“Manchmal machen auch erfahrene Fahrer dumme Fehler!”
Gestern abend am Bahnhof, Sonntagstreffpunkt der Kollegen aller Firmen. Woanders ist schlicht gar nichts zu holen und so kann man wenigstens auf die Wochenendheimfahrer hoffen.
Ich beginne das erste Gespräch mit Worten:
“Moin! Sag mal, bist Du heute morgen zu Fuß nach Hause gegangen? Ich glaub, ich hab Dich auf der Dubelohstraße laufen sehen.”
“Grummel, ja. Ich musste Frust abbauen”
“Was war denn?”
“Kannste gleich verbloggen. Unter der Überschrift (siehe oben)”
Tja, er hatte Samstag eine Superfahrt. Sollte rund 200 Kilometer weit gehen, drei Personen, Barzahlung und ohne irgendeine Feilscherei. Bei sowas muß man natürlich Vorkasse nehmen, das verlangt jeder Chef, die Taxiordnung und natürlich der gesunde Menschenverstand.
Er ließ sich also schonmal 250 Euro bezahlen und fuhr los. Das eingesammelte Geld legte er in den Aschenbecher zwischen den Vordersitzen. Der dient ja in Taxen nur noch zu dekorativen Zwecken und als Ablage.
Am Ziel angekommen standen dann wie erwartet etwas über 300 Euro auf der Uhr. Die hintensitzenden Personen stiegen aus, einer geht zur Fahrertür und “will” den Restbetrag bezahlen. Diese Ablenkung nutzte dann der Beifahrer, griff sich das Geld und rannte weg, die anderen “Fahrgäste” schnurstracks hinterher.
Eine Verfolgung war natürlich sinnlos. Im Gegenteil, es könnte sogar gefährlich sein. Für ein paar Euro setzt man sein Leben nicht aufs Spiel, egal wie sehr es wurmt.
Dem Kollegen blieb nur noch der Weg zur Polizei. Die Chancen, daß die Täter gefunden werden, ist wohl nicht mal so schlecht. Er konnte wohl sehr detailierte Personenbeschreibungen abgeben. Und mit zwei Delikten ist die Polizei auch motivierter, hier geht es schließlich um Diebstahl und Betrug.
Die Ablage der Anzahlung in Reichweite des Fahrgastes ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich oder blöde. Ich stecke üblicherweise in so einem Fall die Scheine in die mittigen Lüftungsdüsen. Das ist auch eine vertrauensbildende Maßnahme für den Fahrgast.
Vorkasse ist halt immer heikel. Ich unterstelle damit ja ziemlich direkt dem Fahrgast, nicht genug Geld zur Verfügung zu haben oder gar kriminelles vorzuhaben. Dann soll er wenigstens sein Geld im Auge behalten können. Demnächst bei mir mit etwas mehr Abstand…
@Mexxwell: Die genauen Details und die Personenbeschreibung kannst Du ja noch kommentieren. Vielleicht hilfts!
8. September 2008 um 09:30 Double-T(Quote)
Leider passiert das nicht als zu selten, mansche Taxifahrer fahren scho garnicht mehr, weiter als 80km weil es ihnen ein zu hohes risiko ist. Nunja aber was soll man tun sich das geld einfach entgehen lassen? ich denke nicht, man kann da halt nicht viel machen außer die Polizei zu rufen….. Wünsche jedenfalls Viel Erfolg das diese Typen gefunden werden!
8. September 2008 um 11:17 Bastian(Quote)
Autsch….das ust natürlich sehr übel sowas :-/
Hat das Taxi nicht auch eine Kamera gehabt?
Du hattest dochmal ein Taxi mit Kamera…
8. September 2008 um 12:01 Frank(Quote)
Kann man sich bei sowas nicht auch den Ausweis als Pfand geben lassen? Dann weiß man wenigstens direkt wer das war wenn sowas passiert…
8. September 2008 um 12:40 chris(Quote)
wie er schon sagt, sehr heikle situation, da man dem fahrgast ja “kriminelles” unterstellt, doer wie würdeest du reagiern, wenn du nen taxifahrer bestellt, und er deinen ausweis verlangt, bevor er dich fährt?
Grüße,
Chris
8. September 2008 um 12:41 jemand(Quote)
Und es ist ja auch schlau das erhaltene Geld die Fahrt über offen zu platzieren. Sonst hätte er vielleicht das Geld zu den anderen Scheinen gelegt, die er möglicherweise hatte, und die wäre dann geklaut worden oder ähnliches.
8. September 2008 um 16:10 Mexxwell(Quote)
Danke für den Blog-Eintrag, eine Täter-Beschreibung folgt wen ich richtig wach bin (bin grad erst aufgestanden).
8. September 2008 um 18:29 queru(Quote)
@Frank
Ausweis und ähnliches dürfen wir nicht annehmen. Diese Sachen gehören ja nicht Dir, sondern Vater Staat, auch wenn Du massig Geld dafür hingeblättert hat.
@Mexxwell
Autsch, mein aufrichtiges Beileid
8. September 2008 um 18:49 ince(Quote)
“Vorkasse ist halt immer heikel. Ich unterstelle damit ja ziemlich direkt dem Fahrgast, nicht genug Geld zur Verfügung zu haben oder gar kriminelles vorzuhaben.”
Würde ich nicht so empfinden. Der erste Eindruck kann halt trügen (in beide Richtungen), abgesehen davon erfordert die Tatsache, dass es solche Personen gibt eben ein entsprechendes Verhalten.
