Welt-schlechtester Kommentar
Der übelste Kommentar bei welt.de (11.04.2009, 18:43 Uhr, Gerhard) lässt mir einfach keine Ruhe.
Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt, dennoch eine kurze Anmerkung meinerseits:
Schöner Einstieg. “Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber…” fällt in die gleiche Kategorie. Keine Ahnung, aber erhöhtes Mitteilungsbedürfnis. Auch wenn es nur ekelhafte Lügen und Verleumdungen sind.
Ich komme aus PB, war am Unfallort anwesend und sehe (Berufsbedingt) Tag für Tag und Nacht für Nacht was sich die Paderborner Taxifahrer so “leisten”, zum Standardrepertoire gehören u.a.: Vorfahrtmissachtung, entgegen der Fahrtrichtung fahren, rechts überholen, rote Ampeln missachten, Geschwindigkeitsüberschreitungen usw.
Natürlich gibt es auch unter Paderborner Taxifahrern Vollidioten. Ich würde den Anteil der Fahrer, die tatsächlich sowas regelmäßig machen auf 2% schätzen. Bei rund 300 Fahrern also 6. Drei davon könnte ich benennen und rate den Kunden regelmäßig, sich zumindest bei deren Chefs zu beschweren, wenn sie nicht sicher befördert wurden. Weil ich natürlich nicht jeden Aushilfsfahrer kenne, hab ich einfach mal die Dunkelziffer mit 100% angesetzt.
Diese Quote dürfte für jeden Beruf sensationell niedrig sein. Ich sehe den Hauptgrund in der Struktur unseres Gewerbes in Paderborn. Wir sind die vermutlich einzige Großstadt Deutschlands ohne eine Gemeinschaftszentrale (oder kennt noch jemand eine Stadt ohne freie Zentrale?). Deshalb gibt es in PB sehr viele angestellte Fahrer und kaum selbstfahrende Unternehmer, Verhältnis etwa 10 zu 1. In München beispielsweise gibt es 3474 Taxis und es gibt ca. 2020 Unternehmer (Quelle: Die Taxipiloten).
Wenn eine Taxizentrale aber eine 3-4stellige Anzahl Taxen von fast ebensovielen Unternehmern vermittelt, können sich schwarze Schafe prima verstecken. Kaum ein unzufriedener Fahrgast begreift, daß er grade von “Taxi Buchenlaub” verarscht wurde, er sieht nur die “Obermarke” Taxiruf $Großstadt.
Paderborn ist da anders. Es gibt 15 Taxiunternehmen. Von einer gelben Ausnahme sind alle Unternehmen darauf erpicht, möglichst zufriedene Stammkunden zu bekommen und auch zu behalten. Und in allen Unternehmen sind auch die Firmengründer bzw. die darauffolgenden Generationen aktiv am Geschäft beteiligt. Die Chefs merken in der Regel sehr schnell, wer ihnen die Autos kaputtfährt, mehr Sprit und Bremsbeläge als die Kollegen verbraucht oder die Kunden schlecht behandelt. Kundenbeschwerden werden (soweit mir bekannt) in allen Paderborner Unternehmen direkt von der Geschäftführung bearbeitet. Auch dürften Paderborns Taxiunternehmen deutlich überdurchschnittlich viele Fahrzeuge von Mercedes haben und über einen überdurchschnittlich jungen Fuhrpark verfügen.
Kurz: Durch die harte Konkurrenzsituation versucht jedes Unternehmen einen möglichst positiven Eindruck zu hinterlassen. Sowohl vom Personal als auch von den Fahrzeugen her. Ausnahmen gibt es, sind aber deutlich seltener als in allen mir bekannten Städten mit Gemeinschaftszentrale.
Nachdem es vor ein paar Jahren bereits einen Taxi Unfall (überhöte Geschwindigkeit) mit 5 Toten in Delbrück gegeben hatte, war es nur eine Frage der Zeit bis sich wieder ein tödlicher Unfall ereignen würde.
Könnte ich dafür bitte eine Quelle haben? Hat zufällig irgendjemand etwas davon mitbekommen? In den letzten 15 Jahren wäre mir sowas höchstwahrscheinlich doch zu Ohren gekommen, Delbrück ist nur ein paar Kilometer weiter.
Der einzige Unfall mit Todesfolge hier im Kreis, der mir einfällt, war vor etwa 10 Jahren, ich war damals leider genauso nah dabei, hier hab ich darüber geschrieben: taxi-blog.de/wordpress/verkehrt/790/das-gestandnis/. Schlimm genug, aber weder Delbrück noch 5 Tote.
Das äußere Erscheinungsbild der Mehrzahl der PB Taxifahrer ist sehr ungepflegt und schmuddelig, kein Bürger würde freiwillig zu einer solchen Person ins Auto steigen wenn er nicht wüsste das es ein Taxi ist.
Bullshit. Von wenigen Ausnahmen fahren hier einfach ganz normal aussehende, normal gekleidete Menschen mit gepflegten Fahrzeugen der Marken Mercedes und Volkswagen neueren Baujahrs.
Wir halten es im Familien und Freundeskreis bei Feiern so, das immer eine Person nüchtern bleibt, die die Gäste wieder nach Hause fährt, denn das ist sicherer als ein PB Taxi zu nehmen.
Und hier muß ich zum ersten Mal nicht widersprechen. Jeder Paderborner Taxifahrer wird heilfroh sein, einen solch bösartigen Menschen oder jemand aus dessen Freundeskreis nicht befördern zu müssen. Die meisten von uns werden nämlich selbst bei solchen Arschlöchern noch freundlich bleiben und das ist gar nicht gut für die eigene Gesundheit.
14. April 2009 um 05:03 Kraven(Quote)
>>war am Unfallort anwesend<<
Und bei dem Nebensatz musste ich irgendwie gleich an einen Gaffer denken.
14. April 2009 um 06:13 Google-Nutzer(Quote)
Meint der Kommentator evtl diesen Unfall? http://www.shortnews.de/start.cfm?id=149302
14. April 2009 um 06:20 Torsten Bentrup(Quote)
Das passt zeitlich zumindest zum genannten Unfall in Hövelhof und wenn man die 10 Kilometer zwischen Hövelhof und Delbrück als “bei Delbrück” (Hövelhof dürfte übrigens genauso unbekannt wie Delbrück sein, eine Angabe “bei Paderborn” oder “bei Bielefeld” wäre deutlich sinnvoller.
14. April 2009 um 07:00 Uwe(Quote)
Bei uns in Göppingen/Eislingen empfinde die Taxi-Fahrer aber auch so wie in den zitierten Ausschnitte beschrieben.
Ich hatte ein gutes Erlebnis in meinem Leben mit Taxifahrern und viele schlechte Erlebnisse.
Also ist für mich das Gros der Taxifahrer in Göppingen schlecht.
14. April 2009 um 09:20 Stephan535(Quote)
Man solte sich nichts aus den Aussagen solcher geltungsbedürftiger Spinner machen. Bei jedem Unfall gibt es eine Handvoll armer Würste, die alles gesehen und gewusst haben wollen, obwohl sie gar nicht dabei waren.
14. April 2009 um 09:21 Stephan535(Quote)
*grummel* Blöder Tippfehlerteufel! “sollte” muss es natürlich heißen.
14. April 2009 um 09:56 Tom(Quote)
Rechts überholen ist innerorts grundsätzlich zulässig. Aber damit ist das gemeine Autofahrerhirn in Deutschland schon überfordert…
14. April 2009 um 10:27 Andreas(Quote)
Ich kenne Paderborn und damit das dortige Taxigewerbe nicht. Und ich selbst nutze dieses Angebot kaum. Ich hatte aber wenn denn nie bemerkenswerte Erlebnisse – weder besonders positiv oder gar negativ. Lediglich als Verkehrsteilnehmer habe ich manchmal den Eindruck, als hätten manche Fahrer von Taxis, Kurierfahrzeugen oder Lieferwagen überhaupt keinen Führerschein. Nicht weil sie besonders rücksichtslos wären, sondern nur eher ungeschickt und gedankenlos ihre Fahrzeuge bewegen bzw. abstellen. Aber das hat ja mit der Sache hier nichts zu tun.
Ja – der angesprochene Kommentar scheint in seiner Wertung überzogen zu sein und vor allem wird darin arg pauschalisiert. Soweit – so schlecht! Um es mal ganz einfach zu sagen: Da draußen laufen mehr A … herum, als man denkt. Warum sich also darüber aufregen?
Mir fällt an dem Beitrag auf, daß ähnlich dagegen gehalten wird. Sorry, aber ich kann mir die von Torsten geschilderten, fast paradiesisch anmutenden Zustände so auch nicht vorstellen. Bei aller nachvollziehbaren und auch sympathischen Parteilichkeit finde ich die Beschreibung an sich ein wenig naiv und in der Wortwahl zu drastisch.
Gibt es eigentlich objektivere Zeugnisse zur Problematik? Statistiken der Polizei zu den Verkehrsverstößen von Taxifahrern o.ä.? Oder Untersuchungen der Versicherer?
