Kleine Gegendarstellungen
Unsere Lokalpresse hat dem Unfall heute jeweils größere Artikel gewidmet. Der Artikel in der “Neuen Westfälischen” unter dem Titel “Feuerwehr trägt Trauer” befasst sich hauptsächlich mit der von mir auch gestern schon kritisierten Vorverurteilungen und Gerüchten im “Internet”, einige von Euren Kommentaren werden auch zitiert. Vielen Dank für die Erwähnung und den sachlichen und ausgewogenen Ton!
Aber ich schrub ja “Gegendarstellungen”, also ein ganz kleines bisschen Klugscheißerei: Auf der “Seite welt.de” gibt es zumindest keine Blogs, die irgendwas mit der Berichterstattung zum Unfall zu tun hatte. Es ist schlicht ein kommentierbarer Artikel der Springer-Zeitung “Welt”. Dementsprechend sind diese Kommentare, über die viele bestürzt sind, auch keine “Blog-Einträge” sondern einfach Kommentare. Dafür ist das Taxi-Blog dann aber wirklich ein Blog und keine “Diskussionsplattform”, auch wenn sich die Kommentare manchmal in diese Richtung entwickeln.
Deutlich kritischer sehe ich den Artikel “Nachts sind Taxen flott unterwegs” (nicht online) im “Westfälischem Volksblatt”.
Der deutliche Hinweis auf die mieserable Anschnallquote in Taxen ist wichtig und richtig. Was hab ich mir schon den Mund fusselig geredet, um die Fahrgäste zum Selbstschutz zu “überreden”. Das kann man nicht oft genug wiederholen.
Die drei Fahrgäste auf der Rückbank des Taxis waren nicht angeschnallt…
Und wie doof ich die Ausnahme für uns Fahrer bei Besetztfahrten finde, hab ich auch schon oft genug hier erwähnt.
Die Tatsache, daß der Fahrgast selbst für die Einhaltung der Gurtpflicht verantwortlich ist (was ich spätestens ab 1.x Promille des Fahrgastes auch dezent anzweifeln würde) entbindet uns Fahrer aber auf keinem Fall aus der moralischen Verantwortung. Besteht bitte drauf!
Ein Griff ins Klo ist dann allerdings der Schluß des Artikels:
“Als Fahrer sind wir mit 30 Prozent am Umsatz beteiligt, da fährst du natürlich, was du kannst” sagt einer […der Taxifahrer, Anm. TB].
Ich weiß nicht, welcher Deppenkollege sich da wieder wichtig machen wollte. Ich kann Euch aber versichern, daß es in Paderborn heute keinen Fahrer gibt, der mit 30% oder gar mehr am Umsatz beteiligt ist. Wenn überhaupt noch Umsatzprovision gezahlt wird, liegt diese deutlich niedriger. Selbst dort dürfte der Unterschied zwischen “gesittet” und “gerast” im Schnitt pro Schicht unter 10 Euro liegen. Brutto. Wer aus Geldgier für so eine kleine Summe sein Leben und das Leben unbeteiligter aufs Spiel setzt, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen und er gehört dringend aus dem Verkehr gezogen.
Bisher ist übrigens immer noch nichts gesichert über den Unfallhergang bekannt, die Ermittlungen werden sich wohl noch ein paar Tage hinziehen.
15. April 2009 um 08:02 marcus(Quote)
30 % Umsatzbeteiligung ?
ist mir auch nicht bekannt.. und wenn schon.. die Sicherheit der Fahrgäste ( und meine eigene ) ist mir lieber.. nur wer gut , freundlich und sicher nach Haus gekommen ist fährt wieder mit dem gleichen Unternehmen..
Ps.:Guter Blog DANKE
15. April 2009 um 10:21 gr3if(Quote)
Find ich richtig gut sowas. Es sollte öfters einfach gute Berichterstattung geben. Sowas passiert leider immer wieder zu selten…..
15. April 2009 um 11:13 josef(Quote)
Ich habe erst heute morgen die ganze Flut an Artikeln und Geschriebenen zu diesem Unfall gesehen. Bin Samstag in den Urlaub gefahren ( ohne Internet)
Also, ich finde das gut, das es so eine Diskussion überhaupt gibt: vielleicht hilft es ja solche Ereignisse in der Zukunft zu verhindern. Aber ich glaube eher nicht. Die Mechanismen, die zu diesem Unfall geführt haben sind, wie sagt man so schön, system immanent. Das Fahren von Blaulichtfahrzeugen wird immer wieder zu Unfällen fürhen. Ich kann Taxifahrer schlecht beurteilen, ich fahre zu wenig mit ihnen und kenne zuwenige. mir ist auch nicht aufgefallen, das vehältnismässig viele Taxen in Unfälle verwickelt sind. Aber ich kann das Fahren in Rettungsmitteln beurteilen. Wohlgemerkt, dies ist keine Schuldzuweisung, ich kenne den Hergang nicht etc. aber Sondersignale und dann so eine Kiste unterm Hintern erzeugt Adrenalin, bei allen Beteiligten. Vielleicht gibt es Taxifahrer die zu schnell fahren, es gibt aber bestimmt eine nicht unerhebliche Zahl an Feuerwehrleuten, die zu schnell fahren.
15. April 2009 um 13:40 Prometheus(Quote)
Glaube ja nicht einmal, dass das unbedingt ein Kollege war der da diese Aussagen getätigt. Allzu oft wird sich soetwas doch schlichtweg aus den Fingern gesaugt um das ganze noch “skandalöser” erscheinen zu lassen…
15. April 2009 um 16:16 marcus(Quote)
ich habe früher viel taxi im nachbarkreis gefahen.. und ja, es erzeugt immer eine gewisse portion adrenalin wenn man schnell fährt. ich habe es immer so gehalten, zügig zum kunden fahren ( im nachbarkeis naturgemäß eher weite strecken über land ) und wenn der kunde im fahrzeug sitzt wird so gefahren wie es der gesetzgeber vorschreibt. allzu oft habe ich es erlebt das der kunde meint: fahr schneller hier wird nichts passieren.. aber wie gesagt, ich bin der boss in meinem taxi und fahre vernünftig.
aussagen wie sie heite morgen in der zeitung standen sind dumm ja sogar mehr als dämlich !
15. April 2009 um 21:22 jupp(Quote)
weniger als 30% ??? ist das normal, das man in und um paderborn so wenig bekommt ? bei uns in aachen ist es so, das niemand unter 40% auch nur einen meter fahren würde.
15. April 2009 um 23:38 Knurr(Quote)
Wieso sind die Mitfahrer selbst für das Anschnallen verantwortlich? Als Privatmensch bin ich doch auch dafür verantwortlich, dass sich meine Mitfahrer anschnalle und sollte ggf. nicht losfahren. Wieso ist das bei Taxifahrten anders?
16. April 2009 um 00:47 Tiffy(Quote)
Wenn ich einmal fragen darf: Handelt es sich eigentlich um den schwersten Unfall in der Firmengeschichte?
