarung, und auch wir schauen, das Grenzbereiche des Pflichtfahrgebietes auf Uhr gefahren werden, aber was darüber hinausgeht gehen die Preisverhandlungen für unter Tarif wie oben beschrieben, Uhr ( incl. Grundgebühr ) – 10% max. Die 10% – Hürde hat sich als Grenze der Wirtschaftlichkeit eingebürgert.
Es gibt immer wieder Fahrgäste, die selbst das nicht einsehen wollen. Da werden für 40,- Euro Fahrten 30,- geboten. Mehr Geld hätten sie nicht, fahren sie dann doch mit dir, weil kein anderer aus der Reihe sie fährt, für 4,- Euro Nachlass, ( wir haben noch was kleingeld gefunden) zahlen sie dann aber mit einem 50er Schein.
Wenn man dann bedenkt das es dann schon mal 4-6 Leute sind die so verhandeln, sie also bis weniger als einen Euro pro Person sparen, aber die ganze Nacht auf Achse waren und viel Geld gelassen haben, kann man verstehen, das man dann ein langes Gesicht macht.
Jedenfalls ist Preise drücken bei unsren Nachtgästen ein beliebtes Hobby.
meistens entspannt das die Verhandlungen ganz gut.
Ein Konter, den ich in letzter Zeit gerne bringe auf die Tatsache der freien Preisvereinbarung ist: 100,- hätte ich dann gerne ( für die 15 km)
Die Retourfahrt wird nicht berücksichtigt.
8. Januar 2009 um 14:15 Seismo(Quote)
ja ich mach das auch ganz gern wenn die Leute zu frech sind beim verhandeln. Da geh ich dann mit dem Preis immer weiter rauf, und plötzlich ist ihnen doch der ursprüngliche Preis minus ein paar Euro recht. Am meisten nerven mich die Leute die aus dem Puff kommen und dann zum verhandeln anfangen wollen. Da geb ich keinen Cent nach. Erst versaufen und ver…… sie ihr Geld im Puff und dann beim heimfahren fangen sie zum knausern an. Das kanns ja wohl nicht sein.
8. Januar 2009 um 15:10 Ly(Quote)
Puff:
da hat doch letzt ein Kunde gewußt das es Kopfgeld gibt für uns. Und sagt zu mir: wenn du mich da und da hin fährst, dann teilst du das mit mir, sonst machen wir die Tour nicht!
8. Januar 2009 um 15:23 Andi(Quote)
“Was nimmst Du bis Dorf XY?”
“50 Euro.”
“Okay.”
*Gulp!? Wtf*
Wenn man bedenkt, dass die Tour eigentlich nur ca. 35 Euro gekostet hätte.
9. Januar 2009 um 08:09 Sash(Quote)
@Ly:
Sorry Ly, dass ich jetzt erst schreibe. Bin wegen Krankheit und Arbeit beim Bloglesen hinterher…
Ja, Überlandfahrten sind prinzipiell schon teurer – nicht unbedingt, wenns 10 km aufs Land geht, aber bei weiteren dann schon. Für den Kunden ist es ärgerlich, aber ich muss als Fahrer den Rückweg ja notgedrungen leer fahren, weil ich außerhalb der Stadt keine Kunden annehmen darf. Da liegt der Hase im Pfeffer.
Mein Chef rechnet mit “ca. 1 km = 1 € Umsatz” – da knallt eine Fahrt mit 150 km für 70 € halt schon rein…
Wobei man es als Angestellter natürlich auch wie Taxi43 halten kann und darauf scheißt. Ich dagegen versteh mich mit meinem Chef eigentlich ganz gut…
9. Januar 2009 um 16:34 Kurt(Quote)
@Sternburg:
Es besteht nicht prinzipiell ein Verbot für den Arzt, bei einem Verletzten mit einer Schusswunde die Polizei zu rufen. Zumal man der Situation wohl ansieht, ob es sich um einen Unfall (z.B. bei der Jagd) handelt, oder um die Folge einer Schießerei. Und falls der Patient vom Rettungsdienst eingeliefert wird, ist sowieso schon bei der Einsatzmeldung parallel von der Leitstelle die Polizei alarmiert worden.
Eine solche Situation ist sowieso sehr theoretisch: Kein Arzt wird einen Verletzten mit einer Schussverletzung “einfach so” behandeln.