14. April 2009 um 10:39 Badrat(Quote)
Ich versteh einfach nicht wie man in solch einer Situation sagen kann das die PD Taxifahrer so schlecht sein sollen. Solche schlechten Kommentare habe ich auch noch nie bei einem Unglück dieser Art gelesen, aber warscheinlich werden die Leute immer blöder … Mein Beleid an die Toten und gute Besserung an die verletzten. Ist echt ne schlimme sache und deswegen versteh ich nicht warum mansche solche Kommentare abgeben obwohl sie sicherlich noch nie mit einem Taxi in PB gefahren sind…
14. April 2009 um 11:05 nc(Quote)
Mein Beleid an die Angehörigen der Toten und gute Besserung den Verletzten.
Aus der Unfallperspektive gab es Anmerkungen, dass ein Polizeifahrzeug dem Feuerwehrfahrzeug vorausgefahren sein soll (“Raeumer”) — dies waere fatal und wuerde **hyptotethisch** einen ganz einfach Hergang erklaeren, unabhaengig davon, wer welche Ampelfarbe hatte:
Der Taxifahrer will in die Kreuzung einfahren, nimmt das SoSi des Polizeiautos wahr, raeumt ihm die Vorfahrt ein; anschliessend glaubt er dass die Kreuzung frei ist und faehrt in selbige rein.
Die Ampelfarbe ist an dieser Stelle dann völlig unerheblich, da JEDER Fahrer von der Situation (mental) so ausgelastet waere, dass man die Ampel gar nicht mehr wahr nimmt.
Man bedenke, dass sich die Situation in Sekunden abspielt, man keine Zeit zum wirklich nachdenken hat, alles nur Reaktion und Routine ist.
Nicht umsonst wird im RD davon abgeraten, dass ein NA Raeumer fuer den RTW spielt
14. April 2009 um 11:09 Norbert(Quote)
@Badrat: Das liegt in der Natur der Sache: Taxen sind gelb und fallen damit sofort auf. Fällt einer auf, sinds gleich alle, die das machen.
Leider wissen viele nicht zu schätzen, was Taxen für den öffentlichen Verkehr bedeuten. Viele sehen sie einfach nur als lästigen Verkehrsteilnehmer an, der den Stau ein wenig länger macht.
Ein Freund hat mir mal gesagt: Lästern und draufhauen ist einfach, erstmal nachdenken und vielleicht sogar nur richtig gucken ist da schon eine Anstrengung (so war der Wortlaut ungefähr)…und da ist leider ziemlich viel Wahres dran…
@Andreas: Wie stellst du dir die Statistik denn vor. (Ich kanns mir grad nicht vorstellen deswegen frage ich) Willst du die Unfallstatistiken von Taxen und “Normalfahrern” vergleichen? Ich glaube, dann wird die Quote bei Taxen aber doch ziemlich gering ausfallen. Taxifahrer sind nunmal fast täglich auf den Straßen, da wird man halt öfter “erwischt” oder fährt ne Macke ins Auto (sprich Unfall).
Da magst du recht haben, aber hier fängt auch schon wieder die Unwissenheit mancher “Normalfahrer” (ich will hier niemanden beleidigen, mir fällt nur grad nix besseres ein) an. Viele wissen nicht, das ein Taxi in zweiter Reihe halten darf, um einzuladen oder auf einer Busspur fahren darf (sofern ausgeschildert). Ich wurde auch schon zigmal angeschnauzt, wie scheiße ich denn stehen würde oder was ich mir rausnehmen würde auf der Busspur zu fahren.
Sicherlich ist man auch mal abgelenkt, aber auch hier muss man wieder die Relation sehen und mir kann niemand erzählen er würde immer wachsam und aufmerksam sein, wenn er fährt. Aber man lernt in jeder Fahrschule das man beim Straßenverkehr kollegial umgehen soll und mit Fehlern rechnen sollte…scheinbar wird das bei Taxifahrern ausgeblendet (andersum von manchen bestimmt auch). Ich für meinen Teil habs mir langsam (aber leider noch nicht ganz) abgewöhnt, mich darüber zu ärgern, wenn mir einer die Vorfahrt nimmt oder unachtsam ist. Ich bin lieber froh, das ich es gemerkt habe und nix weiter passiert ist…
Aber ich komme ab…
Die Menschen die meinen, sie müssten über eine der beiden hier beteiligten Berufsgruppen abziehen sollten vielleicht mal in sich gehen und darüber nachdenken das BEIDE! nur versuchen ihren Job und damit das alltägliche Leben etwas besser zu machen. Ich kenne keinen (und ich hab Bekannte in beiden Gruppen) der extra über Rot rast oder sonst wie den Straßenverkehr behindert, um andere zu ärgern.
14. April 2009 um 11:41 Marc Köppelmann(Quote)
Das ist definitiv Unsinn, woher kommt denn diese Info ?
14. April 2009 um 11:43 BRV-Christian(Quote)
Hm, viel Aufregung um so einen Kommentar.
Also die Sichtweise mi den Firmen vs. Selbstfahrern kann ich so bestätigen.
Wir haben hier 6 Unternehmen, davon eines mit nur einem Fahrzeug, das aber auch ein Angestellter fährt. Die Zahl der Arschlöcher unter den Fahrern hält sich ziemlich in Grenzen und wirklich schlechte Fahrer werden relativ schnell wieder aussortiert.
Beim Selbstfahrer aus dem Nachbarkreis, der gerne mal bei uns “wildert”, sieht das dann schon anders aus…
Einen Punkt hat Norbert schon angesprochen, Tyxen sehen fast alle gleich aus, besonders wenns alles Mercedes sind.
Nicht nur deswegen hat bei uns jedes unternehmen in Übergröße seine Telefonnummer auf der Seite kleben, alle in unterschiedlichen Farben.
Und ja, ich gebe es zu, ich bin auch schon über eine rote Ampel gefahren!
Allerdings total unbeabsichtigt!!!
Die Ampel ist in der Nacht ausgeschaltet und es war meine letzte Tour. Um 6 wird die Ampel dann wieder eingeschaltet. Ich bin also aus der Seitenstraße raus, über die Ampel, und hab geguckt, ob frei ist.
Erst im Rückspiegel hab ich dann bemerkt, das die Hauptstraße grün hatte.
Sowas passiert, wenn man in einer Nacht 10, 15 mal über eine Ampel fährt, die ausgeschaltet ist. Da achtet man dann nicht drauf.
Trotzdem würde ich NIE absichtlich eine rote Ampel überfahren.
14. April 2009 um 11:55 Parkrocker(Quote)
Am Ende ist die Schuldfrage doch völlig nebensächlich. Bei so einem Unfall sind alle Beteiligten für Jahre, wahrscheinlich sogar bis an ihr Lebensende geprägt. Keine noch so harte Strafe für den Verursacher wird Menschenleben wiederbringen…
14. April 2009 um 14:42 AnjinSan(Quote)
ähem, wenn schon so eine anmerkung, dann doch bitte auf die ausnahmen, in denen das rechtsüberholen erlaubt ist hinweisen.
danke.
14. April 2009 um 15:14 Gord(Quote)
Die Taxis sorgen sogar dafür, dass die Idiotenquote unter den “Normalfahrern” niedrig bleibt. Ohne die Möglichkeit ein Taxi zu rufen würden sich mehr Leute nach einem Kneipenbesuch unter Rauschgifteinfluss hinters Steuer setzen.
14. April 2009 um 15:25 sarah(Quote)
ich verstehe nicht so ganz, wieso nun so auf den taxifahrern herumgehackt wird.
so ein unfall ist furchtbar… kann aber jedem passieren. das feuerwehrauto hätte genausogut ein polizeiwagen sein können und das taxi ein audi mit privatpersonen.
jeder der auto fährt ist potentiell unfallgefährdet.
ich kenne die paderborner taxiszene zwar nicht, aber mit unserer (bremer) habe ich nie besonders schlechte oder gute erfahrungen gemacht. bisher wurde ich immer heile ans ziel gebracht ohne dabei angst haben zu müssen. genauso siehts aus, wenn ich selber auto fahre und taxis begegne. ich wurde noch nie von einem geschnitten, gefährlich überholt o.ä.
sicherlich gibt es auch schlechte, riskante fahrer – aber an sich ist ein taxifahrer doch darauf bedacht sich und seine insassen heile ins ziel zu bringen? es ist schließlich sein beruf und er riskiert seine anstellung, wenn er mist baut.
ich finde es wirklich schlimm, wie in dem kommentar über den taxifahrer gesprochen wird. der arme mensch hatte einen schlimmen unfall und war schwer verletzt. da wäre eher mitleid angebracht und besserungswünsche, als dass er auch noch verteufelt wird.
ich hoffe jedenfalls, dass es allen verletzten bald wieder besser geht!
14. April 2009 um 16:42 Sash(Quote)
Schuldzuweisungen sind in der Tat nicht gerade förderlich. Ich hoffe auch nur, dass die Beteiligten irgendwie mit der Sache klarkommen.
Das Ärgerliche an dem Kommentar ist dieses entsetzlich überhebliche Weltbild, in der mal wieder eine Sorte von Verkehrsteilnehmern abgewatscht wird, weil der Kommentator hier und da irgendeine (vermeintlich?) schlechte Erfahrung gemacht hat. Ich könnte als Taxifahrer auch anfangen, über “die Radfahrer”, “die Fußgänger”, “die Polizei” herzuziehen, weil es in jeder Gruppe Idioten gibt, die zwangsläufig irgendwann den eigenen Weg kreuzen.