16. April 2009 um 06:41 Trixi(Quote)
So, jetzt bin ich auch mal da und melde mich zu Wort. Wo fängt man da am Besten an ?
Über das, was die “Welt” schreibt, will ich mich hier gar nicht auslassen, weil mir ansonsten die Galle bis über die Oberkante Unterlippe läuft.
Solche Schmierereien und Lästereien über Taxifahrer in den Medien und v.a. Boulevardpresse bin ich bis zum Abwinken gewöhnt, das ist unglaublich, was die sich da manchmal in ihren Hirnen zusamenspinnen. Einen ähnlichen Artikel gab es z.B. Ende März bei der Abendzeitung/München. Wie sich z.B. die Unfallstatistik im Vergleich zur “Normalbevölkerung” verhält, wird in keinem Wort erwähnt.
Wenn ein schwerer Unfall mit einem Taxifahrer passiert, schreien alle wie wild. Daß sich aber z.B. jedes Jahr zig Unfälle mit Todesfolge ereignen, läßt man dabei vollkommen außer Acht. Zwar wird seit geraumer Zeit von rückläufigen Zahlen bei den Verkehrstoten berichtet, allerdings gibt es auch Monate und Quartale, in denen diese Zahl drastisch ansteigt. -> Süddeutsche Zeitung / März 2007
Daß z.B. jedes Jahr Hunderte von Menschen bei Massencarambolagen auf Autobahnen umkommen, danach kräht kein Hahn.
Dabei werden genau solche Unfälle von richtigen Rasern verursacht. Wie oft habt ihr denn schon selber einen Porsche Cayenne, Audi Q7, BMW X5 – und wie sie alle heißen – erlebt, die bei strömendem Regen mit 160 – 180 km/h die Autobahn runter brettern ? 2 km weiter sieht man dann genau die an der Leitplanke kleben. Und ich hab sowas nicht nur 1x gesehen, sondern öfters … Darüber, daß viele aufgrund der supertollen Technik, die in den neuen Wägen eingebaut ist, vergessen, daß so ein Auto immer noch und auch weiterhin auf 4 Rädern fährt und kein Panzer ist, danach kräht kein Mensch !
… Aber, wenn ein Taxifahrer einen Unfall hat, dann sind alle – v.a. die Herren von der Presse – ganz schnell zur Stelle. >:(
Dieser Unfall läßt sich wahrscheinlich, sowie alle Unfälle, auf menschliches Versagen zurückführen, und zwar von beiden Seiten !! Ich vermute mal, daß das Taxi wahrscheinlich grün hatte und die Feuerwehr, mit eingeschaltetem Blaulich und Martinshorn, in die Kreuzung eingefahren ist, um zum Einsatzort zu kommen. Und es wird wahrscheinlich so gewesen sein, daß der Taxifahrer das Blaulicht und Martinshorn überhört / übersehen hat und daß die Feuerwehr zu schnell in die Kreuzung eingefahren ist, ohne darauf zu achten, ob sich ein Fahrzeug darauf befindet. Denn nachdem, was man aus den Berichten schließen kann, muß die Feuerwehr einen ordentlichen Speed drauf gehabt haben, sonst hätte das nicht so gekracht, auch, wenn das generell ein schweres Gefährt ist …
Was mich – außer den Menschen, die umgekommen sind und noch immer in Lebensgefahr schweben – bestürzt, ist diese amerikanisierte Berichterstattung vom Unfallort … Wer möchte, bitteschön, ein Video vom Unfallort sehen ?? Kein Mensch.
Mich betrübt diese Sensationshascherei und das Hysteriegeschüre der Presse und das stößt mich bei solchen Unglücksfällen am meisten ab.
Grüße
Trixi
16. April 2009 um 06:55 Trixi(Quote)
Generell sind Taxifahrer natürlich auch dazu verpflichtet und dazu angehalten, dafür Sorge zu tragen, daß die Mitfahrer angeschnallt sind.
Das ist auch von Seiten der Versicherung so, allerdings sind 1.) in jedem Taxi normalerweise Hinweisschilder angebracht, daß sich der Fahrgast anschnallen muß und 2.) ist in jedem neuen Mercedes-Taxi zumindest am Beifahrersitz ein “Anschnallkontakt” eingebaut, der sich durch ein lauter werdendes Piepsen zu Wort meldet, wenn der Beifahrer nicht angeschnallt ist.
Dadurch, daß sich eh die wenigsten von sich aus anschnallen, ist man durch dieses Piepsen als Taxifahrer eh schon dazu gezwungen, darauf hinzuweisen, daß sich die Fahrgäste anschnallen müßen.
Und ich geh mal ganz stark davon aus, daß der Kollege das in dem betreffenden Fall auch darauf hinweisen hat müßen. Wenn sich dann aber die Fahrgäste hinten nicht anschnallen, ist das deren eigenes Risiko …
Grüße
Trixi
16. April 2009 um 07:02 Trixi(Quote)
Dafür ist das Taxi-Blog dann aber wirklich ein Blog und keine “Diskussionsplattform”, auch wenn sich die Kommentare manchmal in diese Richtung entwickeln
Das Thema ist aber zu traurig und auch zu dramatisch, um nur kurze Kommentare abzugeben … (Forum in den Blog integrieren ?
)
Grüße
Trixi
16. April 2009 um 10:02 josef(Quote)
genauso wars,trixi. Taxi hatte grün und FW gibt alles…. Nachts um 1. Was die ganzen Q7,Cheyenne etc angeht…. Ich weiss aus beruflicher Erfahrung, was Einsatzstellen auf der BAB angeht: entweder steigen die putzmunter aus ihren Karren, oder sind tod. Das dazwischen nimmt ab. Das Material kann diesen Kräften bis zu einem gewissem Punkt standhalten.
16. April 2009 um 14:41 Knurr(Quote)
Warum geht das Risiko denn dann auf den Fahgast über? Als Privatperson bin ich als Führer eines Fahrzeuges dazu verpflichtet, dass die Fahrt ordnungsgemäß abläuft. Deswegen bin ich ja auch Schuld, denn ein Radfahrer in die Tür fährt, die mein Beifahrer gerade geöffnet hat, ohne auf den Verkehr zu achten.
Der Taxifahrer gefährdet dadurch ja auch sich selbst. Ich kann nicht verstehen, dass man Leute mitnimmt, die sich weigern, sich anzuschnallen.
16. April 2009 um 16:45 Trixi(Quote)
Ich bin jetzt kein Versicheungsexperte, aber so weit ich weiß, besteht seitens des Taxifahrers keine Haftung mehr, wenn er die Fahrgäste aufgefordert hat, sich anzuschnallen. Das gilt auch für Privatpersonen. Allerdings gibt es da unterschiedliche Ansichten. Ich denke, der jeweilig Einzelfall ist da dann entscheidend.