Zudem: Wer soll eigentlich die Verletzung der Schweigepflicht anzeigen?
9. Januar 2009 um 17:13 Ly(Quote)
@ Sash und in die Runde:
vieleicht sollten wir unsere Fahrgäste anders “erziehen” ?
nein, prob ist, wir haben starke Funkmietwagen-Konkurenz. wobei 2 funke-zentralen seit den 60ern ! da sind, fast die gleichen tarife haben, und nicht viel anders agieren als wir. eine weitere funke-zentrale drückt preise, ist aber auch nicht bei allen kunden beliebt, und ist auch schon lange da.
die koblenzer wählen sehr eigenwillig, wen sie mögen und mit wem sie fahren. davon ab sind für die allermeisten eingesessenen das alles “taxen”, und wenn mich einer fragt für wen ich fahre, sag ich am besten ” für den bahnhof”, dann können die koblenzer das unterscheiden. nur wenige wissen das ein gelbes schild auf dem dach einen unterschied macht.
bei einer der sehr alten funkezentralen träumen einige unternehmer, man kennt sich halt, davon, das wir nur noch taxen haben sollten, funker in taxen umgewandelt werden sollten, damit sich das geschäft besser verteilt, und wir eine gemeinsame zentrale haben. ( taxi hat nur eine, wer da nicht angeschlossen ist fährt auf eigenen faust) man glaubt es kaum.. soll sagen, die haben nicht nix zu tun! hintergrund ist sicher auch das die funkeerunternehmer teils sehr hohe kosten haben. aber das ist illusorisch, das wir alle an einem strang ziehen könnten. eigentlich schade.
die funken bedienen im nachtgeschäft am WE bei uns das herz der altstadt, und deren kneipen, in der regel. unser gut laufender halteplatz zentralplatz liegt am rand der altstadt, da ist derzeit eine große disse. und da kommen leute von überall hin, die eben eine taxe wollen, der halteplatz ist sehr bekannt. würden wir hingehen, und die retoure-km berücksichtigen, hätten wir allerdings evtl ein problem.
anders kann ich mir die regionalen unterschiede derzeit nicht erklären.
Chefs: meine chefs mögen weitere fahrten, es kommt immer drauf an. Aber sie mögen es auch, wenn ich den km-Schnitt, 1,- pro 1 gefahrenen km, im auge behalte. ich mag meine beiden chefs, und meine beiden chefs mögen mich. ich sach mir immer,wenns denen gut geht und den unternehmen, dann gehts mir auch gut.
liebe grüße und eine gute Fahrt
Ly
PS: gute besserung Sash. verschlepp nix an grippe, das taugt nix.
9. Januar 2009 um 17:20 Christopher Robin(Quote)
@ Kurt:
Wer soll die Verletzung der Schweigepflicht schon anzeigen? Der Patient natürlich, der deshalb von der Pol geschnappt worden ist!
Auf der anderen Seite hast du aber Recht – in der Praxis wird bei so etwas die Pol hinzugezogen werden. Alleine schon aus Eigenschutzgründen.
9. Januar 2009 um 19:57 Sash(Quote)
@Ly:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit der Konkurrenz-Situation hier in Berlin nicht auskenne. Werde da sicher noch einiges mit der Zeit mitkriegen. Momentan fahre ich einfach wild drauf los und freu mich, dass ich – allen “besseren, guten alten Zeiten” zum Trotz – gerade mehr verdiene als vor dem Job.
Ich glaube, mir würde auch niemand ein Bein rausreissen, wenn ich mal keine 1,6 €/km aushandeln kann. So weite Umlandfahrten sind ja auch nicht sooo häufig in Berlin. Und die nächsten Dörfer fährt man natürlich nach Uhr an.