Ob die entsprechende Quote bei Taxifahrern in Paderborn so niedrig liegt, wie Torsten schreibt, weiß ich nicht. Ich maße es mir nicht an, darüber zu urteilen. Und da liegt der Punkt.
Es ist nur traurig zu beobachten, wie in dem Kommentar erst einmal jeder Paderborner Taxifahrer runtergeputzt wird, egal wie er fährt. Enorm hilfreich natürlich, um diejenigen zu würdigen, die nicht “beschissen” fahren. Vielleicht hat Torstens Kollege ja tatsächlich einen Fehler gemacht. Das sollte nicht passieren, aber jeder Autofahrer wird bestätigen müssen, dass Fehler vorkommen. In aller Regel sowohl unbeabsichtigt als auch folgenlos. Traurig, dass es in diesem Fall (wer auch immer einen Fehler gemacht hat) nicht folgenlos war.
Statt so pauschal auf eine Gruppe Menschen einzuhacken, sollte sich der Kommentator lieber mal seine Gedanken dazu machen, was Vorurteile sind, und ob es ggf. eine Möglichkeit gibt, solche Dinge wirklich zu vermeiden.
Und bei allem Bemühen, nicht parteiisch zu sein (kann ich natürlich nicht!): Eine Welt ohne Taxen ist nun wirklich nicht gerade eine Lösung – siehe z.B. den Kommentar von Gord etwas über meinem.
14. April 2009 um 17:47 Ly(Quote)
mE geht so ein Kommentar in Welt weit über normale Meinung hinaus.
Will sagen, Meinungsfreiheit hin oder her, irgendwie hat das was von “dissen”, rufmord, hetze. ekelhaft, mir wird nur schlecht wenn ich sowas lese.
so leuten kommt man mit vernunft-argumenten nicht bei. auf die trollwiese schicken und ignorieren wäre eine maßnahme, wenns nicht so viele bläd wie schaafe abnicken würden.
14. April 2009 um 19:47 Era(Quote)
in Marburg hast du eine ähnliche situation wie in pb, urs viele funkzentralen (mindestens 5) und ohne endeangestellte taxikutscher mit len genannten nachteilen..
14. April 2009 um 23:18 nc(Quote)
Marc Köppelmann:
aus dem selben medium, in dem ich jetzt “Das ist Unsinn” lese.
Ich kann keine der beiden Perspektiven als “wahr” annehmen; daher hab ich meine Worte absichtlich sehr theoretisch gewählt.
Lastbutnotleast sollte die Hypothese einfach das Feuer aus den verschiedenen Lagern nehmen, es gibt naemlich sehr wohl Unfaelle, an denen keiner (vielleicht sollte ich sagen: moralische – rechtlich ist manchmal ein anderer Schuh) Schuld traegt. Sie sind einfach eine Verkettung unglücklicher Entscheidungen, unglücklicher Reaktionen oder -eben genau das was alle Berufskraftfahrer betrifft- Routine.
15. April 2009 um 00:36 gr3if(Quote)
Ach ja…. Da fällt das Kind in den Brunnen und schon kommen 200 Leute aus ihren Löchern die es gesehen haben wollen oder noch besser es besser gemacht hätten….
Mal ehrlich: Ich fahre selber einen großen bunten Rtw in der Stadt, wollen wir wetten: dass jeder Fahrfehler den ich mache den meisten deutlicher auffällt als jeder andere Fehler den Leute um mich rum machen?
Das geht dem Menschen mit Taxis genauso… Selektive Wahrnehmung heißt das glaube ich. Wie soll ich sagen: Ich bin in Taxis schon so und so befördert worden und ich hab schon Privatfahrer gesegen die über 9 Stunden ohne Pause im wesentlichen 240km/h auf der Autobahn gefahren sind…
Wie soll ich sagen: Die Schuld trägt in diesem Fall leider die Feuerwehr auch wenn der Taxifahrer unachtsam war oder auch nicht…
Tragisch ist nur, dass es soviele Leute betroffen hat…
Ich gehe davon aus, dass es keine große Lehre aus diesem Unfall geben wird. Das gleiche ist neulich übrigens in HH passiert, da hat ein Alleinfahrer mit einem Sonderfahrzeug zwei junge Damen getroffen. Das war genauso tragisch nur es passiert nichts.
15. April 2009 um 03:01 jo(Quote)
@Torsten & gr3if: Kurz vorweg: Ich finde den zitierten Kommentar auch daneben, gerade in Zusammenhang mit diesem schrecklichen Unfall.
Aber: Dass Paderborner Taxifahrer nachts gerne mal etwas zügiger unterwegs sind, als es die Straßenverkehrs-Ordnung hergibt, habe ich auch schon mehrfach beobachtet. Wer mich nachts innerorts überholt – oder gar beim Abbiegen ausbremst, hallo? – ist definitiv zu schnell. Ich glaube, ich hab’s hier vor ein paar Monaten auch schonmal angerissen.
Gerade auf den Ringen, den Liboriberg oder die Warburger hoch, sind es da auch schonmal 80+ km/h. Auf den Ausfallstraßen ja ohnehin. Soweit ich das sehe, sind das in der Regel zwar Leerfahrten, aber das machts nur bedingt besser (Gerade am Liboriberg, wo doch hin und wieder mal ein Besoffski über die Straße stolpert). Kurz: Die 2% glaube ich nicht so recht. Es sei denn, die sind alle in der Nachtschicht unterwegs.
Und nein, das betrifft nicht nur “die Gelben”.
15. April 2009 um 04:10 Jenny(Quote)
Wer von uns ohne schuld ist, der werfe den ersten Stein!
15. April 2009 um 07:46 Norbert(Quote)
Eindrucksvoll finde ich aber auch, das man nachts privat fahren kann und fast (aber Ausnahmen bestätigen die Regel) immer noch überholt wird, obwohl man 70 fährt.
Nur wie oben schon gesagt: Selektive Wahrnehmung
Und du musst bedenken, Torsten sagte “regelmäßig”, also fast schon absichtlich. Mal kann das jedem passieren oder willst du sagen, du achteste penibel darauf nicht über die 50 zu kommen? Selbst wenn, wärst du wieder unachtsam, weil du mehr den Tacho als den Verkehr beobachtest.
15. April 2009 um 10:24 gr3if(Quote)
Hey! Wer von euch fährt den nachts auch immer die richtite Geschwindigkeit? Oder soll ich eher sagen: Wer ist nicht versucht schneller zu sein als andere?
Ich muss nachts teilweise deutlich mehr aufpassen, wenn ich mit Blaulocht unterwegs bin, weil da oftmals Autos mit leicht übermüdeten Fahrern noch schnell bei Früh Rot eine Ampel mit rund 90km/h passieren wollen….
Was soll ich den dazu sagen? Sollte man so jemanden anzeigen? Ich weiß es nicht, ich glaube es bringt nichts.
15. April 2009 um 14:46 Ich(Quote)
So einen Quatsch habe ich ja noch nie gehört … da macht sich wieder mal irgendjemand wichtig. Grundsätzlich fährt bei einem BMA Einsatz die Drehleiter vorweg, dann kommt ein Tanklöschfahrzeug und dann ein RTW. Es kann höchstens sein das eine Drehleiter nachgeordert wird und dadurch alleine fahren muss.
Es steht wohl ausser Frage das nicht alle Taxifahrer wie es hier geschrieben steht “Heizer” sind, aber es ist für jedem extrem auffällig das man bei nächtlichen Fahrten durch die Stadt GRUNDSÄTZLICH von Taxen überholt wird – und ich fahre sicherlich nicht langsam. Wenn ein FW oder Polizei Fahrzeug mit Sirene und Blaulich ankommt macht das einen Höllenlärm (vor allem die Drehleitern) und die kommen nicht aus Spass sondern dann wenn es um Menschenleben geht. Ich frage mich wenn mich mal wieder ein Taxi wie ein kranker überholt wo es da um Menschenleben geht …
Auch wenn man mit Sonderrechten fährt hat man die Verpflichtung auf den Gegenverkehr zu achten und gerade deswegen muss man mit Schuldzuweisungen ganz vorsichtig sein, aber: es bleibt nunmal eine Tatsache das (die meisten und nicht irgendein kleiner Prozentsatz) die Taxen einfach zu schnell unterwegs sind.
Mein Aufruf an die Taxiunternehmen: Sitzkontakte – das könnt ihr, aber mal die Geschwindigkeiten der Fahrer zu überprüfen bekommt ihr nicht hin. Und warum ? Zeit ist Geld und je schneller man am Ziel ist umso schneller kann ein neuer Fahrgast aufgenommen werden. Und das ist eine Tatsache !
Piet
15. April 2009 um 15:47 Flo(Quote)
@ Ich: Eine Regel wie Feuerwehrfahrzeuge ausrücken oder hintereinader herfahren gibt es nicht.
Zur geschichte mit dem Räumer möchte ich sagen das diese Verboten ist.Speziel bei Notarztfahrzeug und RTW da das NEF nach absetzen des Notarztes (Der fährt auf dem Rückweg im RTW) Keine Sonder- und Wegerecht mehr besitzt da es seine Hoheitlichen Aufgaben erfüllt hat somit ist es ein normaler PKW. Und ich möchte behaupten das man keinen Polizisten finden wird der dieses tut und auch keinen Feuerwehrmann der dieses haben wollte denn alle kennen die Gefahren. Alle die die Fahrzeuge mit Sonderrechten fahren müssen und werden min. 1 mal pro ja belehrt über die Gefahren und die Gesetzeslage. Und wir wollen Menschenleben retten und nicht gefährden. Bei uns machen wir die unterweisung 1/4 jährlich und 1 mal pro Jahr ein Fahrsicherheitstraning im Einsatzfahrzeug.