-> http://www.wer-weiss-was.de/theme64/article12...
und: -> http://www.openpr.de/news/5866/Immer-Aerger-b...
Den Kollegen, der jetzt im KH liegt, erwartet mit Sicherheit eine Anzeige wg. fahrlässiger Körperverletzung bzw. Tötung, sofern er die nicht schon hat. Und er wird mit Sicherheit eine Teilschuld bekommen. Der tut mir schweineleid.
Was man bei der Diskussion um’s Anschnallen nicht vergessen darf, ist, daß wir Dienstleister sind und es oft schwierig ist, die Fahrgäste dazu zu bewegen, sich anzuschnallen. Da hat man schnell eine ordentliche Diskussion im Taxi und manchmal auch einen handfesten Streit.
Ich weiß gar nicht, ob es in diesem Fall etwas genutzt hätte, wenn die Fahrgäste hinten angeschnallt gewesen wären. Es wurde keiner von denen nach vorne geschleudert, sondern das Taxi wurde ja regelrecht zermalmt.
Ich hatte mal einen Fahrgast, der sich explizit vorne auf dem Beifahrersitz geweigert hat, sich anzuschnallen, weil ihm das mal bei einem Unfall das Leben gerettet hat, er wäre ansonsten damals von einem Ast regelerecht aufgespießt worden …
Mir persönlich ist bei dem Gedanken, mich mit Fahrgästen anzuschnallen, gar nicht wohl, bin aber auch in einer Großstadt.
Der Bundesverband BZP fordert übrigens inzwischen eine verbesserte Fahrerqualifikation und -ausbildung. Eine Fahrprüfung ist noch nicht gefordert, aber ich denke, die kommt dann automatisch: -> http://www.bzp.org/aktuelles/arin11_09_AMI_Le...
Grüße
Trixi
16. April 2009 um 17:08 Trixi(Quote)
So, ich hab jetzt mal direkt beim Florian Bachmann vom TVM (Taxiverband München) nachgefragt:
• Wenn sich der Fahrgast weigert, sich anzuschnallen, besteht keine Beförderungspflicht mehr.
• Im Falle eines Unfalls kann der Fahrer nur zu einem Bußgeld und Punkten belangt werden, die das Anschnallen betreffen. Bei einem Personenschaden haftet der Fahrer und der Unternehmer nicht !
• Bei Unfällen mit Personenschaden wird wohl lt. Aussage von F.Bachmann im jeweiligen Einzelfall entschieden, dann meistens vor Gericht, je nachdem, ob sich die Versicherung weigert, einen Schadensersatz zu zahlen oder nicht. Entschieden werden muß, ob ein Personenschaden hätte vermieden werden können, wenn der Betreffende angeschnallt gewesen wäre.
• In keinem Fall geht aber hierbei die Haftung an den Fahrer oder Unternehmer über. Es besteht immer eine Versicherung !
Ist also eine rein versicherungstechnische Angelegenheit. Ich denke aber, daß es bei diesem Unfall wenig genützt hätte, wenn die Fahrgäste angeschnallt gewesen wären, da das TAxi ja regelrecht, v.a. im hinteren Bereich, zermalmt wurde, was man so auf den Fotos sieht.
Grüße
Trixi
16. April 2009 um 17:34 Trixi(Quote)
P.S.: Mich hat dieses Thema bzgl. Verischerung jetzt interessiert, weil ich gerade den Unternehmerschein mache, da ist so was wichtig.
Generell wird es aber in diesemFall so sein, daß sowohl anzeige gegen den Taxifahrer als auch gegen den Fahrer der Feuerwehr erstattet wird, um die Ermittlungen einzuleiten.
Stimmt, entweder passiert nur wenig oder es kracht richtig. Hab erst vor Kurzem wieder einen Audi gesehen, der komplett zusammengefaltet am Straßenrand gelegen ist.
Was auch zunimmt, sind Unfälle mit Motorradfahrern … Meinen M-Schein werd ich wahrscheinlich nicht machen, ist einfach zu gefährlich.
Da tritt aber das selbe Phänomen wie bei den Autos auf: Die Kisten werden immer schneller und es passieren immer mehr Unfälle.
Grüße
Trixi
16. April 2009 um 22:51 niemand(Quote)
ein kommentar zu den beiden letzten einträgen:
Die Zeitungen/Medien bringen nicht das was unbedingt stimmen muss, sondern das was die Leute hören und lesen wollen!
Taxifahrer haben nun einmal einfach zu schnell zu fahren, verkehrsregeln zu missachten und sich rüpelhaft benehmen. Das ist einfach so ein Vorurteil und das muss natürlich bestätigt werden! Das wollen die Leute lesen! Keiner will wirklich die unspektakuläre Wahrheit wissen… wäre ja auch langweilig.
17. April 2009 um 02:47 Marc Köppelmann(Quote)
Hallo..
Also ich bin einer dieser “Pressemenschen”, wenn aber auch nur Fotograf. Diese Beschreibung des Unfalles die du abgeben hast finde ich seltsam. Ohne dabei gewesen zu sein, weder während des Unfalls, noch danach, und nur nachdem du die Spekulationen über den Unfall gelesen hast diese Theorie aufzustellen finde ich zienlich übel. Wenn selbst die Gutachter noch nicht wissen was da gelaufen ist dann weisst du dies mit Sicherheit auch nicht, und da sollte man sich ganz stark zurückhalten mit Schuldzuweisungen. Weder an den Taxifahrer, noch an die Feuerwehr.
Schliesslich sind es die Jungs die für wenig Geld bei JEDEM Einsatz ihr Leben aufs Spiel setzten um anderen, die teilweise bei Verkehrsunfällen selbst ihr Leben gefährden weil sie zu schnell sind.
Zu dem Video usw. Ich nehme an du spielst auch auf die Fotos an. Die waren von mir, und ich habe ganz genau geschaut welche Fotos in die Öffentlichkeit gehen und welche nicht. Und zum Thema Video: Es gab keines davon, weil es da, sagen wir mal Kommunikationsprobleme gab. Aber bei dem Interesse an Videos am Freitag war davon auszugehen das es die Leute interessiert. Und wenn es DICH nicht interessiert dann darfst und kannst du nicht davon ausgehen das es wie du schreibst “Kein Mensch.” interessiert. Das ist Bevormundung in einem freien Land.
17. April 2009 um 19:11 Trixi(Quote)
Hi,
ich hab doch gerade mit dieser Aussage gemeint, daß man eben keine voreiligen Schuldzuweisungen, weder an den Taxifahrer, noch an die Feuerwehr, machen sollte …
Was ich einfach glaube, ist, daß menschliches Versagen zu diesem Unfall geführt hat, im Gegensatz zu einem technischen Versagen, der Bremsen z.B. etc.
Meine Kritik bezog sich auf den Artikel in der “Welt” (und den Kommentar), die als einzige überregionale Zeitung über diesen Unfall berichtet hat. Weder bei der SZ, noch bei FAZ hat man etwas über diesen Unfall lesen können, dabei wäre die FAZ noch am “nächsten” dran gewesen.
