lost and found

Mal wieder drei thematisch passende Fahrten hintereinander. Alles passierte innerhalb einer guten Stunde, keine “normale” Fahrt dazwischen.

Die erste Fahrt war auch gleich richtig dramatisch:

Die Kundin stieg am Bahnhof ein und merkte nach knapp 5 Minuten, daß Ihre Geldbörse mit jeder Menge Plastikkarten, Ausweisen und kleinem Geldbetrag verschwunden war. Sie war sich extrem sicher, daß sie die Börse noch hundert Meter vorm Bahnhof in der Hand hatte.

Also nix wie zurück. Während der Fahrt bat ich einen noch dort stehenden Kollegen, doch mal im Umkreis Ausschau zu halten. Auch die gemeinsame Suchaktion rund um den Bahnhofsvorplatz brachte leider keinen Erfolg. Und wir haben nichts ausgelassen. Ich hab sogar die Mülleimer ausgeleuchtet in der Hoffnung, jemand hätte nur das Geld genommen und wenigstens die persönlichen Sachen weggeworfen.

Sollte jemand von Euch zufällig eine blaue Chiemsee-Börse gefunden haben: Behalten lohnt nicht!

Die Polizei weiß Bescheid und die Kontokarte ist bereits gesperrt. Wer also unbedingt die Kohle behalten will, sollte wenigstens so fair sein und den Rest in irgendeinen Briefkasten schmeißen.

Grundsätzlich verstehe ich mit heftigen Abstrichen jeden Dieb. Wer Geld oder Wertsachen an sich nimmt, hat damit wenigstens noch einen echten Vorteil, wenn auch zu Lasten des Opfers. Wenn aber ein Schaden entsteht, von dem niemand was hat, bin ich immer ziemlich angepisst.

Damit meine ich z.B. sowas: Autoradio klauen und dafür die kleinste Seitenscheibe einschlagen ist irgendwo noch verständlich. Die Windschutzscheibe dabei zu zerdeppern und die Sitze aufzuschlitzen ist dagegen einfach nur noch Arschlochverhalten.

Die nächste Fahrt war dagegen unspektakulär. Es sollte zwei Orte weiter gehen. Auf halber Strecke merkte er, daß seine Jacke mitsamt Schlüsselbund noch in der Kneipe lag. Mir wars recht, die paar Euro mehr hat er gerne übernommen.

Und dann kam die skurilste “lost & found”-Geschichte. Diesmal erzählte der Fahrgast davon, wie er “letztens” im Taxi was verloren hat. Er redete die ganze Zeit drumrum. Irgendein Taxifahrer hatte irgendwas gefunden und abgegeben, aber er hätte noch was anderes verloren.

Kurz vorm Ziel hielt ich es vor Spannung nicht mehr aus:

“Sag mal, was hast Du denn jetzt verloren und nicht wiederbekommen?”

“Keine Ahnung, ich vermisse nichts.”

Na dann… :D

9 Antworten zu “lost and found”

  1. crazyiven sagt:

    War der letzte Fahrgast weiblich? ;)

  2. flo sagt:

    Oha. Wenn demnächst deine kleinste Seitenscheibe eingeschlagen und das Radio weg ist – dann weißt du: Jemand hat deinen Beitrag missverstanden ;)

  3. Olli G. sagt:

    Böse Zungen behaupten das er oder sie die Unschuld verloren hat, aber da war der erste Kommentierer etwas schneller *g*

  4. Torsten Bentrup sagt:

    @crazyiven: Nö, männlich.

    @Bei mir braucht man nichts einzuschlagen, weil ständig die Fensterheber kaputtgehen und damit die Scheibe eh nicht da ist, wo sie irgendwas schützen könnte… Und der Wert des Radios liegt unter 100,–, ich sehe der Sache also eher gelassen entgegen.

  5. Mike sagt:

    Ich hab letztens mein Business-Handy im Taxi verloren. Aus der Jackentasche gerutscht. Der Taxifahrer ist sogar 3 (!!!) mal rangegangen…konnte aber nichts hören, weil das Handy nur noch mit Headset funktioniert. Der gute Wille war also da…abgegeben bei der Taxizentrale hat er es leider trotzdem nicht. Was hab ich daraus gelernt: Selbst bei der popeligsten Fahrt (es war eine 6 Euro Fahrt) mir eine Quittung ausstellen lassen, auch wenn es leider für die Fahrer ein kleiner Mehraufwand ist.

  6. Taximan224 sagt:

    Also ein ganz “normaler” Taxi-Tag.

  7. Senderin sagt:

    Der dritte Gast gibt mit doch zu denken. Ich grübele gerade, ob ich nicht irgendwann mal irgendwas verloren haben könnte. Hab eben schon die ganze Wohnung abgesucht, aber es will mir einfach nicht in den Sinn, was es sein könnte. *g*

  8. Kommentator sagt:

    Zum dritten Gast: Das ist nicht “skrril” sondern der dreiste Versuch irgendetwas zu ergattern. “Ach ihnen gehört das Handy?” “Jajajaja hab ich verloren…”

  9. Kommentator sagt:

    Zum dritten Gast: Das ist nicht “skurril” sondern der dreiste Versuch irgendetwas zu ergattern. “Ach ihnen gehört das Handy?” “Jajajaja hab ich verloren…”

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