Ich möchte hier keine Schuldzuweisung abgeben. Allerdings hatte die Drehleiter MArtinshorn und Blaulicht eingeschaltet das entbindet nicht von der Sorgfaltspflicht allerdings haben ALLE anderen Verkehrsteilnehmer diesem Fahrzeug platz zu machen. Ich für meinen Teil bin in einem Taxi immer sicher ans Ziel gekommen.
Dieser Unfall ist sehr schlimm. Nur leider wird es so etwas wahrscheinlich immer wieder geben denn wir alle machen nun mal Fehler.
Mein Mitgefühl gilt allen Beteiligten vorallem denn Familien und Freunden der Toten und denn Kameraden der Feuerwehr Paderborn.
@GR3if Ich stimme dir bei denn Fahrfehlern vollkommen zu und auch bei denn Privatfahrer mit 200 über Stunden. Nur warum trifft deiner Meinung nach hier die Schuld die Feuerwehr? Dies ist eine Spekulation (Soll nicht heissen das der Taxifahrer schuld ist)
Bin auf denn Untersuchungsbericht sehr gespannt nicht wegen der Schuldfrage sondern der Ursache denn nur damit können wir versuchen soetwas in Zukunft zu verhindern
15. April 2009 um 16:35 jo(Quote)
@Norbert: Natürlich nimmt man schnell fahrende Taxi besonders wahr, aber kann das kann ja keine Entschuldigung für real existierende Verkehrsverstöße sein.
Und was die eigenene Geschwindigkeit betrifft, ich denke schon, dass ich die recht gut einschätzen kann, ohne permanent auf den Tacho zu schauen (Drehzahl und so …). Das Berufskraftfahrern das können erwarte ich einfach.
Was ich sagen wollte: Wenn ich selber schon zügig unterwegs bin – du schreibst es ja selber – und _dann_ noch überholt werde, läuft was falsch.
@gr3if
Hier, ich. Das war mit 18 ein paar Tage lustig. Und ja, wir hatten damals wahrscheinlich mehr Glück als Verstand (Zumindest haben wir darauf geachtet keine Dritten zu gefährden und sind auch nicht betrunken gefahren). Von Berufskraftfahrern erwarte ich aber ohnehein eine andere Einstellung.
15. April 2009 um 16:46 gr3if(Quote)
Die Schuld trifft die Feuerwehr, nur dank der Stvo, das war keine Zuweisung, kann sein dass sie sich richtig verhalten haben, sie werden aber Mitschuld bekommen, schon alleine weil sie Sonder und Wegerechte in Anspruch genommen haben.
Btw: Das NEf folgt in HH immer dem Rtw mit Blaulicht… Das ist zwar gefährlich fürs Nef aber was soll der Arzt ohne sein Auto wenn er dann 20 Mins am Kh warten müsste bis das Nef da ist… So gehts auch nicht.
Wie soll man es sagen: Prinziepell gilt: Nachts sieht man gerade das Blaulicht besser aber das sorgt immernoch nicht fürs richtige reagieren aller Verkehrsteilnehmer…
Tragisch und dämlich.
15. April 2009 um 17:03 Norbert(Quote)
@jo: Das sollte auch keine Entschuldigung sein, ich will die Leute nur endlich mal dazu bringen ihr Gehinr einzuschalten und nicht pauschal alle über einen Kamm zu scheren;) Zu schnell ist und bleibt eine Missachtung der StVO und dafür gibts keine Entschuldigung, aber sowas machen auch Privatfahrzeuge!
15. April 2009 um 18:01 Donalbain(Quote)
Kommentare wie der oben zitierte sind genauso unangebracht wie voreilige Schuldzuweisungen an irgendeine der am Unfall beteiligten Personen. Natürlich, es ist etwas schreckliches geschehen und alle möchten wissen, wie so etwas passieren konnte. Fest steht aber doch bis jetzt nur, dass in dieser Nacht etwas auf bedauerliche Weise schief gelaufen ist und in dieser Tragödie geendet hat. Vielleicht hat einer der Beteiligten einen Fehler gemacht, war abgelenkt oder unaufmerksam, vielleicht war es ein technischer Defekt oder ein plötzlich auftretendes gesundheitliches Problem – in jedem Fall muss man erst einmal abwarten und schauen, was die Ermittlungen ergeben. Dann mag feststehen, wer rechtlich gesehen die Schuld am Unfall trägt. Aber moralische Schuldzuweisungen wie „Taxifahrer/Feuerwehrleute fahren immer wie die letzten ******, da musste so etwas ja zwangsläufig passieren!“ werden selbst dann unangemessen bleiben, weil sie Vorsatz und bewusste Inkaufnahme solcher Unfälle voraussetzen. Und ich glaube kaum, dass einer der Beteiligten zu Schichtbeginn gewusst, geschweige denn gewollt hat, dass er sich selbst und vor allem anderen Schaden zufügt.
Darüber hinaus verleumden solche Pauschalisierungen den einzelnen Feuerwehrmann/Taxifahrer, da hier das Fehlverhalten (einzelner) anderer Personen auf jemanden konkretes übertragen werden.
Nebenbei bemerkt: ich habe bisher nirgends gelesen, dass überhöhte bzw. unangemessene Geschwindigkeit den Unfall verursacht hat bzw. zu ihm beigetragen hat!
15. April 2009 um 18:04 Torsten Bentrup(Quote)
@Donalbain: Danke! Ich versuch die ganze Zeit, meine Gedanken dazu auf die Reihe zu bekommen, Du hast sie hervorragend zusammengefasst.
16. April 2009 um 01:42 Sash(Quote)
Zu den “zu schnellen” Taxen:
Mag sein, dass die Taxifahrer, die durch “extremes” Rasen auffallen, der von “Ich” genannten Logik folgen. Daraus kann ich ableiten, dass sie nicht nachgedacht haben. Aber ich bezweifel, dass diese Fahrer privat langsamer fahren. Mit anderen Worten: Es liegt nicht unbedingt am Beruf, und ich bin mir sicher, dass den Unternehmern bewusst ist, dass die mit einer sicheren Fahrweise einhergehende Schadenssenkung wesentlich mehr Gewinn verspricht als die vielleicht durch Glück entstehenden 50 € Umsatz mehr im Monat.
Ich weiß grundsätzlich, wie es aussieht. Ich fahre nachts in Berlin Taxi. Ich sehe auch haufenweise Kollegen, die mich überholen. Anfangs habe ich auch gedacht: Spinnen die alle?
Irgendwann ist mir aber aufgefallen: Es sind fast nur Taxen unterwegs um die Zeit – und zudem nehme ich als Kollege die gelben Wagen auch eher zur Kenntnis als x-beliebige Verkehrsteilnehmer.
Bei manchem Kollegen gruselt es mich zugegeben auch – aber wirklich: Berufsbedingt ist das nur in manchen Fällen. Ich will nicht mal behaupten, dass Taxifahrer überdurchschnittlich nett sind oder überdurchschnittlich oft durch einen guten Fahrstil auffallen. Aber wer registriert denn all die netten? Ist doch immer das selbe: Von dem Idioten, der einen ausgebremst hat, erzählt man noch beim Abendessen. Der, der einem freiwillig die Vorfahrt gewährt hat, ist eher kein Thema.
Ich bin als Fahrer tagtäglich schon gut damit beschäftigt, das Fehlverhalten von anderen als das aufzufassen, was es ist: Ein Fehlverhalten eines bestimmten Menschen. Nicht das eines typischen Rad-, Taxi-, Daimler-, Kleinwagen-, oder Rollstuhlfahrers.
Und das ist doch das Problem, um das es hier eigentlich mal ging: Es ist unfair, alle Taxifahrer, oder zumindest alle Paderborner Taxifahrer abzuwatschen, weil man subjektiv und unterstützt durch Vor- und Schnell-Urteile eigene Beobachtungen als allgemeingültig anerkennt.
Ebenso wie es auf Kia-Fahrer zutrifft, kann man auch zehn Taxifahrer nebeneinanderstellen, und man wird Idioten darunter finden, Langweiler, Draufgänger, nette und schräge.
Ich sortiere mich – wenn überhaupt irgendwo – in die Kategorie der Fahrer ein, die versuchen, zu zeigen, dass es besser geht, als der Ruf des Gewerbes ist. Und da bin ich sicher nicht alleine. Ich denke, Paderborn hat mit Torsten ein gutes Beispiel für so eine Einstellung. Da ist es einfach traurig, dass es immer noch nötig ist, ständig dagegenzuargumentieren, dass wir alle scheiße sind.
Vielleicht ist es auch nicht ganz so rosig, wie Torsten es beschreibt, aber so wie der Kommentator es sieht, ist es sicher nicht.
Und ganz zum Schluss der böse Satz:
Die schlimmen Taxifahrer hauen auch nicht von alleine ab. Dazu braucht man Kunden, die Fehler offenlegen und sich über diese beschweren, nicht welche, die sich bei welt.de rumtreiben, und dort so tun, als wäre Arschlochsein Teil einer Berufsausbildung, und zusätzlich den Eindruck vermitteln, sie wüssten das aus erster Hand…
16. April 2009 um 05:29 Achim MS(Quote)
ist es nicht so das es in jeder Stadt Taxifahrer gibt die sich aufführen als seien sie im Urwald? Fahrten ablehnen oder Kunden über´s Ohr hauen?