Die Welt erscheint in Berlin und das ist IMHO Sensations- und Boulevardjournalismus, wenn eine solche Zeitung über diesen Unfall berichtet.
Daß regionale Zeitungen über diesen Unfall berichten, ist selbstverständlich und euer Artikel (und auch die Fotos) waren gut.
Das Video hab ich mir erst heute – muß ich ehrlicherweise gestehen – nach Deinem Kommentar angeschaut und konnte dann natürlich sehen, daß ihr nur die Fotos mit einem Kommentar dazu zusammengeschnitten habt.
Generell ärgert es mich, daß seit vielen Jahren in Deutschland ein amerikanisierter Stil in der Berichterstattung Einzug gehalten hat, dazu gehören Filmaufnahmen, die direkt vor Ort bei einem schlimmen Ereignis gemacht werden.
Über die Hintergründe, warum dieser journalistische Stil bei uns Einzug gehalten hat, will ich mich hier gar nicht auslassen, das würde zu weit führen.
Generell kann man das aber leider beobachten und inzwischen haben die Öffentlich-Rechtlichen da auch nachziehen müßen. Über Leo Kirch – der inzwischen nicht mehr relevant ist, aber das Ganze angefangen hat – (und Berlusconi und den Zuständen in Italien) will ich mich hier auch nicht auslassen.
Die Frage bleibt aber:
Machen die Fernsehsender (und Zeitungen) Sendungen (und Artikel) über etwas, was die Leute sehen (und lesen) wollen oder manipulieren die Sender / Zeitungen das, was die Leute sehen …
Es ist meine Meinung und die kann ich frei äußern. Das wird bei uns auch so bleiben, davon gehe ich stark aus und das hoffe ich auch.
Grüße
Trixi
18. April 2009 um 07:48 Trixi(Quote)
na gut, jetzt ist die Antwort 2x angekommen, vielleicht kann ja Torsten die letzte von den beiden löschen. Hab 2x geschrieben, nachdem die 1. auch nach ein paar Stunden noch nicht online war … naja egal.
(Erledigt! TB)
18. April 2009 um 14:43 jupp(Quote)
wie könnte man den einen unternehmer belangen, der einen fahrer zur eile,hast und zum schnell fahren antreibt ? ausser das man den unternehmer verlässt, meine ich.
18. April 2009 um 20:07 Trixi(Quote)
Generell, wenn er sich an die gesetzlichen Vorgaben hält, gibt es keine Möglichkeit.
Die gesetzlichen Vorgaben bzgl. Ruhezeiten sind aber durchaus streng, soviel ich weiß, in einer 10 Stunden Schicht mindestens 1 h Pause oder sogar mehr.
Ich würde aber in PB davon ausgehen, daß bei keinem der Taxiunternehmer die Fahrer zur Eile angetrieben werden. Bei den LKWs hat sich das – zumindest bei deutschen Unternehmen – wohl auch schon geändert.
18. April 2009 um 21:29 christian(Quote)
also- ich hielt es bislang nicht für nötig hier zu kommentieren- aber gerade hatte ich ein erlebnis mit einem klimatisierten taxi am westerntor- welches mich dazu veranlasst hier davon an dieser stelle zu berichten.
also:
ich stand hinter dem taxi auf der rechtsabbieger spur am westerntor. die wo sich die busse immer davordrängeln richtung bahnhofstr. es wird grün. das taxi fährt los, ich hinterher. in waiser voraussicht, dass man ja nur noch die linke spur gerade durchfahren kann habe ich auch direkt beim abbiegen diese gewählt. das taxi ist rechts geblieben. was dann geschah kann ich nicht genau erklären. entweder war der taxifahrer ein freund von straßenrennen und wollte mich herausfordern, oder die mercedes limousine hat einfach zuviel kraft. er ist jedenfalls mit einem “affentempo” nach vorn geschossen. ich habe bei tempo 55-60 in den vierten gang geschaltet und rollen lassen, da war er schon mehrere wagenlängen von mir entfernt. sofort habe ich an diese diskussionen hier gedacht und den fahrer des taxis mit meiner lichthupe versucht auf seine geschwindigkeit aufmerksam zu machen. er hat dann auch sofort abgebremst und seine geschwindigkeit so verzögert, dass ich anschl. mit 40km/h hinter ihm hergefahren bin. am ende der baustelle fuhren wir dann auf den wieder zwei spuren nebeneinander. dies nahm der fahrer des taxis dann zum anlass mich kurz vorbeifahren zu lassen um mir die zunge herauszustrecken. auch das noch.
ich habe dann um später hinter der shell rechts abbiegen zu können auf die rechte spur vor das taxi gewechselt. prompt beschleunigt der fahrer wieder um so neben mir herzufahren, dass ein spurwechsel nach links unmöglich wäre. gut das ich eh rechts abbiegen wollte, sonst würde ich das nicht hier schreiben, sondern von meinem freund und helfer schreiben lassen.
ein hoch auf die (hoffentlich wenigen) taxi-fahrer, die nicht vernünftiger sind als die idioten die abends die detmolder straße belagern. da frage ich mich auch immer wieder, warm die polizei nicht dort unterwegs ist wo sie gebraucht wird, statt morgends den pendlern aufzulauern.
19. April 2009 um 11:25 Dani77(Quote)
Sowas aehnliches ist mir heute auch passiert. Mit einem Golf-Fahrer. Und gestern war es ein Polo-Fahrer. Und morgen bist es vielleicht du, der vergessen hat sich an die Verkehrsregeln zu halten…
19. April 2009 um 18:40 Ly(Quote)
Steh ich heute, (mit Taxi, Mercedes, Klima) auf der Busspur an der roten Ampel. Neben mir, etwas zurückgesetzt die Haltelinie, ein Opel. Meine Spur und Haltelinie ist etwas weiter vor, damit ich gelegenheit habe nach Überqueren der breiten Kreuzung als erster in die Mündung der weitereführenden Straße zu kommen. Die könnte man auch zweispurig einfahren.. hält sich nur keine sau dran.
Und wat iss als die Ampel grün schaltet? der Opel-Fahrer gibt Gummi, richtiger Kavalierstart, aber holla. wusch, an mir vorbei. Geschafft. Erster. weiß nich ob er mir die Zunge rausgestreckt hat. Na, und wenn schon..
24. April 2009 um 23:04 Betroffen(Quote)
Taxifahrer hin, Privat-PKW-Idioten her…
Aus meiner Sicht als Fahrlehrer, der knappe 70 000 Kilometer im Jahr auf der Strasse unterwegs ist.
Ich muss sagen, keiner kann sich davon ausnehmen, im Strassenverkehr Fehler zu machen.