8. September 2008 um 20:15 rdgtdfgfdg(Quote)
Und wenn man sich den Ausweis geben lässt (als Pfand ist er übrigens sehr ungeeignet, da es sich nicht um das eigene Eigentum handelt), wird man vom Gegenüber abgestochen, weil er den Ausweis nicht beim Opfer lassen will…
8. September 2008 um 22:42 BRV-Christian(Quote)
Hm, wirklich scheiße gelaufen.
Mein Beileid hast du auch.
Wie läuft das bei euch denn ab wenn die Täter nicht gefunden werden? Musst du das aus eigener Tasche bezahlen? Oder nimmt dein Chef das als Berufsrisiko?
9. September 2008 um 01:00 dan(Quote)
Alternative: für den Vorkassebetrag sofort ‘ne Quittung ausstellen.
So habe ich es mal mit einer Taxifahrerin nachts um halb drei erlebt die mich aus der “City” von Bad Sassendorf einmal wieder gen Heimat kutschieren durfte. Habe ich als Fahrgast überhaupt kein Problem mit. Sie hatte übrigens den Quittungsblock schon in der Hand als sie mir sagte dass sie eben vorab Geld sehen wollte.
9. September 2008 um 13:58 Mexxwell(Quote)
Jetzt bin ich wirklich wach, bin grad geschockt worden von meiner Chefin.
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Aber erst mal die versprochene Täterbeschreibung:
1.: ca. 1,85-1,90m groß, schlank, dunkele, kurze Haare (moderner Haarschnitt), schwarzes T-Shrt und blaue Baggy-Pants.
2.: ca. 1,70-1,75m groß, untersetzt, blaues Kaputzen-Shirt und blaue Baggy-Pants, Haarfarbe konnte ich nicht erkennen.
3.: ca. 1,80-1,85m groß, dunkele, kurze Haare (an den Seiten ausrasiert), weißes Base-Cap mit schwarzem Schirm und Stickerei (undefinierbar), dunkeles Sweat-Shirt und normale Blue-Jeans.
Alee drei trugen Marken-Turnschuhe, sind anfang/mitte 20 und sprechen akzentfei deutsch.
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@BRV-Christian:
Es wurde heute (telefonisch) von meiner Chefin in den Raum gestellt, dass ich die 250€ evl. selber zahlen muss, was sie aber erst noch abklären wollte.
Deswegen bin ich jetzt ja auch voll wach.
9. September 2008 um 14:01 Mexxwell(Quote)
P.S.:
Ich bin mir übrigens sicher, dass ich die Jungs auf Fotos widererkennen werde, wenn die in der Kartei sind.
10. September 2008 um 19:13 walterk(Quote)
http://www1.polizei-nrw.de/presseportal/behoe...
11. September 2008 um 14:00 Wuschel(Quote)
Autsch, das tut mal sehr weh….
)
Ja, da bin ich ja Glücklich das wir am AP hauptsächlich nur Geschäftskunden, manchmal so weit fahren….” Die dauer Schlipsträger halt” bekomm Ihr Geld von der Firma wieder…!!!! Müssen deswegen auch nicht abhauen.
,Aber wer weiß nicht alles was ein Schlips trägt hat Geld…..
siehe Täterbeschreibung…….. Markenschuhe aber sonst, wohl nichts im Kopf….Wer weiß wer weiß …vielleicht waren die auch nicht echt … Aber man trifft sich immer ein zweites mal im Leben , und ” die Bande” hat wohl vergessen das die Paderborner Taxigemeinschaft miteinander spricht…
P.S. guter Tipp von DAN, das mit der Vorkasse und Quittung !!!!
12. September 2008 um 14:44 Württemberger Trollinger(Quote)
@BRV-Christian
Wie es die Chefin sieht, weiß ich nicht. Aber das Gesetz sieht es so, dass der Unternehmer den Gewinn einstreicht und damit auch das Betriebsrisiko zu tragen hat. Falls also keine grobe Fahrlässigkeit oder gar Absicht dahinter stehen, ist der Fahrer natürlich NICHT regresspflichtig.
Da kann sich die Chefin auch auf die Hinterbeine stellen.
14. September 2008 um 18:44 Uwe (Fernfahrerblog)(Quote)
Erinnert mich an meine Taxifahrerzeit. Nachts auf Anruf (und Rückruf bei der “Freundin”) in ein kleines Nest, ca. 10 Kilometer ausserhalb gefahren. Fahrgast steig ein, sagt Moin und fragt mich: “Kennst du das Polizeirevier in Emden?” Ich: “Ja, klar doch”. Er: “Ok, da muss ich zuerst hin”.
Normalerweise würde so eine Tour auch nur per Vorkasse laufen, aber hey, der will doch zur Polizei! Dort angekommen steigt er aus, geht direkt ins Wachgebäude. Kommt nach 2 Minuten wieder, Beifahrertür auf, und sagt zu mir: “Du musst mal kurz mit reinkommen”. Ich: “???” Er: “Ja, ich hab kein Geld, ich kann dich nicht bezahlen!”
Ende vom Lied, die Polizei hat ihn durchsucht und alles, was sie gefunden haben war eine Anzeige von der Bahnpolizei- wegen Schwarzfahren, vom gleichen Tag.
Wäre der nicht schon bei den Grünen drin gewesen, ich hätte ihn mit zurück nach Leer genommen und dort bei der Wache abgeliefert……
16. September 2008 um 10:20 butscher(Quote)
@uwe
wenn du ihn mit zurück genommen hättest wäre das freiheitsberaubung gewesen.wissen diese a……. glücklicher weise meist nicht.