Ich denke schon, in der einen Stadt mehr in der anderen weniger. Fakt ist
schwarze Schafe gibt es überall.
Klar wir sind alle mit Sicherheit keine Engel und legen auch das ein oder
andere Mal die StVo zu unserem Vorteil aus. Dennoch möchte ich behaupten
das 98% aller Fahrer ihren Dienst nach besten Wissen und Gewissen versehen. Aber die restlichen 2% versauen eben den Ruf des ganzen Gewerbes. Oder hat schonmal jemand etwas in der Zeitung gelesen wo
Taxifahrer für ihren Service gelobt werden? Das sich Kunden positiv an
der Zentrale über Fahrer äußern?
Meist wird eher gemeckert. Kritik üben ist ja auch soviel schöner als zu
loben.
Gemessen an der Kilometerleistung die Taxifahrer so im Jahr zurücklegen
möchte ich behaupten das die Anzahl der wie immer gearteten Verstöße
relativ gering sind.
Einen Unfall wünscht man keinem Kollegen egal ob man ihn mag oder nicht.
ich persönlich finde den Satz gar nicht so schlimm, ich würde ihn unterschreiben.
16. April 2009 um 10:31 jo(Quote)
@Norbert: Ich würde nie alle Menschen pauschal über einen Kamm scheren. Nicht einmal alle Taxifahrer. Ausser Torsten natürlich, der ist mir tatsächlich schon durch seine vergleichsweise defensive Fahrweise aufgefallen (Vor allem damals, in seinem alten Benz. Da war er ja leicht zu erkennen ,). Auch in seinem neuen Dienstwagen hatte ich letztens Skrupel ihn zu überholen (Nachher hätte er mich erkannt ,) …
@Donald: Eigentlich finde ich, dass die Kommentare hier im Taxiblog, von ein oder zwei Ausreissern vielleicht mal abgesehen, bisher recht moderat waren. Auch pauschale Schuldzuweisungen gab es kaum.
Und mei, dass hier spekuliert wird und einige auch ein Ventil sehen, ist doch auch nicht überrascht. Aber wie gesagt, bisher ist hier doch alles im Rahmen geblieben, oder?
Was die Geschwindigkeit beim konkreten Unfall betrifft: Mindestens einer war nunmal zu schnell. Wer, werden die Gutachter klären, nicht wir. Das können wir nicht. Ich will es auch gar nicht.
16. April 2009 um 15:26 Claudia(Quote)
Zitat:
Dieser Unfall ist sehr schlimm. Nur leider wird es so etwas wahrscheinlich immer wieder geben denn wir alle machen nun mal Fehler.
Genau so isses. Ich bin mir sicher das beide hauptbeteidigten Fahrer noch in einigen Monaten nachts im Bett liegen und überlegen, was wäre wen … ? hätt ich können…? Warum habe ich nicht … ?
Eine winzige Unaufmerksamkeit reicht und niemand ist perfekt. Wem hilfts, wenn er nun mit dem Finger auf den Schuldigen zeigen kann?
Ich behaupte, ein sehr umsichtiger Autofahrer zu sein, lieber mal zurückstecken, lieber 3 Min. später ankommen, gerne mal jemanden vorlassen *heiligenscheinpollier* und trotzdem bin ich mir sicher, gab es schon mehrere Situationen, wo einfach das Glück Schlimmes verhindert hat, bestimmt sogar manches mal von mir unbemerkt.
Meine Gedanken sind bei den Betroffenen
Claudia
17. April 2009 um 22:49 nikdegreek(Quote)
Hallo,
an alle die sich beschweren das einige Taxen recht zügig unterwegs sind .
Es liegt nicht daran das die Fahrer gierig sind sondern das die meißten Gäste auf den letzten drücker das Taxi rufen und dann nach 5 min. in der Zentrale anrufen und fragen wo das Taxi bleibt .
Kommt das irgend jemanden von euch schlaumeiern bekannt vor ?
18. April 2009 um 21:05 Konstantin(Quote)
Also hier in München fahren die meisten Taxifahrer sehr ruhig und zügig durch die Stadt. Unfreundlich ist kaum einer.
Was auffällt sind hingegen zivile wie nicht-zivile Polizeiwagen. Da denke ich mir manchmal “So wie ihr mit und ohne Blaulicht durch Fussgängerzonen oder fussgängerzonen-nahe Straßen donnert, dass da noch niemand umgekommen ist grenzt an ein Wunder”.
Blaulicht schön und gut – das entbindet aber N I C H T von Haltezeichen, der StVo oder sonstwas!
18. April 2009 um 22:01 Thorsten(Quote)
Dein “Geständnis” bzw. der anschließend geschilderte Unfall hier:
http://www.taxi-blog.de/wordpress/verkehrt/79...
und der o.g. Link
http://www.shortnews.de/start.cfm?id=149302
sind doch ein und derselbe Unfall, oder?
23. April 2009 um 09:11 Ich(Quote)
Solange die Schuldfrage nicht geklärt ist würde ich niemandem die Schuld zuweisen und auch nicht pauschalisieren. Es kann ja auch durchaus sein das das Taxi zu schnell war und die Ampel schon tief rot zeigte – keine Ahnung ! Das muss der Sachvollständige klären.
Ich glaube das man das ganze zu schnell fahren nie komplett wegbekommen kann – dabei meine ich nicht nur die Taxen sondern auch die Polizei die des Nachts auch nicht gerade langsam fahren. Man sollte darüber nachdenken genau wie bei den Brummis die Fahrten auf zu zeichnen (als Abschreckung) – und das sowohl bei den Taxen als auch bei der Polizei und der Feuerwehr. Gesetzlich geregelt mit Blackboxen.
23. April 2009 um 12:41 Sash(Quote)
@Ich:
Können wir meinetwegen gerne machen. Dazu aber bitte auch noch in jedem Privat-PKW, Motorrad, Fahrrad und Kinderwagen. Und Fußgänger brauchen auch noch einen GPS-Sender, der direkt an die Polizei meldet, wenn sie eine Ampel mitten auf dem Land nachts um vier bei Rot überqueren…
Versteh mich nicht falsch, obwohl ich Taxifahrer bin, bin ich versucht, mich möglichst an die Verkehrsregeln zu halten. Und weil auch bei mir immer nur die anderen schlimm sind, muss die totale Überwachung einfach für alle her.
Wie viel sicherer das Leben würde, zeigt vielleicht ein kleines Zahlenspiel:
Wenn in Berlin 50% aller Taxifahrer irre wären, und rasen wie bekloppt, Normalbürger aber nur 5%. Die Zahlen halte ich zwar für extrem verzerrt, aber selbst damit funktioniert es noch… Dann haben wir etwa 3500 irre Taxifahrer in Berlin und weit über (hab gerade keine Zulassungszahlen zur Hand) 50.000 bekloppte Normalbürger. Jetzt bin ich mal gespannt, wie wir das Land sicherer machen, wenn wir die Taxifahrer aus dem Verkehr ziehen…
Aber klingt natürlich erst einmal überzeugend…
26. April 2009 um 00:59 helgo(Quote)
Die schlimmsten Journalisten hauen auch nicht von alleine ab.
Dazu braucht es Kunden, die die Fehler offen legen und sich beschweren.
Im schlimmsten Fall Medien meiden, die mit schlechtem Journalismus glänzen – und dazu gehören alle Erzeugnisse des Springer Verlags.
6. Mai 2009 um 00:24 Isarmetropole(Quote)
Ja, dazu gibt es was. Leider kann ich nichts zu repräsentativen Vergleichen durch Polizei-Statistiken sagen, doch jüngst gelangte sowas wie ein “Aufschrei der Taxiversicherer” in die Medien, siehe hierzu folgender Link:
http://www.abendzeitung.de/muenchen/95137
Meine Erfahrung in München mit den Kollegen ist folgende: Die “Gratler” unter den Kollegen sind scharf auf das “schnelle Geld” und glauben in ihrer Grenzdebilität daß sie erheblich mehr Umsatz machen wenn sie mich vor der Ampel nochmal schnell überholen oder, obwohl sie sehen daß ich gerade ausparke, haarscharf an mir vorbeirasen, wobei sie einen Blechschaden billigend in Kauf nehmen (ist mir erst vor ein paar Stunden so passiert).
Dann gibt es die Profis: Die fahren besonnen und professionell.
Die legen auf ein gepflegtes Fahrzeug wert. Und bei der Klientel die die fahren kämen die sonst anzutreffenden Fuußballgroßen Dellen im Lack (die billig mit Taxifolie in Hellelfenbein zugebatzt werden) auch nicht so gut an…
Hier etwas zu meiner persönlichen Statistik: Ich bin mit meinem aktuellen Taxi jetzt über 110.000 Kilometer unterwegs (davon den wohl überwiegenden Teil im hektischen Stadtverkehr) und hatte in der Zeit einen einzigen “Unfall”: Vor mir hatte beim Abbiegen eine Frau, weil weit vor ihrem Auto ein Hindernis auftauchte, eine völlig unnötige Vollbremsung gemacht, und ich war ihr draufgerollt da ich gerade nachsah ob rechts auf dem Fahrradweg ein Rad im Anrollen war (Schulterblick-Moment).