Das Problem ist nur, bei Taxen, Fahrschulen, Bussen, Blaulichtfahrern (wie sie so schön hier mal genannt wurden) fällt es nur immer sofort auf…
Ich denke allerdings, dass man unterm Strich schon sagen kann, auch wenn die Meinungen hier scheinbar teilweise strickt sagegen wirken, dass doch einige Taxifahrer gelinde gesagt scheiße fahren. und NEIN, ich meine NICHT alle….
Aber, nur allzu häufig wurde ich sowohl als Fahrgast mit diversen Unternehmen (ich nenne sie hier mal nicht) mit Tempo 100 – 120 schon morgens um 05 Uhr aus dem Ox oder Resi nach Hause chauffiert, und ich denke schätzungsweise 4 oder 5 mal bin ich auch schon mittendrin ausgestigen und habe mir ein neues Taxi bestellt, bzw den Heimweg zu Fuss beendet…
Erst heute musste ich wieder miterleben, wie ein klimatisiertes Taxi am Roller MIT Fahrgast mir (er hatte rot, ich kenne die ampel nur zu gut) bei meiner Grunphase elegant die Vorfahrt nahm als er noch schnell abbiegen wollte. ich hatte wohlbemerkt knapp 2-3 sekunden schon grün!!!!
Wäre ich nicht schnellstens in die Bremse gestiegen, hätte auch dieses Unternehmen ein Taxi weniger, und einen Eklat mehr in Paderbrn….
Ich denke jetzt hier aufzuzählen, wieviele Haarsträubende Situationen ich schon mit Taxifahrern hatte wär zu viel. Es wird nur zu oft gedrängelt, geschnitten und mit gut und gern 70 bis 80 Sachen überholt. Und JA, auch tagsüber. Nur angemerkt, da hier ja mal jemand meinte, dass sich Taxifahrer tagsüber ja bestmöglich an die STVO halten…
Aber es sei aich gesagt, dass dies ebenso auch Privat-PKW Fahrer tun. Keine Frage.
Nur denke ich, dass ein Fahrer, der fahrgäste transportiert, damit Geld verdient und noch dazu mal eine extra kleien Einweisung in Sachen Verkehrsregeln im Bezug auf die Personenbeförderung bekommen hat, sich in der PFLICHT fühlen sollte, anständig zu fahren.
Ich kann auch nicht, nur weil ich vieleicht zu spät dran bin und der Fahrschüler 5 Minuten warten muss (was ja mal passieren kann) wie ne wilde Sau durch die Stadt fahren….
Wäre schön,m wenn ihr mal schreibt wie ihr das seht….
24. April 2009 um 23:05 Betroffen(Quote)
edit… Tempo 100 – 120 bezog sich auf innerorts…..
24. April 2009 um 23:34 Torsten Bentrup(Quote)
@Betroffen: Es gibt sie zuhauf und es gibt sie leider auch in Paderborn immer noch, mir ist das selbst unverständlich… Allerdings sage ich auch weiterhin, daß die Quote der Vollidioten am Taxisteuer in PB äußerst gering ist, noch geringer kriegt man das wohl auch nur bei kleinen Dorftaxiunternehmen hin, wo jeder Fahrgast den Chef kennt.
Und ja, die Fahrer des dezent genannten Unternehmens sind teilweise ziemlich übel. Ein anderes Warnzeichen sind eingeschaltete Nebelscheinwerfer trotz guter Sicht.
Ich werd da die nächsten Tage auch noch einen langen Artikel drüber schreiben, die Mißstände sind ja durchaus bekannt. Aber all das trifft eben auf den verunglückten Kollegen überhaupt gar nicht zu, der ist ein Musterbeispiel des guten Taxifahrers.
1. Mai 2009 um 16:54 ichichich(Quote)
Wie gehts dir jetzt eigentlich so Torsten? Wirds wieder besser?
Wäre schön wenn du mal wieder was schreibst!
2. Mai 2009 um 02:32 Torsten Bentrup(Quote)
Der aktuelle Plan sieht vor, daß ich einen klaren Kommentar abgebe, wenn endlich Ergebnisse zum Unfall vorliegen. Dann gibts noch einen Service-Eintrag zum Thema “Deppen im Taxi” und danach sollte es irgendwann locker-flockig weitergehen.
Momentan fände ich irgendwelche fröhlichen Taxierlebnisse einfach deplaziert…
Aber persönlich bin ich durch die depressive Phase hoffentlich durch. Fünf Wochen reichen mir auch bis zum Rest meines Lebens. Momentan ist das Leben für mich sowas von lebenswert, mir gehts grad richtig gut. Alle wichtigen Dinge sind geregelt und auf dem Weg, meine Freunde haben sich standhaft geweigert, meine Freundschaftskündigungen anzunehmen. Es ist einfach richtig gut im direktem Umfeld.
Wäre der Unfall nicht, wäre es perfekt.
2. Mai 2009 um 04:59 Thorsten(Quote)
Schön, das zu lesen Torsten. Freue mich für dich und mit dir.
2. Mai 2009 um 08:18 Ly(Quote)
2. Mai 2009 um 16:07 Kraven(Quote)
Schließe mich dem Thorsten mit h mal an.
5. Mai 2009 um 23:49 Isarmetropole(Quote)
Soll das ein Witz sein??? Weniger als 30% Umsatzbeteiligung?
Ich fahre jetzt “erst” seit ca. 8 Jahren Taxi hier in München. Als ich anfing lagen wir bei 50% Umsatzbeteiligung (bei manchen sogar bis 55% und mehr – je nach Höhe des gefahrenen Geamtumsatzes).
Später wurden dann bei manchen Betrieben 45 bis allertiefstens 40 Prozent draus. Seit ein paar Jahren bin ich nicht mehr so up-to-date, da jetzt Selbständig…aber unter 30%, das ist zu krass.
Kriegen die Fahrer dann einen festen Stundensatz dazugezahlt oder werden die illegal und steuerfrei angeheuert, daß die mit sowenig “klarkommen”?
19. Mai 2009 um 04:54 Torsten Bentrup(Quote)
@Isarmetropole: In Paderborn ist ein fester Stunden- oder Monatslohn üblich. Bei einigen Firmen gibt es noch ein paar Prozent Umsatzbeteiligung, aber meist nur für langjährige Fahrer oder zumindest Festangestellte. In den 15 Jahren, die ich hier im Kreis fahre, gab es niemals eine reine Umsatzbeteiligung, sondern immer nur Mischformen.
In meinem speziellen Fall ist es z.B. so, daß ich bei einer 4,5-Tage-Woche (mal 4, mal 5 Nächte) mit allen Zulagen (Nacht-, Feiertag, Spesen) auf im Schnitt 1.500 Euro Netto komme plus Trinkgelder. Unanbhängig vom Umsatz, völlig legal und versteuert. Davon kann man als Junggeselle ganz prima leben (wäre ich verheiratet, würde ich dank besserer Steuerklasse auch mehr bekommen).