Danke für die Besserungswünsche, ich versuche mich halbwegs vernünftig zu benehmen…
10. Januar 2009 um 07:22 Ly(Quote)
im Grunde muss man die konkurenzsituation gar nicht kennen, sondern einfach fahren und gut ist. was die “guten alten zeiten angeht” bin ich nicht unbedingt dieser meinung, das früher alles besser war. nur in einer hinsicht auf jeden fall. das klima war früher nicht ganz so rauh. Das entspricht jedoch wohl eher auch dem allgemeinen Zeitgeist inzwischen.?
wie auch immer, ist es sehr viel besser, mehr geld zu verdienen als vor dem Job.
in diesem Sinne
Ly
12. Januar 2009 um 04:15 Torsten Bentrup(Quote)
@Seismo: Hier in PB sagen wir auf solche Fragen immer “Ist im Preis mit drin!”, wir fahren also auch auf langen Strecken nicht teurer. Generell muß man hier “auffem Land” eh damit rechnen, daß höchstens jeder zweite Kilometer bezahlt wird.
Von Taxiständen läuft wenig, man muß also fast immer zum Kunden hin und vom Ziel dann wieder zu den wenigen gut laufenden Ständen oder direkt zum nächsten Kunden.
In der Praxis werden für Fernfahrten sogar meist noch Sonderpreise vereinbart, da kann je nach Strecke der Kilometerpreis von 1,50 (ab 22 Uhr 1,60 Euro) auch auf 1,20-1,30 schrumpfen.
Das rechnet sich dann schon noch. Die meisten Kosten entstehen durch die reine Anwesenheit: Lohnkosten, Versicherungen, …. Wenn diese Kosten erstmal gedeckt sind, wird Geld verdient. Und 200 Euro mehr im Beutel bei Spritkosten von 20 Euro sind an schwachen Tagen schonmal einen Preisnachlass wert.
Ich kenne allerdings auch keine Stadt in Deutschland, in der ein Aufpreis für weite Touren vereinbart wird.
@Physioblogger: Der Notfall tritt in dem Fall wohl mit ausreichend Vorankündigung an. Der Fahrgast hatte wohl einfach ausreichend Erfahrung mit seiner Erkrankung.
Tatsächlich wäre es mir lieber gewesen, er hätte den Grund der Fahrt einfach verschwiegen. So hab ich halt unterwegs immer nach Schildern gesucht, um im Notfall schnell einen Notarzt hinlotsen zu können.
Ob ich Ärger hätte bekommen können? Möglicherweise, aber vermutlich nicht so gravierend. Ich hatte ja eine “Begleitperson” und übereinstimmende Äusserungen beider zur konkreten Gefahr.
@Sternburg: Die aktuellen Notfallapotheken stehen an jeder Apotheke, im Falle eines Falles fährt einfach ein freier Kollege zur nächsten und schaut nach, Funk machts möglich.
@Zentralfahrten in Stressnächten: So ärgerlich es auch ist, es wird immer Fahrer geben, die sich totstellen, sobald Fahrgäste auf der Straße eingeladen werden können. Das Problem wird höchstens lösbar, wenn man mit spürbaren Sanktionen droht und diese auch durchsetzt. Und das wiederum find ich auch nicht so toll…
Bei uns ist zum Glück eine einigermaßen brauchbare Mischung, ein paar “Zentralfahrer” melden sich immer, die anderen nur dann, wenn sie gerne eine Rückfahrt aus den Nachbarorten abstauben möchten.
Bemerkenswertes Zitat von Cheffe dazu: “Ich hab ja nichts dagegen, wenn Ihr auf der Straße einsammeln wollt. Aber dann macht wenigstens gute Umsätze!”. Mit dieser netten Grundeinstellung (schließlich wollen wir ja auch nur gute Umsätze) läufts ganz gut. Man hört ja auch am Funk, wenn er in den Verzweifelt-Modus wechselt und kann ihm dann mal ein paar “Sorgen” abnehmen.
20. Januar 2009 um 15:38 Eloman(Quote)
Fahre bei Rhein-Taxi in D’dorf. Unser Pflichfahrgebiet geht bis Dorsten, Unna, südliche Stadtgrenze von Köln und holländische Grenze (im Uhrzeigersinn), ist also sehr groß. Fahren kann ich, da Sitzkontakte und Lichtschranke im Auto, nur nach Uhr. Km-Preis nach der letzten Tariferhöhung in 11/08 € 1,70. Bin Silvester zwei Ferntouren (Mönchengladbach, Duisburg) sowie ‘ne € 32,– Transportfahrt für eine Klinik gefahren um mich ein wenig von den ganzen Trunkenbolden in der Stadt zu entspannen. Bin dann noch bis 07:00 gefahren und habe insgesamt ca. € 500,– Umsatz gemacht