Dennoch würde ich gerne mal sehen wie innerhalb von 110.000 Fahrkilometern da der Ottonormalfahrer abschneiden würde – ich gehe davon aus, schlechter.
Ich halte schon seit Jahren eine Umstellung der Versicherungsverträge für sinnvoll: Heute haftet der Eigner – es sollte aber der Fahrer gemäß seinem Namen haften! Wer “Materialfahrer” ist und ein Auto nach dem anderen crasht kann nach der Kündigung wenn sie denn stattfindet doch jederzeit bei einem anderen Taxiunternehmen anfangen, und der Spaß geht wieder von vorne los.
Die Rechnung dafür dürfen dann wir Taxiunternehmer über die grotesk hohen Raten begleichen. Verursacher unter den angestellten Fahrern aber können auf diese Weise ihrer “Quittung” entkommen und haben so vergleichsweise wenig Motivation ihr Fahrverhalten anzupassen.
6. Mai 2009 um 18:56 Andi(Quote)
@ Isarmetropole
Ahm nö. Das unternehmerische Risiko liegt immer noch bei dem Unternehmer. Dazu gehören auch Versicherungsfälle, weil ein Angestellter einen (nicht fahrlässigen) Fehler gemacht hat.
Zu Deinem Anliegen. Ganz abgesehen vom Obrigen. Warum soll ich als Fahrer darunter leiden, weil einige wie eine Wildsau mit dem Taxi unterwegs sind. Ich sehe den Fehler da ganz anders. Nämlich zu einem natürlich bei den jeweiligen Fahrern mit dem Messer zwischen den Zähnen. Als Angestellter bin ich schließlich dazu verpflichtet, mit den mir zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterial möglichst pflegend umzugehen. Gut, mir sagt das schon mein gesunder Menschenverstand. Aber es gibt eben auch immer die schwarzen Schafe. Welche aber im Taxigewerbe ja in den jeweiligen Pflichtfahrgebieten durchaus bekannt sind. Ist jedenfalls bei uns hier so. Demnach frage ich mich dann, warum solche Leute überhaupt ein neues Taxi bekommen, wenn sie woanders gegangen worden sind? Oder warum solche Leute überhaupt erst Unfälle machen müssen, um entlassen zu werden.
Und da sehe ich dann den Mangel nicht bei den Fahrern, sondern bei den Haltern. Wenn die Halter es nicht schaffen, vernünftige Fahrer einzustellen oder sogar wissentlich unvernünftige Fahrer einzustellen, kann man das doch wohl nicht auf die Fahrer abwälzen, die sorgsam mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterial umgehen. Ist jedenfalls keine Berechtigung dafür, irgendwelche Arbeitsgrundsätze in Deutschland auf den Kopf zu stellen. Auch wenn da so manch ein Halter drunter leiden muss, der vernünftigere Ansprüche an seine Fahrer stellt.
Dazu noch. Was spricht denn dagegen, einem Fahrer der grob fahrlässig handelt und einen Unfall baut oder sonstige Dinge mit dem Auto anstellt, rechtlich zu belangen?
8. Mai 2009 um 18:43 Isarmetropole(Quote)
Wir brauchen nicht diskutieren ob die Dinge heute so sind wie sie heute sind.
Wohl aber können wir untersuchen ob es nicht besser ginge!
Die Beteiligung von Angestellten am Erfolg des Unternehmens in dem sie arbeiten wird heute bereits diskutiert und ist wie ich finde ein interessanter Ansatz der allen Beteiligten Vorteile bringen kann.
Warum sollte dann der Angestellte nicht auch daran beteiligt sein wenn er einem Unternehmen nicht hilft erfolgreich zu sein, sondern dazu beiträgt es ´runterzuziehen?
Ich kann keinen Sinn in einer einseitigen Aufbürdung gemeinsam erzeugter Risiken erkennen, es sei denn man hielte ein sehr unreifes Bild des Angestelltenverhältnisses hoch (das wohl auch “erwartet”, daß der Unternehmer seinen Angestellten schön rücksichtslos ausbeutet, denn irgendwoher muß das Geld ja wieder herkommen).
Es ist wohl müßig über Dinge zu debattieren die unabänderlich sind.
Möglich wäre es, ein System zu schaffen in dem die Verantwortungsbewußten vielleicht sogar belohnt werden, sicher aber nicht mehr für das asoziale Tun der Rücksichtslosen mit zur Rechenschaft gezogen werden!
Der Angestellte kriegt doch gar nichts davon mit daß selbst die Vollkasko nur bedingt greift wenn er einen Unfall baut, da die steigenden Versicherungsprämien rein den Unternehmer belasten!
Pädagogisch ist wenn die Konsequenz bei dem landet der sie verursacht hat.
Ich kann nicht nachvollziehen wieso Du Dich dem verschließt.
Wenn es erstmal soweit gekommen ist, ist es ja schon zu spät.
Erstens wirst Du bei vielen Taxlern nicht so viel Geld holen können wie die in einem einzigen satten Unfall vernichten können.
Zweitens kannst Du selbst wenn Dir Schadenersatz zugesprochen wird wahrscheinlich Jahre auf Erstattung warten, während derer Dir graue Haare wachsen.
Und drittens ist unser Recht so ausgelegt daß Du kaum den VOLLEN Schaden ersetzt kriegst (also inklusive der -zig Stunden beim Anwalt, vor Gericht, bei der Autowerkstatt und auf der Suche nach einem neuen Fahrer…
10. Mai 2009 um 15:26 Andi(Quote)
Wird er doch. Er wird entlassen.
Ansonsten verstehe ich das schon ganz gut, warum ich mich dem Ganzen verschliesse. Schliesslich gibt es schon so etwas wie eine Beteiligung am Erfolg eines Unternehmens. Die jährlilchen Boni-Zahlungen, die ausgezahlt werden im Falle positiver Geschäftsergebnisse. Oder eben nicht ausgezahlt werden, weil die Zahlen schlecht sind. An denen eben auch durchaus ein Angestellter mit Schuld sein kann.
Ansonsten verstehe ich Dein Vorschlag so, dass ich mich als Fahrer am unternehmerischen Risiko beteiligen soll. Und dem stelle ich mich nur zu sehr entgegen. Denn wovon Du hier schreibst ist, dass ich einen Teil der laufenden Geschäftskosten übernehmen soll. Klappt erst einmal gar nicht, schliesslich ist es nicht mein Geschäft, sondern das des Inhabers. Und der hat nun einmal auch sämtliche Risiken zu tragen als Selbständiger.
Die Möglichkeit wäre natürlich, dass man als Fahrer dann am Geschäftsgewinn beteiligt wird. Also keine eventuellen Boni-Zahlungen, sondern einen festen Prozentsatz am Gewinn. Schliesslich sind wir mit Deinem Vorschlag im Bereich einer Firmenbeteiligung. Und da frage ich mich dann, welcher Halter oder ganz allgemein gesprochen Geschäftsinhaber, ist dazu bereit, seine Gewinne zum Teil an andere abfliessen zu lassen, sich in seine Geschäftsführung reinreden zu lassen usw. Denn all das sind Dinge, die ich für mich (in Teilen) beanspruchen würde, müsste ich mich an irgendwelchen unternehmerischen Risiken beteiligen.
10. Mai 2009 um 22:45 Isarmetropole(Quote)
Hallo Andi.
Also Du verstehst mich nicht richtig. Gegenwärtig haben die Autoversicherung UND die Gesellschaft keine “Erinnerung” daran welcher FAHRER ein “richtig schlechter Fahrer” ist.
Wohl aber haben die Versicherungen eine SEHR GUTE Erinnerung daran aus welchem Versicherungsvertrag ihnen Schaden entstanden ist!
Das führt dann dazu daß a.) Schadensverursacher als Angestellte sozusagen auf Schadenverursachungswanderschaft gehen können und b.) gewohnheitsmäßig und unausweichlich unbeteiligte Dritte (vulgo die Unternehmer) die Zeche für diese Taten ganz anderer Personen zahlen!
Ein ganz konkretes Beispiel:
Ein angestellter Fahrer zerstört ein Taxi. Wird zwar gefeuert. Unternehmer darf aber trotzdem bis zum Sankt Nimmerleinstag die aus dem hohen Versicherungsschaden resultierend erheblich höheren Vericherungsprämien bezahlen!
ER wird also als WENIGER Beteiligter bestraft und ihm hängt jahrelang etwas hinterher SOGAR WENN ER SEINE KONSEQUENZEN DARAUS ZIEHT.
Der unmittelbare Schadensverursacher aber kann unbehelligt weiterziehen!
Und in seinem Leben wird auch nichts teurer!
Klar gibt es in München Warnungen vor einschlägig bekannten Fahrern. Ich weiß aber daß dieses System extrem ineffizient ist und wahrscheinlich nur in den seltensten Ausnahmefällen funktioniert.
Warum also nicht für jeden Autofahrer eine Datenbank anlegen in die wie in Flensburg “Punktestrafen” die Unfälle eingetragen werden, die zu einer Versicherungsprämienerhöhung führten.