19. Mai 2009 um 11:08 Isarmetropole(Quote)
@ Torsten Bentrup:
Interessant, danke für die Erläuterung. Ich hätte nicht gedacht daß es sowas in Deutschland auch gibt. Hier in München habe ich mich die ersten Jahre als Taxler nur noch gewundert – da war doch einiges SEHR anders als im “herkömmlichen” Berufsleben:
* Kein bezahlter Urlaub (zumindest bei wohl 80% aller Betriebe, die oft auch noch frech behaupten das sei “in das Gehalt hineingerechnet”)
* Keine Fortzahlung im Krankheitsfall: Wird man krank hat man Pech gehabt und verdient NULL.
* So gut wie keine Arbeitnehmerrechte: Wagt man es einen der o.g. Punkte auch nur anzusprechen kann man sich gleich seine Papiere abholen…”der nächste Fahrer wartet ja schon”…
Insofern kann eine Bezahlung wie Ihr sie in Paderborn habt Sinn machen…wobei natürlich da dann das Problem sein kann daß ein fauler Fahrer einfach “abtaucht” und nicht arbeitet (aber trotzdem kassiert…).
Gruß Isarmetropole
20. Mai 2009 um 22:38 M.(Quote)
@Torsten
Das hätte ich nicht gedacht, also das man in Paderborn als Taxifahrer in Nachtschicht mit 1500 Euro als Junggeselle nach Hause geht…
Ich selbst hatte mal mehr oder weniger mit einem Fahrer der “gelben” aus Paderborn ein Gespräch und ich muss sagen, dass ich über die Stundenlöhne in diesem Unternehmen schockiert gewesen bin… da dürfte das monatlich 500 Euro netto und mehr weniger sein….
Somit gibt es wohl doch in dieser Gesellschaft noch “nette” Arbeitgeber die die Arbeit Ihrer Mitarbeiter schätzen und diese dementsprechend entlohnen, ich für meinen Teil wäre froh, wenn es bei mir auch der Fall wäre, zumindest was einen Arbeitsmonat mit 280 Arbeitsstunden für 2000 Euro Brutto Pauschal betrifft…
Viele Grüße an dich
20. Mai 2009 um 23:03 Isarmetropole(Quote)
@ M.:
Ja das klingt ned schlecht. Wobei wir nicht wissen ob da nicht etwas “patriotische (Schön-) Färbung” miteingeflossen ist in diese Behauptung.
Ich würde sowas erst glauben wenn ich das Geld auf meinem Konto sehe.
Auch weiß ich nicht was in Paderborn an Umsatz zu machen ist.
Hier noch ein “Geschäftsmodell” wie ich es neulich aus erster Hand kolportiert bekam:
Soll es so bei einem hiesigen Unternehmen geben:
* Der angestellte Fahrer darf das Auto als “Alleinfahrer” behalten (für Nicht-Kenner der Branche: Alleinfahrer bedeutet das Auto STÄNDIG zur Verfügung zu haben, und nicht nur für eine Schicht, wie der danach benannte SCHICHTfahrer).
* Der Chef verlangt im Gegenzug 1500.- Euro Umsatz PRO WOCHE (angenommene Umsatzbeteiligung dürfte bei 35-50% liegen)
* Wer die 1500.- Euro pro Woche nicht abliefert wird gefeuert
Ich frug den Kollegen der nicht unbedingt zu seinem besten Wohlbefinden wie mein Eindruck war innerhalb dieses Arbeitnehmerverhältnisses dahinvegetierte, was er denn machen würde wenn er diesen krassen Umsatz einmal nicht einfahren würde.
Er sagte: Dann zahle ich das aus meinem eigenen Geld drauf (also er tut so als hätte er zahlende Gäste gehabt für deren “Fahrten” er als deren “Fahrer” aufkommt).
An alle die jetzt denken “boa was kann man in München verdienen”: Vergesst es!
Der springende Punkt ist eben: Man KANN so viel nicht verdienen.
Das ist ja gerade das perfide an diesem System! ;D LOL
Sklaverei in Deutschland: Es gibt sie. Oh ja.
21. Mai 2009 um 00:03 Ly(Quote)
Torsten hat schönfärberei nicht nötig.
Zudem schreibt er hier nur korrekte Angaben, da hier auch der Zoll, die Gewerbe-Aufsicht, die Polizei und weiß der Himmel wer mitliest, wer das blog verfolgt hat dies schon mitbekommen, insofern dürfte er kein problem haben, kontrolliert jemand seine datenangaben.
Bei dahin gestellten Behauptungen wäre ich jedoch sehr vorsichtig, ohne eine entsprechende Beweislast tragen zu können.
Es sei gesagt, das jeder Mensch egal in welchen Gewerbe die Möglichkeit einer Selbstanzeige hat, seit einer Weile ist es so, das dies aber eigene Bestrafung nicht mehr ausschließt.
Ansonsten finde ich die in den Raum gestellte Aussage, 80% der Müncher würden so oder so verfahren schon ziemlich krass, zumal die Müncher auch sehr aktiv im Bundesverband sind.
Insofern frage ich mich ob dies hier die richtige Plattform ist, eine Plattform, die viel gutes für das Gewerbe leistet, eines der meistgelesenen deutschen Blogs, auch sicher von Münchner Kollegen, und sehr sicher wird hier so mancher Leser irritiert sein über diese Behauptungen, die ja nicht ohne brisanz zu sein scheinen.
Mir stellt sich die Frage, ob da einer aus Frust das Gewerbe diskreditieren will, die Behauptungen sind haarsträubend.
Wenn nicht, würde ich zur Anzeige raten, und Rückgrat zeigen, und nicht stattdessen die Hintertür über ein öffentliches gut besuchtes Blog suchen, zudem anonym.
mfg
21. Mai 2009 um 06:31 Isarmetropole(Quote)
@ LY:
Dazu kann ich nur sagen: “Meinngottna!”
Entspann´ Dich mal! Ich “verfolge” diesen Blog hier noch nicht lange. Habe aber kein Problem damit Aussagen zu treffen gemäß dessen wie ich die Dinge sehe. Wir leben immer noch in einem freien Land.
Wenn Du damit ein Problem hast ist das DEIN Problem nicht meines. Bist Du anderer Ansicht, hast Du andere Einschätzungen teile mir das mit, hast ja schließlich dieselbe Freiheit wie ich auch.
Mich hier “mundtot” machen zu wollen (weil vielleicht die Realität den einen oder anderen stören könnte?) finde ich unverschämt! Und dann noch “gut gemeinte Tipps” mit Rückrat usw. – kann ich nur lachen!
Bist Du hier sowas wie der Forumsfürst/die Forumsfürstin (?).
Sollte das zutreffen schreibe ich dann halt hier nichts mehr.
Aber bei einem solchen Ton dürfte es das dann demnächst mal gewesen sein mit “meistgelesenem Blog” (oder aber das Blog wird nur noch so “meistgelesen” wie die Bildzeitung – LOL).
Frage warum soll ich rumrennen und Dinge zur Anzeige bringen die offensichtlich vom Staat jahrzehntelang geduldete Praxis sind (z.B. keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und kein Urlaubsgeld…)?
Ich gehe davon aus Deine Motivation ist Faulheit (die Anderen sollen schön alles richten) und ein egoistisches “Harmoniebedürfnis” das es nicht verzeiht wenn jemand die Dinge so schildert wie sie sind.
Aber wie gesagt: Ich lasse meine Einschätzungen jederzeit gerne korrigieren, sollten sie sich tatsächlich als unzutreffend erweisen.
Was meinen “Auftritt in der Öffentlichkeit” anbelangt, fahre ich meiner Ansicht nach besser damit ehrlich zu sein als mich hier bei einer Kundschaft einschleimen zu wollen mit frei erfundenen Seifenopern.
Derart Billiges hätten MEINE Kunden auch mit Sicherheit nicht verdient!
21. Mai 2009 um 07:49 Torsten Bentrup(Quote)
Könntet Ihr bitte mal ganz kurz ein bis zwei Gänge runterschalten? Himmel, ein bischen mehr Contenance!
Wir sind uns doch wohl einig, daß unser Gewerbe zu einem der durchwachsensten überhaupt gehört. In vielen Städten gibt es fast soviele Unternehmer wie Fahrzeuge, weil die allermeisten Unternehmen nur 1-2 Wagen haben. Und bei sovielen Unternehmen ist natürlich auch die Spannbreite deutlich höher als in vielen anderen Bereichen. Natürlich gibt es die von Isarmetropole geschilderten Mißstände, wer da als Fahrer mitmacht ist entweder sehr verzweifelt oder nicht sonderlich helle. Und das eine solche Ausbeuterei ein ziemlich klares Bild vom Charakter des Unternehmers zeigt, ist doch auch klar. Wir sind uns also eigentlich einig.
In Paderborn ist die Entwicklung allerdings zum Glück völlig anders verlaufen. Hier hat nicht jeder Fredi seine Unternehmerprüfung abgelegt und lungert dann mit seiner Schrottlaube am Bahnhof rum. Es gab frühzeitig große Unternehmen, die den Markt unter sich aufgeteilt haben, es gab nie eine freie Zentrale, an der man sich als Newcomer ohne viel Aufwand (Kundensuche!!) anschließen konnte.
Dadurch haben fast alle Fahrer in Paderborn ordentliche Konditionen. Reich wird kaum einer, aber man kann davon notfalls sogar eine Familie ernähren.
Mein Unternehmen nimmt dabei auch noch eine Sonderstellung ein. Wir sind seit weit über 50 Jahren im Familienbesitz, demnächst gehts in die dritte Generation über. Und über alle Generationen hinweg war man in der Chefetage einfach nur zufrieden, wenn man seine Familie ordentlich ernähren konnte. Das kleine Häuschen ist wohl längst abbezahlt, der einzige sichtbare Luxus ist der alte SLK der Chefin.
Obwohl wir also das älteste noch bestehende Unternehmen in PB sind, hatten wir auch nie den Ergeiz, die “Erfolgreichsten” oder Bekanntesten zu sein. Von der Anzahl der Fahrzeuge liegen wir mit weitem Abstand hinter den beiden marketingtechnisch deutlich aktiveren “Platzhirschen”. Den Namen Czernoch kennt kaum ein Einsteiger (die Telefonnummer ist zum Glück deutlich bekannter). Erst seit gut einem Jahr machen wir auf den Fahrzeugen Werbung, mehr als 10 Jahre nach fast allen anderen. Weil unsere Chefs einfach nicht den Ergeiz haben, möglichst viel Geld zu verdienen. Eine sehr sympathische Eigenschaft, die sich dann eben auch darin äußert, daß wir zu sehr angenehmen Konditionen arbeiten dürfen.
Mein Verdienst entspricht natürlich der Wahrheit, die Kontoauszüge mit Lohnzahlungen zwischen knapp 1.300 Euro (Februar, wenig Arbeits- und keine Feiertage) und über 1.800 (Dezember, viele Feier- und Arbeitstage) kannst Du gerne nach vorheriger Anmeldung ansehen. Es wäre schon extrem doof (wie Ly schon sagt, hier lesen auch jede Menge Offizielle mit), wenn ich hier mal konkrete Zahlen nenne und diese dann übertrieben sind.
@M.: Meine Meinung zu den “Gelben” ist ja bekannt. Das ist kein Taxiunternehmen, sondern schlecht organisierte Kriminalität. Sobald der Laden dicht ist, werd ich da gerne noch ein paar konkrete Geschichten zu erzählen. Und es wird mir sehr viel Spaß machen.
@Isarmetropole: Vielleicht deute ich da auch ein bischen zuviel in Deinen letzten Kommentar. Aber wenn Du mich persönlich angreifen willst, solltest Du ein bischen konkreter werden. Ich möchte wenigstens die Chance haben, mich zu verteidigen.
BTW: Das hier ist kein Forum. Sondern mein Blog, in dem jeder die Möglichkeit hat, seinen Senf dazu zu geben. Er muß dann allerdings auch ertragen, daß andere die gleiche Gelegenheit nutzen. Wenn hier jemand zuviel dummes Zeug schreibt oder juristisch für mich gefährliches Zeug absondert, lösche ich gerne. Ansonsten gilt: Leb damit, wenn andere Menschen andere Meinungen haben. Persönliche Beleidigungen (auch in Frageform) sind völlig unnötig. Etwas Respekt bitte!
21. Mai 2009 um 09:02 Isarmetropole(Quote)
@Torsten Bentrup:
Vielen Dank für Deinen erhellenden, informativen und großenteils besonnen-sachlichen Beitrag.
Hier in München geht es offenbar erheblich rauher zu in der Branche. Wahrscheinlich gibt es hier auch vereinzelt Unternehmen die so “friedlich” und bodenständig sind wie das Eure.
Selbst die dürften aber Schwierigkeiten haben einen guten Fahrerstamm aufzubauen: Unter den “im Markt schwimmenden” Fahrern ist eine gewisse “Abräummentalität” doch relativ weit verbreitet.
Sicher leisten sehr viele eine vernünftige Arbeit, aber Fahrer mit ausgeprägtem Berufsethos sind eher mit der Lupe zu suchen…
Übrigens “…lungert dann mit seiner Schrottlaube am Bahnhof rum” – brilliante Formulierung. Das war ein guter Lacher!
Ich brauche Deine Lohnzahlungen nicht einsehen, ich glaube es Dir nach Deiner nachdrücklichen Schilderung auch so.
Mein Kommentar dazu war von locker-humorvoller Natur.
Deshalb erübrigen sich sämtliche Überlegungen zu meiner “Respektlosigkeit” und “meinen Angriffen”.