Gelöscht wird je nach sagen wir 6 Jahren, die Chance zu lernen bleibt also bestehen…
Jeder neue Fahrer müßte nach diesen hinterlegten Daten und der daraus resultierenden persönlichen “Unfallwahrscheinlichkeit” namentlich für seine Fahrzeit mit dem Wagen einzeln versichert werden (technisch wohl kaum ein Aufwand, schließlich muß man ja auch jeden Fahrer beim Staat anmelden).
Wer überdurchschnittlich viele Unfälle baut erhält sagen wir 8 Prozent weniger Umsatzbeteiligung. Wer im Mittelfeld liegt den Standard. Und wer ausgesprochen gut fährt 8 % mehr.
Ich finde es ungerecht und auch mit dem “unternehmerischen Risiko” nicht entschuldbar daß die Falschen in Haftung genommen werden! Damit wird suggeriert daß der Unternehmer in seinem Büro MEHR Verantwortung am Unfallschaden hat als der Fahrer hinter dem Steuer. Solches mag in Sklaventreiberunternehmen mal ausnahmsweise vorkommen, dürfte allerdings sonst kaum der Regelfall sein.
Schönen Gruß, Isarmetropole
22. Mai 2009 um 07:48 Andi(Quote)
Himmel, wie fahren die Taxler denn bei Euch in München. Hört sich für mich so an, als wenn da täglich 1 Taxi auf 1×1 Meter von einem Fahrer zusammengefaltet wird.
Ich spreche da mal für die Stadt aus der ich komme. Hier gibt es ganz ganz selten mal einen Unfall, wo das Auto einen größeren Schaden abbekommt. Das ein oder andere Taxi hat mal eine kleine Beule oder Kratzer. Aber das bleibt bei der Laufleistung eines Taxis nun einmal nicht aus. Der jeweilige Fahrer oder eben auch Halter ist ja kein Roboter, sondern ein Mensch, der auch mal einen Fehler macht.
Und das zählt sicherlich nicht nur für das Taxigewerbe. Aus meiner Schulzeit mit Nebenjob im hiesigen Hafen weiß ich noch, daß hier im Autoumschlag auch das ein oder andere Auto mal beschädigt wird aus reiner Unachtsamkeit.
Was aber zum Schluss immer seltener passierte. Die haben schon längst ISO blabla und vor allem schulen die dort ihre Fahrer vor Arbeitsantritt und achten auch auf die Einhaltung der vorgegebenen Fahrer-Regeln: Fahre schonend, umsichtig und somit möglichst schadensfrei mit den Autos. Ansonsten kannst Du gehen.
Was bei mir eben immer noch die Frage aufwirft: Wieso die Schuld da bei den Fahrern im Allgemeinen suchen? Wie sieht denn so eine Taxischein-Prüfung aus? Ortskenntnisse, ärztliche Untersuchung, das wars. Nix von wegen Schulung im allgemeinen Kundenumgang, nix mit irgendwelchen Fahrerlehrgängen. Und sei es nur im internen Bereich, müssen ja nicht gleich die kostenpflichtigen sein. Da darf man sich als Halter nicht wundern, wenn dann auch mal ein paar Vollpfosten dabei sind.
Dazu passt dann irgendwie auch Dein Absatz zu den Fahrern, dessen zweifelhafter Umgang mit den Autos durchaus bekannt ist, aber das System ineffizient ist.
Das bestärkt mich dann nur in meiner Ansicht, dass da der Löwenanteil der Fehler nicht bei den Fahrern liegt, sondern bei den jeweiligen Unternehmern, die mit Eurozeichen in den Augen Fahrer mit schlechten Leumund dennoch einstellen.
Da könnte sich dann vielleicht mal der Taxiverband so seine Gedanken zu machen, solch ein Fahrer-Hopping zu unterbinden.
Ich als normaler Angestellter bin jedenfalls nicht dazu bereit, für irgendwelche Fehler im Plan einzuspringen.
Und zu dem Vorschlag der Umsatzbeteiligungen. Gibt es wie geschrieben schon. Zumindest hier. Bei einem guten Betriebsergebnis gibt es einen Bonus am Jahresende. Dazu zählt dann sicherlich auch der jeweilige Umgang mit den Autos. Ein Schrotter-Fahrer wird da sicherlich leer ausgehen. Wenn er dann überhaupt noch beim Halter beschäftigt ist. Ansonsten kann ich den Betroffenen nun wirklich nicht mehr helfen.
PS. Seit 20 Jahren und 2 Tagen unfallfrei. Das einzige was mal dabei war, war in meiner Anfangs-Taxizeit vor 12 Jahren ein Kratzer im unteren Schwellerbereich, nachdem ich mal nachts einen kleinen Findling übersehen hatte. Mein Halter hat mich fast ausgelacht, als ich ihm das in Sorgenfalten gebeichtet hatte. Sähe man nur, wenn man sich unters Auto läge, gehöre bei der Laufleistung eines Taxi dazu. Passiert. Habs mir dennoch als Lehre genommen und fahre seitdem lieber 3 x zuviel vor und zurück, wenn ich die Straßen nicht auf jeden kleinen Stein/Pfahl/etc auswendig kenne. Was ja häufig vorkommt.
22. Mai 2009 um 11:11 Isarmetropole(Quote)
@ Andi:
Meine Rede, es ließe sich sehr viel zum Besseren wenden würde man am Systemischen ansetzen :
1.) Wenn man in Deutschland ohnehin bereits tausende von Euros zahlen muß um einen Führerschein bekommen zu können, warum wird da darin nicht ein popeliger 1-Tages-Fahrsicherheitskurs beim ADAC (wird flächendeckend in ganz Deutschland angeboten) mit eingebaut? Das könnte Jahr für Jahr ohne großen Aufwand hunderten von Menschen das Leben retten!
2.) Wie kann es sein daß in Deutschland die Prüfung zum Taxischein nicht ein einziges Prüfungsbestandteil auf der Straße kennt? Alles nut Theorie!!!Ich habe von einer Ausbildung für Chauffeure bei Bentley gehört, wo auf der Motorhaube eine flache Schüssel mit einem Ball drin montiert wird. Man muß dann eine Strecke abfahren, wobei der Ball nicht aus der Schüssel fallen darf. Das wäre exakt eine der Disziplinen die sinnvoll sind: Wie fahre ich meinen Fahrgast so daß es für ihn angenehm ist und die G-Kräfte niedrig bleiben? Das senkt auch automatisch das Unfallrisiko.
Vielleicht könnte man z.B. auch eine Regelung finden daß jeder Taxifahrer der einmal im Jahr einen Erste-Hilfe-Kurs besucht dafür 120.- Euro ausbezahlt bekommt. Das wäre mal ´ne wirlich sinnvolle Investition in unser Gesundheitswesen, denn als Taxifahrer ist man SO OFT schneller beim Unfall als der Mann vom Roten Kreuz. Aber was hilft das wenn der Erste-Hilfe-Kurs Jahrzehnte zurückliegt?
Übrigens zum Wandern der “Materialfahrer”: Ich schätze der Taxiverband wird da nicht viel machen können. Wir haben in Deutschland ja ein strenges Datenschutz-Regelwerk. Schließlich könnte sonst ja auch Rufmord betrieben werden. Da müßte man sich schon etwas Anderes einfallen lassen.
2. Juni 2009 um 17:15 kunifer(Quote)
nikdegreek: Hallo,an alle die sich beschweren das einige Taxen recht zügig unterwegs sind .Es liegt nicht daran das die Fahrer gierig sind sondern das die meißten Gästeauf den letzten drücker das Taxi rufen und dann nach 5 min. in der Zentrale anrufen und fragen wo das Taxi bleibt .Kommt das irgend jemanden von euch schlaumeiern bekannt vor ?
Nein, kommt mir nicht bekannt vor und habe ich als Taxikunde auch noch nie gemacht. Deshalb kann ich nur hoffen, dass einem Taxifahrer, der gegenüber den Herren von Grün-Weiß mit so einer blöden und offensichtlich erfundenen Begründung zu schnelles Fahren rechtfertigt, anschließend für vier Wochen zu Fuß gehen darf oder zur MPU geschickt wird.
2. Juni 2009 um 19:04 Norbert(Quote)
Dann kannst du froh sein, aber leider ist da rein gar nix erfunden, sondern Alltag für einen Zentrallisten (ich krieg das leider oft genug mit, das der Anrufer anruft und sagt, er bräuchte ein Taxi, weil sein Zug in 15 Minuten vom Bahnhof abfährt) Aber anstatt mal früh genug anzurufen, wird dann der Zentrallist angemault, warum der denn nicht schnell genug einen Wagen vorbeischicken kann.
Wer das als Begründung vor der Polizeit nimmt, ist trotzdem selbst hin Schuld, man lernt schließlich in jeder Fahrschule, das Zeitdruck nicht das Überschreiten von Tempolimits erlaubt.
2. Juni 2009 um 19:15 Torsten Bentrup(Quote)
Nicht nur selbst schuld, sondern auch noch (zu recht) mit höherem Bußgeld dabei. Versehentlich ist jeder schonmal zu schnell gefahren, absichtlich die meisten. Aber der Polizei zu erzählen, daß man vorsätzlich die Höchstgeschwindigkeit überschritten hat, ist einfach nur dämlich.
Nachts ist übrigens das umgekehrte Problem deutlich häufiger: Kunde ruft an, bestellt das Taxi für “sofort” und beginnt dann (wenn wir Glück haben) so langsam mit den Aufbruchvorbereitungen. Noch ein Bier bestellen, die letzten Biere durchs Klo jagen, sich von allen ausgiebig verabschieden.