Ich sehe keinen Anlaß Dich anzugreifen. Daß “der Staat” mitliest kann sein oder auch nicht. Aber auch der Staat wird sich wahrscheinlich nicht wegen ich sach´mal Zwei Euro Fuffzich als Internetspion outen und damit seine “Sniperposition ruinieren”.
Forum war ein Freud´scher Versprecher. Mir ist klar daß das hier ein Blog ist. Dennoch hat es offensichtlich Web2.0-Qualitäten, was üblicherweise bedeutet daß sich jeder egalitär beteiligen darf. Und da war mir Ly jetzt etwas zu obrigkeitsstaatlich und von dem her “altmodisch”…
Lösch´ von mir aus doch was Du willst. Ich meine kein “dummes Zeug” geschrieben zu haben. Und wo soll ich für Dich “juristisch Gefährliches” verfaßt haben?
Ich greife weder grundlos an noch beleidige ich wahllos. Aber wer es wissen will kann von mir seine passende Antwort bekommen.
Ich denke daß sich das soweit noch innerhalb der Parameter nachvollziehbarer menschlicher Regung bewegt.
21. Mai 2009 um 09:06 Torsten Bentrup(Quote)
Tut es, hätte es einen Löschgrund gegeben, hätte ich exakt das auch gemacht. Ich sehe, wir sind uns einig.
21. Mai 2009 um 09:21 Isarmetropole(Quote)
@ Torsten Bentrup:
Ja wir sind uns einig!
Beste Grüße aus München
21. Mai 2009 um 15:44 M.(Quote)
@ Torsten
Mit deiner Interprätation über die “Gelben” hast du vollkommen recht. Ich bin nur gespannt wie lange es noch dauert bis es da den großen Knall gibt, so weit ich es erfahren habe sind auch schon einige Tipps an “gewisse Behörden” abgegeben worden.
So freue ich mich also schon gespannt auf deine Geschichten, die hoffentlich nicht mehr so lange auf sich warten lassen
Ansonsten wünsche ich Dir einen schönen Sonntag, lass es Dir gut gehen
Wenn ich das nächste mal mit Dir fahre, was übrigens öfters mal ist, werde ich mich auch mal outen
21. Mai 2009 um 16:52 Ly(Quote)
@ Isarmetropole
meine Motivation entspricht exakt dem von mir geschriebenen, und mehr ist dazu nicht zu sagen.
Alles andre was du das sagst zu mir und meiner motivation ist ein reines rumdeuteln, zudem verpackt mit ein paar netten giftspritzen unter die wiederum öffentliche gürtellinie.
Den Rest hat Torsten schon gesagt.
Aber bitte, jedem tierchen sein pläsierchen.
21. Mai 2009 um 17:42 Torsten Bentrup(Quote)
Ksch, Ly!
Wir wollten doch jetzt alle wieder lieb sein! Wehe, ich komme morgen früh nach Hause, freu mich auf meinen Kuchen und muß mich stattdessen über Eure Kommentare ärgern! Habt Euch lieb!
21. Mai 2009 um 17:55 Isarmetropole(Quote)
@ Ly:
Da Du ja Deine Motivation nicht näher spezifiziert kann ich nur aus dem sonst von Dir Gesagten schlußfolgern. Und im Ergebnis erinnert mich der Eindruck der mir dann entsteht an das Verhalten einiger Münchner Kollegen:
Wir haben da Spezialisten die seit Jahren mit ihrem fortgesetzt regelwidrigen und egoistischen Tun wissentlich eine wichtige Sonderdurchfahrtsgenehmigung für Taxis durch einen Fußgängerzonenbereich im Zentrum gefährden.
Als ich dieses Verhalten jüngst öffentlich verdammte kamen empörte Rufe “Was fällt Dir ein so über KOLLEGEN zu reden”?
Erstens: Wer dermaßen dreist meinem Gewetbe schadet IST NICHT MEIN KOLLEGE, und zwar nicht aufgrund MEINER Entscheidung, sondern aufgrund SEINER EIGENEN Entscheidung!
Und zweitens schaut WAHRE Kollegialität vollkommen anders aus:
Kollegialität, das ist zum Beispiel einen Anhalter nicht einfach mitzunehmen, obwohl man weiß daß er erst vor wenigen Minuten bei der Zentrale bestellt hat und deshalb ein (anderes) Taxi für ihn auf Anfahrt ist.
Kollegialität, das ist die Kollegen via Funk zu warnen wenn z.B. wegen einem Unfall die Autobahn zum Flughafen komplett dicht ist.
Das krasse Mißverhalten schwarzer Schafe aber unter den Teppich zu kehren und totzuschweigen, das ist keine Kollegialität, sondern das ist Räuberhöhle!
Gott sei Dank wandelt sich mittlerweise auch in München diese überkommene Form des “Mannschaftsgeistes” in eine realistischere Auffassung der Situation.
Den Titel “Kollege” hat man sich jeden Tag von Neuem durch seine gute Arbeit zu verdienen.
Im Übrigen zu den “Tierchen”: Es heißt “wie man in den Wald ruft so tönt es heraus”. Kannst ja noch´n paarmal testen. Wird sich aber im Resultat wahrscheinlich nix dran ändern.
21. Mai 2009 um 20:23 Ly(Quote)
hm..
ich sag ja nicht das ich kein “tierchen” bin! letztlich sind wir das alle, und haben alle unsere pläsierchen insofern die getroffene Aussage:
jedem Tierchen sein Pläsierchen.
das was du schreibst, von wegen
“von Dir Gesagten schlußfolgern. Und im Ergebnis erinnert mich der Eindruck der mir dann entsteht an das Verhalten einiger Münchner Kollegen:”
sind mutmassungen, und Übertragungen.
Entweder du nimmst hin, das jemand eine andere Meinung hat, und zwar im grundsätzlichen Ansatz, oder du lässt es.
Darauf auf meine Haltung, Person, oder Kollegialität im Allgemeinen zu schließen, sei dir also überlassen wie du es möchtest, da du es nicht lassen kannst anscheinend.
Torsten: ich bin noch lieb.
22. Mai 2009 um 10:07 M.(Quote)
@ Torsten
Unserem lieben Blog-Gründer die besten Glückwünsche zum Geburtstag
Ich wünsche Dir einen schönen Tag und besonders viel Spaß beim feiern, lass Dir den kuchen schmecken
22. Mai 2009 um 10:11 M.One(Quote)
Geburtstagsblümchen
Ein paar Blümchen von mir zu Deinem Ehrentag!
Herzliche Glückwünsche!
22. Mai 2009 um 10:12 M.One(Quote)
Kannst Du den Link zu den Blümchen sehen?
Wenn nicht, hier ist er nochmal:
http://paderblog.de/typo3temp/pics/d580d0720a...
22. Mai 2009 um 21:44 Torsten Bentrup(Quote)
Jetzt hab ich die Blümchen gesehen. Daaaaaaaaaaanke!
So, und jetzt muß ich wieder an den Caipi. Bis später!