Und wenn der Taxifahrer tatsächlich schon nach 5 Minuten da ist, muß er halt noch 10 Minuten warten…
Kann passieren, aber nachdem mir das mit einer Gruppe die letzten Wochen ungefähr ein halbes Dutzend mal passiert ist, hab ich die Leutchen gestern mal ordentlich zusammengefaltet und stehen gelassen: “Ruft einfach dann an, wenn ihr ein Taxi braucht. Nicht Ewigkeiten vorher!”. Ist selten, daß ich bei sowas mal sauer werde, diesmal war es soweit.
Zu der Zeit standen hunderte Aufstiegsfeierer in der Innenstadt rum und warteten verzweifelt auf die völlig überlasteten Taxen…
2. Juni 2009 um 22:56 Isarmetropole(Quote)
@ kunifer:
Ich schließe mich Norbert an, wenngleich ich das nicht aus Zentralisten-, sondern aus Taxlerperspektive kenne. Sicher bestellen die meisten ihr Taxi rechtzeitig – bei mir hat es nur ca. jeder 150.-200. Fahrgast sehr eilig.
Dann kommt es aber entscheidend darauf an wie man sich als Taxifahrer verhält. Wer sich in Folge eigener Raserei hinter seinem Fahrgast und dessen (selbstverschuldeter) Zeitnot versteckt kommt als Versager rüber, denn er hat sein Schiff offensichtlich nicht im Griff.
Ich kann Dir versichern kunifer daß manche Fahrgäste einen auf´s allerübelste versuchen unter Druck zu setzen! Da hilft manchmal nur noch rechts ran zu fahren, demonstrativ den Zündschlüssel abzuziehen und Klartext zu reden:
Ich bin es, der als Taxifahrer den Kopf hinhält wenn ich mit 90 im Zone 50 Gebiet erwischt werde. Und ich möchte gerne auch morgen noch meinen Beruf ausüben können!
Du glaubst nicht was es für Fahrgäste gibt (wie gesagt: das sind die GANZ SELTENEN AUSNAHMEFÄLLE, aber nichts desto trotz sei es erwähnt):
Ich weiß von einem Fall wo eine junge Mutter sich die ganze Nacht im Club die Kante gegeben und wild abgefeiert hat um morgens um halb fünf plötzlich festzustellen daß sie ihr kleines Kind unbeaufsichtigt zu Hause in der Wohnung zurückgelassen hat.
Sie in´s Taxi und den Kollegen gehetzt: “Fahr schneller” – “Du fährst ja wie ´ne lahme Ente, da bin ich ja schneller” – und schließlich: “DU BIST SCHULD WENN MEIN KIND STIRBT”!
Die Frau hat den Kollegen dazu gebracht auf dem Mittleren Ring (60 km/h erlaubt) so schnell zu fahren daß er vermutlich ein Jahr ohne Führerschein gewesen wäre, hätten sie ihn so erwischt, und mit der Verlängerung des P-Scheins wäre wahrscheinlich auch Sense gewesen.
Er hat sich einfach nicht zu helfen gewusst, die schiere Verzweiflung!
Wenn ich merke mein Fahrgast hat es eilig mache ich es so:
Ich frage wann er wo sein soll. Ist das nicht machbar (das kann ich ja abschätzen) sage ich es ihm sofort, gebe ihm aber eine Perspektive. Ich verspreche ihm, mein Bestes zu tun, also z.B. auf mehrspurigen Straßen stets die Spur zu wählen die grad geht, an der Ampel schnell zu beschleunigen, und das Tempolimit auszuschöpfen.
Aber ich sage dem Fahrgast von Anfang an klipp und klar daß Tempoüberschreitungen bei mir nicht drin sind!
Passt das dann einem Fahrgast nicht (den meisten passt´s) darf er gleich wieder aussteigen!
Ausnahmefälle sind wenn mir einer im Taxi sitzt der gerade verblutet oder derlei Dinge.
Aber in solchen Fällen ruft man am besten gleich 110 an, dann kriegt man mitunter sogar noch eine schöne Eskorte über die roten Ampeln. Genau so geschehen jüngst in München mit einer hochschwangeren Frau auf dem Weg zur Entbindung.
3. Juni 2009 um 13:59 Ly(Quote)
ich hatte vor ner weile einfach mal so nachgefragt, bei nachweislichen notfall, bluten, oder hochschwanger, sind auch blitzerfotos ohne belang.
3. Juni 2009 um 15:19 nikdegreek(Quote)
glaub es mir , ich bin lange genug taxi gefahren und habe lange genug zentrale gemacht , die meißten rufen auf dem letzten drücker an und wundern sich das nach 3 minuten das Taxi noch nicht vor der tür steht .
und am ende artet es wie telefon-terror aus .und wenn ich den fahrer nach dem x-ten mal gefragt habe wie weit er ist , habe ich ihn in dem moment unter DRUCK gesetzt . so einfach ist das .
3. Juni 2009 um 19:57 Andi(Quote)
Sorry, aber wer sich von Fahrgästen, Zentrale oder sonstwen unter Druck setzen lässt, ist selbst schuld.
Mir persönlich ist es so etwas von egal, wenn jemand spät dran ist oder zu spät anruft. Oder das Taxi mal etwas später kommt, weil gerade Fahrgast-Großalarm herrscht. Dann entschuldige ich mich gerne mal mit einhergehender Erklärung (wenn spät, weil viel los).
Aber im Endeffekt ist es nicht meine Schuld. Von daher werde ich ganz bestimmt nicht die Verkehrsregeln brechen. Fahre da gerne mal etwas zügiger an oder nehme die Kurven etwas flotter. Aber meinen Führerschein riskiere ich nicht für einen Fahrgast. Selbst wenn er mir dafür ein höheres Trinkgeld bietet.
4. Juni 2009 um 11:51 nikdegreek(Quote)
wer es glaubt wird seelig
4. Juni 2009 um 12:30 Andi(Quote)
Wow, meine erste Seligsprechung.
Glaub es oder glaub es nicht. Mir eh strunz. Das letzte Mal, dass ich mal meine Schmerzgrenze jenseits der 70 km/h gebrochen habe (eine Grenze, die ich mir selbst gesetzt habe, nicht irgendwer anders), war als ein Kollege um Hilfe gerufen hat. Und da auch nur, weil es Sonntag 5 Uhr morgens und der gefahrene Kilometer freie Hauptstrasse war.
Ansonsten ist es mir seisegal, was da jemand zu mir sagt. Ich fahre meinen Stiefel wie sonst auch.
5. Juni 2009 um 20:49 Ly(Quote)
schließe mich andi an!
wenn ich mal schneller bin dann ohne absicht, nachts bei freien straßen geht das flott, und ich dreh runter, wenn ich dann auf dem tacho mehr als 20% über vorgeschriebener geschwindigkeit sehe, ich red hier vor allem von innerörtlich und nicht autobahn, wo ich schon mal so dämlich bin mehr drüber zu fahren, aber ich arbeite dran.
alles andere ist unnötig, und kostet nur ne menge geld und zur not den lappen. der eine punkt den ich mir im dezember gefangen habe war ich komplett selbst schuld, ich war frei, hatte keinerlei zeitdruck, nur fahrspass an einem tollen tag und freier strecke, der war mir ein schuss vor den bug.
ein punkt bisher, seit 1984 hab ich den führerschein, seit 90 den p-schein. von wegen selig und so,das bin ich dann auch, und ich wills auch bleiben!
5. Juni 2009 um 20:51 Ly(Quote)
korrigiere, die 20% ist meine eigentliche grenze für ausserorts, fahre auch schon mal 70 wo 50 ist, aber da ist dann auch schluss!
6. Juni 2009 um 09:46 Torsten Bentrup(Quote)
Eben! Es ist mein Führerschein und damit meine Existenzgrundlage. Und das riskiere ich nicht, weil mein Zentralist Druck vom Kunden bekommt.
Die Frage: “Wie weit bist Du?” beantworte ich z.B. immer wahrheitsgetreu. Wenn ich das Gefühl hab, daß ich dem Zentralisten zu langsam bin, erwähne ich gerne noch die lästigen anderen Verkehrsteilnehmer oder die noch lästigeren Ampeln und rege an, dem Kunden doch einen Helicopterservice anzubieten. Den Pilotenschein müsste mein Chef dann allerdings übernehmen, bisher war er mit den PKWs allerdings ausreichend zufrieden und hat mir nie ein solches Angebot gemacht.
Kurz: Wenn ich zu schnell unterwegs bin (und es kommt leider manchmal vor) ist das meine eigene Unaufmerksamkeit oder meine eigene Entscheidung. Da halte ich es wie Ly, auf ungefährlichen Strecken (vierspuriger Innenstadtring Nachts um 3 ohne sichtbare Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer) komme ich da gelegentlich schonmal auf 10-15 km/h zuviel. Ich bin nicht stolz drauf, aber ich käme auch nie auf die Idee, dafür jemand anders verantwortlich zu machen.
Mit Fahrgästen fahre ich übrigens eher zu langsam als zu schnell (speziell auf Landstraßen ohne explizites Limit, manchmal ist 100 einfach zu schnell, wenn man die Verantwortung für seine Insassen ernst nimmt).